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Mehr als 3.000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Virus breitet sich in Tschechien rasant aus, Sachsen lockert Corona-Regeln für Schulbesuch, Lockdown in Großbritannien geplant - unser Newsblog.

An einem Fenster einer Postfiliale in Prag hängt ein Schild, welches die Menschen darauf hinweist, einen Mundschutz zu tragen. In Tschechien breitet sich das Coronavirus unterdessen weiter rasant aus.
An einem Fenster einer Postfiliale in Prag hängt ein Schild, welches die Menschen darauf hinweist, einen Mundschutz zu tragen. In Tschechien breitet sich das Coronavirus unterdessen weiter rasant aus. © Roman Vondrous/CTK/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

11.59 Uhr: Köpping appelliert an Verantwortung von Tschechien-Reisenden

Wegen des sprunghaften Anstiegs der Corona-Zahlen in Tschechien hat Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) alle Reisenden aufgerufen, sich an die Quarantäne-Regeln zu halten. Mehrere Regionen in dem Nachbarland, darunter die Hauptstadt Prag, sind zum Risikogebiet erklärt worden. Einreisende aus Tschechien unterlägen der Pflicht zur Meldung beim Gesundheitsamt, der Pflicht zur häuslichen Absonderung sowie der Testpflicht, erklärte Köpping am Freitag. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Personengruppen wie Pendler, die ihren Lebensmittelpunkt in Tschechien haben. Die Lage sei nach wie vor ernst, betonte Köpping. Sie appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, "ihre Verantwortung ernst zu nehmen und lieber genau (zu) überlegen und verantwortungsbewusst zu entscheiden".

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Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD)
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) ©  dpa/Sebastian Kahnert

11.46 Uhr: Milliardenspritze für Krankenhäuser beschlossen

Die knapp 2.000 Kliniken in Deutschland erhalten über die Corona-Krise hinaus eine Milliarden-Spritze für Investitionen. Der Bundestag beschloss am Freitag mit den Stimmen der Koalition und der FDP einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Bund stellt drei Milliarden Euro bereit. Krankenhäuser sollen investieren, damit sie Notfallpatienten besser versorgen können. Sie sollen die Digitalisierung voranbringen und ihre IT-Sicherheit verbessern können. Die Länder sollen weitere Investitionsmittel von 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Linke und Grüne enthielten sich. Die AfD stimmte gegen den Gesetzentwurf.

11.21 Uhr: Schäuble ruft Abgeordnete zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Mitglieder des Parlaments «mit Nachdruck» zur Einhaltung der Corona-Regeln aufgerufen. "Das betrifft insbesondere das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in allen Liegenschaften des Bundestages", sagte der CDU-Politiker am Freitag zu Beginn der Bundestagssitzung. Es sei legitim, unterschiedlicher Meinung über den Nutzen des Tragens der Mund-Nase-Bedeckung und der Gefährlichkeit der Pandemie zu sein. "Aber in der Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Und im Übrigen finde ich, ist es eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme, dass wir uns alle daran halten."

Die AfD-Abgeordneten waren in einer Fraktionssitzung übereingekommen, dass jeder von ihnen selbst entscheiden solle. Einige trügen Maske, andere nicht, manche nur im Fahrstuhl, erklärte der Sprecher der Fraktion, Marcus Schmidt, am Freitag. Schon im Mai hatte Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) die AfD-Fraktion ermahnt, weil die Corona-Regeln demonstrativ nicht eingehalten würden.

Ein AfD-Abgeordneter und ein Mitarbeiter wurden inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Von denjenigen, die danach getestet worden seien, lägen inzwischen acht negative und kein weiteres positives Testergebnis vor.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). © Kay Nietfeld/dpa

11.02 Uhr: Lambrecht zu Immunitätsausweis: Noch viele Fragen zu klären 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sieht einen Corona-Immunitätsausweis kritisch. Sie befürchte, dass ein solcher Ausweis, je nachdem wie dieser ausgestaltet werde, eher spalte, sagte Lambrecht am Freitag im RTL/ntv "Frühstart". "Ist es denn wirklich so, wenn ich einmal erkrankt war, dass ich dann immun bin, was ja ein solcher Ausweis suggeriert", sagte die SPD-Politikerin.

"Da sind viele grundrechtliche Fragen, auch datenschutzrechtliche Fragen zu klären. Das ist ein sehr, sehr sensibles Thema", betonte Lambrecht zudem. Bei der Einführung der Corona-Warn-App sei bereits zu beobachten gewesen, dass viele Menschen genau darauf achteten, wie mit ihren Daten umgegangen werde. "Nur dadurch, dass wir diese Diskussion auch so offen geführt haben, gab es auch eine hohe Akzeptanz für diese App und deswegen müssen wir das bei einem solchen Instrument mindestens in der gleichen Intensität machen", sagte Lambrecht.

Das Bundeskabinett hatte sich Ende April mit dem Thema befasst. Für den Fall, dass es demnächst gesicherte Erkenntnisse zur Immunität nach einer Corona-Infektion geben sollte, soll eine Bescheinigungsmöglichkeit dafür kommen - ähnlich wie im Impfpass. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte aber zunächst den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme gebeten. Sie wird kommende Woche erwartet.

10.53 Uhr: Wieder Lockdown in Großbritannien geplant

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die "Financial Times" am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Premierminister Boris Johnson steht in Großbritannien in der Kritik, zu spät und falsch auf die erste Ausbruchswelle reagiert zu haben. Innerhalb Europas ist Großbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land mit Blick auf die Todesfälle. Statistiken zu Infektionen und Todesfällen haben Experten zufolge nur eingeschränkte Aussagekraft - es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Menschen sitzen hinter einem Zaun im Soho im Londoner West End an Tischen unter freiem Himmel. Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien empfehlen Experten offenbar einen weiteren landesweiten Lockdown im Oktober.
Menschen sitzen hinter einem Zaun im Soho im Londoner West End an Tischen unter freiem Himmel. Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien empfehlen Experten offenbar einen weiteren landesweiten Lockdown im Oktober. © Dominic Lipinski/PA/AP/dpa

10.30 Uhr: Bundesrat stimmt milliardenschwerer Entlastung der Kommunen zu

Der Bundesrat hat am Freitag einer milliardenschweren Entlastung der Kommunen und einer dafür notwendigen Änderung des Grundgesetzes zugestimmt. Die Entscheidung in der Länderkammer fiel einstimmig. Notwendig war eine Zweidrittel-Mehrheit. Der Bundestag hatte bereits am Donnerstagabend zugestimmt. Damit kompensieren Bund sowie Länder Gewerbesteuerausfälle der Städte und Gemeinden in der Corona-Krise in Milliardenhöhe - damit die Kommunen handlungsfähig bleiben.

Der Bund beteiligt sich außerdem dauerhaft stärker an Kosten der Unterkunft bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende, auch dafür war eine Änderung des Grundgesetzes notwendig. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, die Kommunen bekämen wieder "Luft zum Atmen". Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD sagte, es gehe darum, dass die Kommunen weiter investieren könnten.

10.22 Uhr: Fresenius-Chef kritisiert Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoff

Fresenius-Chef Stephan Sturm hat nationale Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoffe kritisiert. "Was mir besonders große Sorgen macht, ist, dass angesichts des Wettlaufs vielerorts offenbar der Versuchung nicht widerstanden wird, Abkürzungen zu nehmen", sagte Sturm dem "Handelsblatt". Vielerorts würden Regeln gebogen, sagte der Manager. So wurde in Russland der weltweit erste Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen, obwohl wichtige Tests fehlten. Und US-Präsident Donald Trump hat davon gesprochen, dass es bereits rund um die Wahl am 3. November einen Impfstoff geben könnte. Eine reguläre Zulassung bis dahin ist de facto aber unmöglich.

Man wisse längst nicht alles über das Virus und nichts über Spätfolgen, schon gar nicht von Impfstoffen, sagte Sturm. "In so einem Fall halte ich es für höchst fragwürdig, Abstand von erprobten Regelungen zu nehmen, wenn es um die Zulassung von Impfstoffen und Medikamenten geht - Pandemie hin oder her." Sturm kritisierte erneut die Corona-Politik der Bundesregierung. "Wir haben uns in Deutschland nur darauf konzentriert, die Zahl der Corona-Toten zu minimieren. Das ist ein gutes Ziel. Aber es gibt andere Krankheiten, die man nicht vergessen darf: Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt - die gehen ja nicht weg, nur weil Corona da ist." 

Dieser "einseitige Blick" habe die ganze Gesellschaft stark belastet: "Ein verlorenes Jahr für viele Schüler, Verwahrlosung von Kindern in prekären Situationen, eine Rekordzahl von psychiatrischen Fällen in unseren Krankenhäusern. Diese Kollateralschäden darf man nicht einfach ausblenden, nur weil sie nicht so leicht messbar sind wie die täglichen Corona-Toten."

Die Corona-Krise hat Fresenius im Klinik-Geschäft stark belastet: Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer. Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern.
Die Corona-Krise hat Fresenius im Klinik-Geschäft stark belastet: Da die Pandemie hierzulande glimpflich verlief, standen viele Intensivbetten leer. Zuwendungen des Bundes konnten fehlende Einnahmen aus aufgeschobenen Operationen nur abmildern. © Robert Michael/dpa (Symbolbild)

10.05 Uhr: Mehr als 3.000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Tschechien hat innerhalb eines Tages mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet als das viel größere Deutschland. Am Donnerstag wurde mit 3.130 neuen Fällen erstmals die 3.000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf knapp 44.200. Mit einer Covid-19-Erkrankung wurden 489 Todesfälle in Verbindung gebracht. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner und damit weniger als ein Siebtel der Bundesrepublik.

Unterdessen treten schärfere Regeln in Kraft. Schüler müssen seit Freitag im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen - ausgenommen sind Erstklässler. Restaurants, Bars und Clubs müssen künftig nachts zwischen Mitternacht und 6 Uhr schließen. Zudem muss jeder Gast einen Sitzplatz haben. Seit mehr als einer Woche gilt landesweit in allen Innenräumen eine Maskenpflicht. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region ausgesprochen.

9.51 Uhr: Südamerikanische Fußballer sind verpflichtet, zu Länderspielen zu reisen

Lionel Messi, Neymar und alle weiteren südamerikanischen Nationalspieler müssen ihren Nationalteams bei der WM-Qualifikation im Oktober zur Verfügung stehen. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol habe entsprechende Zusicherungen der FIFA erhalten, berichtete die US-Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Die Klubs müssen ihre Nationalspieler demnach auch dann freistellen, wenn die Heimatländer oder Länderspielorte in den Ländern ihrer Vereine als Corona-Risikogebiet gelten und bei der Rückkehr nach Europa eine Quarantäne droht. Der Start für die WM-Qualifikations-Partien in Südamerika ist für den 8. und 13. Oktober vorgesehen. 

Lionel Messi
Lionel Messi © Hassan Ammar/AP/dpa (Archiv)

9.17 Uhr: Rundflug nach Nirgendwo in Rekordzeit ausverkauft

Ein von der australischen Airline Qantas angekündigter kurioser Langstrecken-Rundflug nach Nirgendwo war innerhalb von nur zehn Minuten ausverkauft. Eine Boeing 787-9 Dreamliner soll am 10. Oktober in Sydney starten und dann relativ niedrig über die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes fliegen, um ohne Zwischenlandung sieben Stunden später wieder in Sydney zu landen. „Das ist wahrscheinlich der am schnellsten ausverkaufte Flug in der Geschichte von Qantas“, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag.

8.42 Uhr: Virologe Drosten: Corona-Lage könnte sich auch hierzulande zuspitzen 

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, "dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England", sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, "dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders."

"Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte", sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. "Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Wie Drosten erklärte, gingen die Fallzahlen in Deutschland über den Sommer zu einem großen Teil auf Rückkehrer aus dem Urlaub zurück, die das Virus nicht unbedingt in großem Maße hierzulande weitergetragen hätten. Diese Infizierten gäben eher Hinweise auf die Corona-Lage im Herkunftsland. "Was wir jetzt im Moment sehen, ist eine Reflexion durchaus wieder von dem, was in Deutschland los ist in Form von Virusfällen." Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Freitag von 1.916 Corona-Neuinfektionen bundesweit berichtet.

Virologe Christian Drosten warnt vor Infektionszahlen wie in Spanien und Frankreich.
Virologe Christian Drosten warnt vor Infektionszahlen wie in Spanien und Frankreich. © Michael Kappeler/dpa

8.06 Uhr: Lehrerverband zieht durchwachsene Zwischenbilanz nach Schulstart

Nach dem Start des Schuljahres in allen Bundesländern ziehen Lehrervertreter und Bildungsgewerkschaften eine durchwachsene Zwischenbilanz. Dass es unter Corona-Bedingungen bis jetzt so gut funktioniert habe, liege weniger an "vollmundigen Hygieneplänen" der Kultusministerkonferenz und der einzelnen Landesministerien, sondern daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit noch überschaubar sei, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. "Die eigentliche Bewährungsprobe steht uns noch bevor", sagte er mit Blick auf den Herbst und Winter.

"Alle geben sich wirklich Mühe, aber es läuft ein bisschen auf gut Glück", sagte Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Es gebe viel Verunsicherung. Schulleitungen beschwerten sich, dass vieles an ihnen hängenbleibe und der Rückhalt von der Politik fehle. "Es gibt Vorgaben, die zum Teil – etwa wegen baulicher Gegebenheiten – nicht erfüllt werden können. Und wenn dann etwas schiefgeht, heißt es da hat wohl jemand 'ne Party gefeiert." Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, äußerte sich ähnlich. "Das neue Schuljahr ist mit großen Unsicherheiten gestartet, die bis heute nicht ausgeräumt wurden."

7.22 Uhr: Zweiter Lockdown in Israel beginnt

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag (13 Uhr MESZ) an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte eine weitere Verschärfung der Maßnahmen notwendig werden. "Ich werde nicht zögern, zusätzliche Beschränkungen zu verhängen, falls die Notwendigkeit besteht", sagte er. Viele Länder haben mit lokalen Maßnahmen auf wieder gestiegene Corona-Zahlen reagiert. Israel ergreift nun aber landesweite Maßnahmen und ist damit weltweit ein Vorreiter.

Ein Arbeiter verteilt Desinfektionsmittel als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus an der Klagemauer, der heiligsten Stätte, an der Juden in Jerusalem beten können.
Ein Arbeiter verteilt Desinfektionsmittel als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus an der Klagemauer, der heiligsten Stätte, an der Juden in Jerusalem beten können. © Sebastian Scheiner/AP/dpa

7.06 Uhr: Große Nachfrage bei Bootsbauern trotz Corona-Krise

Deutsche Bootshersteller profitieren in der Corona-Krise von der großen Zahl an Deutschland-Urlaubern. "Nach dem strengen Lockdown bis Ende April haben die Sommermonate den Ausfall vielerorts mehr als wettgemacht", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbau-Verbands, Claus-Ehlert Meyer. Manche Hersteller berichten von Auftragssteigerungen von bis zu 70 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Besonders Einsteigerprodukte wie kleine Motorboote, deren Fahrer keinen Führerschein benötigen, seien gefragt. "Der Markt ist durch neue Kunden tatsächlich vergrößert worden", sagte Meyer. "Viele haben wohl schon lange über einen Kauf nachgedacht und jetzt das Geld vom stornierten Urlaub dafür genutzt." Die Branche blicke deshalb "nicht pessimistisch" auf das kommende Jahr. 

6.39 Uhr: Sachsen lockert Corona-Regeln für Schulbesuch

Bei leichten Erkältungssymptomen dürfen Kinder nun doch weiterhin zur Schule gehen. Darauf hat sich Kultusminister Christian Piwarz (CDU) jetzt festgelegt. "Mit Blick auf die Erkältungszeit im Herbst haben wir gemeinsam mit Kinderärzten und Virologen und auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse entschieden, dass bei leichten Krankheitssymptomen, wie Schnupfen oder gelegentlichem Husten, Kinder weiter die Kindertagesbetreuung und Schüler weiter die Schule besuchen können", sagt er im Interview mit saechsische.de. Die Corona-Regeln sehen eigentlich vor, dass Kinder mit Symptomen, also auch einem leichten Schnupfen, zu Hause bleiben müssen. Eltern und auch Kinderärzte hatten diese Regelung kritisiert. 

6.21 Uhr: Ärztepräsident: Nicht immer "mit beiden Füßen auf der Bremse stehen"

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich mit Blick auf die Corona-Pandemie vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga für mutige Entscheidungen mit Vorsicht und Augenmaß ausgesprochen. "Wir können nicht immer nur mit beiden Füßen auf der Bremse stehen. Wir müssen auch Erfahrungen sammeln, lernen mit der Pandemie umzugehen und für eine gewisse Zeit mit ihr zu leben", sagte Reinhardt der "Passauer Neue Presse".

