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Tausende demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen

Querdenken-Demo in Düsseldorf, Münchner Corona-Zahlen steigen weiter, Appell gegen "Impf-Nationalismus" - unser Newsblog.

Teilnehmer einer Demonstration in Düsseldorf protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Teilnehmer einer Demonstration in Düsseldorf protestieren mit Schildern auf den Rheinwiesen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. © Roberto Pfeil/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

18.10 Uhr: Proteste gegen Corona-Absperrungen in Madrid

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Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus
Demenzsensibles Krankenhaus St. Carolus

Jeder dritte bis vierte Patient bringt die Nebendiagnose Demenz mit ins Krankenhaus. Das St. Carolus in Görlitz geht einen besonderen Weg und hilft damit allen Beteiligten.

 Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.

Die Menschen trugen Plakate mit Aufschriften wie "Unsere Stadtteile sind keine Ghettos", "Mehr Ärzte, mehr Kontaktnachverfolger - keine Ausgrenzung" oder "Ihr habt uns im Stich gelassen und nun sperrt ihr uns ein". Sie forderten den Rücktritt der konservativen Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso: "Ayuso, Du bist das Virus".

Die harten Maßnahmen sollen zunächst zwei Wochen lang gelten. Betroffen sind nach amtlichen Angaben 850.000 der rund 6,6 Millionen Einwohner der Region um die Hauptstadt. Abgeriegelt werden insgesamt 37 Gebiete in sechs Stadtteilen sowie in sieben Kommunen im Umland Madrids. Die jeweiligen Gebiete dürfen dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt.

Ähnliche Absperrungen gibt es auch in anderen Teilen Spaniens, etwa in Mallorcas Hauptstadt Palma. Betroffen sind bei den sogenannten "Teilabsperrungen" nicht nur in Madrid fast immer ärmere Wohnquartiere mit sozialen Problemen. In den betroffenen Gebieten Madrids liegt die Zahl der Neuinfektionen oft bei weit mehr als 1.000 pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, derzeit etwa bei 12.

17.00 Uhr: Tausende demonstrieren in Düsseldorf gegen Corona-Maßnahmen

Begleitet von Gegendemonstrationen und starken Polizeikräften haben einige Tausend Menschen in Düsseldorf gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Der Demonstrationszug durch die Innenstadt war von einer regionalen Gruppe der Initiative Querdenken angemeldet worden. Der Veranstalter sprach von 5.000 bis 6.000 Teilnehmern.

Während die Demo durch die Innenstadt zog, kam es zu einzelnen kleinen Rangeleien am Straßenrand. Die Polizei sprach allerdings von einem insgesamt friedlichen Verlauf. Auch den Mindestabstand von 1,5 Metern hätten die Teilnehmer eingehalten. Eine Maske mussten sie gemäß der nordrhein-westfälischen Corona-Schutzverordnung bei der Demo nicht tragen.

An einer Gegendemonstration der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" beteiligten sich einige Hundert Menschen. Unter ihnen waren der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und sein Herausforderer bei der Stichwahl um den Chefsessel im Rathaus am kommenden Sonntag, Stephan Keller (CDU). 

16.03 Uhr: Arbeitnehmervertreter wollen bei Corona-Prämien nicht mitwirken 

Mehrere Arbeitnehmervertreter großer Kliniken wollen bei der Umsetzung der geplanten Corona-Prämien in der Pflege nicht mitmachen. "Das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Gesetzlichen Krankenkassen vorgelegte Konzept stellt uns als Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen vor Probleme", heißt es in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der am Sonntag von der Gewerkschaft Verdi veröffentlicht wurde. Konkret wird kritisiert, dass der Bonus nur an Beschäftigte mit Covid-19-Patienten ausgezahlt werden soll.

"Das schafft Unfrieden in der Belegschaft. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung", heißt es in dem von rund 40 Vertreterinnen und Vertretern auch diverser Unikliniken unterschriebenen Schreiben. Den Angaben zufolge sollen bei der derzeitigen Ausgestaltung rund 100.000 von 440.000 Pflegekräften von dem Corona-Bonus profitieren. Alle Beschäftigten seien für die Krankenversorgung wichtig. 

Das derzeit vorgesehene Prämien-System sieht vor, dass Kliniken mit vielen Corona-Patienten 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen bekommen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können.

Auch die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisierte die Ausgestaltung der Prämien für einen Teil der Pflegerinnen und Pfleger. Diese sei nur widerwillig und auf Kosten der Krankenkassen erfolgt, sagte die Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). 

15.40 Uhr: Münchner Corona-Zahlen steigen weiter 

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7. 

Bayern, München: Gäste feiern im Festsaal des Hofbräuhaus bei einer "WirtshausWiesn" - als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest.
Bayern, München: Gäste feiern im Festsaal des Hofbräuhaus bei einer "WirtshausWiesn" - als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest. © Felix Hörhager/dpa

14.50 Uhr: Gesundheitsminister: Großbritannien steht an "Wendepunkt" 

Angesichts eines rapiden Anstiegs von Corona-Fällen steht Großbritannien laut Gesundheitsminister Matt Hancock an einem "Wendepunkt". Auf die Frage, ob das Land mit einem weiteren Lockdown rechnen müsse, sagte Hancock am Sonntag dem Sender BBC: "Ich schließe es nicht aus, ich will es nicht." Wenn sich alle an die Regeln hielten, ließe sich ein weiterer Lockdown vermeiden.

Premierminister Boris Johnson kündigte am Sonntag zudem verschärfte Corona-Maßnahmen an. Ab Ende September müssen demnach Menschen, die wiederholt gegen Auflagen zur Selbstisolierung verstoßen, eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 10.900 Euro zahlen. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen, um zu verhindern, dass die am meisten gefährdeten Menschen infiziert werden, und um den (staatlichen Gesundheitsdienst) NHS zu schützen und Leben zu retten", sagte Johnson.

Der Regierungschef erwägt zudem Berichten zufolge die erneute Einführung eines Versammlungsverbots für Personen aus verschiedenen Haushalten und Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Pubs.

13.54 Uhr: Hessen und Bayern wollen Homeoffice steuerlich fördern

Hessen und Bayern wollen sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass mehr Menschen ihr Homeoffice von der Steuer absetzen können. Insbesondere Bürger, die sich kein eigenes Arbeitszimmer einrichten können, sollen von der geplanten "Einfachvariante" profitieren, wie der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) und sein hessischer Kollege Michael Boddenberg (CDU) am Sonntag gemeinsam mitteilten. Die Initiative, die sie in den Finanzausschuss des Bundesrates einbringen wollen, sieht vor, dass pro vollem Tag im Homeoffice ein Pauschalbetrag von fünf Euro als Werbungskosten angesetzt werden kann - maximal 600 Euro pro Jahr.

Besondere Voraussetzungen in der Wohnung sind nach den Plänen der Finanzminister nicht notwendig. Sie wollten, "dass die Zusatzkosten durch Homeoffice unbürokratisch bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden können", erklärten die Minister. Der Vorschlag trage "zur Steuervereinfachung bei" und könne "helfen, die in der gegenwärtigen Praxis häufigen Konflikte mit dem Finanzamt bei den Arbeitszimmerkosten zu befrieden".

Es ist nicht der erste Vorstoß in diese Richtung. Unter anderem forderte bereits im Mai der FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich mehr Steuervorteile für die Arbeit daheim. "Homeoffice sollen alle steuerlich geltend machen können", sagte der Politiker. Derzeit kann nur derjenige seinen Arbeitsplatz zu Hause steuerlich geltend machen, der dafür über ein eigenes Zimmer verfügt. "Dies geht jedoch an der Realität der meisten Arbeitnehmer vorbei", bemängelte Ullrich.

13.02 Uhr: Erstmals über 1.000 Neuansteckungen am Tag in Ungarn 

In Ungarn sind erstmals mehr als 1.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert am Sonntag mit 1.070 an. Sechs Menschen starben in den letzten 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Seit Beginn der Pandemie im März starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 683 Menschen mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück, als für das Land ein schwaches Infektionsgeschehen kennzeichnend war. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5.681 Neuansteckungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadt Budapest am vergangenen Mittwoch zum Risikogebiet erklärt. 

12.45 Uhr: Esken schlägt kostenlose Nachhilfe für Schüler vor 

SPD-Chefin Saskia Esken hat angesichts der Corona-Pandemie kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ins Gespräch gebracht. "Warum eröffnen wir den Schüler*innen nicht ein Abonnement auf einer qualitätsgeprüften Nachhilfeplattform?", sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kosten könnten nach Eskens Worten mit dem Geld aufgefangen werden, das für - jetzt ausfallende - Fahrten ins Schullandheim vorgesehen gewesen sei.

"Wir müssen die Nachteile, die gerade sozial benachteiligten Familien und ihren Kindern aus der Pandemiebewältigung entstehen, so gering wie möglich halten und so weit wie möglich ausgleichen", betonte Esken. Bildungsgerechtigkeit bedeute in diesen Zeiten auch, dass Unterricht durchgehend und flächendeckend angeboten werde. Zudem müssten Kinder und Jugendliche, die etwa wegen Vorerkrankungen oder Quarantäne nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könnten, technisch vernünftig ausgestattet werden.

Esken soll an diesem Montag an Beratungen der Landes-Bildungsminister mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Kanzleramt teilnehmen. Es dürfte vor allem wieder um die technische Ausstattung und Digitalisierung der Schulen gehen. 

Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD
Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD © Michael Kappeler/dpa

11.55 Uhr: Virtuelle Fachtagung zu Arbeitsschutz in Corona-Zeiten 

In der Corona-Pandemie besteht in Sachsen nach Darstellung des Wirtschaftsministeriums ein großer Beratungsbedarf zum Arbeitsschutz. Bei einer virtuellen Konferenz am kommenden Donnerstag soll daher über die Herausforderungen der nächsten Monate diskutiert werden, wie das Wirtschaftsministerium in Dresden am Sonntag mitteilte. "Der Arbeitsschutz leistet einen wesentlichen Beitrag bei der Bewältigung der Krise." Corona habe das Arbeitsleben in vielen Bereichen plötzlich und grundlegend verändert, Verantwortliche und Akteure hätten schnelle und weittragende Lösungen schaffen müssen. Bei dem Corona-Fachtag geht es den Angaben zufolge unter anderem um Erkenntnisse zu Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit sowie Homeoffice.

