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Corona: Forscher gegen Selbstversuch bei Impfung

Kritik an Selbsttests eigener Impfmischung, 1.769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland, GEW für Maskenpflicht im Unterricht - unser Newsblog.

Einige Forscher testen Impfstoffe an sich, was Kritik hervorruft.
Einige Forscher testen Impfstoffe an sich, was Kritik hervorruft. © Arne Dedert/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

8.24 Uhr: Budapests Oberbürgermeister will Supercup als Geisterspiel

Angesichts der Corona-Lage hat sich Budapests Oberbürgermeister Gergely Karacsony gegen die Austragung des Supercup-Finales FC Bayern gegen Sevilla vor Publikum ausgesprochen. "Hätte ich die rechtlichen Möglichkeiten, das zu entscheiden, würde ich das Match hinter geschlossenen Toren stattfinden lassen", sagte der grün-liberale Politiker der oppositionellen Tageszeitung "Nepzava". "Die Verantwortung liegt bei denen, die die Entscheidungsgewalt haben", fügte er mit Blick auf die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban hinzu. Das Spiel soll am Donnerstagabend in der Budapester Puskas-Arena über die Bühne gehen. In dem rund 67.000 Zuschauer fassenden Stadion stehen rund 30 Prozent der Plätze den Fans zur Verfügung.

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8.15 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen: Konsumlaune stabilisiert sich 

Ungeachtet der Ankündigung Zehntausender Stellenstreichungen und eines wieder anschwellenden Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie hat sich die Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland nicht weiter verschlechtert. Sie "sehen die Konjunktur ganz klar auf Erholungskurs", sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK. In der neuesten GfK-Studie prognostizieren die Experten für Oktober einen Konsumklima-Wert von -1,6, eine kleine Verbesserung gegenüber September (-1,7). Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war ein Negativrekord von -23 erreicht worden. In normalen Zeiten bewegt sich das Konsumklima mit wenig Veränderung um einen Wert von +10.

Die Verbraucher sähen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht ganz so dramatisch wie ursprünglich befürchtet, sagte Bürkl. Wesentlich mitverantwortlich für die Stabilisierung der Lage sei die recht positive Einkommenserwartung der Deutschen. Laut Bürkl ist das aber unter anderem auch auf die Rückkehr vieler Menschen aus der Kurzarbeit zurückzuführen - was automatisch die Einkommenssituation verbessert. Dennoch bleibe abzuwarten, wie sich die Situation im Herbst gestaltet. 

7.57 Uhr: Trump: „Wir haben Millionen gerettet“

Nach dem Überschreiten der Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. „Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet“, sagte Trump am Dienstagabend im Weißen Haus. Die 200.000 Toten seien „schrecklich“. Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber „zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen“ Tote zu beklagen. Was der US-Präsident noch zum Thema Corona sagte, erfahren sie hier.

US-Präsident Trump hat die mehr als 200.000 Corona-Toten in seinem Land als "schrecklich" bezeichnet, gleichzeitig aber sein Krisenmanagement gelobt.
US-Präsident Trump hat die mehr als 200.000 Corona-Toten in seinem Land als "schrecklich" bezeichnet, gleichzeitig aber sein Krisenmanagement gelobt. © Evan Vucci/AP/dpa

7.45 Uhr: 1.769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstag.

7.32 Uhr: Corona: So läuft die Schuluntersuchung in Mittelsachsen

Sie ist Pflicht für jedes Kita-Kind, das im kommenden Schuljahr in die Schule gehen möchte: die Schuleingangsuntersuchung. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie müssen die Mädchen und Jungen dafür ins Gesundheitsamt, um sich dort bestätigen zu lassen, ob sie fit für die Schule sind. Das mittelsächsische Gesundheitsamt hat mit den ersten Terminen begonnen. Warum jetzt viel mehr Aufwand nötig ist, lesen sie hier (SZ+) 

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7.23 Uhr: Ethikratsvorsitzende lobt Solidarität in der Corona-Krise

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alina Buyx, lobt die Solidarität der Deutschen in der Corona-Krise. "Das ist eine enorme Leistung, wie alle Menschen ihr Leben verändert haben über die letzten Monate", sagte sie in den ARD-"Tagesthemen". Aber das sei anstrengend, "für alle", fügte sie hinzu. Daher sei es gerade mit Blick auf den Herbst wichtig, weiterhin verhältnismäßig auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Alle Maßnahmen müssten so kurz wie möglich und so präzise wie möglich umgesetzt werden.

Inzwischen gebe es eine "ganz andere Situation als im Frühjahr". Es werde auf regionale Anstiege der Infektionszahlen reagiert, die jeweiligen zeitlich begrenzten Maßnahmen würden von den meisten Menschen akzeptiert und seien wirksam. Buyx erwartet daher bundesweite massive Kontaktbeschränkungen kein zweites Mal. Aus ethischer Perspektive wäre das auch nicht verhältnismäßig, fügte sie hinzu. Auch wenn die Infektionszahlen derzeit steigen, habe man in den vergangenen Monaten viel gelernt und könne regional reagieren und zudem die Erkrankungen besser behandeln. 

7.10 Uhr: Forscher: Selbstversuche bei Corona-Impfungen müssen reguliert werden

Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler. Diese Form der Forschung werfe viele rechtliche und ethnische Fragen auf, erläutern sie im Fachmagazin "Science". Wenn diese nicht angegangen würden, könne das Vertrauen der Menschen in die Entwicklung sicherer Corona-Impfstoffe beeinträchtigt werden.

Mehrere Wissenschaftler in den USA haben eigenen Angaben zufolge bereits selbst zusammengemischte Corona-Impfstoffkandidaten am eigenen Körper ausprobiert. Unter anderem aus Russland und China gibt es ähnliche Berichte. Der Drang danach könne aus dem Irrglauben entstehen, dass Selbstversuche keinen zeitaufwendigen Überprüfungen und Regularien unterlägen, schreiben die Forscher um Christi Guerrini vom Baylor College of Medicine in der texanischen Metropole Houston. Das sei aber faktisch und rechtlich falsch. Die US-Arzneimittelbehörde FDA müsse ihre entsprechenden Regeln und ihre Autorität klarstellen. Andernfalls sei zu befürchten, dass in einer von Impfskeptizismus geprägten und hoch politisierten Pandemie das Vertrauen der Menschen in jeglichen wie auch immer entwickelten Impfstoff untergraben werde. 

6.41 Uhr: Grüne und Linke wollen gegen Maskenmuffel im Bundestag vorgehen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordern Grüne und Linke schärfere Regeln, um im Bundestag gegen Maskenverweigerer in der AfD-Fraktion vorgehen zu können. "Wir werden anregen, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes festzuschreiben", sagte Britta Haßelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Jan Korte von der Linken-Fraktion sagte den Blättern, wenn es notwendig sei, werde man "auch über die Hausordnung sprechen".

Korte betonte: "Bei der AfD denken sie offenbar, dass für sie nicht dieselben Regeln gelten wie für die normale Bevölkerung, nur weil sie Abgeordnete sind." Es gelte, dafür zu sorgen, "dass Abgeordnete aus Risikogruppen ihr Mandat sicher wahrnehmen können, ohne von AfD-Angehörigen in Gefahr gebracht zu werden". Haßelmann kritisierte ebenfalls die AfD-Abgeordneten: "Sie tragen demonstrativ keinen Mund-Nase-Schutz, halten keinen Abstand oder stehen bei namentlichen Abstimmung ohne Maske eng zusammen."

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vergangene Woche alle Mitglieder des Parlaments "mit Nachdruck" zum konsequenten Maskentragen in den Räumlichkeiten des Bundestags ermahnt. Die AfD-Fraktion stellt es nach eigenen Angaben ihren Abgeordneten frei, selbst über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu entscheiden.

