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Deutschland & Welt

Corona: Sachsens Impfportal soll am Freitag starten

Buchungen von Impfterminen bald möglich, Luftwaffe fliegt Patienten aus Dresden aus, höchste Verstorbenen-Zahl seit Februar - unser Newsblog.

Das vor zwei Monaten geschlossene Impfzentrum in Dresden ist wieder hochgefahren worden. Ab Freitag sollen Termine auch wieder online gebucht werden können.
Das vor zwei Monaten geschlossene Impfzentrum in Dresden ist wieder hochgefahren worden. Ab Freitag sollen Termine auch wieder online gebucht werden können. © dpa/Sebastian Kahnert

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

13.58 Uhr: Luftwaffe mit sächsischen Covid-Patienten gestartet

Die Bundeswehrmaschine mit sechs sächsischen Intensivpatienten an Bord ist am frühen Nachmittag in Dresden gestartet. Ziel ist der Flughafen Köln. Die sechs Covid-Intensivpatienten kommen aus Krankenhäusern in Pirna, Meißen und Dresden und werden in Kliniken nach Bonn, Köln, Bochum und Marl verlegt.

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13.30 Uhr: Omikron-Variante auch in Norwegen bestätigt

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Norwegen bestätigt worden. Zwei Fälle wurden am Mittwoch in der Gemeinde Øygarden westlich von Bergen nachgewiesen, wie die Kommune im Westen des skandinavischen Landes mitteilte. Die beiden Personen seien auf Reisen in Südafrika gewesen und befänden sich auf dem Weg der Besserung. Zuvor war die Omikron-Variante bereits in einer Reihe anderer europäischer Staaten nachgewiesen worden.

13.17 Uhr: Leipziger Oberbürgermeister: Umfassender Lockdown nötig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat sich für einen noch härteren Lockdown in Sachsen ausgesprochen. Die jetzigen Maßnahmen reichten nicht, um die vierte Welle zu brechen, sagte Jung der "Leipziger Volkszeitung". Das öffentliche Leben müsse ähnlich wie im April 2020 zur Ruhe kommen: keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel außerhalb des Grundbedarfs und keine Gastronomie. "Ich hoffe, dass der Bund uns schnell die Möglichkeiten gibt. Die Schulen sollten offenbleiben, aber die Weihnachtsferien sollten wir um eine Woche vorziehen. Wenn wir noch lange warten, dann können wir die Lage nicht mehr kontrollieren", warnte Jung. Man müsse das jetzt tun, um die medizinische Grundversorgung gewährleisten zu können - Corona dürfe die Lage der Kliniken nicht bestimmen.

12.47 Uhr: Tschechische Grenzregion verlegt Corona-Intensivpatienten

In der tschechischen Grenzregion um Usti nad Labem sind die Krankenhäuser wegen der vierten Corona-Welle an der Kapazitätsgrenze. Drei Intensivpatienten müssen mit Rettungswagen und einem Hubschrauber aus Kliniken in Usti und Teplice nach Prag und Pilsen verlegt werden, wie das nationale Koordinationszentrum für Patientenverteilung bekannt gab. In den nächsten Tagen sollen in Nordböhmen zusätzliche Kapazitäten auf den Corona-Stationen geschaffen werden. Usti nad Labem liegt knapp 50 Kilometer südlich von Dresden.

In Tschechien gab es innerhalb von sieben Tagen 1.193 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Am stärksten betroffen sind weiter die östlichen Landesteile. Knapp 6,4 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. Das Gesundheitssystem des EU-Mitgliedsstaats leidet aber seit Jahren an Personalmangel, da Ärzte und Pflegekräfte aufgrund schlechter Bezahlung ins westliche Ausland gehen.

Auch in Sachsens Nachbarland Tschechien ist die Corona-Situation derzeit sehr kritisch.
Auch in Sachsens Nachbarland Tschechien ist die Corona-Situation derzeit sehr kritisch. © Uhlíø Patrik/CTK/dpa

12.28 Uhr: Dresden meldet knapp 2.000 weitere Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 1.956 weitere Corona-Infektionen und zudem zehn Todesfälle gemeldet. Die hohe Zahl an Infektionen resultiert allerdings auch aus nachgetragenen Daten, denn das Gesundheitsamt war zuletzt so überlastet, dass eine zeitnahe Erfassung nicht möglich war. Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.263 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 63.820 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 48.895 als wieder genesen - 943 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem 18 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 1.038,8 am Dienstag auf nun 1.063,2. Auch sie wird wohl weitersteigen, da zumindest die noch nachzutragenden Fälle der letzten sieben Tage in die Berechnung einfließen.

12.10 Uhr: Dresdens Krematorium bereitet sich auf steigende Todeszahlen vor

Mit dem sehr hohen Corona-Infektionsgeschehen nimmt auch die Anlieferung von Verstorbenen an das Krematorium des Städtischen Friedhofs- und Bestattungswesen wieder zu. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, würden derzeit "werktäglich" bis zu 80 Verstorbene in das Krematorium im Stadtteil Tolkewitz gebracht, üblich seien im Herbst und Winter 40 bis 60.

Die Landeshauptstadt stelle sich auf anhaltend hohe Zahlen ein und erweitere deshalb die Lagerkapazitäten für das Städtische Friedhofs- und Bestattungswesen, hieß es weiter. Das Gesundheitsamt hat für diesen Zweck eine städtische Halle freigegeben, die normalerweise für Hochwasserschutzanlagen genutzt wird. Dort könnten bis zu 400 Särge gelagert werden.

Die zuständige Bürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) sagte, dass in der vergangenen Woche an sieben Tagen gearbeitet wurde, um Verstorbene möglichst rasch einzuäschern und Lagernotwendigkeiten klein zu halten. "Mit über 320 Einäscherungen haben die Mitarbeitenden die maximalen Möglichkeiten des Krematoriums ausgereizt. Ein solches Pensum ist für die Kolleginnen und Kollegen bei der wirklich schweren Arbeit jedoch nicht über mehrere Wochen leistbar."

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11.53 Uhr: Handel hält 2G-Regel für den Einzelhandel für rechtswidrig

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hält die drohende bundesweite Einführung der 2G-Regel für große Teile des Einzelhandels für rechtswidrig. In einem Brief an die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den voraussichtlichen nächsten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb HDE-Präsident Josef Sanktjohanser, die 2G-Regel verletze die Berufsfreiheit der Einzelhändler und verstoße außerdem gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz. Wenn Händler nur geimpften und genesenen Verbrauchern Zugang zu ihren Läden gestatten dürften, sei dies "unverhältnismäßig und daher rechtswidrig". Er stützte sich dabei auf ein aktuelles Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei.

"Schon heute zeigt die Praxis, dass die entsprechenden Restriktionen zu erheblichen Umsatzrückgängen von bis zu 50 Prozent führen und für die Einzelhändler daher existenzgefährdende Auswirkungen haben", schrieb Sanktjohanser und bat die Politiker von einer flächendeckenden 2G-Regel abzusehen.

11.27 Uhr: Chrupalla: AfD-Fraktion wird geschlossen gegen Impfpflicht stimmen

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Tino Chrupalla erwartet, dass kein Mitglied seiner Fraktion für eine vom designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geforderte allgemeine Impfpflicht stimmen wird. Er rechne mit einer "hundertprozentigen" Ablehnung eines solchen Antrags durch die AfD-Bundestagsfraktion, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Aussagen Chrupallas sind alles andere als überraschend, schließlich gibt die Pandemie der Partei eine Bühne, sich einmal mehr als Verfechter gegen das sogenannte "Establishment" darzustellen. Zuletzt hatten AfD-Mitglieder die Argumente von Corona-Skeptikern verbreitet. Lesen Sie dazu auch

11.01 Uhr: Luftwaffen-Airbus zur Patientenverlegung in Dresden eingetroffen

Die Bundeswehr wird heute sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das dafür vorgesehene Spezialflugzeug der Luftwaffe ist kurz nach 10.30 Uhr am Flughafen im Stadtteil Klotzsche eingetroffen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Covid-Patienten in Köln ist für den Nachmittag geplant.

In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Dieses Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

10.42 Uhr: Terminvergabe für Sachsens Impfstellen soll ab Freitag möglich sein

Um künftig lange Schlangen von Wartenden vor Sachsens festen Impfstellen zu vermeiden soll es ein Terminbuchungsportal geben. Dieses war zuletzt mehrfach angekündigt worden. Nun soll es an diesem Freitag um 13 Uhr online gehen. Das sagte DRK-Sprecher Kai Kranich am Mittwoch in Dresden. Demnach sollen Termine ab 6. Dezember, also kommendem Montag, buchbar sein.

In dieser Woche müssen Impfwillige allerdings noch spontan vorbeikommen – und gegebenenfalls auch Wartezeiten auf sich nehmen. In den Zentren, wie etwa dem heute eröffneten in der Dresdner Messe, würden bis zum Start des Terminportals noch Terminkärtchen vor Ort verteilt. Mehr zur Eröffnung des Zentrums in Dresden

10.19 Uhr: Höchste Zahl an Verstorbenen seit Februar

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Toten hat den höchsten Stand seit neun Monaten erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 446 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Statistik hervorgeht. Ein höherer Wert wurde zuletzt mit 490 Verstorbenen am 20. Februar erreicht. Mit Blick auf den aktuellen Wert ist allerdings zu bedenken, dass sich die Zahl der Todesfälle verzögert zur Zahl der Neuinfektionen entwickelt, da zwischen Infektion und Tod einige Zeit vergeht. Es sind also in den kommenden Tagen noch höhere Werte zu befürchten.

Momentan ist die Zahl der täglich übermittelten Verstorbenen aber noch weniger als halb so groß wie zum Höhepunkt der zweiten Corona-Welle Ende vergangenen Jahres - und das, obwohl es momentan wesentlich mehr Ansteckungen gibt als damals. Experten führen das auf den positiven Effekt der Impfung zurück, die wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützt.

10.10 Uhr: Sachsen bekommt zusätzlichen Rettungshubschrauber

Ab diesem Mittwoch ist in Sachsen ein zusätzlicher Rettungshubschrauber im Einsatz. Er soll die vorhandene Staffel von fünf solcher Helikopter bei der Verlegung von Corona-Intensivpatienten unterstützen. Die Finanzierung des Hubschraubers haben sächsische Krankenkassen und die gesetzliche Unfallversicherung übernommen, teilte unter anderem die Krankenkasse IKK mit. Der zusätzliche Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung soll vom Luftrettungsstandort in Bautzen zu seinen Einsätzen starten.

Bereits in der letzten Corona-Welle wurde von den Krankenkassen und gesetzlicher Unfallversicherung ein zusätzlicher Rettungshubschrauber finanziert. Er realisierte vom 23. Dezember 2020 bis zum 22. März dieses Jahres insgesamt 177 Verlegungsflüge von Corona-Intensivpatienten. Mehr zum neuen Helikopter für Sachsen

In Sachsen ist jetzt ein weiterer Rettungshubschrauber in Betrieb genommen worden. Das Fluggerät soll vorrangig zur Verlegung von Covid-Patienten genutzt werden.
In Sachsen ist jetzt ein weiterer Rettungshubschrauber in Betrieb genommen worden. Das Fluggerät soll vorrangig zur Verlegung von Covid-Patienten genutzt werden. © Symbolfoto: DRF Luftrettung

9.39 Uhr: Deutsche Bahn eröffnet Impfzentren für ihre Beschäftigten wieder

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle eröffnet die Deutsche Bahn wieder ihre Impfzentren. "Allen DB-Mitarbeitenden wird eine Auffrischung bzw. eine Grundimmunisierung der Covid-19-Impfungen an zehn Standorten ermöglicht", teilte eine Sprecherin mit. Damit wolle der Konzern dazu beitragen, die Pandemie zu bekämpfen und die Beschäftigten gesund zu halten.

Die ersten sieben Impfzentren werden demnach am 6. Dezember wieder hochgefahren, die übrigen im Januar. Bis zum 31. März soll das Angebot für die Beschäftigten bestehen bleiben. Die Bahn hatte schon im Frühjahr interne Impfzentren für ihre bundesweit mehr als 200.000 Beschäftigten eröffnet, sie zwischenzeitlich aber wieder geschlossen.

9.16 Uhr: Erneut Umsatzrückgänge für Deutschlands Einzelhändler

Das letzte Quartal des Jahres hat für Deutschlands Einzelhändler mit Umsatzrückgängen begonnen. Preisbereinigt setzten die Händler im Oktober des laufenden Jahres sowohl im Vergleich zum Vormonat (-0,3 Prozent) als auch im Vergleich zum Oktober 2020 (-2,9 Prozent) weniger um. Den Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch zufolge gab es auch in nominaler Betrachtung im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang - und zwar um 0,4 Prozent. Lediglich der nominale Umsatz im Vergleich zum September 2021 lag mit 0,2 Prozent leicht im Plus. Alle diese Zahlen sind kalender- und saisonbereinigt.