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11.19 Uhr: Corona-Regeln missachtet: Polizei löst Party in Berliner Park auf

Die Berliner Polizei hat in der Nacht auf Sonntag erneut den James-Simon-Park in Mitte geräumt. Einsatzkräfte hätten dort bei einer Ansammlung von 500 bis 700 Menschen Verstöße gegen die Corona-Regeln sowie laute Musik und Geschrei beanstandet und die Feiernden nach Hause geschickt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Leute seien der Aufforderung zum Verlassen des Parks friedlich nachgekommen.

Bereits in der Nacht auf Samstag hatten Polizisten den Park an der Spree räumen müssen. Den Angaben zufolge hatten Partyteilnehmer gegrölt und sich nicht an die Mindestabstände wegen der Pandemie gehalten. Zeugen berichteten, dass innerhalb einer etwa 300-köpfigen Gruppe einige mit Stühlen von nahen Gaststätten aufeinander losgegangen seien.

10.42 Uhr: Scheuer sagt Luftverkehrsbranche weitere Unterstützung zu 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat der angeschlagenen Luftverkehrsbranche weitere Unterstützung zugesagt. Der CSU-Politiker geht von einer globalen Neuverteilung der Luftverkehrswirtschaft aus. "Wir werden über einen gewissen Zeitraum nicht mehr die ganze Bandbreite der Mobilität in der Luft haben. Manche freuen sich darüber, ich nicht. Und wir werden auch weiterhin helfen müssen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Scheuer verwies auf das milliardenschwere staatliche Hilfspaket für die Lufthansa. "Aber wir denken natürlich auch an die Flughäfen. Wir bereiten gerade ein Konzept für die Regionalflughäfen vor und thematisieren die großen Verkehrsflughäfen. Wenn wir an dieser Stelle wichtige Infrastruktur verlieren, können wir sie nicht mehr reaktivieren." Das Ziel sei es, Struktur zu erhalten. "Alles, was schließt, was nicht mehr am Netz ist, wird nicht mehr aufmachen." Scheuer kündigte an, zu einem Luftverkehrsgipfel einladen zu wollen.

Der Luftverkehr gehört zu den Branchen, die in der Corona-Krise am schwersten belastet sind. Die Buchungen sind stark gesunken. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Dies verschärft den Spardruck. Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte zuletzt deutlich gemacht, die bislang geplanten Einschnitte beim Konzern in Flotte und Belegschaft reichten nicht aus. 

9.20 Uhr: Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen", sagte er CSU-Chef der "Welt am Sonntag". "Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben. 

8.40 Uhr: Gerechte Verteilung von Impfstoffen gefordert 

Die Entwicklungsorganisation One hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von künftigen Corona-Impfstoffen zu sorgen. "Impf-Nationalismus ist wie ein Gift - und das ist das letzte, was wir gerade brauchen", sagte der deutsche One-Direktor Stephan Exo-Kreischer mit Blick auf die Dienstag in New York beginnende Generaldebatte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

In der Pandemie schienen viele Regierungen zu vergessen, "dass es für globale Herausforderungen keine nationalen Lösungen gibt", beklagte Exo-Kreischer. Viele Länder schlössen Geschäfte mit Pharmafirmen ab, um sich Vorrechte für einen Impfstoff zu sichern. "Dabei denkt kaum einer daran, wie dieser Impfstoff auch den Menschen zugänglich gemacht werden kann, die am stärksten von Armut betroffen sind." Im Schnitt seien neue Medikamente bisher mit sieben Jahren Verzögerung in Entwicklungsländern angekommen.

"Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, endlich an einem Strang zu ziehen", sagte Exo-Kreischer. "Konkret heißt das, dass insbesondere die reichen Industrieländer Geld in die Hand nehmen und es in die Covax-Initiative investieren." In diesem Vorhaben arbeiten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die globalen Allianzen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch den Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind - und das zu einem bezahlbaren Preis.

"Deutschland kann hier eine Führungsrolle einnehmen, indem es mit guten Beispiel vorangeht und diese internationale Impf-Initiative finanziell unterstützt", sagte Exo-Kreischer. 

8.10 Uhr: 1.345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert 

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1.345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Samstag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271.415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 20.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

7.55 Uhr: Rosa Delfine kehren nach Hongkong zurück 

Rosafarbene Delfine kommen wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Corona-Krise zurück in die Gewässer um Hongkong. Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Nun wird der in der Region selten gewordene Meeresbewohner immer häufiger gesichtet.

Die Säugetiere, auch als chinesischer weißer Delfin bekannt, kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschaftler der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichteten.

Die Delfine, die ihren rosa Farbton von sichtbaren Blutgefäßen erhalten, sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macao, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab.

Meeresforscher der St. Andrews University in Großbritannien sagten der Hongkonger Zeitung, dass Sichtungen der seltenen Delfine um 30 Prozent gestiegen seien. Den Forschern zufolge ermöglichten die ruhigeren Gewässer den Delfinen, sich in größeren Gruppen zu versammeln und mehr Kontakte zu knüpfen, was eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Säugetiere ermögliche. 

Zwei Chinesische Weiße Delfine (Sousa chinensis) in der Sanniangwan Scenic Area. Die Säugetiere kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert
Zwei Chinesische Weiße Delfine (Sousa chinensis) in der Sanniangwan Scenic Area. Die Säugetiere kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert © Zhang Ailin/XinHua/dpa

Corona-Pandemie: Meldungen vom Sonnabend

16.57 Uhr: Pariser Élyséepalast empfängt trotz angespannter Lage Besucher

Trotz Corona hat der Pariser Élyséepalast am Wochenende seine Türen für Besucher geöffnet. Mit Mund-Nasen-Schutz schlenderten Neugierige anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" durch den Amtssitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dort konnten sie zum Beispiel den Salon doré bestaunen - das goldverzierte Büro des Präsidenten ist gerade erst aufwändig restauriert worden. Neben weiteren Räumlichkeiten wie dem Büro der First Lady gab es etwa Geschenke von anderen Staatsgästen und eine Fotoausstellung zur Arbeit Macrons zu sehen - außerdem spielte das Orchester der Republikanischen Garde. Auch der Garten war geöffnet. Wegen Corona hatte der Élysée die Besucherzahl in diesem Jahr deutlich reduziert. Es konnten sich für Samstag und Sonntag jeweils 2.500 Menschen anmelden - das sind etwa dreimal weniger Gäste als in den Vorjahren.

Besucher schauen sich im Festsaal des Präsidentenpalastes, dem Elyseépalast um.
Besucher schauen sich im Festsaal des Präsidentenpalastes, dem Elyseépalast um. © Alain Jocard/AFP/dpa

16 Uhr: Höchster Tageswert an Corona-Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat den höchsten Tageswert an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie registriert. Wie am Samstag aus Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit dem Vortag 589 neue Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - das ist der höchste Tageswert, seit das Virus Ende Februar erstmals im nördlichsten deutschen Nachbarland nachgewiesen worden war.

Die heutigen Zahlen lassen sich allerdings nur schwer mit denjenigen der ersten Hochphase der Corona-Krise im Frühjahr vergleichen, weil in Dänemark wie in zahlreichen anderen Ländern heute viel mehr auf Corona getestet wird. Dennoch sind die dänischen Behörden und die Regierung in Kopenhagen besorgt über den Anstieg der vergangenen Wochen, der vor allem mit einigen lokalen Ausbrüchen zusammenhängt. Zuletzt sind die Fallzahlen vor allem in der Hauptstadtregion angestiegen. 

15.09 Uhr: Wieder Rekord bei Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat zum zweiten Mal in zwei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Fälle lag bei 290, teilte das Nationale Gesundheits-Informationszentrum am Samstag mit. Dies war der höchste Wert sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 235 Fälle. In der Slowakei haben sich nach offiziellen Angaben bislang 6546 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 39 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

14.53 Uhr: Erster Dresdner Weihnachtsmarkt ist abgesagt

Aufgrund der strengen Corona-Auflagen hat nun der erste Veranstalter seinen Weihnachtsmarkt in Dresden abgesagt. Thoralf Rank hat am Freitag "schweren Herzens" die Entscheidung getroffen, dass sein Weihnachtsmarkt in der Münzgasse und an der Frauenkirche in diesem Jahr nicht stattfinden wird. "Unser Problem ist tatsächlich der Platz", erklärt Rank. Die Münzgasse ist sehr eng, Besucher könnten nur ein eine Richtung über den Markt laufen, eine Kontrolle sei kaum möglich. Welche weiteren Gründe zur Absage führten und wie andere Veranstalter reagieren, erfahren sie hier.

Der Weihnachtsmarkt in der Münzgasse wird in diesem Jahr nicht stattfinden.
Der Weihnachtsmarkt in der Münzgasse wird in diesem Jahr nicht stattfinden. © André Wirsig

14.34 Uhr: Arbeitsagenturchef Scheele hält längeres Kurzarbeitergeld für richtig

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hält die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes in der aktuellen Situation für richtig. Damit würden im Moment 2,1 Millionen Arbeitsplätze erhalten, sagte Scheele dem Deutschlandfunk im "Interview der Woche" (Samstag). "Ich finde die Frage, was kostet die Kurzarbeit und kann man sie sich leisten, kann man immer nur beantworten, wenn man das bespricht mit der Frage, was ist die Alternative", erklärte er. Die Alternative sei "gewiss nicht, nichts zu tun". Es sei besser, Menschen in Arbeit zu halten. Und umsonst sei ohnehin nichts zu haben, betonte Scheele.