Zettel mit der Aufschrift "Bitte frei lassen" liegen auf den Stühlen der Bundestagsabgeordneten während der Sitzung des Bundestages.
Zettel mit der Aufschrift "Bitte frei lassen" liegen auf den Stühlen der Bundestagsabgeordneten während der Sitzung des Bundestages. © Kay Nietfeld/dpa

6.18 Uhr: Sky und DAZN verzichten auf Reise zum Supercup-Finale

Sky und DAZN schicken aus Sicherheitsgründen keine Journalisten zum Supercup-Finale des FC Bayern gegen Sevilla in Budapest. Der Pay-TV-Sender und der kostenpflichtige Internetanbieter übertragen das Spiel am Donnerstagabend live, die Kommentatoren sitzen aber in Deutschland. Budapest ist vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. "Sky trägt der veränderten Situation in Budapest Rechnung und wird anders als ursprünglich geplant nicht mit Personal vor Ort sein", sagte ein Sprecher. "Im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter haben wir uns dazu entschieden, mit Wolff Fuss und Sebastian Hellmann komplett aus unserem Studio in Unterföhring zu berichten." 

5.48 Uhr: Erster Teil von Corona-Bonus hat Pflegekräfte erreicht

In Thüringen haben die Beschäftigten in der Altenpflege nach Angaben des Gesundheitsministeriums den ersten Teil des Corona-Bonus erhalten. Ausgezahlt worden sei der Anteil der Pflegekassen von bis zu 1.000 Euro pro Kopf, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zur Auszahlung von weiteren 500 Euro, die das Land beisteuere, liefen derzeit noch Gespräche mit den gesetzlichen Krankenkassen über eine Verwaltungsvereinbarung. Mit dem Zuschlag, der bei Auszahlung in diesem Jahr für die Beschäftigten steuerfrei ist, sollen deren besondere Belastungen in der Corona-Pandemie gewürdigt werden.

Das Land wende insgesamt rund 13,6 Millionen Euro für seinen Anteil auf, sagte der Sprecher. Dieser solle ebenfalls über die Kassen ausgezahlt werden. Man wolle damit unnötige Bürokratie für die Pflegeeinrichtungen vermeiden, die dann nicht noch einmal einen neuen Antrag stellen müssten. In Thüringen arbeiten insgesamt 32.000 Pflegekräfte in der Altenpflege.

Die Höhe des Zuschlags für die einzelnen Pflegebeschäftigten hängt von ihrer konkreten Tätigkeit ab. Den vollen Betrag erhalten Beschäftigte, die unmittelbare Pflegetätigkeiten übernehmen und mindestens 35 Stunden pro Woche arbeiten, wie ein Sprecher der Arbeiterwohlfahrt Thüringen erläuterte. Bei den übrigen Beschäftigten falle der Betrag entsprechend geringer aus. Auch Beschäftigte in der Krankenpflege sollen eine Corona-Prämie erhalten. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen dafür bundesweit 100 Millionen Euro bereit. Verschiedene Kassen kritisieren, dass die pandemiebedingten Mehrkosten im Gesundheitswesen überwiegend von ihnen zu zahlen seien. Es sei unsozial, sie allein den gesetzlich Versicherten aufzubürden, hatte etwa die IKK classic kritisiert.

Mittwoch, 5.30 Uhr: GEW-Chefin für Maskenpflicht im Unterricht

Im Kampf gegen eine Verbreitung des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse".  Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, "aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern".

Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang September festgestellt, dass die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet werden könne.

Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. "Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben", sagte die GEW-Chefin der Zeitung.

Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW
Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW © Britta Pedersen/dpa

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

22.02 Uhr: Covid-Patient in Mexiko bekommt neue Lunge

In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Nach einer Mitteilung vom Dienstag war der 55-Jährige bereits am 31. August im Privatkrankenhaus Christus Muguerza in der Stadt Monterrey sieben Stunden lang operiert worden. Er war demnach zuvor 52 Tage lang künstlich beatmet worden, nachdem er im Juni erkrankt war.

Ein Team um den Chirurgen Wong Jaen führt eine Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch.
Ein Team um den Chirurgen Wong Jaen führt eine Lungentransplatation an einem Covid-19-Überlebenden durch. © Hospital Christus Muguerza

"Ohne die Transplantation war die Lebenserwartung des Patienten null", wurde der Chirurg Manuel Wong Jaén zitiert. Der Mann befinde sich auf dem Weg der Genesung. Er werde eine praktisch normale Lebensqualität haben.

Nach Angaben der Klinik soll es sich bei der OP um die erste erfolgreiche Doppel-Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten in Lateinamerika gehandelt haben. Im Mai war in Wien die erste Lungentransplantation an einer Covid-Patientin in Europa geglückt. Auch in den USA hat es das schon gegeben.

21.45 Uhr: Vogtlandkreis beschließt umfangreiche Kontaktbeschränkungen

Das Landratsamt des Vogtlandkreises in Plauen hat für den Bereich der drei Städte Adorf, Bad Elster und Markneukirchen im oberen Vogtland eine Allgemeinverfügung verhängt. Dort habe sich die Zahl an Infektionen gehäuft. Die Regelungen betreffen Kontakte im privaten und öffentlichen Raum, Feiern aller Art und Veranstaltungen. Unter anderem sind bei Familienfeiern nur noch 50, bei Betriebs- und Vereinsfeiern 25 Teilnehmer zulässig. Auch Pflegeheime und Krankenhäusern sind von der neuen Allgemeinverfügung betroffen. Am Dienstag waren in dem Kreis 43 Neuinfektionen gemeldet worden.

21.30 Uhr: Zahl der Asylbewerber fällt in Corona-Krise drastisch

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen in der EU geführt. Im zweiten Quartal 2020 sei die Zahl der Erstanträge auf internationalen Schutz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 68 Prozent auf rund 46 500 gefallen, teilte die EU-Statistikagentur Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Auf was das zurückzuführen ist, lesen Sie hier.

20.45 Uhr: Putin wirbt für internationale Impfstoff-Konferenz

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin in einer am Dienstag bei der Generalversammlung in New York gezeigten Videoansprache. Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

19.50 Uhr: Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown

Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. Bereits seit Montag sind Wohngebiete mit insgesamt 850.000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. "Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht", sagte Ayuso spanischen Medien zufolge am Dienstag. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte.
Mit mehr als 680.000 Infektionen und 30.900 Toten ist Spanien das von der Pandemie am heftigsten getroffene Land Westeuropas.

19.22 Uhr: Jetzt mehr als 200.000 Corona-Tote in den USA 

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mittlerweile mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele bekannte Corona-Tote. Seit Beginn der Pandemie gab es in den USA demnach mehr als 6,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

19.10 Uhr: Kubas Präsident: Kapitalismus verschlimmert Corona-Krise

Nach Ansicht des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel verschlimmert der Kapitalismus die Folgen der Corona-Pandemie. "Die multidimensionale Krise, die sie ausgelöst hat, zeigt deutlich den tiefgreifenden Fehler der entmenschlichenden Politik, die um jeden Preis von der Diktatur des Marktes auferlegt wird", sagte er am Dienstag in einer Videoansprache bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen. Das Virus unterscheide zwar nicht zwischen Armen und Reichen, seine verheerenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen bekämen auf der ganzen Welt aber die am meisten gefährdeten Menschen am stärksten zu spüren.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel. © Richard Drew/AP/dpa (Archiv)

18.40 Uhr: Quarantäne für Asylbewerberheim aufgehoben

Nach ausschließlich negativen Corona-Tests ist die Quarantäne für die Bewohner eines Asylbewerberheims in Schkeuditz wieder aufgehoben. Das teilte das Landratsamt Nordsachsen in Torgau am Dienstag mit. Das Heim war am Freitag vorsorglich komplett unter Quarantäne gestellt worden, nachdem bei einem Mitarbeiter das Coronavirus nachgewiesen worden war. Daraufhin wurden alle 230 Bewohner sowie die Mitarbeiter der Einrichtung getestet. Bei dem einen Positivfall habe es sich um einen Mitarbeiter aus dem Sicherheitsbereich gehandelt, der in keinem direkten Kontakt zu den Bewohnern stand, hieß es.

18.23 Uhr: Kind im Görlitzer Klinikum hat Corona

Ein Kind auf der Station C1 der Kinderklinik im Städtischen Klinikum Görlitz ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Besuche auf dieser Station sind deswegen zum Schutze aller Beteiligten bis auf Weiteres nicht erlaubt, teilt Pressesprecherin Katja Pietsch am Dienstag mit.