Auf das Gesamtjahr gesehen hat sich die Branche vom Tief des Vorjahres, das besonders von Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betroffen war, etwas erholt. Von Januar bis einschließlich Oktober lagen die Umsätze der Einzelhändler in Deutschland sowohl real (+0,7 Prozent) als auch nominal (+2,5 Prozent) über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Normalerweise lässt das Weihnachtsgeschäft die Kassen im Handel ordentlich klingeln. Mit Sorge verfolgt die Branche daher die Diskussion um Corona-Regeln wie 2G, also den Zutritt nur für Geimpfte und Genesene.

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8.53 Uhr: Dresdens Impfzentrum startet heute Vormittag

Noch vor zwei Monaten hieß es, die Impfzentren in Sachsen würden nicht mehr benötigt. Wer sich impfen lassen wolle, könne dies nun bei seinem Haus- oder Betriebsarzt tun. Dass dies nicht funktioniert hat, haben die vergangenen Wochen gezeigt: In Dresden war die Nachfrage nicht zuletzt aufgrund der Booster-Impfungen so groß, dass sich vor mobilen Impfpunkten Schlangen bildeten, Impfwillige mussten weggeschickt werden. Darüber hinaus impfen längst nicht alle Hausärzte. Wer es dennoch macht, muss Patienten inzwischen bis ins nächste Jahr vertrösten. Aus diesem Grund wird am heute das Impfzentrum in der Dresdner Messe reaktiviert. Was Sie dazu jetzt wissen müssen

Ein Mitarbeiterin des DRK-Sachsen während der Aufbauarbeiten des Impfzentrums in der Messe Dresden.
Ein Mitarbeiterin des DRK-Sachsen während der Aufbauarbeiten des Impfzentrums in der Messe Dresden. ©  dpa/Robert Michael

8.19 Uhr: Bundestag soll ohne Fraktionszwang über Impfpflicht entscheiden

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus und will darüber im Bundestag ohne Fraktionszwang abstimmen lassen. Er sagte am Dienstagabend in den ARD-"Tagesthemen", die Impfpflicht könnte im Februar oder Anfang März nächsten Jahres in Kraft treten, jeder könne sich darauf einstellen.

Scholz nannte es eine "gute Praxis", im Bundestag über eine "so grundstürzende Entscheidung für unser Land" auf Grundlage fraktionsübergreifender Anträge zu beraten und die Abstimmungen seitens der Fraktionen als Gewissensfrage freizugeben. Mehr zur geplanten allgemeinen Impfpflicht

7.45 Uhr: Biontech und Pfizer wollen Kinder-Impfstoff früher ausliefern

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen eine Woche früher als geplant ihren Corona-Impfstoff für Kinder in der EU ausliefern. Die "Comirnaty"-Lieferung für die Altersgruppe fünf bis elf Jahre an beteiligte EU-Mitgliedsstaaten soll am 13. Dezember erfolgen.

Der niedriger dosierte und deshalb neu abgefüllte Impfstoff soll an diesem Tag in den Staaten zum Start von Impfkampagnen zur Verfügung stehen. Ursprünglich war der 20. Dezember als Ausliefertermin vorgesehen gewesen. Mehr zum Impfstoff für Kinder. Lesen Sie zu diesem Thema auch:

7.07 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen sinkt erneut

Ist das die Trendwende? Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist den zweiten Tag infolge gesunken - der Freistaat bleibt aber mit großem Abstand der bundesweite Hotspot. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch einen Wert von 1.209,4. Tags zuvor lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 1.268,9, am Montag waren es 1.284,8. Bundesweit lag der Wert heute bei 442,9 - Sachsen bleibt damit weiter das am stärksten betroffene Bundesland vor Thüringen (962,5) und Brandenburg (722,4).

Innerhalb Sachsens liegen aktuell insgesamt zehn Landkreise und zwei kreisfreie Städte über einem Inzidenzwert von 1.000 - die 2.000 wird laut RKI derzeit niocht erreicht. Den bundes- und damit auch sachsenweit höchsten Wert meldete erneut der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1.990,0, gefolgt vom Erzgebirgskreis mit 1794,4. Die niedrigste Inzidenz im Freistaat registrierte das RKI für die Stadt Leipzig: Mit 717,2 ist dies das einzige der 13 sächsischen Verwaltungsgebiete mit einer dreistelligen Ansteckungsrate.

6.38 Uhr: Berater empfehlen Zulassung für Corona-Mittel von Merck in USA

Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung für ein Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck empfohlen. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Gremiums am Dienstag nach stundenlanger Diskussion per Abstimmung aus. 13 Mitglieder des Gremiums sprachen sich dafür aus, 10 dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist für die FDA nicht bindend, meist folgt die Behörde aber der Einschätzung der Berater. Eine Notfallzulassung der FDA könnte nun innerhalb weniger Tage folgen.

Merck hatte mitgeteilt, dass das als Tablette verabreichte Medikament einer klinischen Studie zufolge bei Risiko-Patienten die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe reduziere. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft den Einsatz von Molnupiravir. Unter anderem der Hersteller Pfizer hat ebenfalls ein Corona-Medikament entwickelt, das geprüft wird.

Auf diesen Pillen des US-Pharmakonzerns Merck ruhen viele Hoffnungen im Kampf gegen Corona.
Auf diesen Pillen des US-Pharmakonzerns Merck ruhen viele Hoffnungen im Kampf gegen Corona. © Merck & Co./AP

6.06 Uhr: Dorfbewohner organisieren erfolgreich Impfaktion

Es ist in diesen Tagen überall das gleiche Bild: Dort, wo Impfteams Station machen, bilden sich meist schon vor dem Start der Corona-Impfungen lange Schlangen. Impfwillige müssen so oft lange warten oder gar unverrichteter Dinge wieder gehen. Wer auf dem Dorf wohnt, hat obendrein meist noch einen langen Anfahrtsweg, denn die DRK-Impfteams kommen meist nur in größere Orte. Dass es auch anderes gehen kann, haben im Landkreis Meißen jetzt zwei Volkersdorfer bewiesen. Alles zur Impfaktion in Volkersdorf

5.43 Uhr: Experte: Vielleicht einige Hundert Omikron-Fälle in Deutschland

Nach ersten Nachweisen der Omikron-Variante in Deutschland gehen Experten von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Der Zeitraum, in dem Reisende das Virus bereits international verbreiteten, betrage sicher Wochen, teilte Oliver Keppler, Vorstand am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München der Nachrichtenagentur dpa mit. "Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein."

Die aktuellen Infektionszahlen könne man nicht mit Omikron in Verbindung bringen, das sei die Delta-Welle, betonte Keppler auch. Er halte eine größere unentdeckte Omikron-Verbreitung in Deutschland für unwahrscheinlich. Am Max von Pettenkofer-Institut waren Omikron-Fälle in Bayern nachgewiesen worden. Die Variante war kurz nach ihrem Bekanntwerden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft worden. Inzwischen haben mehrere Länder weltweit Nachweise gemeldet. Gesamtzahlen für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut bisher nicht.

Mittwoch, 5.07 Uhr: RKI registriert 67.186 Corona-Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 442,9 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert leicht darunter bei 452,2 gelegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.186 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 66.884 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 446 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 335 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.903.999 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 4.937.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.790.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 5,73 an (Montag: mit 5,52). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.57 Uhr: Schwesig: An Impfpflicht führt kein Weg vorbei

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterstützt die Pläne des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz (beide SPD) für eine Impfpflicht in Deutschland. "Es führt kein Weg mehr an der allgemeinen Impfpflicht vorbei", sagte Schwesig am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Zuvor hatte sie an einer Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Lage teilgenommen, bei der auch das Thema Impfpflicht erörtert worden sei.

Die Hoffnung, dass sich genügend Menschen freiwillig für eine Corona-Schutzimpfung entscheiden, habe sich trotz intensiven Werbens nicht erfüllt. Die Folgen seien nun an der vierten Infektionswelle ersichtlich, die zu hoch sei. "Viele Menschen, die sich impfen lassen haben, die sich jetzt boostern lassen und sich an die Regeln halten, sind total frustriert", erklärte Schwesig.

20.55 Uhr: Corona-Demos belasten Sachsens Polizei

In vielen sächsischen Städten und Gemeinden finden derzeit "Spaziergänge" gegen die Corona-Regeln statt. Das Versammlungsgesetz ist durch die Corona-Notverordnung stark beschränkt, nur eine stationäre Versammlung von zehn Menschen ist erlaubt. Die Polizei müsste die Spaziergänge, wie am Montag in Freiberg mit mindestens 700 Teilnehmern, also auflösen. Keine leichte Aufgabe - da mit Eskalation zu rechnen ist. Die Hintergründe der Demonstrationen, wer die Organisatoren sind und wo stark die Polizei mit den regelmäßigen Sondereinsätzen ist, lesen Sie hier: Was macht die Polizei gegen die verbotenen Demos?

In Freiberg war die Polizei am Montag mit mehreren Hundertschaften vor Ort, weil sich ein großer "Spaziergang" angekündigt hatte.
In Freiberg war die Polizei am Montag mit mehreren Hundertschaften vor Ort, weil sich ein großer "Spaziergang" angekündigt hatte. © Sebastian Willnow

20.20 Uhr: WHO für Corona-Tests statt Reisebeschränkungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die von der EU und anderen Ländern verhängten Reisebeschränkungen wegen der Coronavirus-Variante Omikron kritisiert. "Pauschale Reiseverbote werden die internationale Ausbreitung nicht verhindern, und sie stellen eine schwere Belastung für Leben und Existenzgrundlagen dar", erklärte die WHO am Dienstagabend in Genf. Solche Verbote könnten sich sogar negativ auswirken, indem sie Länder davon abhalten, Daten zu melden und auszutauschen. Nach WHO-Angaben haben mindestens 56 Länder Reiseeinschränkungen verhängt, um die Ausbreitung von Omikron zu verlangsamen. Südafrika, wo die Variante entdeckt worden war, klagt darüber, dass es nun bestraft werde.

18.40 Uhr: Bobpilot Francesco Friedrich über Corona: "Jetzt kommt es auf jeden an"

Vor dem Bob-Weltcup am kommenden Wochenende im Corona-Hotspotgebiet Altenberg äußert sich Bobpilot Francesco Friedrich besorgt über die sich immer weiter zuspitzende Lage - insbesondere in der Region. Der zweifache Olympiasieger und Rekordweltmeister lebt in Pirna, Altenberg ist seine sportliche Heimat. Im Podcast "Dreierbob" bei Sächsische.de sagt Friedrich: "Wir wissen alle, was wir zu tun und zu lassen haben." Es sei in der jetzigen Situation deshalb egal, ob man geimpft sei oder nicht. "Hauptsache, jeder hält sich an die Regeln."

In dem Podcast berichtet der Athlet außerdem über seine Erlebnisse in China. Erst kürzlich war der gesamte Bob-Zirkus für drei Wochen an der neuen Olympia-Bahn, die rund 80 Kilometer entfernt von Peking in Yanqing liegt. "Die Chinesen nehmen das Thema sehr, sehr ernst", betont Friedrich. Er berichtet von täglichen PCR-Tests und reibungslosen Abläufen, wie sie auch während der Spiele Anfang Februar zu erwarten sind. Die Podcastfolge hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Hintergründe erfahren Sie in diesem Artikel: Francesco Friedrich zu Corona: "Es kommt jetzt auf jeden an"

18.15 Uhr: Zusätzliche 160 Millionen Euro für das Impfen in Sachsen

Für die Ausweitung der Impfangebote in Sachsen hat der Haushaltsausschuss das Landtages zusätzliche 160 Millionen Euro freigegeben. Damit sollen die mobilen Impfteams mehr Personal erhalten, wie Gerhard Liebscher, Haushaltspolitiker der Grünen-Fraktion, am Dienstag mitteilte. "Außerdem wollen wir die Impfzentren in Chemnitz, Dresden und Leipzig wiedereröffnen." Angebot und Nachfrage beim Impfen passen in Sachsen seit Wochen nicht mehr zusammen. Vor den Impfstationen, in denen ohne Termin geimpft wird, bilden sich jeden Tag lange Warteschlangen. Die Landesregierung hat den Ausbau der Kapazitäten ab Dezember zugesagt.

17.40 Uhr: Sachsen Omikron-Verdacht nicht endgültig bestätigt

Anders als von der Stadt Leipzig am Dienstagvormittag bekanntgegeben, sei der registrierte Omikron-Fall noch nicht endgültig durch eine Gesamtgenomsequenzierung bestätigt. Das teilte das Leipziger Uniklinikum am Dienstag mit. "Es ist ein dringender Verdacht, sagte eine Sprecherin. Die Chefin des Leipziger Gesundheitsamtes, Regine Krause-Döring, bereits am Vortag bei einem Online-Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) über den Fall berichtet. Betroffen ist demnach ein 39 Jahre alter Mann, der weder im Ausland war noch Kontakt zu einem Menschen hatte, der sich im Ausland befand.