Detlef Scheele (SPD), Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit.
Detlef Scheele (SPD), Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. © Christoph Soeder/dpa

14 Uhr: Fan-Initiative: Bestandsaufnahme fällt "mehr als enttäuschend" aus

Mit deutlichen Worten hat die Fan-Initiative "Unser Fußball" mangelnde Tatkraft in der Corona-Krise kritisiert und Verbände und Vereine erneut zum Handeln aufgefordert. "Zum Beginn der neuen Saison fällt die Bestandsaufnahme mehr als enttäuschend aus: Einen Grundsatzbeschluss gibt es bis heute nicht. Stattdessen sind die Stimmen, die sich noch im Frühjahr für einen Wandel ausgesprochen haben, deutlich leiser geworden", betonte die Initiativgruppe in einer Mitteilung am Samstag.

"DFL und DFB planen Taskforce Formate mit fragwürdigem Ausgang sowie ohne jegliche Verbindlichkeit und nur wenige Vereine der DFL, die die Reformen im Profifußball beschließen müssen, positionieren sich öffentlich", wird in dem Appell betont. Nach Angaben der Fan-Initiative haben sich rund eine halbe Million Menschen der Erklärung "Unser Fußball - noch weit entfernt" angeschlossen und einen grundlegenden Wandel gefordert. 

13.05 Uhr: Spahn: Gesundheitssystem trotz Corona-Anstiegs noch nicht überlastet

Das deutsche Gesundheitssystem ist derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch nicht überlastet. Mit fast 2.300 Neuinfektionen an einem Tag sei zwar der höchste Wert seit April erreicht worden, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter. "Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt", fügte er hinzu. Er appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten. Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten am Freitag 2.297 neue Corona-Infektionen registriert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hatte in der vergangenen Woche im Interview mit dem "Handelsblatt" erklärt, Deutschland sei derzeit in der Lage, die Pandemie "vergleichbar gut zu managen". Er sagte: "Man muss nicht mehr das ganze Land lahmlegen." Unter Deutschlands Nachbarländern ist derzeit besonders Frankreich stark betroffen. Am Freitagabend meldeten die französischen Gesundheitsbehörden einen neuen Höchstwert von 13.215 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen wie im Frühjahr plant die Bundesregierung momentan aber nicht. 

12.30 Uhr: Klimademo statt Oktoberfest-Anstich

Anstelle des traditionellen Fassanstichs zum Start des Oktoberfests haben Klimaschützer auf der Münchner Theresienwiese demonstriert. Sie zogen am Samstag mit mehr als 100 Teilnehmern auf das Gelände, auf dem ohne die Corona-Pandemie am Samstag das Oktoberfest begonnen hätte. Zum bunten Tross gehörten unter anderem eine elektrische Kutsche, auf der junge Frauen in Tracht tanzten, ein Esel, Bäume in Bollerwagen, als Kühe verkleidete Menschen und Kinder auf Fahrrädern. Veranstalter der Kundgebung war das Netzwerk Klimaherbst, das dazu unter dem Motto "Einzug der Klimaheld*innen" aufgerufen hatte.

Auf dem Festgelände schrieben die Demonstrierenden - begleitet von Festmusik - ihre Ideen von mehr Tierschutz über Klimagerechtigkeit bis zu einer sozialeren und ökologischeren Zukunft mit Kreide auf den Asphalt. Die Teilnehmer trugen großenteils Mund-Nasen-Schutz und achteten auf Abstände. 

12.13 Uhr: Hunderte feiern in Berliner Parks ohne Corona-Regeln: Polizei löst auf

Sie hörten laute Musik, feierten ohne Corona-Sicherheitsabstand und prügelten sich auch. Die Polizei schritt ein und räumte in der Nacht zum Samstag mehrere Feiern mit Hunderten Teilnehmern. Die Einsatzkräfte seien von Bundespolizisten unterstützt worden, teilte die Berliner Behörde am Samstag mit. Rund 100 Beamte waren im Einsatz.

Etwa gegen 23.00 Uhr lösten die Beamtinnen und Beamten eine Ansammlung im James-Simon-Park im Bezirk Mitte mit bis zu 600 Teilnehmern auf. Partyteilnehmer hätten gegrölt und sich nicht an die Mindestabstände wegen der Pandemie gehalten, hieß es. Nach Angaben von Zeugen sollen aus einer etwa 300-köpfigen Gruppe heraus einige mit Stühlen von nahen Gaststätten aufeinander losgegangen sein. Auch der Monbijoupark sei geräumt worden. Einsatzkräfte hätten Anwesende teilweise abdrängen, wegschubsen und festnehmen müssen, teilte die Polizei weiter mit. Beamte seien mit Flaschen attackiert worden. Ein Polizist sei verletzt und ambulant behandelt worden. 

11.58 Uhr: Polen verzeichnet Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden 1.002 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 149 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Lublin im Osten (122) und Pommern (96) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am 21. August erfasst, er betrug 903 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, es gebe keine großen lokalen Epidemieherde. "Die Werte, die wir jetzt sehen, sind ein Ergebnis davon, dass die Menschen zum normalen Alltagsleben und zur Arbeit zurückgekehrt sind Es geht um das, was wir auch auf den Straßen sehen: mehr Menschen, mehr Kontakte." In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 78.3330 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2.282 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. 

11.21 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut: Impfstoff-Zulassung Ende 2020 oder Anfang 2021

Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Corona-Impfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun Impfstoff-Kandidaten in der abschließenden klinischen Phase III, sagte Instituts-Chef Klaus Cichutek den Sendern RTL und ntv. Zwar sei der Zeitpunkt Spekulation, "aber rechnen wir mal Ende diesen Jahres, mit Beginn des nächsten Jahres mit den ersten Zulassungen." Diese Einschätzung vertritt das Paul-Ehrlich-Institut - das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe - unverändert seit längerer Zeit.

Auch bei einer Zulassung von Impfstoffen zu diesem Zeitpunkt werde es noch mehrere Monate dauern, bis in Deutschland ein Impfstoff flächendeckend zu Verfügung stehe. Dann sei es Aufgabe des Robert Koch-Instituts, für Deutschland zu entscheiden, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden sollten. "Ich nehme an, dass noch einige Monate im nächsten Jahr ins Land gehen, bis wir von flächendeckender Verfügbarkeit reden. Weltweit kann das den größten Teil des nächsten Jahres, wenn nicht das gesamte nächste Jahr in Anspruch nehmen", sagte Cichutek. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts rechnet übrigens für Deutschland bei Corona mit einer großen Impf-Bereitschaft.

10.48 Uhr: Streit um Corona-Maske eskaliert im Zug nach Dresden

Jan Wollmann wollte schnell nach Hause mit dem Trilex-Zug, 0.30 Uhr von Radeberg nach Dresden. Dass die Fahrt viel länger dauern würde als geplant, ahnte er da nicht. Er suchte sich einen Platz und alles schien wie immer. „Als dann der Fahrkartenkontrolleur kam, forderte er mich auf, eine Schutzmaske aufzusetzen. Sonst müsse ich aussteigen. Doch ich bin von der Maskenpflicht befreit. Ich leide an Panikattacken und habe einen entsprechenden Schwerbehindertenausweis“, sagt der Dresdner.

Der Schaffner ließ sich nicht überzeugen. „Er sagte, wenn ich keine Maske habe, könne ich zum Schutz der anderen Fahrgäste nicht weiter mitfahren.“ Minutenlang ging der Wortwechsel hin und her. „Beim Halt in Langebrück ist noch der Fahrer des Zuges dazugekommen. Auch er hat darauf bestanden, dass ich aussteige.“ Wie der Streit ausgegangen ist, erfahren sie hier (SZ+).

10.25 Uhr: Theresienwiese in München bleibt vor Anstich-Termin weitgehend leer

Die Theresienwiese in München ist am Morgen des ursprünglich geplanten Oktoberfest-Starts weitgehend leer geblieben. Während am ersten Wiesn-Samstag um 8 Uhr morgens normalerweise das Rennen um Plätze in einem der Zelte bereits weitgehend entschieden wäre, herrschte an diesem Samstag weitgehende Ruhe auf dem Gelände. Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Auf der Theresienwiese gilt am Samstag ab 9 Uhr ein Alkoholverbot, um wilde Ersatzfeiern für die ausgefallene Wiesn zu verhindern.

Eine Stunde vorher nutzte noch ein kleines, teilweise in Tracht gekommenes Grüppchen auf den Treppen zur monumentalen Bavaria-Statue die Gelegenheit, um anzustoßen. Währenddessen bildete sich bereits eine kleine Schlange vor der dortigen Corona-Teststation. Ansonsten gehörte das Gelände am Samstagmorgen vor allem Joggern und Spaziergängern.

Zwei Männer in Tracht stehen mit Bierflaschen kurz vor Inkrafttreten des Alkoholverbots auf dem Wiesn-Gelände. Im Hintergrund ist die Bavaria-Statue zu sehen.
Zwei Männer in Tracht stehen mit Bierflaschen kurz vor Inkrafttreten des Alkoholverbots auf dem Wiesn-Gelände. Im Hintergrund ist die Bavaria-Statue zu sehen. © Peter Kneffel/dpa

9.50 Uhr: Flick missfällt Austragung des UEFA-Supercups im Corona-Risikogebiet

Bayern-Trainer Hansi Flick behagt die Austragung des europäischen Fußball-Supercups im Corona-Risikogebiet Budapest ganz und gar nicht. "Das ist eine Sache, die man nicht ganz so versteht. Aber wir sind nicht die, die die Entscheidung treffen, die haben andere getroffen", sagte der 55-Jährige. Die Münchner sollen als Champions-League-Sieger nach dem Willen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag in der ungarischen Hauptstadt gegen den Europa-League-Gewinner FC Sevilla antreten. Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) hatte Budapest am Mittwochabend wegen steigender Infektionszahlen in die Liste der Risikogebiete aufgenommen. Das Auswärtige Amt folgte mit der Reisewarnung, die auch für die Bayern-Fans gilt. Die UEFA hält bislang auch an ihren Plänen fest, in der Puskás Arena vor Fans zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden.

