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Deutschland & Welt

Corona: Homeoffice senkt Produktivität laut Studie nicht

Offenbar Protest vor Haus von Sachsens Sozialministerin, Polizei beendet Protest in Freiberg, Experten fürchten für Sachsen Inzidenz bis 2.800 - unser Newsblog.

Trotz guter Erfahrungen wollen viele Arbeitgeber nach der Pandemie das Homeoffice-Angebot wieder stark reduzieren.
Trotz guter Erfahrungen wollen viele Arbeitgeber nach der Pandemie das Homeoffice-Angebot wieder stark reduzieren. © Christin Klose/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

22.01 Uhr: Zehntausende Corona-Tote in Russland in einem Monat

In Russland sind im Oktober nach offiziellen Angaben fast 75.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. In den meisten Fällen gelte das Virus als Haupttodesursache, teilte das Statistikamt Rosstat am Freitagabend in Moskau mit. Die Corona-Statistik der Regierung weist nach Angaben der Staatsagentur Tass dagegen nur halb so viele Todesfälle für den Monat aus. Die Diskrepanz wird nach Tass-Angaben damit erklärt, dass hierbei nur Fälle erfasst würden, bei denen Corona die Haupttodesursache gewesen sei und eine Bestätigung für eine Infektion schnell vorgelegen habe.

In Russland breitet sich die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Virus aus. Die Impfquote ist verhältnismäßig niedrig: Erst rund 43 Prozent der 146 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Das Land verfügt über mehrere eigene Vakzine.

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21.47 Uhr: Gut die Hälfte der Omikron-Infizierten in England vollständig geimpft

Mehr als die Hälfte der bislang nachgewiesenen Infektionen mit der besorgniserregenden Omikron-Variante des Coronavirus in England sind bei vollständig Geimpften aufgetreten. Von den 22 bestätigten Infizierten hätten zwölf mindestens zwei Corona-Impfungen erhalten, teilte die britische Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Allerdings lässt sich aus diesen Zahlen nicht darauf schließen, dass Geimpfte ein ähnlich hohes Risiko haben, sich mit Omikron zu infizieren wie Ungeimpfte. Je mehr Menschen in der Bevölkerung geimpft sind, desto mehr Geimpfte sind auch unter den Infizierten - selbst wenn der Anteil der infizierten Geimpften sehr gering ist.

Auch unter den Infizierten der derzeit noch dominierenden Delta-Variante ist der Anteil der Geimpften an den Infizierten in Großbritannien oder Deutschland mittlerweile hoch - weil die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern geimpft ist. In beiden Ländern haben knapp 70 Prozent der Menschen mindestens zwei Impfdosen erhalten.

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21.35 Uhr: Offenbar Corona-Proteste vor Wohnhaus von Sachsens Sozialministerin

Nach Angaben aus sozialen Medien haben sich am Abend mehrere Menschen mit Fackeln vor dem Wohnhaus von Sachsens Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping (SPD), in Grimma versammelt. Demnach protestierten sie dort gegen die Politikerin, die die harten Corona-Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie im Freistaat mitträgt. Internetuser werteten das in ihren persönlichen Beiträgen als Eingriff in ihre Privatsphäre und als Einschüchterungsversuch.

Auch vor dem Haus von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatten sich schon Corona-Gegner versammelt. Sein Zweitwohnsitz war am 10. Januar 2021 in die Schlagzeilen geraten, als Kritiker der Corona-Maßnahmen das Umgebindehaus des MP aufsuchten.

21.18 Uhr: Polizei beendet Corona-Politik-Protest in Freiberg

In Freiberg hat es am Freitag erneut Proteste gegen die aktuelle Corona-Politik gegeben. 30 Personen drohe nun jeweils ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro, teilte die Polizei mit. Wegen der dramatischen Lage im Freistaat sind gemäß der sächsischen Corona-Notfallverordnung derzeit nur Versammlungen mit höchstens zehn Menschen erlaubt - und nur an einem festen Ort. Gegen 17.45 Uhr habe sich eine mittlere zweistellige Anzahl von Teilnehmern am Albertpark versammelt, teilte die Polizei mit. "Die Polizisten sprachen diese an und wiesen sie auf die geltenden Beschränkungen, die sich aus der Sächsischen Corona-Notfallverordnung ergeben, hin."