17.15 Uhr: Dresden will mehr Geld für Weihnachtsmarkt-Händler

Die nach Absage der sächsischen Weihnachtsmärkte für Händler in Frage kommenden Wirtschaftshilfen gehen der Stadt Dresden nicht weit genug. Die bisher von Land und Bund aufgezeigten Corona-Hilfen könnten nur eingeschränkt den Schaden der Weihnachtsmarkthändler ersetzen, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Dienstag.

«Die Hilfen gehen in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. Es ist ein Programm notwendig, das den nachweislich entstandenen finanziellen Aufwand aller Händler und Betreiber sämtlicher Weihnachtsmärkte der Stadt vollumfänglich ersetzt und in Härtefallsituation auch den Lebensunterhalt im Dezember sichert», forderte Robert Franke, Leiter des Dresdner Amtes für Wirtschaftsförderung.

16.50 Uhr: Impfpflicht ab Februar möglich?

Angesichts der dramatischen Corona-Lage soll der Bundestag möglicherweise über eine allgemeine Impfpflicht abstimmen. Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach sich in einer Bund-Länder-Konferenz am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für eine entsprechende Abstimmung im Parlament ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin aus. Die von Union und Grünen geführten Länder forderten den Bund dort auf, die "Vorbereitungsarbeiten zur Einführung einer allgemeinen Impflicht zügig einzuleiten". Die Impfpflicht könnte ab Anfang Februar greifen, wie aus von der SPD-Seite vorgelegten Vorschlägen hervorgeht.

Scholz hatte sich bereits für eine Corona-Impfpflicht in bestimmten Einrichtungen mit Risikogruppen ausgesprochen. Eine Abstimmung ohne Fraktionszwang, wie nun anvisiert, kommt bei ethisch heiklen Fragen in Betracht.

16.35 Uhr: Kretschmer: "Spüre Akzeptanz für härteren Lockdown"

„Ich spüre in der Bevölkerung eine Akzeptanz für härtere, konsequentere Maßnahmen“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Dienstag nach Konferenz von Bund und Ländern. „Wir werden sehen, wie der Bundesgesetzgeber jetzt konkret das Infektionsschutzgesetz ausgestaltet. Uns liegt daran, nicht bis zum 15. Dezember zu warten.“ Zum Ende der Woche solle die Lage in Sachsen neu bewertet werden. Es gebe leichte Hoffnungszeichen, „dass wir ähnlich wie in Bayern einen Rückgang der Infektionen sehen können“. Wie eine repräsentative Umfrage zeigt, wäre auch eine Mehrheit der Sachsen für harte Lockdown-Maßnahmen.

Die aktuellen Einschränkungen dürften nicht konterkariert werden durch Schludrigkeit. Man könne von jedem verlangen, dass er sich an diese Regeln halte. „Wer immer noch Corona leugne, der richtet sich selbst“, sagte Kretschmer.

Sachsens Landtag will nach Antrag der Staatsregierung am Montag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Dabei soll es vor allem darum gehen, inwieweit das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes auf Sachsen anwendbar ist. Die Sitzung soll um 13 Uhr beginnen und wird live übertragen.

16.25 Uhr: Kretschmer kündigt neue Bund-Länder-Konferenz an

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nimmt Stellung zu den derzeitigen Corona-Entwicklungen. Er kündigte eine neue Ministerpräsidenten-Konferenz noch in dieser Woche an, bei der neue Beschlüsse getroffen werden sollen. Dabei soll auch das Zuschauerverbot bei Bundesliga-Spielen vereinbart werden, wie es in Sachsen bereits gilt. Die Konferenz soll am Donnerstag stattfinden.

Das Verhältnis von Bund und Ländern habe sich wieder deutlich verbessert, so Kretschmer. Man sei einig darin, dass „nicht nur die Maßnahmen am 15. Dezember nicht auslaufen dürfen, sondern die Länder sollen alle Instrumente in die Hand bekommen, um die Krise zu meistern“, erklärte Kretschmer. „Die Situation im Freistaat Sachsen wird von allen Kolleginnen und Kollegen anerkannt – auch von der Bundesregierung. Man sieht, wie wir uns hier engagieren und ist bereit, uns in dieser Frage zu helfen.“

Mit Blick auf Silvesterfeiern sagte Kretschmer: "In Anbetracht der Situation darf es keine zusätzlichen Kontakte geben, sondern wir brauchen diesen Abstand, um die Welle zu brechen." Bei den aktuellen Corona-Zahlen gebe es zumindest eine Stagnation, so Kretschmer. Dennoch sei die Lage ernst.

15.44 Uhr: 9.162 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium meldet am Dienstag 9.162 Neuinfektionen und 56 Todesfälle in 24 Stunden. Damit haben sich seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 mehr als 500.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 1.269 und damit etwas niedriger als am Vortag, trotzdem ist Sachsen weiterhin das Bundesland mit der mit Abstand höchste Inzidenz. Dahinter kommen Thüringen (Inzidenz: 937), Brandenburg (727,8) und Sachsen-Anhalt (717,2).

14.59 Uhr: Omikron-Ausbreitung laut Gesundheitsministerium "nicht zu verhindern"

Das sächsische Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass eine Beurteilung der Gefahr durch Omikron aktuell noch nicht möglich sei, weil über die Infektionskraft der neuen Mutation noch zu wenig bekannt sei. Auch könne noch nicht eingeschätzt werden, wie gut die aktuell verfügbaren Impfstoffe vor einer Infektion schützten. Nach den bisherigen Erfahrungen lasse sich eine Ausbreitung der Variante wahrscheinlich nicht mehr verhindern, so das Ministerium.

14.48 Uhr: Laut Studie halten 28 Prozent der Sachsen Corona für "Lüge"

Eine Studie zeigt, dass Corona-Leugner und Anhänger von Corona-Verschwörungstheorien zwar oft die öffentliche Wahrnehmung dominieren, ihr Anteil aber im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der Universitäten Wien und Edinburgh, über die das ZDF berichtet. Haben im vergangenen Jahr noch 14 Prozent der Deutschen Corona geleugnet, sind es im Jahr 2021 nur noch neun Prozent. Nur in Sachsen geht der Anteil laut der Studie nach oben. Die Autoren bezeichnen den Freistaat als "Hotspot". Hier halte mehr als jeder Vierte (28 Prozent) Corona für eine Lüge.

14.28 Uhr: Olaf Scholz für allgemeine Impfpflicht

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich laut Spiegel-Informationen während der Bund-Länder-Gespräche für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. "Ich als Abgeordneter werde ihr jedenfalls zustimmen, um das ganz klar zu sagen", sagte Scholz. Die Abstimmung darüber im Bundestag solle ohne Fraktionszwang stattfinden, sagte Scholz.

14.10 Uhr: Sachsens AfD gegen Sondersitzung

Die AfD im Landtag hat von Plänen zur Einberufung einer Landtagssondersitzung am Freitag Abstand genommen. Das sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es habe eine große Bandbreite an Meinungen zu dem Thema gegeben. Die AfD ist Kritikerin der Corona-Politik des Bundes sowie des Freistaates. Die Fraktion hatte in der vergangenen Woche differenzierten Schutz anstelle eines Lockdowns gefordert.

13.52 Uhr: Sächsische Impfkommission empfiehlt Kinder-Impfung

In Sachsen können sich bald auch Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilt Hans-Christian Gottschalk, Görlitzer Kinderarzt und Mitglied der Sächsischen Impfkommission (Siko) mit. Die Empfehlung soll noch heute herausgegeben werden und ab morgen gelten. Die Hintergründe der Entscheidung lesen Sie hier: Sächsische Impfkommission empfiehlt Kinder-Impfung.

13.45 Uhr: RB Leipzig sagt Training ab

Das Coronavirus sorgt beim Fußball-Bundesligisten RB Leipzig weiterhin für Unruhe. Am Dienstag war ein Schnelltest eines Betreuers positiv, weshalb das Training nach dpa-Informationen abgesagt wurde. Alle Spieler unterzogen sich einem PCR-Test. Am Freitag muss Leipzig bei Union Berlin antreten. Anfang vergangener Woche waren Trainer Jesse Marsch und Kapitän Peter Gulacsi positiv getestet worden. Nach dem Champions-League-Spiel in Brügge wurden die positiven Tests von Yussuf Poulsen, Hugo Novoa, Mohamed Simakan und Willi Orban veröffentlicht. Hinzu kommen positiv getestete Betreuer, so dass der Club auf neun Corona-Fälle kam. Bei RB Leipzig sind alle Spieler und Betreuer nach Club-Angaben entweder vollständig geimpft oder genesen.

13.25 Uhr: Weltgrößtes Flugzeug bringt Millionen Corona-Tests nach Leipzig

Auf dem Flughafen Leipzig/Halle sind am Dienstag im größten Transportflugzeug der Welt 3,5 Millionen Coronatests angekommen. Die Antonow AN-225 sei aus China mit einer Zwischenlandung in Bischkek in Kirgistan gekommen, sagte Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart. Eine Landung des riesigen Transportflugzeugs gilt jedes Mal als etwas Besonderes. In den nächsten Wochen sei noch ein weiterer AN-225-Flug nach Leipzig geplant.

Der Airport ist Deutschlands zweitgrößter Umschlagplatz für Luftfracht. Auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie spielt er für die Verteilung medizinischer Güter eine größere Rolle. In den vergangenen Monaten seien rund 100 Frachtflieger mit Millionen Coronatests abgefertigt worden. Mehr als 80 Frachtairlines steuern Leipzig/Halle an.

Die Antonow AN-225, das größte Flugzeug der Welt, wird am Flughafen Leipzig/Halle entladen.
Die Antonow AN-225, das größte Flugzeug der Welt, wird am Flughafen Leipzig/Halle entladen. © Mitteldeutsche Flughafen AG

13.06 Uhr: Chemnitz nimmt feste Impfstelle in Betrieb

In Chemnitz sollen ab Mittwoch täglich bis zu 250 Corona-Impfungen über eine neue feste Impfstelle verabreicht werden können. Dafür sei ein ehemaliger Supermarkt ausgebaut worden, teilte die Stadt am Dienstag mit. Zunächst übernehme ein mobiles Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Arbeit. In naher Zukunft soll ein zweites Team dazustoßen und damit die Kapazität auf bis zu 500 Impfungen pro Tag erhöhen.

"60 Impfwillige können dort am Standort drinnen auf ihre Impfung warten und sind so vor Wind und Wetter geschützt. Es ist jetzt am Freistaat und dem DRK, die zugesagten Impfteams und die notwendige Technik bereit zu stellen, damit so schnell wie möglich Chemnitzerinnen und Chemnitzer geimpft oder geboostert werden können", sagte der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD).

Geöffnet ist die Impfstelle von Montag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr. Am Eröffnungstag soll es erst ab 11 Uhr losgehen. Sobald das Onlineportal für Terminbuchungen des DRK wieder am Netz ist, werde es zudem möglich sein, feste Impftermine für den Chemnitzer Standort zu buchen.

12.48 Uhr: Athen setzt ältere Ungeimpfte mit monatlicher Geldstrafe unter Druck

In Griechenland müssen sich Menschen über 60 bis zum 16. Januar mindestens einmal impfen lassen. Andernfalls droht ihnen von da an eine monatliche Geldbuße von 100 Euro. Das kündigte Regierungschef Kyriakos Mitsotakos am Dienstag im Staatsfernsehen an. "Es gibt nur eine Altersgruppe, die darauf besteht abzuwarten: Von den 580.000 ungeimpften Bürgern über 60 Jahre haben sich im November nur 60.000 impfen lassen. Und leider sind es gerade die über 60-Jährigen, die krank werden und sterben", sagte er.

Aus der Impf-Verpflichtung kommen die Bürger nicht heraus: Die staatliche Sozialversicherung leitet die Daten der Ungeimpften an das Finanzamt weiter, das dann für die Eintreibung der Geldbuße zuständig ist. Die so eingetriebenen Bußgelder sollen den Krankenhäusern zugute kommen. "Das ist keine Strafe, sondern ein Bonus für die Gesundheit - ein Akt der Gerechtigkeit", sagte Mitsotakis.

Kyriakos Mitsotakis, Premierminister von Griechenland, kündigte Strafen ältere Ungeimpfte an.
Kyriakos Mitsotakis, Premierminister von Griechenland, kündigte Strafen ältere Ungeimpfte an. © Francsico Seco/Pool AP/dpa

12.24 Uhr: Sachsen-SPD fordert weitreichenden Lockdown

Die sächsische SPD hat einen weitreichenden Lockdown im Freistaat gefordert, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Der Bund müsse schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, einen solchen Lockdown zu verhängen und auch durchzusetzen, verlangte Parteichef Henning Homann am Dienstag. Die Kontrollen müssten weiter ausgebaut werden, um "das systematische Unterlaufen der Regeln durch eine kleine, aber gefährliche Minderheit zu unterbinden".