9 Uhr: Fast 2.300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2.000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2.297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bisher hatten rund 239.800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

8.38 Uhr: Corona und Böllerverbot: Städte stecken noch in Silvesterplanung

Viele deutsche Städte stecken noch in den Planungen zu den Feierlichkeiten für den Jahreswechsel. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Rathäusern in 16 Großstädten. Einige davon wollen über die auf Bundesebene geregelten Vorschriften hinaus lokale Verbotszonen für das Böllern einrichten. Entsprechende Überlegungen begründet aber bislang nur Rostock ausdrücklich mit der Coronavirus-Pandemie. In Berlin sollen nach Angaben der Senatsverwaltung für Inneres Feuerwerks-Verbotszonen rund um das Brandenburger Tor und zusätzlich in zwei weiteren Teilen der Stadt ausgewiesen werden.

Auch Hannover werde "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" in bestimmten Bereichen der Innenstadt ein Mitführ- und Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern erlassen, hieß es. In Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden und München haben Behörden derweil noch nicht abschließend geklärt, ob das Böllern zusätzlich eingeschränkt wird. 

Samstag 08.09 Uhr: US-Behörde nimmt Empfehlung für weniger Tests zurück

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre umstrittene Empfehlung zurückgenommen, Coronavirus-Tests bei Personen ohne Symptome zurückzufahren. In einer Aktualisierung der CDC-Richtlinien vom Freitag heißt es nun wieder, dass auch sie getestet werden sollen, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten. Die CDC hatte das Dokument am 24. August geändert und erklärt, ein Test sei in diesen Fällen nicht unbedingt nötig, wenn man keine Symptome aufweise - außer bei Menschen, die zu Risikogruppen gehörten. Diese Einschätzung geriet unter heftige Kritik von Experten.

Jetzt geht die CDC auf deren Argumente ein. Da es eine erhebliche Gefahr der Coronavirus-Übertragung durch Personen ohne Krankheitssymptome gebe, seien Tests auch bei ihnen notwendig, heißt es ausdrücklich in einer "Klarstellung". 

Corona-Pandemie - Das geschah am Freitag

21.52 Uhr: Mitarbeiter hat Corona: Quarantäne für sächsisches Asylbewerberheim

Ein Asylbewerberheim in Dölzig (Landkreis Nordsachsen) ist komplett unter Quarantäne gestellt worden, weil bei einem Mitarbeiter das Coronavirus nachgewiesen wurde. Alle 230 Bewohner sowie die Mitarbeiter der Einrichtung würden nun getestet, teilte die Landesdirektion Sachsen am Freitagabend mit. Mit den Ergebnissen werde ab Dienstag gerechnet. Bis dahin sei die Quarantäne angeordnet worden. Die Einhaltung der Quarantänevorschriften überwache das Gesundheitsamt in Abstimmung mit dem Betreiber, hieß es.

21.40 Uhr: Slowakische Corona-Testdaten geraten ungesichert ins Internet

Wegen eines Datenlecks im staatlichen Gesundheitssystem sind persönliche Daten von nahezu 400.000 auf das Coronavirus getesteten slowakischen Bürgern ungesichert ins Internet geraten. Das bestätigte das Nationale Zentrum für Gesundheitsinformationen NCZI am Freitag. Das Leck sei aber inzwischen repariert worden, erklärte NCZI-Chef Peter Bielik vor Journalisten.

Auf den Fehler hatte eine Gruppe sogenannter ethischer Hacker aufmerksam gemacht. "Wir hatten gar nicht die Absicht gehabt, nach den Daten zu suchen, es war reiner Zufall, dass wir auf sie bei einer einfachen Google-Suche im Internet gestoßen sind", erklärte IT-Spezialist Pavol Luptak dem Nachrichtenportal Pravda.sk bereits am Donnerstag. Es seien überhaupt keine speziellen Hackerkenntnisse notwendig gewesen, um an die Daten zu gelangen. 

21.25 Uhr: Doch keine Zuschauer beim FC-Köln-Spiel am Samstag

Das Bundesligaspiel FC Köln gegen TSG Hoffenheim wird an diesem Samstag doch ohne Zuschauer stattfinden. Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen könne kein Publikum für das Spiel im RheinEnergieStadion zugelassen werden, teilte die Stadt Köln am Freitagabend mit. 9.200 Zuschauer waren zu der Begegnung erwartet worden. Auf die Teil-Zulassung von Zuschauern für Bundesligaspiele hatten sich die Länder am vergangenen Dienstag geeinigt. Zunächst sollen bis zu 20 Prozent der eigentlichen Kapazität ausgenutzt werden. Nach sechs Wochen soll Bilanz gezogen werden, ob dies Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen während der Coronavirus-Pandemie hat. 

20.48 Uhr: Britische Regierung schließt nationalen Lockdown nicht aus 

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times". Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung ("Sage") während der Schulferien im Oktober stattfinden. Niemand wünsche sich einen Lockdown, aber auch in Großbritannien sei die zweite Ausbruchswelle angekommen, sagte Premier Boris Johnson am Freitag dem Sender Sky News. Wer schärfere Maßnahmen vermeiden wolle, müsse sich an die Regeln halten. Noch vor wenigen Tagen hatte Johnson erklärt, ein zweiter landesweiter Lockdown wäre "desaströs" für die Wirtschaft. Weiter kommentierte er den Medienbericht nicht. 

20.31 Uhr: Hacker aus China klauen spanische Daten zu Corona-Impfstoff

Hacker aus China sollen einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge bei spanischen Wissenschaftlern Daten zur Entwicklung von Corona-Impfstoffen abgesogen haben. Die spanische Geheimdienstchefin Paz Esteban habe berichtet, die Hackerangriffe hätten insgesamt und nicht nur in Spanien während der Zeit des Corona-Lockdowns in "Quantität und Qualität" zugenommen, schrieb die Zeitung am Freitag. Die Datenräuber seien besonders an Forschungen zu Impfstoffen gegen Covid-19 interessiert, warnte Esteban.

Die meisten dieser Hackerangriffe gingen von China und Russland aus, berichtete die Zeitung weiter unter Berufung auf gut informierte Kreise. In vielen Fällen seien staatliche Stellen dieser beiden Länder beteiligt. Teilweise gingen die Angriffe aber auch von Universitäten oder kriminellen Banden aus, die erbeutete Daten zu Geld machen wollten. 

20.04 Uhr: Kölner Rosenmontagszug "so wie man ihn kennt" abgesagt

Es soll 2021 keinen Kölner Rosenmontagszug in bekannter Form geben. "Der Rosenmontagszug, so wie man ihn kennt, ist abgesagt", sagte eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval am Freitagabend. "Den typischen Kölner Rosenmontagszug wird es nicht geben." Für Düsseldorf sagte Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Carneval: "Man muss schwer davon ausgehen, dass der Rosenmontagszug definitiv nicht stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch." 

19.38 Uhr: Madrid kündigt wegen rasch steigender Corona-Zahlen Absperrungen an

In der spanischen Hauptstadt Madrid sollen ab Montag sechs Stadtteile und sieben Kommunen im Umland zur Eindämmung der Corona-Pandemie teilweise abgesperrt werden. Sie dürften dann nur noch für dringende Angelegenheiten betreten oder verlassen werden - etwa für die Arbeit, für Arztbesuche, die Schule oder nach einer Vorladung der Justiz. Das kündigte die Regionalpräsidentin Isabel Ayuso am Freitag an. Ähnliche Absperrungen gibt es auch in anderen Teilen des Landes, etwa auf Mallorca.

Die Bewohner könnten weiterhin ihre Häuser verlassen und sich innerhalb ihrer abgesperrten Wohnquartiere frei bewegen, betonte die Regionalpräsidentin. An privaten Treffen dürften nicht mehr als sechs Personen teilnehmen, in öffentlichen Einrichtungen seien nur noch 50 Prozent der Kapazität erlaubt. Parks würden geschlossen. Betroffen seien Wohngebiete, in denen die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 1.000 pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen liege. Das sei eine "ganz schlimme Zahl", die zum Handeln gezwungen habe, sagte Ayuso. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit etwa bei zwölf.

Isabel Diaz Ayuso, Regionalpräsidentin von Madrid, nimmt den Mundschutz ab, um die Absperrung von Wohnvierteln zu verkünden.
Isabel Diaz Ayuso, Regionalpräsidentin von Madrid, nimmt den Mundschutz ab, um die Absperrung von Wohnvierteln zu verkünden. © M. Fernandez. Pool/EUROPA PRESS/dpa

19.20 Uhr: Sitzungskarneval am Rhein soll abgesagt werden

Der Sitzungskarneval in Nordrhein-Westfalen soll für die kommende Session abgesagt werden. Das sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Freitag in Düsseldorf nach einem Gespräch mit der Landesregierung. "Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglich", sagte Staatssekretär Nathanael Liminski. Kleine "Kulturveranstaltungen" mit Bühnenprogramm könnten dagegen in Übereinstimmung mit den Corona-Regeln möglich sein. 

Die NRW-Regierung schwört die Jecken im Land auch im Straßenkarneval auf zahlreiche Einschränkungen ein. "Fahrt an den tollen Tagen nicht in die Karnevalshochburgen", appellierte der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski, am Freitag in Düsseldorf. Es müsse verhindert werden, dass der Karneval zu einem Infektionsherd werde. Man müsse jedem sagen: "Das ist nicht der Karneval, den er in früheren Jahren so erlebt hat." 

19 Uhr: In Sachsen nehmen die Corona-Ausbrüche zu

In Sachsen nehmen die bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter zu. Nach der vom Sozialministerium am Freitag veröffentlichten Statistik sind seit Anfang März 6.608 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, innerhalb von 24 Stunden sind 38 Fälle dazugekommen, vor allem in Erzgebirge und Vogtland. Auch in Dresden sind nicht nur Kitas und Schulen betroffen. Nach einem bestätigten Corona-Fall in der Ballettcompany der Dresdner Semperoper müssen die 66 Tänzer für zunächst fünf Tage zu Hause bleiben. 