Ungeachtet dessen hätten sich einige von ihnen gegen 18 Uhr in Bewegung gesetzt und seien über die Gehwege in Richtung Bahnhof gelaufen. Gegen 18.15 Uhr stoppten die Einsatzkräfte den Aufzug und umschlossen die Teilnehmer, wie es weiter hieß. Bereits am vergangenen Montag hatten sich vielerorts in Sachsen wiederholt Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. In Chemnitz und Freiberg (Landkreis Mittelsachsen) etwa waren Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen. Die Polizei in Dresden bereitet sich derweil auf einen Polizeieinsatz wegen einer geplanten Demonstration am Montag gegen die Corona-Maßnahmen vor dem sächsischen Landtag vor.

Bereits am 29. November hatte es in Freiberg eine größere Demo gegen die Corona-Politik gegeben.
Bereits am 29. November hatte es in Freiberg eine größere Demo gegen die Corona-Politik gegeben. © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild

21.06 Uhr: Studie: Homeoffice senkt Produktivität nicht

Einer neuen Untersuchung zufolge hat die Ausweitung der Arbeit im Homeoffice während der Corona-Pandemie keine negativen Auswirkungen auf die Produktivität der Beschäftigten. Zu dieser Einschätzung gelangten rund 60 Prozent der Betriebe, die in der Pandemie mindestens einem Beschäftigten Homeoffice ermöglichten, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Freitag in Nürnberg mit. 22 Prozent der Unternehmen bewerteten die Auswirkungen auf die Produktivität als positiv. Lediglich 13 Prozent geben an, dass die Arbeit daheim zu schlechteren Leistungen geführt habe. Basis der Untersuchung ist eine repräsentative IAB-Umfrage zwischen dem 2. und dem 16. November.

Trotz dieser überwiegend positiven Bilanz gaben in einer vorherigen Befragung im Juli 2021 zwei Drittel der Betriebe an, das Homeoffice-Angebot nach der Pandemie wieder auf das Vorkrisenniveau senken zu wollen. Jeder zehnte Betrieb wollte damals das Angebot noch unter den Stand vor der Pandemie bringen. Die Forscher des IAB, das zur Bundesanstalt für Arbeit gehört, erklären diese Absicht unter anderem mit den Auswirkungen des Homeoffice auf die innerbetriebliche Kommunikation. So geben 70 Prozent der Großbetriebe mit 250 und mehr Beschäftigten an, die Ausweitung der Arbeit daheim habe den Austausch zwischen den Beschäftigten beeinträchtigt.

Bei Kleinstbetrieben mit unter zehn Beschäftigten trifft das hingegen nur auf knapp 30 Prozent zu. "Das zeigt, dass Betriebe persönliche Interaktionen vor Ort als wichtigen Bestandteil der Arbeit einschätzen, die sich nicht eins zu eins durch virtuelle Kommunikation ersetzen lassen, vor allem bei neu eingestellten Beschäftigten", sagte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. Als Infektionsschutzmaßnahme habe sich die Einschränkung der persönlichen Kontakte durch die Arbeit im Homeoffice dennoch bewährt.

20.41 Uhr: Südafrika: Corona-Neuinfektionen steigen rapide an

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Südafrika steigt rapide an. Am Freitag meldete das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) 16.055 Neuinfektionen innerhalb eines Tages bei 65.990 durchgeführten Covid-Tests. Vor genau einer Woche lag in dem Land mit rund 59 Millionen Einwohnern die Zahl der Neuinfektionen bei 2.828, nachdem 30.904 Tests durchgeführt wurden. 72 Prozent der neuen Fälle sind nach NICD-Angaben in der bevölkerungsreichsten Provinz Gauteng, zu der auch die Metropole Johannesburg gehört, aufgetreten.

Südafrika hatte vergangene Woche als eines der ersten Länder weltweit die neue Coronavirus-Variante Omikron gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation hatte daraufhin die Variante (B.1.1.529) als "besorgniserregend" eingestuft.