18.15 Uhr: Dresdner Hutball nochmal verschoben

Der Hutball im Parkhotel fällt zum zweiten Mal Corona zum Opfer: Am 20. und 21. November sollten Hutball und "Party vorm Ball" stattfinden, da zum ursprünglichen Datum am 20. und 21. März die Corona-Infiziertenzahlen in Dresden bereits immer weiter stiegen. Nun ist klar, dass auch dieser neue Termin nicht gehalten werden kann. "Da die Lage weiterhin ungewiss bleibt und eine Durchführung im gewohnten Umfang nicht möglich ist, ist eine erneute Verlegung des 25. Hutballs und der 'Party vorm Ball' unumgänglich", teilen die Veranstalter am Dienstagabend mit. Wann die neuen Termine sind, lesen Sie hier.

18.00 Uhr: Drosten:  „Wir alle sind die Welle“

Im Interview berichtet Charité-Virologe Christian Drosten über die Corona-Lage in Deutschland, seine Rolle in den Medien und Restaurantbesuche im Winter.

Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin.
Christian Drosten, Direktor, Institut für Virologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin. © dpa

17.40 Uhr: Weitere Corona-Tote im Landkreis Görlitz

Der Landkreis Görlitz hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit Corona. Demnach ist am 14. September eine 93-jährige Frau aus Kottmar verstorben. "Bei ihr liegt die Infektion aber schon länger zurück", teilt Julia Bjar vom Landratsamt mit. Somit war sie zum Zeitpunkt des Todes nicht mehr direkt davon betroffen. Dennoch wird sie in der Corona-Statistik des Landkreises aufgeführt. Der Grund: Es ist nicht auszuschließen, dass die Langzeitwirkung des Virus zum Tod beigetragen hat. Damit erhöht sich die Zahl auf 25 Frauen und Männer, die mit oder wegen Corona im Landkreis verstorben sind.

17.20 Uhr: Spahn: Keine Schnellzulassung bei Corona-Impfstoff

Eine Schnellzulassung bei einem Corona-Impfstoff wird es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht geben. Schnelligkeit sei nicht die Hauptpriorität bei der Entwicklung, sondern Sicherheit und Wirksamkeit, sagte Spahn am Dienstag in Frankfurt am Main. Der Minister betonte, es werde ein freiwilliges Impfangebot geben. Er sei sicher, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung ausreiche.
Spahn startete in einem Industriepark im Stadtteil Höchst einen Testlauf einer Anlage zur sterilen Abfüllung eines künftigen Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi. Der Impfstoff wird derzeit getestet, mit Ergebnissen wird Anfang Dezember gerechnet. Weltweit sind Unternehmen dabei, Impfstoffe zu entwickeln.

16.50 Uhr: EU-Gipfel kurzfristig verschoben

EU-Ratspräsident Charles Michel hat den für Donnerstag und Freitag geplanten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs auf Anfang Oktober verschoben. Dies teilte sein Sprecher Barend Leyts am Dienstag auf Twitter mit. Er verwies auf eine Corona-Infektion bei einem von Michels Sicherheitsleuten.
"Der Präsident des Europäischen Rats hat heute erfahren, dass ein Sicherheitsbeamter, mit dem er Anfang vergangener Woche in engem Kontakt war, positiv auf Covid getestet wurde", schrieb Leyts. "Der Präsident hat sich regelmäßig testen lassen und wurde erst gestern negativ getestet. Entsprechend den belgischen Regeln hat er sich heute in Quarantäne begeben." Als neuen Termin für den EU-Sondergipfel nannte der Sprecher den 1. und 2. Oktober.

16.20 Uhr: Sachsen weitet Corona-Tests aus

In Sachsen können sich vom 1. Oktober an weitere Personengruppen auf das Coronavirus testen lassen. Das neue Angebot gelte für das ärztliche und mittlere medizinische Personal in Kinder-, Haus- und HNO-Arztpraxen, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Dresden nach einem Kabinettsbeschluss mit. Tests könnten auf freiwilliger Basis alle zwei Wochen wahrgenommen werden. Die Regelung sei zunächst für drei Monate befristet. Welche Bedingung es gibt, lesen Sie hier.

Währenddessen wächst die Zahl der Coronafälle in Sachsen weiter: Wie das Sozialministerium am Dienstagmitteilt, sind seit Montag 76 neue Infektionen in Sachsen laborbestätigt worden. Damit wächst die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten auf 6.796 Menschen.

16.10 Uhr: Militäreinsatz zur Kontrolle von Corona-Regeln möglich

Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und bei Verstößen Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne zur Verstärkung auch das Militär eingesetzt werden. Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine große "Back to Office"-Kampagne ("Zurück ins Büro") propagiert hatte.

15.54 Uhr: Deutschland vor dem Corona-Herbst

Jede Stadt, jeder Ort kann zum Corona-Hotspot werden - wie jetzt Bad Königshofen in Unterfranken, Sulzdorf in Hohenlohe oder Remscheid in Nordrhein-Westfalen. Und in den Großstädten mit ihren Bars, vollen Parks und Bürgersteigen können die Menschen dem Virus erst recht nicht so einfach aus dem Weg gehen. Wie stark hat die Pandemie Deutschland zum ausgehenden Sommer im Griff? Fragen und Antworten dazu finden sie hier.

15.40 Uhr:  Lauterbach: Corona-Warn-App wird unterschätzt

Die Corona-Warn-App wird nach Meinung des Mediziners und SPD-Politikers Karl Lauterbach unterschätzt. "Ich glaube, dass die goldene Zeit der App jetzt in den nächsten Monaten erst kommt", sagte der Bundestagsabgeordnete am Dienstag dem Radiosender RPR1 in Ludwigshafen. "Jetzt im Herbst, wenn die Fallzahlen deutlich steigen, wird die App ein Segen sein." Grundsätzlich habe sie fast immer gut funktioniert, es seien mehrere hundert Warnungen rausgegangen.
Die Corona-Warn-App kann seit Mitte Juni auf Smartphones installiert werden. Sie wurde mittlerweile mehr als 18 Millionen Mal heruntergeladen. Seit der Veröffentlichung im Juni waren mehrfach Fehler entdeckt und wieder behoben worden.

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD) © Kay Nietfeld/dpa

15.30 Uhr: Keine traditionellen Nobelpreis-Zeremonien in diesem Jahr

Alle Nobelpreisträger werden in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie bei deutlich kleineren Verleihungen mit ihren renommierten Preisen ausgezeichnet. Die traditionelle Nobelpreis-Zeremonie im Konzerthaus von Stockholm werde durch eine im Fernsehen übertragene Preisverleihung im Rathaus der schwedischen Hauptstadt ersetzt, teilte die Nobelstiftung am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Preisträger sollen dabei aus ihrer Heimat zugeschaltet werden, wo sie jeweils auch ihre Nobelmedaillen und -diplome erhalten sollen.

15.15 Uhr: Corona könnte Mittelstand im Osten auch helfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist optimistisch, dass die Wirtschaft in den neuen Bundesländern gestärkt aus der Krise hervorgehen wird. Aus Sicht von Altmaier bringt die Krise auch neue Ideen und Geschäftsmöglichkeiten hervor. "Es kann auch Neues entstehen, so Technologien, die mit Klima- und Umweltschutz zu tun haben", betonte der Bundesminister. Niemand solle sein Geschäft nur aufgrund der Krise aufgeben müssen. Finanzielle Hilfen seien deshalb angeboten worden. Warum dagegen der Dresdner Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz den neuen Ländern auf dem Wirtschaftsforum eine "erschreckende Einfallslosigkeit" bei der Gestaltung des Strukturwandels vorhielt, erfahren sie im Artikel "Corona als Chance für Ost-Wirtschaft".

15.00 Uhr: Brandenburg erlaubt mehr Zuschauer in großen Stadien

In großen Stadien und Hallen erlaubt Brandenburg wieder mehr als 1.000 Fans. Das Kabinett entschied am Dienstag in Potsdam, dass bei einer Kapazität von mehr als 5.000 Plätzen 20 Prozent mit Zuschauern belegt werden dürfen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte, dabei müssten ein strenges Hygienekonzept und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Außerdem gelte ein Alkoholverbot.

14.40 Uhr: Sachsen prüft strenge Regeln für Weihnachtsmärkte

Das Land Sachsen will die Auflagen konkretisieren, unter denen Weihnachtsmärkte dieses Jahr auch unter Corona-Bedingungen stattfinden können.