In Markneukirchen sind acht Mitarbeiter und zwölf Bewohner eines Pflegeheims positiv getestet worden, zudem sind ein Arzt und zwei Patienten einer Rehaklinik in Bad Elster betroffen. Nach einem Corona-Nachweis am Donnerstag gilt für 37 Kinder einer Gruppe sowie fünf Mitarbeiter einer Dresdner Kita für gut eine Woche häusliche Quarantäne. Auch 91 Schüler und Lehrer von je einer Grund- und Oberschule der Landeshauptstadt sind noch isoliert. Wo es noch Corona-Fälle gibt und wie die Ämter und Behörden jetzt reagieren, lesen sie im Artikel Zahl der Corona-Infektionen steigt in Sachsen

18.20 Uhr: Corona-Fall beim Semperoper Ballett - Vorstellungen abgesagt

In der Ballettcompany der Dresdner Semperoper gibt es einen positiven Corona-Fall. 66 Tänzerinnen und Tänzer müssen für zunächst fünf Tage in Quarantäne und sich testen lassen, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Es fallen vorerst zwei Vorstellungen von "Semper Essenz: We will dance!" am Freitagabend sowie am Sonntag aus. Bereits erworbene Tickets können zurückgegeben werden. 

17.44 Uhr: Wegen Corona-Hotspot: Werder Bremen lädt Fans aus Cloppenburg aus

Fußball-Bundesligist Werder Bremen wird etwa 40 Fans aus dem Landkreis Cloppenburg keinen Zutritt zum Auftakt gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gewähren. Weil im Landkreis am Freitag der Wert der neuen Corona-Infektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 61,5 pro 100.000 Einwohner anstieg und damit den Schwellenwert von 50 überschritten hatte, entschieden sich die Hanseaten, den Ticketinhabern am Freitag kurzfristig abzusagen. Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie kann Werder gegen die Berliner 8.500 Zuschauer im Weserstadion begrüßen. Diese wurden in einem Losverfahren ermittelt. 

17.04 Uhr: Nach Corona-Ausbruch: Berliner Pflegeheim geschlossen

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Berlin-Schöneberg mit mehr als 20 Infizierten unter Bewohnern und Mitarbeitern ist die Einrichtung geschlossen worden. Dies sei in Absprache mit der Einrichtungsleitung erfolgt, sagte der zuständige Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) am Freitag. Schworck begründete den Schritt mit der Bestrebung, "dem Infektionsgeschehen einen Riegel vorzuschieben" und einem Personalengpass. Nicht nur die infizierten Mitarbeiter fallen aus, auch deren enge Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Diese Zeit solle nun abgewartet und der Heimbetrieb dann wieder hochgefahren werden, sagte der SPD-Politiker.

Dass das Virus über eine unbemerkte Infektion beim Personal eingeschleppt wurde, sei nicht auszuschließen. Ein Teil der Bewohner war bereits vor einigen Tagen in ein anderes Haus verlegt worden, um die Versorgung sicherzustellen. Wie viele Menschen normalerweise in dem Heim leben war zunächst nicht bekannt. Viele von ihnen sollen dement sein. 

16.14 Uhr: UN: Corona vernichtet Fortschritte im Kampf gegen Hunger und Armut

Die Corona-Pandemie lässt laut UN-Generalsekretär António Guterres Armut und Hunger weltweit ansteigen. Die Krise drohe die mühsam errungenen Fortschritte im Kampf für eine lebenswertere Welt zunichtezumachen, warnte Guterres am Freitag in New York. Die UN befürchten, dass die Wirtschaftskrise, die durch Covid-19 ausgelöst wurde, bis zu 500 Millionen Menschen in Armut stürzen wird. Die Armut breite sich zum ersten Mal seit 1990 global wieder aus. Gemäß den UN fristen derzeit mehr als derzeit 700 Millionen Menschen ein Leben in extremer Armut. Sie haben weniger als 1,90 Dollar pro Tag zum Überleben.

Laut den UN sank die Zahl der Hungernden über Jahrzehnte, seit 2015 steige die Zahl aber langsam wieder an. Derzeit hungern gemäß den Angaben 690 Millionen Menschen, das seien 60 Millionen mehr als noch vor fünf Jahren. Bis 2030 könnten 840 Millionen Menschen an Hunger leiden, hieß es.

15.58 Uhr: Steigende Corona-Zahlen - Kneipen in Reykjavik müssen schließen

Auf Island war das Corona-Geschehen im Sommer fast gänzlich zum Erliegen gekommen - jetzt reagiert die Regierung der Insel auf wieder steigende Infektionszahlen. Kneipen und Nachtclubs in der Region um die Hauptstadt Reykjavik werden aufgrund der aktuellen Fallzahlen für vier Tage geschlossen. Das veranlasste Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Freitag, nachdem sich Islands Chefepidemiologe Thórólfur Gudnason angesichts mehrerer Neuinfektionen dafür ausgesprochen hatte. Wie es danach weitergeht, sollen die Entwicklungen des Wochenendes zeigen. Auf Island sind seit Beginn der Pandemie 2.230 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Zehn Erkrankte sind bislang gestorben. Im Sommer hatte es kaum noch aktive Fälle gegeben, seit Ende Juli nehmen die Zahlen aber wieder zu. 

15.39 Uhr: Neue Coronavirus-Fälle in Sachsen

Nach drei Tagen mit steigenden Covid-Fallzahlen in Sachsen hat das Sozialministerium in Dresden am Freitag 38 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, nach 66 am Donnerstag, 55 am Mittwoch und 44 am Dienstag. Die Zahl der im Zusammenhang mit der Pandemie gemeldeten Todesfälle liegt seit Tagen unverändert bei 225. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten im Freistaat stieg auf 6.608. Den größten Anstieg gab es nach der Übersicht des Ministeriums mit elf neuen Fällen erneut im Erzgebirgskreis, wo am Donnertag 16 neue Fälle gemeldet wurden. 5.920 Menschen in Sachsen gelten inzwischen als geheilt. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen leicht auf 7.0 gefallen, nach 7,1 am Vortag.

15.31 Uhr: Scholz will 2021 rund 96 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen

Im Kampf gegen die Corona-Krise will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im Bundeshaushalt 2021 rund 96 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Auch im kommenden Jahr soll die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden, wie es am Freitag aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

15.27 Uhr: München überschreitet wichtigen Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen

Die bayerische Landeshauptstadt München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Dies geht aus der täglich aktualisierten Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Freitag hervor. Der Wert gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen. München erreichte den Wert von 50,7. Der Grenzwert wurde aber auch in anderen Regionen überschritten. So sind in Bayern die Stadt Würzburg (70,38), die Stadt Kaufbeuren (61,51), der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (58,78) und der Landkreis Kulmbach (50,11) besonders betroffen.

Nur wenige Menschen sind auf der Münchner Theresienwiese unterwegs. Normalerweise würde dort morgen das Oktoberfest eröffnen. Das größte Volksfest der Welt wurde wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt.
Nur wenige Menschen sind auf der Münchner Theresienwiese unterwegs. Normalerweise würde dort morgen das Oktoberfest eröffnen. Das größte Volksfest der Welt wurde wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt. © Sven Hoppe/dpa

15 Uhr: Corona-Hilfen sollen im Osten gezielt eingesetzt werden

Die Regierungschefs der ostdeutschen Bundesländer und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) haben am Freitag über die Folgen der Corona-Krise beraten. Beschlossen wurde, dass im Osten insbesondere EU-Konjunkturmittel gezielt in die Bereiche Technologie, Wissenschaft und Forschung fließen sollen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach dem Treffen in Berlin. Insgesamt gehe es darum, weiter an gleichen Lebensverhältnissen zu arbeiten, betonte der Bundesfinanzminister. 

14.48 Uhr: Regierung der Philippinen verlängert Corona-Notstand bis September 21

Die philippinische Regierung hat den Mitte März ausgerufenen Corona-Notstand bis September 2021 verlängert. Durch die Maßnahme solle die Ausbreitung des Virus in dem südostasiatischen Land unter Kontrolle gebracht werden, sagte Regierungssprecher Harry Roque am Freitag. Unter anderem ermöglicht der Notstand eine schnellere Bereitstellung von Geldern und Ressourcen während der Pandemie. Außerdem könnten die Behörden so die Preise für Grundnahrungsmittel sowie andere Waren überwachen und kontrollieren.

Der Inselstaat mit 107 Millionen Einwohnern ist das am schwersten von dem Virus betroffene Land in Südostasien, gefolgt von Indonesien. Bis Freitag stieg die Zahl der bestätigten Infektionen auf knapp 280.000. Mehr als die Hälfte der Fälle wurde rund um die Hauptstadt Manila bestätigt. Mehr als 4.800 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. 

14.37 Uhr: Strengere Regeln bei Alkohol und Feiern in Nizza wegen Corona-Lage

Nizza hat als dritte französische Stadt im Kampf gegen das Coronavirus strengere Regeln verhängt. So sind öffentliche Veranstaltungen künftig auf 1.000 Personen beschränkt, Versammlungen von mehr als zehn Personen am Strand oder in Parks sind verboten, wie der zuständige Präfekt Bernard Gonzalez am Freitag ankündigte. In Nizza seien der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen und der Konsum auf öffentlichen Plätzen ab 20 Uhr verboten, so der Präfekt weiter. Lokale mit Alkoholausschank müssen in der Stadt an der Côte d'Azur außerdem um 00.30 Uhr schließen. Frankreichs Regierung hatte Nizza und Lyon zuvor wegen der verschärften Corona-Lage aufgefordert, die Maßnahmen zu verschärfen. Marseille und Bordeaux hatten Anfang der Woche bereits ähnliche Regeln eingeführt.

14.24 Uhr: Covid-Impfstoff: EU-Kommission schließt auch Vertrag mit Sanofi-GSK

Die EU-Kommission hat einen zweiten Vertrag über den Kauf eines künftigen Corona-Impfstoffs abgeschlossen, diesmal mit den Herstellern Sanofi und GSK über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Einheiten. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte dazu am Freitag, angesichts steigender Corona- Infektionszahlen sei ein wirksamer Impfstoff wichtiger denn je. Mit dem neuen Vertrag wüchsen die Chancen, dass Menschen in der EU und weltweit nach und nach ihr Alltagsleben wieder aufnehmen könnten. Die EU hatte bereits einen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca geschlossen und plant weitere mit anderen Unternehmen mit aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten. Keiner dieser Impfstoffe ist jedoch bisher zugelassen. Die Abnahmeverträge mit Vorkasse sollen die Entwicklung und Massenproduktion der Impfstoffe beschleunigen. 