20.22 Uhr: Belgien verschärft erneut seine Corona-Regeln

Belgien hat erneut verschärfte Corona-Regeln verkündet. Von kommender Woche an gelten strengere Regeln für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, die Schulen sollen früher und teilweise länger in die Winterferien gehen und es wird empfohlen, auch private Treffen so weit wie möglich einzuschränken, wie Premierminister Alexander De Croo am Freitag mitteilte. Konkret sollen auch Veranstaltungen mit mehr als 200 Menschen in Innenräumen verboten werden. Für andere Events gelten weiterhin Hygieneregeln, diese sollten von den lokalen Behörden verstärkt kontrolliert werden.

Für Menschen, die aus Deutschland nach Belgien einreisen wollen ändert sich zunächst - bis auf die neuen Beschränkungen in Belgien selbst - nichts. Wer geimpft ist, muss nicht in Quarantäne und braucht keinen frischen Corona-Test und kann einreisen. Zuletzt infizierten sich in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern so viele Menschen täglich wie nie zuvor in der Pandemie. Im Schnitt waren es fast 18.000 Menschen. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist stark gestiegen.

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19.42 Uhr: SPD-Politikerin Dittmar: Impfpflicht für Heime ab Mitte März 2022

Die vorgesehene Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten soll nach den Plänen der künftigen Ampel-Koalition vom 16. März des kommenden Jahres an gelten. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, Sabine Dittmar, sagte auf Nachfrage, von dem Tag an werde der Impfnachweis "Voraussetzung sein für den Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses". Alle bereits Beschäftigten müssten ihren Immunstatus bis zum 15. März 2022 nachgewiesen haben. Die Ärztinnen und Ärzte, Pflege- oder auch Reinigungskräfte müssen dann also entweder gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sein.

SPD, Grüne und FDP planen eine einrichtungsbezogene Impfpflicht, also eine Vorschrift für alle Beschäftigten über das medizinische und pflegerische Personal hinaus. Dittmar erklärte, aus epidemiologischer Sicht sei eine hohe Impfquote "unabdingbar" in solchen Einrichtungen. "Aber auch aus menschlicher Sicht ist es völlig unverständlich, dass Personal, das Tag für Tag mit besonders verletzlichen Menschen zusammenarbeitet, nicht geimpft ist", sagte die SPD-Politikerin.

Nach einem Bericht des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitag) soll der entsprechende Gesetzentwurf bis Mitte Dezember vom Bundestag beschlossen werden. Ende Oktober waren in einem Altenheim am Werbellinsee in Brandenburg elf alte Menschen gestorben. Nach Angaben der zuständigen Behörden waren die Bewohnerinnen und Bewohner weitgehend geimpft, aber nur die Hälfte des Personals.

19.15 Uhr: Corona-Inzidenz in Italien weiter steigend

In Italien steigt die Corona-Inzidenz weiter deutlich an. Stand Donnerstag berechneten sie die Experten landesweit für die zurückliegenden sieben Tage auf durchschnittlich 155 Fälle je 100.000 Einwohner, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Rom mit. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 125. Besonders hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Südtirol mit rund 646 Fällen je 100.000 Einwohner, dahinter folgen mit klarem Abstand die norditalienischen Regionen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und das Aostatal.

Es sei ein schrittweiser Anstieg der Fallzahlen, vor allem in den Altersbereichen mit vielen Ungeimpften, sagte Experte Gianni Rezza. «Aktuell sind wir in einer Prä-Omikron-Phase.» Bis auf einen kleinen Ausbruch zirkuliere die Variante derzeit nicht in Italien. Am Freitag meldeten die Behörden etwas mehr als 17.000 Corona-Neuinfektionen und fast 75 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Rund 87,6 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren sind mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft.