Die schwarz-grün-rote Staatsregierung hat sich deshalb an diesem Dienstag erneut mit dem Problem beschäftigt. „Mit unserer aktuellen Corona-Schutzverordnung haben wir Weihnachtsmärkte explizit erlaubt. Mir ist aber sehr bewusst, dass die Organisation die Veranstalter angesichts der Auflagen vor große Herausforderungen stellt“, erklärte Gesundheits- und Sozialministerin Petra Köpping (SPD) auf Anfrage. Geprüft würden Ergänzungen und Präzisierungen der einschlägigen Vorschriften. Nach der Kabinettssitzung hieß es, dass noch in dieser Woche alle dazu getroffenen Entscheidungen veröffentlicht werden. Neben größeren Veranstaltungsflächen werden dabei auch zwei andere Maßnahmen erwogen. (SZ+)

14.10 Uhr: Bayern stemmt sich gegen Corona-Welle

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München als Reaktion auf die teils wieder stark steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen.

Nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder sind nach wie vor "sehr viele" Urlaubsrückkehrer verantwortlich für die aktuell hohen Corona-Zahlen in Bayern. Der CSU-Politiker sprach zudem von einem übermäßigen Leichtsinn bei vielen Menschen. "Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst." Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter - da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

13.13 Uhr: Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschließend getestet und zugelassen.

12.55 Uhr: Tschechien will zweiten Lockdown vermeiden

Obwohl die Corona-Fälle in Tschechien deutlich zunehmen, schließt die Regierung einen zweiten Lockdown wie im Frühjahr aus. "Wir wollen keine Maßnahmen treffen, die die Wirtschaft behindern", sagte der neue Gesundheitsminister Roman Prymula am Dienstag in Prag. Der Epidemiologe hält es aber für möglich, dass Schulen geschlossen oder Veranstaltungen weiter eingeschränkt werden.

Prymula appellierte an seine Landsleute, die Pflicht zum Tragen einer Maske einzuhalten. Der Mitte Mai ausgelaufene Ausnahmezustand werde noch nicht wieder ausgerufen. Zugleich warnte er: "Die Situation kann sich im Horizont von ein bis zwei Wochen ändern." Am Montag wurden 1.476 neue Corona-Fälle verzeichnet, wie die Behörden am Dienstag mitteilte. Die Zahl der aktiv Infizierten liegt bei knapp 25.000. In Tschechien starben 522 Menschen seit Beginn der Pandemie.

Die Bundesregierung hat Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen. Tschechiens Außenminister Tomas Petricek geht nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK davon aus, dass diese Einteilung in Kürze auf das ganze Land ausgedehnt wird. Man verhandle bereits mit Berlin über Ausnahmen von der Quarantänepflicht für grenzüberschreitende Pendler. Tausende Tschechen fahren täglich zur Arbeit nach Sachsen und Bayern.

12.30 Uhr: Erste Stadt in Bayern schließt wegen Corona alle Schulen

Im unterfränkischen Bad Königshofen sind wegen hoher Corona-Zahlen am Dienstag alle Schulen und Kitas geschlossen. Das berichtet der "Bayrische Rundfunk". Es ist die erste Stadt in Bayern, die im neuen Schuljahr zu diesen Maßnahmen greift. Laut dem Landratsamt Rhön-Grabfeld gilt die Schließung zunächst nur für heute.

Grund für die stark gestiegenen Infektionszahlen ist eine Hochzeitsfeier in der Stadt mit seinen 6.000 Einwohnern. Die Schließung betrifft alle sechs Schulen der Stadt und der dazugehörigen Stadtteile sowie drei Kindergärten. Die Zahl der bestätigten Infektionen war am Montag um 13 auf 38 gestiegen. Hunderte Tests stünden laut "BR" noch aus. Allein auf der Hochzeitsfeier hatten sich 17 Gäste infiziert.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte am Dienstag nach dem Kanzleramtstreffen zur Pandemie-Lage der Schulen gesagt, dass es wichtig sei, das Infektionsgeschehen regional im Griff zu behalten. „Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig.“

12.21 Uhr: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2020 weniger als erwartet

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts in diesem Jahr etwas weniger schrumpfen als bisher erwartet. "Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung derzeit verlaufen günstiger als wir erwartet hatten", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Dienstag in München. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaft belastet durch die Corona-Krise demnach um 5,2 Prozent schrumpfen. Bisher war man von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen.

Damit wäre der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) etwas geringer als in der globalen Finanzkrise im Jahr 2009, als die Wirtschaft um 5,7 Prozent eingebrochen war. Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2020 in eine tiefe Rezession gestürzt. Mit der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen setzte laut Ifo-Institut spätestens im Sommer eine Erholung ein.

Im weiteren Verlauf dürfte sich das Erholungstempo jedoch merklich verlangsamen, heißt es in der Mitteilung des Instituts. Viele Dienstleistungen unterlägen weiterhin Beschränkungen. Im Jahr 2021 erwartet man ein Wirtschaftswachstum von 5,1 Prozent und im Jahr 2022 von 1,7 Prozent. Das Vorkrisenniveau wird die deutsche Wirtschaft laut den Prognosen erst im Ende 2021 erreichen.

11.56 Uhr: Verdienstorden für Christian Drosten und Thomas Hitzlsperger

Der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Außerdem ehrt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 13 weitere Bürgerinnen und Bürger.

Christian Drosten
Christian Drosten © dpa

11.33 Uhr: Karliczek: Flächendeckende Schulschließung "kommt nicht infrage"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich nach dem Kanzleramtstreffen zur Lage der Schulen in der Corona-Pandemie deutlich gegen erneute flächendeckende Schulschließungen ausgesprochen. Wichtig sei, dass regional das Infektionsgeschehen im Griff behalten werde, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in Berlin. Das sei das Ziel. "Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig." In mehreren Bundesländern waren seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona-Fällen Schulen wieder vorübergehend geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt worden.

Karliczek bezeichnete den Schulgipfel am Montag im Kanzleramt als "wegweisend". Der Bund engagiere sich so stark wie noch nie, sagte sie mit Verweis auf Mittel, die Berlin den Ländern für die Anschaffung von Lehrerlaptops, Leihgeräten für bedürftige Schüler und für die Ausbildung und Einstellung von IT-Administratoren bereitstellt oder noch bereitstellen will. Die Digitalisierung der Schulen werde nicht über Nacht wirklich werden, aber man wolle Tempo machen. 

Karliczek hatte am Abend bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und den Kultusministern der Länder über weitere Schritte zur Digitalisierung der Schulen beraten. Dabei verabredeten die Teilnehmer, bereits geplante Vorhaben zur Lehrerfortbildung, zur Beschäftigung von Technikern an den Schulen, zur Anschaffung von Dienstgeräten und zum Anschluss der Schulen an schnelles Internet voranzutreiben.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung,
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, © Fabian Sommer/dpa

11.04 Uhr: Corona drückt auf Löhne in den unteren Einkommensgruppen

Die Corona-Krise hat vor allem in den unteren Einkommensgruppen auf die Brutto-Entgelte gedrückt. Die Nominallöhne lagen im zweiten Quartal des Jahres 4,0 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Da gleichzeitig die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent gestiegen sind, betrug der reale Lohnrückgang sogar 4,7 Prozent. Stärkere Rückgänge hat es seit Beginn der Statistik im Jahr 2007 noch nie gegeben. In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

In den unteren Lohngruppen für ungelernte Arbeitnehmer gingen die bezahlten Arbeitsstunden in der Jahresfrist überdurchschnittlich um 9,8 Prozent zurück, die vom Arbeitgeber bezahlten Löhne sanken um 7,4 Prozent. Für Menschen in leitender Stellung verringerte sich die Arbeitszeit im Schnitt nur um 3,0 Prozent und die Entgelte sanken nur um durchschnittlich 2,0 Prozent.

Für Vollzeitbeschäftigte sank die bezahlte Wochenarbeitszeit um 6,2 Prozent auf 36,8 Stunden. Auch hier übertraf der Einschnitt den Wert aus der Finanzkrise 2008/2009, als die Wochenarbeitszeit um 2,1 Prozent zurückgegangen war. Die Statistiker fanden außerdem Belege für ein weiterhin bestehendes Lohngefälle zwischen West und Ost. Zwar sind von 2007 bis 2019 in den ostdeutschen Ländern die Nominallöhne mit 41,0 Prozent schneller gestiegen als im Westen (+33 Prozent). Mit 41.534 Euro Brutto-Durchschnittseinkommen liegen Ost-Vollzeitbeschäftigte aber immer noch fast ein Viertel hinter ihren Westkollegen, die im Schnitt auf 52.803 Euro kamen.