14.10 Uhr: Studie: Betriebe nehmen in Corona-Krise mehr Rücksicht auf Familien

Die Corona-Krise hat in vielen Unternehmen zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, die am Freitag in Berlin veröffentlicht wurde. Laut der bundesweiten Befragung unter 750 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten hat jeder zweite Betrieb (51 Prozent) als Reaktion auf die Corona-Pandemie Arbeitszeitregeln eingeführt oder ausgebaut, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Darunter fallen individuell vereinbarte Arbeitszeiten, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten sowie Homeoffice und Telearbeit. Diese Maßnahmen will mehr als die Hälfte der Unternehmen auch nach der Krise weiterverfolgen.

Aus der Befragung lässt sich ableiten, dass die Bedeutung von betrieblichem Familienbewusstsein deutlich gestiegen ist, wie es heißt. Für 70 Prozent der Unternehmen waren familienbewusste Maßnahmen schon vor der Krise (eher) wichtig. 40 Prozent sagten bei der Befragung, dass die Bedeutung durch die Krise zugenommen habe. Und 40 Prozent gaben an, dass die Maßnahmen nach der Krise noch wichtiger werden. Mit dieser Einschätzung sind sich Unternehmen branchen- und größenunabhängig einig.

 Auch auf das Rollenverständnis zwischen Männern und Frauen hatte die Krise laut der Befragung Auswirkungen. 78 Prozent der Unternehmen stimmten der Aussage zu oder eher zu, dass es in der Krise wichtig sei, dass sich auch Väter an der Kinderbetreuung beteiligen. Die These, es sei gut, wenn vor allem berufstätige Frauen kürzer treten, bejahten dagegen nur 26 Prozent der Befragten. 

13.55 Uhr: Traditions-Karneval in Wasungen abgesagt - Karneval-Gipfel in NRW

Die Karnevalshochburg Wasungen hat mit Blick auf die Corona-Pandemie ihre Großveranstaltungen im kommenden Jahr abgesagt. Die erwartbaren Auflagen zum Infektionsschutz und die Frage, ob der Karneval überhaupt stattfinden könne, führten zu viel Unsicherheit, sagte der Präsident des Wasunger Carneval Clubs, Martin Krieg, am Freitag. Der Thüringer Ort gehört zu den ältesten Karnevalshochburgen in Deutschland und ist für seinen bunten Zug durch die alte Fachwerkstadt bekannt. Gerade mit Blick auf den traditionsreichen Straßenumzug in Wasungen sei das Risiko zu groß. "Die Teilnehmer stecken eine Masse an Geld in ihre Kostüme und wenn wir dann zwei Tage vorher absagen müssten - das können wir nicht verantworten", sagte Krieg.

In Düsseldorf wollten sich am Abend vier Festkomitees und der Bund Deutscher Karneval mit Vertretern der NRW-Landesregierung zu einem Karnevals-Gipfel treffen. Sie wollten über ein Konzept sprechen, das die Feiern trotz der Corona-Pandemie ermöglichen soll. 

Narren ziehen beim großem Festumzug im Februar 2020 unter dem Motto «Die Fötz honn Egge» («Die Fürze haben Ecken») eine Figur von Angela Merkel als „Arschmadenkriecher“ durch den Ort mit einer der längsten Karnevalstradition in Deutschland.
Narren ziehen beim großem Festumzug im Februar 2020 unter dem Motto «Die Fötz honn Egge» («Die Fürze haben Ecken») eine Figur von Angela Merkel als „Arschmadenkriecher“ durch den Ort mit einer der längsten Karnevalstradition in Deutschland. © Michael Reichel/dpa

13.14 Uhr: Ryanair kappt Flugangebot noch stärker

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht sein Flugangebot wegen der wechselnden Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie noch stärker zusammen. Im Oktober werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40 Prozent so viele Sitzplätze anbieten wie ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Freitag in Dublin mit. Zuletzt hatte das Management noch ein Niveau von 50 Prozent angepeilt - und das war bereits weniger als nach dem Neustart des Flugverkehrs im Juli geplant.

Für die Zeit von November bis März hat Ryanair den Angaben zufolge noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Doch wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzten und die Regierungen nicht anders handelten, könnten ähnliche Kapazitätskürzungen über die Winterperiode hinweg erforderlich sein, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen hatte sein Flugangebot nach dem Betriebsstopp in der Corona-Krise im Vergleich zur Konkurrenz stark hochgefahren, war nach dem Aufkommen neuer Reisewarnungen für wichtige Reiseziele in Spanien jedoch bereits Mitte August wieder zurückgerudert. Nun fallen die Kürzungen noch stärker aus.

Der Vorstandsvorsitzende der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, spricht auf einer Pressekonferenz. O'Leary.
Der Vorstandsvorsitzende der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, spricht auf einer Pressekonferenz. O'Leary. © Hannah Mckay/EPA/dpa

12.42 Uhr: Nur noch jeder fünfte Betrieb fühlt starke Corona-Belastung

Die Corona-Pandemie entlässt viele deutsche Unternehmen allmählich aus ihrem Klammergriff. Nur noch jeder fünfte Betrieb sei stark negativ von dem Virus und seinen Folgen betroffen, ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Im Mai hatte noch jeder dritte Betrieb angegeben, stark unter der Pandemie zu leiden.

"Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat" erklärte IAB-Forscher Jens Stegmaier. Aktuell sprechen 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen, 20 Prozent von geringen negativen Auswirkungen, 53 Prozent von keinen oder ausgeglichenen Auswirkungen und 7 Prozent von überwiegend positiven Auswirkungen der Corona-Krise auf ihre Geschäftstätigkeit.

Die größten Auswirkungen der Corona-Krise hatte das Gastgewerbe zu stemmen. Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind der Umfrage zufolge 45 Prozent stark negativ und 17 Prozent gering negativ betroffen.

In der Industrie zeige sich ein gemischtes Bild. Im Mai hatten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen berichtet. Aktuell seien 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert. Das IAB befragt alle drei Wochen 1.500 Betriebe in Deutschland zu ihren Erfahrungen mit Corona.

12.16 Uhr: Dresden meldet weitere Corona-Fälle

In der Landeshauptstadt sind seit Donnerstagmittag vier weitere Infektionen mit dem Corona-Virus laborbestätigt worden. Insgesamt wurden damit 771 Fälle seit Beginn der Pandemie nachgewiesen. Die Zahl der vom Gesundheitsamt als genesen Eingestuften sprang über die 700er-Marke auf 704. Das sind fünf mehr als am Vortag. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen liegt in Dresden seit Ende Mai konstant bei zehn. Die sogenannte Corona-Ampel für die Stadt steht nun exakt auf fünf und bleibt damit weiterhin im grünen Bereich. Diese statistische Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage bekanntgeworden sind. 

11.59 Uhr: Köpping appelliert an Verantwortung von Tschechien-Reisenden

Wegen des sprunghaften Anstiegs der Corona-Zahlen in Tschechien hat Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) alle Reisenden aufgerufen, sich an die Quarantäne-Regeln zu halten. Mehrere Regionen in dem Nachbarland, darunter die Hauptstadt Prag, sind zum Risikogebiet erklärt worden. Einreisende aus diesen Gebieten unterlägen der Pflicht zur Meldung beim Gesundheitsamt, der Pflicht zur häuslichen Absonderung sowie der Testpflicht, erklärte Köpping am Freitag. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Personengruppen wie Pendler, die ihren Lebensmittelpunkt in Tschechien haben. Die Lage sei nach wie vor ernst, betonte Köpping. Sie appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, "ihre Verantwortung ernst zu nehmen und lieber genau (zu) überlegen und verantwortungsbewusst zu entscheiden".

Ähnlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident auf Twitter. In einem Tweet rief er ebenfalls zu umsichtigem Handeln auf. Außerdem machte er deutlich, dass Sachsen die Grenzen nach derzeitigem Stand nicht noch einmal schließen werde.

11.46 Uhr: Milliardenspritze für Krankenhäuser beschlossen

Die knapp 2.000 Kliniken in Deutschland erhalten über die Corona-Krise hinaus eine Milliarden-Spritze für Investitionen. Der Bundestag beschloss am Freitag mit den Stimmen der Koalition und der FDP einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Bund stellt drei Milliarden Euro bereit. Krankenhäuser sollen investieren, damit sie Notfallpatienten besser versorgen können. Sie sollen die Digitalisierung voranbringen und ihre IT-Sicherheit verbessern können. Die Länder sollen weitere Investitionsmittel von 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Linke und Grüne enthielten sich. Die AfD stimmte gegen den Gesetzentwurf. Mehr dazu im Artikel Üppige Finanzspritze für die Krankenhäuser

11.21 Uhr: Schäuble ruft Abgeordnete zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Mitglieder des Parlaments «mit Nachdruck» zur Einhaltung der Corona-Regeln aufgerufen. "Das betrifft insbesondere das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in allen Liegenschaften des Bundestages", sagte der CDU-Politiker am Freitag zu Beginn der Bundestagssitzung. Es sei legitim, unterschiedlicher Meinung über den Nutzen des Tragens der Mund-Nase-Bedeckung und der Gefährlichkeit der Pandemie zu sein. "Aber in der Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Und im Übrigen finde ich, ist es eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme, dass wir uns alle daran halten."

Die AfD-Abgeordneten waren in einer Fraktionssitzung übereingekommen, dass jeder von ihnen selbst entscheiden solle. Einige trügen Maske, andere nicht, manche nur im Fahrstuhl, erklärte der Sprecher der Fraktion, Marcus Schmidt, am Freitag. Ein AfD-Abgeordneter und ein Mitarbeiter wurden inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Von denjenigen, die danach getestet worden seien, lägen inzwischen acht negative und kein weiteres positives Testergebnis vor.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). © Kay Nietfeld/dpa

11.02 Uhr: Lambrecht zu Immunitätsausweis: Noch viele Fragen zu klären 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sieht einen Corona-Immunitätsausweis kritisch. Sie befürchte, dass ein solcher Ausweis, je nachdem wie dieser ausgestaltet werde, eher spalte, sagte Lambrecht am Freitag im RTL/ntv "Frühstart". "Ist es denn wirklich so, wenn ich einmal erkrankt war, dass ich dann immun bin, was ja ein solcher Ausweis suggeriert", sagte die SPD-Politikerin.

