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Corona: Spahn rät von Urlaub im Ausland ab

Menschen sollen für Tests mit dem Coronavirus infiziert werden, erneut über 2.000 Infektionen, Antikörpertest nun doch in Apotheken zu haben - unser Newsblog.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. © Frank Rumpenhorst/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt
  • Drosten: „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“
  • Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden
  • Diese Corona-Regeln gelten seit 1. September in Sachsen (SZ+)
  • Corona in Sachsen: 6.937 Infizierte (+82 zum Vortag), 228 Tote (+0), geschätzt 6.080 Genesene
  • Corona in Deutschland:  280.223 Infizierte (+ 2.153 zum Vortag), 9.443 Tote (+ 15), geschätzt 248.500 Genesene
  • Hier finden Sie Hilfe: Wichtige Telefonnummern zur Corona-Krise
  • Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus

11.58 Uhr: Moskau verzeichnet fast 50 Prozent mehr Infektionen

Die russischen Behörden melden 7212 Neuinfektionen und damit den höchsten Tagesanstieg seit dem 23. Juni. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle liegt damit bei über 1,136 Millionen. Allein in der Hauptstadt Moskau nahmen die bestätigten Ansteckungen um fast die Hälfte zu, sie stiegen auf 1560 von 1050 am Vortag. 108 weitere Menschen starben in Russland im Zusammenhang mit einer Infektion. Die Gesamtzahl der Toten liegt damit bei 20.056.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin verordnete eine Ausgangssperre für Senioren. Ab kommenden Montag sollten Einwohner über 65 Jahren zu Hause bleiben und so selten wie möglich Einkaufen gehen, erklärte Sobjanin am Freitag. Spaziergänge bleiben jedoch erlaubt. Die Arbeitgeber rief der Bürgermeister auf, ihren Angestellten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen.

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11.31 Uhr: Testergebnis nach 39 Minuten

Der Bund fördert einen neuen Corona-Schnelltest, bei dem in 39 Minuten ein Ergebnis vorliegen soll. "Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben", erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Freitag in Berlin. Es geht um einen neuen so genannten PCR-basierten Impfstoff, den die Firma Bosch entwickelt hat. Für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), auf der dieser Test beruht, werden Abstriche aus Mund, Rachen oder Nase oder Bronchien genommen und chemisch untersucht.

An einer weiteren Beschleunigung des neuen Tests wird nach Angaben des Ministeriums bereits gearbeitet. Der Test ermöglicht den dezentralen Einsatz vor Ort, ohne Probentransport zu Speziallabors.

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10.54 Uhr: 1,1 Millionen Jobs in Luftverkehrswirtschaft bedroht

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Flughäfen spitzt sich nach Einschätzung ihres Verbandes ADV weiter zu. Die Betreiber rechnen auch für die kommenden Jahre mit hohen Verlusten, wie Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Freitag in Berlin anlässlich des Welttourismustages erklärte. Für die Flughäfen setze sich der Lockdown faktisch fort, wenn weiterhin nur rund 20 Prozent der Vorjahrespassagiere unterwegs seien. Jeder zweite der rund 1,1 Millionen Jobs in der deutschen Luftverkehrswirtschaft sei bedroht.

10.16 Uhr: „Maximale Alarmstufe“ für Marseille

Angesichts der Proteste gegen die Schließung von Restaurants und Bars will der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Freitag ein Krankenhaus in Marseille besuchen. In der südfranzösischen Hafenmetropole treffen neue Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen Corona auf Unverständnis und große Wut. In Frankreich wurde nach Behördenangaben vom Donnerstagabend mit 16.096 neuen Fällen ein Höchstwert erreicht. „Das Aufkommen von Covid-19 im gesamten Land ist beunruhigend“, warnte Regierungschef Jean Castex. Der Mitte-Rechtspolitiker kündigte neue Hilfen für Betriebe an, die von Schließungen betroffen sind. Frankreich registrierte in der Covid-19-Pandemie bisher über 31.500 Todesfälle.

Ressortchef Véran hatte angekündigt, dass für Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen worden sei. Das hat besondere Beschränkungen zur Folge. Es bedeutet, dass neben Bars und Restaurants auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen schließen müssen, sofern sie kein „strenges Gesundheitsprotokoll“ haben. Theater und Kinos sind davon nicht betroffen.

Ärzte testen Patienten auf das Coronavirus in einem mobilen Testzentrum in Marseille.
Ärzte testen Patienten auf das Coronavirus in einem mobilen Testzentrum in Marseille. © Daniel Cole/ap/dpa

9.35 Uhr: 2000 Mensch in Hamm nach Hochzeit in Quarantäne

Zur Eindämmung der Corona-Welle in Hamm hat die Stadt schon drei private Feiern untersagt. Es handele sich um zwei Junggesellinnenabschiede und eine Verlobungsfeier, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grundlage der Untersagung sind die Bestimmungen einer neuen Allgemeinverfügung der Stadt. Sie war nach dem starken Anstieg der Fallzahlen infolge einer Großhochzeit Anfang der Woche in Kraft gesetzt worden. Die Verfügung sieht für private Feiern mit 51 bis 150 Teilnehmern eine Genehmigungspflicht vor. Feiern mit 25 bis 50 Teilnehmern müssen angezeigt werden. Laut Hunsteger-Petermann lagen bis Donnerstagmittag bereits mehr als 70 Anträge und Anzeigen vor.

Als Auslöser der dortigen Corona-Welle mit derzeit knapp 200 Infizierten gilt eine Großhochzeit und damit verbundene weitere Feste, die Anfang September in Hamm und Dortmund und eine Woche später in Werl stattgefunden hatten. Laut einem Stadtsprecher war auch das Hochzeitspaar infiziert.

In Hamm befanden sich am Donnerstag nach Angaben des Stadtsprechers knapp 2000 Menschen in Quarantäne. Deren Einhaltung kontrolliere die Stadt etwa mit Anrufen auf dem Festnetz. „Mir ist bisher nicht bekannt, dass sich jemand nicht daran hält“, so Hunsteger-Petermann. 

8.59 Uhr: Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender Corona-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". In den Reisehinweisen der Regierung für Risikogebiete heiße es, man solle auf "unnötige Reisen" verzichten und das seien nun mal Urlaubsreisen.

Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. "Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen", sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

8.28 Uhr: Heil: Missbrauch von Kurzarbeitergeld ist eine "Sauerei"

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat den Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise verurteilt. "Jede Form von Leistungsmissbrauch ist natürlich eine Sauerei, um das mal klar zu sagen, weil es unsolidarisch ist gegenüber denen, die die Hilfe brauchen", sagte der SPD-Politiker dem Bayerischen Rundfunk am Freitag. Nach Angaben der Bundesregierung ist durch Leistungsmissbrauch von Kurzarbeitergeld in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden.

Gleichzeitig sagte Heil, man könnte nicht von einem massenhaften Missbrauch sprechen. Hinweisen der Bundesagentur für Arbeit zufolge gebe es bei rund 2.100 Unternehmen einen Verdacht auf Missbrauch. "Wenn man aber dagegen stellt, dass wir insgesamt 6,3 Millionen Menschen insgesamt in Kurzarbeit haben, ist das ein relativ kleiner Prozentsatz", sagte Heil. Er liege ungefähr bei 0,3 Prozent. "Jeder ist zu viel, und deshalb geht die Bundesagentur der Sache auch nach mit Plausibilitätsprüfungen, mit Kontrollen, um dann auch zu Unrecht ausgezahltes Geld zurückzuverlangen. Das werden wir mit Macht auch durchsetzen."

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales © Bernd von Jutrczenka/dpa (Archiv)

7.47 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen schnellt in Israel auf Rekordwert

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel erstmals die Marke von 7.500 Fällen überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag unmittelbar vor Beginn eines verschärften landesweiten Lockdowns mitteilte, wurden am Vortag 7.527 neue Infektionen registriert. Der bisherige Rekordwert stammt mit 7.131 Fällen vom Mittwoch. Vor fast genau vier Monaten, am 23. Mai, waren in Israel lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden. Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel, dort wurden zuletzt 2.153 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert.

Am Freitagnachmittag sollte in Israel eine Verschärfung des seit einer Woche geltenden Lockdowns in Kraft treten. Die Bevölkerung muss sich dann mit weiteren Einschränkungen arrangieren. So ist es nur noch Menschen aus Berufen, die als systemrelevant gelten, erlaubt, ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. Der öffentliche Nahverkehr wird eingeschränkt. Nur in Ausnahmefällen dürfen sich die Menschen weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause bewegen. Die Regierung will mit dem Lockdown eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

7.16 Uhr: Rio verschiebt weltberühmten Karneval

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschiebt wegen der Corona-Pandemie den weltberühmten Karneval. Ein neuer Termin hängt laut dem Verband der Sambaschulen davon ab, wann es eine Impfkampagne geben wird, wie das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstagabend berichtete. Eigentlich sollte der Karneval in Rio im Februar stattfinden. "Angesichts all dieser Unsicherheit, dieser Instabilität (...) sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Veranstaltung verschoben werden muss2, sagte Verbandspräsident Jorge Castanheira.

Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen (über 4,5 Millionen). Mehr als 139.000 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Nach Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro registrierte die Stadt Rio bis Donnerstag offiziell knapp 100.000 Infizierte, mehr als 10.000 Patienten sind bislang gestorben.

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschiebt wegen der Corona-Pandemie den weltberühmten Karneval.
Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschiebt wegen der Corona-Pandemie den weltberühmten Karneval. © Fabio Teixeira/ZUMA Wire/dpa (Archiv)

6.39 Uhr: Industrie fordert "Beschränkungen mit Augenmaß"

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, hat angesichts steigender Infektionszahlen davor gewarnt, dass weiter Produktions- und Geschäftsausfälle Unternehmen in ihrer Existenz gefährden und die Politik zu "Beschränkungen mit Augenmaß" aufgerufen. "Steigende Infektionszahlen machen natürlich auch den Unternehmen Sorge", sagte Schweitzer der "Rheinischen Post". Viele Betriebe stünden schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen hätten seit März tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen.

"Ausbleibende Umsätze sorgen vielfach weiterhin für Finanzierungsprobleme", betonte Schweitzer. Das gelte für besonders betroffene Branchen wie Veranstalter oder Messebauer, aber auch für Betriebe im stationären Einzelhandel oder in der Industrie, die unter Nachfrageeinbrüchen litten. Schweitzer warnte davor, dass weitere Produktions- und Geschäftsausfälle Unternehmen in ihrer Existenz gefährden könnten.

6.04 Uhr: Absichtliche Corona-Infektionen für Impfstoff-Tests geplant

In London sollen einem Bericht zufolge Menschen für Impfstoff-Tests absichtlich mit dem Coronavirus infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben, wie die "Financial Times" unter Berufung auf Projektbeteiligte schreibt. Man arbeite mit Partnern zusammen, um mithilfe von "Human Challenge"-Tests die Entwicklung von Impfstoffen zu beschleunigen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur in London.

"Human Challenge Trials" - so lautet der englischsprachige Fachbegriff - haben den Vorteil, dass die Wirksamkeit eines Impfstoff unmittelbar festgestellt werden kann. Im Gegensatz dazu sieht das übliche Verfahren vor, oft Zehntausende Menschen zu impfen und dann zu schauen, ob sich weniger Menschen auf natürliche Weise infizieren als in einer ungeimpften Kontrollgruppe. Die Tests sind unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere äußern ethische Bedenken und verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Das federführend von dem Londoner Imperial College geleitete Projekt soll in der kommenden Woche offiziell vorgestellt werden und im Januar beginnen. Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um die ersten Versuche dieser Art weltweit. Über die US-amerikanische Organisation 1DaySooner, die sich für solche sogenannten Challenge-Studien am Menschen stark macht, sollen sich bereits rund 2.000 Freiwillige für das Projekt gefunden haben. Bislang waren Pläne für solche Tests vor allem theoretischer Natur.

5.35 Uhr: 2.153 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages

Die Zahl der neuen registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt weiterhin über der Schwelle von 2.000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.153 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2.297 neuen bekannten Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings lag damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger. Am Donnerstag hatte die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle bei 2.143 gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen mindestens 280.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 25.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.443. Das sind 15 mehr als am Vortag. Rund 248.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Donnerstag bei 0,78 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI einen Sieben-Tage-R-Wert an, der weniger tagesaktuellen Schwankungen unterliegt. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen und lag zuletzt bei 0,97 (Vortag: 0,95).

Freitag, 5.15 Uhr: Weltärztebund-Chef: Fußball genießt "offenbar Narrenfreiheit"

Frank Ulrich Montgomery, der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, hat die Austragung des Supercup-Finales des FC Bayern München gegen den FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest scharf kritisiert. "Der Fußball scheint offenbar Narrenfreiheit zu genießen. Das ist kontraproduktiv und ein falsches Signal", sagte Montgomery am Donnerstagabend der "Passauer Neuen Presse".

"Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ihre Ferien im Ausland verbringen können, aber Bosse und Spieler des FC Bayern in Hochrisikogebiete fliegen, ist das ein verheerendes Zeichen", kritisierte der 68 Jahre alte Montgomery. Wenn Funktionäre und Spieler soziale Verantwortung übernehmen wollten, sollten sie nicht nur an ihre Portemonnaies und die Einnahmen aus Spielen denken, sagte der Chef des Weltärztebundes.

