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Corona: Lagerkapazitäten für Tote erschöpft

Die Kreiskrankenhäuser in Zittau, Ebersbach und Weißwasser sind bereits mehrfach an ihre Grenze gestoßen. So haben sie darauf reagiert.

So wie in diesem Kühlraum werden Verstorbene aufbewahrt.
So wie in diesem Kühlraum werden Verstorbene aufbewahrt. © Symbolfoto: Europa Press

Die Corona-Krise stellt die Kreis-Krankenhäuser in Zittau, Ebersbach und Weißwasser vor immer neue Herausforderungen. "In Folge der derzeitigen Übersterblichkeit kamen die Krankenhäuser an die vorzuhaltende Kapazitätsgrenze zur Lagerung von Verstorbenen", teilte eine Sprecherin des Landratsamtes auf SZ-Anfrage mit. Der Engpass sei aber schnell erkannt worden. Das Amt hat deshalb alle Städte und Gemeinden im Kreis angeschrieben und gebeten, Sterbeurkunden schnell auszustellen, damit Verstorbene schnell an Bestatter übergeben werden können. Zudem wurden die Bürgermeister gebeten, die Standesämter dazu personell in die Lage zu versetzen.

Die Sprecherin betonte, dass "die pietätvolle Lagerung zu jeder Zeit gewährleistet war". Kühllaster oder ähnliches wie bei der ersten Welle in den USA sind nicht eingesetzt worden. "Teilweise haben Kliniken hierzu temporär den Verabschiedungsraum nutzbar gemacht und stehen auch in enger Absprache mit Krematorien und Bestattungsunternehmen des Landkreises Görlitz, welche ja ebenso über Kühlplätze verfügen", so die Sprecherin.

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Im Landkreis Görlitz sind bis Freitag 170 Menschen an oder mit dem Covid-19-Virus verstorben. Bis Anfang Oktober waren es 25. Die Kreiskrankenhäuser haben nach Angaben des Landratsamtes jeweils sechs bis 15 Kühlmöglichkeiten für Verstorbene.

Das Zittauer Krematorium ist es nach Angaben der Stadtverwaltung, die das Krematorium über eine Tochterfirma betreibt, noch nicht an Kapazitätsgrenzen gestoßen. "Durch die aktuelle Situation lag die Anzahl etwas über den sonst üblichen Werten für November", teilte Rathaussprecher Kai Grebasch auf Anfrage mit. "Die Kapazität ist jedoch ausreichend hoch, um einen geordneten Betrieb sicherstellen zu können." Allerdings habe es zu Verzögerungen gegeben, weil aufgrund "der geltenden Einschränkungen" nicht alle Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltungen der Region - deren Einwohner verstorbene Angehörige einäschern lassen wollten - zeitnah die erforderlichen Unterlagen ausgestellt hätten.

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