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Deutschland & Welt

Corona: 891 Neuinfektionen und kein Todesfall in Sachsen

Inzidenz steigt leicht, bundesweit Gedenken an die Opfer der Pandemie, Attacke bei Corona-Kontrolle in Dresden - unser Newsblog.

Eine Mitarbeiterin der Nomos Uhrenmanufaktur Glashütte macht einen Corona-Schnelltest. Seit Mitte März bietet das Unternehmen Schnell- und Selbsttests für seine knapp 200 Mitarbeiter an.
Eine Mitarbeiterin der Nomos Uhrenmanufaktur Glashütte macht einen Corona-Schnelltest. Seit Mitte März bietet das Unternehmen Schnell- und Selbsttests für seine knapp 200 Mitarbeiter an. © Robert Michael/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Deutschland gedenkt der Verstorbenen in der Corona-Pandemie
  • Verbot von "Querdenken"-Demo: Polizei-Großeinsatz in Dresden am Samstag
  • Sachsen verlängert den Lockdown bis 9. Mai: Das sind die Corona-Regeln
  • Wo gibt es Corona-Schnelltests in Sachsen - ein Überblick
  • Impftermine in Sachsen: Alle wichtigen Infos
  • Covid-19-Patienten in Sachsen auf Normalstationen (Stand 18. April): 1.130 (69,8 % Auslastung, Vortag: 70,5 %); der wichtige Wert für Verschärfungen liegt bei 1.300
  • Corona in Sachsen (Stand 18. April): 246.088 laborbestätigte Infektionsfälle (+891) zum Vortag), 8.730 Todesfälle (0 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 233,6 (Vortag: 231,5)
  • Corona in Deutschland (Stand 18. April): 3.142.262 Infizierte (+19.185 zum Vortag), 79.914 Tote (+67 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 162,3 (Vortag: 160,7)

18.25 Uhr: Fauci rechnet Anfang 2022 mit Covid-Impfungen für jüngere Kinder

Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci rechnet spätestens Anfang kommenden Jahres mit Coronavirus-Impfungen für Kinder aller Altersstufen. "Ich denke, bis zum ersten Quartal 2022 werden wir in der Lage sein, Kinder praktisch jeden Alters zu impfen", sagte der Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden dem Sender CNN am Sonntag. "Hoffentlich schon vorher, aber ich denke, das wird der späteste Zeitpunkt sein." Für Kinder und Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren gehe er davon aus, dass Impfungen schon zu Beginn des kommenden Schuljahres zur Verfügung stünden. Derzeit können in den USA Jugendliche erst ab 16 Jahren geimpft werden.

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Der Immunologe sagte mit Blick auf die ausgesetzten Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA, er wolle der Entscheidung der Gesundheitsbehörde CDC und der Arzneimittelbehörde FDA nicht vorgreifen. Er glaube aber, dass der Wirkstoff wieder zum Einsatz kommen werde - möglicherweise mit bestimmten Warnungen und Einschränkungen. Er hoffe darauf, dass an diesem Freitag eine Entscheidung gefällt und diese nicht weiter verzögert werde.

Anthony Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA.
Anthony Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA. © Kevin Dietsch/Pool UPI/dpa

17.39 Uhr: Kassenärzte rechnen im Mai mit Aufhebung der Impf-Priorisierung

Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen". Weiter sagte er: "Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann."

16.50 Uhr: 891 Neuinfektionen in Sachsen

Am Sonntag meldete das sächsische Gesundheitsministerium 891 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum wurden keine Todesfälle gezählt. Damit steigt die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 246.088, 8.730 Tote sind insgesamt zu beklagen. Vor einer Woche wurden 1.039 Neuinfektionen und drei Todesfälle gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen steigt leicht auf 233,6 (Vortag 231,5). Vor einer Woche betrug sie noch 193,4. Am stärksten betroffen ist der Landkreis Zwickau mit einer Inzidenz von 365,1, gefolgt vom Erzgebirgskreis (333,1) und dem Vogtlandkreis (312). Die niedrigste Inzidenz verzeichnet die Landeshauptstadt Dresden mit 136,7.

Neben der Inzidenz gilt zudem in Sachsen die Zahl der belegten Betten mit Covid-19-Patienten als Richtwert. Sind 1.300 Krankenhausbetten belegt, werden Lockerungen zurückgenommen. Am Sonntag waren den Angaben zufolge 1.130 Betten belegt. Das waren etwas weniger als am Tag zuvor. Am kritischsten stellt sich die Situation demnach in der Chemnitzer Region dar. In den zum Cluster gehörenden Krankenhäusern waren am Sonntag 77,3 Prozent der Betten belegt.

15.48 Uhr: Polizei rückt nach Hochzeit mit 100 Gästen an

Ein Brautpaar soll in Oberbayern mit rund 100 Menschen eine Hochzeit gefeiert und damit gegen die Corona-Regeln verstoßen haben. Nach einem Hinweis rückte die Polizei im Landkreis Weilheim-Schongau an. Zu diesem Zeitpunkt seien aber die meisten Gäste bereits nicht mehr anwesend gewesen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Namen der Teilnehmer seien aber bekannt. Es wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz erstellt.

Nach der kirchlichen Trauung des Hochzeitspaares hatte sich die Hochzeitsgesellschaft den Angaben zufolge in Penzberg im Innenhof eines Klostergeländes an Tischen getroffen und es war ein Buffet aufgebaut. Eine Ausnahmegenehmigung für die Feier am Samstag lag demnach nicht vor.

15.00 Uhr: Mit Corona infizierter Günther Jauch weiter in Quarantäne

Der mit Corona infizierte TV-Star Günther Jauch ist auch in den nächsten Tagen in Quarantäne. In der RTL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert!", bei der er eigentlich hätte dabei sein sollen, wurde der Moderator am Samstagabend live kurz zugeschaltet. Seinen Promikollegen Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger sagte er über seinen Gesundheitszustand: "Im Prinzip geht es mir auch gut." Er ergänzte aber: "Mir wird mitgeteilt, dass es mir nicht so gut geht. Diese Viruswerte sind schlecht bei mir - auch nach einem neuen Test. So dass die gesagt haben: Wir lassen Sie da nicht raus, Sie dürfen da nicht mehr vor die Haustüre gehen jetzt für absehbare Zeit."

Jauch sagte: Es dauere jetzt noch "einige Tage", bis er wieder den nächsten Test machen dürfe. "Ich muss einfach Geduld haben." Der 64-Jährige sagte, er wisse nicht, ob er bei der nächsten Ausgabe der "Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show" am kommenden Samstag dabei sein könne. Das sei offen. Er habe noch ein bisschen Hoffnung.

Günther Jauch ist weiter in Quarantäne.
Günther Jauch ist weiter in Quarantäne. © Soeren Stache/dpa

14.08 Uhr: Gedenken an Pandemie-Opfer auch in Sachsen

Bundesweit und in Sachsen wird an diesem Sonntag der Pandemie-Opfer in der Corona-Krise gedacht. Sachens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erinnerte an mehr als 8.000 Menschen im Freistaat, die an oder mit Covid-19 verstorben seien. "Jede Zahl steht für einen geliebten Menschen, jeder Verlust wiegt unendlich schwer", erklärte der Regierungschef am Sonntag auf Facebook. Eine gewaltige Naturkatastrophe habe Europa, Deutschland und Sachsen seit über 12 Monaten im Griff. Jeder sei gefordert, Verantwortung zu übernehmen und Ansteckungen zu vermeiden. "Das kostet Kraft, das ist mühsam." Das Ende der Pandemie sei aus Sicht Kretschmers absehbar. Er rief die Sachsen dazu auf, weiter zusammenzustehen. "Jetzt geht es um die letzten Wochen und vielleicht Monate, bis wir alle ein Impfangebot haben und die warme Jahreszeit uns hilft, die Pandemie zu bekämpfen."

13.55 Uhr: Ohne Abstand und Masken: Konzert in Liverpool mit 5.000 Zuschauern

Feiern wie vor der Pandemie: Ohne Masken und Abstand dürfen bis zu 5.000 Zuschauer ein Konzert in Liverpool besuchen. Die Veranstaltung mit der Rockband Blossoms am 2. Mai ist Teil eines Pilotprojekts der britischen Regierung. Voraussetzung für den Eintritt ist ein aktueller, negativer Corona-Test. Auch nach dem Event sollen die Zuschauer einen Test machen. "Wir sind einem Sommer voller Live-Events einen Schritt näher gekommen, jetzt läuft unser wissenschaftlich geführtes Programm", sagte Kulturminister Oliver Dowden einer Mitteilung vom Sonntag zufolge. Das Veranstaltungsgelände bietet normalerweise 7.500 Plätze.

Tests seien der Schlüssel für die Wiederaufnahme von Massenveranstaltungen, sagte Dowden. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die Ergebnisse des Pilotprojekts spielten eine wichtige Rolle beim Sicherheitskonzept.

Bereits am Sonntag sollten beim Halbfinale des FA-Pokals zwischen den Fußball-Erstligisten Leicester City und FC Southampton 4.000 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion zuschauen. Dabei handelt es sich um Anwohner und medizinisches Personal.

13.15 Uhr: Steinmeier-Appell auf Gedenkveranstaltung für Opfer der Pandemie

Gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie haben die Spitzen des deutschen Staates und die Kirchen der fast 80.000 Toten gedacht und den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl bekundet. Bei der zentralen Gedenkfeier rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zudem die Gesellschaft zum Zusammenhalt auf. "Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt", sagte er im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Zuvor hatten die Kirchen in einem ökumenischen Gottesdienst in der Gedächtniskirche den Trauernden Trost zugesprochen.

12.20 Uhr: Tierheime bekommen je 7.500 Euro Corona-Hilfe

Das Bundesumweltministerium unterstützt Tierheime in der Corona-Krise finanziell. Ab Ende der nun beginnenden Woche könnten entsprechende Förderanträge gestellt werden, bestätigte das Ministerium am Sonntag einen Bericht der "Bild am Sonntag". Tierschutzvereinen, die Träger von Tierheimen sind, werde ein einmaliger Zuschuss von 7.500 Euro gewährt. Die Corona-Pandemie stelle die Vereine in einem noch nicht abzusehenden Ausmaß vor große finanzielle Probleme, hieß es zur Begründung. "In vielen Fällen fallen Spenden weg und können entsprechende Vereinsaktivitäten nicht durchgeführt werden."

Auch die fehlenden Vermittlungsmöglichkeiten für Tiere und der dadurch erhöhte Betreuungsbedarf während des Lockdowns seien für viele Vereine schwer zu bewältigen, so das Ministerium weiter. Der Bundestag habe daher im Dezember eine Förderung für die Tierheime beschlossen, im Haushalt 2021 des Bundesumweltministeriums seien dafür Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro veranschlagt. "Die dafür notwendige Förderrichtlinie ist jetzt in Kraft getreten." Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärte: "Die Fördermittel werden hoffentlich helfen, die schwierige Zeit zu überstehen."

11.35 Uhr: Kirchen gedenken der Verstorbenen in der Corona-Pandemie

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat die Gesellschaft zu einem Moment des Innehaltens inmitten der Corona-Pandemie aufgerufen. "Krankheit, Sterben und Tod lassen sich in diesem langen Jahr nicht wegdrücken, sie schneiden tief ein in das Leben vieler Menschen", sagte der Bischof von Limburg am Sonntag in einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin für die Verstorbenen in der Pandemie. "Tod und Sterben sind uns näher gerückt als zuvor." Es sei richtig, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für diesen Tag dazu einlade, innezuhalten und der vielen Toten zu gedenken.

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie richtet der Staat an diesem Sonntag in Berlin eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen aus. Der Bundespräsident will dabei auch den Angehörigen sein Mitgefühl aussprechen und an die vielen Menschen erinnern, die pandemiebedingt einen ähnlich einsamen Tod gestorben sind wie die Opfer des Virus.

In Deutschland sind bis zum Sonntag nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts 79.914 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben.

In der Berliner Gedächtniskirche wird ein ökumenischer Gottesdienst für die Verstorbenen der Corona-Pandemie gefeiert.
In der Berliner Gedächtniskirche wird ein ökumenischer Gottesdienst für die Verstorbenen der Corona-Pandemie gefeiert. © Gordon Welters/KNA-POOL/dpa

10.20 Uhr: Dresdner greifen Ordnungsamts-Mitarbeiter an

Wegen Lärms und Verstoßes gegen die Kontaktbeschränkungen sind Mitarbeiter des gemeindlichen Vollzugsdienstes in der Nacht zum Samstag in Dresden an die Kesselsdorfer Straße ausgerückt. Vor Ort wurden sie unvermittelt von ca. zehn Personen bedrängt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Mitarbeiter mussten Pfefferspray einsetzen. Einige der Angreifer flohen, die restlichen fünf Deutschen im Alter von 21, 26, 27, 34 und 35 Jahren bewarfen das Dienstfahrzeug mit Flaschen, das dadurch beschädigt wurde.

Durch weitere hinzugezogene Kräfte konnten die Täter gestellt werden. Dabei wurde eine 25–jährige Mitarbeiterin des Gemeindlichen Vollzugsdienstes leicht verletzt. Durch das Pefferspray erlitten zwei Tatverdächtige ebenfalls leichte Verletzungen. Alle fünf Tatverdächtigen wurden in Gewahrsam genommen.

10.05 Uhr: Landkreise fordern Überarbeitung der Bundes-Notbremse

Die deutschen Landkreise fordern eine Überarbeitung der geplanten bundeseinheitlichen Corona-Notbremse. "Der Gesetzentwurf muss an vielen Stellen korrigiert werden", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). "Die reine Anknüpfung an Inzidenzen wird dem Pandemiegeschehen nach mehr als einem Jahr und den regional sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerecht."

Sager fordert hingegen, die Belegung der Intensivbetten, die Reproduktionszahl und den Impffortschritt mit in die Betrachtung einzubeziehen. "Wenn ein Landkreis zwar eine hohe Inzidenz aufweist, aber gleichzeitig sehr viele freie Krankenhausbetten hat und die Impfungen gut voran gehen, muss man dies berücksichtigen können." Gleiches gelte für klar eingrenzbare Ansteckungen etwa in einem Betrieb. "Die reine Orientierung an der Inzidenz zeichnet kein realistisches Bild der Situation vor Ort", so Sager.

Sager kritisierte die geplanten Ausgangsbeschränkungen ab 21.00 Uhr in Gebieten mit hoher Inzidenz. "Diese wären in Ihrer Pauschalität ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheitsrechte der Menschen, weil dem kein überlegener Effekt zur Verhinderung von Neuinfektionen gegenübersteht."

Der Landkreistag befürchtet zudem eine weitere Verkomplizierung der Regeln und geht nicht - wie eigentlich gewünscht - von mehr Einheitlichkeit aus. Hintergrund ist, dass es Ländern und Kommunen freisteht, härter durchzugreifen und auch weitere Bereiche zu reglementieren. "Insofern wird es mit dem Bundesgesetz und mit einer absehbaren Bundesverordnung noch einmal unübersichtlicher. Auch das ist schädlich für die Akzeptanz", sagte Sager.

Über mögliche Änderungen am bisherigen Entwurf des Infektionsschutzgesetzes könnte der Gesundheitsausschuss am Montag befinden. Eine Verabschiedung im Bundestag ist für Mittwoch vorgesehen. Der Bundesrat will sich am Donnerstag damit befassen.

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9.20 Uhr: Hunderte Anzeigen nach Demos in Stuttgart

Bei den verbotenen Protesten gegen die Corona-Politik in Stuttgart hat die Polizei Hunderte Verstöße festgestellt. Mehr als 700 Menschen, die am Samstag durch die Stadt gezogen waren, seien festgehalten und identifiziert worden. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden sie angezeigt und erhielten Platzverweise. Zudem habe es mehr als 1.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben.

Zahlreiche "Querdenker" und weitere Gegner der Corona-Politik hatten sich am Samstag trotz Demo-Verboten in Stuttgart versammelt. In der Innenstadt skandierten sie Parolen, trugen Trommeln und Fahnen. Die Beamten stoppte den Angaben nach mehrere spontane, nicht genehmigte Aufzüge und Gruppenbildungen. Dabei seien zwei Polizisten verletzt worden. Insgesamt waren rund 1.000 Corona-Gegner und ungefähr 400 Gegendemonstranten in der Stadt.