"Wir brauchen einfach einen pragmatischen und vor allem rationalen Umgang mit dieser Situation", sagte der Mediziner. Angesichts der bisherigen Entwicklung könne man die Rückkehr von Fans in die Stadien "aus meiner Sicht mit der gebotenen Vorsicht wagen".

Man werde "nicht jede Infektion verhindern können. Aber wir lernen, uns besser gegen das Virus zu schützen", sagte der 60-Jährige. Einen Lockdown hält der Ärztepräsident "aktuell für ausgeschlossen". Dies wäre "eine völlig überzogene Maßnahme", meinte Reinhardt: "Ende März, Anfang April hatten wir noch mehr als 6000 Neuinfektionen täglich. Das war eine ganz andere Situation."

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5.57 Uhr: Bundestag beschließt Entlastung der Kommunen

Der Bundestag hat angesichts der Corona-Krise eine milliardenschwere Entlastung der Kommunen beschlossen. Zum einen kompensiert der Bund in diesem Jahr Gewerbesteuerausfälle in Milliardenhöhe. Zum anderen beteiligt er sich dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern.

Für beide Maßnahmen wurde am Donnerstagabend eine Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Dafür waren eine Zweidrittel-Mehrheit und damit Stimmen aus der Opposition notwendig. Der Bundesrat muss noch zustimmen, geplant ist dies an diesem Freitag. 

5.50 Uhr: Pflicht zum Insolvenzantrag wird weiter ausgesetzt

Angesichts der weiter angespannten Lage vieler Unternehmen in der Corona-Krise wird das Insolvenzrecht weiter gelockert. In Fällen der Überschuldung wird die Antragspflicht bis Jahresende ausgesetzt. Das beschloss der Bundestag am Donnerstagabend. Das soll in Bedrängnis geratenen Firmen weiterhin Luft verschaffen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

Die weitere Aussetzung gilt für Unternehmen, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind. Im März war die Insolvenzantragspflicht bis Ende September ausgesetzt worden - für Fälle, in denen eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung von Firmen auf den Folgen der Corona-Pandemie beruht. Die Koalition hatte Ende August eine Verlängerung beschlossen, für Fälle der Überschuldung. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrundes gestellt werden.

An der Maßnahme hatte es deutliche Kritik gegeben. So sagte der Chef der "Wirtschaftsweisen", Lars Feld, in der ersten Phase der Krise sei es richtig gewesen, die Antragspflicht auszusetzen, weil viele Firmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen Liquiditätsprobleme gehabt hätten. "Die akute Phase ist aber vorbei. Deswegen macht es wenig Sinn, die Insolvenzantragspflicht länger auszusetzen und nicht überlebensfähige Firmen durchzuschleppen."

5.31 Uhr: Knapp unter 2.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2.000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2.000 (2.034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Aktuellere Daten hatte das RKI bis zum frühen Freitagmorgen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

5.15 Uhr: Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943.000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht - gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83.000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134.000 Todesfällen.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100.000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA - dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.

Corona-Pandemie - das geschah am Donnerstag:

21.55 Uhr: New York eröffnet in Corona-Krise eigenes städtisches Test-Labor

Nach heftiger Kritik an Verzögerungen bei Coronavirus-Testergebnissen hat New York ein eigenes städtisches Labor eröffnet. Die Einrichtung in Manhattan sei speziell für Einwohner der Millionenmetropole gedacht und solle dabei helfen, die Wartezeit auf ein Test-Ergebnis auf maximal 48 Stunden zu drücken, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag. Die Kapazität des Labors solle bis November schrittweise von derzeit rund 3.000 auf 20.000 Coronavirus-Tests pro Tag hochgefahren werden. Zwischenzeitlich hatten sich viele Menschen in New York über Wartezeiten auf Test-Ergebnisse von bis zu drei Wochen beschwert. 

20.42 Uhr: Netanjahu: Weitere Verschärfung der Corona-Beschränkungen möglich

Kurz vor Beginn eines zweiten Corona-Lockdowns in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine mögliche weitere Verschärfung der vorgesehenen Einschränkungen angekündigt. Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen könnte dies notwendig sein. Am Freitagnachmittag beginnt in Israel ein Corona-Lockdown, der mindestens drei Wochen andauern soll. Die Maßnahme soll die Zahl der Corona-Fälle in dem Land eindämmen - die täglichen Neuinfektionen waren zuletzt wiederholt auf Rekordwerte gestiegen. Experten hatten im Sommer unter anderem kritisiert, Lockerungen seien verfrüht vorgenommen worden. Die Opposition in dem Mittelmeerstaat kritisiert den Kurs der Regierung scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. 

21.29 Uhr: Internet für Deutsche wichtiger als Fernsehen

Nach dem Feierabend verbringen die Deutschen laut einer repräsentativen Umfrage inzwischen mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. «Erstmals in diesem Jahr konnte das Internet den Spitzenplatz erobern und das Fernsehen recht deutlich hinter sich lassen», sagte der Leiter der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, am Donnerstag. Laut dem neuen «Freizeit-Monitor» der Stiftung gaben 96 Prozent der Befragten an, mindestens einmal pro Woche das World Wide Web für Informationen, Spiele und Unterhaltung zu nutzen. Nur 86 Prozent sitzen dagegen wenigstens einmal alle sieben Tage vor dem Fernseher.

In diesem Jahr habe die Corona-Pandemie das soziale Miteinander und die Aktivitäten in der Familie intensiviert, hieß es. Die Bürger unternehmen demnach mehr Tagesausflüge, gehen öfter campen und beschäftigen sich häufiger mit Karten- und Gesellschaftsspielen. Doch auch zu weniger beliebten Aktivitäten ringen sich offenbar viele durch: Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) behauptete von sich, sie erledigten in Coronazeiten lange aufgeschobene Dinge - von der Steuererklärung bis zur Durchsicht ihrer Versicherungsunterlagen.

20.10 Uhr: Brooklyn Museum muss Werke wegen Corona-Krise versteigern

Das New Yorker Brooklyn Museum hat in der Corona-Krise zahlreiche Werke zur Auktion freigegeben, um die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. "Das ist etwas, was für uns sehr schwer ist", sagte Direktorin Anne Pasternak am Donnerstag der "New York Times". "Aber es ist das Beste für unsere Institution und die Langlebigkeit und Pflege unserer Sammlungen." Zu den zwölf Werken, die im Oktober beim Auktionshaus Christie's versteigert werden sollen, gehören Stücke von Lucas Cranach dem Älteren und Gustave Courbet.

Zuvor hatte der US-Verband der Museumsdirektoren aufgrund der Corona-Krise eine Regelung für zwei Jahre ausgesetzt, nach der Werke aus dem Bestand nur zum Ankauf neuer Werke verkauft werden dürfen. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Zentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Das 1887 eröffnete Brooklyn Museum, das zweitgrößte Ausstellungshaus der Stadt, öffnete am vergangenen Wochenende nach rund sechsmonatiger Pause seine Türen wieder für Besucher. 

Zu den Werken, die das Brooklyn Museum versteigern lässt, gehören Corots “Italienne debout tenant une cruche” (l) und “Lucretia” von Lucas Cranach dem Älteren.
Zu den Werken, die das Brooklyn Museum versteigern lässt, gehören Corots “Italienne debout tenant une cruche” (l) und “Lucretia” von Lucas Cranach dem Älteren. © New York Times/Christie's Images Ltd.

19.47 Uhr: Bahn und EVG einigen sich auf Tarifabschluss

Die Beschäftigten der Deutschen Bahn sollen angesichts der Corona-Krise künftig geringere Lohn- und Gehaltssteigerungen erhalten als zuletzt. Einen entsprechenden Tarifabschluss haben der Konzern und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft vereinbart, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist nicht beteiligt. 

19.25 Uhr: Mehr Raser-Unfälle in Brandenburg trotz coronabedingt weniger Verkehr

Die Zahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit ist in Brandenburg nach Angaben der Polizei in den vergangenen Monaten gestiegen - und das bei deutlich geringerem Verkehrsaufkommen in der Corona-Zeit. Während die Unfallzahlen insgesamt um 15,8 Prozent zurückgingen, nahmen die Unfälle mit Verletzten durch überhöhte Geschwindigkeit um 10,4 Prozent zu, wie das Polizeipräsidium am Donnerstag mitteilte. Überhöhte und unangepasste Geschwindigkeit bleibe Hauptursache bei Unfällen mit Verletzten oder tödlich Verunglückten.

Während der europaweiten Safety Days 2020 wurden allein am Mittwoch über 4000 Geschwindigkeitsverstöße im Land registriert, wie es von der Polizei am Donnerstag weiter hieß. Spitzenreiter innerhalb geschlossener Ortschaften war demnach ein Fahranfänger, der in Simmersdorf im Landkreis Spree-Neiße mit 92 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs war. 

Raser verursachen in Brandenburg überdurchschnittlich viele schwere Unfälle.
Raser verursachen in Brandenburg überdurchschnittlich viele schwere Unfälle. © Soeren Stache/dpa

18.56 Uhr: Serbien führt Registrierung aller Urlaubsrückkehrer ein

Das serbische Gesundheitsministerium führt eine elektronische Registrierungspflicht für Bürger ein, die aus einem als Corona-Risikogebiet eingestuften Land zurückkehren. Konkret bedeutet das, dass Serben, die aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina oder Montenegro in ihre Heimat zurückkehren, einen Fragebogen ausfüllen müssen, der auf der Webseite des Gesundheitsministeriums zugänglich ist. Der Fragebogen diene dazu, dass das Gesundheitssystem rasch reagieren kann, wenn Reiserückkehrer Symptome aufweisen, die auf eine Corona-Infektion hindeuten, berichteten serbische Medien am Donnerstag.

18.35 Uhr: Steinmeier: Nach Ärger wegen Corona Beziehungen zu Italien vertiefen

Deutschland und Italien wollen nach den Misstönen zu Beginn der Corona-Krise ihre Beziehungen und Freundschaft wieder vertiefen und ausbauen. Dies machten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein italienischer Amtskollege Sergio Mattarella in Mailand deutlich. Steinmeier sagte, sein erster Besuch im Ausland nach der Corona-Krise führe ihn nicht von ungefähr nach Italien und hier nach Mailand. Er wolle mit seinem Besuch gerade in Norditalien, das besonders von der Corona-Pandemie betroffen war, ein "dreifaches Zeichen" setzen. Es gehe um Anteilnahme für die hier gestorbenen Menschen und deren Angehörigen, es gehe um Solidarität, und es gehe um ein Zeichen des Aufbruchs, um gemeinsam aus der Krise zu finden. 

18 Uhr: Rote Zone Paris: Nur 5.000 Zuschauer beim Tour-Finale

Beim Finale der letzten Etappe der 107. Tour der France in Paris werden wegen der hohen Corona-Infektionszahlen nur 5.000 Zuschauer auf den Champs-Élysées zugelassen sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP und berief sich auf den Veranstalter ASO. Paris ist als rote Zone eingestuft worden, wo das Virus besonders stark zirkuliert. Auf mehreren Etappen der Rad-Rundfahrt war es in diesem Jahr zu Einschränkungen gekommen. In Frankreich wurden in den vergangenen Wochen stark steigende Zahlen an Neuinfektionen registriert. 

17.50 Uhr: Kretschmer: Länder bei DDR-Zusatzrenten wegen Corona entlasten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht in der Aufstockung des Bundesanteils bei den Kosten für die DDR-Zusatzrenten "einen ersten Schritt in die richtige Richtung". Der Bund müsse die Länder in noch höherem Umfang entlasten, sagte er am Donnerstag vor der Abstimmung zu dem Gesetzentwurf im Bundesrat. Gerade vor dem Hintergrund der enormen Herausforderungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie brauche es dafür einen Stufenplan. "Es kann nicht sein, dass die ostdeutschen Länder immer noch in erheblichem Umfang für die DDR-Zusatzrenten aufkommen müssen." Aufgrund dieser finanziellen Belastung fehlten Gelder an anderen Stellen, etwa bei Investitionen in Bildung oder Infrastruktur.

Die Bundesregierung hatte Anfang Juni in ihrem Konjunkturpaket beschlossen, künftig 50 statt 40 Prozent der Kosten an DDR-Zusatzrenten zu übernehmen. Den Rest sollen die Länder tragen. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert noch stärkere Entlastung vom Bund bei DDR-Zusatzrenten.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert noch stärkere Entlastung vom Bund bei DDR-Zusatzrenten. © Matthias Rietschel

17.32 Uhr: Falsche Daten erschweren Corona-Verfolgung

Darth Vader, bitte melden. Was zunächst lustig klingt, bringt das Dilemma der Hamburger Gesundheitsbehörden bei der Nachverfolgung eines Corona-Ausbruchs auf den Punkt: Viele Besucher einer Bar im beim Partyvolk beliebten Schanzenviertel haben sich nicht mit richtigem Namen und Telefonnummer in die Kontaktlisten eingetragen und sich stattdessen dort als Lucky Luke oder eben Darth Vader verewigt. Doch nun ist es passiert. Gleich mehrere Bedienungen in der stets gut besuchten "Katze" sind Corona-positiv. Rund 600 Gäste könnten sich angesteckt haben. Von etwa 100 fehlen den Behörden die echten Kontaktdaten. Was das für die Betroffenen und die Behörden bedeutet, lesen sie hier.

17.06 Uhr: Sorge um Wiesn-Ersatzpartys - Alkoholverbot auf Theresienwiese

Die Stadt München hat für den Samstag als ursprünglich geplanten ersten Oktoberfesttag ein Alkoholverbot für die Theresienwiese verhängt. Auf der gesamten Fläche dürfe von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr am Sonntagmorgen kein Alkohol konsumiert werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. "Ziel dieses Verbots ist es, auf dem Gelände private Ersatzpartys zum ursprünglich geplanten Wiesnstart mit hohem Infektionsrisiko zu unterbinden." Das Alkoholverbot gelte auch für drei auf der Theresienwiese angemeldete Demonstrationen, hieß es. Normalerweise hätte am Samstag der Münchner OB Dieter Reiter (SPD) auf der Theresienwiese das erste Fass Bier angestochen und die Wiesn eröffnet - für gut zwei Wochen wäre Gerstensaft in Strömen geflossen: Rund sieben Millionen Liter werden bei dem Fest getrunken. 

16.53 Uhr: Corona-Sonderregeln für Praxisbesuche künftig regional möglich

Bei stark steigenden Corona-Infektionszahlen in einzelnen Gegenden sollen Sonderregeln für Patienten künftig auch regional ermöglicht werden - etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Das legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen in einem Grundsatzbeschluss am Donnerstag fest. Es gelte, schnell auf starke Anstiege in einer bestimmten Region reagieren zu können, um eine Virus-Ausbreitung zu verhindern. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen. Im Frühjahr hatte es solche Sonderregelungen  bundesweit gegeben. 

16.42 Uhr: Sachsen ignoriert die neue Fußball-Zuschauer-Obergrenze

Es wäre eine Schritt zurück gewesen - zumindest in Sachsen. Am Dienstag hatten sich die Bundesländer bei der flächendeckenden Fan-Rückkehr in die Stadien und Hallen auf eine sechswöchige Testphase mit einer Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Kapazitäten geeinigt. In einigen Bundesländern wie Bayern, wo bisher ein generelles Zuschauerverbot galt, wird die Regelung von den Vereinen überwiegend begrüßt. Das Bundesliga-Eröffnungsspiel in München am Freitagabend wird trotzdem ohne Zuschauer ausgetragen. In Sachsen stieß die Einigung auf Verwunderung, war man hier doch schon viel weiter. Das DFB-Pokalspiel am Montagabend gegen den Hamburger SV verfolgten in Dresden mehr als 10.000 Zuschauer, das entspricht einer Auslastung von knapp 30 Prozent. Wie es jetzt weitergehen soll, erfahren sie hier.

Die Anzeigetafel am Montag beim Pokalspiel gegen Hamburg. So viele Zuschauer sollen es auch künftig bei Dynamo-Heimspielen sein - mindestens.
Die Anzeigetafel am Montag beim Pokalspiel gegen Hamburg. So viele Zuschauer sollen es auch künftig bei Dynamo-Heimspielen sein - mindestens. © dpa/Robert Michael

16.02 Uhr: Sachsen fördert 157 kreative Ideen mit "Denkzeit Event"

Im Ergebnis des Wettbewerbs "Denkzeit Event" zur Unterstützung der von der Corona-Pandemie stark beeinträchtigten Veranstaltungswirtschaft fördert der Freistaat 157 kreative Ideen. Die Preisträger wurden nach Angaben des Kulturministeriums am Donnerstag in Dresden ausgezeichnet und erhalten zwischen 1.000 und 50.000 Euro für die Umsetzung. Die Preisträgerliste reicht vom Zuckertütenkonzert im Dresdner Zwinger über die Meißner Modenacht und Mundartabende im Erzgebirge bis zur Musikmeile Chemnitz, den Kinderkulturtagen Zwickau oder dem Sachsenringradrennen. Der Landtag hatte für den im Juli ad hoc ausgelobten Wettbewerb rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wie der Wettbewerb angenommen wurde, lesen sie hier.