"Das Gesundheitssystem ist überlastet, die Infektionszahlen erreichen jeden Tag neue Höchstwerte, die Zahl der Todesfälle nimmt rapide zu. Offensichtlich reichen die bisher ergriffenen Maßnahmen des Wellenbrechers nicht aus, auch weil sie nicht konsequent durchgesetzt werden", erklärte Homann. Nur mit der Impfung werde man die Pandemie überwinden, ergänzte die Parteivorsitzende Kathrin Michel. "Eine Pandemiebekämpfung nach Kassenlage darf es nicht geben. Wir sprechen uns zudem für die Einführung einer zunächst einrichtungsbezogenen Impfpflicht aus."

Zum Brechen der Welle seien jetzt Einschränkungen für alle Menschen in Sachsen notwendig, hieß es weiter. Es sei aber klar, dass es fortan eine konsequente und weitreichende Anwendung der 2G-Regelung geben müsse, bis die Pandemie wirklich vorüber ist. "Nur wer geimpft oder genesen ist, wird unter weitreichender Anwendung von 2G bzw. 2G plus am öffentlichen Leben teilhaben können."

12.18 Uhr: Dresden meldet 14 weitere Todesopfer

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 2.032 weitere Corona-Infektionen und zudem 14 Todesfälle gemeldet. Die hohe Zahl an Infektionen resultiert allerdings auch aus nachgetragenen Daten, denn das Gesundheitsamt war zuletzt so überlastet, dass eine zeitnahe Erfassung nicht möglich war. Nach der Aufstockung des Personals werden diese Fälle nun nachträglich erfasst.

Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.253 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 61.864 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 47.952 als wieder genesen - 1.510 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem 18 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 965,8 am Montag auf nun 1.038,8. Auch sie wird wohl weitersteigen, da zumindest die noch nachzutragenden Fälle der letzten sieben Tage in die Berechnung einfließen.

11.49 Uhr: Bislang 13 Patienten aus Sachsen verlegt

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind inzwischen 13 Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt worden. Sie wurden aus Krankenhäusern in Dresden, Annaberg, Zschopau, Rodewisch, Freiberg und Erlabrunn nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen gebracht, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Eine weitere Liste mit sieben zu verteilenden Patienten aus Sachsen sei vom Bundeskleeblatt am Montag bestätigt worden.

Weitere Verlegungen seien geplant, darunter am Dienstag ein Ambulanzflug mit zwei Patienten aus Dresden nach Hannover. Zudem seien am Montag 13 weitere Patienten für eine Verlegung an das Kleeblatt gemeldet worden. Am Mittwoch soll die Bundeswehr erstmals auch sächsische Intensivpatienten zu Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen - siehe Blogeintrag von 10.05 Uhr.

11.37 Uhr: Lieferschwierigkeiten im Einzelhandel nehmen weiter zu

Mehr als drei Viertel aller deutschen Einzelhändler klagen über Lieferprobleme. Von den Lieferschwierigkeiten waren einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts zufolge im November 77,8 Prozent der Einzelhändler betroffen, im Oktober lag die Quote noch bei 60 Prozent, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Der ifo-Umfragen-Leiter Klaus Wohlrabe sagte, bei Weihnachtsgeschenken sei in diesem Jahr Flexibilität gefragt: "Manche Stelle im Regal wird zu Weihnachten wohl leer bleiben."

Wegen der Corona-Pandemie sei immer noch "Sand im Getriebe der weltweiten Logistik", viele Schiffslieferungen seien verzögert, sagt Wohlrabe. Alle Spielzeug-Einzelhändler berichteten in der Umfrage von Problemen, auch bei Fahrradhändlern (95,8 Prozent) und Autohändlern (93,5 Prozent) seien fast alle Unternehmen betroffen. Auch der Nachschub für elektronische Produkte sei schwierig. Mehr als zwei Drittel der Einzelhändler wollten in den nächsten drei Monaten die Preise anheben.

11.05 Uhr: Kritik am Vorgehen der Polizei bei Corona-Demos in Sachsen

Das Vorgehen der sächsischen Polizei bei den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik sorgt erneut für heftige Kritik. "Querdenker marschieren ungehindert durch Chemnitz, dagegen protestierende Linke werden gewaltsam festgesetzt", schrieb die Linke-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz auf Twitter. "Da kann sie plötzlich Gewalt einsetzen."

Am Montagabend hatten sich wiederholt Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen in Sachsen versammelt, obwohl derzeit nur stationäre Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern zulässig sind. Dessen ungeachtet waren etwa in Chemnitz und Freiberg Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen. In Chemnitz hatten sich laut Polizei 27 links orientierte Demonstranten dem Aufzug entgegengestellt. Daraufhin trennte die Polizei nach eigener Darstellung beide Lager. Als der Tross von rund 300 Gegnern der Corona-Maßnahmen die Route änderte, habe die linke Gruppe versucht, die Polizeikette zu durchbrechen, heißt es in der Mitteilung. Daraufhin seien sie festgesetzt worden.

Dem Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Schutz-Maßnahmen folgten unter anderem in Freiberg mehrere Hundert Menschen.
Dem Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Schutz-Maßnahmen folgten unter anderem in Freiberg mehrere Hundert Menschen. © dpa/Daniel Schäfer

10.40 Uhr: Verdacht auf Omikron-Variante in Sachsen bestätigt

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist in Sachsen nachgewiesen worden. Der Fall in Leipzig sei durch eine Genomsequenzierung bestätigt, teilte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag mit. Es handele sich um einen Verdachtsfall, über den die Chefin des Gesundheitsamtes, Regine Krause-Döring, bereits am Vortag berichtet hatte. Betroffen ist demnach ein 39 Jahre alter Mann, der weder im Ausland war noch Kontakt zu einem Menschen hatte, der sich im Ausland befand - siehe Blogeintrag von Montag, 19,14 Uhr. Die speziellen Corona-PCR-Tests auf Varianten werden zumeist nur bei begründetem Verdacht veranlasst. Warum die Testung bei dem Leipziger Patienten vorgenommen wurde, konnte die Stadt am Dienstag zunächst nicht sagen.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland - Fälle der Variante aufgetaucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die zunächst im südlichen Afrika entdeckte Corona-Variante am Freitag als "besorgniserregend" eingestuft.

10.34 Uhr: Günther Jauch sieht Geimpfte in "Geiselhaft"

Günther Jauch, seit vielen Jahren Moderator von Jahresrückblicken, hat im Corona-Jahr 2021 kein Verständnis für Impfverweigerer. In einem RTL-Interview sagte der populäre Moderator mit Blick auf die vielen Impfmöglichkeiten gegen Covid-19: "Ich kann Ihnen aber auch sagen, welchen Menschen ich in diesem Jahr mit großem Unverständnis begegne: Das sind für mich alle Impfverweigerer, die mit ihrem Starrsinn zig Millionen Menschen quasi in Geiselhaft nehmen." Am Sonntag moderiert der 65-Jährige die Live-Show "2021! Menschen, Bilder, Emotionen". Es soll seine letzte Ausgabe dieser Sendung nach 25 Jahren werden.

Der Potsdamer hatte sich im Frühjahr mit Corona infiziert und musste einige Ausgaben der Spielshow "Denn sie wissen nicht, was passiert!" ausfallen lassen. Er warb im Auftrag der Bundesregierung als prominentes Gesicht für die Impfung gegen Covid-19.

10.05 Uhr: Luftwaffe fliegt Patienten aus Sachsen aus

Die Bundeswehr soll erstmals auch sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das Spezialflugzeug der Luftwaffe wird die Schwerkranken nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Dresden nach Köln bringen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Patienten in Köln ist am frühen Nachmittag geplant.

In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Das Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

Die von der Luftwaffe zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt das zur Verlegung von Intensivpatienten umgerüstete Innere eines A310 MedEvac
Die von der Luftwaffe zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt das zur Verlegung von Intensivpatienten umgerüstete Innere eines A310 MedEvac © Kevin Schrief/Bundeswehr/dpa

9.45 Uhr: Beschränkungen der "Notbremse" waren verfassungsmäßig

Der Bund durfte in der dritten Pandemie-Welle im Frühjahr über die sogenannte Corona-Notbremse Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängen. Die Maßnahmen hätten in erheblicher Weise in verschiedene Grundrechte eingegriffen, seien aber "in der äußersten Gefahrenlage der Pandemie" mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen, teilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Dienstag mit.

Demnach durfte der Bund im Frühjahr über die sogenannte Corona-Notbremse auch Wechselunterricht und Schulschließungen anordnen. Das Bundesverfassungsgericht wies Klagen von Schülern und Eltern dagegen ab, erkennt aber erstmals ein "Recht der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Staat auf schulische Bildung".

Die sogenannte Notbremse galt von Ende April bis Ende Juli. Sie sah vor, dass ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 bundesweit Kontaktbeschränkungen sowie eine nächtliche Ausgangssperre gelten. Ab einer Inzidenz von 165 sollte zudem an Schulen der Präsenzbetrieb eingestellt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger sahen in dem Gesetz einen unzulässigen Eingriff in ihre Grundrechte.

9.06 Uhr: England verschärft wieder die Maskenpflicht

Nach mehreren Monaten der Freiheit müssen sich die Menschen in England wieder ans Maskentragen gewöhnen. Wegen der Verbreitung der besorgniserregenden Omikron-Variante gilt im größten britischen Landesteil seit heute wieder eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Zuvor hatte diese nur noch an einzelnen Orten, etwa einigen Supermärkten und der Londoner "Tube", gegolten, war aber kaum durchgesetzt wurden. In Theatern, Restaurants, Bars, Clubs und Kinos sind weiterhin weder Maske noch Impf- oder Testnachweise notwendig. Schottland, Wales und Nordirland haben eigene, etwas strengere Regeln. Insgesamt wurden bislang in Großbritannien 14 Fälle der Omikron-Variante festgestellt.

Trotz der vergleichsweise seichten Verschärfung der Regeln in England gibt es Kritik: So sorgt sich eine Boutique-Besitzerin in Leeds einem BBC-Bericht zufolge, es könnten keine Kunden mehr in ihr Geschäft kommen, wenn wieder eine Maskenpflicht gelte. Die Reisebranche kritisierte zudem die Rückkehr von teuren PCR-Tests und Quarantäne nach der Einreise: Ankommende müssen sich seit Dienstagmorgen bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne begeben.

Passanten auf einer Londoner Einkaufsstraße: Engländer müssen nun wieder häufiger Maske tragen.
Passanten auf einer Londoner Einkaufsstraße: Engländer müssen nun wieder häufiger Maske tragen. © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

8.39 Uhr: Strengere Regeln ab Mittwoch in Dresden

Sachsens Landeshauptstadt wird zum Corona-Hotspot erklärt. Am Morgen hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) Zahlen veröffentlicht, nach denen die Sieben-Tage-Inzidenz in Dresden die kritische Marke von 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten hat – siehe Blogeintrag von 7.23 Uhr.

Durch die Überschreitung des Grenzwerts greifen nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung Sachsens ab Mittwochabend strengere Regeln für ungeimpfte Personen. Wie diese aussehen, welche Ausnahmen gelten und womit Menschen rechnen müssen, die dagegen verstoßen - das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

8.01 Uhr: Sozialpsychologin fürchtet weitere Radikalisierung von Impfgegnern

Die Sozialpsychologin Pia Lamberty wirft der Bundesregierung Verharmlosung beim Umgang mit Impfgegnern vor. Man sei von Werten vor der Pandemie ausgegangen, wonach es nicht mehr als drei bis fünf Prozent radikale Impfgegner gebe, sagte die Mainzer Forscherin dem "Mannheimer Morgen". Doch diese beeinflussten die Skeptischen und Ängstlichen und "gießen zur Impfskepsis noch Verschwörungserzählungen dazu". "Hätte man das ernster genommen, würde man heute besser dastehen", sagte sie.

In Befragungen, die aus der Zeit vor Corona stammten, gebe jeder Zweite an, lieber dem Bauchgefühl als "sogenannten" Experten zu trauen, erklärte Lamberty. "Die Politik hat gedacht, wir brauchen keine Impfkampagne, und dann hat man gesehen: 'Oh Gott, da ist ja ein Problem'." Auch bei der Fälschung von Impfpässen hätte der Gesetzgeber härter und früher durchgreifen müssen. Erste Berichte über gefälschte Impfpässe habe es bereits im Frühjahr gegeben.

Auf eine Impfpflicht würden die Menschen unterschiedlich reagieren, sagte die Forscherin. "Es wird vermutlich die geben, die selbst unsicher waren und die Entscheidung nun auf den Staat auslagern können. Aber eben auch die, die mit mehr Reaktanz, Trotz oder Radikalisierung reagieren." Lamberty forscht seit Jahren zu Verschwörungstheorien.