10.26 Uhr: Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer am Dienstag in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen "zweifelhafter Verlässlichkeit" und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne auch nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück.

Das Nein des Ethikrats zu Corona-Immunitätsnachweisen zum jetzigen Zeitpunkt fiel einstimmig aus. Für den Fall, dass eine Immunität künftig hinreichend verlässlich nachweisbar sein sollte, gab es demnach unterschiedliche Auffassungen, inwiefern eine Einführung solcher Bescheinigungen zu empfehlen wäre. Dem Gremium gehören 26 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen an. Sie werden vom Bundestagspräsidenten berufen.

10.01 Uhr: Tui strafft Reiseangebot für Winter weiter

Der weltgrößte Reiseanbieter Tui hat angesichts neuer Reisewarnungen wegen der Covid-19-Pandemie sein Angebot weiter eingedampft. Für die Wintersaison strichen die Hannoveraner rund ein Fünftel des Programms, insgesamt stehen damit noch rund 40 Prozent des ursprünglichen Angebots, wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover mitteilte. Das reduzierte Angebot war zuletzt zu rund 30 Prozent gebucht.

Inklusive des im August vereinbarten und bereitstehenden weiteren Staatskredits des Bundes von 1,2 Milliarden Euro verfüge Tui über eine Liquidität von rund 2 Milliarden Euro. Aufgrund der unsicheren Reiselage rechnet der Konzern aber mit einer etwas schlechteren Entwicklung der Kassenlage im ersten Geschäftsquartal 2021 von Oktober bis Ende Dezember. Pro Monat dürfte der Mittelabfluss im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen.

Derzeit kämpft der Reisekonzern mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren - bei Deutschen und Briten ein beliebtes Urlaubsziel. "Seit der Wiederaufnahme des Geschäfts sind 1,4 Millionen Kunden mit uns in den Urlaub gefahren", sagte Tui-Chef Fritz Joussen und bezog sich auf den Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August. "Die Verfügbarkeit von Destinationen wird aktuell stark von der politischen Bewertung und der Entwicklung der Pandemie beeinflusst." Im Sommer 2021 will Tui nach wie vor wieder 80 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität anbieten. Viele Urlauber haben ihre Reisen auf das kommende Jahr umgebucht oder wollen sich ihre Reisen frühzeitig sichern.

Derzeit kämpft der Reisekonzern Tui mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren.
Derzeit kämpft der Reisekonzern Tui mit Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, etwa für Spanien inklusive der Balearen und Kanaren. © Peter Steffen/dpa (Symbolfoto)

8.46 Uhr: Deutschlands Grenzen sollen offen bleiben

Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen Deutschlands Grenzen weiterhin offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagt Kanzleramtsminister Helge Braun am Dienstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF . Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr. Daher seien Grenzschließungen nicht das Mittel der ersten Wahl, so der CDU-Politiker. Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. 

8.15 Uhr: Dienstlaptops für Lehrer sollen zügig kommen

Die geplanten Dienstlaptops für Lehrer sollen zügig angeschafft werden. Das teilte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und den Kultusministern der Länder mit. „Ausdrücklich zu begrüßen ist die Bereitschaft der Bundesregierung, noch in diesem Jahr die Beschaffung der Endgeräte für Lehrkräfte zu ermöglichen“, sagte Hubig.

6.51 Uhr: Frühe Sperrstunde für britische Pubs und Restaurants

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson verschärfte Schutzvorkehrungen angekündigt. Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen, wie die Regierung am Montagabend mitteilte. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Johnson wollte sich am Dienstag mit einer Rede an die Briten wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen und an geltende Abstands- und Hygieneregeln zu erinnern.

In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3.500 bis 4.000 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

Die Regierung denkt deshalb auch über ein temporäres Herunterfahren des öffentlichen Lebens nach, eine Art Zwangspause von zwei bis drei Wochen, während der Restaurants und Pubs wieder ganz geschlossen werden könnten. Große Landesteile im Nordosten Englands, Nordirland und Wales leben bereits jetzt mit härteren Maßnahmen.

Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen.
Pubs und Restaurants sollen ab Donnerstag um spätestens 22 Uhr schließen. © Jonathan Brady/PA Wire/dpa

6.24 Uhr: Technisat will im Vogtland Schutzmasken produzieren

Der Unterhaltungselektronik-Hersteller TechniSat mit Hauptsitz in Daun (Rheinland-Pfalz) hat in der Corona-Krise ein neues Geschäftsfeld entdeckt. Künftig will das Unternehmen an seinem Standort in Schöneck im Vogtland auch Schutzmasken produzieren. "Ziel ist es, am Tag 450 000 Masken herzustellen", sagte Geschäftsführer Stefan Kön. Derzeit werden insgesamt sieben Maschinen für die Produktion installiert, die nach dem Hochfahren im Dreischicht-Betrieb laufen sollen. Im November soll dann die maximale Auslastung erreicht sein. Rund 40 Mitarbeiter will das Unternehmen zusätzlich einstellen.

Auch das Spezialvlies, das Viren und Bakterien aus der Luft filtert, wird eine Technisat-Schwesterfirma in der Eifel künftig selbst herstellen. Rund vier Millionen Euro hat das Unternehmen in den Aufbau des neuen Geschäftszweiges investiert. Laut Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTI) haben zahlreiche Unternehmen nach Beginn der Corona-Pandemie Schutzmasken angeboten und dafür ihre Produktion erweitert oder umgestellt. Derzeit produzieren in Ostdeutschland laut VTI rund 40 Unternehmen Gesundheits- und Schutztextilien - darunter mehrere Zulieferer. Von den rund 16.000 Beschäftigten in der Textilbranche in Ostdeutschland sind 12.000 in Sachsen und 2.500 in Thüringen tätig.

Ein Mann sieht sich die Produktion von FFP2-Schutzmasken an.
Ein Mann sieht sich die Produktion von FFP2-Schutzmasken an. © Britta Pedersen/dpa

5.57 Uhr: Marburger Bund unterstützt Spahns Fieberambulanzen

Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Spiel gebrachten Pläne zu sogenannten Fieberambulanzen. Sie seien "sehr sinnvoll", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Passauer Neuen Presse". "Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen."

Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. "Es geht darum, eine Infrastruktur zu haben, die sicherstellt, dass nicht im Wartezimmer sich die Menschen untereinander anstecken", sagte Spahn. Der CDU-Politiker sprach von "Schwerpunktsprechstunden", "Schwerpunktpraxen" und "regionalen Fieberambulanzen", an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

5.38 Uhr: 1.821 positive Corona-Tests in den letzten 24 Stunden

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 22.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Montag. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 1,06 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Dienstag, 5.20 Uhr: Anhaltende Erschöpfung als Corona-Folge wohl recht verbreitet

Einer kleinen Studie zufolge könnte anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung eine recht häufige Folge überstandener Covid-19-Erkrankungen sein. Frauen seien dabei häufiger betroffen als Männer, berichten Forscher um Liam Townsend vom Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin. Von 128 einbezogenen Patienten fühlten sich demnach etwas mehr als die Hälfte nach der Genesung noch für Wochen abgeschlagen. Ein Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung war nicht erkennbar, wie das Team im Vorfeld einer Konferenz zu Corona-Themen mitteilte.

Die Teilnehmer waren nach im Mittel zehn Wochen nach der Genesung in die Analyse einbezogen worden. 67 Prozent aller Probanden mit Ermüdungssyndrom waren weiblich. Häufiger betroffen waren zudem Menschen, bei denen früher Angstzustände oder Depressionen diagnostiziert worden waren. Von 61 Teilnehmern ohne andauernde Abgeschlagenheit hatte nur einer bereits eine solche psychische Störung. Von 67 Personen mit anhaltender Müdigkeit hatten neun zuvor Angstzustände oder Depressionen.

Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. Zusammenhänge etwa mit Entzündungswerten im Blut schlossen die Experten aus. Sie plädieren dafür, das Phänomen genauer zu untersuchen. Die Forscher wollten ihre Ergebnisse auf einer Online-Konferenz zum Coronavirus präsentieren.