15.45 Uhr: Steigende Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in Sachsen

In Sachsen steigt die Zahl der Corona-Fallzahlen weiter an. Das Sozialministerium in Dresden meldete am Donnerstag 66 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden, nach 55 am Mittwoch und 44 am Dienstag. Bisher wurden im Zusammenhang mit der Pandemie 225 Todesfälle registriert, die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten stieg auf 6.570. Den größten Anstieg gab es nach der Übersicht des Ministeriums mit 16 neuen Fällen im Erzgebirgskreis. Nach Angaben auf dessen Homepage wurden ein Lehrer der Zschopauer Martin-Andersen Nexö Oberschule positiv getestet und drei von ihm unterrichtete Klassen vorsorglich unter Quarantäne gestellt.

5.890 Menschen in Sachsen gelten inzwischen als geheilt. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen auf 7.1 gestiegen, nach 6,5 am Vortag.

15.36 Uhr: Hohe Akzeptanz für Sicherheitsmaßnahmen bei Sportevents

Abstand, Kontrollen und Maskenpflicht: Der Großteil der Bundesbürger hält solche Sicherheitsmaßnahmen bei Sportveranstaltungen für sinnvoll und wichtig. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Vereinigung Sportsponsoring-Anbieter (VSA) hervor. Am meisten Zustimmung (84 Prozent) finden demnach Sicherheitskontrollen beim Einlass. Über 80 Prozent der Befragten halten es außerdem für wichtig, dass Menschenansammlungen vermieden werden (83 Prozent) und Abstandsregelungen gelten (82 Prozent). Auch eine sinnvolle Wegeleitung - etwa Einbahnstraßen - und eine vorherrschende Maskenpflicht stößt auf breite Zustimmung (78 bzw. 77 Prozent). 

15.23 Uhr: Wirtschaftsminister Dulig muss nach Wien-Reise in Quarantäne

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) muss nach einer Wien-Reise in häusliche Quarantäne. Noch am Donnerstagabend wollten sich der Minister und die Wirtschaftsdelegation am Dresdner Flughafen auf das Coronavirus testen lassen, sagte Ministeriumssprecher Jens Jungmann auf Anfrage. Bis das Ergebnis vorliegt, begeben sich alle 27 Mitreisenden in Quarantäne. Betroffen sind unter anderem auch der CDU-Landtagsabgeordnete Lars Rohwer sowie der Geschäftsführer der Sächsischen Wirtschaftsförderung, Thomas Horn. Was die Entscheidung jetzt für den Wirtschaftsminister bedeutet, lesen sie hier.

Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, muss nach einer Dienstreise nach Österreich in Quarantäne.
Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, muss nach einer Dienstreise nach Österreich in Quarantäne. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild

15,14 Uhr: Österreich erlaubt nur zehn Personen bei privaten Feiern in Gebäuden

Als Reaktion auf die steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus limitiert Österreich die Zahl der Teilnehmer bei privaten Zusammenkünften. Bei Feiern in Gebäuden seien ab Montag nur noch zehn Personen erlaubt, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag. Eine Kontrolle von Privatwohnungen sei allerdings nicht geplant, da sie nicht grundrechtskonform sei. Es gehe um Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Einzige Ausnahme von den neuen Auflagen seien Begräbnisse. Bei Veranstaltungen im Freien seien wie bisher bis zu 150 Menschen erlaubt.

Nicht betroffen seien die professionell organisierten Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich. Dort bleibe es bei der Obergrenze von 1.500 Menschen in Gebäuden und 3.000 im Freien, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Binnen 24 Stunden wurden in Österreich zuletzt 780 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist das ein etwa dreimal höherer Wert als aktuell in Deutschland. 

Eine Studentin besucht eine Covid-19 Teststraße für 15 Minuten-Schnelltests in Wien. Sie lässt sich zu Beginn einer Lehrveranstaltung der WU-Wien, im Austria Center Vienna, testen.
Eine Studentin besucht eine Covid-19 Teststraße für 15 Minuten-Schnelltests in Wien. Sie lässt sich zu Beginn einer Lehrveranstaltung der WU-Wien, im Austria Center Vienna, testen. © Roland Schlager/APA/dpa

15 Uhr: Leipziger Lichtfest mit nur 250 Gästen

"Eigentlich beißt sich das", sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD): "Wir feiern den 9. Oktober, wo Menschen mit ihrer Masse ein System wegfegten - und jetzt begrenzen wir das." Doch Pandemie-bedingt gehe es in diesem Jahr schlicht nicht anders: Das Erinnern an die entscheidende Montagsdemonstration gegen das SED-Regime der DDR vom 9. Oktober 1989 in Leipzig kann in diesem Jahr nicht mit Zehntausenden Menschen auf dem zentralen Augustusplatz gefeiert werden. Was stattdessen geplant ist, erfahren sie hier.

14.51 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen in England - Millionen Menschen betroffen

Wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Infektionen werden im Nordosten Englands die Kontaktbeschränkungen verschärft. So dürfen sich von Freitag an Menschen verschiedener Haushalte nicht mehr treffen. Bars und Pubs müssen um 22 Uhr  schließen, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag ankündigte. Betroffen davon sind etwa zwei Millionen Menschen unter anderem in Northumberland, Newcastle-upon-Tyne und Sunderland. Hancock erklärte: "Die Schlacht gegen das Coronavirus ist noch nicht vorbei." In großen Teilen Großbritanniens schnellen die Infektionszahlen wieder in die Höhe. Vielerorts mangelt es auch an Tests, das tatsächliche Infektionsgeschehen kann daher aktuell kaum abgebildet werden. 

14.38 Uhr: 15.000 Reisende innerhalb von fünf Tagen wegen fehlender Gesichtsmaske ermahnt

Die Bundespolizei hat innerhalb von fünf Tagen fast 15.000 Reisende an Bahnhöfen oder in Zügen ermahnt, die keinen Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus getragen haben. Das jeweilige Gesundheitsamt sei in 221 Fällen informiert worden, um Bußgelder nach den entsprechenden Corona-Regeln der Länder zu verhängen, teilte die Bundespolizei am Donnerstag in Potsdam mit. Der ganz überwiegende Teil der Reisenden habe sich einsichtig gezeigt. Die Bundespolizei ermahnte zwischen dem 12. und dem 16. September genau 14.676 Menschen ohne Gesichtsmaske.

Präsident Dieter Romann betonte, dass die Bundespolizei die Länder rund um die Uhr unterstütze. "Denn es geht um die Gesundheit und Sicherheit aller", sagte er laut Mitteilung. Die Bundespolizisten dürfen kein Bußgeld verhängen, wenn jemand ohne Gesichtsmaske unterwegs ist - dafür sind die Länder zuständig. Wer sich weigert, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, kann allerdings von den Verkehrsunternehmen von der Weiterreise per Zug ausgeschlossen werden. Dabei hilft die Bundespolizei mit. 

14.16 Uhr: Gericht kippt Corona-Testpflicht für Einreise nach Sardinien

Für die Einreise auf die italienische Ferieninsel Sardinien ist vorerst doch kein negativer Corona-Test mehr nötig. Wenige Tage nach der Einführung einer Corona-Testpflicht für die Insel hat ein Gericht diese vorsorglich wieder gekippt. Das zuständige Verwaltungsgericht in Cagliari entschied am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Ansa, einem Einspruch der italienischen Regierung stattzugeben. Diese hatte durch die Testpflicht die Reisefreiheit eingeschränkt gesehen und war deshalb dagegen vorgegangen. Die nächste Anhörung ist für den 7. Oktober geplant.

Am vergangenen Wochenende hatt der Präsident der Region Sardinien, Christian Solinas, eine entsprechende Verordnung unterzeichnet. Seit Montag waren ankommenden Passagiere in Sardinien "aufgerufen", einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alternativ konnten Einreisende auch online erklären, vor kurzem einen Corona-Test mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben, oder sich übergangsweise nach ihrer Ankunft vor Ort testen lassen. 

Wer zum Beispiel in die Altstadt von Castelsardo im Nordwesten Sardiniens will, muss bei der Einreise doch keinen aktuellen Coronatest nachweisen.
Wer zum Beispiel in die Altstadt von Castelsardo im Nordwesten Sardiniens will, muss bei der Einreise doch keinen aktuellen Coronatest nachweisen. © Christian Röwekamp/dpa (Archiv)

14 Uhr: Bundesliga-Eröffnungsspiel in München doch ohne Zuschauer

Wegen der gestiegenen Infektionszahlen in München dürfen beim Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 am Freitagabend nun doch keine Zuschauer dabei sein. Das entschied die Stadt München am Donnerstag. Davor war noch auf 7.500 Fans in der Allianz Arena gehofft worden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach in einer Mitteilung von einem "falschen Signal" und verwies auf aktualisierte Corona-Werte des Robert Koch-Instituts. Demnach ist die Inzidenzzahl in München über Nacht von unter 34 auf 47,6 gestiegen. "Für mich bedeutet dieser hohe, jetzt auch vom RKI bestätigte Inzidenzwert, dass wir über deutlich einschneidendere Einschränkungen im öffentlichen Leben zumindest nachdenken müssen. Und da kann ich nicht zeitgleich Tausende Fans in die Stadien lassen", sagte der Politiker.

In dieser Woche hatte die Politik beschlossen, bundesweit in einem Probebetrieb 20 Prozent der Stadien in den zwei Bundesliga wieder zu füllen. Die Münchner blieben da aber bereits vorsichtig und planten nur mit einer Auslastung von zehn Prozent.

13.53 Uhr: Dresdner Frauenkirche plant für 2021 mehr als 100 Konzerte

Die Dresdner Frauenkirche plant im kommenden Jahr mehr als 100 Konzerte und kirchenmusikalische Angebote. Das neue Musikjahr stehe für ihn "unter dem Begriff der Verbindung" mit Musikerinnen und Musikern in Deutschland, Europa und weltweit, gerade in Corona-Zeiten, sagte der "Artistic Director" der Frauenkirche, Stargeiger Daniel Hope, am Donnerstag in Dresden bei der Vorstellung des Programms für 2021. Das Repertoire mit Werken aus der Renaissance bis zur Gegenwart wolle "die Botschaft der Versöhnung auf musikalisch-verbindende Weise" weitergeben. Die Chöre der Frauenkirche würden Corona-bedingt zum Teil im gesamten Kirchenraum verteilt konzertieren, um den Hygiene-Anforderungen zu entsprechen.

13.44 Uhr: Drosten über Neuinfektionen: Sind jetzt wieder im Anstieg

Bei der Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht der Virologe Christian Drosten Unterschiede im Vergleich zum August. Der am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Wert von rund 2.200 Neuinfektionen sei "schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg", sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin beim Kommunikationskongress des Bundesverbands der Kommunikatoren, wo er für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

Im August sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, "die in Deutschland nicht weitergegangen sind", so Drosten. Wie er die jetzt neu diagnostizierten Fälle einordnet, lesen sie hier.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, hält beim 17. Kommunikationskongress 2020 den Ehrenpreis des BdKom für die Kommunikation zur Coronakrise.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, hält beim 17. Kommunikationskongress 2020 den Ehrenpreis des BdKom für die Kommunikation zur Coronakrise. © Christophe Gateau/dpa

13.32 Uhr: Ermittlungen in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Soforthilfen

Bundesweit ermitteln Staatsanwaltschaften in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen und anderer Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Richterzeitung bei den Justizministerien und Staatsanwaltschaften der 16 Bundesländer hervor, die dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ vorliegt. Der Schaden geht in die zig Millionen. „Es geht dabei in der Regel um Fälle von Subventionsbetrug, die vertiefte einzelfallbezogene Ermittlungen erfordern und sich nicht standardisiert als Massenverfahren erledigen lassen“, sagt Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes. 

13.16 Uhr: Qantas bietet siebenstündigen Australien-Rundflug nach Nirgendwo

Die australische Airline Qantas will mit einem kuriosen Rundflug Gäste zurückgewinnen. Eine Boeing 787-9 Dreamliner werde am 10. Oktober in Sydney starten und dann relativ niedrig über die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes fliegen, um ohne Zwischenlandung sieben Stunden später wieder in Sydney zu landen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. "Great Southern Land scenice flight", heißt die Initiative, bei der unter anderem Urlaubsparadiese wie das Great Barrier Reef, Uluru, Byron Bay und der Hafen von Sydney überflogen werden.

Die Fenster des Dreamliners seien extrem groß, so dass die Passagiere nun zumindest wieder aus der Luft ihr Land bestaunen könnten: "Im Himmel gibt es keine Grenzbeschränkungen", hieß es. Wegen der Corona-Pandemie sind in Down Under seit Monaten nicht nur die Grenzen für Besucher aus dem Ausland geschlossen, auch Reisen zwischen den einzelnen Bundesstaaten sind nach wie vor größtenteils verboten.

Die australische Airline Qantas will mit einem kuriosen Rundflug Gäste zurückgewinnen. Eine Boeing 787-9 Dreamliner werde am 10. Oktober in Sydney starten und dann relativ niedrig über die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes fliegen.
Die australische Airline Qantas will mit einem kuriosen Rundflug Gäste zurückgewinnen. Eine Boeing 787-9 Dreamliner werde am 10. Oktober in Sydney starten und dann relativ niedrig über die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes fliegen. © City of Sydney/ Lukas Coch/AAP/dpa

12.43 Uhr: WHO warnt vor steigenden Infektionszahlen in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist besorgt über die wieder steigenden Corona-Zahlen in Europa. Die wöchentlichen Fallzahlen überstiegen nun diejenigen, die während der ersten Hochphase des Coronavirus in Europa im März gemeldet worden seien, sagte der Direktor des WHO-Europa-Büros, Hans Kluge, am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Obwohl diese Zahlen auch die umfassenderen Tests widerspiegelten, zeigten sie alarmierende Übertragungsraten in der europäischen Region.

"Die September-Fallzahlen sollten für uns alle als ein Weckruf dienen." Gleichzeitig blieb Kluge optimistisch: "Wohin sich die Pandemie von hier aus entwickelt, liegt in unseren Händen. Wir haben sie schon einmal zurückgeschlagen und können sie wieder zurückschlagen." Wirksame Maßnahmen wie umfassende Tests, das Waschen der Hände, das Abstandhalten zueinander und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Situationen, wo dieser Abstand nicht möglich sei, sowie das Vermeiden größerer Versammlungen müssten dringend eingehalten werden, mahnte Kluge an. Zugleich müssten die Sorgen und Nöte der Menschen ernstgenommen und auf die entstandene Corona-Müdigkeit eingegangen werden, die angesichts der langen Zeit der Pandemie verständlich sei. 

12.16 Uhr: Mehr als zwei Drittel halten Corona-Maßnahmen für richtig

Laut einer Umfrage steht die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinter den staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen. 69 Prozent der Befragten halten das Vorgehen für richtig, wie aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer von Donnerstag hervorgeht. Fast jeder Fünfte wünsche sich demnach sogar noch weitergehende Maßnahmen. Lediglich elf Prozent hielten die Schutzbestimmungen für übertrieben. Entsprechend schlecht fiel die Beurteilung der in jüngerer Zeit verstärkt auftretenden Proteste gegen die Corona-Maßnahmen aus. Nur 14 Prozent finden die Proteste "gut", 83 Prozent hingegen "nicht gut".

Große Aufmerksamkeit hatte jüngst eine Aktion in Berlin bekommen: 300 bis 400 Menschen hatten Absperrungen überrannt und kurzzeitig die Treppen vor dem Reichstagsgebäude besetzt. Das Vorgehen der Demonstranten hatte für Empörung gesorgt. Bei den Protesten wurden immer wieder Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen festgestellt, weil Menschen etwa keinen Abstand hielten oder sich weigerten, Mund und Nase zu bedecken. Auch in anderen Städten kam es zu Protesten.

12.08 Uhr: Individualreisende sollten Stornoregeln prüfen

Individualreisende sollten vor der Buchung gerade jetzt genau die Umbuchungs- und Stornierungsoptionen prüfen. Insbesondere bei Unterkünften können die Gebühren bei 80 bis 100 Prozent liegen, wenn der Gast kurzfristig absagt. Darauf macht das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) aufmerksam. Bei manchen Ferienhausanbietern, aber auch bei Fährgesellschaften lässt sich für wenige Euro eine Stornierungsoption hinzubuchen. Auch bei Hotelbuchungen ist dies oft möglich. Andernfalls erhöhen sich meist die Stornogebühren, je später der Urlauber absagt.