7.23 Uhr: Inzidenz in Sachsen sinkt etwas ab

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen ist am Dienstag etwas gesunken, bleibt aber dennoch auf hohem Niveau: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.268,9, tags zuvor waren es noch 1.284,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche war die Inzidenz im Freistaat noch dreistellig (969,9), vor genau einem Monat - also am 30. Oktober - lag die Zahl mit 266,4 noch viel niedriger. Auch bundesweit fiel der Inzidenzwert, wenn auch minimal von 452,4 auf 452,2. Sachsen bleibt trotz des deutlicheren Rückgangs aber weiter das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate - vor Thüringen (936,8), Brandenburg (727,8) und Sachsen-Anhalt (717,2).

Auf Landesebene weist der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge laut RKI nun eine Inzidenz von 2.133,8 aus - bundesweit ist das Rang 1 auf der Negativliste. Es folgen der Erzgebirgskreis mit 1.950,5 und der Landkreis Bautzen (1.950,5). Erstmals hat auch die Stadt Dresden mit 1.038,8 offiziell eine vierstellige Inzidenz - damit gelten härtere Regeln. Zuletzt hatte es hier massive Meldeverzögerungen aufgrund der Überlastung des Gesundheitsamtes gegeben, der Wert dürfte also schon länger vierstellig sein. Von den 13 Regionen in Sachsen liegen damit nur noch zwei unterhalb der 1.000er-Marke: Mittelsachsen und die Stadt Leipzig.

6.52 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen auch in Thüringen

Mehrere Tausend Menschen haben an unangemeldeten Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Thüringen teilgenommen. Insgesamt 2.700 Menschen hätten am Montagabend an 20 verschiedenen Orten demonstriert, sagte ein Polizeisprecher. Bei der größten Versammlung in Erfurt gingen demnach 650 Menschen auf die Straße, in Arnstadt im Ilmkreis und in Bad Salzungen im Wartburgkreis versammelten sich 400 und 280 Menschen. Bei allen anderen Demonstrationen hätten sich die Teilnehmerzahlen im zweistelligen Bereich bewegt.

Thüringenweit war in den sogenannten Sozialen Netzwerken zum Protest gegen die Corona-Politik aufgerufen worden - auch von extrem rechten Gruppen. Wegen der Corona-Pandemie sind in Thüringen derzeit nur ortsfeste Versammlungen von bis zu 35 Menschen erlaubt. Polizeibeamte hätten die Versammlungen dokumentiert und würden bei Verstößen gegen die thüringische Corona-Verordnung Ermittlungen einleiten. Anzeigen wurden am Montag war es auch in Sachsen geschrieben, mehr dazu lesen Sie im Artikel Mehrere illegale Corona-Demonstrationen in Sachsen

Hunderte Menschen demonstrieren in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt gegen die Corona-Politik.
Hunderte Menschen demonstrieren in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt gegen die Corona-Politik. © dpa/Martin Schutt

6.17 Uhr: Viele Beschäftigte sehen sich schlecht vor Corona geschützt

Ein Viertel der Beschäftigten sieht sich trotz Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz nur schlecht vor einer Ansteckung geschützt. Das geht aus dem "DGB-Index Gute Arbeit 2021" hervor. Insbesondere Beschäftigte mit vielen persönlichen Kontakten fürchteten um ihre Gesundheit, so etwa Erzieherinnen, von denen sich knapp 60 Prozent große Sorgen machten. Ein Drittel der befragten Beschäftigten gab an, dass die Infektionsschutzmaßnahmen die Ausübung ihrer Tätigkeit erschwert hätten.

Häufig ersetze digitale Kommunikation den unmittelbaren persönlichen Kontakt, was nicht ohne Folgen bleibe: Jeder dritte Beschäftigte ist dadurch stärkeren Belastungen ausgesetzt. 31 Prozent der Beschäftigten arbeiteten der Studie zufolge im Umfragezeitraum häufig oder sehr häufig im Homeoffice. Die Belastungen bei der Arbeit zu Hause sind besonders stark ausgeprägt, wenn Kinder zu betreuen sind oder die Wohnung nicht geeignet ist. Die Kosten, die beim Arbeiten in der eigenen Wohnung anfallen, etwa für Miete, Heizung und Strom, werden in mehr als 90 Prozent der Fälle von den Arbeitnehmern getragen.

Mit der repräsentativen Befragung "DGB-Index Gute Arbeit" werden seit 2007 einmal im Jahr Beschäftigte zur Qualität ihrer Arbeitsbedingungen interviewt.

5.35 Uhr: Bund und Länder beraten erneut über Corona-Lage

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder heute ihr weiteres Vorgehen in der Pandemie erneut abstimmen. Nach Informationen aus Regierungskreisen wird es am frühen Nachmittag eine Schalte der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des designierten Kanzlers Olaf Scholz (SPD) mit den Regierungschefs und -chefinnen der Länder geben. Zuvor wird allerdings ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Corona-Politik des vergangenen Jahres erwartet.

Die Karlsruher Richter werden erstmals in der Hauptsache eine Entscheidung über die sogenannte Corona-Bundesnotbremse veröffentlichen, mit der im Frühjahr bundesweit Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen zur Eindämmung der Pandemie verhängt wurden. Das Gericht will dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten sowie Schulschließungen veranlassen darf.

Dienstag, 5.05 Uhr: RKI registriert 45.753 Neuinfektionen - Inzidenz bei 452,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.836.813 nachgewiesene Infektionen, die Zahl der Genesenen liegt bei 4.893.300. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung von Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.344.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

21.09 Uhr: Kabinettssitzung von Bayern und Sachsen fällt aus

Eine für diesen Dienstag geplante gemeinsame virtuelle Kabinettssitzung von Bayern und Sachsen fällt aus. Das teilte ein Regierungssprecher am Montagabend in München mit. Ursprünglich war geplant, dass die beiden Landesregierungen gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bundesweit mit Abstand am höchsten, und auch Bayern bewegt sich weiter in der Spitzengruppe.

Auch die normalen Kabinettssitzungen am Dienstag in München und Dresden wird es nach Angaben der beiden Staatskanzleien nicht geben.

20.28 Uhr: Leipzigs OB Jung fordert Lockdown in Sachsen

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat einen Lockdown für ganz Sachsen gefordert. „In ganz Sachsen muss schnell das ganze öffentliche Leben zur Ruhe kommen – mit einem Lockdown. Das heißt: Keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel – außer für Waren des täglichen Bedarfs, keine Gastronomie", sagte Jung gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Die Verantwortlichkeit dafür sieht er beim Bund.

20.16 Uhr: Omikron: UN-Chef lobt Südafrika - und kritisiert Reisebeschränkungen

UN-Generalsekretär António Guterres hat die südafrikanische Regierung für frühzeitige Informationen in Hinblick auf die neue Coronavirus-Variante Omikron gelobt - und gleichzeitig vor einer Isolation des südlichen Afrikas durch Reisebeschränkungen gewarnt. "Ich lobe die Regierung sowie die Wissenschafts- und Gesundheitsbehörden Südafrikas dafür, dass sie früh gehandelt haben, das Aufkommen einer neuen Coronavirus-Variante zu identifizieren", sagte Guterres laut Mitteilung am Montag in New York.

"Jetzt bin ich zutiefst besorgt über die Isolierung der Länder im südlichen Afrika wegen der neuen Reisebeschränkungen." Niedrige Impfquoten könnten zu neuen Virus-Varianten führen, davor hätten er und andere schon lange gewarnt, sagte Guterres weiter. "Die Menschen in Afrika können nicht für das unmoralisch niedrige Level von vorhandenem Impfstoff in Afrika verantwortlich gemacht werden - und sie sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie wichtige Wissenschafts- und Gesundheitsinformationen identifiziert und mit der Welt geteilt haben." Guterres rief Regierungen weltweit auf, noch einmal darüber nachzudenken, ob nicht Tests und andere Maßnahmen für Reisende auch möglich wären, um Ansteckungen zu verhindern, aber Reisen und Handel weiter möglich zu machen.

Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein.
Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. © Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

20.02 Uhr: Corona-Pandemie: Kretschmer für koordiniertes Vorgehen der Länder

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) besteht auf einem koordinierten Vorgehen der Länder in der Corona- Pandemie. "Es geht nicht darum, dass wir von Berlin erwarten, für uns die Dinge zu klären", sagte er am Montagabend mit Blick auf die Telefonkonferenz der Länderchefs mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) am Dienstag.

Man habe die Kraft, den Willen und auch die Fähigkeit, die Dinge selbst zu organisieren. Dafür brauche man aber eine rechtliche Grundlage. Kretschmer erinnerte daran, das die Übergangsfrist am 15. Dezember ausläuft. Dann müssten viele Maßnahmen aufgehoben werden, die momentan helfen würden, die Situation zu beherrschen. Deshalb gelte es Dinge einheitlich zu klären. Als Beispiele nannte er Fußballspiele mit oder ohne Fans, den Umgang mit Silvester und die "Unmöglichkeit von Feuerwerken" sowie Regelungen für den Tourismus. Es brauche ein koordiniertes Vorgehen über die Bundesländer hinaus.

19.45 Uhr: Länder-Gesundheitsminister wollen schnell Corona-Kinderimpfungen

Die Gesundheitsminister der Länder drücken bei den Corona-Impfungen für Kinder aufs Tempo. Man begrüße es, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nun einen Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zugelassen habe, sagte Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach einer Schaltkonferenz der Minister von Bund und Ländern in München. Nun werde die EU-Kommission aufgefordert, den Impfstoff schneller zur Verfügung zu stellen als am 20. Dezember. "Wir hoffen, dass das vorgezogen werden kann, damit wir da auch noch schneller mit den Impfungen anfangen können." Diese Forderung untermauerten die Länder mit einem einstimmigen Beschluss.

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sei sich einig gewesen, dass man überall Kinder- und Familienimpfstraßen auf den Weg bringen wolle, damit man unmittelbar, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe, beginnen könne, sagte Holetschek als derzeitiger GMK-Vorsitzender. Zudem werde die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, "zeitnah" eine Empfehlung abzugeben, "und zwar so schnell sie können". "Wir wollen da keinen Druck aufbauen", sagte Holetschek. "Wir wissen aber, dass es wichtig wäre, das wir zeitnah gerade bei diesen sensiblen Impfungen tatsächlich von der Ständigen Impfkommission ein Signal kriegen." Die Stiko hatte zuletzt angekündigt, möglichst bis zur Auslieferung des Kinder-Impfstoffs eine Empfehlung auszusprechen.

19.14 Uhr: Erster Omikron-Fall in Sachsen

Es gibt einen ersten bestätigten Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Sachsen. Das teilte die Leiterin des Leipziger Gesundheitsamtes Regine Krause-Döring am Montagabend mit. Der betroffene 39-Jährige sei nicht im Ausland gewesen und habe auch zu niemandem Kontakt gehabt, der im Ausland war, so Krause-Döring. Weitere Einzelheiten konnte sie bei einer Gesprächsrunde zu den "Wellenbrecher"-Maßnahmen in Sachsen nicht sagen, zu der Ministerpräsident Michael Kretschmer eingeladen hatte.

19.05 Uhr: "Wellenbrecher": Sachsens Ministerpräsident zieht Zwischenbilanz

Wegen der dramatisch steigenden Infektionszahlen hat die sächsische Landesregierung einen „Wellenbrecher“ erlassen, der seit vergangenem Montag in Kraft ist. Er sieht unter anderem nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten sowie die Schließung der Gastronomie nach 20.00 Uhr vor. Welchen Effekt haben die schärferen Corona-Regeln? Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zieht gemeinsam mit Experten eine erste Zwischenbilanz:

18.55 Uhr: Illegale Corona-Demos in Sachsen

In Sachsen finden zur Stunde mehrere Corona-Demonstrationen statt. Versammlungen sind laut der aktuellen sächsischen Corona-Verordnung auf 10 Teilnehmer beschränkt, in vielen sächsischen Orten haben sich jedoch deutlich mehr Menschen versammelt. Vor allem im Freiberg sind Schätzung zufolge 1.000 Menschen unterwegs, in Bautzen wurde die Versammlung aufgelöst. Einen Überblick finden Sie hier: Mehrere illegale Corona-Demonstrationen in Sachsen

18.45 Uhr: Mobilitätsexperte: Gute Signale aus Sachsen

Dem Experte für epidemiologische Modellierungen am Robert Koch-Institut (RKI), Dirk Brockmann, zufolge, ist die Mobilität der Menschen in Sachsen im Zuge des „Wellenbrechers“ leicht gesunken. Dem Wissenschaftler, der an der "Wellenbrecher"-Videoschalte von Sachsens Ministerpräsidenten teilnahm, zufolge sankt die Mobilität landesweit zuletzt um etwas zehn Prozent. Dies sei immer auch ein Indiz für Kontaktreduzierung. Grundsätzlich sei zu beobachten, dass unter der Woche wieder mehr von Zuhause gearbeitet werde, die Mobilität an den Wochenenden aber vergleichsweise hoch sei.