18.35 Uhr: Mehrere Länder kippen Testpflicht nach Auffrischungsimpfung

In mehreren Bundesländern entfällt die Testpflicht für Menschen, die eine Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten haben. Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kündigten die Lockerungen für Drittgeimpfte am Freitag schon mit Wirkung ab Samstag an. Auch Mecklenburg-Vorpommern prüft einen solchen Schritt - Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) hoffe jedoch auf eine bundesweite Lösung und wolle das Thema bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag ansprechen, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Auffrischungsimpfung erhöhe den Impfschutz enorm, teilte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit. "Sie brauchen dann deshalb beispielsweise für ihren Besuch in einem Restaurant oder beim Betreten eines Fitnessstudios keinen weiteren Test mehr." Die 2G-plus-Regel sieht vor, dass nur Geimpfte und Genesene mit einem negativen Test Zugang haben. Zuvor hatte bereits Niedersachsen die Testpflicht nach einer Booster-Impfung mit Wirkung ab Samstag gekippt.

Aus wissenschaftlicher Sicht bestehe nach der Auffrischungsimpfung eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, sich und andere anzustecken. "Der Impfschutz ist bei dieser Gruppe auf einem derart hohen Niveau, dass die Gefahr, dass Geimpfte untereinander das Virus weitergeben, doch wahrscheinlich nur noch verschwindend gering ist", hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zuvor gesagt.

Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen.
Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen. © Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpa

18.10 Uhr: Polizei bereitet sich auf Corona-Protest am Montag in Dresden vor

Die Polizei in Dresden bereitet sich auf einen Polizeieinsatz wegen einer geplanten Demonstration am Montag gegen die Corona-Maßnahmen vor dem sächsischen Landtag vor. Insbesondere in den sozialen Netzwerken werde zu dem Protest aufgerufen, teilte die Polizei am Freitag mit. "Auch Extremisten mobilisieren für einen Protest vor dem Sächsischen Landtag. Unsere Gefahrenprognose, Grundlage unserer Einsatztaktik, ist damit eine ganz andere als an den vergangen Montagen", sagte Polizeipräsident Jörg Kubiessa laut Mitteilung.

Im Ergebnis enge das den Ermessensspielraum der Polizei deutlich ein. "Eine härtere Gangart der Polizei wird die logische Konsequenz sein – natürlich unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der Wahl unserer Mittel", so Kubiessa. Der Polizei-Einsatz soll sich demnach auf den Schutz des Landtages konzentrieren, auf die Absicherung des Impfzentrums und die Unterbindung verbotener Ansammlungen.

Basierend auf den Erfahrungen bei vergangenen Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen rechnet die Polizei demnach mit vorsätzlichen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Teilnehmer hätten bislang kaum auf Ansprachen durch die Einsatzkräfte reagiert. Für Montag habe die Polizei daher auch den Einsatz von Wasserwerfern angefordert, die sichtbar im Stadtzentrum positioniert werden sollen.

Bereits am vergangenen Montag hatten sich erneut vielerorts in Sachsen Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. Wegen des dramatischen Infektionsgeschehens in Sachsen sind nur stationäre Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern zulässig. Dessen ungeachtet waren etwa in Chemnitz und Freiberg Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen.

17.47 Uhr: Neues Online-Portal: 600 Freiwillige melden sich für Krankenhäuser

Hunderte Menschen in Sachsen sind dem Aufruf des Gesundheitsministeriums gefolgt, die überlasteten Krankenhäuser zu unterstützen. Binnen eines Tages hätten sich 600 Freiwillige gemeldet, teilte das Ministerium am Freitag über Twitter mit.

Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag ein neues Online-Portal für Freiwillige eröffnet, die in der angespannten Corona-Lage in den sächsischen Krankenhäusern aushelfen wollen. Es richtet sich vor allem an Pflegepersonal sowie Ärzte - beide Gruppen auch im Ruhestand - und an Medizinstudierende, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Gesucht werden auch Helferinnen und Helfer, die etwa Transporte übernehmen oder Kranken Mahlzeiten reichen.

17.08 Uhr: Experten schließen Inzidenz von bis zu 2.800 in Sachsen nicht aus

Die sächsische Landesregierung schließt eine Verdoppelung des aktuell schon extrem hohen Corona-Inzidenzwertes bis Jahresende nicht aus. "Bei sich fortsetzender Dynamik kann angenommen werden, dass die Inzidenz bis Ende Dezember bis zirka 2800 ansteigen wird, bis sie dann bis Ende Januar auf das jetzige Niveau wieder abfallen wird", heißt es im Antrag der Regierung für die Sondersitzung des Landtages am Montag. Das Parlament soll dann über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden.

Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut für Sachsen eine Wocheninzidenz von 1.224,7 ermittelt. Das ist der mit Abstand höchste Wert in Deutschland. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an.

In der Begründung ihres Antrages macht die sächsische Regierung auf die dramatische Lage aufmerksam: "In Sachsen ereignen sich 15 Prozent aller Neuinfektionen in der Bundesrepublik, obwohl auf Sachsen nur fünf Prozent der Gesamtbevölkerung entfallen." Inwieweit sich derzeitige Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und 2G-Regelungen auf das Infektionsgeschehen auswirken, werde sich erst in den nächsten zwei Wochen zeigen. Die Impfquote sei weiterhin viel zu niedrig, um in der aktuellen Situation "einen relevanten Einfluss auf eine absehbare Eindämmung des Infektionsgeschehens zu leisten". Es gehe auch darum, das Gesundheitswesen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung zu schützen.

Mit der Feststellung der epidemischen Lage will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen. Bedingung für besondere Maßnahmen war bisher, dass der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellte. Sie galt aber nur bis zum 25. November und wurde nicht mehr verlängert. Den Ländern wurde jedoch die Möglichkeit einer Übergangsfrist bis 15. Dezember eingeräumt. Sachsen nutzte das und erließ am 19. November eine Corona-Notfallverordnung. Nun hofft der Freistaat darauf, mit dem neuen Infektionsschutzgesetz auch weiter alle Instrumente im Kampf gegen die Pandemie nutzen zu können.

Am Freitag wurden in Sachsen 9.471 Neuinfektionen gemeldet.
Am Freitag wurden in Sachsen 9.471 Neuinfektionen gemeldet. © dpa-Zentralbild

16.47 Uhr: Schwesig kritisiert Ständige Impfkommission

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat der Politik ebenso wie der Ständigen Impfkommission (Stiko) Versäumnisse in der Corona-Pandemie vorgeworfen. "Bei den Booster-Impfungen sind wir zu spät dran", sagte Schwesig dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das Beispiel Israel habe schon im Sommer gezeigt, dass Auffrischimpfungen die vierte Welle brechen. Die Stiko habe Boostern jedoch erst im Oktober für über 70-Jährige empfohlen und für alle sogar erst im November. "Das kam viel zu spät." Die Ärzte orientierten sich an den Stiko-Empfehlungen.

Auch das Handeln der Politik in der Pandemie in Deutschland in den letzten Wochen sieht Schwesig dem Magazin zufolge kritisch. "Wir in der Politik müssen uns fragen, ob wir nicht früher Einschränkungen für Ungeimpfte hätten vornehmen müssen."

16.25 Uhr: 18 Todesfälle nach Corona-Ausbruch in Thüringer Pflegeheim

Insgesamt 18 Menschen sind nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Rudolstadt in Thüringen gestorben. Bei 14 von ihnen bestand kein vollständiger Impfschutz, wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Freitag mitteilte. Nur eine Person habe demnach drei Impfungen erhalten, drei weitere waren doppelt geimpft. Bei einer ersten Meldung von vergangener Woche hatte das Landratsamt berichtet, dass Angehörige von Heimbewohnern diesen von der Impfung abgeraten hatten. Damals waren sieben Tote gezählt worden. Von 141 Heimbewohnern war rund ein Drittel nicht geimpft, hieß es in der Mitteilung vom Freitag.

Behauptungen in sozialen Netzwerken, wonach die Todesfälle in Zusammenhang mit einer Booster-Impfung stünden, widersprach das Landratsamt und verwies auf den Anteil der Ungeimpften unter den Todesfällen. Auch habe es genügend Impfmöglichkeiten für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen gegeben. "Die Nicht-Impfung ist in diesen Fällen also eine bewusste Entscheidung der Bewohner beziehungsweise von deren Angehörigen und Betreuern und liegt nicht an Terminengpässen in der Impfstelle", hieß es.