Grundsätzlich gilt: Ist ein Hotel oder Ferienhaus erreichbar, dann bleibt der Gast auf etwaigen Kosten sitzen, wenn er zum Beispiel aus Angst vor Corona seinen Aufenthalt absagt, so das EVZ. Und findet ein gebuchter Flug statt, kann der Kunde nicht ohne entsprechende Stornogebühren vom Vertrag zurücktreten - sofern die Fluggesellschaft den Flug nicht von sich aus streicht. Viele Airlines bieten derzeit allerdings kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten an.

11.42 Uhr: Erstmals mehr als 2.000 neue Corona-Fälle in Tschechien

In Tschechien ist erstmals die Schwelle von 2.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages überschritten worden. Am Mittwoch kamen 2.139 Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf rund 41.000. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben nachweislich 482 Menschen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt damit aktuell fast genauso so hoch wie in Deutschland, obwohl Tschechien nur knapp 10,7 Millionen Einwohner hat. Die deutsche Bundesregierung hatte ihre Reisewarnung für Prag am Mittwochabend auf die angrenzende Mittelböhmische Region ausgeweitet. Der Speckgürtel um die Hauptstadt hat knapp 1,4 Millionen Einwohner. Das Gesundheitsministerium in Prag verschärfte die Regeln für Gaststätten, Bars, Cafés und Nachtklubs: Sie dürfen künftig nur noch so viele Menschen einlassen, wie sie Sitzplätze haben. 

11.26 Uhr: Ärzte sehen Münchner "Wiesn light" sorgenvoll

Ärzte sehen die in München geplanten Oktoberfest-Alternativen bei steigenden Corona-Zahlen mit Skepsis. Mindestens müssten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, mahnten Mediziner vor der am Samstag startenden "WirtshausWiesn" in mehr als 50 Münchner Gaststätten. "Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine "Wiesn light" eher skeptisch bis sorgenvoll", sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 40 Fällen auf 100.000 Einwohner spreche "bei allem Verständnis für dieses Traditionsfest" gegen solche Events.

Bei Einhaltung der Hygieneregeln sei das Risiko einschätzbar, sagte Bernd Zwißler, Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München. Das Ideal zur Vermeidung der Krankheitsübertragung sei es, sich nicht zu treffen. Derartige Veranstaltungen ganz zu verbieten, sei aber gesellschaftlich nicht akzeptiert und zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch nicht verhältnismäßig.

11.05 Uhr: Geteilte Meinung zu Testphase von Fans in Stadien

Vor dem Beginn einer sechswöchigen Testphase mit der Rückkehr von Fans in die Bundesliga-Stadien sind die Bundesbürger uneins, ob das eine gute Idee ist. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov lehnen 42 Prozent der Befragten die von den Ländern beschlossene Testphase für Fußball-Arenen und Sporthallen ab, während 41 Prozent sie befürworten. 17 Prozent machten keine Angabe.

Klarer ist das Meinungsbild mit Blick auf das Alter. Unter den 18- bis 24-Jährigen findet nur etwas mehr als jeder Fünfte (21 Prozent) die Testphase nicht gut, während es unter den 25- bis 34-Jährigen fast jeder Zweite (48 Prozent) ist.

Am Dienstag hatten sich die Bundesländer auf eine flächendeckende Fan-Rückkehr in die Stadien und Sporthallen geeinigt. Demnach darf die Auslastung der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität 20 Prozent nicht übersteigen. In der Fußball-Bundesliga sollen bereits zum Saisonstart an diesem Wochenende wieder in vielen Arenen tausende Fans Einlass finden.

10.47 Uhr: Biontech will Werk für mögliche Impfstoffproduktion übernehmen

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen und sein US-Partner Pfizer wollen im Falle eines Erfolgs der aktuell laufenden klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff im Oktober den Antrag auf Marktzulassung stellen. Beide Unternehmen hatten Ende Juli einen weltweiten Test zu dem möglichen Impfstoff mit derzeit 29 000 Probanden gestartet. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III - mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit sowie möglicher Nebenwirkungen und der Bestimmung der geeigneten Dosis - war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden.

10.16 Uhr: Netrebko mit Covid und Lungenentzündung im Krankenhaus

Opernstar Anna Netrebko ist wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. Wie die 48-Jährige bei Instagram am Donnerstag mitteilte, ist sie auf dem Weg der Besserung. "Ich bin schon fünf Tage im Krankenhaus wegen einer Covid-Lungenentzündung, und es geht mir bald besser", schrieb sie. Netrebko hat an diesem Freitag Geburtstag und sollte aktuell in einer Inszenierung der Oper "Don Carlos" am weltberühmten Moskauer Bolschoi Theater auftreten. "Ich habe mich sofort in die Isolation begeben, als ich gemerkt habe, dass ich krank werde, obwohl die Tests da noch negativ waren." Sie sei dann aber rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen und habe Hilfe erhalten. "Alles wird gut! Der Teufel ist nicht so schrecklich, wie er beschrieben wird."

Das Bolschoi Theater hatte die Oper "Don Carlos" abgesetzt, nachdem der Sänger Ildar Abdrasakow wegen einer Infektion mit dem Coronavirus ausgefallen war. In der Inszenierung sollte neben Netrebko auch deren Ehemann Yusif Eyvazov auftreten. Netrebko schrieb, dass bei ihm schon Antikörper festgestellt worden seien. Auch ihrem Sohn gehe es gut. Das Bolschoi Theater hatte nach seiner Schließung wegen der Pandemie am 16. März erst am 6. September erstmals wieder geöffnet.

Netrebko teilte auch mit, dass sie sich dagegen entschieden habe, in der Corona-Pandemie einfach nur zuhause zu sitzen. Sie habe sich bewusst für das Arbeiten und das Risiko entschieden. Die Tests, die Quarantänen und die allgemeine Verunsicherung hätten ihr mehr zu schaffen gemacht als das Virus selbst. "Ich bin froh, dass das für mich jetzt vorbei ist."

Opernstar Anna Netrebko ist wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus.
Opernstar Anna Netrebko ist wegen einer durch das Coronavirus ausgelösten Lungenentzündung im Krankenhaus. © Barbara Gindl/APA/dpa (Archiv)

9.52 Uhr: 56 Prozent der Bürger halten den Staat für handlungsfähig

Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in die politischen Institutionen ist stark gestiegen. Der Anteil der Bürger, die den Staat als fähig zur Erfüllung seiner Aufgaben ansehen, wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr um 22 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Das zeigt die neue Bürgerbefragung "Öffentlicher Dienst" des Beamtenbunds dbb. Für den Trend sei vor allem ein überwiegend positiv beurteiltes Handeln von Staat und öffentlichem Dienst in der Corona-Krise verantwortlich. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Vertrauen in den Staat stark gestiegen".

9.17 Uhr: Lauterbach: "Steigerung der Todesfälle in sechs bis acht Wochen"

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt nicht, dass die Bundesregierung die deutschen Bürger zu mehr Disziplin zwingen wird müssen, sollte das Infektionsgeschehen sich hin zu mehr Corona-Fällen verändern. "Wir haben erneut den traurigen Vorteil, dass auch die zweite Welle die umliegenden Länder zuerst trifft", sagt der SPD-Politiker im Interview mit dem "Spiegel". In Frankreich, Spanien und Großbritannien würde es in den kommenden Wochen wieder mehr Intensiv- und Todesfälle geben. Die Zahlen in Europa könnten sogar die Fälle in den USA übersteigen. "Das", so Lauterbach, "hat den psychologischen Effekt, dass auch bei uns die Disziplin, an der es derzeit etwas mangelt, wieder zurückkommen wird".

Auch in Deutschland würden die Zahlen wieder deutlich steigen. "Das wird ans Frühjahr erinnern. Da werden alle automatisch wieder vorsichtiger sein", sagt er und warnte davor, die hohe Anzahl an milden Erkrankungsverläufen falsch zu interpretieren. Auch in Frankreich und Spanien hätte man beobachten können, "dass es zuerst die Jüngeren getroffen hat, und das Virus dann auf die Älteren übergegangen ist". Auch in Deutschland würden in etwa vier Wochen wieder mehr Ältere erkranken, sodass es wieder mehr schwere Verläufe gebe. Danach würde es nur vier weitere Wochen dauern, bis die ersten, die aus dieser Gruppe erkrankt waren, sterben. Deshalb kommt der zu den Schluss: "Ich gehe von einer Steigerung der Todesfälle in sechs bis acht Wochen aus."

Ob es eine dritte Welle geben wird, kann SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nicht sagen. Allerdings glaubt er, dass die Antigen-Schnelltests im kommenden Jahr eine große Rolle spielen werden, um die Pandemie abzufangen.
Ob es eine dritte Welle geben wird, kann SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nicht sagen. Allerdings glaubt er, dass die Antigen-Schnelltests im kommenden Jahr eine große Rolle spielen werden, um die Pandemie abzufangen. © Kay Nietfeld/dpa

8.43 Uhr: Indien will 100 Millionen Dosen russischen Impfstoffs verteilen

Russlands Staatsfonds und eine indische Pharmafirma haben abgemacht, dass sie 100 Millionen Dosen eines potenziellen Corona-Impfstoffes in Indien verteilen wollen. Sollten Tests mit dem Impfstoff „Sputnik V“ erfolgreich ablaufen und indische Behörden ihn zulassen, könnte der Impfstoff Ende 2020 in Indien bereitstehen. So heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Russian Direct Investment Fund und der indischen Pharmafirma Dr. Reddy's Laboratories Limited. Russische Behörden hatten den Impfstoff bereits zugelassen - noch bevor Tests an Menschen abgeschlossen waren. Dadurch gerieten sie international in Kritik.

Die indische Pharmafirma soll nun laut Mitteilung Phase-3-Tests in Indien durchführen, die die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs für die indische Bevölkerung prüfen sollen. Diese Tests würden für eine mögliche Zulassung in Indien benötigt. In Indien gibt es fünf Millionen bekannte Corona-Fälle. Das sind weltweit die zweitmeisten registrierten Infektionen. 

Ampullen mit dem russischen Impfstoff gegen das Coronavirus: Russland hat einen Corona-Impfstoff bereits vor über einem Monat zugelassen. Die internationale Skepsis gegenüber dem Mittel ist groß, da die Wirkung zuvor nur für weniger als zwei Monate an Men
Ampullen mit dem russischen Impfstoff gegen das Coronavirus: Russland hat einen Corona-Impfstoff bereits vor über einem Monat zugelassen. Die internationale Skepsis gegenüber dem Mittel ist groß, da die Wirkung zuvor nur für weniger als zwei Monate an Men © Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investm

8.16 Uhr: Trend zu Steuererhöhungen in Kommunen lässt weiter nach

Um die kommunalen Kassen zu füllen, haben im vergangenen Jahr erneut weniger Städte und Gemeinden in Deutschland zu Steuererhöhungen gegriffen. Damit setzte sich laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY ein seit Jahren erkennbarer Trend bei Grund- und Gewerbesteuern auch 2019 fort. 2020 könnte er angesichts der Corona-Krise allerdings ein jähes Ende finden, warnen die Stuttgarter Experten. "In den kommunalen Kassen fehlen jetzt Milliarden. Gut möglich, dass sich der Trend der vergangenen Jahre nun umkehrt und wieder mehr Kommunen die Grund- und Gewerbesteuer anheben", sagte der Leiter des Bereichs Government & Public Sector bei EY, Bernhard Lorentz, am Donnerstag.

Grund- und Gewerbesteuer sind wesentliche Einnahmequellen für Städte und Gemeinden und können von ihnen selbst über die sogenannten Hebesätze festgelegt werden. Die Gewerbesteuer müssen Unternehmen zahlen - wie hoch sie ist, ist auch ein wichtiger Standortfaktor. Die Grundsteuer - in diesem Fall die Grundsteuer B - wird auf bebaute und bebaubare Grundstücke erhoben und wird von Eigentümern bezahlt oder auf Mieter umgelegt. Sie muss von 2025 an neu berechnet werden. Wie genau das aussehen wird, ist noch nicht überall klar, weil die Länder vom Bundes-Modell abweichen können.

7.41 Uhr: Opel schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus

Wegen bisher niedriger Akzeptanz eines freiwilligen Programms zum Abbau von Arbeitsplätzen schließt der Autobauer Opel betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Bis Ende kommenden Jahres sollten 2.100 Arbeitsplätze in Deutschland über sozial verträgliche beziehungsweise freiwillige Alters- und Abfindungsprogramme abgebaut werden. Bisher hätten sich aber nur 500 Beschäftigte dafür entschieden, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. In Gesprächen mit dem Betriebsrat und der IG Metall sei vereinbart worden, schnell weitere Alternativen zu untersuchen.

„Wenn wir dieses Ziel nicht durch freiwillige Maßnahmen erreichen sollten, werden wir eine Überprüfung des Zukunftstarifvertrages vornehmen, insbesondere der Verpflichtung zur Beschäftigungssicherung“, erklärte der Sprecher. Begründet wurde das Vorgehen auch mit der Corona-Krise. Betroffen ist vor allem der Stammsitz Rüsselsheim.

7.17 Uhr: Viele Firmen wollen verstärkten Einsatz digitaler Mittel

Zwei Drittel der Mittelständler planen einer Umfrage zufolge nach der Corona-Krise einen verstärkten Einsatz digitaler Methoden wie Videokonferenzen. Mehr als die Hälfte will Homeoffice auch nach der Krise teilweise anbieten. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft.

Die Firmen stellen sich außerdem auf eine schwierige Zukunft ein: Fast die Hälfte der befragten Firmen gaben an, sie bewerteten die gesamtwirtschaftlichen Konjunkturaussichten mit eher schwach. 38 Prozent sagten, die Aussichten seien mittel. Fast 10 Prozent der Unternehmer bewerteten den Fortbestand ihrer Firma als eher unwahrscheinlich oder als akut gefährdet. Knapp die Hälfte der befragten Firmen gab an, die Arbeit der großen Koalition während der Corona Krise sei sehr gut bis gut. Knapp 30 Prozent sind zufrieden, fast ein Viertel bewertet sie als schlecht bis sehr schlecht.

Der Präsident des Verbandes, Mario Ohoven, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich warne die Bundesregierung aber davor, jetzt selbstzufrieden die Hände in den Schoß zu legen." Die Umfrage mache deutlich, was der Mittelstand in der Coronakrise benötige und jetzt von der Politik erwarte. Knapp 58 Prozent der Mittelständler forderten die Regierung auf, die Unternehmenssteuern zu senken, 60 Prozent seien für eine rückwirkende und vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Am meisten würden die Unternehmer aber nach wie vor von Bürokratie belastet.

6.48 Uhr: Corona-Krise sorgt für weniger Unfälle in Sachsen

Wegen der Corona-Krise sind die Unfallzahlen in Sachsen im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte, wurden von Januar bis Juni auf den Straßen 5.327 Unfälle mit Toten und Verletzten registriert - 15,7 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Dabei wurden knapp 6.560 Menschen verletzt, 19,6 Prozent weniger. Zwischen Januar und Juni kamen 69 Menschen bei einem Unfall ums Leben - 15 weniger als im Vorjahreszeitraum. Hingegen kamen auf den Straßen mehr Fahrradfahrer ums Leben.

6.31 Uhr: Trump verunglimpft Chef der US-Gesundheitsbehörde als "verwirrt"

US-Präsident Donald Trump hat in einem ungewöhnlichen Vorstoß den Amerikanern viel schneller eine breite Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen versprochen als seine eigene Gesundheitsbehörde. Auf die Frage, wann jeder in den USA Zugang zu einer Impfung bekommen könne, sagte Trump am Mittwoch: „Ich denke, das wird sehr bald sein.“ Einer seiner medizinischen Berater, der Radiologe Scott Atlas, stellte 700 Millionen verfügbare Impfstoff-Dosen bis Ende März in Aussicht. Zuvor hatte der Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC, die für die Versorgung mit Impfstoffen zuständig ist, Mitte kommenden Jahres als Zeithorizont genannt.

„Wenn Sie mich fragen, wann das allgemein für die amerikanische Bevölkerung verfügbar sein wird, damit wir die Impfung nutzen und zu unserem normalen Leben zurückkehren können, dann schauen wir, denke ich, in Richtung des späten zweiten oder des dritten Quartals 2021“, sagte Robert Redfield bei einer Anhörung im US-Senat. Er stand dabei unter Eid. „Ich denke, er hat vermutlich die Frage falsch verstanden“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu Redfields Worten. „Ich denke, er war verwirrt.“ Man werde die Impfung viel schneller verteilen. „Vielleicht kennt er sich nicht mit dem Verteilungsprozess aus.“

Der renommierte Immunologe Anthony Fauci bekräftigte wenig später in einem Live-Interview mit dem „Wall Street Journal“, dass er mit einer Rückkehr zur Normalität durch eine breite Impf-Kampagne erst Mitte bis Ende kommenden Jahres rechne. Man werde zwar viele Menschen aus besonders gefährdeten Gruppen vermutlich bereits Anfang 2021 impfen können. „Aber die Idee, dass man die gesamte Bevölkerung, die sich impfen lassen will, binnen eines oder zwei Monaten impfen kann - das wird sehr, sehr schwer zu machen sein“, sagte Fauci. 