Die Partie, die von den Bayern mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen wurde, wurde trotz hoher Infektionszahlen im Corona-Risikogebiet Budapest vor Publikum ausgetragen. Die UEFA sprach als Veranstalter noch am Donnerstag von einem "Testballon". Nach Angaben des europäischen Verbandes wurden 15.500 Karten verkauft.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

22.00 Uhr: Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.
"Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

21.47 Uhr: Libanon meldet höchste Zahl von Neuinfektionen an einem Tag

Der Libanon hat die höchste Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem einzigen Tag seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das Gesundheitsministerium des Landes im Nahen Osten meldete am Donnerstag 1.027 neue Fälle. Laut Ministerium sind 21 der Fälle von Einreisenden aus dem Ausland eingeschleppt worden. Damit stieg die Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle seit dem 21. Februar auf 32 819. Bisher wurden im Libanon 329 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung registriert.

21.19 Uhr: "Nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich für eine neue Art der Risikobewertung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt" (Freitag).
Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse.

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. © dpa

"Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet", sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein "Ampel"-System ausspricht. Als Beispiel nennt der Rat Österreich.
Dem Rat gehört auch der Virologe Hendrik Streeck an, der vor einigen Tagen ebenfalls für einen Strategiewechsel plädiert und davor gewarnt hatte, bei der Bewertung der Situation nur auf die reinen Infektionszahlen zu schauen.

20.48 Uhr: Spanien übertrifft die Marke von 700.000 Corona-Infektionen

Der Corona-Hotspot Spanien hat als erstes Land Westeuropas die Marke von 700.000 registrierten Infektionen gebrochen. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldete am Donnerstagabend 10.653 neue Ansteckungen, wodurch die Gesamtzahl der Fälle auf mehr als 704.000 kletterte. Hinter Spanien folgt mit weitem Abstand Frankreich mit rund 520.000 Infektionen vor Großbritannien (gut 410.000) und Italien (gut 300.000). In Deutschland wurden bisher rund 280.000 Fälle gezählt.
Die Zahl der Bürger, die mit Covid-19 starben, lag am Donnerstag in Spanien nach amtlichen Angaben bei über 31.000. Hier liegt Spanien allerdings deutlich hinter Großbritannien (rund 42.000) und Italien (knapp 36.000) und etwa gleichauf mit Frankreich.

20.04 Uhr: Merkel wirbt für transparentes Vorgehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ein transparentes Vorgehen der Regierungen in der Corona-Krise geworben. "Unser politisches Handeln basiert auf Forschung und auf Fakten, die verständlich und nachvollziehbar vermittelt werden müssen, um Desinformation, Verschwörungstheorien und fatale Rückschlüsse daraus entgegen zu wirken", sagte Merkel (CDU) am Donnerstag in einer Video-Ansprache bei einem virtuellen Gipfel der "Open Government Partnership" für transparente Regierungsführung, einer Nebenveranstaltung der momentan stattfindenden UN-Generaldebatte in New York.
Bei jeder staatlichen Maßnahme zum Schutz vor der Pandemie müsse abgewogen werden, ob sie zielführend und verhältnismäßig sei und ob es bessere Maßnahmen gebe. "Und zeitweilige pandemiebedingte Einschränkungen unseres Lebens müssen sehr gut begründet sein", sagte Merkel weiter. Die Bundeskanzlerin betonte dabei auch die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit. Globale Aufgaben ließen sich nur global lösen. Es gelte, multilaterale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO zu stärken.

19.33 Uhr: Höchster Stand an Neuinfektionen in Großbritannien

Mit 6.634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt. 40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40.000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

18.55 Uhr: Kein Corona-Fall nach Dynamos Pokalspiel

Die bisher größte Zuschauer-Kulisse bei einem Fußballspiel in Deutschland in Zeiten von Corona blieb folgenlos. Offiziell 10.053 Fans hatten Dynamos 4:1-Sieg am 14. September im Rudolf-Harbig-Stadion gegen den Hamburger SV gesehen. „Bis jetzt gibt es keinen gemeldeten Corona-Fall aus Dresden oder der Region, der im Zusammenhang mit dem Pokalspiel steht“, erklärte Angelika Starke, Mitarbeiterin im Gesundheitsamt der Stadt, auf Anfrage von Sächsische.de. Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

So leer ist der K-Block selten. Nur einige hundert Fans waren es gegen den HSV. Schrittweise sollen es mehr werden.
So leer ist der K-Block selten. Nur einige hundert Fans waren es gegen den HSV. Schrittweise sollen es mehr werden. © dpa/Robert Michael

18.38 Uhr: Pariser Krankenhäuser reduzieren Operationen

Wegen der angespannten Corona-Lage wollen die Pariser Krankenhäuser die Zahl der Operationen notfalls reduzieren. Die Entscheidungen werden von Fall zu Fall auf den betroffenen Stationen getroffen, wie der Pariser Krankenhausverbund am Donnerstag mitteilte. Damit präzisierte der Verbund Angaben des Vizedirektors François Crémieux, den die Nachrichtenagentur AFP zitiert hatte. Dieser hatte demnach den Eindruck erweckt, es solle eine pauschale Kürzung der Operationen um etwa ein Fünftel geben. Der Verbund betonte außerdem, dass die aktuelle Situation nicht mit der im März vergleichbar sei.

18.03 Uhr: Neuinfektionen nehmen in Sachsen zu

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen im Freistaat deutlicher zu. Laut der vom Gesundheitsministerium laufend geführten Statistik stieg die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb von 24 Stunden um 82. Mit 24 wurden wie schon am Vortag die meisten davon im Erzgebirgskreis registriert. Nach Angaben vom Donnerstag haben sich bisher seit Beginn der Pandemie 6.937 Menschen nachweislich mit Covid-19 infiziert. Die Zahl der im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorbenen Menschen liegt unverändert bei 228. Schätzungen zufolge sind inzwischen 6.080 Infizierte wieder genesen.

17.55 Uhr: Immer mehr Corona-Fälle im Nordwesten Syriens 

Die Zahl der Corona-Fälle in den syrischen Rebellengebieten im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist stark gestiegen. Bis Anfang dieser Woche seien in der Region um die Stadt Idlib 640 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit. Das seien zehn mal mehr Fälle als einen Monat zuvor. Wegen der wenigen Tests könnte die tatsächliche Zahl noch weit höher liegen. Bei rund einem Drittel der Infizierten handele es sich um Mitarbeiter im Gesundheitswesen, erklärte MSF weiter.

17.10 Uhr: Antikörpertests dürfen in sächsische Apotheken verkauft werden

Im Freistaat Sachsen darf nach langem Hin und Her der Coronavirus-Antikörpertest "AProof" freiverkäuflich, auch über Apotheken, abgegeben werden. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit. Nachdem es Anfang September hieß, der in Leipzig entwickelte Test könne in Apotheken erworben werden, ruderte der Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zurück. „Wir können diese Tests nicht verkaufen, weil wir juristisch ein Verbot haben“, sagte Mathias Arnold vor wenigen Wochen dem MDR.

Wie das Sozialministerium jetzt mitteilt, musste durch die Landesdirektion Sachsen  noch eine Bewertung erfolgen, damit für medizinische Laien ein sicherer Umgang mit dem Antikörpertest sichergestellt werden kann. "Nach intensiver Abwägung und Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen können wir nunmehr grünes Licht für die Abgabe der Tests durch sächsische Apotheken geben", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping. Alles zu dem Test - wie er funktioniert und was er kosten sollen, lesen Sie hier.

16.45 Uhr: Neue Corona-Quarantäneverordnung für Einreisen ab 15. Oktober

Zeitgleich mit einer für den 15. Oktober geplanten Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen sollen die Bundesländer neue Quarantäne-Regeln beschließen. Anmelden muss sich über das neue Online-Portal demnach nur, wer sich vorher in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat.
Die neue Teststrategie für Einreisende "wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Hierfür erarbeitete das Ministerium gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden müsse.
Nach dpa-Informationen erhält, wer seine Angaben in dem Portal eingibt, eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle - etwa am Flughafen durch die Bundespolizei - vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

16.15 Uhr: Dresdens OB Hilbert: "Mit blauem Auge durch die Corona-Krise

Haushaltspläne sorgen immer für Diskussionen und Verteilungskämpfe. Der Dresdner Plan für 2021/2022 wohl insbesondere. Denn es ist der erste seit dem Beginn der Corona-Krise. Einbrechende Steuereinnahmen und immense Mehrkosten müssen einberechnet werden. Wofür dann noch Geld bleibt - ein Überblick.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat seinen Vorschlag für den Finanzplan 2021/2022 eingebracht.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat seinen Vorschlag für den Finanzplan 2021/2022 eingebracht. © Christian Juppe

15.45 Uhr: Corona-Fall an Oberschule in Mittelsachsen

Erneut hat es im Landkreis Mittelsachsen einen Corona-Fall an einer Schule gegeben. Wie das Landratsamt bestätigte, ist ein Neuntklässler aus der Oberschule in Hainichen positiv getestet worden. Nach Angaben der Schule befänden sich die Mitschüler der Klasse sowie die Fachlehrer, die bei dieser unterrichtet hatten, in 14-tägiger Quarantäne.

15.39 Uhr: Bali will mit 4.400 Influencern Tourismus ankurbeln

Trotz steigender Corona-Fallzahlen will Indonesiens Urlauberinsel Bali mithilfe von 4.400 Influencern wieder Touristen anlocken. Von Oktober bis November sollen sie kostenlos auf der Insel reisen und im Rahmen der Kampagne mit dem Titel "We love Bali" in sozialen Medien von ihren Erfahrungen berichten, teilte die örtliche Tourismusbehörde mit. Ausländische Besucher dürfen voraussichtlich bis Ende des Jahres nicht nach Indonesien einreisen.
Die Corona-Pandemie hat Balis Tourismusbranche schwer zugesetzt. Rund 75.000 in dem Sektor tätige Menschen sind dort entlassen oder beurlaubt worden.

15.27 Uhr: UEFA erwartet für Supercup-Finale 15.500 Zuschauer

Die Europäische Fußball-Union UEFA hat für das Supercup-Finale des FC Bayern München gegen den FC Sevilla in Budapest 15.500 Karten verkauft. Das teilte die UEFA am Donnerstag mit. Der Verband wies in seiner Mitteilung auch auf die zu beachtenden Sicherheitsvorkehrungen hin. Dazu gehören das Tragen von Gesichtsschutzmasken, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, Warteschlangen an den Drehkreuzen und Wärmekameras zur Messung der Körpertemperatur an den Eingängen. Fans sollten sich zum Schutz der Gesundheit verantwortungsbewusst verhalten, hieß es von UEFA-Seite.

Die Austragung der Partie am heutigen Donnerstag zwischen Champions-League-Sieger FC Bayern und Europa-League-Gewinner FC Sevilla vor Zuschauern ist umstritten. Das Robert Koch-Institut hat Ungarns Hauptstadt als Risikogebiet eingestuft. Die UEFA verwies auf die reduzierte Anzahl von Fans, wodurch die Besucherzahl auf etwa ein Viertel der 60.000 Plätze im Stadion begrenzt wird. Zuletzt hieß es wiederholt, dass bis zu 30 Prozent der Plätze in der Puskas-Arena besetzt werden könnten. Zahlreiche Bayern-Fans hatten in den vergangenen Tagen ihre Bestellungen storniert.

Blick in die nahezu leere Puskas Arena.
Blick in die nahezu leere Puskas Arena. © Tibor Illyes/MTI/dpa (Archiv)

15.16 Uhr: Trotz Masken-Boom: 20 Prozent Einbußen in der Ost-Textilbranche

Die ostdeutsche Textilindustrie kämpft mit den Folgen der Krise: Der Branchenumsatz ist in den ersten acht Monaten 2020 Corona-bedingt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent eingebrochen, schätzt der Branchenverband vti (Nord-Ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie). Die starke Nachfrage nach Mund-Nasen-Masken im Frühjahr habe zwar kurzfristig geholfen, der Boom sei aber auch schnell wieder vorbei gewesen. "Besonders stark betroffen sind Zulieferer für den Fahrzeug-, Schiff- und Flugzeugbau", sagte vti-Vorstandsvorsitzender Thomas Lindner bei der Mitgliederversammlung des Verbands am Donnerstag in Crimmitschau. Hart getroffen habe es auch Mode- und Bekleidungsproduzenten. In diesem Segment liegt das Umsatzminus demnach sogar bei 36 Prozent. 