Im Vorfeld hatte die Stadt zwei geplante Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten und dafür Rückendeckung von den Gerichten erhalten. Noch am Samstag hatte das Bundesverfassungsgericht zwei gegen die Verbote gerichtete Eilanträge abgewiesen. Trotzdem hatte "Querdenken" dazu aufgerufen, in die Stuttgarter Innenstadt zu kommen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Stuttgart: Trotz des Verbots von zwei geplanten Demonstrationen gegen die Corona-Politik demonstrierten am Samstag zahlreiche Menschen in der Innenstadt gegen Corona-Maßnahmen.
Stuttgart: Trotz des Verbots von zwei geplanten Demonstrationen gegen die Corona-Politik demonstrierten am Samstag zahlreiche Menschen in der Innenstadt gegen Corona-Maßnahmen. © Silas Stein/dpa

8.56 Uhr: Polizei löst Party auf - Gastgeber springt aus dem Fenster

Offenbar aus Angst vor der Polizei ist der Gastgeber einer Party in Mönchengladbach aus einem Fenster sechs Meter in die Tiefe gesprungen und hat sich schwer verletzt. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hatten sich Nachbarn über eine lautstarke Party in dem Mehrfamilienhaus beschwert. Als die Beamten in der Nacht zu Sonntag eintrafen, flüchtete der Wohnungsinhaber und sprang aus dem Fenster. Dabei habe sich der 32-Jährige nach ersten Erkenntnissen beide Sprunggelenke gebrochen, teilte die Polizei weiter mit. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Gastgeber und seine drei Gäste müssen sich nun wegen Ruhestörung und Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung verantworten.

8.28 Uhr: Umfrage: Corona bremst Urlaubslust der Verbraucher

Fast jeder dritte Verbraucher in Deutschland (rund 31 Prozent) ist einer aktuellen Umfrage zufolge angesichts der Corona-Pandemie noch unentschlossen, ob er in diesem Jahr in Urlaub fahren soll oder nicht. Für etwa 28 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher sind Reisen im Corona-Jahr 2021 schlicht kein Thema. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC.

Nur gut 15 Prozent der Befragten gaben bei der Umfrage an, bereits eine Urlaubsreise gebucht zu haben. Weitere 27 Prozent haben zwar noch nicht gebucht, planen aber eine Urlaubsreise.

Doch auch bei denen, die trotz Corona Urlaubspläne schmieden, hat die Pandemie spürbare Auswirkungen auf die Ferienplanung. Mehr als zwei Drittel würden nach eigener Aussage ihre Reise wahrscheinlich oder sogar sicher stornieren, wenn am Urlaubsort ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht oder sie bei der Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne gehen müssten. Jede dritte Befragte machte bei der Umfrage die Urlaubsreise davon abhängig, vor dem Reiseantritt eine Coronaimpfung erhalten zu haben.

Die Mehrheit der Reiselustigen möchten in diesem Jahr am liebsten in Deutschland Urlaub machen. Auf Rang zwei im Reiseranking liegt das europäischen Ausland. Erst auf dem dritten Platz folgen weiter entfernte Reiseziele außerhalb des alten Kontinents.

8.10 Uhr: Erneut mehr als 100 Eingereiste aus Mecklenburg-Vorpommern verbannt

Wegen der verschärften Einreisebeschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei am Samstag in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald insgesamt 620 Fahrzeuge entlang der Landesgrenzen kontrolliert. 69 Fahrzeuge mit 112 Insassen wurden von den Beamten wieder abgewiesen, wie die Polizei bekanntgab. Insgesamt verliefen die Kontrollen demnach ruhig.

Seit November sind Hotels und Pensionen in dem bei Touristen beliebten Bundesland wieder geschlossen. Längere Urlaubsaufenthalte und selbst Tagesausflüge aus anderen Bundesländern sind seit Monaten grundsätzlich verboten. Ausnahmen soll es nach Angaben der Landesregierung nach wie vor für Besuche der Kernfamilie geben. Dazu zählen etwa Eltern, Kinder und Geschwister.

Auch wer aus einem anderen Bundesland kommt und einen Zweitwohnsitz im Nordosten hat, muss diesen bis spätestens Freitag nächster Woche verlassen, wie die Landesregierung in Schwerin am Samstag mitteilte. Dies gelte auch für Dauercamper, Kleingartenpächter sowie Bootseigentümer aus anderen Bundesländern.

8.00 Uhr: RKI registriert 19.185 Corona-Neuinfektionen und 67 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 19.185 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 67 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.40 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.855 Neuinfektionen und 104 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 162,3. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,7 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 129,7 gelegen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 1,22 (Vortag: 1,24). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken. "Der Sieben-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine Zunahme der Fallzahlen", hieß es im Lagebericht. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona-Pandemie: Das passierte am Samstag

19.30 Uhr: Verstöße gegen Corona-Regeln bei verbotenem Protest in Dresden

In der Dresdner Innenstadt haben am Samstagabend trotz Verbots Dutzende Menschen gegen Corona-Maßnahmen protestiert. Rund 50 Personen hatten sich nach Angaben der Polizei auf dem Postplatz versammelt, darunter auch mutmaßliche Anhänger der "Querdenker"-Szene. Auf dem Weg in die Innenstadt wurden sie von der Polizei gestoppt und flüchteten in verschiedene Richtungen. Zwei Männer im Alter von 35 und 51 Jahren wurden später festgenommen, gegen sie wird wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Auch gegen die anderen Teilnehmer ermittelt die Polizei.

Bei der Protestaktion schlug ein 57-Jähriger laut Polizei mit einem Rucksack auf einen Journalisten ein. Gegen den Mann wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. In der Nacht habe es aber keine weiteren Vorfälle im Zusammenhang mit den verbotenen Versammlungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei am Samstag das Verbot der "Querdenker"-Versammlungen durchgesetzt. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte am Freitagabend das Verbot der Versammlungen bestätigt. Auch eine AfD-Kundgebung untersagte die Stadt.

19.06 Uhr: Brandenburg beschließt nächtliche Ausgangsbeschränkung

Brandenburg verschärft die Corona-Regeln noch vor der Bundes-Notbremse: Ab Montag soll eine Ausgangsbeschränkung zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr für Regionen gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100 liegt. Ab 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen in Landkreisen oder kreisfreien Städten alle Schulen geschlossen werden, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag nach der Entscheidung des Kabinetts.

Woidke erklärte, er sehe keine Alternative zur nächtlichen Ausgangsbeschränkung und zu Schulschließungen bei hohen Corona-Infektionszahlen. "Wir müssen jetzt handeln und zwar so schnell wie möglich", sagte er. "Wir können und wollen nicht weiter abwarten, bis Dinge beispielsweise auf der Bundesebene geregelt werden." Die Regelungen sollen ab Mittwoch gelten. Ausnahmen gelten nur für Abschlussklassen und die Förderschulen für geistige Entwicklung. Auch die Kitas sollen in den Regionen mit 200er-Inzidenz schließen.

17.56 Uhr: Brasilien bittet UN um Hilfe

Angesichts einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie haben Gouverneure brasilianischer Bundesstaaten «humanitäre Hilfe» bei den Vereinten Nationen angefragt. Sie ersuchten im Videogespräch mit der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Amina Mohammed Hilfe beim Kauf von Impfstoffen und Intubationsmedikamenten, wie das Nachrichtenportal "G1" am Freitagabend (Ortszeit) berichtete. "In elf Bundesstaaten fehlen Krankenhaus-Patienten Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Sauerstoff", sagte demnach der Gouverneur des Bundesstaates Piauí, Wellington Dias von der Arbeiterpartei (PT).

Brasilien ist einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" sprach angesichts des fehlenden politischen Willens der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro, auf die Gesundheitskrise zu reagieren, von einer "humanitären Katastrophe". 13.832.455 Millionen Menschen haben sich nach Daten des Gesundheitsministeriums im größten Land in Lateinamerika mit dem Coronavirus infiziert, 368.749 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Mehr als die Hälfte der Patienten auf Covid-19-Intensivstationen waren im März jünger als 40 Jahre. "BBC Brazil" berichtete, dass 1.300 Babies an Covid-19 gestorben seien. Die Zahl der Toten überschritt in manchen Regionen Brasiliens Anfang April die Zahl der Geburten.

16.37 Uhr: 1.108 Neuinfektionen in Sachsen

Am Samstag meldete das sächsische Gesundheitsministerium 1.108 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In dem Zeitraum wurden auch 11 Todesfälle gezählt. Damit steigt die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie auf 245.197, 8.730 Tote sind insgesamt zu beklagen. Am stärksten betroffen ist der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 348, gefolgt vom Landkreis Zwickau (333) und dem Vogtlandkreis (317). Die niedrigste Inzidenz verzeichnet die Landeshauptstadt Dresden mit 134,5.

Neben der Inzidenz gilt zudem in Sachsen die Zahl der belegten Betten mit Covid-19-Patienten als Richtwert. Sind 1300 Krankenhausbetten belegt, werden Lockerungen zurückgenommen. Am Samstag waren den Angaben zufolge 1145 Betten belegt. Das waren etwas weniger als am Tag zuvor. Am kritischsten stellt sich die Situation demnach in der Chemnitzer Region dar. In den zum Cluster gehörenden Krankenhäusern waren am Samstag 77,6 Prozent der Betten belegt.

15.02 Uhr: Drogerie-Unternehmen Rossmann ruft vorsorglich FFP2-Masken zurück

Das Drogerie-Unternehmen Rossmann ruft eine Charge von FFP2-Masken zurück. Betroffen sind Masken der Marke "altapharma" mit der Chargen-Nummer LOT 2020F50. Der Rückruf erfolge aus "vorbeugendem Verbraucherschutz", wie das Unternehmen bereits vor einigen Tagen mitteilte. Bei den betroffenen Masken seien nicht alle Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung erfüllt. Insbesondere in ölhaltiger Umgebung würden sie keinen ausreichenden Schutz bieten - also etwa bei Arbeiten an geölten Motoren oder Getrieben. Kunden können die Schutzmasken zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet. Zunächst hatten mehrere Medien über den Rückruf berichtet.

14.42 Uhr: Kleine Gruppen in Dresden aufgelöst

Die Polizei hat auf dem Dresdner Hauptbahnhof zwei kleinere Gruppen von mutmaßlichen Corona-Protestlern bei der Einreise gestoppt. Es handele sich jeweils um rund ein Dutzend Menschen, so ein Polizeisprecher am Samstag. Man gehe davon aus, dass die Gruppen auf dem Weg zu den verbotenen Corona-Protesten unterwegs seien, hieß es. Im Zuge der Gefahrenabwehr wurden Platzverweise ausgesprochen, die Gruppen zurück nach Leipzig und Zwickau geschickt.

"Es sind mehrere kleinere Gruppen im Stadtgebiet unterwegs", so der Sprecher. Unter anderem versammelten sich den Angaben zufolge rund 50 Menschen an der Augustusbrücke, auch an der Brühlschen Terrasse in der historischen Altstadt kam es wieder zu kleineren Ansammlungen. Die Polizei schritt ein und sprach teils Platzverweise aus.

Alles zum Demo-Geschehen lesen Sie hier: Polizei-Großeinsatz in Dresden

13.11 Uhr: Sieben Prozent der Sachsen vollständig geimpft

In Sachsen sind rund sieben Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) vom Samstag hervor. Demnach haben knapp 294.000 Menschen bereits eine zweite Impfung erhalten. Mit einer Quote von 7,1 Prozent liegt der Freistaat damit im bundesweiten Vergleich auf dem dritten Platz. Insgesamt wurden in Sachsen bisher mehr als eine Million Impfdosen verabreicht.

12.23 Uhr: Corona-Proteste in Stuttgart bleiben verboten

Die Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik in Stuttgart am Samstag bleiben verboten. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe lehnte zwei gegen die Verbote gerichtete Eilanträge ab, wie ein Sprecher sagte. Es geht dabei um Versammlungen im Oberen Schlossgarten und auf dem Marienplatz in Stuttgart.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hatte das Verbot der Demonstrationen am Freitagabend bestätigt. Daraufhin hatten die Organisatoren das Bundesverfassungsgericht eingeschaltet.

Mit dem Verbot will die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der «Querdenker»-Bewegung bis zu 15 000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren. Die Polizei hat sich unabhängig vom Verbot auf einen größeren Einsatz in der Stadt eingestellt.

12.15 Uhr: Kretschmer kritisiert AfD und "Querdenker" für Verhalten

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat das Verhalten der AfD und eines Teils der Bevölkerung im Freistaat in der Corona-Krise scharf kritisiert. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) müsse nicht wie viele Amtskollegen in Sachsen einen großen Teil der Zeit damit verbringen, "wirre Verschwörungstheorien" und Bösartigkeiten zurückzuweisen, sagte Kretschmer am Samstag auf einem Landesparteitag der CDU in Dresden. Er warf der AfD, "Querdenkern" und anderen "verschwurbelten Menschen" vor, die Verantwortlichen von der Arbeit abzuhalten, Leute zu irritieren und den klaren Kurs, den man bei der Bekämpfung der Pandemie brauche, kaputt zu machen.

Trotz eines Verbotes sind heute mehrere "Querdenken"-Anhänger in Dresden unterwegs.

12.08 Uhr: RWE will Beschäftigte impfen

Der Energiekonzern RWE steht in den Startlöchern, um Beschäftigte gegen das Coronavirus zu impfen. "RWE könnte nächste Woche loslegen – wenn es Impfstoff für die Betriebe gibt", sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz der "Rheinischen Post" (Samstag). "Unsere 17 Betriebsärzte stehen bereit, sie könnten 80 bis 100 Mitarbeiter am Tag impfen. Dann wären wir in zwei Wochen mit der Belegschaft durch und würden anschließend anbieten, die Familien der Mitarbeiter zu impfen." An vielen Standorten seien Test- und Impfstraßen schon eingerichtet.

Zudem seien zahlreiche Schnelltests und Selbsttests geordert worden, damit sich alle Mitarbeiter, die nicht von zu Hause arbeiten, regelmäßig testen könnten. Von einer Testpflicht für Unternehmen halte er jedoch nichts, sagte Schmitz. Schmitz kritisierte die deutsche Impfkampagne. Es werde zunehmend schwieriger, Verständnis aufzubringen. "Warum hat man die Hausärzte nicht früher einbezogen? Warum gibt es immer noch nicht genug Impfstoff?" Großbritannien habe es besser gemacht, "dort sind viele unserer Kollegen bereits geimpft".

11.01 Uhr: Corona-Inzidenzwert in Sachsen wieder leicht gestiegen

Der Wochenwert der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist binnen 24 Stunden leicht gestiegen. Nach Statistiken des Robert Koch-Institutes (RKI) vom Samstag stieg die Zahl neuer Infektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche leicht auf 232 (Stand 9.25 Uhr). Am Vortag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz noch 229,5. Nur in Thüringen (250) ist die Quote derzeit noch höher. Bundesweit lag die Inzidenz am Samstag bei 161.

Am stärksten sind laut Gesundheitsministerium die Landkreise Zwickau und das Vogtland betroffen mit einer Inzidenz deutlich über 300. Neben der Inzidenz gilt zudem in Sachsen die Zahl der belegten Betten mit Covid-19-Patienten als Richtwert. Sind 1300 Krankenhausbetten belegt, werden Lockerungen zurückgenommen. Am Freitag waren 1187 Betten (73,6 Prozent) belegt.

10.41 Uhr: Bühnenverein: Kultur durch Infektionsschutzgesetz infrage gestellt

Mit den in der Novelle des Infektionsschutzgesetzes vorgesehenen Schließungen sieht der Bühnenverein die Stellung der Kultur erneut erschüttert. "Wer den Begründungstext für die Kulturklausel liest, in dem steht, dass man das machen kann, weil es ja Hilfsprogramme für die Einnahmeausfälle gibt, der möchte die Debatte über die Frage, ob Politik eigentlich die Rolle und den Wert von Kultur versteht, nochmal neu führen", kritisierte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. "Wenn das tatsächlich der gesamte Abwägungsraum sein soll, dann halte ich das für ein fatales Zeichen", sagte der SPD-Politiker der dpa in Berlin.

Die Gesellschaft müsse sich immer wieder klar machen, "dass wir uns mit den aktuellen Beschränkungen auf einer ideellen Basis so viel mehr nehmen als nur die Einnahme- und Erlösoptionen für Künstler und Kulturinstitutionen". Dafür müsse die Politik auch ein Bewusstsein schaffen. "Wenn wieder mal nicht gezeigt wird, dass es sich um einen besonderen gesellschaftlichen Bereich handelt, dann wird das wieder Akzeptanzprobleme schaffen, die einfach unnötig sind und die man verhindern könnte, wenn man sensibel wäre für das Ideelle, für das eben nicht bloß materiell Erfassbare."