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump © Evan Vucci/AP/dpa

6.19 Uhr: Wohl niedrigere Zuschüsse für Sachsens Flughäfen

Die Corona-Krise und das fast vollständige Erliegen des Flugverkehrs hat die Flughäfen in Nöte gebracht - auch die sächsischen in Leipzig und Dresden. Zuletzt war von 27 Millionen Euro die Rede, die die Aktionäre der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG) - das sind die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Städte Dresden, Leipzig, Halle - zuschießen sollen. Doch die Summe wird wohl deutlich geringer ausfallen, wie es jetzt heißt. Unterdessen will die MFAG weiter investieren. Bei einer Aufsichtsratssitzung heute sollen dafür die personellen Weichen gestellt werden. 

Blick in die Empfangshalle im Terminal B auf dem Flughafen Leipzig/Halle.
Blick in die Empfangshalle im Terminal B auf dem Flughafen Leipzig/Halle. © Peter Endig/dpa (Archiv)

5.57 Uhr: Fast 2.200 neue Infektionen an einem Tag in Deutschland registriert

In Deutschland sind in den vergangenen 24 Stunden 2.194 neue positive Coronavirus-Tests registriert worden. Damit steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 265.857. Zudem habe es drei weitere Todesfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Todesfälle beläuft sich nach Angaben des RKI auf 9.371. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 237.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Die Schwelle von 2.000 täglich bekanntgewordenen Ansteckungen war zuletzt in der zweiten Augusthälfte überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.
Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli stieg sie wieder. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wieviele Menschen getestet werden.

5.35 Uhr: Kinobranche fordert weniger strenge Abstandsregeln

Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kinobranche hat für die Kinos "Abstandsregelungen mit Augenmaß" gefordert. "Wir appellieren an die Politik, die Abstandsregeln bundesweit auf einen Sitzplatz zwischen Besuchergruppen zu reduzieren, ohne Maskenpflicht am Platz während des Films", heißt es in einer Erklärung zur 20. Filmkunstmesse Leipzig. Dort treffen sich laut der Mitteilung zum ersten Mal seit langem über 700 Kinobetreiber, Filmverleiher und Filmschaffende aus ganz Deutschland.

In den meisten Bundesländern gilt demnach noch der Abstand von 1,50 Metern zwischen den Besuchern im Saal. Die Auslastung sei auf 25 bis 30 Prozent beschränkt. "Dies kommt praktisch einem Berufsverbot gleich", so die AG Kino-Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Die Bundesländer Sachsen und Nordrhein-Westfalen hätten bereits eine solche Regelung umgesetzt, wie sie der Verband nun einheitlich will.

Gilde-Chef Christian Bräuer, in Berlin Betreiber der Yorck-Kinos, hat sich bereits vor Monaten für neue Abstandsregeln ausgesprochen. Der Verband sieht darin die Grundlage für die Wiederbelebung des Kinomarkts in Deutschland, der mehr als 1400 mittelständische Betriebe umfasse. Andernfalls werde die Filmwirtschaft großen Schaden nehmen. Der Verband listete die Hygiene-Maßnahmen der Kinos auf und betonte, die Betreiber seien sich ihrer Verantwortung voll bewusst.

Einzelne Sitzplätze in einem Kinosaal sind mit Zetteln mit aufgedrucktem angedeuteten Virus-Symbol abgesperrt, damit Kino-Besucher einen Abstand von 1,5 Meter zueinander einhalten können.
Einzelne Sitzplätze in einem Kinosaal sind mit Zetteln mit aufgedrucktem angedeuteten Virus-Symbol abgesperrt, damit Kino-Besucher einen Abstand von 1,5 Meter zueinander einhalten können. © Julian Stratenschulte/dpa

Donnerstag, 5.15 Uhr: 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut

Die Coronavirus-Pandemie hat dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Pandemie sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es in einem Bericht von Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Für den Bericht seien Daten unter anderem zu Bildung, Gesundheitssystemen oder Ernährung aus mehr als 70 Ländern ausgewertet worden.

"Covid-19 und die Lockdown-Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung haben Millionen Kinder tiefer in die Armut gestürzt", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. "Familien, die gerade dabei waren, der Armut zu entkommen, sind wieder hineingezogen worden, während andere mit nie gesehenen Entbehrungen umgehen müssen. Am besorgniserregendsten ist, dass wir näher am Anfang der Krise als an ihrem Ende sind." Die Organisationen riefen die Regierungen der Welt auf, das Problem mit hoher Priorität anzugehen.

Corona-Pandemie - das geschah am Mittwoch:

21.52 Uhr: Tschechien schränkt Veranstaltungen wegen Corona ein

Wegen steigender Corona-Zahlen hat Tschechien strengere Regeln verhängt. Gaststätten, Cafés, Bars, Nachtklubs und ähnliche Einrichtungen dürfen nur noch so viele Menschen einlassen wie sie Sitzplätze haben. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwochabend bekannt. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als zehn Leuten muss jedem Besucher künftig ein Sitzplatz zugeordnet sein. Dadurch solle eine "gewisse Distanz" geschaffen werden, hieß es. Ausnahmen gelten für Ausstellungen und Messen.

Zuvor hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tschechien einen Rekordwert erreicht. Am Dienstag kamen 1.675 weitere Fälle hinzu - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Bisher starben in dem EU-Land 481 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. 

21.39 Uhr: Supercup-Spielort Budapest ist Corona-Risikogebiet

Der Supercup-Austragungsort Budapest für die Partie zwischen dem Champions-League-Sieger FC Bayern München und dem Europa-League-Gewinner FC Sevilla ist von der Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt worden. Entsprechend wurde eine Reisewarnung ausgesprochen. Was dies für die Begegnung am 24. September bedeutet, war zunächst unklar. Nach Plänen der Europäische Fußball-Union sollen in der Puskás Arena Zuschauer zugelassen sein. Die Kapazität des rund 67.000 Zuschauer fassenden Stadions soll nach Angaben des Verbandes zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Teams stehen je 3.000 Tickets zu. Auch Ungarn hatte aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus bereits seine Schutzvorkehrungen verstärkt. Bereits am 1. September war eine Grenzsperre für Ausländer in Kraft getreten.

21.20 Uhr: 7.500 Zuschauer beim Liga-Eröffnungsspiel des FC Bayern erlaubt

Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel des deutschen Fußball-Meisters FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend werden 7.500 Zuschauer zugelassen. Das sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Mittwochabend nach einem Spitzengespräch von Staatsregierung, Stadt und Vereinsführung in München. Das entspreche zehn Prozent der Stadion-Kapazität.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf einheitliche Regeln zu einer Rückkehr von Fans in Fußballstadien und Sporthallen geeinigt. Die vereinbarte Grenze liegt eigentlich bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - allerdings in der Regel nur, wenn der Wert der Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner nicht größer oder gleich 35 ist.

20.50 Uhr: Verstoß gegen Corona-Auflagen? - Ex-Dynamo Leistner nicht im HSV-Training

Toni Leistner droht das Auftaktspiel des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV am Freitag gegen Fortuna Düsseldorf zu verpassen. Wie das "Hamburger Abendblatt" meldete, hat der Club den 30-jährigen Abwehrspieler vom Rest des Teams getrennt, weil er bei seiner Attacke nach der 1:4-Pokalpleite am Montag bei Dynamo Dresden gegen Corona-Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) verstoßen habe.

Leistner war vor einem TV-Interview von einem Dynamo-Fan massiv beleidigt worden und daraufhin auf die Tribüne gestürmt. Laut "Abendblatt" wartet der HSV nun auf eine Klärung durch die DFL, ob und wann der Neuzugang wieder mit dem Team von Coach Daniel Thioune trainieren kann. Bei der Einheit am Mittwochabend im Volkspark fehlte Leistner. Der Club nahm zunächst nicht Stellung. Toni Leistner und der von ihm attackierte Fan hatten sich schon am Dienstag ausgesprochen.

HSV-Profi und Ex-Dresdner Toni Leistner. (r) versucht beim DFB-Pokalspiel Dynamos Christoph Daferner vom Ball zu trennen.
HSV-Profi und Ex-Dresdner Toni Leistner. (r) versucht beim DFB-Pokalspiel Dynamos Christoph Daferner vom Ball zu trennen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

20.11 Uhr: Südafrika lockert Corona-Restriktionen - Luftraum bald wieder offen

Angesichts sinkender Infektionszahlen lockert Südafrika seine Corona-Beschränkungen. Präsident Cyril Ramaphosa sagte am Mittwochabend in einer Rede an die Nation, die Restriktionen würden am Montag auf das niedrigste Niveau gesenkt. Obwohl das Virus weiter wüte, sei das Schlimmste überstanden. "Wir sind bereit, unsere Tore wieder für die Welt zu öffnen." Dazu soll nach knapp sechsmonatiger Sperre der Luftraum vom 1. Oktober an wieder für internationale Flüge geöffnet werden.

Die Lockerungen sind aber weiter an bestimmte Beschränkungen gebunden - etwa bei der Versammlungsfreiheit oder für Flugreisende. Negative Corona-Tests unmittelbar vor der Abreise gehören dazu. Die nächtliche Ausgangssperre wird verkürzt auf die Zeit zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens. In Südafrika wurden bisher mehr als 651.500 Covid-19-Fälle bestätigt. Etwa 15.600 Menschen starben. Fast 89 Prozent der Infizierten sind nach offiziellen Angaben aber wieder genesen. Noch vor zwei Monaten habe es 12.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben - heute seien es noch 2.000. 

19.48 Uhr: Reisewarnung für Wien, Budapest und andere Gebiete

Nach der Einstufung als Corona-Risikogebiet hat die deutsche Bundesregierung für die österreichische Hauptstadt Wien nun auch eine Reisewarnung ausgesprochen. "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Bundesland Wien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", teilte das Auswärtige Amt am Mittwochabend in Berlin mit.

Zuvor war Wien bereits zum Risikogebiet erklärt worden - mit einem entsprechenden Eintrag auf der ständig aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI), auf der Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen erklärte die Bundesregierung neben Wien auch etliche weitere Regionen in mehreren europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt - und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung.

Die Statue des Johann-Strauß-Denkmals im Wiener Stadtpark trägt einen Mundschutz mit der Aufschrift "Freiheit!"
Die Statue des Johann-Strauß-Denkmals im Wiener Stadtpark trägt einen Mundschutz mit der Aufschrift "Freiheit!" © Hans Punz/APA/dpa

19.10 Uhr: Mehrere Barmitarbeiter in Hamburg positiv auf Coronavirus getestet

In einer Bar im Hamburger Schanzenviertel sind laut Senat mehrere Barmitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es müsse angenommen werden, dass sich Gäste ohne ausreichenden Abstand angesteckt haben könnten, teilte der Senat am Mittwoch in Hamburg mit. Das Gesundheitsamt habe zum Schutz der Gäste begonnen, alle betroffenen Besucher der Bar "Katze" zu kontaktieren.

Weil etliche Personen jedoch falsche Kontaktdetails angegeben hätten, seien noch nicht alle ermittelt worden. "Dieser Fall zeigt erneut: Die wahrheitsgemäße Angabe der Kontaktdaten in gastronomischen Betrieben ist wichtig, um im Falle eines Infektionsgeschehens alle möglicherweise Betroffenen warnen zu können", sagte Martin Helfrich, Pressesprecher Gesundheitsbehörde. Die Bar ist nun geschlossen. Für die Beschäftigten war das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung den Angaben zufolge nicht obligatorisch vorgesehen. Die Behörden prüfen aber auch, ob das Hygienekonzept nicht eingehalten wurde. 

18.48 Uhr: Trotz Corona: Halloween-Brauchtum bleibt in New York erlaubt

Trotz der Corona-Pandemie dürfen Halloween-Fans in diesem Jahr in New York von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten einsammeln. "Ich würde "Süßes oder Saures" nicht verbieten, das wäre nicht angebracht", sagte Gouverneur Andrew Cuomo dem Lokalsender News 12. "Wenn du Nachbarn hast und an deren Tür klopfen willst, Gott segne dich."Zuvor hatten zahlreiche Städte in den USA wegen der Coronavirus-Pandemie an der Einhaltung der Halloween-Tradition gezweifelt. Die Gesundheitsbehörden in Los Angeles raten beispielsweise davon ab, in Miami soll das sogenannte "Trick-or-Treating" teilweise aus dem Auto heraus stattfinden. In den Wohngebieten der Zentrale der US-Armee in Wiesbaden fällt Halloween in diesem Jahr dagegen ganz aus, wie die US-Armee mitteilte. 

17.55 Uhr: EU-Parlament gibt grünes Licht für Erhöhung der EU-Eigenmittel

Das Europaparlament hat eine Hürde auf dem Weg zum Corona-Wiederaufbaufonds der EU aus dem Weg geräumt. Die EU-Abgeordneten unterstützten in einer Abstimmung mit großer Mehrheit die Erhöhung der EU-Eigenmittel, wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde. Die Änderung der Obergrenze im sogenannten Eigenmittelbeschluss ermöglicht es der EU-Kommission 750 Milliarden Euro in Anleihen für den Aufbauplan zu mobilisieren, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen. Die Abstimmung des Parlaments über die entsprechende legislative Stellungnahme war ein wichtiger Schritt, der nun die Annahme des Beschlusses durch den EU-Rat und seine Ratifizierung durch die 27 Mitgliedstaaten ermöglicht. Das Inkrafttreten ist nach Angaben des EU-Parlaments für Januar 2021 zusammen mit dem mehrjährigen Finanzrahmen vorgesehen. 

17.28 Uhr: Pilger sitzen an Grenze fest: Spannungen zwischen Belarus und Ukraine

Hunderte ultraorthodoxe jüdische Pilger sitzen noch immer unter freiem Himmel an der ukrainisch-belarussischen Grenze fest. Das sorgt nun für neue Spannungen zwischen den beiden Ländern. Kiew warf Minsk am Mittwoch vor, die Lage zu verschärfen. Derzeit warten demnach bis zu 2.000 meist israelische Staatsbürger auf eine Einreise in die Ukraine. Das Land hat wegen des Coronavirus die Grenze für Ausländer weitgehend geschlossen. Traditionell reisen chassidische Pilger zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana in die zentralukrainische Kleinstadt Uman, um am Grab des Rabbi Nachman zu beten.

Der schwer in die Kritik geratene belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte zuvor Busse für einen Transport der Pilger nach Uman angeboten. Die Beziehungen zwischen den beiden benachbarten Ex-Sowjetrepubliken sind seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August belastet. Kiew zog kurzzeitig seinen Botschafter ab. Zudem erkannte das ukrainische Parlament den Urnengang beim Nachbarn in einer Resolution nicht an. 

Ukrainische Grenzsoldaten blockieren die Straße an der ukrainisch-belarussischen Grenze. Mehrere Hundert ultraorthodoxe jüdische Pilger sitzen wegen eines Einreisestopps für Ausländer an der Grenze fest.
Ukrainische Grenzsoldaten blockieren die Straße an der ukrainisch-belarussischen Grenze. Mehrere Hundert ultraorthodoxe jüdische Pilger sitzen wegen eines Einreisestopps für Ausländer an der Grenze fest. © dpa

17.09 Uhr: Kein weiterer Infizierter bei Massentests in Garmisch gefunden

Die Massentests nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen haben kein weiteres positives Ergebnis erbracht. Zu den drei bekannten Fällen sei keiner hinzugekommen, teilte das Landratsamt am Mittwoch auf Grundlage von rund 300 weiteren Testergebnissen mit. Die vier neuen Infektionen, die am Mittwoch im Landkreis registriert wurden, stünden in keinem Zusammenhang mit dem Geschehen im Nachtleben. Die bei den amerikanischen Streitkräften beschäftigte US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitssymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Sie könnte nach aktuellem Stand rund 30 Menschen angesteckt haben.

16.53 Uhr: Heftige internationale Kritik an russischer Impfstudie

Nach der Veröffentlichung einer Studie zu dem neuen russischen Corona-Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" im medizinischen Fachblatt "The Lancet" hagelt es international Kritik von Forschern. Wegen der vielen Fragen hat die Zeitschrift nun die Autoren der russischen Impfstudie zu einer Stellungnahme aufgerufen. Sie seien eingeladen worden, auf offene Fragen zu antworten, sagte eine Sprecherin der Fachzeitschrift. "Wir verfolgen die Situation weiterhin genau."