Allerdings sinke diese Wochenend-Mobilität in den letzten Tagen, seit die "Wellenbrecher" in Kraft sind, wieder deutlich. "Das sind gute Signale." Ob das aber ausreiche, um die vierte Welle zu brechen, sei jedoch ungewiss. Grundsätzlich gelte: „Je größer die Impflücke ist, desto stärker muss man Kontakte reduzieren.“ Brockmann betonte, es sei unsere Entscheidung, ob die Welle gebrochen wird. Jetzt müssten wir "alles machen, was möglich ist", um die Mobilität und damit die Kontakte und damit die Ansteckungen zu reduzieren.

Auf einer Schautafel erklärt Dr. Brockmann die Kontakte in Sachsen, die im Herbst deutlich zunahm, in den vergangenen Tagen aber wieder deutlich abgenommen hat (roter Bereich rechts unten)
Auf einer Schautafel erklärt Dr. Brockmann die Kontakte in Sachsen, die im Herbst deutlich zunahm, in den vergangenen Tagen aber wieder deutlich abgenommen hat (roter Bereich rechts unten) © Screenshot: SZ

18.18 Uhr: Kretschmer verteidigt harte Maßnahmen gegen weitere Ausbreitung von Corona

In einer Videokonferenz zu den Maßnahmen, die Sachsen zum Eindämmen der Corona-Ausbreitung ergriffen hat, hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Zwischenbilanz der Maßnahmen gezogen. „Wir haben Entscheidungen getroffen, die sehr kritisiert worden sind“, sagte Kretschmer mit Blick auf die Absage von Veranstaltungen in Sachsen. „Wir haben dafür gesorgt, dass die 2G-Regel in vielen Bereichen gilt“, resümierte er. Auch über die Absage von Veranstaltungen sei viel berichtet worden. Es seien harte Entscheidungen gewesen, die aber nötig seien. Was getan werden könne, sei das Impfen. „Jetzt geht es aber darum, diese Welle zu brechen.“ Und da helfe nur Disziplin und Kontaktbeschränkung. „Es geht darum, für die Menschen in den Krankhäusern als Gesellschaft solidarisch zu sein.“ Wie notwendig das sei, zeigten die vielen Verlegungen aus den Krankenhäusern in Sachsen in andere Bundesländer.

In Richtung der künftigen Regierungskoalition in Berlin sagte Kretschmer, dass man den "gesamten Instrumentenkoffer" brauche, der zur Verfügung stehe, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Derzeit fehlen die rechtlichen Voraussetzungen, dass Sachsen die zuletzt getroffenen Maßnahmen über den 15. Dezember hinaus verlängern und verschärfen kann. Kretschmer sagte, dass ein Feuerwerksverbot zu Silvester höchstwahrscheinlich sei.

Sachsens Ministerpräsident bei der Video-Konferenz "Wellenbrecher – ein Zwischenstand".
Sachsens Ministerpräsident bei der Video-Konferenz "Wellenbrecher – ein Zwischenstand". ©  Screenshot: SZ

17.47 Uhr: Länder für Corona-Impfungen in Apotheken und Zahnarztpraxen

Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland sollen aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit einbezogen werden. Der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, sagte der Vorsitzende der Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, am Montag in München nach einer Schaltkonferenz. Er verwies auf bestehende Regelungen, nach denen Apotheken in regionalen Modellprojekten bereits Grippeimpfungen machen können. Bis zum Jahresende werden mehr als 20 Millionen Auffrischimpfungen ("Booster") länger zurückliegender Impfungen angestrebt.

Holetschek machte mit Blick auf Apotheken und Zahnärzte deutlich, dass eine Regelung für sie nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könne. Auch für die Zukunft blieben Auffrischimpfungen aber wichtig. Die Apotheken haben bereits Unterstützung angeboten. Es gebe derzeit 2.600 Apotheker, die Impfschulungen für regionale Pilotprojekte zur Grippeimpfung gemacht hätten, hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärt. Sie wären am schnellsten einsatzfähig.

In Praxen ziehen Impfungen bereits stark an, hinzukommen sollen zudem weitere öffentliche Angebote. Das Robert Koch-Institut (RKI) wirbt für zusätzliche Impfkapazitäten auch angesichts von Rückmeldungen aus überlasteten Hausarztpraxen. Wenn es standesrechtliche Beschränkungen gebe, sollte man diese temporär aufheben. Auffrischimpfungen könnten zeitweise auch außerhalb von Praxen gemacht werden.

17.32 Uhr: Positive Bilanz für einmalige Impfaktion der Kirchen in Sachsen

Bei der einmaligen Aktion der evangelischen und katholischen Kirche in Sachsen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) wurden 1.620 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Es war für alle Beteiligten ein großer Erfolg und "eine überragende" Resonanz, wie die Landeskirche und das Bistum Dresden-Meissen in Dresden am Montag mitteilten. Danach nutzten die meisten (1.386) die Gelegenheit zur Auffrischung, 158 holten sich den ersten und 76 den zweiten Piks.

In der Dresdner Frauenkirche, dem Haus der Kathedrale in Dresden, der Nikolaikirche Leipzig und dem Bildungsgut St. Benno in Schmochtitz (Landkreis Bautzen) konnten Impftermine vorab online reserviert werden, in der Propsteikirche Leipzig und der Wolfgangskirche in Schneeberg (Erzgebirge) meldeten sich Impfwillige direkt an. An den sechs Orten hatten die Kirchgemeinden für Sonntag niedergelassene Ärzte und Helfer organisiert und Ehrenamtliche engagiert.

Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen.
Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

17.15 Uhr: Stiko appelliert an Ungeimpfte: Krankenhaus-Risiko deutlich erhöht

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre wissenschaftliche Begründung zu Auffrischimpfungen für alle Erwachsenen vorlegt und einen Impfaufruf an Ungeimpfte gerichtet. Die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei ihnen je nach Alter und Region 5- bis 15fach höher als bei Geimpften, heißt es im Fazit des am Montag veröffentlichten Papiers. Die Zahl der noch nicht geimpften Erwachsenen in Deutschland wird darin mit rund 15 Millionen angegeben. Dies trage maßgeblich zur vierten Welle und zur hohen Zahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern bei, schreibt das Gremium.

Die Stiko hatte vor rund anderthalb Wochen bekanntgegeben, dass die Empfehlung zu Auffrischimpfungen auf alle Menschen ab 18 Jahren ausgeweitet wird. Es gilt aber nach wie vor, dass laut Stiko zuerst ältere und vorerkrankte Menschen einen Booster bekommen sollten. "Auch bisher Ungeimpfte sollen vordringlich geimpft werden." Bei Menschen ab 30 seien für die Auffrischimpfung beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Moderna und Biontech/Pfizer) "gleichermaßen geeignet", schreiben die Experten. Für Menschen unter 30 und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel wird Biontech empfohlen.

Zum Impfabstand heißt es, dass dieser "in der Regel" sechs Monate betragen solle. Generell kürzere Abstände schienen wegen derzeit eingeschränkter Impfkapazitäten nicht durchführbar. Die Stiko geht anhand der Datenlage aber davon aus, dass immungesunde Geimpfte für mindestens sechs Monate "anhaltend gut geschützt" seien.

17.02 Uhr: Ministerium: Effekt der Corona-Regeln in Sachsen schwer einzuschätzen

Aus Sicht des sächsischen Gesundheitsministeriums lässt sich die Wirkung der seit einer Woche geltenden Corona-Notfallverordnung noch nicht beurteilen. Mit Blick auf die Inzidenz und Krankenhaus-Belegung könne noch nicht von einem Effekt gesprochen werden, teilte das Ministerium am Montag mit. Die Einschätzung der Infektionslage werde erschwert, weil viele Gesundheitsämter überlastet seien und es zu Nachmeldungen von Infektionsfällen komme.

Wegen der dramatisch steigenden Infektionszahlen hatte die Landesregierung einen "Wellenbrecher" erlassen, der seit vergangenem Montag in Kraft ist. Er sieht unter anderem nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten sowie die Schließung der Gastronomie nach 20.00 Uhr vor. Im bundesweiten Corona-Hotspot Sachsen war die Sieben-Tage-Inzidenz zum Wochenstart auf 1284,8 gestiegen. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor. Bundesweit betrug die Inzidenz am Montag 452,4.

16.47 Uhr: Treibhausgas-Emissionen in der EU niedriger als vor der Pandemie

Nach dem Einbruch von Treibhausgas-Emissionen während der Corona-Pandemie wird in der EU immer noch weniger klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgestoßen als vor dem Ausbruch des Virus. Das geht aus neuen Daten hervor, die die Statistikbehörde Eurostat am Montag veröffentlichte. Demnach wurden im zweiten Quartal 2021 rund 867 Million Tonnen CO2 und andere Treibhausgase in der EU ausgestoßen - in den zehn Jahren vor der Pandemie war ein Quartalswert nie kleiner.

Trotzdem handele es sich um ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020. Der Anstieg sei dem wirtschaftlichen Aufschwung zuzuschreiben, schrieb Eurostat. Zwischen April und Juni 2020 erreichten die Emissionen mit rund 735 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent demnach einen Tiefpunkt, da die Wirtschaft während der Corona-Pandemie heruntergefahren wurde.

Es ist laut der Mitteilung von Eurostat das erste Mal, dass die Behörde vierteljährliche Daten zu Treibhausgas-Emissionen veröffentlicht und diese nach Sektoren aufschlüsselt. Die Bereiche Industrie und Bau waren für die meisten Emissionen verantwortlich - 34 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres -, gefolgt von der Stromversorgung (19 Prozent), der Landwirtschaft (14 Prozent), dem Transport (8 Prozent) und anderen Dienstleistungen (8 Prozent). Haushalte waren durch Heizen und Verkehr für rund 18 Prozent der Emissionen verantwortlich.

16.33 Uhr: G7-Minister beraten über Omikron - Spahn: Vorbildliche Transparenz

Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag mit Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das virtuelle Sondertreffen einberufen hatte. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hob hervor, nur weil Südafrika offen Informationen über die in der Region entdeckte Variante geteilt habe, seien schnelle Reaktionen darauf möglich gewesen. "So funktioniert globale Pandemiebekämpfung", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Diese "vorbildliche Transparenz" verdiene Unterstützung.

Zur Gruppe der G7-Staaten gehören neben Deutschland und Großbritannien die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht noch nicht fest. Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland und Großbritannien - Fälle der Variante entdeckt worden. Mehrere Länder haben bereits wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt.

16.17 Uhr: Buschmann schlägt freie Abstimmung über allgemeine Impfpflicht vor

In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht plädiert der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine Abstimmung ohne Fraktionszwang im Bundestag. Die allgemeine Impfpflicht berühre viele schwierige Fragen, sagte Buschmann dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montag/online). Er verwies als Beispiel unter anderem auf die Fragen, ob der Eingriff in die körperliche Integrität verhältnismäßig ist, welche Ausnahmen es geben muss und wie man die Pflicht durchsetzt. "Bei solchen medizinethischen Themen hat es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur Gewissensfrage zu erklären", sagte Buschmann, der in der künftigen Koalition von SPD, Grünen und FDP Justizminister werden soll.

Das Parlament diskutiere dann anhand von Gruppenanträgen. Solch ein Verfahren ist bei schwierigen Gewissensentscheidungen im Parlament üblich. Zuletzt gab es eine solche Abstimmung bei der Organspende. Auch beim Thema Sterbehilfe gab es in der vergangenen Wahlperiode fraktionsübergreifende Gruppen. Es kam bei dem Thema aber nicht mehr zu einer Abstimmung. Die FDP-Fraktion im Bundestag hatte in der vergangenen Woche Bereitschaft für eine einrichtungsbezogene Impfpflicht signalisiert. Sie würde nur das Personal betreffen, das etwa in Pflegeheimen und Krankenhäusern Kontakt zu besonders gefährdeten Personengruppen hat. Angesichts der dynamischen Pandemielage werden inzwischen aber auch Rufe nach einer allgemeinen Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung lauter.

Marco Buschmann (FDP), der designierte Justizminister der Ampel-Regierung.
Marco Buschmann (FDP), der designierte Justizminister der Ampel-Regierung. © Michael Kappeler/dpa

15.58 Uhr: DRK Sachsen zieht positive Bilanz mobiler Impfteams: 10.000 Erstimpfungen in einer Woche

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen hat auf seinem Twitter-Account eine sehr positive Bilanz der Impfungen durch mobile Teams in der vergangenen Woche gezogen. Die Zahl der Impfungen stieg demnach im Vergleich zur Vorwoche um fast 10.000 auf insgesamt fast 40.000 Impfungen in der 47. Kalenderwoche. Besonders erfreulich sei daneben der deutliche Anstieg der Erstimpfungen. Die mobilen Teams impften allein in der vergangenen Woche etwas mehr als 10.000 Menschen in Sachsen erstmals. In der Woche davor waren es nach den DRK-Daten weit weniger als 6.000. Mit deutlich über 20.000 machten in der Vorwoche Auffrischungs- oder Booster-Impfungen den Großteil der Impfungen bei den DRK-Teams aus.