Brosda macht Frust in der Szene aus. "Da ballt der eine oder andere die Faust in der Tasche und sagt: Jetzt reduziert uns nicht schon wieder aufs Materielle. Es geht um so viel mehr und zwar auch gerade jetzt in der Pandemie. Es geht um Sinn."

9.53 Uhr: Iran: Funktionäre drängeln sich bei Corona-Impfung vor

Bei den Corona-Impfungen in der südwestiranischen Stadt Abadan haben sich einige Funktionäre der Stadtverwaltung vorgedrängelt. Sie bekamen die eigentlich für Mitarbeiter der Müllabfuhr gedachten Vakzine. Gesundheitsminister Said Namaki reagierte empört und forderte laut Medienberichten am Samstag sofortige Entlassungen und rechtliche Schritte gegen alle in den Skandal verwickelte Funktionäre.

Berichten zufolge sollen sich einige hochrangige Funktionäre sogar wie Mitarbeiter der Müllabfuhr angezogen haben. Die Stadtverwaltung argumentiert, die Funktionäre hätten den Mitarbeitern nur die Angst vor der Impfung nehmen wollen. Die Impfungen laufen im Iran sehr schleppend an. Das Land steckt wegen der US-Sanktionen in einer Wirtschaftskrise. Daher konnten bis jetzt auch gerade mal zwei Millionen Dosen Impfstoffe aus China, Russland und Indien eingeführt werden. Priorität beim Impfen haben vorerst Ärzte, Pflegepersonal, Menschen in Seniorenheimen sowie Müllabfuhr-Mitarbeiter.

8.48 Uhr: RKI registriert 23.804 Corona-Neuinfektionen und 219 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Freitagabend schreibt das RKI: "Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort." Besonders in den jüngeren Altersgruppen seien die Zahlen gestiegen.

Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.097 Neuinfektionen und 246 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag nach RKI-Angaben vom Samstagmorgen bundesweit bei 160,7. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben, vor vier Wochen hatte sie noch bei 99,9 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.123.077 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.765.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.847.

8.34 Uhr: Offenbar Farbanschlag auf Auto von Karl Lauterbach

Auf das Auto von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat es nach eigenen Angaben einen Farbanschlag gegeben. Das schrieb der Politiker am frühen Samstagmorgen auf Twitter. Offenbar kamen Farbeimer zum Einsatz, auch die Scheiben wurden in Mitleidenschaft gezogen. Lauterbach hat in der Pandemie große Medienpräsenz und gilt eher als Verfechter eines härteren Lockdown-Kurses. Damit steht er auch häufiger in der Kritik.

8.10 Uhr: "Querdenken" in Dresden bleibt untersagt

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat am Freitagabend das Verbot der "Querdenker"-Versammlungen am Samstag in Dresden bestätigt. Das Gericht gehe von nicht vertretbaren Gefahren für Beteiligte und Passanten aus, erklärte eine Sprecherin. Insbesondere wegen der überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen und der Verbreitung ansteckenderer Virusvarianten bestehe ein nicht absehbares Risiko. Der Senat rechne zudem damit, dass mildere Mittel, wie etwa eine Beschränkung der Teilnehmerzahl, nicht wirksam seien. Dies habe die Erfahrung mit vergangenen Demonstrationen gezeigt. Es sei zu erwarten, dass es dem Veranstalter trotz vorgelegtem Hygienekonzept nicht gelingen werde, für die Einhaltung des Konzepts und eine begrenzte Teilnehmerzahl zu sorgen. Der Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes sei unanfechtbar.

Alles zur abgesagten "Querdenken"-Demo lesen Sie hier.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.58 Uhr: Safran Foer: Menschen lernen zu wenig aus der Pandemie

Der US-Autor Jonathan Safran Foer ("Wir sind das Klima!") rechnet nach dem Abklingen der Pandemie mit einer Rückkehr der meisten Menschen zu ihren alten Gewohnheiten - auch zu den schlechten. In der Arbeitswelt erwartet der 44-Jährige zwar Veränderungen wie etwa dauerhaft weniger Geschäftsreisen. Im Privaten dürfte das anders sein, sagte der Schriftsteller im Interview der italienischen Zeitung "La Repubblica" vom Freitag.

"Ich befürchte, dass Gier, Selbstsucht und die Oberflächlichkeit bei ethischen und ökologischen Problemen nicht verschwinden werden", sagte der Bestsellerautor, der in "Tiere essen" über die Risiken des Fleischkonsums geschrieben hat. Er sei optimistisch, dass Nordamerika und Europa innerhalb des Jahres durchgeimpft seien. "Aber Viren ignorieren Grenzen: Es bleibt das gigantische Problem vieler Gebiete der Welt, in denen die Leute in engem Kontakt mit Tieren leben, die, wie gezeigt wurde, oft die schrecklichsten Viren übertragen haben."

21.42 Uhr: Sportexperte Froböse: "Erleben Bewegungsmangel-Pandemie"

Der Sport- und Präventionsexperte Ingo Froböse hält das stark eingeschränkte Sporttreiben von Kindern und Jugendlichen für einen großen Fehler mit wohl großen Folgen. "Ich finde es höchst problematisch, dass der Sport, der sonst immer mit großer gesundheitlicher Relevanz verbunden wurde, aktuell in eine Ecke gedrängt wird", sagte der Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Onlineportal "dfb.de". "Die Politik sagt, es sei gefährlich, in der aktuellen Situation Sport zu treiben. Dadurch leidet der Sport unter einem Image- und Attraktivitätsverlust. Das macht mir große Sorge.

"Die Zahlen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die aus Nichtaktivität in den letzten Jahren immer größer geworden sei, sei schockierend. "Das ist für mich als Sport- und Präventionsexperte erschreckend. Denn hier ist eine viel größere Pandemie unterwegs als die, die wir gerade bekämpfen", sagte Froböse. "Wir erleben eine Bewegungsmangel-Pandemie mit gravierenden Folgen." Das werde das Gesundheitssystem in den kommenden Jahren komplett überlasten: "Das heißt, wir verschärfen aktuell mit der vorherrschenden Pandemie akut andere chronische Erkrankungen."

Sorgen bereiten ihm auch die psychischen Folgen für die Kinder durch eingeschränkten oder keinen Sport im Verein. "Meine Alarmglocken schrillen schon ganz lange", sagte Froböse. "Ich habe immer erkannt, dass Bewegung eben deutlich mehr ist und das Ansteckungsrisiko bei organisierter Bewegung, wie es im Sportverein super stattfinden kann, gegen Null tendiert."

Ingo Froböse, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln
Ingo Froböse, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln © Archiv/Marius Becker/dpa

21.31 Uhr: Handel mit Plagiaten boomt in der Corona-Pandemie

Der Vertrieb von gefälschten Produkten floriert auch in der Corona-Pandemie. Die Fälscher hätten sich rasch auf die Situation eingestellt und im Internet und auf Social-Media-Plattformen nachgeahmte und minderwertige Atemschutzmasken, Schnelltests oder Impfstoffe angeboten, sagte die Rechtsanwältin und zweite Vorsitzende der Aktion "Plagiarius", Aliki Busse, bei der Verleihung des gleichnamigen Schmähpreises am Freitag in Frankfurt am Main. In der Pandemie boome der Online-Handel und damit auch der Handel mit Plagiaten und Produktfälschungen.

Die Jury der 45. "Plagiarius"-Aktion habe insgesamt zehn Negativpreise vergeben, berichtete Busse. Die Trophäen, ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase, machten auf ein Unrecht aufmerksam, sprächen aber kein Recht. Ziel der Aktion sei es, die fragwürdigen Geschäftsmethoden von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren. Zwei Drittel der Plagiatoren reagierten mit juristischen Gegenmaßnahmen auf die "Ehrungen", ein Zehntel einige sich jedoch mit den Originalherstellern. Der erste "Plagiarius"-Preis ging in diesem Jahr an das chinesische Unternehmen "Hangzhou Guley Garden Machinery Co." für die Fälschung einer Motorsäge der Firma Stihl in Waiblingen. Guley verletzt laut Jury die Wortmarke "Stihl" (hier: "Sthil)") sowie die in über 100 Ländern geschützte Farbmarke (orange/hellgrau).

Das chinesische Plagiat (unten) fällt schon wegen des falsch geschriebenen Firmennamens auf.
Das chinesische Plagiat (unten) fällt schon wegen des falsch geschriebenen Firmennamens auf. © plagiarius.com/

21.13 Uhr: Österreich will bald alle Branchen öffnen - Erster Schritt im Mai

In Österreich sollen alle Branchen in wenigen Wochen unter einem Schutzkonzept öffnen dürfen. Erste Schritte landesweiter und gleichzeitiger Maßnahmen im Tourismus, der Gastronomie, der Kultur und dem Sport seien wohl im Mai möglich, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag in Wien. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er noch nicht, sondern verwies auf Detailplanungen in der nächsten Woche. "Die Freiheit ist zum Greifen nah", so Kurz. Bei den behutsamen Öffnungsschritten sollen Masken, Tests und der geplante Grüne Pass für Geimpfte, Getestete und Genesene eine wichtige Rolle spielen."

Mittlerweile haben wir ständige Massentests", verwies Kurz auf die immense Zahl an täglichen Tests, die Grundlage für ein Beherrschen der Situation seien. "Wenn wir jetzt nicht übermütig werden, dann haben wir die Chance, allen Branchen eine Perspektive zu bieten", sagte Kurz.

Die Zahl der Neuinfektionen ging in jüngster Zeit deutlich zurück, die teils sehr kritische Situation in den Intensivstationen hat sich ebenfalls leicht entspannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit rund 205 noch deutlich über dem deutschen Wert von 160. Im Vergleich zu Deutschland gebe es in Österreich wohl eine deutlich geringere Dunkelziffer, sagte Kurz. "In Deutschland hat man einen härteren Lockdown als hier flächendeckend und trotzdem steigende Zahlen", sagte der Vizerektor der Medizinischen Universität Wien, Oswald Wagner.

Angehörige zünden bei einer Gedenkveranstaltung in der Aula der Wiener Akademie der Wissenschaften, wo den Opfern der Corona-Pandemie gedacht wird, Kerzen an.
Angehörige zünden bei einer Gedenkveranstaltung in der Aula der Wiener Akademie der Wissenschaften, wo den Opfern der Corona-Pandemie gedacht wird, Kerzen an. © Herbert Neubauer/APA/dpa

20.49 Uhr: Sachsen für die Schweiz wieder Corona-Risikogebiet

Wegen hoher Infektionszahlen steht das Bundesland Sachsen ab kommenden Montag wieder auf der Schweizer Liste der Corona-Risikoländer und -gebiete. Das teilte das Bundesamt für Gesundheit am Freitag in Bern mit. Dann müssen Reisende, die sich dort in den vorangegangenen zehn Tagen aufgehalten hatten, zur Einreise einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne gehen. Thüringen steht seit Längerem auf der Liste.

"Wer sich einer Quarantäne entzieht, begeht laut Epidemiengesetz eine Übertretung, die mit einer Buße von bis zu 10.000 Franken bestraft werden kann", warnte das Bundesamt. Das sind gut 9.000 Euro. Menschen, die aus anderen Regionen Deutschlands in die Schweiz reisen, müssen sich elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen. Ausschlaggebend für die Schweizer Risikoliste ist die 14-Tages-Inzidenz. Wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Gebiet um 60 höher liegt als in der Schweiz, kommt das Land oder die Region auf die Liste.

20.30 Uhr: Polizei löst Hochzeitsfeier mit 22 Gästen auf

Die Polizei hat eine Hochzeitsfeier mit 22 Gästen in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Die Beamten seien von Zeugen alarmiert worden, berichteten sie am Freitagabend. In Ulmen hätten sie das Brautpaar, die Gäste und die Vermieterin der Event-Location angetroffen. Sie seien auf die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz hingewiesen worden, die derartige Feiern derzeit untersagt. Das Fest wurde aufgelöst. Den Feiernden drohten nun Bußgelder, erklärte die Polizei.

20.18 Uhr: Klinik-Engpässe in mehreren Regionen - 4.740 Covid-Intensivpatienten

Die Zahl der auf Intensivstationen versorgten Covid-19-Patienten ist auf 4.740 gestiegen. Das sind 61 mehr als am Vortag. Regional gibt es Engpässe in Kliniken. Dies geht aus Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Die Divi schlug am Freitag in einer Bundestagsanhörung zur geplanten Infektionsschutzgesetz-Änderung erneut Alarm und drängte auf schnelle Gegenmaßnahmen. Von den Betroffenen seien knapp 60 Prozent intubiert und beatmet, sagte Divi-Generalsekretär Florian Hoffmann. Etwa in Köln, Bremen, Berlin, in Thüringen und in Sachsen gebe es in den Kliniken Engpässe.

Patientinnen und Patienten würden von dort ausgeflogen und konkurrierten in anderen Regionen mit Patienten etwa mit Herzinfarkten, nach Notfall-Operationen und Unfällen. "Unser großes Problem ist, dass die freien Intensivkapazitäten immer geringer werden und dass regional auch schon wirkliche Engpässe entstanden sind", sagte Hoffmann. Frei seien noch knapp 2.000 Intensivbetten - pro Station knapp ein Bett. Auch die Krankenkassen mahnten, alles zu tun, um die Infektionsdynamik zu bremsen. Es müsse verhindert werden, mit immer "spitzerer Feder" entscheiden zu müssen, welche Behandlungen unbedingt nötig sind und welche verschoben werden könnten, sagte der Vizechef des GKV-Spitzenverbands, Gernot Kiefer.

19.59 Uhr: Chemnitzer Experte: Steigende Corona-Zahlen nachteilig für andere Patienten

Eine hohe Belastung der Krankenhäuser durch Covid-Patienten hat nach Darstellung des Chemnitzer Infektiologen Thomas Grünewald Folgen für Patienten mit anderen Erkrankungen. So sei in der zweiten Corona-Welle aus diesem Grund die Sterblichkeit bei Schlaganfällen in Deutschland um elf Prozent gestiegen, warnte er bei einer digitalen Einwohnerversammlung am Freitag. Dies gelte es in der dritten Corona-Welle zu vermeiden. Es brauche weiter Platz auch für Patienten mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und Menschen, die aus anderen Gründen operiert werden müssen, sagte der Leiter der Klinik für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums Chemnitz.

Der Anteil der Covid-Patienten in den Krankenhäusern, die auf die Intensivstation müssen, sei zuletzt gestiegen. Zudem blieben sie dort länger. "Dadurch steigt die Belastung." Aus rein infektiologischer Sicht brauche es einen harten Lockdown von 28 bis 42 Tagen, um die Zahlen drastisch zu senken, sagte Grünewald. Doch seien Kompromisse nötig. Dabei verwies der Mediziner insbesondere auf Schulen und Kindergärten. Hier gelte es Konzepte zu entwickeln, um sie so lange wie möglich offen halten zu können. "Es ist uns allen klar, dass die Kinder mit das größte Defizit im Rahmen der Pandemie haben. Und sie haben leider nicht so eine große Lobby wie andere."

Ein wichtiger Punkt ist laut Grünewald die Impfung der Lehrer, aber sie allein reiche nicht aus. Vielmehr brauche es ein Bündel an Maßnahmen, zu denen er auch Tests und das Einhalten von Hygieneregeln zählte. "Nichts davon alleine funktioniert." Die Kombination sei wichtig und dass möglichst alle mitmachen.

Thomas Grünewald, Infektiologe vom Klinikum Chemnitz.
Thomas Grünewald, Infektiologe vom Klinikum Chemnitz. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild

19.42 Uhr: Bundesrat will sich Donnerstag mit Infektionsschutzgesetz befassen

Der Bundesrat wird sich voraussichtlich am Donnerstag mit den geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschäftigen. Wie die Länderkammer am Freitagabend mitteilte, hat Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Sondersitzung dazu einberufen. Er sei einer Bitte der Bundesregierung nachgekommen, den Abschluss des parlamentarischen Verfahrens zu beschleunigen. Der Bundestag hatte sich am Freitag in erster Lesung mit der bundesweiten Corona-Notbremse befasst. Eine Verabschiedung ist für kommenden Mittwoch vorgesehen. Kontaktbeschränkungen zum Brechen der dritten Corona-Welle sollen in Kreisen und Städten ab einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche greifen. Zudem sind Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr geplant, sie sind aber umstritten.

Noch kann es im Bundestagsverfahren Änderungen geben. Der Bundesrat wies darauf hin, dass das Gesetz als Einspruchsgesetz formuliert ist. Es bräuchte somit nicht die Zustimmung der Länderkammer, um in Kraft treten zu können. Sie könnte aber den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen, um das Gesetz nachverhandeln zu lassen. Hierfür wäre eine absolute Mehrheit von 35 der insgesamt 69 Stimmen nötig.

