merken
PLUS Leben und Stil

Reisen mit Hindernissen

Reisewarnung, Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet – jetzt kommt es auf die feinen Unterschiede an.

Eine Reisewarnung bedeutet kein Reiseverbot. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten.
Eine Reisewarnung bedeutet kein Reiseverbot. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten. © Clara Margais/dpa

Wegen Covid-19 warnt das Auswärtige Amt derzeit vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in eine Vielzahl von Ländern. Seit dem 1. Oktober 2020 gelten uneingeschränkt länderspezifische Reise- und Sicherheitshinweise.

Eine Reisewarnung enthält den dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Sie wird in der Regel nur selten ausgesprochen. Mit der Corona-Pandemie hat sich das geändert: Jetzt gilt eine Reisewarnung für alle Länder, die von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft sind. Aber: Eine Reisewarnung bedeutet kein Reiseverbot. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Die Risikogebiete werden vom Robert Koch-Institut (RKI) nach Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium veröffentlicht. Dabei greift laut RKI eine zweistufige Bewertung: Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten oder Regionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner registriert wurden. Für Regionen, in denen dieser Schwellenwert unterschritten wird, bewertet das RKI mithilfe von Informationen des Auswärtigen Amtes, ob möglicherweise dennoch ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt.

Als Hochinzidenzgebiet zählen Länder oder Regionen mit besonders hohen Fallzahlen. Ein maßgebliches Kriterium sind 200 Neuinfizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Mit Stand 10. März waren 29 Länder oder Regionen davon betroffen.

In Virusvarianten-Gebieten gibt es Mutationen, die nicht zugleich im Inland verbreitet auftreten und denen ein besonderes Risiko zugeschrieben wird. Mit Stand 10. März betraf dies 16 Staaten.

Hat man sich in den letzten zehn Tagen vor der Rückkehr nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten, gilt grundsätzlich die Pflicht zur digitalen Einreiseanmeldung (DEA), eine Testpflicht vor oder unmittelbar nach der Einreise sowie – abhängig von der Quarantäneverordnung des zuständigen Bundeslandes – eine Quarantänepflicht.

Gehört das Urlaubsland zu den Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebieten, muss bereits bei Einreise ein ärztliches Zeugnis oder Testergebnis über das Nichtvorliegen einer Infektion mitgeführt werden. Dieser Test darf frühestens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.p

Weiterführende Artikel

Urlaub in der Corona-Pandemie: Endlich weg!

Urlaub in der Corona-Pandemie: Endlich weg!

Trotz Sehnsucht nach Reisen zögern viele noch. Aber es gibt Hoffnung. Die großen Veranstalter locken mit Angeboten auch schon für Ostern. Ein Stimmungsbild.

Jetzt buchen oder lieber warten?

Jetzt buchen oder lieber warten?

Reisebüros haben zurzeit mehr mit Stornierungen als Neubuchungen zu tun. Thomas Oczadly erzählt, was er seinen Kunden rät – und was er von Corona hält.

In Ländern, die nicht als Risikogebiet ausgewiesen sind, gelten dennoch häufig Einschränkungen. China, Australien und Südkorea lassen beispielsweise gar keine Touristen ins Land. Auf Island gilt Test- und Quarantänepflicht, in Thailand muss man 15 Tage in Quarantäne, auf Grenada genügt ein negativer PCR-Test. In der Regel benötigt man auch eine Einreisegenehmigung. Urlauber sollten in jedem Fall die aktuellen Bestimmungen studieren. (rnw/sk)

Quellen: Auswärtiges Amt, Robert Koch-Institut

Mehr zum Thema Leben und Stil