"Da sind viele grundrechtliche Fragen, auch datenschutzrechtliche Fragen zu klären. Das ist ein sehr, sehr sensibles Thema", betonte Lambrecht zudem. Bei der Einführung der Corona-Warn-App sei bereits zu beobachten gewesen, dass viele Menschen genau darauf achteten, wie mit ihren Daten umgegangen werde. "Nur dadurch, dass wir diese Diskussion auch so offen geführt haben, gab es auch eine hohe Akzeptanz für diese App und deswegen müssen wir das bei einem solchen Instrument mindestens in der gleichen Intensität machen", sagte Lambrecht.

Das Bundeskabinett hatte sich Ende April mit dem Thema befasst. Für den Fall, dass es demnächst gesicherte Erkenntnisse zur Immunität nach einer Corona-Infektion geben sollte, soll eine Bescheinigungsmöglichkeit dafür kommen - ähnlich wie im Impfpass. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte aber zunächst den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme gebeten. Sie wird kommende Woche erwartet.

10.53 Uhr: Wieder Lockdown in Großbritannien geplant

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times" am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Premierminister Boris Johnson steht in Großbritannien in der Kritik, zu spät und falsch auf die erste Ausbruchswelle reagiert zu haben. Innerhalb Europas ist Großbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land mit Blick auf die Todesfälle. Statistiken zu Infektionen und Todesfällen haben Experten zufolge nur eingeschränkte Aussagekraft - es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Menschen sitzen hinter einem Zaun im Soho im Londoner West End an Tischen unter freiem Himmel. Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien empfehlen Experten offenbar einen weiteren landesweiten Lockdown im Oktober.
Menschen sitzen hinter einem Zaun im Soho im Londoner West End an Tischen unter freiem Himmel. Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien empfehlen Experten offenbar einen weiteren landesweiten Lockdown im Oktober. © Dominic Lipinski/PA/AP/dpa

10.30 Uhr: Bundesrat stimmt milliardenschwerer Entlastung der Kommunen zu

Der Bundesrat hat am Freitag einer milliardenschweren Entlastung der Kommunen und einer dafür notwendigen Änderung des Grundgesetzes zugestimmt. Die Entscheidung in der Länderkammer fiel einstimmig. Notwendig war eine Zweidrittel-Mehrheit. Der Bundestag hatte bereits am Donnerstagabend zugestimmt. Damit kompensieren Bund sowie Länder Gewerbesteuerausfälle der Städte und Gemeinden in der Corona-Krise in Milliardenhöhe - damit die Kommunen handlungsfähig bleiben.

Der Bund beteiligt sich außerdem dauerhaft stärker an Kosten der Unterkunft bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende, auch dafür war eine Änderung des Grundgesetzes notwendig. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, die Kommunen bekämen wieder "Luft zum Atmen". Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD sagte, es gehe darum, dass die Kommunen weiter investieren könnten.

10.22 Uhr: Fresenius-Chef kritisiert Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoff

Fresenius-Chef Stephan Sturm hat nationale Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoffe kritisiert. "Was mir besonders große Sorgen macht, ist, dass angesichts des Wettlaufs vielerorts offenbar der Versuchung nicht widerstanden wird, Abkürzungen zu nehmen", sagte Sturm dem "Handelsblatt". Vielerorts würden Regeln gebogen, sagte der Manager. So wurde in Russland der weltweit erste Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen, obwohl wichtige Tests fehlten. Und US-Präsident Donald Trump hat davon gesprochen, dass es bereits rund um die Wahl am 3. November einen Impfstoff geben könnte. Eine reguläre Zulassung bis dahin ist de facto aber unmöglich.

Man wisse längst nicht alles über das Virus und nichts über Spätfolgen, schon gar nicht von Impfstoffen, sagte Sturm. "In so einem Fall halte ich es für höchst fragwürdig, Abstand von erprobten Regelungen zu nehmen, wenn es um die Zulassung von Impfstoffen und Medikamenten geht - Pandemie hin oder her." Sturm kritisierte erneut die Corona-Politik der Bundesregierung. "Wir haben uns in Deutschland nur darauf konzentriert, die Zahl der Corona-Toten zu minimieren. Das ist ein gutes Ziel. Aber es gibt andere Krankheiten, die man nicht vergessen darf: Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt - die gehen ja nicht weg, nur weil Corona da ist." 

Dieser "einseitige Blick" habe die ganze Gesellschaft stark belastet: "Ein verlorenes Jahr für viele Schüler, Verwahrlosung von Kindern in prekären Situationen, eine Rekordzahl von psychiatrischen Fällen in unseren Krankenhäusern. Diese Kollateralschäden darf man nicht einfach ausblenden, nur weil sie nicht so leicht messbar sind wie die täglichen Corona-Toten."

Die Corona-Krise hat Fresenius im Klinik-Geschäft stark belastet: Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer. Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern.
Die Corona-Krise hat Fresenius im Klinik-Geschäft stark belastet: Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer. Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern. © Robert Michael/dpa (Symbolbild)

10.05 Uhr: Mehr als 3.000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Tschechien hat innerhalb eines Tages mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet als das viel größere Deutschland. Am Donnerstag wurde mit 3.130 neuen Fällen erstmals die 3.000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf knapp 44.200. Mit einer Covid-19-Erkrankung wurden 489 Todesfälle in Verbindung gebracht. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner und damit weniger als ein Siebtel der Bundesrepublik.

Unterdessen treten schärfere Regeln in Kraft. Schüler müssen seit Freitag im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen - ausgenommen sind Erstklässler. Restaurants, Bars und Clubs müssen künftig nachts zwischen Mitternacht und 6 Uhr schließen. Zudem muss jeder Gast einen Sitzplatz haben. Seit mehr als einer Woche gilt landesweit in allen Innenräumen eine Maskenpflicht. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region ausgesprochen.

9.51 Uhr: Südamerikanische Fußballer sind verpflichtet, zu Länderspielen zu reisen

Lionel Messi, Neymar und alle weiteren südamerikanischen Nationalspieler müssen ihren Nationalteams bei der WM-Qualifikation im Oktober zur Verfügung stehen. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol habe entsprechende Zusicherungen der FIFA erhalten, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Die Klubs müssen ihre Nationalspieler demnach auch dann freistellen, wenn die Heimatländer oder Länderspielorte in den Ländern ihrer Vereine als Corona-Risikogebiet gelten und bei der Rückkehr nach Europa eine Quarantäne droht. Der Start für die WM-Qualifikations-Partien in Südamerika ist für den 8. und 13. Oktober vorgesehen. 

Lionel Messi
Lionel Messi © Hassan Ammar/AP/dpa (Archiv)

9.17 Uhr: Rundflug nach Nirgendwo in Rekordzeit ausverkauft

Ein von der australischen Airline Qantas angekündigter kurioser Langstrecken-Rundflug nach Nirgendwo war innerhalb von nur zehn Minuten ausverkauft. Eine Boeing 787-9 Dreamliner soll am 10. Oktober in Sydney starten und dann relativ niedrig über die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes fliegen, um ohne Zwischenlandung sieben Stunden später wieder in Sydney zu landen. „Das ist wahrscheinlich der am schnellsten ausverkaufte Flug in der Geschichte von Qantas“, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag.

8.42 Uhr: Virologe Drosten: Corona-Lage könnte sich auch hierzulande zuspitzen 

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, "dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England", sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, "dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders."

"Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte", sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. "Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Wie Drosten erklärte, gingen die Fallzahlen in Deutschland über den Sommer zu einem großen Teil auf Rückkehrer aus dem Urlaub zurück, die das Virus nicht unbedingt in großem Maße hierzulande weitergetragen hätten. Diese Infizierten gäben eher Hinweise auf die Corona-Lage im Herkunftsland. "Was wir jetzt im Moment sehen, ist eine Reflexion durchaus wieder von dem, was in Deutschland los ist in Form von Virusfällen." Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Freitag von 1.916 Corona-Neuinfektionen bundesweit berichtet.

Virologe Christian Drosten warnt vor Infektionszahlen wie in Spanien und Frankreich.
Virologe Christian Drosten warnt vor Infektionszahlen wie in Spanien und Frankreich. © Michael Kappeler/dpa

8.06 Uhr: Lehrerverband zieht durchwachsene Zwischenbilanz nach Schulstart

Nach dem Start des Schuljahres in allen Bundesländern ziehen Lehrervertreter und Bildungsgewerkschaften eine durchwachsene Zwischenbilanz. Dass es unter Corona-Bedingungen bis jetzt so gut funktioniert habe, liege weniger an "vollmundigen Hygieneplänen" der Kultusministerkonferenz und der einzelnen Landesministerien, sondern daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit noch überschaubar sei, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. "Die eigentliche Bewährungsprobe steht uns noch bevor", sagte er mit Blick auf den Herbst und Winter.

"Alle geben sich wirklich Mühe, aber es läuft ein bisschen auf gut Glück", sagte Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es gebe viel Verunsicherung. Schulleitungen beschwerten sich, dass vieles an ihnen hängenbleibe und der Rückhalt von der Politik fehle. "Es gibt Vorgaben, die zum Teil – etwa wegen baulicher Gegebenheiten – nicht erfüllt werden können. Und wenn dann etwas schiefgeht, heißt es da hat wohl jemand 'ne Party gefeiert." Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, äußerte sich ähnlich. "Das neue Schuljahr ist mit großen Unsicherheiten gestartet, die bis heute nicht ausgeräumt wurden."