15.48 Uhr: Sachsen für Verlängerung steuerlicher Corona-Hilfsmaßnahmen

Sachsen hat sich für die Verlängerung steuerlicher Corona-Hilfsmaßnahmen über das Jahresende hinaus ausgesprochen. "Neben den staatlichen Hilfsprogrammen, etwa in Form von Zuschüssen oder Darlehen, sollte auch die Steuerverwaltung weiterhin einen Beitrag zur Entlastung und Unterstützung leisten", erklärte Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Freitag in Dresden. "Ich bin überzeugt, dass das Bundesfinanzministerium unserer Forderung nachkommt und jetzt schnell die Voraussetzungen schafft, damit unsere Finanzämter wieder im vereinfachten Verfahren zinslose Stundungen vornehmen können."

15.40 Uhr: Sachsens Apotheken grundsätzlich zum Impfen bereit - aber nicht flächendeckend

Die sächsischen Apotheken sind grundsätzlich zum Impfen bereit. "Wenn wir in dieser aktuell sehr ernsten Lage dazu beitragen können, dass mehr Menschen durch die Corona-Impfung geschützt sind, sind wir natürlich dazu bereit, unsere ärztlichen Kollegen weitergehend zu unterstützen und auch in den Apotheken kurzzeitig Impfungen anzubieten", erklärte die Geschäftsführung der Sächsischen Apothekerverbandes am Freitag auf Anfrage. Allerdings müssten dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden und eine medizinische Schulung des Impfpersonals erfolgen.

Zudem werde man wegen der hohen Arbeitsbelastung durch Bürgertestung, Verteilung der Impfstoffe und durch die Pandemie bedingte Personalengpässe dieses Angebot nicht flächendeckend machen können, hieß es. "Weshalb wir die Booster-Impfung in den Apotheken nur als zusätzliches Angebot mit einem für die Vorbereitung notwendigen zeitlichen Vorlauf sehen."

15.29 Uhr: Berührendes Duett für Corona-Zeit von Max Mutzke und Carolin Kebekus

Berührendes für eine Zeit ohne Berührungen: "Nimmst du mich in den Arm" ist der Titel eines Duetts des Musikers Max Mutzke (40) mit der Schauspielerin und Komikerin Carolin Kebekus (41). Wie Universal Music am Freitag mitteilte, soll die Ballade für Augenblicke sein, in denen die Batterien auf Null stehen - eine Art "musikalische Kerze gegen die Einsamkeit in einer dunklen Zeit, in der Berührungen immer seltener, immer schwieriger werden".

Entstanden ist der Song demnach aus einem spontanen Duett von Kebekus mit Mutzke bei einer Sendung von "Max Mutzke & Friends". Der Song sei so gut beim Publikum angekommen, dass die beiden daraus eine offizielle Version aufgenommen hätten. "Nimmst du mich in den Arm" stammt aus Mutzkes neuem Album "Wunschlos süchtig". Der Sänger lebt mit seiner Familie im Schwarzwald. Er hat aber auch eine Wohnung in Köln, zu der seine Kinder und Partnerin oft pendeln.

15.00 Uhr: Sachsen meldet fast 9.500 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind am Freitag 9.471 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden 59 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 532.829 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.202 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 413.900 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag am Freitag mit 1.224,7 etwas höher als am Donnerstag (1.180,1). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf. Hotspot bleibt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Sieben-Tage-Wert von 1.994,5.

14.30 Uhr: Dehoga unterstützt Klage gegen Corona-Notfallverordnung

Seit dem vergangenen Montag dürfen Hotels, Pensionen und Campingplätze in Sachsen keine Touristen mehr aufnehmen - gegen dieses Beherbergungsverbot zieht der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen jetzt vor Gericht. Der Verband unterstützt einen betroffenen Hotelier aus Eibenstock (Erzgebirgskreis) bei seinem Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen, wie er am Freitag mitteilte.

Jens Ellinger, Vizepräsident des Dehoga in Sachsen, sagte, dass die Corona-Notfallverordnung in Sachsen die Geschäftssituation verzerre. In Polen, Tschechien und den umliegenden Bundesländern seien die Hotels noch geöffnet.