15.42 Uhr: Omikron-Fälle in Italien bestätigt - Reisender steckte seine Familie an

In Italien haben sich vier Menschen mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. Nachdem am Wochenende ein aus Mosambik eingereister Mann positiv auf B.1.1.529 getestet worden war, bestätigte eine komplette Genomsequenzierung den Verdacht, wie die Region Kampanien am Montag mitteilte. Der Mann lebt in dieser süditalienischen Region. Laut Behördenangaben hat er seine Frau und seine zwei Kinder angesteckt. Bei den drei Familienmitgliedern wurde die Variante ebenfalls nachgewiesen. Die vier Patienten weisen "keine relevanten Symptome" auf, weil sie geimpft waren, wie es weiter hieß.

15.25 Uhr: 32 Tote und 5.822 Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Sachsen

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 5.822 weitere Menschen mit Corona infiziert. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden noch 4.906 Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Montag 32 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert, allein neun davon im Landkreis Bautzen und je sechs in der Stadt Leipzig und im Vogtlandkreis. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 492.605 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.933 starben. Die Zahl der Genesenen wurde mit insgesamt 379.750 angegeben.

Der Erzgebirgskreis ist weiterhin die Region in Deutschland, die die Inzidenz-Marke von 2.000 überschritten hat. Sie liegt hier bei 2.073,4. Gefolgt wird das Erzgebirge in der Liste der am stärksten von Neuansteckungen betroffenen Regionen in Deutschland von den drei sächsischen Landkreisen Bautzen (1.972), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.732,2) sowie dem Landkreis Leipzig mit einem Wert von aktuell 1673,5. Sachsenweit liegt die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 1.284,8 - der höchste Wert unter allen Bundesländern.

15.09 Uhr: Nach illegaler Corona-Impfung in Lübeck vier Männer unter Verdacht

Nach einer unzulässigen Impfaktion am Lübecker Flughafen am Wochenende prüft die Staatsanwaltschaft jetzt einen Anfangsverdacht wegen einer Straftat nach dem Arzneimittelgesetz. Den Angaben zufolge besteht der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist. Die Vorwürfe richten sich gegen vier Männer im Alter von 81, 80, 74 und 61 Jahren, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Montag sagte.

Die Polizei und der Ordnungsdienst der Hansestadt Lübeck hatten am Samstag die Impfaktion am Flughafen beendet und Proben des Impfstoffs, genutzte Spritzen sowie Impflisten sichergestellt. Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker aus der Oberlausitz. Der hatte ein Präparat gegen das Coronavirus entwickelt, das aber nie klinisch getestet wurde und daher auch nicht das aufwändige Zulassungsverfahren beim Paul-Ehrlich-Institut durchlaufen hat. Bei der Staatsanwaltschaft Lübeck läuft deswegen bereits ein Verfahren gegen Stöcker, bei dem ihn der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki anwaltlich vertritt.

Zum Zeitpunkt der Polizeiaktion hätten sich etwa 150 Impfwillige im Flughafengebäude und weitere 80 vor dem Gebäude aufgehalten, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Polizei waren die Wartenden sehr unzufrieden mit der Aktion von Polizei und Ordnungsdienst gewesen.

Am Samstag hatte die Polizei am Flughafen Lübeck eine illegale Impfaktion aufgelöst.
Am Samstag hatte die Polizei am Flughafen Lübeck eine illegale Impfaktion aufgelöst. © Christian Charisius/dpa (Archiv)

14.54 Uhr: 72.000 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

An den Schulen in Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Nach am Dienstag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der Woche vom 15. bis 19. November 72.000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. Das waren knapp 30.000 mehr als in der Woche davor. Darüber hinaus waren fast 126.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne (Vorwoche rund 87.000).

Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus rund 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An knapp 1.000 Schulen gab es demnach Einschränkungen im Präsenzbetrieb. 66 Schulen waren geschlossen. Die Statistik für die Woche vom 15. bis 19. November weist außerdem 5.670 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 3.600) und zusätzlich rund 3.400 Quarantäne-Fälle (Vorwoche: 2.100). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 880.000 Lehrkräften.

14.38 Uhr: Polizei verhinderte Demonstration auf Bautzner Hauptmarkt

Die Polizei hat nach eigenen Angaben am Freitagabend im sächsischen Bautzen einen nicht angezeigten Aufzug verhindert. Die Beamten hätten insgesamt 38 Identitäten festgestellt und 17 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung aufgenommen, teilte die zuständige Polizeidirektion Görlitz am Montag mit. Zuvor seien mehrere Personengruppen in Richtung Hauptmarkt gelaufen, weil sie augenscheinlich an einer Versammlung teilnehmen wollten. Bei Kontrollen habe ein 42-jähriger Mann vor den Streifenwagen gespuckt. Während die Beamten seine Identität feststellten, habe er diese beleidigt, hieß es.

Eine Gruppe von etwa 50 Personen habe danach eine Spontanversammlung vor dem Bautzner Dom angemeldet. Die Beamten ließen den Angaben zufolge aber gemäß der aktuellen Corona-Notfallverordnung nur zehn Personen zu. Dennoch habe sich eine Gruppe zu einem größeren Aufzug versammeln wollen. Bei den Polizeikontrollen habe ein 45-Jähriger die Angabe seiner Personalien verweigert und Widerstand geleistet. Er versuchte den Angaben zufolge, die Polizisten zu treten und nach ihnen zu schlagen. Die Beamten hätten den Mann daher angezeigt, hieß es.

14.19 Uhr: Ramelow für einheitliche Corona-Maßnahmen analog zur Bundesnotbremse

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich einem Medienbericht zufolge für ein einheitliches Vorgehen in Deutschland gegen das Aufflammen der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Ich will eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz nur, wenn daraus auch verbindlich eine schnelle gesetzliche Konsequenz im Bundestag entsteht", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Online). Demnach riet er, "sofort einheitliche Maßnahmen analog der Bundesnotbremse vorzubereiten".

Aähnlich äußerte sich auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). Er sprach sich dafür aus, eine Bundesnotbremse, wie sie von Ende April bis Ende Juni 2021 in Kraft war, bereits in der laufenden Woche zu verhängen. Am Dienstag wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über Verfassungsbeschwerden gegen die Corona-Notbremse des Bundes aus dem Frühjahr erwartet.

Nach bisherigen Plänen sollen die Regierungschefs und Regierungschefinnen von Bund und Ländern erst am 9. Dezember erneut über die Corona-Pandemie beraten. Seit Tagen wird aber auch über einen möglichen früheren Termin diskutiert. Mehrere Medien hatten gemeldet, dass es bereits nach der Verfassungsgerichtsentscheidung eine Bund-Länder-Runde geben soll. Ramelow kündigte an, dass Thüringen "jede Koordination der bundesweiten Maßnahmen aktiv unterstützen und auch umsetzen" würde, wie er dem RND sagte.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, schlägt ein bundeseinheitliches Vorgehen gegen die Corona-Pandemie vor.
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, schlägt ein bundeseinheitliches Vorgehen gegen die Corona-Pandemie vor. © Martin Schutt/dpa (Archiv)

14.04 Uhr: Bundesverfassungsgericht entscheidet am Dienstag zur Bundesnotbremse - danach Bund-Länder-Runde
Das Bundesverfassungsgericht wird am Dienstag erstmals in der Hauptsache eine Entscheidung über die Corona-Bundesnotbremse veröffentlichen. Die Karlsruher Richter wollen dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten (AZ: 1 BvR 781/21 und weitere) sowie Schulschließungen veranlassen darf. (AZ: 1 BvR 971/21 und 1 BvR 1069/21).

Direkt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wollen sich Bund und Länder absprechen. Die Länderchefs wollen mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem künftigen Kanzler Olaf Scholz (SPD) zusammenkommen, um über Corona zu sprechen - also schon vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz. Demnach soll in der telefonischen Abstimmung neben der Gerichtsentscheidung auch der neue Krisenstabs und die aktuelle Corona-Lage besprochen werden. Am Montag hatte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine rasche Vorverlegung der Bund-Länder-Konferenz gefordert. „Die Lage erfordert zügiges entschlossenes und vor allem geschlossenes Handeln“, sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf. Eine gemeinsame Abstimmung brauche es „in den nächsten Tagen, am besten schon morgen“. (Mehr zum Bund-Länder-Treffen am Dienstag)

Die am 23. April 2021 inkraft getretene und Ende Juni 2021 ausgelaufene gesetzliche Bundesnotbremse, das sogenannte "Vierte Bevölkerungsschutzgesetz", sollte die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. So wurden etwa nächtliche Ausgangsbeschränkungen, Kontaktbeschränkungen in privaten Haushalten oder der Schulunterricht von zu Hause aus bei einer Inzidenz von über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen festgelegt. Viele Bürgerinnen und Bürger sahen darin einen unzulässigen Eingriff in ihrer Grundrechte. Bis Ende Juli hatten sich 8.572 Menschen in 281 Verfassungsbeschwerden sowie weiteren Eilanträgen an das Bundesverfassungsgericht gewandt. Am 31. Mai 2021 wiesen die Verfassungsrichter in einem Eilbeschluss zahlreiche Anträge auf Stopp der Bundesnotbremse ab (AZ: 1 BvR 794/21). Ob das Gesetz verfassungswidrig sei, könne nur im Hauptsacheverfahren geklärt werden.

13.40 Uhr: Omikron-Variante: Biontech arbeitet an Impfstoff-Anpassung

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. "Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht", teilte eine Biontech-Sprecherin am Montag mit. Die beiden Arbeitsgänge überschneiden sich den Aufgaben zufolge teilweise.

Als Beispiel wurde der Bauplan des Spike-Proteins für die Labortests mit dem Pseudovirus genannt, mit dem die Experimente durchgeführt werden. In den Labortests werden dabei Sera von Geimpften mit dem Spike-Protein der Variante konfrontiert. "Die Sera enthalten die Antikörper, die wir nach der Impfung haben", erklärte die Biontech-Sprecherin. Es werde dann darauf geschaut, wie gut sie das neue Spike-Protein neutralisieren, also unschädlich machen. Biontech hatte am Freitag erklärt, dass sich die neue Variante deutlich von bisher beobachteten Varianten unterscheide, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests gäben demnächst Aufschluss, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Das Unternehmen rechnete spätestens bis Ende nächster Woche mit Erkenntnissen.

Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern, erklärte Biontech. Dafür seien klinische Studien mit variantenspezifischen Impfstoffen gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden.

13.22 Uhr: Regierungssprecher: Volle Stadien "schwer zu verstehen"

Angesichts steigender Infektionszahlen distanziert sich die Bundesregierung von Behördenentscheidungen für voll besetzte Fußballstadien. In der jetzigen Phase der Corona-Pandemie sei jeder Kontakt ein Ansteckungsrisiko, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Deshalb sei es "ganz schwer zu verstehen", wenn 50.000 Menschen in einem Stadion zusammenkommen, während anderenorts Weihnachtsmärkte geschlossen werden.

Am Wochenende durften 50.000 Besucher zum rheinischen Derby zwischen Köln und Mönchengladbach, während das Bundesligaspiel zwischen Leipzig und Leverkusen ohne Zuschauer stattfinden musste. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, diese Ungleichheit zwischen den Bundesländern sei "ausgesprochen unbefriedigend". Innenminister Horst Seehofer (CSU) sehe darin ein Indiz, dass eine bundesweit einheitliche Regelung sinnvoll sein könnte.

Beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach durften 50.000 Fans ins Stadion, von denen viel die Maskenpflicht eher locker sahen.
Beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach durften 50.000 Fans ins Stadion, von denen viel die Maskenpflicht eher locker sahen. © Marius Becker/dpa

12.58 Uhr: Erster Omikron-Fall in Tschechien definitiv bestätigt

Der erste Fall der Corona-Variante Omikron in Tschechien hat sich nach weiteren Laboruntersuchungen definitiv bestätigt. Das sagte eine Sprecherin des Krankenhauses in Liberec nach Angaben der Agentur CTK. Die Klinik hatte zusätzlich noch das nationale Referenzlabor und Experten der Akademie der Wissenschaften hinzugezogen. Bei der Patientin handelt es sich um eine Frau, die von einer Reise nach Namibia mit Zwischenstopp in Südafrika zurückgekehrt war. Mehr zu dem Fall in Liberec

Derweil wurde bekannt, dass sowohl der geschäftsführende Gesundheitsminister Adam Vojtech als auch die oberste Gesundheitsbeamtin, Pavla Svrcinova, positiv auf Corona getestet wurden. Beide wollen von zu Hause aus weiterarbeiten.

