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Corona: Wie klappen die Schüler-Tests?

Seit Montag testen sich Kinder und Jugendliche in Schulen in Löbau-Zittau auf das Virus. Das hat noch einen Vorteil im Alltag.

Symbolbild
Symbolbild © Julian Stratenschulte/dpa

"Popeltest" nennen einige den Selbsttest, den Kinder und Jugendliche in den Schulen nun machen. Zweimal wöchentlich läuft das seit dieser Woche so. "Und ganz reibungslos", sagt Katja Marquart, Leiterin der Kittlitzer Grundschule. Das Stäbchen wird nicht tief in die Nase eingeführt, sondern nur im vorderen Nasenbereich abgestrichen. Das machen die Schüler nach Anleitung eigenständig.

Es gibt Eltern, die wegen der Tests ihr Kind nicht in die Schule schicken möchten. Die Schulbesuchspflicht ist ausgesetzt. Wie viele Kinder das betrifft, möchte Frau Marquart nicht in Zahlen benennen. Nur soviel: Das seien bei der Kittlitzer Grundschule nur wenige Eltern, die ihr Kind zu Hause lassen. Die Zittauer Wilhelm-Busch-Grundschule möchte keine Auskunft darüber geben, ob und wie viele Kinder aktuell nicht in die Schule kommen. In der Lessing-Grundschule Zittau "läuft alles reibungslos", wie die stellvertretende Leiterin Annegret Heine erzählt. Einige Eltern testen ihre Kinder zu Hause. Das ist auch möglich. Aber alle kämen in die Schule. Aufgrund abgelehnter Tests bleibt kein Kind daheim.

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Thomas Drosky, Schulleiter der Heinrich-Pestalozzi-Oberschule Löbau, wirbt dafür, dass "der Präsenzunterricht für die Kinder ganz wichtig" ist. Ab Klasse 5 sind die Schüler im Wechselunterricht. Klasse 1 bis 4 kann täglich die Schule besuchen. Für den Unterricht an der Löbauer Oberschule meldeten "nur ganz wenige Eltern" ihr Kind ab. Die Begründung einer solchen Möglichkeit ist im Infektionsschutzgesetz verankert und hat nach Angaben Thomas Droskys nichts mit dem Testen zu tun. Das bestätigt auch Annegret Heine.

Mehrere Möglichkeiten für Nachweis

Bisher kaum genutzt werden die Schülertests für das tägliche Leben. Denn Eltern können das Testergebnis von den Schulen verlangen, um beispielsweise einen Nachweis gegenüber der Musikschule oder beim Einkauf mit Click & Meet samt Testvorlage zu erbringen. So müssen sich Kinder nicht zusätzlich zur Schule noch ein drittes oder viertes Mal testen. Das spart auch Ressourcen. Für eine solche Bestätigung gibt es einen speziellen Vordruck. Schulen können keine Testbestätigungen ausstellen, wie man sie von Testzentren oder Apotheken nach einem durchgeführten Schnelltest kennt.

Zwei andere Möglichkeiten jedoch gibt es. "Die Schüler können nach einem durchgeführten Selbsttest an der Schule das Formular 'Qualifizierte Selbstauskunft' ausfüllen“, sagt Vincent Richter, Referent vom Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) Bautzen. Das gibt es im Internet. Möglich ist auch, dass Eltern formlos bei der Schule eine "Information an die Personensorgeberechtigten minderjähriger Schülerinnen und Schüler über die Durchführung eines negativen Antigen-Selbsttests zum Nachweis des Sars-Cov-2-Virus" beantragen. Das stellt die Schule dann aus. Die Nachfrage bei der Kittlitzer Grundschule und der Oberschule Löbau sei dafür aktuell gering, wie die Schulleiter mitteilen. Bei der Zittauer Lessing-Grundschule wurden die Formulare öfter nachgefragt.

Manche Eltern - gerade von den jüngeren Schülern - machen sich aber auch Sorgen, dass ihre Kinder mit den Selbsttests nicht klarkommen oder sich mit dem Wattestäbchen verletzen könnten. Auch da gibt es laut Lasub eine Lösung, wenngleich diese Geld kostet. "Es ist zulässig, anstelle der kostenlosen Selbsttestung an der Schule auch einen anderen Nachweis, beispielsweise von einem Testcenter oder einer Selbsttestung mit qualifizierter Selbstauskunft, vorzulegen", erklärt Vincent Richter. Das heißt, Eltern dürfen den Test auch mit ihrem Kind zu Hause durchführen und müssen die entsprechenden Papiere der Schule vorlegen. Die Selbsttests gibt's derzeit ab fünf Euro. Ursprünglich schlug vor etwa zwei Monaten das Bundesgesundheitsministerium laut der Pharmazeutischen Zeitung vor, dass sie nur einen Euro kosten. Damit sollte ein möglichst niedrigschwelliger Zugang zu den Tests ermöglicht werden.

Keine Spucktests vorgesehen

Spucktests dagegen sind an sächsischen Schulen für die Grundschüler nicht vorgesehen. Begründet wird das vom Lasub damit, dass es zum Zeitpunkt der erstmaligen Beschaffung der Tests noch ein deutlich geringeres Angebot auf dem Markt gab. Die Zusammenarbeit mit einem Lieferanten sei zudem auf einen bestimmten, längeren Zeitraum festgelegt. "Hier ist auch zu beachten, dass eine Liefersicherheit gewährleistet werden muss", sagt Vincent Richter. Der Freistaat Sachsen stellt den Schulen jede Woche ein Kontingent von 1,2 Millionen Testkits zur Verfügung. "Angesichts dieser Größenordnung ist ein wöchentlicher Wechsel zwischen Anbietern und damit ein Umstieg auf eine andere Testart oder die Verwendung unterschiedlicher Tests für verschiedene Einrichtungen nicht so einfach möglich", erklärt der Lasub-Sprecher.

Für den Fall, dass ein Testergebnis ungültig ist, halten die Schulen eine Reserve vor, damit die Testung wiederholt werden kann. Schlägt also der Test nicht an, wird er wiederholt. Das kostet die Eltern kein zusätzliches Geld.

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