19.21 Uhr: Brandenburg will Corona-Maßnahmen verschärfen

Brandenburg plant schärfere Corona-Maßnahmen ab kommender Woche. Das Kabinett habe in einer informellen Runde beschlossen, dass es ab Montag bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 in Kreisen oder kreisfreien Städten eine Ausgangsbeschränkung von 22 Uhr bis 5 Uhr geben soll, wie Regierungssprecher Florian Engels am Freitag mitteilte. Ab einem Wert von 200 sollen auch Grundschulen und Kitas schließen. Bisher sind nur weiterführende Schulen im Distanzunterricht. Das Kabinett komme am Samstag zu einer Sondersitzung zusammen, kündigte Engels an. Die Schließung von Schulen und Kitas ab der Inzidenz 200 und eine Ausgangsbeschränkung sind auch in der Bundes-Notbremse geplant, letztere aber bereits ab 21 Uhr.

19.09 Uhr: Konzerte in der Pandemie: Musiker Vogler für mehr Modellprojekte

Der Cellist und Intendant Jan Vogler hält Modellprojekte zu Konzerten für einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Normalisierung des Musikbetriebes in der Corona-Pandemie. Sie könnten dabei helfen, wichtige Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln, sagte Vogler in Dresden. "Wenn wir als Bürger diese Pandemie emotional überstehen wollen, müssen wir jetzt für Kultur in unserem Alltag kämpfen. Nach über zwölf Monaten Leben mit COVID-19 haben wir viel dazugelernt und mit Tests, Nachverfolgungen und Impfungen wirksame Mittel, um Kulturveranstaltungen sicher durchzuführen."

Vogler, der als Intendant der Dresdner Musikfestspiele und Leiter des Moritzburg Festivals abwechselnd in New York und Dresden lebt und international als Solist gastiert, unterstützte die Forderungen der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) zur Nachbesserung des Infektionsschutzgesetzes. "Unter Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften müssen Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden können, um wenigstens die Sommerzeit für Konzerte und andere Formate zu nutzen", hatte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens am Freitag betont. Auch Pilotprojekte müssten weiter möglich sein. "Wir alle brauchen existenziell Hoffnung, Licht und Trost in unserem Leben, diese Gefühle zu vermitteln - dafür ist Musik geschaffen", betonte Vogler.

Jan Vogler ist Cellist und Intendant zweier Musikfestivals in Sachsen.
Jan Vogler ist Cellist und Intendant zweier Musikfestivals in Sachsen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

18.44 Uhr: Menschen demonstrieren vor dem Bundestag gegen die Corona-Politik

Etwa 220 Menschen haben am Freitag nach Polizeiangaben vor dem Reichstagsgebäude gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert. Die Veranstaltung sei weitgehend ruhig verlaufen, teilte die Polizei mit. Es habe jedoch einige Fälle von fehlendem Mund-Nase-Schutz gegeben. Im Bundestag war am Freitag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit Schritten wie etwa nächtlichen Ausgangsbeschränkungen erstmals beraten worden. Am Freitagnachmittag und -abend waren weitere Demonstrationen in Berlin angekündigt, die sich unter anderem gegen Vertreter von Verschwörungstheorien und Neonazis oder gegen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz richten sollten. Für Samstag war eine Demonstration unter dem Motto "Es reicht! Schluss mit der Lockdown-Politik! Macht euch bereit!" geplant. Eine Privatperson habe dafür einen Aufzug vom Platz des 18. März über die Straße des 17. Juni bis zum Großen Stern mit 5.000 Teilnehmern angemeldet, teilte die Polizei mit.

18.23 Uhr: "Politbarometer": 43 Prozent für härtere Maßnahmen gegen Corona

Im Kampf gegen die dritte Welle der Corona-Pandemie sind einer aktuellen Umfrage zufolge mehr als 40 Prozent der Befragten für strengere Maßnahmen. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" hervorgeht, sprechen sich 43 Prozent für eine Verschärfung der Regeln aus - vor einem Monat waren es noch 33 Prozent. 29 Prozent glauben, dass die bisherigen Regeln gerade richtig sind (März: 34 Prozent), etwa 24 Prozent halten sie für übertrieben.

Die meisten Befragten (53 Prozent) sind allerdings gegen Ausgangssperren ab einer Inzidenz von 100 - 44 Prozent unterstützen das. Ab einer Inzidenz von 200 sollten die Schulen schließen, finden 62 Prozent. Dass der Bund künftig die Grundregeln beim Kampf gegen Corona vorgibt, befürworten 68 Prozent der knapp 1.300 Befragten. 80 Prozent geht das Impfen noch zu langsam - im März zeigten sich aber deutlich mehr (92 Prozent) unzufrieden mit dem Impftempo. Die Meinung zu mehr Freiheiten für Geimpfte ist gespalten - 48 Prozent der Befragten befürworten das, 50 Prozent sind dagegen.

18 Uhr: Dresdner Polizei rüstet sich für Großeinsatz am Samstag

Trotz mehrerer Verbote von Corona-Demonstrationen rüstet sich die Polizei am Samstag in Dresden für einen Großeinsatz. "Eine gewisse Ungewissheit bleibt", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Zwar fehlt den Anhängern der "Querdenken"-Initiative anders als Mitte März ein legaler Anlaufpunkt. Dennoch würde derzeit im Internet unter "Querdenken"-Anhängern zu Spaziergängen oder zum Shoppen in der Innenstadt aufgerufen. Die Polizei wolle bereits am Stadtrand verstärkt kontrollieren, um zu verhindern, dass größere Gruppen ins Zentrum gelangten. Laut Corona-Schutzverordnung dürften sich ohnehin höchstens zwei Haushalte treffen. "Das werden wir genau kontrollieren."

Die Polizei will Bilder wie am 13. März verhindern. Damals hatten sich in Dresden trotz eines auch von Gerichten bestätigten Verbotes einer "Querdenken"-Demo Hunderte Kritiker der Corona-Maßnahmen in der Stadt versammelt - zeitweise gerieten die Proteste außer Kontrolle. Das Verwaltungsgericht hatte am Donnerstagabend das von der Stadt Dresden verhängte Verbot der geplanten "Querdenken"-Versammlungen für diesen Samstag bestätigt. Auch sämtliche geplanten Ersatzveranstaltungen bleiben demnach untersagt. Allerdings kann gegen den Beschluss noch Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingereicht werden. Zudem hat die Stadt Dresden hat auch eine Kundgebung der AfD mit rund 500 angemeldeten Teilnehmern untersagt.

In Dresden erwartet die Polizei trotz Demoverbots wieder viele Anhänger der "Querdeneken"-Bewegung
In Dresden erwartet die Polizei trotz Demoverbots wieder viele Anhänger der "Querdeneken"-Bewegung © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

17.48 Uhr: Leipzigs Ausgangsbeschränkungen wohl rechtswidrig

Die Anfang von April von der Stadt Leipzig verhängten Ausgangsbeschränkungen sind voraussichtlich rechtswidrig. Das teilte das Leipziger Verwaltungsgericht am Freitag mit. Leipzig hatte nach dem Überschreiten der 100er-Inzidenz verfügt, dass Leipziger ihre Wohnung nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen dürfen. Zur Begründung verwiesen sie auf die Corona-Schutz-Verordnung des Landes. Das Gericht kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend begründet seien. Jedoch gilt die Aufhebung derzeit nur für die Klägerin, bis zu einem finalen Urteil bleibt die Ausgangsbeschränkung bestehen.

17.34 Uhr: Sachsen zahlt 604 Millionen Euro Corona-Hilfen für Unternehmen

In Sachsen haben seit Mitte Februar Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler knapp 5.500 Anträge auf "Überbrückungshilfe III" gestellt. Das teilte das sächsische Wirtschaftsministerium am Freitag mit. Seit dem 17. März bearbeitet die Sächsische Aufbaubank (SAB) im Auftrag des Bundes die Anträge und zahlt die Hilfen aus. Bislang gab es der Mitteilung nach Auszahlungen in Höhe von rund 131,3 Millionen Euro. Dazu kommen speziell für Soloselbstständige rund 51,2 Millionen Euro an "Neustarthilfe", für die bislang 9.103 Anträge gestellt worden sind.

Der aktuelle Bearbeitungsstand bei den etwa 18.000 Anträgen auf "Novemberhilfe", die die SAB seit Januar 2021 bearbeiten kann, beträgt nach Ministeriumsangaben 97 Prozent. 16.913 Unternehmen hätten ihr Geld bekommen. Die Auszahlungen summieren sich auf 193,6 Millionen Euro. 698 Anträge wurden abgelehnt oder werden noch geprüft, hieß es. Weitere 369 Anträge wurden technisch abgewiesen, 96 Anträge zurückgezogen.

Für die "Dezemberhilfe", die die SAB seit dem 1. Februar 2021 bearbeitet, gingen rund 17.600 Anträge ein. 95 Prozent davon sind aktuell fertig bearbeitet. Hier haben bislang 16.716 Unternehmen ihre Auszahlung erhalten. Die Höhe der Auszahlungen beträgt 227,6 Millionen Euro. 1.420 Anträge wurden abgelehnt oder werden noch geprüft. Technisch abgewiesen wurden weitere 399 Anträge, 81 wurden zurückgezogen.

17.15 Uhr: IDT Biolgika führt erste Gespräche mit russischem Impfstoffhersteller

Das Pharmaunternehmen IDT Biologika in Sachsen-Anhalt führt Gespräche um eine mögliche Abfüllung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V. "Es gibt Gespräche, aber das sind einfach nur Gespräche. Mehr nicht", sagte Unternehmenschef Jürgen Betzing am Freitag am Rande eines Gesprächs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) am Freitag in Dessau-Roßlau.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer sogenannten Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde. Aktuell begutachten EMA-Experten Produktion und Lagerung des Impfstoffs in Russland.

16.55 Uhr: "Covidfreie" Zugverbindung zwischen Rom und Mailand

Italiens Eisenbahnunternehmen Trenitalia bietet seit Freitag täglich zwei sogenannte "covidfreie" Verbindungen zwischen der Hauptstadt Rom und der Metropole Mailand an. Reisende müssten einen negativen Corona-Test vorlegen und sich im Zug an Regeln halten, etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, teilte das Unternehmen am Freitag in Rom mit. Morgens fährt demnach ein Schnellzug ohne Zwischenhalt von Rom nach Mailand, abends kehrt er wieder zurück. Für die Fahrten gilt Trenitalia zufolge eine Auslastung von 50 Prozent.

Die Passagiere müssen den Angaben zufolge 45 Minuten vor Abfahrt an den Bahnhöfen sein. Das Zugpersonal kontrolliere die nötigen Unterlagen. Ein kostenloser Corona-Test könne auch vor Ort erfolgen. Grundsätzlich gilt, dass das Ergebnis des PCR- oder Antigen-Schnelltests nicht älter als 48 Stunden sein darf. Auch Geimpfte müssen dies vorlegen. Wer positiv getestet wird, erhält eine Rückerstattung des Ticketpreises. Nach Abschluss der Experimentierphase könnte die Aktion laut Trenitalia auch auf andere Ziele ausgedehnt werden.

Eine Frau hält am Hauptbahnhof Termini in Rom ein Zertifikat, das ihren Corona-Test bescheinig. Nur mit der darf sie den Zug nach Mailand nehmen.
Eine Frau hält am Hauptbahnhof Termini in Rom ein Zertifikat, das ihren Corona-Test bescheinig. Nur mit der darf sie den Zug nach Mailand nehmen. © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

16.36 Uhr: Verkehrsminister: Bund muss eine Milliarde Euro für ÖPNV beisteuern

Die Verkehrsminister der Länder haben zum Abschluss ihrer Konferenz an diesem Freitag erneut an den Bund appelliert, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von einer Milliarde Euro zu unterstützen. Die Corona-Pandemie habe einen "verheerende Einfluss auf den ÖPNV", erklärte die VMK-Vorsitzende und Bremer Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) am Freitag. Viele Menschen würden im Homeoffice arbeiten oder öffentliche Verkehrsmittel aus Infektionsschutzgründen meiden, erklärte Schaefer. Die Fahrgastzahlen gingen deshalb zurück. "Das kann nicht jedes ÖPNV-Unternehmen einfach so verkraften."

Die prognostizierten Einnahmeausfälle der Verkehrsbetriebe für dieses Jahr beliefen sich auf 3,6 Milliarden Euro, die geschätzten Verluste im vergangenen Jahr hätten bei 3,3 Milliarden Euro gelegen, sagte Schaefer. Die Länder seien bereit, die Hälfte der Unterstützung für die ÖPNV-Betriebe zu übernehmen. Der Bund müsse nun aber seinen Rettungsschirm aus dem vergangenen Jahr noch einmal aufstocken.

16.21 Uhr: 24.000 Menschen an sächsischer Grenze zu Tschechien abgewiesen

Wegen der Einstufung von Tschechien als Virusvariantengebiet durch deutsche Behörden hat die Bundespolizei von Mitte Februar bis Mitte April vorübergehend Grenzkontrollen vorgenommen. In dieser Zeit habe es rund 200.000 Kontrollen gegeben, teilte die Bundespolizei am Freitag in Pirna mit. Etwa 24.000 Menschen wurden demnach an der Grenze abgewiesen, weil keine Ausnahme laut Corona-Schutzverordnung vorlag. Rund 23.000 Reisende verfügten nicht über die notwendige Digitale Einreiseanmeldung und 15.000 Personen konnten keinen negativen Corona-Testnachweis vorlegen.

Vom Vogtland bis zum Dreiländereck bei Zittau waren Bundespolizisten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Einheiten aus ganz Deutschland. Die Kontrollen seien unter anderem in enger Abstimmung mit den tschechischen Behörden, dem Zoll sowie Hilfsorganisationen erfolgt, hieß es. Die Bundespolizei verwies darauf, dass Tschechien noch als Hochinzidenzgebiet gilt und Einreisende weiterhin - bis auf Ausnahmen - einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test sowie eine digitale Einreiseanmeldung nachweisen müssen.

15.59 Uhr: Schotten dürfen sich draußen wieder treffen und im Land reisen

Nach monatelangen harten Kontaktbeschränkungen dürfen die Menschen in Schottland sich seit Freitag wieder draußen mit bis zu sechs Personen treffen. Außerdem können sie wieder durchs eigene Land reisen, etwa um Freunde oder Familie zu besuchen, nachdem sie sich zuvor strikt in der eigenen Region aufhalten mussten. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hatte den Lockerungsschritt, der eigentlich erst für später im Monat erwartet worden war, in dieser Woche bekanntgegeben. "Die verbesserten Daten erlauben uns nicht, unsere Vorsicht aufzugeben - wenn wir vernünftig sind - aber sie geben uns etwas mehr Freiraum", so Sturgeon.

Die Außengastronomie sowie Geschäfte, Fitnessstudios, Ferienunterkünfte und Museen sollen ab dem 26. April wieder in Schottland öffnen dürfen. Treffen sind aber weiterhin nur draußen erlaubt - wie auch England setzt Schottland bei seinen Maßnahmen darauf, die drinnen deutlich erhöhte Infektionsgefahr mit dem Coronavirus zu berücksichtigen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Vereinigten Königreich zuletzt bei 28 Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von einer Woche.

In Schottland werden die Corona-Beschränkungen wieder gelockert.
In Schottland werden die Corona-Beschränkungen wieder gelockert. © Graham Stuart/epa/dpa (Symbol-/Archivbild)

15.40 Uhr: Außenminister Maas fordert wieder mehr Freiheiten für Geimpfte

Wer gegen das Coronavirus geimpft ist, sollte nach Auffassung von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auch bald wieder zu mehr Normalität zurückkehren können. "Es geht nicht um Privilegien", betonte der Minister am Freitag beim Treffen mit den Außenministern der deutschsprachigen Länder in Lugano in der Schweiz. "Es geht um die Einräumung von Grundrechten, darauf haben Menschen Anspruch."Für Menschen, die keine Intensivbetten oder Beatmungsgeräte brauchten, müssten die bestehenden Beschränkungen, auch Quarantänevorschriften, Stück für Stück aufgehoben werden, sagte Maas.

Er zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass im Sommer touristische Reisen wieder möglich sind. Mit Prognosen müsse man vorsichtig sein, aber er wünsche sich, "dass Menschen im Sommer wieder Urlaub machen können." Das Treffen fand in der Heimat des Schweizer Außenministers Ignazio Cassis statt, im italienischsprachigen Kanton Tessin. Neben Cassis und Maas nahmen daran Alexander Schallenberg aus Österreich, Jean Asselborn aus Luxemburg und Dominique Hasler aus Liechtenstein teil.