Eine Mitarbeiterin einer Textilforma sortiert gerade genähten Mundschutzmasken.
Eine Mitarbeiterin einer Textilforma sortiert gerade genähten Mundschutzmasken. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

15 Uhr: Werbeeinnahmen der ARD um zehn Prozent eingebrochen

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Werbeeinahmen der ARD um etwas mehr als zehn Prozent zurückgegangen. Das teilte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow am Donnerstag nach der Sitzung der Intendantinnen und Intendanten in Berlin mit. Es bleibe offen, ob die Einnahmen noch nachgeholt werden können, sagte Buhrow. Aufgrund der Corona-Pandemie waren zahlreiche Sportveranstaltungen, darunter die Fußball-Europameisterschaft und die Olympiade, ins kommende Jahr verschoben worden. In Bezug auf die Beitragseinnahmen aus den Haushalten und Firmen könne er keine konkreten Zahlen nennen, sagte Buhrow. Die Maßnahmen der Regierung hätten allerdings gewisse finanzielle Einbußen abfedern können.

14.41 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Beleidigung von Spahn

Nach lautstarken Beschimpfungen gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einem Wahlkampftermin in Bergisch Gladbach ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen einen 39-Jährigen wegen Beleidigung. Spahn habe Strafantrag wegen des Vorfalls vom 29. August gestellt, sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Der 39-Jährige soll den Minister als "schwule Sau" bezeichnet haben. Dem Mann bekomme nun Gelegenheit sich zu dem Vorwurf zu äußern, ehe über eine mögliche Anklage entschieden wird. Spahn war von Demonstranten angefeindet und ausgepfiffen worden, die offenbar mit der Corona-Politik der Bundesregierung nicht einverstanden waren. 

14.30 Uhr: Missbrauch von Kurzarbeitergeld kostet Millionen 

Durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise ist nach Angaben der Bundesregierung in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden. Von März bis einschließlich August dieses Jahres seien bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2.100 Fälle erfasst worden, die auf möglichen Leistungsmissbrauch beim Kurzarbeitergeld hindeuteten, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP im Bundestag. "Ein konkreter Verdacht auf Leistungsmissbrauch liegt aktuell in 21 Fällen vor", so das Sozialministerium. Sie seien den Strafverfolgungsbehörden übergeben worden. Bislang sei ein finanzieller Schaden von etwa 6,3 Millionen Euro bekannt geworden.

Die BA verfüge seit März über eine systematische Erfassung von Missbrauchsfällen. Mit der Bearbeitung und Überprüfung von Fällen beim Kurzarbeitergeld seien bundesweit mehr als 6.000 Personen beschäftigt. Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, sagte: "Die schnelle Auszahlung und die darauffolgende personelle Aufstockung zur Vermeidung von Missbrauch waren zu Beginn der Krise die richtige Entscheidung." Jetzt müssten die Mitarbeiter, die aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und Dienststellen zusammengezogen worden seien, aber nachhaltig geschult werden, um Missbrauch aufzudecken und präventiv zu verhindern. 

Sechs Millionen Euro Schaden ist durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld entstanden.
Sechs Millionen Euro Schaden ist durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld entstanden. ©  Archiv/dpa

14.14 Uhr: Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1.136 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 183 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Warschau (149) und Pommern im Westen (143) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er betrug 1.002 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 82.809 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.369 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. 

14.07 Uhr: Berliner Bode- und Pergamonmuseum öffnen - Museumsinsel komplett

Mit dem Bode- und dem Pergamonmuseum sollen nach den coronabedingten Schließungen nun auch die letzten beiden Häuser der Berliner Museumsinsel öffnen. Beide Museen sollen vom 3. Oktober an wieder für Publikum zugänglich sein, wie die Staatlichen Museen zu Berlin am Donnerstag mitteilten. Alle Museen waren Mitte März geschlossen worden, seit Mitte Mai hatten einzelne Häuser nach und nach wieder Besucher eingelassen.

Zum Bode-Museum gehört die Skulpturensammlung mit Meisterwerken der europäischen Plastik, das Museum für Byzantinische Kunst sowie das Münzkabinett. Hinzu kommen aktuelle Präsentationen. Im Pergamonmuseum sind wegen der Sanierungsarbeiten weite Teile verschlossen, darunter auch die Rekonstruktion des Altars aus Pergamon mit den originalen Friesen. Zum Pergamonmuseum gehören das Vorderasiatische Museum, das Museum für Islamische Kunst und die Antikensammlung. 

Das Bodemuseum auf der Berliner Museumsinsel öffnet am 3. Oktober wieder.
Das Bodemuseum auf der Berliner Museumsinsel öffnet am 3. Oktober wieder. © Paul Zinken/dpa

13.40 Uhr: Mehr als 25.000 Corona-Tote im Iran

Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Toten im Iran ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf über 25.000 gestiegen. Allein in den letzten 30 Tagen starben fast 5.000 mit Sars-CoV-2 infizierte Patienten. Im gleichen Zeitraum gab es über 80.000 Neuinfektionen. Am Donnerstag lag die Zahl erfasster Todesfälle bei 25.015, die der bisher gemeldeten Infizierten bei 436.319, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen sagte.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Beginn einer "dritten Welle" der Pandemie im Iran nur noch eine Frage der Zeit. Sie könnte nach Einschätzung von Gesundheitsexperten noch weitaus schlimmer werden als die ersten beiden. Kritische Engpässe bei der medizinischen Versorgung infizierter Patienten seien möglich. Besonders schlimm ist die Lage derzeit in den Großstädten, vor allem in der Hauptstadt Teheran mit seinen über 13 Millionen Einwohnern.

13.17 Uhr: Teilnehmer für Studie zu deutschen Corona-Spürhunden gesucht

Während in Helsinki und Dubai bereits Corona-Spürhunde am Flughafen im Einsatz sind, wollen deutsche Wissenschaftler die Fähigkeit der Tiere zunächst noch weiter erforschen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) sucht dafür mit Corona infizierte Freiwillige mit und ohne Symptome sowie Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Mit ihren Speichelproben soll unter anderem herausgefunden werden, ob die speziell geschulten Spürhunde das Virus Sars-CoV-2 auch von anderen Coronaviren unterscheiden können. Im Juli veröffentlichte ein Forscherteam unter Leitung der TiHo eine Studie, für die Spürhunde der Bundeswehr auf das neuartige Coronavirus trainiert worden waren. Bereits nach einem einwöchigen Training konnten die Hunde unter 1.012 Proben 94 Prozent korrekt identifizieren. 

Die Beagle Hündin Djaka findet mit ihrem Geruchssinn coronapositive Proben in der Tierärztliche Hochschule Hannover.
Die Beagle Hündin Djaka findet mit ihrem Geruchssinn coronapositive Proben in der Tierärztliche Hochschule Hannover. © Peter Steffen/dpa

13.05 Uhr: Festnahmen nach Millionen-Betrug mit Atemmasken

Nach einem internationalen Millionen-Betrug mit nicht existierenden Masken in der Corona-Krise haben die Ermittler in Bayern die Festnahme mehrerer Verdächtiger verkündet. In Nigeria seien im August die beiden mutmaßlichen Hinterleute gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Traunstein am Donnerstag mit. Zwei Männer seien in den Niederlanden im April festgenommen und im Juli zu zwei Jahren Freiheitsstrafe wegen Geldwäsche verurteilt worden. Die Masken sollten eigentlich nach Nordrhein-Westfalen gehen. Im März hatten deutsche Behörden einen Geschäftsführer aus Traunstein von zwei Vertriebsfirmen mit der Besorgung von Masken im Wert von 15 Millionen Euro beauftragt. Mund-Nasen-Schutz war zu Beginn der Pandemie Mangelware.

Der Geschäftsmann sei von seinen angeblichen Geschäftspartnern aufgefordert worden, einen Vorschuss von 1,5 Millionen Euro auf ein irisches Konto zu bezahlen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nachdem er das getan habe, habe er 52 Lastwagen in die Niederlande geschickt, um die Masken abzuholen. Dort sei ihm gesagt worden, dass das Geld in Irland angeblich nicht angekommen wäre und dass er weitere 880.000 Euro auf ein niederländisches Konto zahlen müsste. Auch das tat er. Doch die dringend benötigten Masken wurden nicht geliefert. Der Mann erstattete Anzeige. 

12.53 Uhr: Madrid bittet im Anti-Corona-Kampf auch um Soldaten

Angesichts der dramatischen Zunahme der Corona-Infektionen in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung "dringend" Soldaten sowie zusätzliche Polizisten und Ärzte von außerhalb angefordert. Das Militär werde für logistische Aufgaben benötigt, die Polizisten sollten bei der Durchsetzung von Beschränkungen der Bewegungsfreiheit helfen. Und die Ärzte würden für die Behandlung von Erkrankten gebraucht, berichtete die Zeitung "El País" am Donnerstag unter Berufung auf die Regionalregierung.

Spanien ist mit knapp 700.000 Infizierten und mehr als 31.000 Corona-Toten das am härtesten von der Pandemie getroffene Land Westeuropas. Ein Drittel aller Infektionen der zweiten Welle entfallen derzeit auf Madrid. Seit Montag sind bereits 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland mit insgesamt etwa 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Allerdings dürfen die Menschen ihre Wohngebiete weiter verlassen, um in oft überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder etwa zu einer gerichtlichen Vorladung zu kommen, so dass Experten die Maßnahmen für wenig effizient halten.

12.38 Uhr: Corona-Zwangspause für Aschenbrödel-Schau in Moritzburg

Die traditionelle Winterausstellung zum Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" muss wegen Corona in dieser Saison pausieren. Wegen deren Architektur und der zu kleinen Räumlichkeiten ist nach Angaben vom Donnerstag ein funktionierendes Hygienekonzept mit einem positiven Besuchserlebnis unvereinbar. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen", sagte Schlossleiterin Dominique Fliegler. Man habe viele Möglichkeiten durchgespielt, aber sich letztlich zur Absage entschlossen. "Gönnen wir Aschenbrödel also eine kleine Pause und hoffen auf bessere Umstände für uns alle im Winter 2021/2022."

Seit der Premiere 2011 haben über eine Million Menschen die Schau auf Schloss Moritzburg bei Dresden besucht. Vor allem Ostdeutsche, die mit dem Kultfilm aufwuchsen, kommen in das barocke Jagdschloss nahe Dresden, aber auch Menschen aus Tschechien und Norwegen, wo es große Fangemeinden gibt. Das einstige Domizil von Sachsenfürst August der Starke (1670-1733) war ein Drehort der deutsch-tschechischen Koproduktion von 1972/1973. 

Eine Frau geht im Schloss Moritzburg durch die Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Wegen nicht einzuhaltender Corona-Regeln n den engen Räumen muss die jährliche Ausstellung diesmal apusieren.
Eine Frau geht im Schloss Moritzburg durch die Ausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Wegen nicht einzuhaltender Corona-Regeln n den engen Räumen muss die jährliche Ausstellung diesmal apusieren. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

12.26 Uhr: Großer Ärger in Marseille über neue Corona-Maßnahmen der Regierung

Die neuen strengen Maßnahmen der französischen Regierung im Kampf gegen Corona treffen in Marseille auf große Wut und Unverständnis. Dass Restaurants und Bars ab Samstag in der südfranzösischen Hafenmetropole komplett schließen müssten, sei ohne jede Absprache entschieden worden, sagte Bürgermeisterin Michèle Rubirola. Das Rathaus forderte ein zehntägiges Moratorium. Es solle erst abgewartet werden, wie sich die Corona-Lage in der Stadt weiterentwickelt.

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte angekündigt, dass für Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden sei. Das bedeutet neben der Schließung von Bars und Restaurants auch, dass alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen schließen müssen, sofern sie kein "strenges Gesundheitsprotokoll" haben. Theater und Kinos sind davon nicht betroffen. Diese Maßnahmen würden von Marseille als Affront empfunden, sagte der stellvertretende Bürgermeister Benoît Payan während einer Pressekonferenz. Der Präsident der Region, Renaud Muselier, kritisierte die Maßnahmen als "kollektive Bestrafung". Sie seien ungerecht und ungemessen. Die Corona-Lage in Marseille ist seit Wochen angespannt. 

12.14 Uhr: Lufthansa will Corona-Schnelltests für Fernreise-Passagiere anbieten

Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll, wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen. Die Luftverkehrsbranche sieht die Tests auch als Alternative zu den beispielsweise in Deutschland geplanten Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikogebieten.

Der Airlineverband IATA geht davon aus, dass Antigen-Tests zum Stückpreis unter zehn Euro erhältlich sein werden und innerhalb von 15 Minuten sichere Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei nicht nötig. IATA-Präsident Alexandre de Juniac hatte sich am Dienstag für eine Testpflicht auf sämtlichen Flügen ausgesprochen, wobei die Kosten von staatlicher Seite getragen werden sollten.

12 Uhr: Österreich will "Ski-Vergnügen ohne Après-Ski" in der Corona-Krise

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht mehr statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung am Donnerstag an. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammen. Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur drei Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Die Après-Ski-Regeln sind Teil eines Gesamtkonzepts für den Ski-Tourismus. So sei in Seilbahnen ein Abstand von einem Meter und Maskenpflicht vorgeschrieben, Skischulen sollten höchstens zehn Schüler pro Gruppe haben und die Durchmischung zwischen Gruppen verhindern, kündigte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) an. Außerdem sollen sich auch Skilehrer und Reisebegleiter zusätzlich zu Hotelmitarbeitern regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen. 