7.22 Uhr: Zweiter Lockdown in Israel beginnt

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag (13 Uhr MESZ) an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte eine weitere Verschärfung der Maßnahmen notwendig werden. "Ich werde nicht zögern, zusätzliche Beschränkungen zu verhängen, falls die Notwendigkeit besteht", sagte er. Viele Länder haben mit lokalen Maßnahmen auf wieder gestiegene Corona-Zahlen reagiert. Israel ergreift nun aber landesweite Maßnahmen und ist damit weltweit ein Vorreiter.

Ein Arbeiter verteilt Desinfektionsmittel als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus an der Klagemauer, der heiligsten Stätte, an der Juden in Jerusalem beten können.
Ein Arbeiter verteilt Desinfektionsmittel als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus an der Klagemauer, der heiligsten Stätte, an der Juden in Jerusalem beten können. © Sebastian Scheiner/AP/dpa

7.06 Uhr: Große Nachfrage bei Bootsbauern trotz Corona-Krise

Deutsche Bootshersteller profitieren in der Corona-Krise von der großen Zahl an Deutschland-Urlaubern. "Nach dem strengen Lockdown bis Ende April haben die Sommermonate den Ausfall vielerorts mehr als wettgemacht", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbau-Verbands, Claus-Ehlert Meyer. Manche Hersteller berichten von Auftragssteigerungen von bis zu 70 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Besonders Einsteigerprodukte wie kleine Motorboote, deren Fahrer keinen Führerschein benötigen, seien gefragt. "Der Markt ist durch neue Kunden tatsächlich vergrößert worden", sagte Meyer. "Viele haben wohl schon lange über einen Kauf nachgedacht und jetzt das Geld vom stornierten Urlaub dafür genutzt." Die Branche blicke deshalb "nicht pessimistisch" auf das kommende Jahr. 

6.39 Uhr: Sachsen lockert Corona-Regeln für Schulbesuch

Bei leichten Erkältungssymptomen dürfen Kinder nun doch weiterhin zur Schule gehen. Darauf hat sich Kultusminister Christian Piwarz (CDU) jetzt festgelegt. "Mit Blick auf die Erkältungszeit im Herbst haben wir gemeinsam mit Kinderärzten und Virologen und auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse entschieden, dass bei leichten Krankheitssymptomen, wie Schnupfen oder gelegentlichem Husten, Kinder weiter die Kindertagesbetreuung und Schüler weiter die Schule besuchen können", sagt er im Interview mit saechsische.de. Die Corona-Regeln sehen eigentlich vor, dass Kinder mit Symptomen, also auch einem leichten Schnupfen, zu Hause bleiben müssen. Eltern und auch Kinderärzte hatten diese Regelung kritisiert. 

6.21 Uhr: Ärztepräsident: Nicht immer "mit beiden Füßen auf der Bremse stehen"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich mit Blick auf die Corona-Pandemie vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga für mutige Entscheidungen mit Vorsicht und Augenmaß ausgesprochen. "Wir können nicht immer nur mit beiden Füßen auf der Bremse stehen. Wir müssen auch Erfahrungen sammeln, lernen mit der Pandemie umzugehen und für eine gewisse Zeit mit ihr zu leben", sagte Reinhardt der "Passauer Neue Presse".

"Wir brauchen einfach einen pragmatischen und vor allem rationalen Umgang mit dieser Situation", sagte der Mediziner. Angesichts der bisherigen Entwicklung könne man die Rückkehr von Fans in die Stadien "aus meiner Sicht mit der gebotenen Vorsicht wagen".

Man werde "nicht jede Infektion verhindern können. Aber wir lernen, uns besser gegen das Virus zu schützen", sagte der 60-Jährige. Einen Lockdown hält der Ärztepräsident "aktuell für ausgeschlossen". Dies wäre "eine völlig überzogene Maßnahme", meinte Reinhardt: "Ende März, Anfang April hatten wir noch mehr als 6000 Neuinfektionen täglich. Das war eine ganz andere Situation."

5.57 Uhr: Bundestag beschließt Entlastung der Kommunen

Der Bundestag hat angesichts der Corona-Krise eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr Gewerbesteuerausfälle in Milliardenhöhe. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern.

Für beide Maßnahmen wurde am Donnerstagabend eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Dafür waren eine Zweidrittel-Mehrheit und damit Stimmen aus der Opposition notwendig. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag. 

5.50 Uhr: Pflicht zum Insolvenzantrag wird weiter ausgesetzt

Angesichts der weiter angespannten Lage vieler Unternehmen in der Corona-Krise wird das Insolvenzrecht weiter gelockert. In Fällen der Überschuldung wird die Antragspflicht bis Jahresende ausgesetzt. Das beschloss der Bundestag am Donnerstagabend. Das soll in Bedrängnis geratenen Firmen weiterhin Luft verschaffen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

Die weitere Aussetzung gilt für Unternehmen, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind. Im März war die Insolvenzantragspflicht bis Ende September ausgesetzt worden - für Fälle, in denen eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung von Firmen auf den Folgen der Corona-Pandemie beruht. Die Koalition hatte Ende August eine Verlängerung beschlossen, für Fälle der Überschuldung. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrundes gestellt werden.

An der Maßnahme hatte es deutliche Kritik gegeben. So sagte der Chef der "Wirtschaftsweisen", Lars Feld, in der ersten Phase der Krise sei es richtig gewesen, die Antragspflicht auszusetzen, weil viele Firmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen Liquiditätsprobleme gehabt hätten. "Die akute Phase ist aber vorbei. Deswegen macht es wenig Sinn, die Insolvenzantragspflicht länger auszusetzen und nicht überlebensfähige Firmen durchzuschleppen."

5.31 Uhr: Knapp unter 2.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2.000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Aktuellere Daten hatte das RKI bis zum frühen Freitagmorgen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

5.15 Uhr: Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht - gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134.000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA - dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

21.55 Uhr: New York eröffnet in Corona-Krise eigenes städtisches Test-Labor

Nach heftiger Kritik an Verzögerungen bei Coronavirus-Testergebnissen hat New York ein eigenes städtisches Labor eröffnet. Die Einrichtung in Manhattan sei speziell für Einwohner der Millionenmetropole gedacht und solle dabei helfen, die Wartezeit auf ein Test-Ergebnis auf maximal 48 Stunden zu drücken, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. Die Kapazität des Labors solle bis November schrittweise von derzeit rund 3.000 auf 20.000 Coronavirus-Tests pro Tag hochgefahren werden. Zwischenzeitlich hatten sich viele Menschen in New York über Wartezeiten auf Test-Ergebnisse von bis zu drei Wochen beschwert. 

20.42 Uhr: Netanjahu: Weitere Verschärfung der Corona-Beschränkungen möglich

Kurz vor Beginn eines zweiten Corona-Lockdowns in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine mögliche weitere Verschärfung der vorgesehenen Einschränkungen angekündigt. Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen könnte dies notwendig sein. Am Freitagnachmittag beginnt in Israel ein Corona-Lockdown, der mindestens drei Wochen andauern soll. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition in dem Mittelmeerstaat kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. 

21.29 Uhr: Internet für Deutsche wichtiger als Fernsehen

Nach dem Feierabend verbringen die Deutschen laut einer repräsentativen Umfrage inzwischen mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. «Erstmals in diesem Jahr konnte das Internet den Spitzenplatz erobern und das Fernsehen recht deutlich hinter sich lassen», sagte der Leiter der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, am Donnerstag. Laut dem neuen «Freizeit-Monitor» der Stiftung gaben 96 Prozent der Befragten an, mindestens einmal pro Woche das World Wide Web für Informationen, Spiele und Unterhaltung zu nutzen. Nur 86 Prozent sitzen dagegen wenigstens einmal alle sieben Tage vor dem Fernseher.

In diesem Jahr habe die Corona-Pandemie das soziale Miteinander und die Aktivitäten in der Familie intensiviert, hieß es. Die Bürger unternehmen demnach mehr Tagesausflüge, gehen öfter campen und beschäftigen sich häufiger mit Karten- und Gesellschaftsspielen. Doch auch zu weniger beliebten Aktivitäten ringen sich offenbar viele durch: Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) behauptete von sich, sie erledigten in Coronazeiten lange aufgeschobene Dinge - von der Steuererklärung bis zur Durchsicht ihrer Versicherungsunterlagen.

20.10 Uhr: Brooklyn Museum muss Werke wegen Corona-Krise versteigern

Das New Yorker Brooklyn Museum hat in der Corona-Krise zahlreiche Werke zur Auktion freigegeben, um die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. "Das ist etwas, was für uns sehr schwer ist", sagte Direktorin Anne Pasternak am Donnerstag der "New York Times". "Aber es ist das Beste für unsere Institution und die Langlebigkeit und Pflege unserer Sammlungen." Zu den zwölf Werken, die im Oktober beim Auktionshaus Christie's versteigert werden sollen, gehören Stücke von Lucas Cranach dem Älteren und Gustave Courbet.

Zuvor hatte der US-Verband der Museumsdirektoren aufgrund der Corona-Krise eine Regelung für zwei Jahre ausgesetzt, nach der Werke aus dem Bestand nur zum Ankauf neuer Werke verkauft werden dürfen. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Zentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Das 1887 eröffnete Brooklyn Museum, das zweitgrößte Ausstellungshaus der Stadt, öffnete am vergangenen Wochenende nach rund sechsmonatiger Pause seine Türen wieder für Besucher. 

Zu den Werken, die das Brooklyn Museum versteigern lässt, gehören Corots “Italienne debout tenant une cruche” (l) und “Lucretia” von Lucas Cranach dem Älteren.
Zu den Werken, die das Brooklyn Museum versteigern lässt, gehören Corots “Italienne debout tenant une cruche” (l) und “Lucretia” von Lucas Cranach dem Älteren. © New York Times/Christie's Images Ltd.

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19.47 Uhr: Bahn und EVG einigen sich auf Tarifabschluss

Die Beschäftigten der Deutschen Bahn sollen angesichts der Corona-Krise künftig geringere Lohn- und Gehaltssteigerungen erhalten als zuletzt. Einen entsprechenden Tarifabschluss haben der Konzern und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft vereinbart, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist nicht beteiligt. 

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