Hintergrund ist ein offener Brief von rund 40 internationalen Wissenschaftlern. Sie äußern darin erhebliche Zweifel an der Studie. Nach ihrer Ansicht wirft "die Darstellung der Daten einige Bedenken auf". Die Forscher um den Molekularbiologen Enrico Bucci fordern von Moskau den Zugriff auf die Originaldaten für eine vollständige Untersuchung. Die Erwartungen der Bevölkerung an einem wirksamen Impfstoff seien verständlicherweise hoch, hieß es zur Begründung.

Das in Russland entwickelte Serum gegen das Coronavirus war das weltweit erste, das für eine breite Anwendung in der Bevölkerung zugelassen wurde. Bereits nach der Freigabe Mitte August gab es international Kritik, weil sie vor Abschluss wichtiger Tests erfolgte. Das russische Team hatte seine Studie über das Vakzin zu Monatsbeginn in dem Fachblatt "The Lancet" veröffentlicht. 

16.41 Uhr: Musikwirtschaft verzeichnet Umsatzeinbruch

Aufgrund der Corona-Pandemie erwartet die deutsche Musikwirtschaft einen deutlichen Umsatzeinbruch. Die Akteure der Branche gehen in diesem Jahr von sieben Milliarden Euro oder knapp 29 Prozent weniger Umsatz aus als vor Corona erwartet, wie eine Musikwirtschaftsstudie ergab, die am Mittwoch in Hamburg im Vorfeld des Reeperbahn Festivals vorgestellt wurde. Ursprünglich war für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent erwartet worden. Besserung ist demnach erst 2021 in Sicht. 

16.10 Uhr: 55 neue Coronavirus-Fälle in Sachsen

Die Corona-Fallzahlen steigen in Sachsen weiter leicht. Das Sozialministerium in Dresden meldete am Mittwoch 55 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden, nach 44 am Dienstag. Bisher wurden im Zusammenhang mit der Pandemie 225 Todesfälle registriert, die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg auf 6.504. Den größten Anstieg gab es nach der Übersicht des Ministeriums mit jeweils zehn neuen Fällen in Nord- und in Mittelsachsen. 5.860 Menschen in Sachsen gelten inzwischen als geheilt. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen auf 6,5 gefallen gestiegen, nach 10,0 am Vortag.

15.40 Uhr: Frauen-Länderspiel in Essen gegen Irland findet ohne Zuschauer statt

Das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Frauen an diesem Samstag (14.00 Uhr/ZDF) in Essen gegen Irland findet ohne Zuschauer statt. Das bestätigte eine DFB-Sprecherin in einer digitalen Pressekonferenz der Nationalmannschaft am Mittwoch. An der Vorgabe des Europäischen Fußball-Verbandes für UEFA-Pflichtspiele hat sich durch die angekündigte Rückkehr einer größeren Anzahl von Zuschauern bei Fußball-Spielen in Deutschland nichts geändert. "Wir dürfen im Stadion in Essen keine Zuschauer zulassen", stellte DFB-Sprecherin Annette Seitz klar. 

15.27 Uhr: Corona-Lage in Großbritannien spitzt sich zu - Engpässe bei Tests

Die Infektionszahlen steigen, die Tests werden knapper: Das von der britischen Regierung in Aussicht gestellte "weltbeste" Corona-Testsystem ist an seine Grenzen geraten. Man arbeite sehr hart daran, die Probleme zu lösen, sagte Premier Boris Johnson am Mittwoch im Parlament. Die Briten sollten die Richtlinien dazu beachten, in welchen Fällen sie sich testen lassen sollten. Noch einige Wochen zuvor hatte die Regierung die Linie vertreten, im Zweifelsfall könne sich jeder testen lassen. Berichten zufolge sind in etlichen Testzentren derzeit kaum noch Tests zu bekommen, so dass immer mehr potenziell infizierte Briten lange Strecken fahren müssen, um einen Corona-Test machen zu können. Laut der "Financial Times" ist der Anteil derjenigen, die nach einem Corona-Test am nächsten Tag das Ergebnis bekommen, seit Anfang September außerdem von gut 60 auf nur noch acht Prozent gefallen. 

15.07 Uhr: Brauer fordern weitere Corona-Hilfen

Angesichts eines stark gesunkenen Bierabsatzes fordert der Deutsche Brauer-Bund (DBB) mehr staatliche Unterstützung in der Corona-Pandemie. "Der stark eingeschränkte Betrieb der Gastronomie und die Absage zehntausender Veranstaltungen und Feste schlägt direkt auf die Brauereien durch", sagte der Brauer-Bund-Präsident Jörg Lehmann am Mittwoch. Einzelne Betriebe hätten in den vergangenen Monaten Umsatzrückgänge von mehr als 70 Prozent einstecken müssen, was existenzbedrohend sei, hieß es vom Verband. Wie aus einer nicht repräsentativen Branchen-Umfrage des Verbandes unter 80 Brauereien hervorgeht, wünschen sich mehr als die Hälfte der Betriebe (54 Prozent) von Bund und Ländern weitere Hilfen, von der Brauwirtschaft und Gastronomie profitieren könnten, darunter die Beibehaltung der Mehrwertsteuersenkung. 

Der stark gesunkene Bierabsatz macht Brauern sehr zu schaffen.
Der stark gesunkene Bierabsatz macht Brauern sehr zu schaffen. © Axel Heimken/dpa (Symbolbild)

14.48 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Österreich weiter sehr hoch

Vor allem Feiern im Familien- oder Freundeskreis sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Alpenrepublik verantwortlich. Sport- und Kulturveranstaltungen trügen dagegen dank Präventionskonzepten wenig zum Anstieg bei. Das Land befinde sich in einer entscheidenden Phase, sagte Anschober am Mittwoch. Die Prognosen gingen deutlich auseinander. Die eher positive Variante sage ein tägliches Plus von etwa 650 Fällen voraus, pessimistischere Varianten gingen von 1.500 täglichen Neuinfektionen aus. Am Mittwoch wurden 768 neue Fälle verzeichnet. Auch die Zahl der belegten Krankenhausbetten beginne spürbar zu steigen, sagte Anschober. Mit dieser Entwicklung liegt Österreich deutlich über dem Trend in Deutschland. Unter Berücksichtigung der Zahl der Einwohner sind die Infektionszahlen in Österreich gut drei Mal höher. 3.600 der aktuell rund 6.600 aktiven Fälle in Österreich werden aus Wien gemeldet. Die Schweiz hat die österreichische Hauptstadt daher bereits auf die Liste der Risikogebiete gesetzt. 

14.25 Uhr: Kein Bußgeld für Spahn und Bouffier nach umstrittener Aufzugsfahrt

Die schlagzeilenträchtige Aufzugsfahrt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Hessens Regierungschef Volker Bouffier (beide CDU) mitten in der Corona-Krise bleibt ohne Folgen. "Der Landkreis Gießen hat als zuständige Ordnungsbehörde die Ermittlungsverfahren nach dem als "Fahrstuhlgate" in den Medien bekannt gewordenen Vorfall am Universitätsklinikum Gießen eingestellt", teilte der Kreis am Mittwoch mit. Ein Foto hatte Mitte April für Wirbel gesorgt. Es zeigt, wie sich bei einem Besuch des Gießener Uni-Klinikums unter anderem Bouffier, Spahn sowie Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) trotz der Corona-Abstandsregeln zusammen mit anderen Personen in dem Aufzug drängeln. Danach waren mehrere Anzeigen eingegangen. 

Damals sei jedoch in der geltenden Corona-Verordnung bei erlaubten Zusammenkünften ein Mindestabstand von 1,5 Metern weder vorgeschrieben gewesen, noch habe ein Verstoß dagegen als Ordnungswidrigkeit gegolten. Deshalb gebe es keine Rechtsgrundlage, um Bußgelder zu verhängen, teilte der Kreis mit. "Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Personen im Aufzug die Empfehlung des Robert Koch-Instituts zum Einhalten von Abständen nicht berücksichtigt haben, auch wenn dies rechtlich nach der damals geltenden Verordnung keine Folgen hat", teilte Landrätin Anita Schneider (SPD) mit.  

Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Mitte April Bundesgesundheitsminister Spahn (l.) und Hessens Ministerpräsident Bouffier mit Begleitern in einem Fahrstuhl.
Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Mitte April Bundesgesundheitsminister Spahn (l.) und Hessens Ministerpräsident Bouffier mit Begleitern in einem Fahrstuhl. © Bodo Weissenborn/Hessischer Rundfunk/dpa

13.53 Uhr: Wirtschaftseinbruch laut OECD weniger dramatisch als befürchtet

Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch fällt nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation OECD in Europa und in den USA weniger dramatisch aus als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas dürfte sogar um 1,8 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris in einem Konjunkturbericht mit. Wegen der Covid-19-Pandemie hatte die OECD erst vor rund drei Monaten vor äußerst schweren und lang anhaltenden Folgen gewarnt. Es sei die schlimmste Rezession zu Friedenszeiten seit 100 Jahren zu erwarten. Die Pariser Organisation teilte nun mit, der Einbruch sei immer noch beispiellos in der jüngsten Geschichte. Weltweit werde die Wirtschaft 2020 um etwa 4,5 Prozent schrumpfen, nächstes Jahr werde dann ein Aufschwung mit einem Plus von 5 Prozent erwartet. China, Europa und die USA schneiden demnach besser ab als erwartet. Dagegen liegen Indien, Mexiko oder Südafrika unter den bisherigen Erwartungen. Für Deutschland wird am laufenden Jahr ein Minus beim BIP von 5,4 Prozent angenommen. Die OECD hob die Bedeutung staatlicher Unterstützungsmaßnahmen in der Krise hervor - diese hätten die Haushaltseinkommen bisher stabil gehalten.

13.22 Uhr: Berlusconi hatte Angst, es "nicht zu schaffen"

Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte während seiner Corona-Infektion Angst um sein Leben. "Das Härteste waren die ersten drei Tage im Krankenhaus. Ich hatte überall Schmerzen, ich konnte nicht länger als eine Minute in der gleichen Position bleiben. Ich hatte Angst, es nicht zu schaffen", sagte der 83-Jährige dem "Corriere della Sera". Berlusconi war wegen seiner Covid-19-Erkrankung zehn Tage im Krankenhaus San Raffaele in Mailand behandelt und am Montag entlassen worden. "In diesen Momenten hatte ich die schrecklichen Bilder aus den Krankenhäusern vor Augen, die wir alle in diesen Monaten gesehen haben, die Intensivstationen, die intubierten Patienten", sagte der Politiker im Rückblick über seine ersten Tage in der Klinik. "Ich muss sagen, dass ich nie aufgehört habe - wie auch in der Vergangenheit - auf die Hilfe von Gott zu vertrauen und in die Kompetenzen der Ärzte", sagte der Unternehmer. 

12.50 Uhr: Tschechien informiert per SMS über Testergebnisse

Wer in Tschechien positiv auf das Coronavirus getestet wird, erhält das Ergebnis künftig umgehend per SMS oder E-Mail. "Die Patienten werden damit schneller wissen, woran sie sind", teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech mit. Sie erhielten zudem Instruktionen, wie sie sich verhalten sollen, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Bisher waren nur negative Testergebnisse elektronisch übermittelt worden. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen erreichte unterdessen abermals einen Rekordwert. Am Dienstag kamen in dem Land mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern 1.677 weitere Fälle hinzu, so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten lag damit bei knapp 38.900. 476 Menschen starben nachweislich in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Fallzahlentwicklung in Tschechien 

Am Fenster einer Prager Postfiliale hängt ein Schild, welches die Menschen darauf hinweist, einen Mundschutz zu tragen.
Am Fenster einer Prager Postfiliale hängt ein Schild, welches die Menschen darauf hinweist, einen Mundschutz zu tragen. © Roman Vondrous/CTK/dpa

12.19 Uhr: DFB: Auch Fußball-Nationalmannschaft soll vor Fans spielen

Auch die nächsten Spiele der Fußball-Nationalmannschaft sollen möglichst wieder mit einem Teil der Fans ausgetragen werden. Eine entsprechende Lösung strebt der Deutsche Fußball-Bund an. Der DFB braucht für die Umsetzung aber auch Grünes Licht vom europäischen Verband UEFA. Derzeit werden alle kontinentalen Wettbewerbsspiele wegen der Corona-Pandemie ohne Fans ausgetragen. Die UEFA will das Supercup-Finale FC Bayern gegen FC Sevilla am 24. September in Budapest als Probelauf für die Rückkehr von Fans nutzen.

In Deutschland haben sich die Länder auf eine sechswöchige Testphase bei Fußballspielen geeinigt. Die Stadien sollen mit maximal 20 Prozent der jeweiligen Zuschauer-Kapazität ausgelastet werden. Der DFB sieht den Beschluss auch als Signal für die Länderspiele. Am 7. Oktober tritt das Team von Bundestrainer Joachim Löw in Köln zu einem Testspiel gegen die Türkei an. Danach tritt das DFB-Team in der Nations-League-Partien am 10. Oktober in der Ukraine und am 13. Oktober wieder in Köln gegen die Schweiz an.

12.06 Uhr: Fünf weitere Corona-Fälle in Dresden

In der Landeshauptstadt sind seit Dienstagmittag fünf weitere Infektionen mit dem Corona-Virus laborbestätigt worden. Insgesamt sind nun 764 Fälle seit Beginn der Pandemie nachgewiesen. Auch die Zahl der vom Gesundheitsamt als genesen Eingestuften erhöhte sich - auf 695 Menschen. Das sind vier mehr als noch am Dienstagmittag. Glücklicherweise mussten keine weiteren Patienten ins Krankenhaus eingewiesen werden, auch die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen bleibt seit Ende Mai konstant bei zehn. Die sogenannte Corona-Ampel verharrt in Dresden mit einem Wert von 5,7 weiter im grünen Bereich. Diese statistische Zahl gibt an, wie viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage bekanntgeworden sind. Alle Zahlen aus Dresden

11.48 Uhr: Wegen Corona-Krise gehen Unfallzahlen in Sachsen zurück 

Wegen der Corona-Krise sind die Unfallzahlen in Sachsen im ersten Halbjahr 2020 deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte, wurden von Januar bis Juni auf den Straßen 5327 Unfälle mit Personenschaden registriert - 15,7 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Dabei wurden knapp 6.560 Menschen verletzt, 19,6 Prozent weniger. Die Statistiker führen die Entwicklung vor allem darauf zurück, dass es wegen der Beschränkungen zur Corona-Eindämmung weniger Verkehr auf den Straßen gab. Mehr dazu im Artikel Dank Corona sinken die Unfallzahlen

11.24 Uhr: Thierse: Corona-Demos bedrohen Demokratie nicht

Der langjährige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sieht in den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen keine grundsätzliche Gefahr für die Demokratie. Es gebe keinen "Anlass für Katastrophen- oder gar Endzeitstimmung", schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für sächsische.de. "Unsere Demokratie ist nicht in Gefahr, aber ist gibt Gefährdungen für sie", erklärt er. Den Gastbeitrag Thierses lesen Sie hier: Demokratie in der Corona-Krise  (SZ+) 

10.58 Uhr: Kurzarbeit-Regelungen werden weiter verlängert

Deutschlands Unternehmen sollen ihre Beschäftigten wegen der Corona-Krise auch weiter leichter in Kurzarbeit schicken können. Das Bundeskabinett gab am Mittwoch in Berlin grünes Licht für das Beschäftigungssicherungsgesetz und weitere Verordnungen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Bezugszeit für das Kurzarbeitergeld soll auf bis zu 24 Monate verlängert werden, maximal bis Ende 2021. Die Verlängerung soll für alle Betriebe mit einem Beginn der Kurzarbeit bis zum 31. Dezember 2020 gelten. Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD hatten sich Ende August im Koalitionsausschuss auf die Verlängerung des Kurzarbeitergelds geeinigt.

10.38 Uhr: Vor Lockdown Rekordwert an Neuinfektionen in Israel 

Zwei Tage vor Beginn eines Lockdowns in Israel hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen eine Rekordmarke erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 5523 neue Fälle registriert worden. Am Montag waren es 4973 gewesen. Auch die Zahl der Schwerkranken lag am Mittwoch mit 535 auf Rekordhöhe. Die Zahl der Corona-Tests war am Dienstag mit 55.734 so hoch wie nie zuvor. Jeder zehnte Test war dabei positiv. Angesichts der hohen Fallzahlen entschied die israelische Regierung, die Schulen und Kindergärten schon am Donnerstag zu schließen. Der allgemeine Lockdown tritt erst am Freitag um 13 Uhr MESZ in Kraft, vor Beginn der jüdischen Feiertage. Er soll mindestens drei Wochen dauern.