15.26 Uhr: Johannes Filous über Impfen, Corona-Demos und harte Schicksale auf der Intensivstation

Der Dresdner Johannes Filous ist angehender Arzt, arbeitet in einer Klinik, impft im Impfzentrum Menschen gegen Corona, engagiert sich gesellschaftlich bei der Band Offbeat Cooperative und ist mit dem Twitter-Projekt "Straßengezwitscher" Grimme-Online-Award-Preisträger. Er ist Mediziner, Reporter und Musiker in einem. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de zur Pandemie, redet Filous über seine vielfältigen Tätigkeitsfelder. Die machen ihn während Corona sowohl zum Sprachrohr dauergestresster Mitarbeiter im Gesundheitswesen als auch zu einem aufmerksamen Beobachter der "Querdenken"-Bewegung.

In dem Podcast-Gespräch schildert Filous Erlebnisse, die er auf einer Intensivstation hatte und welche Forderungen sich daraus ableiten lassen. Die neue Folge CoronaCast hören Sie über den eingebetteten Player. Mehr zum Thema und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: "Ich habe schon 600 Menschen geimpft"

15.10 Uhr: Kanzlerin Merkel mit Astrazeneca geimpft

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. "Ich freue mich, dass ich heute die Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen habe", teilte Merkel über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit. Sie fügte hinzu: "Ich danke allen, die sich in der Impfkampagne engagieren - und allen, die sich impfen lassen. Das Impfen ist der Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden."

Die Kanzlerin ist 66 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe jener, die in Deutschland für Astrazeneca-Impfungen infrage kommen. Das Vakzin von Astrazeneca wird in Deutschland nur noch für die über 60-Jährigen empfohlen. Der Einsatz für Jüngere bleibt nach ärztlichem Ermessen bei Menschen ohne höheres Blutgerinnsel-Risiko freiwillig möglich. Merkel hatte immer betont, dass sie erst geimpft werden wolle, wenn sie nach der Priorisierung an der Reihe sei.

14.59 Uhr: Gläserne Manufaktur von Volkswagen öffnet wieder für Besucher

Nach coronabedingter mehrmonatiger Schließzeit öffnet die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden am Samstag für Besucher. Für die Wiedereröffnung gebe es ein "umfangreiches Hygienekonzept", teilte der Autobauer am Freitag in Dresden mit. Unter anderem müssten Besucher einen negativen Schnelltest oder eine Selbstauskunft vorlegen. Anstatt eines geführten Rundgangs gibt es für Gäste einen 25-minütigen Vortrag in der Erlebniswelt zum Thema E-Mobilität, die vorher und nachher erkundet werden kann.

Zu sehen ist zudem die neue Ausstellung "20 Jahre Gläserne Manufaktur" sowie ein Projekt von 14 Auszubildenden, die einen ID.3. nach eigenen Vorstellungen aufgebaut haben. Die futuristisch anmutende Fabrik im Herzen der sächsischen Landeshauptstadt wurde 2001 eröffnet. Seit Januar wird hier auch der ID.3 produziert - allerdings nur in geringer Zahl von 35 Stück pro Tag. Homepage der Gläsernen Manufaktur

14.44 Uhr: Seehofer hält Ausgangsbeschränkungen für verfassungsgemäß

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hält die geplanten Ausgangsbeschränkungen im Infektionsschutzgesetz für rechtens. "Ohne jeden Zweifel ist die jetzt gefundene Regelung verfassungsgemäß", sagte Seehofer dem Magazin "Spiegel". Das Urteil seiner Juristen sei eindeutig ausgefallen. Es gehe nicht darum, Menschen zu gängeln.

Laut der am Freitag erstmals im Bundestag beratenen Corona-Notbremse soll in Regionen mit vielen Infektionen der Aufenthalt von Personen außerhalb einer Wohnung oder einer Unterkunft und dem jeweils dazugehörigen Besitztum von 21 Uhr bis 5 Uhr untersagt sein. Nicht gelten soll das für die Versorgung von Tieren, in Notfällen, für die Berufsausübung, bei der Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts, der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen oder Minderjähriger, der Begleitung Sterbender oder aus ähnlich wichtigen Gründen. Mehr zur Bundes-Notbremse erfahren Sie im Artikel Merkel lehnt Änderungen an Notbremse ab

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.
Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. © Christoph Soeder/dpa (Archiv)

14.29 Uhr: 1.746 Neuinfektionen an einem Tag in Sachsen

Corona hat Sachsen weiter fest im Griff. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag meldete, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1.746. Am Freitag vor einer Woche waren es 2.200. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 244.089 von Laboren bestätigte Fälle. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 37 weitere Todesfälle gemeldet. 8.719 Menschen starben bisher an oder mit dem Coronavirus. Als genesen gelten 216.550 Menschen in Sachsen.

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist leicht gesunken: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 229,5, tags zuvor waren es noch 235,3. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 151, am 16. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 109,1. Nach Thüringen, wo der Wert bei 256 liegt, ist Sachsen das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Fast alle anderen Länder liegen teils deutlich über dem Schwellenwert von 100, lediglich für Schleswig-Holstein wird mit 76,4 noch eine zweistellige Zahl gemeldet.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat aktuell der Erzgebirgskreis mit 348,7. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen nach wie vor der Kreis Zwickau (344,4) und der Vogtlandkreis (332,7), die Stadt Chemnitz kommt mit 299.6 der 300er-Marke sehr nahe.

14.18 Uhr: Sondersitzung des Sächsischen Landtages zum Infektionsschutzgesetz

Der Sächsische Landtag befasst sich am kommenden Dienstag mit den geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz des Bundes. Die Sondersitzung war von der AfD-Fraktion beantragt worden, teilte das Parlament am Freitag mit. Der Antrag hat den Titel "Föderalismus erhalten - Nein zum Verlust der Länderkompetenzen durch das Infektionsschutzgesetz" ist der einzige Tagesordnungspunkt. Nach der Geschäftsordnung des Landtages hat der Präsident auf Verlangen eines Viertels der Abgeordneten das Parlament unverzüglich zu einer Sitzung einzuladen. Die AfD hatte in der Corona-Krise wiederholt von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

14.03 Uhr: 18,5 Prozent der Deutschen gegen das Virus geimpft

18,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind nach Meldedaten mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 16. April hervor (Stand: 8.00 Uhr). Die zweite Spritze und damit vollständigen Impfschutz haben laut der Statistik bislang 6,4 Prozent der Menschen bekommen. Je nach Bundesland unterscheidet sich die Impfquote deutlich: In Bremen und im Saarland haben 21,6 Prozent beziehungsweise 20,9 Prozent die erste Dosis bekommen, in Hessen als Schlusslicht sind es 16,7 Prozent. Vier weitere Bundesländer - Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen - dürften bald die 20 Prozent-Marke erreichen. In Sachsen ist knapp 18,2 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Für den Donnerstag verzeichnet das RKI insgesamt 658.019 verabreichte Impfungen. Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

13.45 Uhr: Großbritannien nicht mehr auf Risikoliste, dafür nun Algarve und Azoren

Wegen der stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen in Großbritannien streicht die Bundesregierung das Land mit Ausnahme einzelner Überseegebiete am Sonntag von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mit. Damit entfällt für Einreisende aus Großbritannien die Quarantänepflicht.

Zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal werden wegen steigender Infektionszahlen dagegen wieder als Risikogebiete eingestuft: die Algarve im Süden des Landes und die Azoren im Atlantik. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss sich ab Sonntag wieder für zehn Tage selbst isolieren und kann sich erst nach fünf Tagen durch einen zweiten Test davon befreien. Ein erster negativer Test ist für alle Flugpassagiere bei Einreise nach Deutschland verpflichtend. Als Risikogebiete werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über 50 (Inzidenz) steigt. Das gilt für fast alle Länder in Europa ganz oder teilweise. Einzige Ausnahme war bisher Island.

13.23 Uhr: Einreiseverbote nach Usedom und an die Seenplatte

Zwei besonders beliebte Ausflugsgebiete in Mecklenburg-Vorpommern - die Mecklenburgische Seenplatte und die Insel Usedom (Vorpommern-Greifswald) - sind für Besucher aus anderen Regionen gesperrt. Betroffen sind Menschen aus anderen Bundesländern und auch aus anderen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns, die ohne "triftigen Grund" anreisen, darunter Besitzer von Zweitwohnungen. Darauf haben die Kreisverwaltungen in Greifswald und Neubrandenburg am Freitag hingewiesen.

Für das Wochenende hat die Polizei bereits Kontrollen angekündigt. Solche Kontrollen gab es bei Einreisesperren bisher bei Pasewalk an der Bundesstraße 109, an der B96 südlich von Neustrelitz und der Autobahn 19 Berlin-Rostock bei Leizen. Grund für die Sperren sind nach Ostern wieder gestiegene Corona-Infektionszahlen, auch wenn sie am Donnerstag wieder etwas zurückgegangen waren. Auf Usedom -Deutschlands zweitgrößter Insel - am Stettiner Haff und an der Seenplatte haben traditionell viele Berliner, Brandenburger und Sachsen noch Zweitwohnungen als Feriensitze.

Als "triftige Gründe" zählen vor allem berufliche Tätigkeiten oder ein Besuch der Kernfamilie, heißt es in den Verfügungen. Vom 19. April an soll es nach dem Willen der Schweriner Landesregierung ein landesweites Einreiseverbot für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper, die bisher einreisen durften, geben. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag an der Seenplatte bei 179, in Vorpommern-Greifswald bei 189,7 und in MV bei 149 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Ein Mann geht mit seinem Hund am ansonsten fast menschenleeren Ostseestrand in der Nähe der Seebrücke Koserow auf Usedom spazieren.
Ein Mann geht mit seinem Hund am ansonsten fast menschenleeren Ostseestrand in der Nähe der Seebrücke Koserow auf Usedom spazieren. © Jens Büttner/dpa

13 Uhr: FDP droht mit Verfassungsbeschwerde gegen "Bundes-Notbremse“

FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner hat der Bundesregierung mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die geplante "Bundes-Notbremse" gedroht. "Es ist richtig, dass nun bundeseinheitlich gehandelt wird", sagte er am Freitag bei der ersten Beratung der entsprechenden Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag. Die geplanten Regelungen zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nannte er aber verfassungsrechtlich "hochproblematisch".

Man werde Vorschläge machen, dieses Gesetz verfassungsfest zu machen und sagte an die Koalitionsfraktionen gerichtet, die FDP-Fraktion werde sich gezwungen sehen, "den Weg nach Karlsruhe im Wege von Verfassungsbeschwerden zu gehen", wenn auf die Bedenken nicht eingegangen werde.

12.35 Uhr: Vizekanzler Scholz mit Astrazeneca gegen Corona geimpft

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Freitag seine Schutzimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Er habe sich das Präparat von Astrazeneca spritzen lassen, berichtete der Finanzminister auf Twitter. Zugleich dankte er dem Ärzteteam der Bundeswehr, das ihn impfte.

Scholz ist 62 Jahre alt und durfte sich daher für eine Astrazeneca-Impfung anmelden. Auch andere Bundesminister sind bereits geimpft. "Jede Impfung bringt uns dem Zeitpunkt näher, an dem wir diese Pandemie überwunden haben werden", betonte Scholz bereits vor seinem Impftermin. Alle müssten ihren Beitrag leisten und Vorbild sein. Seinem Tweet hängt Scholz mehrere Fotos an, darunter eins, das ihn augenscheinlich im Moment der Impfung zeigt.

12.32 Uhr: Deutsche schauen auch in zweitem Corona-Jahr mehr TV

Auch im zweiten Corona-Jahr schauen die Deutschen deutlich mehr Fernsehen als vor der Pandemie. Das zeigen Messdaten der AGF Videoforschung, die die Quoten von Fernsehsendern und beim Streaming misst. "Wir haben nach wie vor eine extrem hohe Bewegtbild-Nutzung, also nicht nur TV-Nutzung, sondern auch die Streaming-Nutzung ist hoch", sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung, Kerstin Niederauer-Kopf.

Das Angebot von Bewegtbild im Jahr 2020 und 2021 sei so hoch wie nie zuvor. Sie nannte neben TV auch neu hinzugekommene Streaming-Plattformen und auch den Ausbau der Mediatheken von TV-Sendern. In den ersten drei Monaten lag der Anteil der Menschen ab 14 Jahren, die in dieser Zeit mindestens einmal am Tag TV konsumierten, bei 76,4 Prozent. 2020 lag der Wert für das erste Quartal bei 75,2, und 2019 bei 73,5 Prozent. Auch die Sehdauer ging auf durchschnittlich 264 Minuten pro Tag hoch (erste Quartale 2020: 254 Minuten, 2019: 249 Minuten).

12.23 Uhr: DFL verschiebt Hertha-Spiel gegen Mainz wegen Corona-Quarantäne

Die Deutsche Fußball Liga hat das kommende Bundesliga-Spiel von Hertha BSC wegen der Corona-Quarantäne des Hauptstadt-Clubs abgesagt. Die Partie der Berliner beim FSV Mainz 05 werde nicht wie geplant am Sonntag stattfinden, ein neuer Termin stehe noch nicht fest, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Freitag bei "Bild live".

11.57 Uhr: Polizei appelliert an Teilnehmer der Zittauer Corona-Proteste

Die Polizei hat an die Teilnehmer der regelmäßigen Corona-Proteste in Zittau appelliert, bestehende Regeln und Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die Bevölkerung könne ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, die Teilnahme an einer Versammlung gehe aber auch mit Pflichten einher, hieß es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Görlitz vom Freitag. Die aktuelle Schutzverordnung schreibe Teilnehmern eine Mund-Nasen-Bedeckung und einen Mindestabstand von 1,5 Metern vor. Zudem seien nur Versammlungen an einem Ort und keine Märsche gestattet.

Genau das hatten Corona-Kritiker in Zittau nach Angaben der Polizei in den vergangenen Wochen wiederholt missachtet. Die sogenannten «Ringspaziergänge» hätten schon sechs Mal als ein nicht angemeldeter Aufzug im Sinne des Versammlungsgesetzes stattgefunden, hieß es. Zuletzt zählte die Polizei am vergangenen Montag rund 500 Teilnehmer. Ein Großteil habe nicht die vorgeschriebene Schutzmaske getragen und nur zum Teil die Abstände eingehalten. Außerdem seien sie mehrere Runden auf dem Zittauer Stadtring gelaufen. Laut Polizei kam es zu zu mehreren Straftaten. Die Beamten wollen auch am kommenden Montag dort präsent sein.

11.36 Uhr: Aufruf der Länderchefs zur Gedenkfeier für Corona-Todesopfer

Die deutschen Länderchefs haben sich anlässlich der zentralen Gedenkfeier für die Todesopfer der Corona-Pandemie an diesem Sonntag mit einem gemeinsamen Aufruf an die Bevölkerung gewandt. Die Menschen wurden gebeten - wie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angeregt - von Freitag bis Sonntag jeweils am Abend eine Kerze ins Fenster zu stellen.

In dem Aufruf kommt jeder der 16 Länderchefs persönlich zu Wort. "Es ist richtig, uns immer wieder bewusst zu werden, dass jedes einzelne Menschenleben wertvoll ist und zählt. Die Gedenkaktion ist eine gute Möglichkeit, dies zeitgleich überall in unserem Land deutlich zu machen und auszudrücken", erklärte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und warb für ein solidarisches Miteinander.

Im Berliner Konzerthaus ist am Sonntag eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer der Pandemie geplant. Daran nehmen auch Hinterbliebene teil. Zuvor gibt es einen Ökumenischen Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die Veranstaltungen werden im Fernsehen übertragen.

11.21 Uhr: Rund 800.000 Corona-Kontrollen an tschechischer Grenze

Bei den coronabedingten Grenzkontrollen zur Tschechischen Republik hat die Bundespolizei seit Mitte Februar rund 800.000 Menschen bei der Einreise überprüft. Fast 60.000 von ihnen seien abgewiesen worden, weil sie nicht zur Einreise berechtigt gewesen seien, teilte das Bundespolizeipräsidium am Freitag in Potsdam mit. Die Bilanz umfasst den Angaben zufolge den Zeitraum vom 14. Februar bis zum 14. April. Die temporären Grenzkontrollen wurden auf Anordnung des Bundesinnenministeriums eingeführt, weil Tschechien als Virusvariantengebiet eingestuft wurde.

Rund 68.000 Reisende seien ohne oder mit unvollständiger Einreiseanmeldung angetroffen worden, hieß es. Mehr als 37.000 Personen hätten keinen gültigen negativen Corona-Testnachweis bei der Grenzkontrolle vorlegen können. In diesen Fällen habe die Bundespolizei die zuständigen Landesbehörden über die Verstöße gegen die Corona-Einreiseverordnung informiert, um Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten.

Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal
Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal © Ondøej Hájek/CTK/dpa

11.03 Uhr: Dynamo Dresden muss in Quarantäne

Corona hat Dynamo Dresden erneut eingeholt. Nach einem weiteren positiven Test muss das komplette Team in häusliche Quarantäne. Der Verein bestätigte auf Nachfrage zunächst lediglich den Fakt und wird nach Absprache mit dem Gesundheitsamt sowie dem Deutschen Fußball-Bund dazu kommunizieren. Die kommenden Spiele werden abgesagt. Mehr zur Quarantäne für Dynamo Dresden

10.40 Umfangreiche Lockerungen in Dänemark

In Dänemark dürfen bald Restaurants und Cafés komplett öffnen. Ab Mittwoch können die Dänen in den Lokalen essen und trinken, sofern sie vorher einen Tisch bestellt haben und per Corona-Pass auf ihrem Smartphone einen negativen Corona-Test, Impfungen gegen Covid-19 oder eine überstandene Infektion nachweisen können. Bislang war laut einer am 22. März getroffenen Vereinbarung angedacht gewesen, am 21. April nur die Außenbereiche der Gaststätten wieder zu öffnen. Dort können Gäste nun ab Mittwoch einkehren, ohne ihren Corona-Pass vorzuzeigen. Diesen Nachweis per App muss man dagegen in Museen, Bibliotheken und Kunsthallen dabei haben, die dann ebenfalls wieder öffnen.

Und Dänemark lockert noch mehr: Die maximale Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte wird am Mittwoch drinnen von fünf auf zehn, draußen von zehn auf 50 Personen angehoben. Gottesdienste dürfen ab dann auch länger als 30 Minuten dauern. Im Spitzenfußball sind unter bestimmten Bedingungen bis zu 500 sitzende Zuschauer pro Stadionabschnitt zugelassen. Zudem gibt es weitere Lockerungen in den Schulen sowie für organisiertes Training in Sporthallen und anderen überdachten Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren.

Die Neuinfektionszahlen in Dänemark sind seit einiger Zeit auf die Bevölkerung gerechnet so niedrig wie in kaum einem anderen Land in Europa. Die 14-Tages-Inzidenz von 129 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner war laut Gesundheitsinstitut SSI zuletzt nicht einmal halb so hoch wie in Deutschland.

10.18 Uhr: Lebenszufriedenheit: So geht es den Deutschen in Corona-Zeiten

Die Pandemie hat die Lebenszufriedenheit vieler Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge in einigen Bereichen sogar verbessert. So schätzen zahlreiche Erwachsene sowohl ihre Gesundheit als auch ihren Schlaf deutlich besser ein als früher, wie neueste Daten des "Sozio-oekonomischen Panels" (SOEP) zeigen. "Im Angesicht der Bedrohungen durch die Pandemie sind die Zipperlein, die man am Rücken spürt, wohl zu vernachlässigen", erklärte der Leiter der Befragung, Stefan Liebig.

Doch an den Befragungen gibt es auch Kritik. Psychologen rechnen mit einer Flut von Depressionen und Angststörungen, auch der deutsche Generationenvertrag sei in Gefahr. Mehr dazu im Artikel Corona: Warum der Optimismus überwiegt

9.47 Uhr: Merkel verteidigt geplante Ausgangsbeschränkungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die in der "Bundes-Notbremse" vorgesehen Ausgangsbeschränkungen verteidigt. Diese seien keine neue Erfindung, sondern im aktuell geltenden Infektionsschutzgesetz als Maßnahme bereits angelegt und würden in mehreren Bundesländern bereits seit Monaten angewandt, sagte sie am Freitag im Bundestag. "Es geht darum, abendliche Besuchsbewegungen von einem Ort zum anderen - im Übrigen auch unter Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs - zu reduzieren", sagte Merkel.

Der Bundestag debattierte am Freitag erstmals über den vom Kabinett am Dienstag verabschiedeten Entwurf für eine bundesweite "Corona-Notbremse", für die auch Merkel warb. Sie sieht schärfere Regelungen vor, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen. In Sachsen wären davon alle 13 Kreise und kreisfreien Städte betroffen. Mehr zur Notbremsen-Debatte im Bundestag

9.37 Uhr: Rossmann ruft FFP2-Masken zurück

Die Drogeriekette Rossmann ruft aktuell eine Charge ihrer FFP2-Masken zurück. Grund sind offenbar Qualitätsmängel bei dem Artikel „altapharma FFP2-Maske“. Wie das Unternehmen mitteilt, erfülle das Produkt bei der Charge LOT 2020F50 nicht alle Schutzanforderungen. Insbesondere böten die Masken keinen Schutz bei der Arbeit in ölhaltiger Umgebung - etwa bei Arbeiten an geölten Motoren, Getrieben oder Wartung von Geräten mit ölbasierten Kühlmitteln. Das Produkt kann nun gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden, hieß es.

FFP2-Masken gibt es nicht erst seit der Corona-Pandemie, zuvor wurden sie vor allem zum Arbeitsschutz verwendet, etwa beim Umgang mit gesundheitsschädlichem Staub oder Rauch, bei Schleifarbeiten oder beim Auftragen bestimmter Farben.

Eine Charge dieser Masken ruft Rossmann derzeit zurück.
Eine Charge dieser Masken ruft Rossmann derzeit zurück. © Rossmann

9.04 Uhr: Impf-Tempo in Dresden zieht deutlich an

In der aktuell dritten Corona-Welle wird die Impfung für viele Menschen zu spät kommen. Die Impfkampagne ist ein Wettlauf gegen die Zeit, den allerdings niemand aufgeben möchte. Im Gegenteil, das Tempo im Dresdner Impfzentrum, bei den mobilen Teams und in den Hausarztpraxen hat in den vergangenen Tagen deutlich angezogen. Das zeigen die neuesten Zahlen.

8.40 Uhr: Schülervertreter fordern Unterricht in Ferien

Zum Ausgleich des massiven Unterrichtsausfalls im Zuge der Corona-Pandemie fordern Schülervertreter zusätzliche Lernangebote für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien. "Dieses Corona-Schuljahr ist so ungewöhnlich, dass jede Schülerin und jeder Schüler die Chance haben muss, in einer Sommerschule Lerndefizite aufzuarbeiten", sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Dazu solle aber niemand gezwungen werden. Schramm schlug vor, dass pensionierte Lehrer oder Lehramtsstudierende die zusätzlichen Stunden in den Sommerferien unterrichten könnten. Insbesondere die Studierenden hätten wegen der Pandemie auf praktische Erfahrungen verzichten müssen.

Mit Blick auf das kommende Schuljahr sollten ärmere Schulkinder außerdem Nachhilfe bezahlt bekommen, sagte Schramm. "Sonst wächst diese Bildungsungerechtigkeit in diesem Land immer weiter." Einige Kinder könnten sich zusätzliche Nachhilfe nicht leisten. In Deutschland ist aktuell etwa jedes fünfte Kind von Armut bedroht, wie eine Auswertung der Bertelsmann-Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergeben hatte.

8.11 Uhr: Bhutan impft fast all seine Erwachsenen - in 13 Tagen

Das kleine Königreich Bhutan im Himalaya hat binnen 13 Tagen rund 94 Prozent der Erwachsenen eine erste Dosis Corona-Impfstoff verabreichen lassen. Das entspreche rund 62 Prozent der etwa 770.000 Einwohner, sagte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Das buddhistisch geprägte Bhutan, das für sein auch die Gesundheit und persönliche Zufriedenheit erfassendes Bruttoglücksprodukt bekannt ist, hat damit einen ähnlich hohen Bevölkerungsanteil einfach Geimpfter wie Israel, das aber schon seit Dezember 2020 impft. Nur die Seychellen haben eine höhere Impfquote, impfen allerdings bereits seit Januar und haben nur rund 100.000 Einwohner.

Den verwendeten Astrazeneca-Impfstoff hatte das arme Königreich kostenlos von seinem großen Nachbarn Indien erhalten, der damit Ansehen und Einfluss zu mehren sucht. Nach dem Erhalt der 550.000 Dosen wartete Bhutan wochenlang - denn für den Beginn der Impfkampagne wurde nach astrologischen Kriterien der 27. März gewählt, das als besonders glücksbringend galt.

7.54 Uhr: Sachsen-Inzidenz etwas gesunken

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen ist leicht gesunken: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 229,5, tags zuvor waren es noch 235,3. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 151, am 16. März - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 109,1. Nach Thüringen, wo der Wert bei 256 liegt, ist Sachsen das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Fast alle anderen Länder liegen teils deutlich über dem Schwellenwert von 100, lediglich für Schleswig-Holstein wird mit 76,4 noch eine zweistellige Zahl gemeldet.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat aktuell der Erzgebirgskreis mit 348,7. Ebenfalls über der 300er-Grenze liegen nach wie vor der Kreis Zwickau (344,4) und der Vogtlandkreis (332,7), die Stadt Chemnitz kommt mit 299.6 der 300er-Marke sehr nahe. Die niedrigsten Zahlen weisen laut RKI die beiden kreisfreien Städte Dresden (146,9) und Leipzig (150,6) aus. Die RKI-Werte weichen allerdings oft von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Der Unterschied resultiert vor allem daraus, dass sich Meldungen aus den Kreisen erst mit Verzögerung in der RKI-Statistik widerspiegeln. Ein Beispiel: Im Landkreis Bautzen liegt die Inzidenz nach Angaben des Landratsamtes vom Donnerstag bei 333, das RKI gibt für das Gebiet einen Wert von 262,5 an.

7.19 Uhr: Weitere Museen in Dresden öffnen nach Corona-Zwangspause

Neben ersten Häusern der Staatlichen Kunstsammlungen öffnen heute in Dresden weitere Museen ihre Türen für Besucher. Die Freude darüber mischt sich jedoch mit dem Bewusstsein, "dass es ein kurzes Vergnügen sein könnte", wie ein Sprecher des Deutschen Hygiene-Museums (DHDM) sagt. Auch die Städtischen Museen und das Verkehrsmuseum sind besuchsbereit. Denn: Sollte die Bettenauslastung auf den Normalstationen der Kliniken in Sachsen die Zahl 1.300 überschreiten, müssen die Einrichtungen wieder schließen. Der Museumsbesuch ist nur mit vorher online gebuchten Zeitfenster-Tickets und tagesaktuellem negativen Corona-Test möglich. Abstand und das Tragen medizinischer Masken sind Pflicht, ebenso die Registrierung mit persönlichen Daten.

"Endlich, wir haben für Sie wieder geöffnet", frohlockt das Kunsthaus Dresden, das zu einem ganzen Eröffnungswochenende einlädt. Die Städtische Galerie bietet Kunst unter anderem von Hermann Glöckner, Gerhard Altenbourg oder Carlfriedrich Claus und Zeitgenössisches. Im Stadtmuseum ist die Ausstellung "Tabakrausch an der Elbe" zu sehen und die Technischen Sammlungen locken mit der Jahresausstellung und audiovisueller Kunst zum Thema Bewusstseinsforschung.

6.50 Uhr: In Sachsen gibt es jetzt Impftermine für Lehrer

Über das Impfportal des Freistaates Sachsen ist es jetzt für alle Lehrkräfte möglich, sich für einen Termin zur Corona-Impfung zu registrieren. Das Impfportal wurde entsprechend geändert, für die Registrierung gibt es nun einen Punkt für „alle Lehrkräfte in allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schulen“. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte dies am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts angekündigt. Für Lehrer an Grund- und Förderschulen bestand das Impfangebot bereits länger. Derzeit gibt es Tausende freie Impftermine.

6.06 Uhr: Bundestag berät über einheitliche Corona-"Notbremse"

Der Bundestag berät heute in erster Lesung über die geplante bundesweit einheitliche "Notbremse" zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die große Koalition will das Infektionsschutzgesetz ändern, um dem Bund die Befugnis zu geben, ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Kontaktbeschränkungen und Schließungen anzuordnen. Derzeit fällt dies allein in die Kompetenz der Länder. Abgestimmt werden soll über das Gesetz voraussichtlich am nächsten Mittwoch.

Im Parlament umstritten sind derzeit noch die Pläne, bei einem Inzidenzwert über 100 nächtliche Ausgangssperren zu verhängen. Auch dass Schulen erst ab einer Inzidenz von 200 den Präsenzbetrieb einstellen sollen, sorgt für Diskussionen. Mit dem Gesetz reagiert die Bundesregierung darauf, dass die Bundesländer eine Anfang März von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossene "Notbremse" nicht einheitlich und konsequent umgesetzt haben. Eine Mehrheit der Sachsen steht indes hinter einer einheitlichen "Corona-Notbremse", ergab eine Umfrage von sächsische.de

5.25 Uhr: RKI registriert 25.831 Corona-Neuinfektionen und 247 neue Todesfälle

Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden binnen eines Tages 25.831 Corona-Neuinfektionen und 247 neue Todesfälle gemeldet. In seinem aktuellen Lagebericht von Donnerstagabend schreibt das RKI: "Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort." Besonders stark seien sie in den jüngeren Altersgruppen gestiegen.

Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 25.464 Neuinfektionen und 296 neue Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben, vor vier Wochen noch mit 95,6. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.099.273 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.752.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.628.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 1,18 (Vortag: 1,11). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. "Der 7-Tage-R-Wert liegt über 1. Dies bedeutet weiterhin eine deutliche Zunahme der Fallzahlen", hieß es im Lagebericht.

Freitag, 5.02 Uhr: Pfizer-Chef: Wahrscheinlich dritte und jährliche Impfdosis notwendig

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie könnte nach Einschätzung von Pfizer-Chef Albert Bourla eine dritte Spritze als Auffrischung und anschließend eine jährliche Impfung notwendig werden. "Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns dem US-Sender CNBC in einem am Donnerstag veröffentlichten, aber bereits Anfang April geführten Interview. Dabei spielten auch die Varianten von Sars-CoV-2 eine große Rolle.

Andere Wissenschaftler und Pharma-Vertreter hatten sich bereits ähnlich geäußert. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech sowie andere Hersteller untersuchen derzeit bereits die Wirkung von möglichen Auffrischungen ihrer Corona-Impfstoffe.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.53 Uhr: Gericht bestätigt Verbot von "Querdenken"-Versammlung in Dresden

Das Verwaltungsgericht hat das von der Stadt Dresden verhängte Verbot der geplanten "Querdenken"-Versammlungen am kommenden Samstag in der Landeshauptstadt bestätigt. Der Eilantrag der "Querdenken"-Bewegung gegen das Verbot habe keinen Erfolg, teilte das Gericht am Donnerstagabend mit (Az.: 6 L 283/21). Auch sämtliche geplanten Ersatzveranstaltungen bleiben demnach untersagt. Gegen den Beschluss kann nun noch Beschwerde beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht eingereicht werden.

Das Gericht hielt das Verbot trotz der festgestellten massiven Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit für gerechtfertigt. Es sei nötig zum Schutz des gleichwertigen Grundrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Nach den Erfahrungen bei früheren "Querdenken"-Demonstrationen wie etwa am 13. März 2021 in Dresden sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Teilnehmer an die von der Stadt gemachten Auflagen halten würden. Dazu zählten etwa die Beschränkung auf maximal 1.000 Teilnehmer sowie das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Weiter sei auch nicht damit zu rechnen, dass der Antragsteller in diesem Sinne auf die Teilnehmenden einwirken werde.

Die Stadt Dresden hatte eine für diesen Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration gegen Corona-Auflagen im Zentrum untersagt. Den Angaben zufolge hatte die Initiative eine Großveranstaltung am Königsufer und alternativ Versammlungen auf drei großen innerstädtischen Plätzen in Dresden angemeldet. Das Verbot betrifft auch alle Ersatzveranstaltungen an diesem Tag.

21.27 Uhr: Brandenburg will Geimpften mehr Freiheiten gewähren

Nach Berlin will auch Brandenburg Bürgern, die zweimal gegen Corona geimpft wurden, mehr Freiheiten gewähren. Das Gesundheitsministerium bereite nach einer Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung vor, teilte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Donnerstag auf Anfrage mit.

Danach könnten vollständig Geimpfte ab dem 15. Tag nach der letzten Impfung ohne negativen Schnelltest jene Angebote in Anspruch nehmen, die bisher nur mit einem negativen Testergebnis genutzt werden können. Das betrifft etwa den Einkauf in Geschäften oder körpernahe Dienstleistungen. Wann das Kabinett dazu einen Beschluss fassen werde, sei noch nicht bekannt, erklärte Hesse.