Damit das Ski-Vergnügen in Österreich stattfinden kann, müssen Touristen im kommenden Winter strenge Regeln einhalten.
Damit das Ski-Vergnügen in Österreich stattfinden kann, müssen Touristen im kommenden Winter strenge Regeln einhalten. ©  Archiv/dpa

11.48 Uhr: Wirtschaftsleistung in Sachsen um 6,5 Prozent geschrumpft

Die Corona-Krise hat tiefe Spuren in der sächsischen Wirtschaft hinterlassen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Damit liegt Sachsen etwa im Bundesdurchschnitt (minus 6,6 Prozent). Ausschlaggebend für die Entwicklung in Sachsen sei vor allem der Einbruch im produzierenden Gewerbe gewesen. Unter anderem hatten Automobilhersteller und Zulieferer Einbußen durch zeitweise geschlossene Werke.

11.34 Uhr: Corona-Krise vergrößert Sorgen um Verbraucherschutz

In der Corona-Krise wächst die Sorge um den Verbraucherschutz. Demnach sieht jeder fünfte Verbraucher (21 Prozent) seine Interessen "eher nicht gut" oder "gar nicht" geschützt, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vorgestellten Verbraucherreport 2020 hervorgeht. Besonders kritisch werde der Bereich "Internet und Digitalisierung" gesehen. Demnach empfinden 47 Prozent der Befragten ihre Interessen in diesem Bereich als nur unzureichend geschützt. Die meisten Beschwerden gebe es bei Online-Shopping (19 Prozent), Mobilfunk (18 Prozent) und bei Angeboten von Komplettpaketen mit Telefon, Mobilfunk, Internet und/oder Fernsehen (14 Prozent), erklärte der vzbz.

11.13 Uhr: Corona-Spürhunde starten am Flughafen von Helsinki

Am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki sollen Hunde helfen, Corona-Infizierte zu identifizieren. Wie der Flughafen mitteilte, wurden zehn Hunde trainiert, das Virus Sars-CoV-2 zu erschnüffeln. Vier von ihnen seien seit Mittwoch im Einsatz, hieß es auf der Facebook-Seite des Helsinki Airport. Es werde erwartet, dass die empfindlichen Nasen der Hunde die Identifizierung der mit dem Erreger infizierten Personen beschleunigten.

Nach vorläufigen Tests von Veterinärmedizinern der Universität Helsinki könnten Hunde das Virus mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit riechen, teilte der Flughafen mit. Dabei reiche ihnen eine viel kleinere Probe als für medizinische Tests erforderlich. Die Tiere könnten das Virus identifizieren, bevor sich Symptome der Erkrankung Covid-19 zeigten. In direkten Kontakt mit den Reisenden kommen die Vierbeiner nicht. Bei der Kontrolle wird mit einem Tuch über die Haut der Ankommenden gestrichen. Dieses Tuch wird dann in einem abgetrennten Raum dem Hund zum Schnüffeln gegeben. 

Die Spürhunde Valo (l) und E.T. stehen mit ihren Trainern hinter einer Absperrung am Flughafen Helsinki-Vantaa. Vier speziell ausgebildete Hunde sollen Corona-Infektionen bei Menschen erschnüffeln, noch bevor diese Symptome zeigten.
Die Spürhunde Valo (l) und E.T. stehen mit ihren Trainern hinter einer Absperrung am Flughafen Helsinki-Vantaa. Vier speziell ausgebildete Hunde sollen Corona-Infektionen bei Menschen erschnüffeln, noch bevor diese Symptome zeigten. © Antti Aimo-Koivisto/STT/Lehtikuva/dpa

11.01 Uhr: Ifo-Geschäftsklima hellt sich erneut auf

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im September erneut aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg gegenüber dem Vormonat um 0,9 Zähler auf 93,4 Punkte, wie das Ifo-Institut mitteilte. Es ist der fünfte Anstieg in Folge - nach einem drastischen Einbruch in der Corona-Krise. Analysten hatten allerdings mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 93,8 Punkte gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver und erwarteten eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. 

10.45 Uhr: Etwas weniger und kürzere Staus im Sommer

Corona hat im Reisesommer 2020 für freiere Fahrt auf den Straßen gesorgt. Der ADAC zählte an den 13 Sommerferien-Wochenenden insgesamt 58.400 Staus, wie er am Donnerstag in München mitteilte. Das sind 1.700 weniger als an den zwölf Ferienwochenenden des Vorjahres. In die Auswertung fließen jeweils Freitag bis Sonntag aller Wochenenden ein, an denen in mindestens einem Bundesland Sommerferien sind. Die Staus waren zudem kürzer: 2020 waren sie zusammen 98.400 Kilometer lang, das sind 33.400 weniger als vergangenes Jahr.

Allerdings war der Reisesommer zweigeteilt: Vor allem an den ersten Reisewochenenden Ende Juni und Anfang Juli sei wenig Verkehr mit rund einem Viertel weniger Staus gewesen, erklärte der ADAC. "Im Verlauf der weiteren Reisewochenenden bis zum 13. September scheint die Sorge vor Corona und den damit verbundenen Beschränkungen aber einer größeren Reiselust gewichen zu sein, denn die Stauzahlen lagen zeitweise sogar über denen von 2019." 

10.32 Uhr: Corona-App für England und Wales mit großer Verspätung gestartet

Eine Corona-App zur Nachverfolgung von Infektionsketten ist in England und Wales mit großer Verspätung gestartet. Die App des nationalen Gesundheitsdienstes NHS steht seit Donnerstag in den gängigen App Stores zum Herunterladen bereit. "Der heutige Launch ist ein wichtiger Schritt in unserem Kampf gegen diesen unsichtbaren Killer", sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. "Ich empfehle jedem, der kann, die App herunterzuladen, um sich selbst und seine Lieben zu schützen."

Auf der Isle of Wight und in einem Londoner Bezirk war ein vorherige Version der App bereits im Sommer getestet worden - was dann aber wegen technischer Probleme wieder gestoppt wurde. In etlichen europäischen Ländern sind ähnliche Apps bereits seit Monaten im Einsatz. Auch Schottland und Nordirland haben bereits eigene Systeme. 

Pendler gehen im Londoner Bahnhof Waterloo. In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen wieder schärfere Schutzmaßnahmen.
Pendler gehen im Londoner Bahnhof Waterloo. In Großbritannien gelten angesichts stark steigender Corona-Zahlen wieder schärfere Schutzmaßnahmen. © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

10.11 Uhr: Nach Partys: 2.500 Studenten an Schweizer Fachschule in Quarantäne

In der Schweiz muss ein ganzer Bachelor-Studiengang wegen rund einem Dutzend Corona-Infektionen in Quarantäne. Betroffen sind 2.500 Studentinnen und Studenten der renommierten Hotelfachschule EHL in Lausanne, wie die Behörden des Kantons Waadt mitteilten. Nach ersten Erkenntnissen hätten sich die Betroffenen bei Parties infiziert, die vor der Einführung strikterer Schutzmaßnahmen vergangene Woche noch abgehalten wurden. Der Unterricht soll online weitergeführt werden, wie die Direktion der Fachschule mitteilte. Die EHL gilt als eine der besten Hotelfachschulen und zieht Auszubildende aus aller Welt an. Die insgesamt 3.400 Studenten kommen aus mehr als 100 Ländern. 

9.50 Uhr: "Fridays For Future" wirbt um Verständnis für Klimastreik

Die "Fridays for Future"-Mitorganisatoren Carla Reemtsma und Nick Heubeck werben um Verständnis für die trotz Corona-Krise geplanten Großdemonstrationen am Freitag. Es sei eine schwere Entscheidung, inmitten der Pandemie zum Klimastreik aufzurufen, sagten Reemtsma und Heubeck der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Verantwortung zu übernehmen, bedeute für sie aber auch, nicht bis zum Ende der einen Krise warten zu können, um die andere anzugehen.

Die Brände in Kalifornien, die Überflutungen in Südostasien und das Schmelzen der Arktis machten derzeit eindrücklich die Folgen der Klimakrise deutlich, erklärten die beiden Aktivisten von "Fridays for Future"-Deutschland. Trotz dieser Bilder zeigten sich die politischen Entscheidungsträger jedoch "weiterhin handlungsunwillig", kritisierte Reemtsma. "Unsere Situation ist bizarr: Die Mächtigen haben keinen Willen und die Willigen keine Macht." 

9.16 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel bleiben hoch - Über 6.800 neue Fälle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt in Israel äußerst hoch. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagmorgen mitteilte, wurden am Vortag 6.808 neue Fälle registriert. Das ist nach den 6.995 Infektionen vom Dienstag der zweithöchste jemals verzeichnete Wert. Am Dienstag war zugleich die Marke von 200.000 bekannten Infektionen seit Ausbruch der Pandemie überschritten worden. Der Wert von 100.000 Fällen war in Israel erst am 20. August erreicht worden. Seit Freitag gilt in Israel ein mindestens dreiwöchiger Lockdown. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Verschärfung für zwei Wochen ab diesem Freitag angekündigt. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel, dort wurden zuletzt 2.143 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen. 

8.56 Uhr: Trotz Corona: Immobilienpreise steigen weiter

Trotz der Corona-Krise verteuern sich Wohnimmobilien in Deutschland weiter. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Preise im zweiten Quartal des Jahres mit 6,6 Prozent deutlich höher als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser um zwei Prozent. Der Anstieg ist sowohl in der Stadt als auch auf dem Land zu verzeichnen. Zunächst war vermutet worden, dass wegen der wirtschaftlichen Turbulenzen in der Corona-Krise die Preise fallen könnten. 

8.42 Uhr: Ärztevertreter halten Corona-Warn-App für wenig wirksam

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland schätzen Ärztevertreter die Wirksamkeit der Warn-App als äußerst gering ein. «Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen», sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert. Die App spiele «in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle.»

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte die App am Mittwoch 100 Tage nach ihrem Start als «große Erfolgsgeschichte» bezeichnet. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie öfter heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn haben fast 5.000 Nutzer eigene Kontakte damit gewarnt. Aus Teicherts Sicht wäre es hilfreich, wenn die App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer eine direkte Weitergabe von Warnhinweisen an das Gesundheitsamt zumindest freiwillig zulassen könnten. Damit würden die zuständigen Behörden «wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten zügig Maßnahmen ergreifen, um einen Corona-Ausbruch einzudämmen. 

8.26 Uhr: Teilnahme an Hauptversammlungen in Corona-Zeiten auf Rekord

Die Aktionäre der großen deutschen Börsenunternehmen beteiligen sich in der Corona-Krise an den jährlichen Hauptversammlungen so stark wie noch nie. Bei den Investorentreffen der 30 Dax-Konzerne sei die Anwesenheitsquote in diesem Jahr um 3,2 Prozentpunkte auf einen Höchstwert von 69,9 Prozent gestiegen, zeigt eine Studie des Daten- und Analysehauses Barkow Consulting. Im laufenden Jahr steht nur noch die Hauptversammlung von VW aus. Damit habe sich der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend beschleunigt fortgesetzt, so die Experten. Von den 30 Konzernen im Dax haben nur Siemens und Infineon ihre Hauptversammlung noch im Februar - vor den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie als Präsenzveranstaltung abgehalten. Alle anderen Unternehmen haben ihre Anteilseigner zu einer Online-Hauptversammlung eingeladen.

8.16 Uhr: Streit um Freigabe von Nationalspielern für Ukraine-Reise droht

Zwischen Bundestrainer Joachim Löw und den Clubs seiner Nationalspieler droht ein Konflikt um die Abstellung für die Länderspiele im Oktober. Hintergrund sind die Quarantäne-Regeln, die wegen der Coronavirus-Pandemie für die Einreise aus Risikogebieten wie der Ukraine gelten, wo die DFB-Auswahl am 10. Oktober in der Nations League spielen soll. "Wir arbeiten an Lösungen, behalten uns aber vor, die Spieler nicht abzustellen, sofern es keine Regel gibt, die es ermöglicht, sie anschließend sofort wieder einzusetzen", zitierte der "Kicker" am Donnerstag Sebastian Kehl, den Lizenzspieler-Chef von Borussia Dortmund.

Das Thema der Abstellungen für Nationalspieler beschäftige den Fußball-Bundesligisten "extrem", sagte Kehl. Nach den Länderspielen im September hatte es schon bei einigen Clubs Probleme mit dem Einsatz von Profis gegeben, die mit ihren Auswahlteams in Risikogebiete gereist waren. So fehlte Herthas polnischer Stürmer Krzysztof Piatek im DFB-Pokal, weil er in Quarantäne musste. 

7.58 Uhr: Gefängnis für Homeschooling?

Rita S. (Name geändert) ist heilfroh. Heilfroh darüber, dass ihre acht und zehn Jahre alten Kinder wieder normal in die Schule gehen können. Vor einiger Zeit war das noch anders. Da war die 38-jährige alleinerziehende Mutter genervt und überfordert. Sie selbst wurde von ihrem Arbeitgeber wegen Corona in Heimarbeit geschickt. Und ganz nebenbei musste sie auch ihre Kinder zu Hause unterrichten. Neudeutsch nennt man das "Homeschooling".