Corona-Pandemie - das geschah am Montag:

21.36 Uhr: Deutschland ist im Kampf gegen das Virus besser gerüstet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr. "Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer auch steuern können", sagte der CDU-Politiker am Montagabend in einem ARD-"Extra". Die Medizin wisse besser, welche Behandlungsmethoden sinnvoll seien. Zudem habe man auch mehr Testkapazitäten und mehr Schutzausrüstung für betroffenes Personal. "Wir sind nochmal deutlich besser gerüstet, als wir es im Frühjahr waren."

Spahn warb dafür, den Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland zu verbringen. "Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub - Stichwort Ischgl - und jetzt nochmal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen." Bayern kämpfe bis heute auch mit den Infektionsherden, die sich daraus ergaben. "Ich denke man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte Spahn.

20.40 Uhr: Union Berlin spielt im vollen Stadion

Der 1. FC Union Berlin hält an seinem Plan fest und will am 25. Oktober ein Testspiel im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei bestreiten. Im Gegensatz zu dem bisherigen Vorhaben sollen allerdings die nötigen Corona-Tests für mehr als 22.000 Besucher anders organisiert werden. "Wir werden keine PCR-Tests durchführen, wie es vor sechs Wochen geplant war, sondern wir haben neue Angebote über Schnelltests, und das werden wir der Politik und den Behörden vorstellen, und dann hoffen wir, dass es genehmigt wird", sagte Vereins-Präsident Dirk Zingler der ARD-"Sportschau".

19.50 Uhr: Keine Treffen fremder Haushalte mehr in Nordirland

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Nordirland ab Dienstagabend wieder stärkere Maßnahmen. So dürfen sich drinnen bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörigen verschiedener Haushalte mehr miteinander treffen, wie die Regierung am Montag erklärte. Im Freien werden noch Treffen von maximal sechs Menschen aus zwei Haushalten erlaubt sein. Allein in den vergangenen 48 Stunden hat es in Nordirland fast 400 neue Fälle gegeben.

18.10 Uhr: 13 Fälle nach Corona-Ausbruch in Hamburger Bar

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel ist die Anzahl der hinzugekommenen Erkrankungen nach Angaben der Gesundheitsbehörde überschaubar. Insgesamt gehen nun 13 bestätigte Covid-19-Fälle auf den Ausbruch in der Bar "Katze" zurück, darunter auch die bereits vermeldeten 4 Servicekräfte, wie die Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte. Etwa 600 Menschen werden von den Gesundheitsämtern zum Kreis der potenziell betroffenen Kontaktpersonen gezählt, rund 400 von ihnen stammen aus Hamburg. Die meisten Besucher konnten die Gesundheitsämter mittlerweile erreichen, rund hundert hatten falsche Kontaktdaten angegeben.

17.54 Uhr: Corona-Kennzahl steigt in Hamm deutlich über kritischen Wert

Im nordrhein-westfälischen Hamm ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich über eine kritische Marke gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind 70,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage registriert worden. Das teilte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) am Montag in einer Video-Pressekonferenz mit. Zuletzt hatten sich demnach bei einer Hochzeitsfeier 86 Menschen infiziert. Bei der Feier waren 236 Gäste aus Hamm. Die kritische Marke bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz liegt bei 50. Steigen die Zahlen über diese Marke, sollen Kreise und Kommunen mehr Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben einführen. Am Montag wurde zudem bekannt, dass in München voraussichtlich neue Beschränkungen in Kraft treten, sollte dieser Wert weiterhin überschritten werden. Dazu zählen eine erweiterte Maskenpflicht an bestimmten Orten und Kontaktbeschränkungen.

17.29 Uhr: Coronafall in Dresdner Altenheim

In einem Alten- und Pflegeheim im Dresdner Stadtteil Striesen ist seit diesem Montag eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt. Die Patientin liegt aktuell im Krankenhaus, welches das Gesundheitsamt über den Befund informierte. Mehr zu dem Coronafall im Altersheim

17.19 Uhr: Italien verlangt von Franzosen Virus-Tests

Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Montag auf Facebook mit. Die Situation in Europa dürfe nicht unterschätzt werden. Italien gehe es heute besser als anderen Ländern, aber es sei große Vorsicht geboten. Besucher aus Griechenland, Malta, Spanien und Kroatien müssen in Italien bereits seit längerem einen negativen Covid-19-Test vorlegen - oder sie lassen sich bei der Einreise testen. Italien war zu Beginn besonders hart von der Pandemie getroffen. Seither konnte das Land die Infektionsraten unter Kontrolle bringen. Inzwischen sind die Werte wieder gestiegen, wenn auch nicht so drastisch wie in Frankreich und Spanien.

16.38 Uhr: Mehr als 100 Neuinfektionen in Sachsen

Im Freistaat wächst die Zahl der Coronafälle: Wie das Sozialministerium am Montag mitteilt, sind seit der letzten statistischen Erfassung vom Freitag jetzt insgesamt 112 neue Infektionen in Sachsen laborbestätigt worden. Damit wächst die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten auf 6.720 Menschen. Zudem ist ein weiterer Todesfall im Landkreis Bautzen zu beklagen, die Gesamtzahl der in Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen wächst damit auf 226. Die meisten neue Fälle wurden im Vogtlandkreis (38), im Erzgebirgskreis 26) und in der Stadt Leipzig (+15) registriert. Die Zahl der als genesen geltenden Patienten im Freistaat erhöhte sich auf schätzungsweise 5.960 Menschen.

14.55 Uhr: Bundespolizisten überprüfen künftig Aussteigekarten

Um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern, soll sich künftig die Bundespolizei um die sogenannten Aussteigekarten kümmern. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums kündigte am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin an, die Polizei werde nun angewiesen, "Aussteigekarten mit den Pässen der Einreisenden abzugleichen" und sie dann an die Gesundheitsämter weiterzuleiten. Diese Maßnahme für eine bessere Nachverfolgung von Infektionsketten werde noch vor Monatsende umgesetzt.
Bislang wurden die Formulare von Fluggesellschaften und Busunternehmen eingesammelt und an die Gesundheitsämter übermittelt. Da ein Abgleich mit Reisepass oder Personalausweis dabei in der Regel nicht stattfand, konnten Reisende, die sich einer möglichen Corona-Quarantäne entziehen wollten, im Prinzip einfach falsche Angaben machen. Nach Angaben der Sprecherin gab es "Fälle, in denen Daten unzureichend oder offensichtlich falsch waren".

15.45 Uhr: Neuer Todesfall im Kreis Bautzen

Im Landkreis Bautzen gibt es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Das meldet das Landratsamt am Montagnachmittag. Nähere Angaben dazu sind bisher von der Behörde nicht zu bekommen. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie auf 22.

14.40 Uhr: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die gemeinsamen Anstrengungen von Bund und Ländern als Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Krise gelobt. Dass Deutschland im Vergleich zu anderen verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen sei, habe zu einem erheblichen Teil damit zu tun, dass nicht nur ein Mann oder eine Frau entschieden habe, was zu tun sei. Der Minister setzt auf gemeinsames Handeln von Bund, Ländern und Kommunen - für den Bundeshaushaushalt ist das aber eine enorme Belastung. Wie groß die Belastung ist und welche Auswirkungen sie hat, erfahren sie hier.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) © Christoph Soeder/dpa

14.30 Uhr: USA beklagen fast 200.000 Tote

Es ist eine unvorstellbare Zahl, ein kaum zu begreifendes Maß an Leid und Trauer: In den USA sind inzwischen fast 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das entspricht einer ausgelöschten Großstadt, etwa der 67-fachen Opferzahl der Terroranschläge vom 11. September 2001. Das von Präsident Donald Trump immer wieder als "unsichtbarer Feind" bezeichnete Virus könnte bei der Präsidentenwahl am 3. November seine Hoffnung auf eine zweite Amtszeit zunichte machen. Warum das so ist, lesen sie hier.