21.01 Uhr: Israel hebt am Sonntag an die Maskenpflicht im Freien auf

Angesichts der niedrigen Corona-Infektionszahlen in Israel will das Land die Maskenpflicht im Freien von Sonntag an aufheben. Gesundheitsminister Juli Edelstein traf am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung, wie sein Sprecher bestätigte. Er folge damit den Empfehlungen von Gesundheitsexperten. In Innenräumen bleiben die bisherigen Anweisungen und die Maskenpflicht jedoch bestehen.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland immer weniger Neuinfektionen registriert - trotz weitreichender Lockerungen der Maßnahmen. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 196 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,4 Prozent von 55.470 Tests fielen demnach positiv aus.

Auch die Zahl der Schwerkranken fiel - auf 209. Zuletzt war die Zahl am 14. Juli mit 190 Schwerkranken niedriger gewesen. Ende Januar gab es noch rund 1200 schwerkranke Corona-Patienten in Israel. Bisher haben mehr als 5,3 Millionen der rund 9 Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast fünf Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene genießen wieder viele Freiheiten.

20.34 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Tote in Frankreich

Frankreich hat die Schwelle von 100.000 registrierten Corona-Toten überschritten. Damit ist Frankreich das erste Nachbarland Deutschlands, das diesen symbolischen Wert übersteigt. Die Behörden meldeten am Donnerstag 296 zusätzliche Tote - damit liegt die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 100.073. Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, man werde kein Gesicht und keinen Namen der Gestorbenen vergessen.

Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte am Mittwoch ein Gedenken an die Toten angekündigt - aber keine Details und keinen Zeitpunkt genannt. Er warnte außerdem, dass die dritte Welle der Epidemie noch nicht hinter Frankreich liege - es gebe aber ermutigende Signale.

In ganz Frankreich gelten derzeit verschärfte Corona-Maßnahmen. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen im Land ist eingeschränkt.
In ganz Frankreich gelten derzeit verschärfte Corona-Maßnahmen. Ein Großteil der Geschäfte ist geschlossen, die Bewegungsfreiheit der Menschen im Land ist eingeschränkt. © Gao Jing/XinHua/dpa

20.13 Uhr: 40 Prozent der Ungeimpften beneiden Geimpfte

Mehr als ein Drittel der ungeimpften Deutschen sind nach einer Umfrage neidisch auf Mitbürger, die schon eine Spritze gegen das Corona-Virus erhalten haben. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa für das Magazin "stern" bejahten 40 Prozent diese Frage. Im Westen waren es 42 Prozent, im Osten 29 Prozent. Von den Frauen äußerten sich 37 Prozent neidisch, von den Männern 43 Prozent. Für eine Aufhebung der Impfreihenfolge sprachen sich in der Umfrage 62 Prozent aller Befragten aus.

19.44 Uhr: Dresdner Gastronomen machen Restaurants zu Corona-Testzentren

Testen statt schlemmen: Dresdner Gastronomen verwandeln ihre Restaurants in Testzentren für das Coronavirus. "Früher kümmerten wir uns um Gaumenfreuden, heute um die Gesundheit", hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Ankündigung. Details der Aktion, die auf eine Idee der Initiative "Leere Stühle" zurückgeht, sollen am Freitag mitgeteilt werden. "Leere Stühle" war vor einem Jahr ins Leben gerufen worden, um auf die schwierige Lage und Existenzängste des Gastgewerbes aufmerksam zu machen.

19.16 Uhr: Mannheim führt Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein

Mannheim führt eine Corona-Testpflicht für Kita-Kinder ein. Sie können ihre Einrichtungen ab kommenden Montag nur besuchen, wenn für sie zwei Mal pro Woche ein negatives Covid19-Testergebnis vorgelegt wird, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Ausnahmen gelten unter anderem für Kinder, bei denen aus medizinischen Gründen und durch ein Attest belegt weder ein Nasal- noch ein Spucktest möglich ist, sowie für geimpfte oder genesene Kinder. Auch für die Beschäftigten sind die Tests nun obligatorisch. Krippenkinder können, müssen aber nicht getestet werden.

In den vergangenen Wochen sind im Stadtgebiet Mannheim mehrfach Infektionsausbrüche in Kindertagesstätten aufgetreten, bei denen eine beträchtliche Zahl an Menschen positiv getestet wurde. Kinder sind in deutlich stärkerem Umfang betroffen und tragen aktiv zur Weitergabe der Infektion bei. Die Verfügung ist zunächst bis zum 9. Mai befristet.

18.50 Uhr: Impfzentrum Löbau setzt Erstimpfungen mit Astrazeneca aus

Seit Donnerstag wird im Impfzentrum Löbau bei Erstimpfungen nicht mehr das Vakzin von Astrazeneca verwendet. Das hat jedoch keine medizinischen Gründe. Vielmehr ist für den Impfstopp der Mietvertrag des DRK verantwortlich, dass das Impfzentrum betreibt. Der Vertrag läuft derzeit nur bis 30. Juni, eine Zweitimpfung wird bei Astrazeneca nach elf Wochen verabreicht. Das heißt, dass das dann nach jetzigem Stand nicht mehr in Löbau möglich wäre. Wie es nun weitergehen soll, lesen Sie im Artikel: In Löbau wird kein Astrazeneca mehr verimpft

18.44 Uhr: Royals müssen bei Trauerfeier Masken tragen und Abstand halten

Großbritanniens königliche Familie muss bei der Trauerfeier für Prinz Philip Schutzmasken tragen und Abstand halten. Das geht aus den Details zur Zeremonie am Samstag auf Schloss Windsor hervor, die am Donnerstag bekanntgegeben wurden.

Statt den Gästen selbst soll wegen der Corona-Ansteckungsgefahr nur ein kleiner Chor aus vier Personen bei der Zeremonie singen. Außerdem wird die musikalische Untermalung durch die Vertreter der Royal Navy und der Marine eine zentrale Rolle spielen. Zu den 30 Gästen gehören neben dem engsten Familienkreis auch drei Vertreter von Philips adeliger deutscher Verwandtschaft. Der Herzog von Edinburgh und Ehemann von Queen Elizabeth II. war am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Fast über sein gesamtes Leben hinweg galt er als wichtige Stütze der Queen - und damit auch der britischen Krone. Am vergangenen Freitag ist Prinz Philip gestorben.
Fast über sein gesamtes Leben hinweg galt er als wichtige Stütze der Queen - und damit auch der britischen Krone. Am vergangenen Freitag ist Prinz Philip gestorben. © Jane Mingay/PA Wire/dpa

18.04 Uhr: Sachsens Grüne kritisieren geplante Bundes-Notbremse

Die Fraktion der Grünen im sächsischen Landtag hat Nachbesserungen bei der geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes gefordert. Das Ziel sei es, die dritte Welle zu brechen. „Doch das jetzt vorgelegte Mittel in Form der Änderung des Infektionsschutzgesetzes ist kein Wellenbrecher – es ist ein Notbehelf, der unbedingt nachzubessern ist“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert in einem Kommentar. Kritikpunkte sind unter anderem die Konzentration auf Inzidenzzahlen, die „lebensfremden“ Kontaktbeschränkungen, rechtliche Bedenken wegen der Zulässigkeit der Ausgangssperre und des Eingriffs in Länderkompetenzen.

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht.
Damit sollen bundesweit einheitliche Regeln durchgesetzt werden, wenn in Regionen der Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird. Vorgesehen sind dann unter anderem strenge Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Geschäften, Freizeiteinrichtungen und Dienstleistungsbetrieben. In Sachsen würde das derzeit alle Regionen betreffen.

Die sächsischen Grünen fordern außerdem eine Aufhebung der Impfpriorisierung. Allen, die mobil sind und die viele Kontakte haben - beispielsweise Eltern, sollte endlich ein Impfangebot gemacht werden“, so Schubert. „Ein Festhalten an der Priorisierung ist angesichts der Lage nicht mehr angemessen.“

17.38 Uhr: Kommission will an Impf-Reihenfolge festhalten

Entgegen der Forderungen nach einem Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen hält die Ständige Impfkommission an der Impf-Reihenfolge zum Schutz von Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko fest. "Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem", sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) der "Rheinischen Post". "Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen", erklärte er. Die sogenannte dritte Welle könne durch eine Aufhebung der Reihenfolge auch nicht wesentlich beeinflusst werden, sagte Mertens. "Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen."

Zuvor hatte der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, das Ende der Impfpriorisierung gefordert. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", sagte Albrecht.

17.11 Uhr: "Wunder-Pille" gegen Covid-19 wird es nicht geben

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat Hoffnungen auf schnelle Erfolge bei der Medikamentenforschung zur Behandlung von Covid-19 erneut gedämpft. Aus vielen Gesprächen mit Forschern sei immer wieder deutlich geworden, dass man keine Wunder erwarten dürfe, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Arzneimittelentwicklung dauere in der Regel Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. "Es wird nicht die eine Wunder-Pille gegen Covid-19 geben können", sagte Karliczek. Patienten benötigten stattdessen je nach Schwere oder auch Stadium der Erkrankung unterschiedliche Therapien. Hier wolle man ansetzen.

Das Bundesforschungsministerium fördert die Medikamentenforschung mit 50 Millionen Euro. Ein Expertengremium hat inzwischen für mehrere Projekte Empfehlungen im Rahmen dieses Förderprogramms ausgesprochen. Als Gutachter beteiligt waren Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt am Main, und Christoph Spinner, Oberarzt für Infektiologie und Pandemiebeauftragter des Klinikums rechts der Isar in München.

16.53 Uhr: Seehofer rechnet mit bundesweiter Beobachtung von "Querdenkern"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) rechnet mit einer bundesweiten Beobachtung der "Querdenker"-Bewegung durch die Verfassungsschutzbehörden. "Wir haben diese Szene von Anfang an stark im Blick. Wir schauen uns genau an, wer da teilnimmt und wie das Verhalten ist", sagte der Minister am Donnerstag in Berlin. Die Probleme und die Gewaltbereitschaft in dieser Szene hätten zugenommen, "deshalb geht die Tendenz bei uns, auch im Verfassungsschutzverbund, eher in die Richtung, diese Szene zu einem Beobachtungsobjekt zu erklären".

Er würde - Stand heute - auch vermuten, "dass es dazu kommt". Es mache ja keinen Sinn, "wenn wir nach jeder solchen Entgleisung feststellen, es darf sich nicht wiederholen und es wiederholt sich dann doch", sagte Seehofer mit Blick auf die Zustände bei einigen der zurückliegenden Protestkundgebungen der Bewegung. Er sei hier für massive Polizeipräsenz und die Anwendung des Prinzips Wehret den Anfängen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

16.39 Uhr: Jauch fällt wegen Quarantäne erneut für TV-Show aus

Der mit Corona infizierte Fernsehmoderator Günther Jauch fällt an diesem Samstag ein zweites Mal bei der RTL-Liveshow "Denn sie wissen nicht, was passiert" aus. Er befinde sich wegen des positiven Corona-Tests bis Sonntag in häuslicher Quarantäne, sagte er am Mittwochabend bei "Stern TV". Am Freitag werde er sich erneut testen lassen und dürfe dann laut Gesundheitsamt erst am Sonntag wieder raus, so der in Potsdam lebende Jauch. Mehr zu Jauchs Infektion lesen Sie hier.

Nach einem positiven Corona-Test befindet sich TV-Moderator Günther Jauch weiterhin in Quarantäne.
Nach einem positiven Corona-Test befindet sich TV-Moderator Günther Jauch weiterhin in Quarantäne. © Henning Kaiser/dpa (Archiv)

16.17 Uhr: Sachsens CDU will Impfpriorisierung aufheben - Impfrekord gemeldet

Sachsens CDU-Fraktion hat sich dafür ausgesprochen, die bisherige Impfpriorisierung bis spätestens Mai komplett auszusetzen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Verfügbarkeit von Impfstoffen stelle sich die Frage, ob die bisherige Priorisierung der Impfreihenfolge noch sinnvoll ist. „Wenn kein Mangel mehr besteht, wirkt sie zulasten des notwendigen Impffortschritts“, sagte der sozialpolitische Sprecher Alexander Dierks.

Bund und Länder müssten nun zügig die rechtlichen Voraussetzungen schaffen.„Es ist ein positives Zeichen, dass sich immer mehr Sachsen impfen lassen und auch dass die Bereitschaft dazu deutlich zunimmt“, so Dierks. Jetzt müsse es darum gehen, dass jeder mögliche Impftermin in Sachsen wahrgenommen werde. „So können wir die Impfgeschwindigkeit deutlich steigern und in naher Zukunft auch die Einschränkungen verringern.“

In Sachsen sind unterdessen an einem Tag knapp 39.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, ein neuer Tagesrekord. "Wir kommen gut mit dem Impfen voran. Die Impfzentren erweisen sich als extrem leistungsfähig und auch die Impfungen bei den Hausärzten nehmen Fahrt auf", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Donnerstag. Am Mittwoch hatten 19.967 Menschen in einem Impfzentrum und 19.030 in Arztpraxen die Impfung erhalten. Damit sind in Sachsen seit Ende Dezember 996.158 Impfungen verabreicht worden – 707.756 Erst- und 288.402 Zweitimpfungen.

16.03 Uhr: Dresden untersagt weitere Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen

Nach der "Querdenken"-Demonstration hat die Stadt Dresden nun auch eine für Samstag (17. April) geplante Kundgebung der AfD verboten. Das Dresdner Ordnungsamt als Versammlungsbehörde begründete dies am Donnerstag damit, dass Gegner der Corona-Maßnahmen, insbesondere aber die "Querdenken"-Bewegung, keinen "legalen Anlaufpunkt im Stadtgebiet finden" sollen. Die Behörde hatte eine für Samstag geplante "Querdenken"-Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmenden bereits am Dienstag untersagt. Sie begründete dies mit dem jüngsten Versammlungsgeschehen in anderen deutschen Großstädten wie Stuttgart und Kassel sowie mit dem Corona-Infektionsgeschehen.

Die AfD hatte für Samstag eine Kundgebung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung mit 500 Teilnehmenden auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche angemeldet. Trotz der Verbote werde die Polizei am Wochenende im Einsatz sein. Im März war in Dresden eine Demonstration der Protest-Bewegung "Querdenken" zum Teil aus dem Ruder gelaufen. Mehrere Polizisten wurden verletzt.

15.52 Uhr: Verbote der Stuttgarter "Querdenker"-Proteste bestätigt

Das Stuttgarter Verwaltungsgericht hat die Verbote zweier Demonstrationen gegen die Corona-Politik am kommenden Samstag bestätigt. Die Stadt hatte unter anderem argumentiert, die Versammlungen bedrohten angesichts der steigenden Infektionszahlen Leib und Leben der Demonstranten und weiterer Menschen. Diese Auffassung teile die Kammer, wie es hieß. Die Verhängung von Auflagen sei zudem wohl nicht ausreichend, um das Risiko zu reduzieren.

"Es wäre zu erwarten, dass diese Auflagen von einer großen Zahl der zu erwartenden Teilnehmer nicht eingehalten würden", gab eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts den Tenor der Entscheidung wieder. Auch gebe es zurecht Zweifel an der Zuverlässigkeit der Versammlungsleiter. Nach den Verboten durch die Stadt hatten die Veranstalter Eilanträge gegen die Entscheidungen gestellt. Mit dem Verbot wollte die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der "Querdenker"-Bewegung bis zu 15 000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren.

Solche Szenen wie am Karsamstag mit 15.000 Demoteilnehmern, fast alle ohne Mundschutz, will Stuttgart diesmal verhindern.
Solche Szenen wie am Karsamstag mit 15.000 Demoteilnehmern, fast alle ohne Mundschutz, will Stuttgart diesmal verhindern. © Christoph Schmidt/dpa

15.42 Uhr: FDP-Politiker wirft Sachsen Schneckentempo bei Härtefallfonds vor

Der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst hat Sachsen mangelndes Engagement beim Härtefallfonds in der Corona-Pandemie vorgeworfen. Er ist für Firmen vorgesehen, die bei Förderprogrammen bisher durchs Raster fielen. Der Fonds mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro soll zu gleichen Teilen vom Bund und den Ländern getragen werden. Herbst kritisierte am Donnerstag, dass Sachsen die Bund-Länder-Vereinbarung bislang noch nicht unterzeichnet hat. Während andere Länder das schon Ende März getan hätten, liege die Vereinbarung hier noch immer auf dem Schreibtisch von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

"Diesmal trifft das sächsische Schneckentempo ausgerechnet die Unternehmen, die am allerschwersten unter der Krise leiden, weil sie seit einem Jahr keine Corona-Hilfen bekommen konnten. Ich erwarte endlich deutlich mehr Engagement des sächsischen Wirtschaftsministers bei der Unterstützung unserer einheimischen Unternehmen, die wegen Corona um ihre Existenz fürchten", sagte Herbst. Der FDP-Politiker hatte am Mittwoch in einer Fragestunde des Bundestages wissen wollen, welche Bundesländer die Vereinbarung bereits unterzeichnet haben. Bis dahin hatten das zwölf Länder getan. Sachsen war nicht darunter. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums befasst sich das Kabinett am kommenden Dienstag mit der Vereinbarung.

