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Löbau ist Corona-Zentrum im Landkreis

Der Landkreis richtet in der alten Rettungswache ein Testcenter ein. Dessen Arbeit sorgt für Unmut. SZ beantwortet alle Fragen rund um das Center.

Am vergangenen Sonnabend wurde das Corona-Testcenter in der ehemaligen Rettungswache in Löbau erstmals genutzt.
Am vergangenen Sonnabend wurde das Corona-Testcenter in der ehemaligen Rettungswache in Löbau erstmals genutzt. © Matthias Weber/photoweber.de

Löbau ist seit einigen Tagen der Corona-Hotspot im Landkreis. Nicht etwa, weil hier eine Vielzahl an Personen mit dem Virus infiziert wäre - sondern weil das Gesundheitsamt des Landkreises in der früheren Rettungswache in der Georgewitzer Straße 60 ein "Testcenter" für Massentestungen eingerichtet hat. Seine Premiere erlebte das Center am vergangenen Sonnabend - und das hieß für ein paar Hundert Menschen: stundenlang Schlange stehen. SZ beantwortet alle Fragen rund um das neue Testcenter.

Warum wurde das Testcenter eingerichtet?

"Die Vorhaltung dieser Teststation ist notwendig, um einen Aufwuchs von Testfällen in der pandemischen Lage bewältigen zu können", teilt der Landkreis dazu mit. Das verlange ein Erlass des Freistaats Sachsen. An den derzeit bestehenden Regelungen ändere die Einrichtung der Teststation nichts. Das heißt: Personen mit Symptomen und Kontaktpersonen wenden sich an den Hausarzt. Dort positiv getestete Personen werden vom Gesundheitsamt erfasst und kontaktiert. Nötig wird die Arbeit des Testcenters nur bei einem plötzlich notwendigen Massenanfall von Tests. "Sind aus Sicht des Gesundheitsamtes gehäuft Testungen nötig - etwa bei Auftreten eines "Hot Spots" -  die durch mobile Abstrich-Teams aufgrund der hohen Anzahl nicht mehr zu bewältigen sind, dann müssen diese Testungen in der stationären Teststation vorgenommen werden", informiert die Behörde dazu.

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Wann hat es geöffnet?

Das Gebäude ist nicht grundsätzlich geöffnet. Es kommt jeweils lagebezogen zum Einsatz. Die zu testenden Personen werden vom Gesundheitsamt informiert.

Wer führt die Corona-Tests dort durch?

"Die Testungen werden durch Mitarbeiter der Landkreisverwaltung, insbesondere des Gesundheitsamtes, vorgenommen", heißt es dazu von der Behörde. Es handele sich dabei zum einen um medizinisches Personal und zum anderen um Verwaltungspersonal. Die Personaleinteilung erfolgt demnach jeweils lagebezogen. 

Wie ist das Testcenter ausgestattet?

"Die Teststation wurde nach den Hygieneanforderungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei SARS CoV-2 entsprechend räumlich umgerüstet", teilt der Landkreis mit. In dem landkreiseigenen Gebäude befinden sich Wartezonen, Untersuchungszimmer, Besucher- und Personaltoiletten, Lagerräume sowie verwaltungstechnische Räume - etwa für die Anmeldung und die Aufklärung der Testpersonen. "Ein Wege- und Ablaufsystem, streng getrennt von den öffentlichen Verwaltungsabläufen war Bedingung zur Einrichtung in diesem Objekt", heißt es weiter.

Welche Test-Kapazität hat das Center?

Hierzu bleibt die Antwort des Landkreises vage. Die Behörde nennt keine konkreten Zahlen von durchführbaren Tests pro Stunde oder Tag. "Aus der Erfahrung vom Wochenende können wir sagen, dass etwa 10 bis 15 Minuten pro Testung notwendig sind", heißt es, und: "Ziel war die Prozessorganisation von Aufnahme bis Abstrich so zu optimieren, dass eine hohe Fallmenge geleistet werden kann."

Warum wurde das Center in Löbau eingerichtet?

Löbau sei als "zentraler Ort im Landkreis Görlitz" ausgewählt worden, so die Behörde. Allerdings seien auch "mobile Abstrich-Teams" weiterhin im Einsatz und könnten im Falle eines Ausbruchsgeschehens dezentral Abstriche vornehmen. Das Testzentrum wird während der pandemischen Lage zur Verfügung stehen. Für die Bereitstellung des Testzentrums seien bisher Sachkosten von 20.000 Euro angefallen. 

Warum müssen Menschen so lange Schlange stehen?

Bei der ersten Nutzung am vergangenen Sonnabend waren rund 300 Personen vom Gesundheitsamt zum Test geladen worden. Die Menschen mussten stundenlang warten. Die Schlange reichte bis weit auf die Straße. "Das Gesundheitsamt hatte für die Testung am vergangenen Sonnabend eine Vorlaufzeit von wenigen Stunden seit Bekanntwerden der positiven Testergebnisse am Freitagvormittag, der umfangreichen Kontaktermittlung sowie dem notwendigen Ziel alle über 200 Verdachtsfälle noch am Sonnabend zu testen", teilt das Amt dazu mit. Man habe "klassenweise" Termine vergeben wollen, um einen unkontrollierten Ansturm zu verhindern. "Hier werden wir als Landkreisverwaltung nachsteuern", erklärt die Behörde, und:  "Wir bitten jedoch um Verständnis, dass bei aller Planungsoptimierung ein „Warten“ gänzlich nicht ausgeschlossen werden kann, da der Ablauf von vielen Faktoren bestimmt wird, auch von einem längeren Gespräch, um Ängste und Unsicherheiten der Testperson nehmen zu können."

Wie sollen lange Wartezeiten künftig vermieden werden?

Die Testsituation am Sonnabend sei nach einem positiven Befund einer Schülerin an einer Grundschule mit insgesamt 188 Kindern und dem dazugehörigen Lehrerpersonal entstanden, erklärt die Behörde. "Zunächst gilt es, weitere Infektionsherde zu vermeiden, um einen reibungslosen Schulbetrieb auch weiterhin gewährleisten zu können." Somit habe die Behörde entschieden, diese Tests schnellstmöglich zu vollziehen. "Im Ergebnis waren die gesamten Tests am Folgetag schon ausgewertet und die Organisation des Schulbetriebes konnte für den Montag vorbereitet werden", heißt es. Künftig würden weitere Parkplätze zur Verfügung gestellt. Auch eine Aufstockung des Sicherheitspersonals am Testzentrum sei vorgesehen. Weitere konkrete Maßnahmen: "Die internen Abläufe werden weiter optimiert, wie beispielsweise zusätzliche Arbeitsplätze zur Datenaufnahme, weitere Kartenlesegeräte, eine Aufstockung und intensive Aufgabenschulung für das Sicherheitspersonal sowie eine Terminkoordinierung, um Wartezeiten generell zu verkürzen", schreibt der Landkreis.

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