In "normalen" Zeiten ist das streng verboten. Doch in der Coronakrise wurden und werden nicht nur Grundrechte eingeschränkt, sondern auch Gesetze zum Teil ausgesetzt. So auch das Schulgesetz. Nach diesem besteht eine Schulpflicht, und zwar die Schulbesuchspflicht. Wie in Sachsen mit denen umgegangen wird, die diese Pflicht verletzen, erfahren sie hier.

7.40 Uhr: Handwerk und Liebe - was Thees Uhlmann während Corona macht

Handwerksarbeiten und eine neue Liebe haben Thees Uhlmann bisher gut durch die Corona-Krise gebracht. "Ich habe mich zu Anfang von Corona zum ersten Mal seit zehn Jahren frisch verliebt", sagte der in Berlin lebende Musiker und Schriftsteller. Geholfen hätten dabei die Eindämmungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus, weil so beide viel Zeit miteinander verbringen konnten. "Meine Freundin musste nicht arbeiten und ich als Künstler ja sowieso nicht", scherzte der 46-Jährige.

Als die Straßen wegen Corona leerer wurden, habe er sich seiner Wohnung gewidmet. "Ich weiß jetzt, dass es eine Farbe gibt, die Taupe heißt", sagte er. Wie viele andere auch sei er in dieser Zeit zum Heimwerker geworden. Berühmt wurde Thees Uhlmann als Frontmann der Hamburger Band Tomte. Seit ein paar Jahren ist er solo unterwegs. Er gehörte zu den Ersten, die trotz Corona wieder auf Tour gingen.

Thees Uhlmann, Sänger. Wegen seiner Tour in Corona-Zeiten befinden sich er und sein Team in ständigem Austausch mit den Gesundheitsämtern - ein ungewohntes Gefühl für ihn.
Thees Uhlmann, Sänger. Wegen seiner Tour in Corona-Zeiten befinden sich er und sein Team in ständigem Austausch mit den Gesundheitsämtern - ein ungewohntes Gefühl für ihn. © Lisa Ducret/dpa (Archiv)

7.16 Uhr: New Yorker Metropolitan Opera verschiebt Öffnung weiter

Die renommierte New Yorker Metropolitan Opera hat ihre Wiederöffnung angesichts der anhaltenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie um weitere neun Monate verschoben. Erst Ende September 2021 solle eine neue Spielzeit beginnen, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei "extrem schwierig" gewesen, habe aber nach Beratung mit Gesundheitsexperten so getroffen werden müssen. Zuvor hatte die seit März wegen der Pandemie geschlossene Oper geplant, mit einer Gala am 31. Dezember 2020 ihre Türen wieder für Besucher zu öffnen. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Pandemie war, seit Monaten hart. 

7.04 Uhr: Jedes zweite EU-Land nun teilweise Corona-Risikogebiet 

Die Bundesregierung hat Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor Reisen dorthin. Darunter sind direkt an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise wieder als Risikogebiete ausgewiesen. Erstmals wurden am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien wegen der rasant steigenden Infektionszahlen zu Risikogebieten erklärt. In Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn kamen weitere Gebiete hinzu. Eine Übersicht finden sie hier.

6.30 Uhr: 2.143 neue Corona-Fälle in Deutschland

Erneut liegt die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Deutschland über der Schwelle von 2.000. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2.143 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Allerdings hatte damals die Zahl der Tests noch deutlich niedriger gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen mindestens 278.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 24.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.428. Das sind 19 mehr als am Vortag. Rund 246.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Zuletzt fiel ein größerer Anteil Corona-Tests positiv aus. Die sogenannte Positivenquote lag in Kalenderwoche 38 bei 1,19 Prozent (Vorwoche: 0,86), wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Lagebericht von Mittwochabend schrieb. Das ist der höchste Wert seit mehr als zehn Wochen. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Mittwoch bei 0,79 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

6.17 Uhr: Missbrauch von Kurzarbeitergeld kostet Millionen

Durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise ist nach Angaben der Bundesregierung in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden. Von März bis einschließlich August dieses Jahres seien bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2.100 Fälle erfasst worden, die auf möglichen Leistungsmissbrauch beim Kurzarbeitergeld hindeuteten, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der FDP im Bundestag. "Ein konkreter Verdacht auf Leistungsmissbrauch liegt aktuell in 21 Fällen vor", so das Sozialministerium. Sie seien den Strafverfolgungsbehörden übergeben worden. Bislang sei ein finanzieller Schaden von etwa 6,3 Millionen Euro bekannt geworden.

Das Bundeskabinett hatte vor einer Woche beschlossen, dass auch künftig Deutschlands Unternehmen ihre Beschäftigten wegen der Corona-Krise leichter in Kurzarbeit schicken können. Die Bezugszeit für das Kurzarbeitergeld wurde auf bis zu 24 Monate verlängert, maximal bis Ende 2021. Die Verlängerung soll für alle Betriebe mit einem Beginn der Kurzarbeit bis Ende 2020 gelten.

Seit Jahresbeginn drückte die Krise die Einnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BA) bis August um mehr als 1,2 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich - die Ausgaben stiegen um knapp 17,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für konjunkturelle Kurzarbeit betrugen bis August 8,1 Milliarden Euro, die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge beim Kurzarbeitergeld schlug mit 6,2 Milliarden Euro zu Buche.

5.51 Uhr: Lockdown-Regeln in Israel sollen nach Corona-Rekord verschärft werden

Kurz nach der Verkündung von Rekordzahlen sollen die Lockdown-Bestimmungen in Israel verschärft werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte am späten Mittwochabend in einer Videobotschaft an, dass der seit vergangenen Freitag geltende, ohnehin schon verschärfte Lockdown ab kommenden Freitag für zwei Wochen in einen "kompletten Lockdown" umgewandelt werden solle. Details nannte der Regierungschef zunächst nicht.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass für Dienstag 6.950 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurden. So viele neue Fälle an einem Tag wurden bislang noch nicht registriert. Die Zahl der Tests hatte zuletzt ebenfalls zugenommen, die Quote der positiven Tests betrug aber sehr hohe 11,7 Prozent. Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1769 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen.

Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat erneut ein Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will mit den Restriktionen eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Ein Auslöser war die Warnung von Krankenhausleitern vor drohenden Kapazitätsgrenzen. Das Gesundheitsministerium ordnete an, dass ab sofort Sanitäter zur Unterstützung des Personals in Kliniken eingesetzt werden sollen.

5.30 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier "vorsorglich" in häuslicher Quarantäne

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich am Mittwoch freiwillig in Quarantäne begeben. Das teilte Altmaier über Twitter mit. Er habe am Nachmittag erfahren, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet worden sei. "Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", twitterte der Minister. "Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut."

Kurz zuvor hatte sich Außenminister Heiko Maas (SPD) wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien.

Donnerstag, 5.20 Uhr: Lauterbach: Lockdown wie vor ein paar Monaten ist unwahrscheinlich

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. "Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null", sagte er dem Nachrichtenportal watson.de. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. "Da bin ich absolut sicher."

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. "Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern."

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

22.01 Uhr: Vizepräsident der EU-Kommission in Quarantäne

Mit EU-Kommissionsmitglied Valdis Dombrovskis hat sich ein weiterer europäischer Spitzenpolitiker wegen einer Covid-19-Infektion in seinem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. Der unter anderem für die EU-Handelspolitik zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde teilte am Mittwochabend mit, dass eine seiner Kontaktpersonen positiv getestet worden sei. Er selbst habe allerdings keine Symptome und fühle sich gut. Während des Treffens Anfang der Woche seien auch die Abstandsregeln beachtet worden, teilte der aus Lettland stammende Politiker mit.

Valdis Dombrovskis, EU-Vizepräsident.
Valdis Dombrovskis, EU-Vizepräsident. © dpa

21.45 Uhr: Bars und Restaurants in Marseille schließen

Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole und das Überseegebiet Guadeloupe sei die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schließen. In der Hauptstadt Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22.00 Uhr schließen.

21.15 Uhr: Viele Regionen in EU-Ländern zu Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Das geht aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervor. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten wieder ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Welche Regionen jetzt Risikogebiete sind, lesen Sie hier.

21.00 Uhr: Entscheidung zu Semperopernball 2021 noch offen

Nach der Absage des Wiener Opernballs 2021 infolge der Corona-Pandemie steht eine Entscheidung für den nächsten Semperopernball in Dresden noch aus. "Der Semperopernball-Verein arbeitet an Lösungen, prüft verschiedene Varianten und beobachtet die aktuelle Entwicklung. Ende Oktober werden wir uns zu den Plänen äußern", sagte der Pressesprecher des Vereins, Holger Zastrow, am Mittwoch in Dresden. Die 16. Auflage des Balls soll eigentlich am 26. Februar 2021 über die Bühne der Dresdner Semperoper gehen. Mehr dazu im Artikel "Ringen um den Semperopernball".

20.02: Corona-Kolumne: Aufholen beim Infektionsschutz

Prof. Alexander Dalpke ist Direktor der gemeinsamen Institute für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene sowie Virologie der TU Dresden. In seiner Corona-Kolumne thematisiert er diesmal die Grippe. (SZ+)

19.30 Uhr: Hunde sollen am Flughafen Helsinki Infizierte erschnüffeln

Spürhunde sollen am internationalen Flughafen von Helsinki das Coronavirus erschnüffeln. Vier Hunde verschiedener Rassen wurden in der finnischen Hauptstadt das erste Mal eingesetzt. Die Tests sollen vier Monate dauern.

Es gibt in Australien, Deutschland, Frankreich und den USA Forschung zu Hunden als Coronavirus-Detektive. Der finnische Test ist allerdings der bislang größte dieser Art. Das Programm kostet 300.000 Euro, wie der stellvertretende Bürgermeister von Vantaa, Timo Aronkytö, mitteilte.

Ein Covid-19-Spürhund sitzt hinter einer Absperrung am Flughafen Helsinki-Vantaa.
Ein Covid-19-Spürhund sitzt hinter einer Absperrung am Flughafen Helsinki-Vantaa. © Xinhua

18.50 Uhr: Mehr als 6.000 neue Corona-Fälle in Großbritannien

Mit mehr als 6.000 neuen Fällen innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai erreicht. Die zuständige Regierungsbehörde zählte am Mittwoch 6.178 neue positiv getestete Fälle. Lediglich an zwei Tagen seit Beginn der Pandemie habe die Zahl in Großbritannien höher gelegen, hieß es. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.
Das Testsystem in Großbritannien geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren.

18.20 Uhr: Maskenpflicht in Bus und Bahn soll stärker kontrolliert werden

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen sich auf eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht einstellen. Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich am Mittwoch Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt. Streit gibt es vor allem darüber, wer die Pflicht durchsetzen soll.

17.50 Uhr: Dresdens Kulturszene sieht düstere Zukunft

Zwölf Prozent weniger Geld sieht Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert im Haushalt vermutlich auch für Kultur vor. Schulden will die Stadtspitze nicht machen und stattdessen den städtischen Haushalt 2021/2022 entsprechend anpassen. Also droht Verzicht. Weniger Stellen, reduzierte Angebote, alternde Technik - Vertreter des Netzwerks Kultur bangen wegen Corona um ihre Fördermittel.

17.20 Uhr: Wissenschaftler liefern Corona-Prognosen für alle Landkreise

Wissenschaftler der Universität Osnabrück und des Forschungszentrums Jülich haben ein neues Modell für Corona-Vorhersagen für alle Landkreise in Deutschland entwickelt. Auf der Webseite https://covid19-bayesian.fz-juelich.de stellen sie täglich Fünf-Tages-Prognosen für die Ausbreitung der Covid-19-Infektionen bereit, wie die Uni Osnabrück am Mittwoch mitteilte. Die Vorhersagen beruhen auf Daten des Robert-Koch-Instituts. Sie werden mit einem neuen wahrscheinlichkeitsgewichteten Modell der Osnabrücker Neuroinformatiker auf Höchstleistungsrechnern des Jülich Supercomputing Centre (JSC) statistisch analysiert.

17.02 Uhr:  Russland will bald zweiten Corona-Impfstoff registrieren

Kremlchef Wladimir Putin hat einen weiteren russischen Impfstoff gegen das Coronavirus in Aussicht gestellt. Das zweite Mittel werde bald in Russland registriert, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Moskau vor Vertretern des russischen Oberhauses. Details nannte er nicht. Berichten zufolge wird derzeit ein Impfstoff des staatlichen Vektor-Forschungszentrums für Virologie und Biotechnologie getestet. Demnach befindet sich der Stoff in der klinischen Phase und soll in den nächsten Wochen an Tausenden Freiwilligen angewendet werden.

16.30 Uhr: Belgien lockert Maskenpflicht im Freien

Trotz hoher Corona-Fallzahlen lockert Belgien die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Ab 1. Oktober sei der Mund-Nasen-Schutz im Freien nicht mehr überall vorgeschrieben, teilte Ministerpräsidentin Sophie Wilmès am Mittwoch mit. Dringend empfohlen ist er jedoch weiter an besonders belebten oder engen Plätzen. In Bussen und Bahnen, Läden und Kinos muss jeder weiter Maske tragen.

