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Corona: Laborkapazitäten reichen nicht

Im Kreis Görlitz wird nun nicht mehr jede enge Kontaktperson getestet. Die 150 Tests für das Gesundheitsamt sind nicht ausreichend.

Symbolfoto
Symbolfoto © Archiv/Marius Becker/dpa

Das Spitzentreffen bei Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) brachte nicht den erhofften Durchbruch. Landrat Bernd Lange (CDU) wollte dabei vergangene Woche erreichen, dass das Gesundheitsamt des Kreises mehr als täglich 150 Corona-Tests auswerten lassen kann. Angesichts der Infektionsfälle reichte das mitunter schon Anfang vergangener Woche nicht aus, nach dem raschen Anstieg übers Wochenende erst recht nicht. Dadurch kommt es aber zur Verzögerung bei der Nachverfolgung.

Lange sprach deswegen von einer Kapazität von 200 bis 250 Tests, die nötig seien für Kontaktpersonen.  Bislang kann der Kreis täglich 100 Tests bei der Landesuntersuchungsanstalt in Dresden und 50 bei dem Medizinischen Labor Ostsachsen in Görlitz einreichen, mehr gibt deren Kapazität nicht her. 

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Schon vor dem Wochenende reagierte der Kreis auf diesen Engpass und testete nicht mehr alle engen Kontaktpersonen. Das bestätigt Kreissprecherin Julia Bjar auf Nachfrage von SZ und sächsische.de. 

Derzeit konzentriert sich das Gesundheitsamt bei den Tests daher auf die Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur. Dazu zählen Gemeinschaftseinrichtungen, wie etwa Pflegeheime und Krankenhäuser. Auch Kontaktpersonen mit Symptomen werden getestet. Das heißt: Ist in einer Familie oder in einem Haushalt eine Person Corona-positiv, werden nur noch die engen Angehörigen getestet, die in solchen Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten. Weitere Familienmitglieder bekommen den PCR-Test nur dann, wenn sie Krankheitssymptome entwickeln. „Es gilt allerdings auch bei Nicht-Getesteten in solchen Fällen die Quarantänepflicht“, erklärt Julia Bjar. Wie lange jemand in Quarantäne muss und ob im Einzelfall doch ein Test erfolgen muss, entscheide das Gesundheitsamt.

Aktuell sind circa 300 Mitarbeiter der Landkreisverwaltung in die Bewältigung der Corona-Pandemie eingebunden. Zudem wird der Landkreis Görlitz derzeit von 20 Bundeswehrsoldaten aus Gera unterstützt.  Gegenwärtig sei die Nachvollziehbarkeit der Infektionsketten gegeben, so Julia Bjar.

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Die meisten Tests führen Hausärzte durch. Das Medizinische Labor Ostsachsen gab jüngst an, wöchentlich 3.000 Tests für die Landkreise Bautzen und Görlitz auszuwerten. Daran ändert sich auch nichts. Wieviele Tests tatsächlich im Landkreis Görlitz von Hausärzten und Gesundheitsamt ausgewertet werden, ist nicht bekannt. Zwar gibt es eine Meldepflicht für Tests, sie wurde aber vom Robert-Koch-Institut ausgesetzt, weil sie technisch derzeit nicht umzusetzen geht. Dagegen gibt es eine Meldepflicht für positive Corona-Tests an die Gesundheitsämter, die in Sachsen diese Zahlen an die Landesuntersuchungsanstalt weitergeben. Von dort werden sie an das Robert-Koch-Institut in Berlin gemeldet.

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