Die Regierung folgte mit der früheren Schließung von Schulen und Kindergärten einer Empfehlung des Corona-Beauftragten Ronni Gamzu. Er hatte nach Medienberichten in einem Brief an das Gesundheits- und das Bildungsministerium geschrieben, der jüngste Anstieg sei vor allem auf Infektionen bei Schulkindern ab zehn Jahren und älter zurückzuführen.

Ultra-orthodoxe Juden sitzen während eines Morgengebets in einer Synagoge, die aufgrund von Corona-Maßnahmen auf zwanzig Personen beschränkt wurde.
Ultra-orthodoxe Juden sitzen während eines Morgengebets in einer Synagoge, die aufgrund von Corona-Maßnahmen auf zwanzig Personen beschränkt wurde. © Oded Balilty/AP/dpa

10.16 Uhr: Mann benutzt Schlange im Bus als "Corona-Maske"

Ein Mann hat sich eine große Schlange offenbar als Ersatz für eine Corona-Maske in einem Bus um den Kopf gewickelt. Der Fahrgast war mit dem Reptil um Nacken und Mund im Großraum der britischen Stadt Manchester unterwegs. "Nicht einer hat auch nur mit der Wimper gezuckt", berichtete eine Frau der Nachrichtenagentur PA. Sie selbst habe das lustig gefunden. Später schlängelte sich das Tier bei dem Vorfall am Montag auch noch über eine Stange im Bus.

In den öffentlichen Verkehrsmitteln in England besteht Maskenpflicht. Bei wem es sich um den Mann handelte, war am Mittwoch noch unklar. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde in Manchester reagierte humorvoll: Als Ersatz für richtige Masken würden Tücher und Schals akzeptiert, nicht aber Schlangenhaut - "vor allem nicht, wenn sie noch an der Schlange befestigt ist". 

9.50 Uhr: Indien hat mehr als fünf Millionen Coronafälle

Als zweites Land nach den USA hat Indien mehr als fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu, in der vergangenen Woche rund 600.000, wie offizielle Zahlen am Mittwoch zeigen. Auch gibt es anders als in den USA, wo mit 6,6 Millionen am meisten Fälle bekannt sind, keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve.

Angesichts der raschen Corona-Verbreitung in Indien hatten örtliche Medien in mehreren Regionen von einem Mangel an medizinischem Sauerstoff für Patienten berichtet. Einige sollen deshalb gestorben sein. Zwar hätten Sauerstoffhersteller ihre Produktion im vergangenen halben Jahr vervierfacht - von rund 750 Tonnen pro Tag auf 3.000 Tonnen, wie die indische Herstellervereinigung für industrielle Gase dem Fernsehsender CNBC-TV18 sagte. Trotzdem könne die gesteigerte Nachfrage nicht gedeckt werden. Im südlichen Bundesstaat Karnataka hatten Ärzte angesichts steigender Sauerstoffpreise einen Preisstop gefordert, um die Behandlung der Covid-Patienten sicherzustellen, wie der Fernsehsender NDTV berichtete.

Trotz der schnellen Pandemie-Verbreitung lockert die Regierung seine Corona-Maßnahmen und versucht damit die Wirtschaft wieder etwas in Schwung zu bringen. Wegen eines ehemals strikten Lockdowns ist die Wirtschaftsleistung des Landes stark eingebrochen, Millionen Menschen verloren ihre Jobs und viele hatten Angst zu verhungern. Das Virus ist inzwischen auch auf dem Land angekommen, wo die Gesundheitsversorgung besonders schlecht ist.

Indien verzeichnete bisher die drittmeisten Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind - konkret mehr als 82.000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies weniger als in anderen Ländern. Die geringe Todesrate könnte an der besonders jungen B
Indien verzeichnete bisher die drittmeisten Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind - konkret mehr als 82.000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies weniger als in anderen Ländern. Die geringe Todesrate könnte an der besonders jungen B © Rajesh Kumar Singh/AP/dpa

9.22 Uhr: Irische Regierung muss doch nicht in Corona-Quarantäne

Die irische Regierung muss nun doch nicht in Quarantäne, nachdem der Corona-Test eines Ministers negativ ausgefallen ist. Dies berichteten irische Medien am Dienstagabend. Gesundheitsminister Stephen Donnelly hatte zuvor Covid-19-Symptome gezeigt. Als Vorsichtsmaßnahme waren seine Kollegen aufgefordert worden, sich zu isolieren. Nach dem Negativtest sei das nicht mehr nötig, sagte ein Regierungssprecher der "Irish Times2. Auch das Parlament müsse nun doch nicht pausieren.

Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben.

9.17 Uhr: Strandbesuch mit Abstandsmarkierung und Vorbelegung in Rio

Die Stadtverwaltung von Brasiliens Metropole Rio de Janeiro will inmitten der grassierenden Corona-Pandemie den Aufenthalt an seinen berühmten Stränden wieder erlauben. Die Öffnung sieht zunächst vor, Flächen mit Bändern zu markieren, innerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können, wie Rios Bürgermeister Marcelo Crivella in einer Live-Übertragung in sozialen Medien am Montagabend sagte. Demnach sollen 30 Prozent der Flächen über eine App vorbelegt, die anderen 70 Prozent nach der Reihenfolge der Ankunft vergeben werden.

Crivella hatte im Juli angekündigt, den Verbleib am Strand wie beim Sonnen erst zu erlauben, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gäbe. Zuletzt waren Mannschaftssport am Strand und das Baden im Meer wieder zugelassen worden. Ein großer Teil des Lebens in Rio spielt sich im Freien ab. Vor allem am Wochenende ist es schwer, die "Cariocas", wie die Bewohner der Stadt heißen, dazu zu bewegen, zu Hause zu bleiben. Dann füllen sich für gewöhnlich Strände und Bars. Brasilien ist das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land nach den USA, hat inzwischen mehr als drei Millionen Infizierte und mehr als 100.000 Tote. 

Bilder wie diese soll es vorerst nicht mehr an Rios Stränden geben. Die Stadtverwaltung will nun Flächen mit Bändern markieren, i9nnerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können.
Bilder wie diese soll es vorerst nicht mehr an Rios Stränden geben. Die Stadtverwaltung will nun Flächen mit Bändern markieren, i9nnerhalb derer kleine Gruppen den Strand besuchen können. © Ellan Lustosa/ZUMA Wire/dpa

8.44 Uhr: Virologe Kekule plädiert für europäische Corona-Strategie

Der Virologe Alexander Kekule fordert eine europäische Strategie gegen die Corona-Pandemie. "In Europa ist das Virus außer Kontrolle, das ist ganz offensichtlich. Ich glaube, dass weder Frankreich noch Spanien das kurzfristig wieder eingefangen bekommen", sagte Kekule im Podcast von "MDR Aktuell". Er hätte sich "eine stärkere europäische Führung und auch Steuerung des ganzen Covid-19-Problems von Anfang an gewünscht. Es ist wirklich sehr, sehr schade, dass von der Europäischen Kommission aus Brüssel da praktisch nichts gekommen ist." Das gelte etwa für die Produktion von sogenannten Antigen-Schnelltests, die schnell und unkompliziert Ergebnisse liefern.

8.10 Uhr: Keimfreie Rolltreppen sollen Elbphilharmonie sicherer machen

UV-Technik aus Köln soll die Rolltreppen der Hamburger Elbphilharmonie künftig keimfrei machen. "Alle organischen Keime werden mit dieser Technik unschädlich gemacht, was etwaige Schmierinfektionen auf ein absolutes Minimum reduziert", sagte Philharmonie-Sprecher Tom R. Schulz der Deutschen Presse-Agentur. Mitte August seien UVC-Module auf allen vier Rolltreppen der "Elphi" verbaut worden. 

Die Module stammen von einem Kölner Startup: "Die UVC-Strahlen unserer Module brechen die DNA der Bakterien und die RNA der Viren auf und machen sie dadurch unschädlich", erklärt die Mitgründerin der Uvis GmbH, Tanja Zirnstein. Zu Schulzeiten entwickelte Zirnstein zusammen mit einer Freundin die mittlerweile patentierte Technik für einen Wettbewerb - damals grassierte die Schweinegrippe.

Der Eingangsbereich zur Elbphilharmonie über die Bogenrolltreppe. Mitte August sind hier UVC-Module auf allen vier Rolltreppen der "Elphi" verbaut worden.
Der Eingangsbereich zur Elbphilharmonie über die Bogenrolltreppe. Mitte August sind hier UVC-Module auf allen vier Rolltreppen der "Elphi" verbaut worden. © picture alliance / dpa (Archiv)

7.33 Uhr: NRW hat Coronaregeln für Bordelle

Lüften, Händewaschen, und immer schön einzeln: Nordrhein-Westfalen hat nun auch für Bordelle und Prostituierte Corona-Regeln aufgestellt. Sie finden sich in der überarbeiteten Anlage zur Coronaschutzverordnung - und sind recht detailliert. Das Land schreibt darin unter anderem vor, dass nur „Einzelkontakte“ angeboten werden dürfen: „Andere Personen dürfen sich während der Erbringung der sexuellen Dienstleistung nicht im Raum befinden.“ Auch sei das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen im Kontakt zwischen Kunden und Prostituierten „ab der Kontaktaufnahme zwingend und konsequent geboten“.

Umfangreich sind auch die Regelungen, die für die Zeit direkt nach dem Kundenkontakt gelten. Etwa müssen die Räume, in denen sexuelle Dienstleistung erbracht wurden, für 15 Minuten gelüftet werden. Zudem wird beiden Seiten auferlegt, sich vorher und nachher die Hände zu waschen, beziehungsweise zu desinfizieren. Von Prostituierten oder Bordellbetreibern gestellte Bettwäsche muss nach jedem Kunden gewechselt werden. Ähnliches gilt für die Outfits: „Bei der Dienstleistung getragene Kleidung soll nach jedem Kontakt gewechselt und/oder gereinigt werden.“

Hintergrund für die nun aufgestellten Hygieneregeln ist ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG). Es hatte entschieden, dass Bordellbetreiber und Prostituierte ihre Dienstleistungen in der Corona-Krise in NRW vorläufig wieder anbieten dürfen. Die vollständige Untersagung aller sexuellen Dienstleistungen sei derzeit nicht mehr verhältnismäßig. 

7.01 Uhr: Trump spekuliert über Impfstoff „in drei, vier Wochen"

Kurz vor der US-Wahl am 3. November setzt US-Präsident Donald Trump auf positive Meldungen in der Coronakrise. Er gehe von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen aus, behauptete Trump nun in einem Interview. „Wir stehen kurz vor einem Impfstoff“, sagte er dem Sender ABC News am späten Dienstagabend.

„Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten“, sagte Trump. „Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen, vier Wochen, nun haben.“ Trump drängt nach eigenen Angaben die Regierung nicht aus politischem Kalkül, rasch für einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu sorgen. „Ich tue das nicht aus politischen Gründen“, sagt er dem Sender Fox News. „Ich will schnell einen Impfstoff.“

Der Präsident steht wegen seines Umgangs mit der Coronakrise unter Druck. In dem neuen Buch von Reporterlegende Bob Woodward räumt Trump ein, dass er die Gefahr durch das Coronavirus immer herunterspielen wollte. Bei ABC sagte er nun das genaue Gegenteil. „Ich habe es nicht runtergespielt. In Wahrheit habe ich es sogar heraufgespielt, wenn es um konkrete Handlungen geht“, behauptete Trump im Interview.

6.28 Uhr: Corona-Krise verstärkt Trend zum Gärtnern

In der Corona-Krise haben viele Menschen offenbar ihren grünen Daumen entdeckt. Die Rückbesinnung auf das Gärtnern habe schon in den vergangenen Jahren zugenommen, dieser Trend sei durch Corona verstärkt worden, sagte der Geschäftsführer der Späth'schen Baumschulen, Holger Zahn, der Deutschen Presse-Agentur. "Garten und Gartenarbeit haben auch bei uns in Deutschland an Renommee gewonnen." Die Traditionsfirma begeht an diesem Wochenende mit einem Jubiläumsmarkt ihr 300-jähriges Bestehen, sie ist das älteste produzierende Unternehmen Berlins.

Der Verkauf von Pflanzen sei trotz der Corona-Einschränkungen sowohl bei Privatleuten als auch bei Firmenkunden sehr gut gelaufen, so der Geschäftsführer. Gefragt seien im Herbst nun Pflanzen zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse. So würden robuste ältere Sorten wie die Hauszwetschge oder die Apfelsorten Boskop und Kaiser Wilhelm verlangt. Auch Wildobst wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Sanddorn, Apfelbeere, Schlehe, Holunder und Kräuter aller Art seien beliebt. Zudem würden Heckensträucher, die Nahrung für Insekten bieten, immer öfter gekauft.

Holger Zahn, Geschäftsführer der Späth'schen Baumschulen. Laut Zahn musste keiner der 65 Mitarbeiter wegen der Corona-Pandemie entlassen oder in Kurzarbeit geschickt werden.
Holger Zahn, Geschäftsführer der Späth'schen Baumschulen. Laut Zahn musste keiner der 65 Mitarbeiter wegen der Corona-Pandemie entlassen oder in Kurzarbeit geschickt werden. © Paul Zinken/dpa

6.05 Uhr: Corona-Maske kann Täter-Identifizierung erschweren

Das Tragen einer Corona-Alltagsmaske kann nach Einschätzung von Ermittlern die Identifizierung von Straftätern erschweren, verhindert sie aber nicht automatisch. Bei der Gesichtserkennung sei vor allem auch die Augenpartie wichtig, sagte Bernhard Egger vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) in München, wo die Ermittler viel mit Gesichtsprogrammen zur Identifizierung von Verdächtigen arbeiten. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Wenn Kriminelle Corona-Maske tragen"

5.49 Uhr: Aufatmen nach Entscheidung für bundesweite Fan-Rückkehr

Die flächendeckende Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen hat im Profisport für Erleichterung und Freude gesorgt. Wochenlang war kontrovers über eine bundeseinheitliche Lösung diskutiert worden, ehe nun ein Kompromiss gefunden wurde. Lob gab es vom DFB-Präsidenten Fritz Keller ebenso wie von Vertretern verschiedener Profiligen.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag auf eine sechswöchige Testphase mit einer Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Stadion- oder Hallenkapazität geeinigt. Ende Oktober soll die Lage neu bewertet werden. Diese Regelung gilt neben dem Fußball auch für die anderen großen Teamsportarten Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey, die in den kommenden Wochen ebenfalls wieder den Spielbetrieb aufnehmen.

Komplett einheitlich ist die Regelung indes nicht. Kurz nach der Einigung verkündete Schleswig-Holstein, an seiner erlaubten Quote von 25 Prozent festzuhalten. Im nördlichsten Bundesland gibt es zwar keinen Fußball-Erstligisten, aber Handball-Bundesligisten. Die Teilzulassung von Zuschauern ist für den gesamten Profisport vor allem wirtschaftlich wichtig. Ob alle Fußball-Bundesligisten die Freigabe zum Wochenende umsetzen, wird sich kurzfristig zeigen. Vier Clubs hatten bereits von den zuständigen Gesundheitsämtern grünes Licht für einen Saisonstart vor Zuschauern erhalten.

Der Start der Bundesligasaison am kommenden Wochenende wird nicht vor leeren Rängen stattfinden. Vorerst dürfen aber nur 20 Prozent der Plätze belegt werden.
Der Start der Bundesligasaison am kommenden Wochenende wird nicht vor leeren Rängen stattfinden. Vorerst dürfen aber nur 20 Prozent der Plätze belegt werden. © Friso Gentsch/dpa

5.30 Uhr: 1.901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1.901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 263.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Mittwoch, 5.15 Uhr: Kommission erwartet mehrere Impfstoffe in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. "Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden", sagte die Vize-Vorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären - zum Beispiel für Ältere.

Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte des Jahres. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Corona-Pandemie - das geschah am Dienstag:

20.40 Uhr: Virologe Drosten betont Rolle von Corona-Schnelltests

Der Virologe Christian Drosten hat mit Blick auf den Winter die Bedeutung von Corona-Schnelltests betont. Man müsse jetzt bei den sogenannten Antigen-Tests weiterkommen, sagte der Virologe der Berliner Charité am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Im Fall einer Infektionswelle im Winter werde man diese Tests brauchen. Diese seien zwar nicht perfekt. Drosten verwies aber trotz Abstrichen bei der Zuverlässigkeit auf Vorteile wie Schnelligkeit und Verfügbarkeit vor Ort.