Ebenfalls am 1. Oktober soll die Quarantänepflicht bei Corona-Verdachtsfällen auf sieben Tage verkürzt werden, wie Wilmès weiter sagte. Andere Regeln zur Eindämmung der Pandemie bleiben jedoch in Kraft, darunter die Auflage, pro Monat mit nicht mehr als fünf Menschen außerhalb der Familie engere Kontakte zu pflegen.

15.50 Uhr: Erste Schadenersatz-Klagen nach Corona-Fällen in Ischgl eingereicht

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden. Zum Artikel "Corona in Ischgl: Schadenersatz gefordert"

Das «Kitzloch», eines der angesagtesten Après-Ski-Lokale des Ortes. Ein Barkeeper des Lokals wurde Corona-positiv getestet - wohl Ausgangspunkt von Dutzenden Ansteckungen im März.
Das «Kitzloch», eines der angesagtesten Après-Ski-Lokale des Ortes. Ein Barkeeper des Lokals wurde Corona-positiv getestet - wohl Ausgangspunkt von Dutzenden Ansteckungen im März. © Jakob Gruber/apa/dpa

15.33 Uhr: Tschechien führt Sperrstunde ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Infektionszahlen führt Tschechien in Kneipen und Gaststätten eine Sperrstunde um 22.00 Uhr ein. "Unter dem Einfluss des Alkohols kommt es zu viel häufigeren Kontakten und zur Missachtung elementarer Regeln", sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch. Die Maßnahme sei zunächst auf zwei Wochen begrenzt.
Branchenverbände befürchten einen Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent. In Tschechien gibt es eine ausgeprägte Kneipenkultur. Mit mehr als 140 Litern im Jahr pro Kopf zählen die Tschechen zu den Weltmeistern im Bierkonsum.

15.27 Uhr: Dresdner Landgericht verhandelt Fall unter freiem Himmel

Wegen einer unkooperativen Zeugin hat eine Strafkammer des Dresdner Landgerichts am Dienstag unter freiem Himmel verhandelt. Die Frau und Geschädigte wollte nicht gegen ihren angeklagten Lebensgefährten aussagen und gab an, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch berichtete. "Sie wollte aber auch nicht zum Arzt." Der Vorsitzende Richter hatte Bedenken, sie in den Saal zu lassen, und verlegte die Befragung in den Hof des Justizgebäudes. Der Partner der 42-Jährigen muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Beide hätten ein psychisches Problem, der Angeklagte sei schuldunfähig.

15.18 Uhr: Wegen Corona: Frist für Baukindergeld verlängert

Die Bundesregierung hat die Frist für das Baukindergeld um drei Monate verlängert. Sie gilt jetzt nicht mehr bis Ende dieses Jahres, sondern bis Ende März. Das bedeutet, dass die Leistung beantragen kann, wer bis zum 31. März 2021 eine Baugenehmigung erhält oder eine Immobilie kauft. Hintergrund ist die Corona-Pandemie, durch die sich die Erteilung von Baugenehmigungen und die Unterzeichnung von Kaufverträgen teilweise verzögert hat. Der Antrag auf Förderung kann noch bis Ende 2023 abgegeben werden. Diese Frist bleibt unverändert.

Wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch weiter mitteilte, hatten bis Ende August 2020 rund 260.500 Familien die Förderung für die eigenen vier Wände beantragt. Dadurch sind für das vor zwei Jahren eingeführte Baukindergeld den Angaben zufolge Mittel in Höhe von rund 5,5 Milliarden Euro gebunden. Seit dem 18. September 2018 winkt Familien für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie der staatliche Zuschuss. Pro Kind gibt es 12.000 Euro. An der Leistung war immer wieder Kritik laut geworden, etwa dass sie die Immobilienpreise weiter anfeuere oder dass Familien profitierten, die das Geld eigentlich nicht nötig hätten. 

15.06 Uhr: Kanzleramtschef: Kein Anlass für weitere Corona-Lockerungen

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sieht momentan keine Möglichkeiten für weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Blick auf die nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag, sagte Braun am Mittwoch in Berlin, man habe schon bei den letzten Gesprächen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass momentan kein Anlass dafür gegeben sei, über weitere Lockerungen nachzudenken. Braun sprach von einer zunehmenden Tendenz bei den Corona-Zahlen und verwies auf eine abnehmende Zahl von Landkreisen ohne Fälle sowie eine steigende Zahl sogenannter Hotspots.

"Wir müssen eben sehr darauf dringen, dass wir überall, wo Hotspots entstehen, wo ein diffuses Infektionsgeschehen ist, auch über klare Beschränkungen sprechen, damit sich das Geschehen insgesamt in Deutschland weiter gut eindämmen lässt." Merkel und die Länderchefs hatten zuletzt Ende August über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten und wollen am kommenden Dienstag bei einer Videokonferenz erneut miteinander sprechen. 

Helge Braun (CDU), Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramtes.
Helge Braun (CDU), Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramtes. © Michael Kappeler/dpa

14.55 Uhr: 59 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle in Sachsen

Im Freistaat steigt die Zahl der Coronafälle weiter an: Wie das Sozialministerium am Mittwoch mitteilt, sind in den vergangenen 24 Stunden 59 neue Infektionen in Sachsen laborbestätigt worden. Damit wächst die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten auf 6.855 Menschen. Zudem zwei weitere Todesfälle zu beklagen, einer im Vogtlandkreis und einer im Landkreis Görlitz. Die Gesamtzahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen wächst damit auf 228. Die meisten neue Fälle wurden im Erzgebirgskreis (19), im Landkreis Zwickau (7) sowie je 6 neue Fälle in der Stadt Leipzig und im Vogtlandkreis registriert. Die Zahl der als genesen geltenden Patienten im Freistaat erhöhte sich auf schätzungsweise 6.040 Menschen.

14.48 Uhr: Die Nummer bei Corona-Kummer in Sachsen

Darf ich meine Mutter besuchen? Warum gibt es eine Maskenpflicht? Wer bezahlt den Corona-Test? Das sind nur drei von Tausenden Fragen, mit denen sich Bürger an die Corona-Hotline des Freistaates gewandt haben. Vor einem halben Jahr wurde der kostenlose Service eingerichtet, um den Informationsbedarf am Anfang des Lockdowns zu stillen. Die Nachfrage ist so große, dass ab kommender Woche drei weitere Mitarbeiter in Vollzeit die Hotline verstärken sollen. Wie die Covid-Hotline funktioniert und welche Fragen häufig gestellt werden, erfahren sie hier (SZ+).

14.39 Uhr: Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Es werde nun geklärt, ob weitere Personen betroffen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen seien. Wie lange Maas (SPD) nun in Quarantäne bleibt und inwieweit seine Arbeit beeinträchtigt wird, war zunächst unklar.

14.34 Uhr: ILO: Corona-Krise vernichtet 495 Millionen Jobs in drei Monaten

Die Corona-Krise hat laut den Vereinten Nationen weltweit deutlich mehr Arbeitsplätze vernichtet als zunächst angenommen. Von April bis Juni dieses Jahres seien infolge von Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Grenzschließungen sowie Produktions- und Nachfrageausfällen schätzungsweise 495 Millionen Vollzeitjobs weggefallen, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in Genf mit. Ende Juni war die ILO noch von einem Verlust von 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen für das zweite Quartal 2020 ausgegangen. Im dritten Quartal 2020 belaufen sich die Verluste der Vollzeitjobs den Angaben nach auf schätzungsweise 345 Millionen. Die Jobverluste werden sich nach Befürchtungen der ILO bis zum Jahresende fortsetzen. 

14.19 Uhr: Görlitzer Schülerin mit Coronavirus infiziert

Eine Schülerin der Oberschule Innenstadt in Görlitz hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Es handelt sich um das Kind, das das Städtische Klinikum bereits am Dienstag vermeldet hatte. Demnach hatte es einen positiven Corona-Fall gegeben, weswegen das Krankenhaus für die Station C1 der Kinderklinik einen Besucherstopp verhängte. Dem Mädchen gehe es aber gut. Was der Befund für ihre Klasse und die Schule bedeutet, erfahren sie hier. (SZ+)

14.07 Uhr: Corona-Werte in Hamm steigen weiter - bundesweit am höchsten

In der westfälischen Stadt Hamm mit den bundesweit höchsten Corona-Neuinfektionszahlen klettert der Wert weiter. Am Mittwoch wurden 94,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet, wie ein Stadt-Sprecher sagte. Am Dienstag hatte die 182.000-Einwohner-Stadt bei dieser zentralen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz noch 87,1 genannt. Laut Robert Koch-Institut lag Hamm am Mittwoch deutschlandweit mit einem gestiegenen Wert von 80,4 an der Spitze. Die Differenz kommt durch unterschiedliche Meldewege und -zeiten zustande. Mehr zu den Zahlen und Folgen für Hamm lesen sie im Artikel Corona-Werte in Hamm am höchsten

13.58 Uhr: Experten beleuchten Schulschließungen wegen Corona kritisch 

Europäische Experten haben sich kritisch mit Schulschließungen während der Corona-Pandemie auseinandergesetzt. "Kinder haben mit größerer Wahrscheinlichkeit eine leichte oder asymptomatische Infektion", sagte Jonathan Suk vom Europäischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (ECDC) laut einer Mitteilung. Die Krankheit verlaufe in der Regel sehr mild oder breche gar nicht erst aus. Deshalb sei die Schließung von Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen als Einzelmaßnahme wahrscheinlich nicht gerechtfertigt. Ob Schulschließungen eine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Coronavirus sind, war am Mittwoch Thema einer internationalen Konferenz in Stockholm.

Nur vier Prozent der in den europäischen Ländern registrierten Fälle von Covid-19 betrafen demnach Kinder bis 18 Jahren. 44 Prozent davon waren zwischen 12 und 18 Jahre alt. Chiara Reno von der Universität Bologna in Italien appellierte an die politischen Entscheidungsträger, die Vor- und Nachteile bei der Strategie zur Wiedereröffnung von Schulen abzuwägen und die psychologischen, erzieherischen und sozialen Folgen für Kinder und ihre Familien zu berücksichtigen. 

Ein Schild informiert in einer Tür der Gesamtschule Kaufungen über die Schulschließung.
Ein Schild informiert in einer Tür der Gesamtschule Kaufungen über die Schulschließung. © Uwe Zucchi/dpa

13.42 Uhr: Reiche als Krisenprofiteure: Vermögen wachsen auch in Corona-Krise

Selbst eine Pandemie hat Gewinner. "Im Moment hat die Geldpolitik die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert", erklärt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz. Zentralbanken rund um den Globus fluten die Märkte mit billigem Geld, Staaten legten milliardenschwere Hilfspakete auf. All das schirme private Geldvermögen "vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab" - so das Fazit der Ökonomen des Versicherungskonzerns. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass die Menschen weltweit auch im Jahr der Corona-Krise reicher werden - zumindest in Summe.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet die Allianz mit einem Anstieg der globalen Geldvermögen um 3,3 Prozent auf 198 Billionen Euro. Allerdings: Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert, die Welt bleibe "ein sehr ungleicher Ort", stellt die Allianz fest. Die reichsten zehn Prozent - 52 Millionen Menschen in den 57 untersuchten Ländern - besitzen demnach zusammen rund 84 Prozent des gesamten Vermögens. Und das eine Prozent der Superreichen darunter besitzt fast 44 Prozent der Gesamtsumme - durchschnittliches Geldvermögen abzüglich Schulden: mehr als 1,2 Millionen Euro. 

13.25 Uhr: Drosten: „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. „Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern“, sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin. „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“

Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. „Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam.“ Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. „Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht“, erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

„Wir waren nicht deshalb erfolgreich, weil unsere Gesundheitsämter besser waren als die französischen, oder weil unsere Krankenhäuser besser ausgestattet sind als die italienischen“, so Drosten weiter. „Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere.“ Deutschland müsse viel differenzierter und genauer auf die Entwicklungen im Ausland schauen. „Wir müssen aufhören, uns über so Dinge wie Fußballstadien zu unterhalten. Das ist wirklich komplett irreführend.“

12.40 Uhr: Mehrheit für Maskenpflicht auch auf öffentlichen Plätzen

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland könnte sich einer Umfrage zufolge eine Maskenpflicht auch außerhalb von Geschäften und Gebäuden vorstellen. 61 Prozent gaben in einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, das verpflichtende Tragen einer Maske auch etwa auf öffentlichen Plätzen und in Innenstädten als "angemessen" oder "eher angemessen" zu empfinden. 30 Prozent der Befragten fänden das unangemessen, 8 Prozent machten keine Angabe. Ältere Menschen sprachen sich häufiger für eine solche Beschränkung aus als jüngere.

Angesichts steigender Infektionszahlen hatte Bayern zuletzt die Maskenpflicht verschärft: In besonders betroffenen Kommunen muss dort künftig auch auf stark besuchten öffentlichen Plätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. 