15.26 Uhr: Gericht weist Sonderrechte für genesene Corona-Patienten zurück

Für Patienten, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben, gibt es keine Extrawurst bei Treffen mit anderen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach dem Eilantrag eines Mannes beschlossen. Er fand, dass die verordneten Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen des Landes Berlin im Freien auf ihn vorläufig keine Anwendung finden sollten. Sie seien im Hinblick auf Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, insgesamt nicht geeignet. Das Gericht widersprach dieser Auffassung und wies den Eilantrag zurück. Eine dauerhafte Immunität für Genesene sei wissenschaftlich nicht belegt. Neue Infektionen seien damit möglich. Die allgemeine Handlungsfreiheit des Antragstellers werde auch nicht unverhältnismäßig eingeschränkt.

Die Berliner Verordnung enthält aktuell auch Kontaktbeschränkungen für den öffentlichen Raum im Freien. Erlaubt sind Treffen mit einem weiteren Haushalt - maximal fünf Erwachsenen. In der Zeit von 21 Uhr abends bis 5 Uhr sind Treffen nur zu zweit gestattet. Die in der Verordnung geregelten Beschränkungen seien voraussichtlich rechtmäßig, teilte das Gericht mit. Sie verfolgten den legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit als möglich vorzubeugen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 zu verringern und damit Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

15.11 Uhr: EU-Kommissionschefin von der Leyen mit Biontech geimpft

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist am Donnerstag gegen das Coronavirus geimpft worden. "Nachdem wir die 100 Millionen Impfungen in der EU überschritten haben, bin ich sehr froh, dass ich heute meine erste Spritze mit Covid-19-Impfstoff bekommen habe", schrieb die 62-Jährige auf Twitter.

Nach Angaben eines Sprechers war von der Leyen nach den Regeln des EU-Gastlandes Belgien an der Reihe und erhielt den von Belgien gelieferten Impfstoff von Biontech/Pfizer. Es seien inzwischen sieben der 27 Kommissare geimpft, fügte er hinzu. Ein Foto zeigte von der Leyen mit einem Pflaster in EU-Farben auf dem linken Oberarm. Von der Leyen schrieb, die Impfungen würden nun weiter Fahrt aufnehmen, da auch die Lieferungen an die EU zunähmen. "Je schneller wir impfen, desto schneller können wir die Pandemie unter Kontrolle bringen."

14.57 Uhr: Impfrekord: Fast 740.000 Dosen an einem Tag verabreicht

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert Koch-Institut waren es rund 739.000 Impfungen nach 564.000 am Vortag. "Das ist ein neuer Tagesrekord", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Vor einer Woche waren es schon einmal 725.000 an einem Tag. 17,8 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - in Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern weniger als 17 Prozent.

In der Altersgruppe 60+, die im Infektionsfall besonders von schweren Verläufen betroffen ist, liegen die Impfquoten je nach Land zwischen 33 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und knapp 50 Prozent in Bremen. Spahn hatte zuvor betont, dass die Impffortschritte derzeit nicht groß genug seien, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

14.44 Uhr: Curevac erwartet Zulassung im zweiten Quartal - hohe Verluste

Das Biotech-Unternehmen Curevac geht weiter davon aus, noch im zweiten Quartal des Jahres eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff zu erhalten. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, gab das Unternehmen am Donnerstag in Tübingen bekannt. Zugleich habe eine zusätzliche Studie einen vollständigen Schutz vor der zuerst in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 durch den Corona-Impfstoff CnCoV nachgewiesen, hieß es.

Das Unternehmen hat für das Geschäftsjahr 2020 erneut hohe Verluste verzeichnet. Vor Steuern lag das Minus bei 129,8 Millionen Euro nach 100,1 Millionen Euro 2019, wie Curevac mitteilte. Zum Ergebnis nach Steuern wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Verluste seien vor allem durch die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet.

14.30 Uhr: 1.935 Neuinfektionen an einem Tag in Sachsen

Die Zahlen der Corona-Pandemie sind in Sachsen weiter sehr hoch. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag meldete, stieg die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1.935. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 2.074. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im März 2020 im Freistaat 242.343 von Laboren bestätigte Fälle. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 36 weitere Todesfälle gemeldet. 8.682 Menschen starben bisher an oder mit dem Coronavirus. Als genesen gelten 215.550 Menschen in Sachsen.

Die Rate der Corona-Neuinfektionen in Sachsen stieg ebenfalls an: Das Robert Koch-Institut vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 235,3, tags zuvor waren es noch 227,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz 143, am 15. März - also vor einem Monat - 110,9. Nach Thüringen (259,2) ist Sachsen weiterhin das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Deutschlandweit beträgt der Inzidenzwert am Donnerstag rund 160.

Mittlerweile haben drei der 13 Regionen in Sachsen eine Inzidenz von über 300: Neben dem Landkreis Zwickau (378,4) sind das der Erzgebirgskreis (376,8) und der Vogtlandkreis (347,3). Vergleichsweise niedrige Zahlen weisen laut RKI die zwei kreisfreien Städte Dresden (147,6) und Leipzig (148) aus.

14.09 Uhr: Corona-Impfstoff in Leipzig gestohlen

In einem Pflegeheim in Leipzig hat ein Unbekannter Corona-Impfstoff gestohlen. Mindestens sechs Impfdosen seien am Mittwochvormittag aus der Impfstation des Heimes entwendet worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der Dieb habe dabei ausgenutzt, dass das Biontech-Vakzin kurze Zeit unbeaufsichtigt gewesen sei. Ermittelt wird nun wegen Diebstahls.

In Leipzig ist Biontech-Impfstoff gestohlen worden.
In Leipzig ist Biontech-Impfstoff gestohlen worden. © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

13.57 Uhr: Thüringer Covid-19-Patienten vor Verlegung in andere Bundesländer

Fünf nach einer Corona-Infektion schwer an Covid-19 erkrankte Menschen aus Thüringen sollen von Donnerstag an auf Intensivstationen anderer Bundesländer verlegt werden. Die Patienten aus dem Uniklinikum Jena und dem Krankenhaus Greiz sollten in Kliniken in Bayern und in Norddeutschland gebracht werden, sagte Professor Michael Bauer, Chefarzt der Jenaer Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Gespräche zwischen den Kliniken liefen, die Angehörigen der Patienten würden informiert.

Die Lage auf den Thüringer Intensivstationen ist ebenso angespannt wie auf dem Höhepunkt der zweiten Pandemiewelle um den Jahreswechsel. Nach dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIV) lagen am Donnerstag 220 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von Thüringer Krankenhäusern. Davon wurden 128 invasiv beatmet. 638 von 701 im Freistaat betreibbaren Intensivbetten sind demnach belegt. 63 Betten sind frei, davon sind 29 spezifisch für die Behandlung Covid-19-Kranker ausgestattet. Bereits zum Jahresende 2020 waren einzelne Covid-19-Patienten aus Thüringen nach Niedersachsen verlegt worden.

13.42 Uhr: Dreyer: Corona-Notbremse ist bereits vereinbart

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der Lage auf den Intensivstationen an die von den Ministerpräsidenten bereits beschlossene Notbremse erinnert. "Rheinland-Pfalz handelt, wir warten nicht auf die Bundes-Notbremse", sagte Dreyer am Donnerstag in Mainz. "Die Infektionszahlen steigen in ganz Deutschland signifikant an. Nur noch ein Bundesland liegt unterhalb des kritischen Wertes von 100.

Die Alarmrufe aus den Intensivstationen sind nicht zu überhören", mahnte die SPD-Politikerin und Ministerpräsidentin. "Wir handeln in Rheinland-Pfalz. Wir haben ein verabredetes Verfahren dafür seit Anfang März, es ist die Notbremse im Perspektivplan", sagte Dreyer mit Blick auf die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Notbremse wird in Rheinland-Pfalz ab einer Inzidenz von 100 umgesetzt - inklusive Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz, Malu Dreyer (SPD)
Die Ministerpräsidentin von Rheinland Pfalz, Malu Dreyer (SPD) © dpa/Arne Dedert

13.25 Uhr: WHO: Mehr als eine Million Corona-Todesfälle in Region Europa

Europa hat nach Angaben des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation WHO eine traurige Marke überschritten: Mittlerweile sind in den Ländern der europäischen WHO-Region mehr als eine Million Todesfälle in Verbindung mit Corona-Infektionen registriert worden. Jede Woche kommen derzeit 1,6 Millionen Neuinfektionen hinzu, wie WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag während seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz sagte, die er diesmal bei einem Besuch in Athen abhielt. "Das sind 9.500 jede Stunde, 160 Menschen jede Minute."

"Die Situation in der europäischen Region sei damit weiter ernsthaft, sagte Kluge. Lediglich unter den Ältesten in der Gesellschaft sehe man vermutlich dank der Fortschritte bei den Impfungen eine sinkende Inzidenz. Es gebe zwar frühe Anzeichen, dass sich die Übertragung des Coronavirus in mehreren Ländern der Region verlangsame. Diese Anzeichen seien jedoch nicht gleichbedeutend mit niedrigen Übertragungsraten.

Die in Kopenhagen ansässige WHO Europa zählt insgesamt mehr als 50 Länder zur europäischen Region, darunter neben der Europäischen Union auch die Türkei sowie Russland und die Ukraine. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) - dazu gehören die EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein - hat die EU-Gesundheitsbehörde ECDC bislang knapp 630.000 mit Corona in Verbindung stehende Todesfälle verzeichnet.

13.10 Uhr: Merkel lässt sich mit Astrazeneca impfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll am morgigen Freitag ihre Corona-Impfung bekommen. Nach Informationen der "Welt" wird sie sich mit dem Impfstoff Astrazeneca impfen lassen. Merkel ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland jetzt für die Impfungen infrage kommen. Vor einigen Tagen hatte Regierungssprecher Steffen Seibert bereits angekündigt, dass die Kanzlerin bald die Impfung vornehmen lassen will.

12.53 Uhr: Trotz Corona: Frachtumschlag am Airport Leipzig legt weiter zu

Das Frachtaufkommen am Flughafen Leipzig/Halle ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres weiter gestiegen. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG am Donnerstag mitteilte, wurden im ersten Quartal 359.000 Tonnen Fracht umgeschlagen - ein Plus von 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Flughafen ist Deutschlands zweitgrößter Cargo-Airport hinter Frankfurt/Main. Im vorigen Corona-Jahr hatte Leipzig/Halle mit 1,38 Millionen Tonnen Fracht ein Rekordergebnis erzielt. In Frankfurt waren es 2020 gut 1,9 Millionen Tonnen.

Der Flughafen dient eigenen Angaben zufolge immer mehr als Umschlagplatz für medizinische Hilfsgüter und Schutzausrüstung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. So sind in den vergangenen Wochen - neben dem regulären Verkehr - regelmäßig Frachtcharterflüge abgefertigt worden, die Millionen von Corona-Tests transportierten. Darunter waren auch rund 690.000 Antigen-Schnelltests für Schulen in Sachsen

Viele Frachtflüge werden derzeit auch mit Passagierflugzeugen durchgeführt.
Viele Frachtflüge werden derzeit auch mit Passagierflugzeugen durchgeführt. © Mitteldeutsche Flughafen AG

12.36 Uhr: Wieder maskenloser „Spaziergang“ in Zittau

Nach Montag und Dienstag haben sich am Mittwochabend erneut Kritiker der Corona-Maßnahmen auf dem Zittauer Stadtring zum "Spazierengehen" getroffen. Die Polizei spricht von über 50 Personen, die sich versammelt hatten. Die Teilnehmer hätten keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen. Die Polizei wertet diese als "Ringspaziergang" bekannt gewordene Protestaktion gegen die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen als "unangemeldeten Aufzug". Mehr dazu im Artikel Auch Mittwoch Protestspaziergang in Zittau

12.10 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Dresden stagniert

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben am Donnerstagmittag 137 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 26.645 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen veränderte sich nicht - seit Pandemiebeginn sind 1.006 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Binnen eines Tages wurden weitere zehn Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 23.976 Dresdner - 132 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank seit dem Vortag von 171,5 auf 167,4. Für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 147,6. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

11.56 Uhr: Dresdner Klinikchef für Aufhebung der Impfpriorisierung

Angesichts des Infektionsgeschehens und der sich mit Corona-Patienten füllenden Krankenhäuser hat der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, die Aufhebung der Impfpriorisierung gefordert. "Jetzt geht es um Geschwindigkeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse verstärkt die impfen, die viel unterwegs sind, Kontakte haben und gefährdeter sind, sich anzustecken. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", so Albrecht. Was Albrecht noch sagte, lesen Sie im Artikel Klinik-Chef gegen weitere Impfreihenfolge

Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden
Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden © dpa/Sebastian Kahnert

11.35 Uhr: Kanzleramtsexperten halten Bundes-Bremse offenbar für angreifbar

Experten des Kanzleramts sehen nach einem Zeitungsbericht bei einem per Bundesgesetz geregelten Corona-Lockdown rechtliche Risiken. In einem internen Vermerk aus dem Gesundheitsreferat werde darauf hingewiesen, dass das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen eine nächtliche Ausgangssperre aufgehoben hatte, berichtet "Bild". Die "grundsätzliche Geltung einer nächtlichen Ausgangssperre" sei mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit und die "derzeit nicht belegte Wirksamkeit" problematisch, heißt es demnach darin.

Für angreifbar wird auch gehalten, dass der Gesetzentwurf einen "rein inzidenzbasierten Maßstab" und keine anderen Faktoren - "z.B. R-Faktor, Zahl der Intensivpatienten" - vorsieht, um bundesweite Verbote auszulösen. Als "besonders problematisch" werden dem Bericht zufolge in Anbetracht des Rechts auf Bildung auch "automatische Schließungen von Kitas und Schulen" erachtet. Hingewiesen wird zudem darauf, dass im Einzelhandel die Beschränkung der Anzahl zulässiger Kunden für eine bestimmte Quadratmeterzahl bereits "mehrfach gerichtlich beanstandet" wurde. Ein Regierungssprecher teilte auf Anfrage mit, dass man derzeit zu diesem Bericht nicht Stellung nehmen werde.

11.23 Uhr: Hertha-Trainer Dardai und Stürmer Lukebakio positiv getestet

Hertha-Trainer Pal Dardai, sein Assistent Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle drei seien symptomfrei, teilte der Berliner Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit. Da sich Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson ersten Grades ebenfalls in Quarantäne befinde, werde das Team von Sportdirektor Arne Friedrich auf das nächste Spiel am Sonntag in Mainz vorbereitet.

11.21 Uhr: Macher der Luca-App stellen Programmcode komplett online

Die Entwickler der Luca-App haben den Quellcode ihres Systems zur Corona-Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Seit Mittwochabend ist der Code der beiden App-Versionen (Android und iOS) sowie des Backend-Systems auf der Plattform GitLab einsehbar. Er kann damit nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem Luca-System. Mehr zur Offenlegung des Luca-Quellcodes

11.00 Uhr: Kritik an Regeln für Präsenzunterricht in Schulen

RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben den geplanten Stopp von Präsenzunterricht ab einer Corona-Inzidenz von 200 als unzureichend kritisiert. "Aus meiner Sicht ist die 200er-Grenze zu hoch", sagte Wieler am Donnerstag in Berlin. Je höher man die Schwelle setze, desto mehr Kinder werde man wegen Infektionen aus den Klassen nehmen und desto mehr ganze Klassen werde man zuhause lassen müssen. Spahn sagte mit Blick auf die vorherrschende, als britische Mutation bekannte Virusvariante: "Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit dieser Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen - unbedingt."

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Bund und Länder wollen mit der geplanten Bundes-Notbremse in den Schulen ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen vorschreiben, dass bei Präsenzunterricht zwei Corona-Tests pro Woche gemacht werden. Ab 200 soll auf Homeschooling umgestellt werden. In einigen Ländern gibt es bereits geltende Regeln, wonach Schulen ab einer Inzidenz von 100 zu Distanzunterricht wechseln. Sachsen wehrt sich indes gegen das Vorhaben des Bundes. Mehr dazu im Artikel Piwarz: "Wir wollen keine Schulschließungen"

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