14.15 Uhr: Erste Fälle in der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos

In der griechischen Mönchsrepublik Berg Athos auf der Halbinsel Chalkidiki sind erste Corona-Fälle festgestellt worden. Im Kloster Agiou Pavlou, einem der zwanzig griechisch-orthodoxen Klöster des Berges, seien es acht Fälle, berichtete am Montag die griechische Tageszeitung "Kathimerini". Einer der Mönche sei in kritischem Zustand in ein Krankenhaus in Thessaloniki gebracht worden. Auch in zwei weiteren Klöstern gebe es jeweils mindestens einen Fall.
Eine Delegation der griechischen Gesundheitsbehörde sei bereits zum heiligen Berg gereist, um weitere Tests durchzuführen. Die Mönchsrepublik hatte ihre Tore kurz nach dem Ausbruch der Pandemie im März für Pilger geschlossen, dann aber Anfang Juni wieder geöffnet, als auch die Maßnahmen in der säkularen Welt gelockert wurden.

14.00 Uhr: Chemnitzer Weihnachtsmarkt mit Einschränkungen

In Chemnitz kann der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wegen der Corona-Regeln nur mit Einschränkungen stattfinden. Eine große, zusammenhängende Fläche werde es nicht geben, teilte die Stadt am Montag mit. Stattdessen sind fünf verschiedene Areale in der Innenstadt vorgesehen. Die Stadt will den Händlern Hütten in unterschiedlichen Größen zur Verfügung stellen. Zudem soll der Zugang beschränkt werden. Das Gelände wird eingezäunt, Besucher müssen sich an den Zugangstellen registrieren. Auch eine Anmeldemöglichkeit per App sei vorgesehen, hieß es.

Geöffnet hat der Markt, der normalerweise Tausende Besucher anlockt, bis 20.00 Uhr. Zudem dürfen Händler nur Glühwein "ohne Schuss" ausschenken. Mit den Maßnahmen soll verhindert werden, dass wegen zu viel Alkohol Mindestabstände nicht eingehalten werden. Eine Maskenpflicht ist bisher nicht vorgesehen. Die Bergparade auf dem Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr aus.
In Dresden unterdessen haben Veranstalter einen Weihnachtsmarkt bereits abgesagt.

13.28 Uhr: Kommende Woche neue Merkel-Runde mit Ministerpräsidenten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will kommende Woche mit den Bundesländern über Maßnahmen gegen die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen beraten. Kanzleramtschef Helge Braun habe am Montag in seiner Besprechung mit den Chefs der Staatskanzleien eine Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten für den 29. September um 14 Uhr angekündigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Teilnehmerkreisen.

Hintergrund sei der besorgniserregende Umstand, dass mehrere große Städte den wichtigen Grenzwert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten hätten. Zudem komme es an mehreren Stellen in Deutschland zu einer diffusen Ausbreitung von Corona, ohne dass ein klarer Ausbruchsort erkennbar sei. Braun habe demnach auch auf den Beschluss der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz verwiesen, nach dem Öffnungssignale derzeit nicht angebracht seien. Am Sonntag hatten etwa die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner erreicht.

13.05 Uhr: Söder warnt wegen Supercup vor ungarischem "Fußball-Ischgl"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat wegen der Sorge um das europäische Supercup-Finale des FC Bayern gegen den FC Sevilla eine schärfere Quarantäneregel für Fußballfans angekündigt. "Da ist ein hohes Infektionsgeschehen und wir müssen sehr, sehr aufpassen, dass wir da nicht sozusagen eine zusätzliche Gefahr, ein Fußball-Ischgl, riskieren", sagte Söder am Montag. Im Winter hatte es reichlich Corona-Infektionen im österreichischen Skiort gegeben, auch zahlreiche Deutsche hatten sich mit dem Virus infiziert.

Söder betonte, er blicke mit echter Sorge auf das Spiel am Donnerstag in Budapest zwischen Bayern und Sevilla, sollten wirklich "2.000, 3.000 Leute aus München und der Region nach Budapest fliegen". Ungarn sei zu Recht als Hochrisikogebiet eingestuft, sagte Söder. In Budapest liege die Zahl der Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen stabil bei einem Wert von 100.

Söder will am Dienstag dem Kabinett vorschlagen, Besucher von Sport- und anderen Kulturveranstaltungen von einer Ausnahmeregelung in der Einreise-Quarantäneverordnung auszunehmen. Normale Geschäftsreisende, die sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufhielten, müssen nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

Es sei aus seiner Sicht "zwingend erforderlich, dass wir dann die normalen Quarantäneregeln haben", sagte Söder. Das heißt, Reisende müssten nach ihrer Rückkehr in Selbstisolation gehen oder entsprechende Tests machen. Wer dagegen verstoße, müsse mit Strafen rechnen. Die Europäische Fußball-Union hält bislang an ihren Plänen fest, das Finale vor Zuschauern zu spielen. 

12.46 Uhr: München führt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ein

Zur Eindämmung des Coronavirus will die Stadt München eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt erlassen - falls die Neuinfektionszahlen weiterhin auf hohem Niveau bleiben. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Krisenstabes der Stadt, der am Montagvormittag wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen getagt hatte. Die Regelung soll von Donnerstag an gelten, falls die Zahlen weiter über dem kritischen Wert bleiben, wovon Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ausgeht. Außerdem sind dann wieder neue Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben vorgesehen.

So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte, sagte Reiter. Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie. Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht. Damit ist ein wichtiger Grenzwert für nachgewiesene Corona-Neuinfektionen überschritten worden.

12.40 Uhr: Nationalspieler Gündogan positiv auf Corona getestet

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan von Manchester City ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der englische Vizemeister am Montag mit. Der 29-Jährige befolgt nach Angaben des Vereins nun die Corona-Richtlinien der Premier League und der britischen Regierung und befindet sich in einer zehntägigen Selbstisolation. "Jeder im Club wünscht Ilkay eine schnelle Genesung", hieß es in der Mitteilung. Weitere Angaben machte der Verein von Trainer Pep Guardiola nicht. Gündogan fehlt City damit auch am Montagabend im Gastspiel bei den Wolverhampton Wanderers.

Ilkay Gündogan
Ilkay Gündogan © Christian Charisius/dpa

12.27 Uhr: Weitere Corona-Fälle in Dresden

Nach einem Sonntag ohne bekanntgewordene Neuinfektionen sind in der Landeshauptstadt nun zwei weitere Fälle laborbestätigt worden. Insgesamt wurden damit 775 Infektionen seit Beginn der Pandemie nachgewiesen. Die Zahl der vom Gesundheitsamt als genesen Eingestuften steigt allerdings auch - auf 712. Das sind drei mehr als noch am Sonntag. In Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenene gibt es nicht zu beklagen, die Opferzahl liegt seit Ende Mai konstant bei zehn. Die sogenannte Corona-Ampel für die Stadt steht nun bei 3,7 und bleibt damit weiterhin im grünen Bereich. Dieser statistische Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage registriert worden sind. 

12.00 Uhr: Italiens Nationalelf spielt im von Corona gebeutelten Bergamo

Die italienische Fußball-Nationalmannschaft bestreitet ihr Heimspiel gegen die Niederlande in der von der Corona-Pandemie besonders hart getroffenen Stadt Bergamo. Die Stadt stehe symbolisch für die Opfer der Pandemie in Italien, hieß es in einer Mitteilung des italienischen Verbandes. Die Partie am 14. Oktober soll wie alle anstehenden Spiele der Nationalmannschaft in Italien noch ohne Zuschauer stattfinden, obwohl die Regierung seit dem vergangenen Wochenende bis zu 1.000 Fans in den Stadien erlaubt. Auch das sei ein Grund für die Entscheidung, vom ursprünglich vorgesehenen deutlich größeren Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand nach Bergamo zu wechseln, hieß es von der FIGC. Zuletzt hatte die Squadra Azzurra 2006 in Bergamo gespielt. 

11.28 Uhr: Formel 1 fährt auf dem Nürburgring vor 20.000 Zuschauern

Sebastian Vettel darf bei der Formel-1-Rückkehr auf den Nürburgring vor 20.000 Zuschauern fahren. Das teilte die Kreisverwaltung Ahrweiler als zuständige Gesundheitsbehörde am Montag mit. Das Formel-1-Wochenende vom 9. bis zum 11. Oktober ist das erste Gastspiel der Motorsport-Königsklasse in der Eifel seit sieben Jahren. Grundlage der Genehmigung sei das von der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG. vorgelegte Hygienekonzept, hieß es. Das beinhalte Maßnahmen der Kontaktminimierung, eine gezielte Besuchersteuerung, spezielle Infektionsschutzmaßnahmen, die räumliche und zeitliche Einteilung von Publikumsgruppen sowie ein striktes Alkoholverbot. Die Eintrittskarten für das Formel-1-Rennen werden demnach ausschließlich online, personalisiert und sitzplatzgenau angeboten. Dadurch sei eine Kontaktnachverfolgung jederzeit möglich. Besucher aus Corona-Risikogebieten werden aufgrund des online-basierten Verkaufs identifiziert und ausgeschlossen. 