12.25 Uhr: Weniger als 1.000 Zuschauer: Aue gegen Fürth nun doch vor Fans

Für das Heimspiel von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue am Freitag (18.30 Uhr/Sky) gegen die SpVgg Greuther Fürth sind nun doch Fans zugelassen, allerdings nur in stark beschränkter Zahl. "Nach Rücksprache mit dem Landratsamt erlaubt das aktuelle Pandemielevel eine Zuschauerzahl von unter 1.000. Diese planen wir zwischen Abo- und Sponsoren-Karteninhabern aufzuteilen", teilte der Club am Mittwoch mit. Noch am Dienstag hatten der FC Erzgebirge und das Landratsamt des Erzgebirgskreises darüber informiert, dass aufgrund steigender Corona-Infektionen grundsätzlich keine Zuschauer für die Partie zugelassen sind. In den vergangenen sieben Tagen habe es im Erzgebirgskreis 80 bestätigte Fälle gegeben. Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liege bei 24 und damit über dem Grenzwert von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 

12.17 Uhr: Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5.000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine "große Erfolgsgeschichte". Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an. 

12.08 Uhr: Labor statt Wildtier? Forscher kritisieren These zu Corona-Ursprung 

In sozialen Netzwerken kursiert derzeit die Behauptung einer chinesischen Virologin, das Coronavirus sei von China in einem Labor hergestellt und absichtlich freigesetzt worden. Die globale Wissenschaftsgemeinde widerspricht vehement. "Es wurden Daten einseitig interpretiert. Alles, was gegen ihre Hypothese spricht, wurde einfach nicht berücksichtigt", sagte Friedemann Weber, Virologe an der Uni Gießen. Li-Meng Yan hatte ihre These Mitte September auf einen Server für sogenannte Preprints hochgeladen - für Arbeiten also, die noch nicht von anderen Forschern begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht sind. "Was da drin steht, hält einem wissenschaftlichen Gutachtertum nicht stand", monierte Weber.

Beim US-Sender Fox News erweiterte Yan ihre Behauptung noch: Sars-CoV-2 sei nicht nur künstlich hergestellt, sondern auch absichtlich freigelassen worden. Webers Urteil deckt sich mit dem von Fachkollegen. Der Virologe Stephan Ludwig aus Münster sieht in Yans Aufsatz eine "Vermischung aus Daten und Vermutungen". Er verweist auf eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature". Deren Autoren kamen schon im März zum Schluss, dass eine Herstellung des Virus im Labor unwahrscheinlich sei. Laut Weber liegt das etwa am Aufbau der Bindestelle zwischen Virus und Zelle: "Wenn man so ein Virus absichtlich konstruieren wollte, würde es anders aussehen." 

11.50 Uhr: Corona-Flaute ermöglicht umweltschonenderen Flugzeug-Anflug

Die Corona-Flaute im Luftverkehr hat an den Flughäfen München und Frankfurt umweltschonendere Anflüge ermöglicht. Man habe innerhalb von fünf Wochen ein neues Verfahren entwickelt, das mehr als 2.Ein Flugzeug ist während des Sonnenuntergangs im Landeanflug000 Tonnen CO2-Emissionen im Monat vermeide, berichteten Lufthansa und Deutsche Flugsicherung am Mittwoch. Die Jets können seit Mai ihren kontinuierlichen Sinkflug schon mehr als 370 Kilometer vor dem Startpunkt des eigentlichen Landeanflugs beginnen und ihren Kurs weitgehend ohne nachträgliche Korrekturen verfolgen.In einem vollbesetzten Luftraum sind hingegen eine deutliche engere Führung der Flugzeuge durch die Lotsen und Anflugverfahren mit mehreren Richtungswechseln üblich. 

Ein Flugzeug ist während des Sonnenuntergangs im Landeanflug.
Ein Flugzeug ist während des Sonnenuntergangs im Landeanflug. © Kevin Kurek/dpa

11.36 Uhr: Berliner Clubs sehen sich als Corona-"Sündenbock"

Die Berliner Clubs sehen sich in der Debatte um steigende Corona-Zahlen zu Unrecht als Verursacher abgestempelt. "Da muss man differenzieren", sagte Lutz Leichsenring vom Dachverband Clubcommission am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Da wird alles in einen Topf geworfen." Das Clubleben findet derzeit ihm zufolge hauptsächlich in den Außenbereichen statt. Dort seien die Clubs die "striktesten Umsetzer" der Hygeniemaßnahmen. Sie seien angesichts des Aufgebots der Ordnungsämter "ein bisschen sprachlos" und sehen sich laut Leichsenring als "Sündenbock". Clubs und ihre Besucher in drei Berliner Innenstadtbezirken müssen sich wegen der verschärften Corona-Lage auf Kontrollen einstellen. 

11.07 Uhr: Kabinett segnet Haushaltsentwurf für 2021 ab

Das Bundeskabinett hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Im Kampf gegen die Corona-Krise plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) darin erneut mit erheblichen Schulden - rund 96 Milliarden Euro sollen aufgenommen werden. Auch im kommenden Jahr soll deshalb die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Die Ausgaben sollen, auch angesichts sinkender Steuereinnahmen, fast ein Fünftel niedriger sein als 2020 - allerdings schlugen in diesem Jahr auch maßgebliche Ausgaben etwa für Corona-Hilfspakete zu Buche.

Ab 2022 will Scholz die Schuldenbremse wieder einhalten. In gewissem Umfang sind aber auch damit Kredite erlaubt, so dass eine Rückkehr zur schwarzen Null vorerst nicht in Sicht ist. Der Etat sieht Milliardeninvestitionen in Straßen und Schienenwege, in den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und etwa in die Kinderbetreuung vor. Mehr dazu im Artikel Neue Milliarden für die Zeit nach Corona

10.54 Uhr: Wenige IT-Unternehmen profitieren von Corona 

Die Corona-Krise beschleunigt die Digitalisierung, sagen viele Fachleute. Neben dem Online-Shopping sind nun auch Online-Arbeit, Online-Unterricht oder Online-Konferenzen Alltag. Doch viele Unternehmen der IT-Branche haben laut einer Umfrage nicht von der Corona-Krise profitiert. Demnach hat über die Hälfte der IT-Dienstleister (52 Prozent) in diesem Jahr Aufträge verloren, nur fünf Prozent der Firmen sehen sich selbst als Gewinner der Krise, wie die Befragung von über 300 IT-Managern in Unternehmen im Auftrag des Spezialversicherers Hiscox ergeben hat. Laut der Umfrage berichtete nur ein gutes Drittel (34 Prozent) der IT-Fachleute, dass ihre Kunden seit Beginn der Corona-Krise die Digitalisierung faktisch vorangetrieben hätten. 

10.40 Uhr: Sachsens Landesrabbiner: Mehr Angst wegen Corona-Verschwörungen

Die Jüdischen Gemeinden in Sachsen sorgen sich um ihre Sicherheit. "Das Leben der Gemeinden hat sich verändert", sagte Landesrabbiner Zsolt Balla zum Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle. "Wir bekommen Hassmails, nicht nur aus der rechten Szene." Auch Verschwörungstendenzen im Zuge von Corona seien deutlich  spürbar. Laut Balla ist die Angst vor Angriffen nach wie vor da. "Es gibt Mitglieder, die noch keinen Mut haben, in die Synagoge zu gehen." Zwar gebe es viel Unterstützung und Solidarität aus der Bevölkerung, aber noch immer zu wenig. 

10.23 Uhr: Leopoldina fordert einheitliche Regeln für Corona-Herbst

Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt. "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Akademie.

Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter. "Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, die je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen", empfehlen die Leopoldina-Experten. 

Wissenschaftler befürchten einen schwierigen Corona-Herbst. Dann werden auch mehr Masken gebraucht.
Wissenschaftler befürchten einen schwierigen Corona-Herbst. Dann werden auch mehr Masken gebraucht. © Moritz Frankenberg/dpa (Symbolbild)

10.03 Uhr: Corona-Disziplin mit Militär? - Johnson muss sich rechtfertigen

Die Opposition im britischen Parlament hat Premier Boris Johnson aufgefordert, seinen Vorschlag für einen Einsatz des Militärs im Kampf gegen die Corona-Pandemie genauer zu erklären. Ein Abgeordneter der Labour-Partei fragte, was genau die Soldaten in einem solchen Fall tun und wie die Kosten dafür gestemmt werden sollten. Außenminister Dominic Raab warf der Opposition daraufhin "Panikmache" vor.

In einer Fernsehansprache an die Nation hatte Johnson die Nation am Dienstag darauf eingeschworen, sich an die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie zu halten. "Wir werden mehr Polizei auf der Straße einsetzen und sie mit dem Militär unterstützen, wenn nötig", sagte er und kündigte hohe Bußgelder bei Verstößen an. Ein Regierungssprecher stellte klar, dass Soldaten gegebenenfalls Büroaufgaben übernehmen oder Plätze bewachen sollten, für die sonst die Polizei zuständig ist. Das Militär solle keine neuen Befugnisse bekommen oder Bußgelder verhängen. Es gehe vielmehr darum, weitere Kapazitäten für Kontrollen bei der Polizei zu schaffen. 

9.45 Uhr: Intendant Beck für einheitliche Corona-Regeln an Theatern

Der Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel, Andreas Beck, mahnt bundesweit einheitliche und gelockerte Corona-Regeln an Theatern an. "Unsere Belüftungssysteme sind besser als die in den Bahnen und Bussen. Warum hat die Kunst die härtesten Auflagen?", sagte Beck der Münchner "Abendzeitung" (Mittwoch). "Wir sind alle bestrebt, vom 1,5-Meter-Sicherheitsabstand zumindest auf einen 1-Meter-Abstand zu kommen. Es ist ja von Bundesland zu Bundesland verschieden." Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) müsse hier handeln. "Das kann doch nicht wahr sein, dass jedes Bundesland unter anderen Bedingungen Theater machen soll. In der Bundesliga geht es ja auch anders." 

9.27 Uhr: Rekord an Corona-Infektionen in Israel - Fast 6.900 neue Fälle

Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 6.861 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land noch nicht verzeichnet - allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Der bisherige Rekord datierte mit 5.533 Fällen vom 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden. Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden heute 1.769 tägliche Neuinfektionen ausgewiesen. 

9.14 Uhr: Wiener Opernball soll wegen Corona-Pandemie abgesagt werden

Der Wiener Opernball soll aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Februar 2021 stattfinden. Das teilten Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) der Nachrichtenagentur APA mit. Die Absage des bedeutenden Gesellschaftsevents soll demnach noch am Mittwoch im Ministerrat beschlossen werden. "Aufgrund der Corona-Situation wäre es verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten", erklärte Kurz in dem Statement. Der Opernball sei für Wien und Österreich als Kulturnation ein großes Aushängeschild und die Entscheidung sei nicht leicht gefallen.

Der Ball gilt als gesellschaftlicher Höhepunkt in Österreich. Für das Event wird die Staatsoper in einen riesigen Tanzsaal umgebaut. Die Tickets für das stets ausverkaufte Ereignis kosten zwischen 315 Euro und 23.600 Euro für eine Loge. Die Staatsoper macht nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von mehr als einer Million Euro. 

Debütantenpaare befinden sich in der Wiener Staatsoper während der Generalprobe für den Opernball, der im Februar 2020 noch problemlos stattfinden konnte.
Debütantenpaare befinden sich in der Wiener Staatsoper während der Generalprobe für den Opernball, der im Februar 2020 noch problemlos stattfinden konnte. © Herbert Neubauer/APA/dpa

8.57 Uhr: Saudi-Arabien erlaubt schrittweise wieder kleine Wallfahrt

Saudi-Arabien will die muslimische Wallfahrt Umrah nach sieben Monaten Corona-Auszeit schrittweise und unter strengen Auflagen wieder erlauben. Die zweitgrößte Wallfahrt nach dem sogenannten Hadsch war Ende Februar aus Sorge einer Ausbreitung des Coronavirus verboten worden. Ab dem 4. Oktober soll die kleine Wallfahrt zunächst für Gläubige, die sich im Land befinden, wieder machbar sein, teilte das saudische Innenministerium mit.

Die kleine Wallfahrt in die für Muslime heilige Stadt Mekka ist für gläubige Muslime empfohlen. Im Gegensatz zur großen Wallfahrt (Hadsch) kann die Umrah jederzeit durchgeführt werden. Jedes Jahr reisen dafür Millionen Muslime in das Königreich. Das Geschäft mit den Pilgern zählt nach dem Öl zu den wichtigsten Einnahmequellen für Saudi-Arabien. Zunächst sollen nur 6.000 Pilger pro Tag zur Umrah in der Großen Moschee in Mekka zugelassen werden. Dort werde für genügend Abstand zwischen den Gläubigen gesorgt. Ab dem 18. Oktober werde das Königreich 15.000 Pilger zulassen, teilte die Behörde mit. Muslime im Ausland dürften ab dem 1. November wieder die Wallfahrt ins Königreich aufnehmen. 

8.39 Uhr: 100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. "Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen", sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als einen "Vertrauensbeweis der Bevölkerung". Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.

Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus. Michael Schuster, "Co-Lead" des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen. 