Was nütze ein sehr empfindlicher PCR-Test, wenn man auf das Ergebnis wegen überlasteter Labore drei, vier Tage warten müsse, fragte der Experte. Zum Beispiel an der Eingangstür eines Seniorenwohnheims könnten solche Tests "unglaublich viel Gutes" tun, sagte Drosten mit Blick auf Besuchsmöglichkeiten bei Älteren. Wichtig sei allerdings, nicht irgendwelche Quatschtests zu nutzen, weil daran eine Verantwortung hänge: Im Fall einer nicht angezeigten Infektion, zum Beispiel im Altenheim, könne sonst ein Ausbruch mit entsprechender späterer Sterblichkeit die Folge sein. Bei den Tests sei nun etwa zu klären, wer sie durchführen darf. Zahlreiche solcher Tests befinden sich derzeit in Entwicklung, einige sind bereits erhältlich

19.50 Uhr: Krankenkassen-Zusatzbeiträge sollen 2021 leicht steigen

Wegen eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenkassen in der Corona-Krise müssen sich die Mitglieder im neuen Jahr auf etwas höhere Beiträge gefasst machen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 soll um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vereinbarten. Die konkrete Höhe des Zusatzbeitrags legen die Kassen dann aber jeweils selbst für ihre Mitglieder fest, sie können dabei vom Durchschnitt abweichen. Der Gesamtbeitrag umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent - im Schnitt würde er also von derzeit 15,7 Prozent auf 15,9 Prozent 2021 steigen.

Über höhere Zusatzbeiträge sollen drei Milliarden Euro hereinkommen. Um den gesamten Zusatzbedarf von 16 Milliarden Euro für 2021 zu decken, sollen weitere acht Milliarden Euro aus Reserven der Kassen aufgebracht werden. Dazu kommt ein extra Bundeszuschuss von fünf Milliarden Euro auf insgesamt 19,5 Milliarden Euro, heißt es in einem zwischen beiden Ministerien geeinten Konzept.

19.35 Uhr: Unicef: Corona-Krise führt zu globalem Bildungs-Notfall

Die Schul-Schließungen in der Corona-Krise haben nach Einschätzung des Kinderhilfswerks Unicef zu einem globalem Bildungs-Notfall geführt. Aktuell seien noch rund 872 Millionen Kinder in 51 Ländern daran gehindert, in die Klassen zurückzukehren, sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Nur etwa die Hälfte von ihnen habe die Chance auf Fernunterricht. "Die pure Zahl der Kinder, deren Ausbildung für Monate völlig unterbrochen wurde, ist nichts anderes als ein globaler Bildungs-Notfall", sagte Fore.

Eine Unicef-Analyse in 158 Ländern zeige, dass jeder vierte Staat weiterhin kein Datum für die Wiederöffnung von Schulen habe. Geschlossene Schulen hätten aber "verheerende Folgen für Kinder", sagte Fore. Es werde noch schwerer, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. "Je länger Schüler von der Schule fernbleiben, desto weniger wahrscheinlich wird ihre Rückkehr." Laut einer Hochrechnung werden 24 Millionen Kinder die Schule gänzlich abbrechen, darunter viele Mädchen. "Das ist der Grund warum wir an Regierungen appellieren, die Öffnung der Schulen voranzutreiben", so Fore. 

19.12 Uhr: Irische Regierung geht komplett in Quarantäne

Die gesamte irische Regierung hat sich nach dem Rat von Gesundheitsexperten in Corona-Quarantäne begeben. Nachdem Gesundheitsminister Stephen Donnelly am Dienstag Covid-19-Symptome gezeigt hatte, seien seine Kabinettskollegen vom Parlament aufgefordert worden, sich selbst zu isolieren, wie unter anderem die "Irish Times" berichtete. Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben. Das Parlament soll nun den Berichten zufolge eine Woche lang pausieren. Donnelly selbst wollte sich schnellstmöglich auf das Coronavirus testen lassen. 

18.39 Uhr: Trotz Ländereinigung: Schleswig-Holstein bleibt bei 25 Prozent

Schleswig-Holstein hält trotz der Einigung der Länder zur Fanrückkehr im deutschen Sport an seiner Quote von 25 Prozent fest. Das teilte die schleswig-holsteinische Landesregierung am Dienstag auf Anfrage mit. Die Länder hatten sich am Dienstag bei
Beratungen der Chefs der Staatskanzleien auf den Einlass von Zuschauern in Höhe von maximal 20 Prozent der jeweiligen Sportstättenkapazität geeinigt. In Schleswig-Holstein war die Öffnung für weitere Zuschauer am Montag bei einer Klausurtagung des Kabinetts festgelegt worden.

18.05 Uhr: Giffey bleibt dank Corona ein Jahr länger Kohlkönigin

Hochwasserkatastrophe 1962, Golfkrieg 1991, Corona-Pandemie 2021 - das traditionsreiche Grünkohlessen der Stadt Oldenburg fällt im kommenden Jahr erst zum dritten Mal aus. Es werde darauf verzichtet, das "Defftig Ollnborger Gröökohl-Äten" (deftiges Oldenburger Grünkohlessen) in Berlin auszurichten, teilte die Stadt am Dienstag mit. Das Event lebe vom Austausch der Entscheidungsträger aus der Region mit den Politikerinnen und Politikern aus Berlin und Hannover, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD). "Das ist derzeit wegen der Corona-Pandemie aber nicht vorstellbar."

Die Stadt Oldenburg nutzt den Abend seit 1956 zur Kontaktpflege in der Hauptstadt. Schon als Bonn noch Bundeshauptstadt war, etablierte sich das Essen als Treff für die Politprominenz. Mit der Absage steht fest, dass die amtierende Kohlkönigin, Franziska Giffey (SPD), ein Jahr länger im Amt bleibt. 

Die am 2. März 2020 gekürte Grünkohl-Majestät Franziska Giffey hält beim "Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten" in der Landesvertretung Niedersachsen die Kohlpalme.
Die am 2. März 2020 gekürte Grünkohl-Majestät Franziska Giffey hält beim "Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten" in der Landesvertretung Niedersachsen die Kohlpalme. © Christoph Soeder/dpa

17.32 Uhr: Länder einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr

Die Bundesländer haben sich rechtzeitig zum Start der Fußball-Bundesliga an diesem Wochenende auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen verständigten sich die Chefs der Staatskanzleien am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen. Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität - 1.000 Zuschauer dürfen auf jeden Falls ins Stadion oder in die Halle. Denn die Regeln gelten nicht nur für Fußball, sondern etwa auch für Handball- oder Basketballspiele.

Nach diesen Informationen soll es wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wichtige Einschränkungen geben. So sollen unter anderem keine Tickets für Fans der jeweiligen Gastmannschaften ausgegeben werden. Die Tickets werden nur personalisiert verkauft, damit eine Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet wird. Vorzugsweise soll es darum vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings geben. Entsprechend den jeweils geltenden Landesregeln muss ein Abstandsgebot von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies werde "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen" erreicht, heißt es in dem Beschluss.  

17.18 Uhr: Herbertstraße feiert Wiederzulassung der Prostitution

Mit einer Kunstaktion haben Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber in der Hamburger Herbertstraße auf St. Pauli die Wiederzulassung der Prostitution nach monatelangem Corona-Lockdown gefeiert. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) enthüllte am Dienstag ein Gemälde der niederländischen Pop Art-Künstlerin Maaike Dirkx, auf der sie die Gruppe Sexy Aufstand Reeperbahn verewigt hat, die sich seit Monaten mit Demonstrationen und Aktionen für die Aufhebung des Berufsverbots für Prostituierte eingesetzt hatte. 

Sexarbeiterinnen warten in der Herbertstraße auf die Wiedereröffnung der Bordelle. In der Mitte steht das Gemälde der niederländischen Pop Art-Künstlerin Maaike Dirkx, auf der sie die Gruppe Sexy Aufstand Reeperbahn verewigt.
Sexarbeiterinnen warten in der Herbertstraße auf die Wiedereröffnung der Bordelle. In der Mitte steht das Gemälde der niederländischen Pop Art-Künstlerin Maaike Dirkx, auf der sie die Gruppe Sexy Aufstand Reeperbahn verewigt. © Axel Heimken/dpa

17.07 Uhr: EU-Kommissar will Koordinierung von Corona-Reisebeschränkungen

EU-Justizkommissar Didier Reynders hat ein einheitlicheres Vorgehen der EU bei Corona-Reisebeschränkungen gefordert. "Wir können uns unkoordinierte Einschränkungen der grenzüberschreitenden Mobilität nicht länger erlauben", sagte er am Dienstag im Europäischen Parlament in Brüssel. Alle eingeführten Maßnahmen müssten zudem verhältnismäßig und nicht diskriminierend sein.

Reynders forderte neben einheitlichen Kriterien für Corona-Einschränkungen einen koordinierten Umgang mit Reisenden aus Risikogebieten. Staaten müssten sich zudem gegenseitig rechtzeitig informieren, sollten sie Beschränkungen vornehmen. Auch in Bezug auf Testkapazitäten sollten die Mitgliedsstaaten mehr Informationen austauschen - etwa wie viele Tests auf 100.000 Einwohner in einer Woche durchgeführt wurden. 

16.22 Uhr: 3. Liga in der Corona-Pandemie "ohne ganz großen Schaden"

Die Clubs der 3. Liga müssen in der Corona-Krise nach DFB-Angaben nicht um ihre Existenz fürchten. "Momentan ist der Eindruck, dass die Vereine ohne ganz großen Schaden durchgekommen sind", sagte Manuel Hartmann, Abteilungsleiter Spielbetrieb Ligen und Wettbewerbe beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt/Main. Genauere Informationen werde man haben, wenn die Nachlizenzierung anstehe und die wirtschaftlichen Daten vorlägen, sagte Hartmann weiter.

Die Vereine der 3. Liga leiden besonders unter Geisterspielen und reduzierten Besucherzahlen, da sie im Vergleich zur 1. und 2. Liga mehr auf Zuschauer-Einnahmen angewiesen sind. Die TV-Gelder sind wesentlich geringer als in den oberen beiden Profiligen.  

16.03 Uhr: Weitere Wohnviertel auf Mallorca und Ibiza werden abgeriegelt

Auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca soll im Kampf gegen Corona erneut ein Wohngebiet der Hauptstadt Palma abgeriegelt werden. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Gebiet Arquitecte Bennàssar im Nordosten der Stadt sollen bis zum Wochenende in Kraft treten, kündigte die Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, an. Ähnliche Maßnahmen werde man auch für einige, von Neuausbrüchen ebenfalls schwer betroffene Gebiete von Ibiza anordnen. 

Seit Freitagabend ist auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca das an Arquitecte Bennàssar angrenzende Son Gotleu abgeriegelt. Die etwa 23.000 Betroffenen dürfen das Arbeiterviertel seitdem nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern. In Spanien sind zahlreiche andere Gebiete oder Gemeinden abgeriegelt.

Dieser Tage gibt es nur noch sehr wenige Urlauber auf den Balearen. Ganz Spanien wurde von Berlin zum Risikogebiet erklärt. Auch Großbritannien und andere europäische Länder ordneten Pflichttests oder Zwangsquarantäne für Spanien-Rückkehrer an. 

Die Terrasse eines Restaurants neben dem Strand Can Pastilla in Palma de Mallorca ist leer. Auf der beliebten Ferieninsel sind seit der Einstufung als Risikogebiet kaum noch Touristen.
Die Terrasse eines Restaurants neben dem Strand Can Pastilla in Palma de Mallorca ist leer. Auf der beliebten Ferieninsel sind seit der Einstufung als Risikogebiet kaum noch Touristen. © Clara Margais/dpa

15.53 Uhr: Demo gegen Corona-Maßnahmen in Düsseldorf wird deutlich kleiner

Die für kommenden Sonntag in Düsseldorf angemeldete Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen wird wohl deutlich kleiner ausfallen als zunächst angekündigt. Die Veranstalter erwarteten nur noch rund 10.000 Teilnehmer, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Dass die Polizei mit einem größeren Aufgebot vor Ort sein werde, bestätigte er nicht - aber: "Wir sind gut aufgestellt." Zunächst war von rund 50.000 Teilnehmern die Rede gewesen. 

15.39 Uhr: 44 neue Coronavirus-Fälle in Sachsen

Die Corona-Fallzahlen steigen in Sachsen weiter, wenn auch langsam. Das Sozialministerium in Dresden meldete am Dienstag 44 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden, nach 62 am Montag. Bisher wurden im Zusammenhang mit der Pandemie 225 Todesfälle registriert, die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg auf 6.449.

Den größten Anstieg gab es nach der Übersicht des Ministeriums mit 22 neuen Fällen im Erzgebirgskreis.  Es gebe aber keinen Hotspot in dem Sinne, betonte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Es handele sich um einzelne Fälle. Gleichwohl hat der Erzgebirgskreis für die Region Sehmatal am Dienstag eine Allgemeinverfügung erlassen. Die sieht unter anderem ein Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern vor und schreibt die Kontaktnachverfolgung für Veranstalter, Gastronomen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum vor.

5.830 Menschen in Sachsen gelten inzwischen als geheilt. Die Zahl der laborbestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen auf 10,0 gestiegen, nach 4,5 am Vortag.

15.32 Uhr: Zwei neue Corona-Fälle an Dresdner Schule

In Dresden ist eine weitere Schule von Corona-Infektionen betroffen. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mit. Es handelt sich um die 62. Oberschule "Friedrich Schiller" in Loschwitz. Dort seien zwei Schüler einer sechsten und siebten Klasse positiv auf das Virus getestet worden. Zwischen beiden Fällen bestehe ein Zusammenhang. Welcher das ist und wie es an der Schule jetzt weitergeht, lesen sie hier (SZ+).

15.14 Uhr: Massentest nach Kneipentour in Garmisch: Bisher nur drei Infizierte

Nach der Kneipentour einer mit dem Coronavirus infizierten 26-Jährigen in Garmisch-Partenkirchen sind bisher nur drei weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Etwa 1.000 hatten wegen des Vorfalls von Freitag bis Montag einen Abstich nehmen lassen. Etwa 700 der Tests waren am Dienstag ausgewertet, wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler) bekannt gab. Im Bereich der US-Streitkräfte, wo die 26-Jährige arbeitet, haben sich dem Landratsamt zufolge 25 Menschen infiziert.

Die US-Amerikanerin war vergangene Woche trotz Krankheitsymptomen und Quarantäneauflage durch Bars gezogen. Ob sie die insgesamt 28 Menschen angesteckt hat oder es andere Quellen gibt, ist weiter unklar. Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Unterkunft wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden. Der Frau droht ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Ein Mann wird per Stäbchen in einem Testzentrum Garmisch-Partenkirchen auf das Coronavirus getestet.
Ein Mann wird per Stäbchen in einem Testzentrum Garmisch-Partenkirchen auf das Coronavirus getestet. © Lino Mirgeler/dpa

15.02 Uhr: Schweden hebt Besuchsverbot in Altersheimen auf

In Schweden dürfen Bewohner von Altersheimen bald wieder von ihren Angehörigen besucht werden. Ein entsprechendes und seit fast sechs Monaten geltendes Besuchsverbot für die Heime werde zum 1. Oktober aufgehoben, gab Sozialministerin Lena Hallengren am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. Das Verbot sei für viele Ältere und ihre Angehörige die wohl weitreichendste Beschränkung der Corona-Krise gewesen, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus aber notwendig gewesen, sagte Hallengren. Der Leiter der nationalen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten, Johan Carlson, mahnte jedoch an, dass es jetzt zu keinem Besucheransturm auf die Heime kommen dürfe. Im Gegensatz zu vielen Ländern hatte Schweden mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen auf die Corona-Krise reagiert, was zu höheren Infektions- und Todesraten geführt hatte als etwa bei den Nachbarländern.  Zuletzt standen die Schweden aber recht gut da - und verbuchten einen Etappenerfolg. (SZ+)

14.51 Uhr: Rund 40.000 Tests an Sachsens Testcentern

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Der Freistaat hat am Dienstag eine Zwischenbilanz der im August geöffneten Testcenter an den sächsischen Flughäfen und Autobahnen gezogen. Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden seit dem 1. August an den Airports in Leipzig und Dresden insgesamt mehr als 27.000 Menschen auf Corona getestet. Unter den 13.203 Reisenden am Flughafen der Landeshauptstadt befanden sich 39 positiv Getestete, unter den 13.942 Menschen in Leipzig-Halle waren es 64. Zudem wurden 4.161 Tests am A4-Parkplatz "An der Neiße" nahe der polnischen Grenze durchgeführt, zwölf davon waren positiv. Bei 7.528 Tests am A17-Parkplatz "Am Heidenholz", der sich unweit der tschechischen  Grenze befindet, wurden 58 Infektionen mit dem Virus festgestellt.

Die Testcenter an den sächsischen Autobahnen sind seit Dienstag geschlossen, die an den Flughäfen bleiben noch bis Ende September in Betrieb. 

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