11.04 Uhr: Vielen Menschen geht das Geld aus

Wer zu Beginn der Pandemie einen Termin bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale ausmachte, hatte rückblickend fast banale Probleme. Es ging um Fragen wie stornierte Urlaubsreisen oder abgesagte Veranstaltungen. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Beratungen zugenommen, und es geht dabei um ernste finanzielle Problemen, die besorgniserregend zugenommen haben. Beratungsstellen können helfen, kommen aber zunehmend an ihre Grenzen. Wie die Probleme sich entwickeln, lesen Sie im Artikel Geld wird bei vielen Leuten knapp

10.37 Uhr: Hohe Corona-Zahlen in zahlreichen Städten in NRW

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen wollen die Behörden beraten, ob wegen gestiegener Infektionszahlen wieder striktere Corona-Maßnahmen eingeführt werden. Hamm steht mit 46,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen kurz vor der wichtigen Marke von 50. Die Stadt in Westfalen stand NRW-weit am Montag an der Spitze der Liste der sogenannten 7-Tage-Inzidenz und überholte mit einem Anstieg von fast vier Punkten zum Vortag Gelsenkirchen.

Auch in anderen Städten liegt der entsprechende Wert weiter über der Zahl 35, ab der bereits erste Maßnahmen ziehen: Gelsenkirchen lag - zum Vortag unverändert - bei 44,1. Remscheid bei 37,8, wobei der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) am Vortag noch bei 36,9 lag. Für Köln betrug der Wert am Montag 33,2 (Vortag: 34,2). Der Oberbergische Kreis stagnierte bei 33,0. An diesem Montag wollen die Behörden entscheiden, ob in Hamm, Gelsenkirchen und Remscheid wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. In Köln solle am Dienstag der Krisenstab zusammentreten.

10.11 Uhr: Drosten für gezielte Einschränkungen als Lockdown-Neuauflage

Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten künftig nicht zwangsläufig mit einer Neuauflage des Lockdowns vom Frühjahr zu rechnen. "Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß", sagte der Charité-Professor der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zum verbesserten Wissensstand im Vergleich zu Februar und März erklärte Drosten, es gebe bestimmte Situationen, bei denen inzwischen klar sei, dass dabei nur einzelne Fälle entstünden, aber "eigentlich wenig neu hochkocht".

Drosten nannte etwa "Eins-zu-eins-Situationen" im Berufsleben, in denen sich zum Beispiel nur zwei Menschen gegenübersitzen. Das könne man weiterdenken für kleine Gruppen. "Und insofern werden wir, glaube ich, nicht wieder so schnell so einen Lockdown haben", bilanzierte der Virologe. Einen solchen Schritt gehe man nur, "weil man nicht die Orientierung hat in den Maßnahmen". Das sei nun anders. Als problematisch für die Entwicklung der Pandemie gelten mittlerweile insbesondere Situationen mit größeren Gruppen: Die Anwesenheit eines Infizierten kann unter Umständen auf einen Schlag für etliche Neuinfektionen sorgen.

Drosten bekräftigte gleichzeitig, dass er von einer weiteren Zunahme der Fälle ausgeht. Nach Mitteln gegen Ermüdungserscheinungen in der Bevölkerung bezüglich der Pandemie und den Verhaltensregeln gefragt sagte er: "Ich glaube, es sind eigentlich zwei Dinge, die dazu führen werden, dass die Allgemeinheit sich wieder mehr auch dieser Coronavirus-Thematik zuwendet und den Maßnahmen." Zum einen sei sorgfältige Kommunikation von Politik und Wissenschaft wichtig. "Der andere Effekt wird leider durch das Virus selbst kommen: Das Virus wird sich die Aufmerksamkeit wieder holen, weil einfach wieder Fälle kommen werden."

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin © Christophe Gateau/dpa

9.50 Uhr: Tschechischer Gesundheitsminister zurückgetreten

Inmitten steigender Corona-Infektionszahlen hat der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech seinen Rücktritt erklärt. Er wolle neuen Raum für die Lösung der Krise eröffnen, sagte der 33-Jährige am Montag. Ministerpräsident Andrej Babis dankte seinem Parteikollegen bei Twitter für seine geleistete Arbeit. Er habe die erste Infektionswelle im Frühjahr "auf unglaubliche Weise" gemeistert.

In den letzten Wochen war die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Tschechien rapide angestiegen. Fast täglich waren neue Höchststände zu vermelden. Experten sprachen von einer "zweiten Welle" des Infektionsgeschehens. Vojtech wollte die Maßnahmen schon früher verschärfen, wurde aber teilweise von Regierungschef Babis wieder zurückgepfiffen. Die Opposition sprach von einem Bauernopfer vor den Regional- und Senatswahlen in weniger als zwei Wochen. Zugleich forderte sie schnellen Ersatz.

Bis Montag stieg die Gesamtzahl der jemals Infizierten in Tschechien um 985 auf knapp 49.300. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkranung starben 503 Menschen. Etwa die gleiche Zahl befand sich aktuell im Krankenhaus in Behandlung. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

9.35 Uhr: Deutlich weniger Hochzeiten wegen Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. Das zeigt sich nun auch in der offiziellen Ehe-Statistik. In den ersten sechs Monaten wurden demnach bundesweit 139.900 Ehen geschlossen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein. Die Zahl der neu geschlossenen Ehen sank aber nicht ganz auf einen historischen Tiefstand. 

9.14 Uhr: Söder stellt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in Aussicht

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. „Ich will keinem die Freude nehmen“, sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

Zudem soll das Gesundheitsamt der Stadt künftig durch die Bundeswehr unterstützt werden. „Wir werden die Bundeswehr bitten, 100 Leute zur Verfügung zu stellen, um die Nachverfolgung zu verbessern.“ Am Sonntag erreichten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt. © Peter Kneffel/dpa

8.44 Uhr: Bei regional steigenden Infektionszahlen keine Fans im Stadion

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung, die Bundesliga-Auftaktpartie in München ohne Zuschauer auszutragen, gelobt und ähnliche kurzfristige Schritte auch künftig nicht ausgeschlossen. "So bitter das für den einzelnen und die Stimmung beim Fußball sein mag: Wenn regional die Infektionszahlen steigen, sollten keine Fans ins Stadion. Die Stadt München hat das genau richtig gemacht", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend entgegen der ursprünglichen Planung doch keine Fans zugelassen. Zunächst sollten 7.500 Fans im Stadion erlaubt sein. Die Entscheidung, dass das Risiko zu groß ist, fiel erst am Donnerstag. "Entscheidend sind gute Konzepte, die dann auch konsequent angewandt werden", sagte Spahn.

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend keine Fans zugelassen.
Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen in München waren zu der Begegnung gegen den FC Schalke 04 (8:0) am Freitagabend keine Fans zugelassen. © Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa

8.26 Uhr: IG Metall: Konzerne nutzen Corona-Krise für Kahlschlag

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat Industriekonzernen vorgeworfen, die Corona-Krise als Vorwand für massiven Stellenabbau zu nehmen. "Eine Reihe Arbeitgeber nutzt die Krise, um in Deutschland zum Kahlschlag anzusetzen und Arbeit in Billiglohnländer zu verlagern", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn manche Betriebe gleichzeitig Liquiditätshilfen oder andere steuerfinanzierte Stützungen in Anspruch nehmen, ist dies skandalös."

Je länger der Krisenverlauf, umso mehr entwickele sich Druck auf Beschäftigung, so Hofmann. "Diesen Unternehmen muss aber klar sein: Sie gefährden ihre eigene Zukunftsfähigkeit." Die Unternehmen stünden mit Dekarbonisierung und Digitalisierung vor großen Aufgaben. Dafür brauchten sie Investitionen in Forschung und Entwicklung, vor allem aber auch in gut ausgebildete Fachkräfte.

7.49 Uhr: TU Dresden entwickelt neuen Corona-Schnelltest

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