8.24 Uhr: Budapests Oberbürgermeister will Supercup als Geisterspiel

Angesichts der Corona-Lage hat sich Budapests Oberbürgermeister Gergely Karacsony gegen die Austragung des Supercup-Finales FC Bayern gegen Sevilla vor Publikum ausgesprochen. "Hätte ich die rechtlichen Möglichkeiten, das zu entscheiden, würde ich das Match hinter geschlossenen Toren stattfinden lassen", sagte der grün-liberale Politiker der oppositionellen Tageszeitung "Nepzava". "Die Verantwortung liegt bei denen, die die Entscheidungsgewalt haben", fügte er mit Blick auf die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban hinzu. Das Spiel soll am Donnerstagabend in der Budapester Puskas-Arena über die Bühne gehen. In dem rund 67.000 Zuschauer fassenden Stadion stehen rund 30 Prozent der Plätze den Fans zur Verfügung.

8.15 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen: Konsumlaune stabilisiert sich 

Ungeachtet der Ankündigung Zehntausender Stellenstreichungen und eines wieder anschwellenden Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie hat sich die Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland nicht weiter verschlechtert. Sie "sehen die Konjunktur ganz klar auf Erholungskurs", sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK. In der neuesten GfK-Studie prognostizieren die Experten für Oktober einen Konsumklima-Wert von -1,6, eine kleine Verbesserung gegenüber September (-1,7). Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war ein Negativrekord von -23 erreicht worden. In normalen Zeiten bewegt sich das Konsumklima mit wenig Veränderung um einen Wert von +10.

Die Verbraucher sähen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht ganz so dramatisch wie ursprünglich befürchtet, sagte Bürkl. Wesentlich mitverantwortlich für die Stabilisierung der Lage sei die recht positive Einkommenserwartung der Deutschen. Laut Bürkl ist das aber unter anderem auch auf die Rückkehr vieler Menschen aus der Kurzarbeit zurückzuführen - was automatisch die Einkommenssituation verbessert. Dennoch bleibe abzuwarten, wie sich die Situation im Herbst gestaltet. 

7.57 Uhr: Trump: „Wir haben Millionen gerettet“

Nach dem Überschreiten der Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. „Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet“, sagte Trump am Dienstagabend im Weißen Haus. Die 200.000 Toten seien „schrecklich“. Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber „zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen“ Tote zu beklagen. Was der US-Präsident noch zum Thema Corona sagte, erfahren sie hier.

US-Präsident Trump hat die mehr als 200.000 Corona-Toten in seinem Land als "schrecklich" bezeichnet, gleichzeitig aber sein Krisenmanagement gelobt.
US-Präsident Trump hat die mehr als 200.000 Corona-Toten in seinem Land als "schrecklich" bezeichnet, gleichzeitig aber sein Krisenmanagement gelobt. © Evan Vucci/AP/dpa

7.45 Uhr: 1.769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag.

7.32 Uhr: Corona: So läuft die Schuluntersuchung in Mittelsachsen

Sie ist Pflicht für jedes Kita-Kind, das im kommenden Schuljahr in die Schule gehen möchte: die Schuleingangsuntersuchung. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie müssen die Mädchen und Jungen dafür ins Gesundheitsamt, um sich dort bestätigen zu lassen, ob sie fit für die Schule sind. Das mittelsächsische Gesundheitsamt hat mit den ersten Terminen begonnen. Warum jetzt viel mehr Aufwand nötig ist, lesen sie hier (SZ+) 

7.23 Uhr: Ethikratsvorsitzende lobt Solidarität in der Corona-Krise

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alina Buyx, lobt die Solidarität der Deutschen in der Corona-Krise. "Das ist eine enorme Leistung, wie alle Menschen ihr Leben verändert haben über die letzten Monate", sagte sie in den ARD-"Tagesthemen". Aber das sei anstrengend, "für alle", fügte sie hinzu. Daher sei es gerade mit Blick auf den Herbst wichtig, weiterhin verhältnismäßig auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Alle Maßnahmen müssten so kurz wie möglich und so präzise wie möglich umgesetzt werden.

Inzwischen gebe es eine "ganz andere Situation als im Frühjahr". Es werde auf regionale Anstiege der Infektionszahlen reagiert, die jeweiligen zeitlich begrenzten Maßnahmen würden von den meisten Menschen akzeptiert und seien wirksam. Buyx erwartet daher bundesweite massive Kontaktbeschränkungen kein zweites Mal. Aus ethischer Perspektive wäre das auch nicht verhältnismäßig, fügte sie hinzu. Auch wenn die Infektionszahlen derzeit steigen, habe man in den vergangenen Monaten viel gelernt und könne regional reagieren und zudem die Erkrankungen besser behandeln. 

7.10 Uhr: Forscher: Selbstversuche bei Corona-Impfungen müssen reguliert werden

Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler. Diese Form der Forschung werfe viele rechtliche und ethnische Fragen auf, erläutern sie im Fachmagazin "Science". Wenn diese nicht angegangen würden, könne das Vertrauen der Menschen in die Entwicklung sicherer Corona-Impfstoffe beeinträchtigt werden.

Mehrere Wissenschaftler in den USA haben eigenen Angaben zufolge bereits selbst zusammengemischte Corona-Impfstoffkandidaten am eigenen Körper ausprobiert. Unter anderem aus Russland und China gibt es ähnliche Berichte. Der Drang danach könne aus dem Irrglauben entstehen, dass Selbstversuche keinen zeitaufwendigen Überprüfungen und Regularien unterlägen, schreiben die Forscher um Christi Guerrini vom Baylor College of Medicine in der texanischen Metropole Houston. Das sei aber faktisch und rechtlich falsch. Die US-Arzneimittelbehörde FDA müsse ihre entsprechenden Regeln und ihre Autorität klarstellen. Andernfalls sei zu befürchten, dass in einer von Impfskeptizismus geprägten und hoch politisierten Pandemie das Vertrauen der Menschen in jeglichen wie auch immer entwickelten Impfstoff untergraben werde. 

6.41 Uhr: Grüne und Linke wollen gegen Maskenmuffel im Bundestag vorgehen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Grüne und Linke schärfere Regeln, um im Bundestag gegen Maskenverweigerer in der AfD-Fraktion vorgehen zu können. "Wir werden anregen, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes festzuschreiben", sagte Britta Haßelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Jan Korte von der Linken-Fraktion sagte den Blättern, wenn es notwendig sei, werde man "auch über die Hausordnung sprechen".

Korte betonte: "Bei der AfD denken sie offenbar, dass für sie nicht dieselben Regeln gelten wie für die normale Bevölkerung, nur weil sie Abgeordnete sind." Es gelte, dafür zu sorgen, "dass Abgeordnete aus Risikogruppen ihr Mandat sicher wahrnehmen können, ohne von AfD-Angehörigen in Gefahr gebracht zu werden". Haßelmann kritisierte ebenfalls die AfD-Abgeordneten: "Sie tragen demonstrativ keinen Mund-Nase-Schutz, halten keinen Abstand oder stehen bei namentlichen Abstimmung ohne Maske eng zusammen."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vergangene Woche alle Mitglieder des Parlaments "mit Nachdruck" zum konsequenten Maskentragen in den Räumlichkeiten des Bundestags ermahnt. Die AfD-Fraktion stellt es nach eigenen Angaben ihren Abgeordneten frei, selbst über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu entscheiden.

Zettel mit der Aufschrift "Bitte frei lassen" liegen auf den Stühlen der Bundestagsabgeordneten während der Sitzung des Bundestages.
Zettel mit der Aufschrift "Bitte frei lassen" liegen auf den Stühlen der Bundestagsabgeordneten während der Sitzung des Bundestages. © Kay Nietfeld/dpa

6.18 Uhr: Sky und DAZN verzichten auf Reise zum Supercup-Finale

Sky und DAZN schicken aus Sicherheitsgründen keine Journalisten zum Supercup-Finale des FC Bayern gegen Sevilla in Budapest. Der Pay-TV-Sender und der kostenpflichtige Internetanbieter übertragen das Spiel am Donnerstagabend live, die Kommentatoren sitzen aber in Deutschland. Budapest ist vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. "Sky trägt der veränderten Situation in Budapest Rechnung und wird anders als ursprünglich geplant nicht mit Personal vor Ort sein", sagte ein Sprecher. "Im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter haben wir uns dazu entschieden, mit Wolff Fuss und Sebastian Hellmann komplett aus unserem Studio in Unterföhring zu berichten." 

5.48 Uhr: Erster Teil von Corona-Bonus hat Pflegekräfte erreicht

In Thüringen haben die Beschäftigten in der Altenpflege nach Angaben des Gesundheitsministeriums den ersten Teil des Corona-Bonus erhalten. Ausgezahlt worden sei der Anteil der Pflegekassen von bis zu 1.000 Euro pro Kopf, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zur Auszahlung von weiteren 500 Euro, die das Land beisteuere, liefen derzeit noch Gespräche mit den gesetzlichen Krankenkassen über eine Verwaltungsvereinbarung. Mit dem Zuschlag, der bei Auszahlung in diesem Jahr für die Beschäftigten steuerfrei ist, sollen deren besondere Belastungen in der Corona-Pandemie gewürdigt werden.

Das Land wende insgesamt rund 13,6 Millionen Euro für seinen Anteil auf, sagte der Sprecher. Dieser solle ebenfalls über die Kassen ausgezahlt werden. Man wolle damit unnötige Bürokratie für die Pflegeeinrichtungen vermeiden, die dann nicht noch einmal einen neuen Antrag stellen müssten. In Thüringen arbeiten insgesamt 32.000 Pflegekräfte in der Altenpflege.

Die Höhe des Zuschlags für die einzelnen Pflegebeschäftigten hängt von ihrer konkreten Tätigkeit ab. Den vollen Betrag erhalten Beschäftigte, die unmittelbare Pflegetätigkeiten übernehmen und mindestens 35 Stunden pro Woche arbeiten, wie ein Sprecher der Arbeiterwohlfahrt Thüringen erläuterte. Bei den übrigen Beschäftigten falle der Betrag entsprechend geringer aus. Auch Beschäftigte in der Krankenpflege sollen eine Corona-Prämie erhalten. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen dafür bundesweit 100 Millionen Euro bereit. Verschiedene Kassen kritisieren, dass die pandemiebedingten Mehrkosten im Gesundheitswesen überwiegend von ihnen zu zahlen seien. Es sei unsozial, sie allein den gesetzlich Versicherten aufzubürden, hatte etwa die IKK classic kritisiert.

Mittwoch, 5.30 Uhr: GEW-Chefin für Maskenpflicht im Unterricht

Im Kampf gegen eine Verbreitung des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse".  Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, "aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern".

Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang September festgestellt, dass die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet werden könne.

Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. "Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben", sagte die GEW-Chefin der Zeitung.

Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW
Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW © Britta Pedersen/dpa

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

22.02 Uhr: Covid-Patient in Mexiko bekommt neue Lunge

In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Nach einer Mitteilung vom Dienstag war der 55-Jährige bereits am 31. August im Privatkrankenhaus Christus Muguerza in der Stadt Monterrey sieben Stunden lang operiert worden. Er war demnach zuvor 52 Tage lang künstlich beatmet worden, nachdem er im Juni erkrankt war.

Ein Team um den Chirurgen Wong Jaen führt eine Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch.
Ein Team um den Chirurgen Wong Jaen führt eine Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch. © Hospital Christus Muguerza

"Ohne die Transplantation war die Lebenserwartung des Patienten null", wurde der Chirurg Manuel Wong Jaén zitiert. Der Mann befinde sich auf dem Weg der Genesung. Er werde eine praktisch normale Lebensqualität haben.

Nach Angaben der Klinik soll es sich bei der OP um die erste erfolgreiche Doppel-Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten in Lateinamerika gehandelt haben. Im Mai war in Wien die erste Lungentransplantation an einer Covid-Patientin in Europa geglückt. Auch in den USA hat es das schon gegeben.

21.45 Uhr: Vogtlandkreis beschließt umfangreiche Kontaktbeschränkungen

Das Landratsamt des Vogtlandkreises in Plauen hat für den Bereich der drei Städte Adorf, Bad Elster und Markneukirchen im oberen Vogtland eine Allgemeinverfügung verhängt. Dort habe sich die Zahl an Infektionen gehäuft. Die Regelungen betreffen Kontakte im privaten und öffentlichen Raum, Feiern aller Art und Veranstaltungen. Unter anderem sind bei Familienfeiern nur noch 50, bei Betriebs- und Vereinsfeiern 25 Teilnehmer zulässig. Auch Pflegeheime und Krankenhäusern sind von der neuen Allgemeinverfügung betroffen. Am Dienstag waren in dem Kreis 43 Neuinfektionen gemeldet worden.

21.30 Uhr: Zahl der Asylbewerber fällt in Corona-Krise drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46 500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Auf was das zurückzuführen ist, lesen Sie hier.

20.45 Uhr: Putin wirbt für internationale Impfstoff-Konferenz

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin in einer am Dienstag bei der Generalversammlung in New York gezeigten Videoansprache. Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

19.50 Uhr: Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown

Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. Bereits seit Montag sind Wohngebiete mit insgesamt 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. "Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht", sagte Ayuso spanischen Medien zufolge am Dienstag. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte.
Mit mehr als 680.000 Infektionen und 30.900 Toten ist Spanien das von der Pandemie am heftigsten getroffene Land Westeuropas.

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19.22 Uhr: Jetzt mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA 

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

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