12.45 Uhr: Neuer Corona-Krisenstab soll "baldmöglichst" starten

Der von den voraussichtlichen Koalitionspartnern SPD, Grüne und FDP geplante neue Corona-Krisenstab soll nach Angaben der geschäftsführenden Bundesregierung "baldmöglichst" starten. Über die Einsetzung und die Aufgabenstellung stehen die noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) in engem Kontakt, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte. Es gehe dabei auch um Abstimmung mit den Ländern, dazu gebe es ebenfalls Gespräche. Eine wichtige Aufgabe des Gremiums sei, die Impfkampagne stärker voranzutreiben.

Auf die Einrichtung eines ständigen Bund-Länder-Krisenstabs hatten sich SPD, FDP und Grüne verständigt. Zur Leitung des Gremiums äußerte sich die geschäftsführende Regierung vorerst nicht. Im Gespräch ist laut "Süddeutscher Zeitung" Generalmajor Carsten Breuer. Der 56-Jährige führt das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, das unter anderem für die Zusammenarbeit militärischer Kräfte mit zivilen Organisationen in Deutschland zuständig ist.

Eine mögliche vorgezogene Bund-Länder-Spitzenrunde zu Corona blieb weiter offen. Seibert sagte, er könne dazu keine Terminankündigung machen. Die nächste Beratung in einer Ministerpräsidentenkonferenz ist für 9. Dezember angesetzt. Unter den Ländern gibt es bisher keine einheitliche Linie, möglicherweise schon früher zusammenzukommen.

12.26 Uhr: Dresden meldet 2.750 Infektionen über das Wochenende

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 2.750 weitere Corona-Infektionen und zudem fünf Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 1.239 Verstorbene in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 59.832 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 46.442 als wieder genesen - 1.095 mehr als bei der letzten am Freitag veröffentlichten Statistik. Die Behörden meldeten zudem 23 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Wocheninzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 846,4 am Sonntag auf nun 965,8. Die Zahl könnte aber noch höher liegen. Wie das Gesundheitsamt mitteilt, sei eine zeitnahe und vollständige Bearbeitung nicht mehr möglich. Die Inzidenz des Robert-Koch-Institutes sowie die Anzahl der Fälle stellten das aktuelle Infektionsgeschehen derzeit nicht dar, heißt es weiter. Alle Zahlen aus Dresden

12.04 Uhr: Kabinette von Bayern und Sachsen beraten über Corona-Lage

Die Kabinette von Bayern und Sachsen wollen an diesem Dienstag in einer virtuellen Sitzung gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in München mit. Im Anschluss wollen die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) über die Ergebnisse der Beratungen informieren - in zeitgleichen Pressekonferenzen, bei denen der jeweils andere Regierungschef virtuell zugeschaltet ist.

In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bundesweit mit Abstand am höchsten, und auch Bayern bewegt sich weiter in der Spitzengruppe. Aus beiden Bundesländern mussten zuletzt bereits zahlreiche Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt werden, um die Kliniken wenigstens ein Stück weit zu entlasten. Sowohl Söder als auch Kretschmer hatten zuletzt wiederholt ein Vorziehen der nächsten Bund-Länder-Beratungen über die Corona-Krise verlangt - bislang ist dafür erst der 9. Dezember vorgesehen.

Michael Kretschmer und Markus Söder (l.) - hier beim Landesparteitag der CDU Sachsen Anfang November.
Michael Kretschmer und Markus Söder (l.) - hier beim Landesparteitag der CDU Sachsen Anfang November. © dpa/Robert Michael

11.43 Uhr: Wohlfahrtsverbände für allgemeine Corona-Impfpflicht

Die großen Wohlfahrtsverbände haben sich für eine allgemeine Pflicht zur Corona-Impfung ausgesprochen. Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, sagte am Montag in Berlin, man sei gemeinsam der Überzeugung, "dass wir die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht brauchen". Die Diakonie selbst hatte sich bereits für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Die Vize-Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft, DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, befürwortete ebenfalls eine allgemeine Impfpflicht gegenüber einer auf das Personal bestimmter Einrichtungen begrenzten Impfpflicht. Bei einer einrichtungsbezogenen Regelung sehe sie die Gefahr, dass der Eindruck erweckt werde, die Hauptinfektionsquelle seien diese Einrichtungen. "Dem ist nicht so", sagte Hasselfeldt. Lilie sagte zudem, die Impfquoten des Personals in Einrichtungen des evangelischen Wohlfahrtverbandes seien hoch.

11.22 Uhr: Booster-Misere in Sachsen führt zu Impftourismus im Vogtland

Die Booster-Misere in Sachsen lässt im Vogtland den Impftourismus nach Bayern blühen. Es werde keine Statistik geführt, aber es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen zur Impfung über die Landesgrenze kämen, sagte die Sprecherin des benachbarten Landkreises Hof, Stefanie Schulze, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir schicken niemanden weg, denn es kommt auf jeden Geimpften an."

Während in Sachsen Impfwillige häufig stundenlang in der Kälte vor Impfstellen ausharren und viele mangels Kapazität weggeschickt werden, berichten Impftouristen von kurzen Wartezeiten jenseits der Landesgrenze. Mancher hat dafür am vergangenen Wochenende auch eine einstündige Anfahrt mit dem Auto auf sich genommen.

So konnten sich etwa am Sonntag in der Hofer Freiheitshalle von 8 bis 20 Uhr Impfwillige ihre Spritze abholen. Allein an diesem Tag seien mehr als 2.000 Menschen geimpft worden, sagte Schulze. Am Vortag seien es dort ebenfalls rund 1.700 gewesen. Ein Termin ist bei dieser Aktion nicht notwendig. Im Landkreis Hof können sich Impfwillige neben dem Impfzentrum in Helmbrechts auch bei Aktionen andernorts immunisieren lassen; die Impfungen in der Freiheitshalle sind nur eine davon.

11.02 Uhr: Ferienwohnungs-Verband will Impfgegnern die Mitgliedschaft kündigen

Der Verband der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern (Fewo) will Mitglieder, die öffentlich ihre Impfgegnerschaft propagieren, aus dem Verband ausschließen. "Wer Impfungen ablehnt und dies im Zusammenhang mit seiner Eigenschaft als Vermieter einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses über unsere öffentlichen Kanäle propagiert, schadet den satzungsmäßigen Verbandszielen und wird ausgeschlossen", teilte Fewo-Präsident Daniel Rousta mit. Zudem forderte er die nächste Bundesregierung dazu auf, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen.

"Wer Impfgegner ist, provoziert den nächsten Lockdown. Und der Schaden trifft uns alle - auch diejenigen, die sich in jeder Situation der letzten knapp zwei Jahre solidarisch verhalten haben", teilte Rouster weiter mit.

10.46 Uhr: Wohlfahrtsverband fordert Umstieg auf Notbetreuung in Sachsens Kitas

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen hat wegen der hohen Corona-Zahlen vor einer Überlastung in Kindertagesstätten gewarnt und den sofortigen Umstieg auf eine Notbetreuung verlangt. "Die Problemanzeigen der Kita-Träger häufen sich. Krankheitsbedingte Ausfälle oder Beschäftigte in Quarantäne reduzieren den Personalbestand spürbar", erklärte Bildungsreferentin Friderun Hornschild in Dresden.

"Der eingeschränkte Regelbetrieb mit festen Gruppen kann nur bedingt umgesetzt werden. Zudem wird die Beschaffung von Corona-Tests schwieriger und die Kosten für diese steigen", betonte Hornschild. Das Personal sei an der Belastungsgrenze: "Unter den aktuellen Gegebenheiten wird eine gesicherte Betreuung schon in Kürze nicht mehr möglich sein." Der Verband fordere daher eine Notbetreuung, die nur dem bereits benannten Personenkreis offenstehe. Das betrifft unter anderen Mitarbeiter im Gesundheitswesen, von Justiz, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz.

"Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen, sonst häufen sich die geschlossenen Einrichtungen. Auch wenn es aus pädagogischer Sicht fatal ist, erscheint der sofortige Umstieg auf Notbetreuung als einziger Ausweg, um in den kommenden Wochen eine Grundversorgung zu ermöglichen", erklärte die Referentin. Man bekomme auch aus anderen Bereichen wie der Pflege und der Jugendhilfe deutliche Signale, dass "Personal wegfällt, weil die Betreuung der Kinder plötzlich nicht abgesichert ist".

10.24 Uhr: Medizinrechtler hält Impfpflicht für durchsetzbar

Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ist nach Auffassung des Strafrechtlers Gunnar Duttge mit dem Grundgesetz vereinbar. "Dass das Grundgesetz eine Impfpflicht nicht zulasse, ist ein weit verbreiteter Irrtum", sagte der Leiter der Abteilung für Medizin- und Biorecht an der Universität Göttingen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "In Wirklichkeit kann der Staat unter Wahrung des Ordnungsrahmens der Grundrechte sehr viel machen."

Die Angst vieler Politiker vor ablehnenden Urteilen aus Karlsruhe sei übertrieben, sagte Duttge. "Das Menschenbild des Grundgesetzes war nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nie das eines isolierten souveränen Individuums." Stets habe Karlsruhe von der "Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit" des Einzelnen gesprochen. Der juristische Maßstab bleibe die Frage der Verhältnismäßigkeit: "Der Staat darf sukzessive eskalieren, um Leib und Leben von Menschen zu schützen."

Wenn in der Pandemie eine Situation erreicht werde, in der aus medizinischer Sicht jeder mitwirken muss, um eine Gefahr für alle abzuwenden, "dann muss man es machen". Zwar sei es richtig, zunächst aufs mildere Mittel zu setzen und etwa Geldbußen zu verhängen. Bei einer Zuspitzung der Gefahren und im Fall hartnäckiger Verweigerer seien aber auch Kriminalstrafen nach dem Strafgesetzbuch denkbar. Duttge verweist auf Paragrapf 316 des Strafgesetzbuchs, der für Trunkenheitsfahrten mit mehr als 1,1 Promille eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr androht.

9.45 Uhr: Fast tausend Menschen bei "Corona-Spaziergang" in Plauen

Mehrere hundert Menschen haben in Plauen an einem ungenehmigten "Corona-Spaziergang" teilgenommen. Rund 900 Menschen zogen am Sonntagabend aus Protest gegen die Kontakteinschränkungen durch die Innenstadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei einer Personenkontrolle wurde demnach ein Polizeibeamter leicht verletzt, an einer anderen Stelle hätten neun Menschen versucht, eine Absperrung zu durchbrechen.

Nach den Angaben vom Montag ermittelt die Polizei nun wegen Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie in 33 Fällen wegen Verstoßes gegen die sächsische Corona-Notverordnung.

9.37 Uhr: DRK plant rund 40 Impfstellen landesweit und Terminportal

Sachsen forciert das Impftempo. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereitet landesweit über 40 Impfstellen vor, teilweise sind sie schon in Betrieb, wie ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir werden unterschiedliche Lösungen haben, in manchen Landkreisen drei Teams, in anderen mehr, dann aber nicht jeden Tag offen."

Zur Terminbuchung soll das Onlineportal aus dem Frühjahr wieder eingerichtet werden. Darüber hinaus sind mobile Impfteams an täglich wechselnden Orten im Einsatz. Bereits an diesem Mittwoch öffnet das Dresdner Impfzentrum in der Messe wieder, indem die mobilen Teams 1.000 Menschen täglich impfen können.

Der Freistaat ist Schlusslicht bei den Immunisierungen in Deutschland und hat den höchsten Wert bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche aller Bundesländer. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) waren am vergangenen Freitag erst 58 Prozent der Bevölkerung ab zwölf Jahren vollständig geimpft und 7,5 Prozent haben bisher eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die niedrige Impfquote gilt als eine der Hauptursachen für die hohen Inzidenzwerte.

Das Impfzentrum in der Messe Dresden soll wieder öffnen.
Das Impfzentrum in der Messe Dresden soll wieder öffnen. © dpa/Sebastian Kahnert

9.25 Uhr: Ehepaar nach Flucht aus Quarantäne-Hotel in Flugzeug festgenommen

In den Niederlanden ist ein Ehepaar aus einem Quarantäne-Hotel für positiv auf Corona getestete Reisende aus Südafrika geflohen. Die Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol nahm den Mann aus Spanien und die Frau aus Portugal am Sonntagabend in einem Flugzeug fest, das nach Spanien starten sollte. Wie das Paar aus dem Hotel in der Nähe des Flughafens entkommen konnte, sei ein Rätsel, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei nach Angaben des Senders NOS. Unklar ist auch, wie die beiden in das Flugzeug gelangen konnten. Nach ihrer Festnahme wurden sie den Gesundheitsbehörden übergeben und wieder unter Quarantäne gestellt. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der gesetzlichen Quarantänepflicht.

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Auf dem Amsterdamer Flughafen waren am Freitag bei 61 von 624 Passagieren, die aus Südafrika eingereist waren, Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Betroffenen wurden in das Quarantäne-Hotel gebracht. Am Sonntag teilte der staatliche Gesundheitsdienst RIVM mit, dass mindestens 13 der 61 positiv getesteten Personen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infiziert seien. Ob auch das geflohene Ehepaar mit dieser Variante infiziert ist, blieb zunächst unklar.

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