Es sei unbestritten, dass die Situation auf den sächsischen Intensivstationen dramatisch sei. Hotels seien für die Infektionen jedoch nicht verantwortlich. "Wir fühlen uns erneut ohne wissenschaftliche Begründung als Prügelknabe für die verfehlte Politik." In der kommenden Woche will der Verband ein ähnliches Verfahren mit einem betroffenen Gastronomen gegen die Auflagen für Restaurants vor dem Oberverwaltungsgericht anstreben.

Die Klage sollte noch am Freitag an das Oberverwaltungsgericht Bautzen gehen. Der Gerichtssprecher sagte, dass dort schon einige Klagen gegen die Corona-Notfallverordnung eingegangen seien. Erste Entscheidungen bei Eilverfahren könne es in der kommenden Woche geben.

14.15 Uhr: Umfrage: Sorge vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz gestiegen

Laut einer Umfrage des Portals "lohnspiegel.de" hat die Sorge vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz angesichts der gestiegenen Fallzahlen deutlich zugenommen. So gaben im November 30 Prozent der Befragten an, Angst vor einer Corona-Ansteckung bei der Arbeit zu haben, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Dies sei ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vormonaten, als dieser Anteil bei etwas mehr als 20 Prozent lag.

Besonders groß waren die Befürchtungen bei Beschäftigten in Verkaufsberufen sowie weiteren Bereichen, in denen ein direkter Kontakt zu anderen Menschen besteht: Gesundheit und Pflege sowie Soziales, Bildung und Erziehung. Weitgehend unbesorgt zeigte sich dagegen die Gruppe die Impfverweigerer. Von diesen hatten im November nur 15 Prozent Ansteckungssorgen. Das war derselbe Wert wie im Juli.

13.52 Uhr: Dutzende Verstöße gegen 3G-Regeln in Bus und Bahn in Dresden

In der ersten Woche der 3G-Regel im öffentlichen Personennahverkehr sind in Dresden 64 Verstöße festgestellt worden. Wie die Stadt Dresden am Freitag mitteilte, überprüften Ordnungsamt und Polizei zwischen dem 24. November und dem 1. Dezember in rund 150 Bussen und Bahnen die Einhaltung der Corona-Maßnahme. Dabei kontrollierten sie demnach binnen einer Woche bei mehr als 1.000 Fahrgästen die 3G-Nachweise - also die Bescheinigung, dass die Personen geimpft, genesen oder getestet die Verkehrsmittel nutzten.

In 64 Fällen konnten die Fahrgäste den Nachweis demnach nicht erbringen. Die Verstöße wurden angezeigt. Zudem droht den Beschuldigten nun ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro. "Die Kontrollen werden intensiv fortgesetzt", kündigte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) laut Mitteilung an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Seit dem 24. November gilt bundesweit die 3G-Regel im öffentlichen Personennahverkehr. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen Nachweis über eine negative Testung mit sich führen, die bei Fahrtantritt nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Ein Polizist in Dresden kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regeln.
Ein Polizist in Dresden kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regeln. © dpa-Zentralbild

13.15 Uhr: Corona: Impftermin-Portal in Sachsen gestartet

In Sachsen können seit 13 Uhr an diesem Freitag wieder Termine über das Impfportal gebucht werden. Interessierte erreichen das Tool zur Terminbuchung unter sachsen.impfterminvergabe.de. Wegen vieler Anfragen mussten einige Nutzer am Freitag allerdings bei der Registrierung Wartezeiten in Kauf nehmen.

An den festen Impfpunkten und Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat werden sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungsimpfungen angeboten. Mit der Einführung des Systems sollen Wartezeiten für Impfwillige weiter reduziert werden.

Bis zum 6. Dezember wird allerdings noch flächendeckend mit Wartekärtchen vor Ort gearbeitet. Daher muss mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden. Sowohl in Chemnitz als auch in Dresden hatten am Mittwoch die früheren Impfzentren wieder den Betrieb aufgenommen – und einen Ansturm erlebt. An beiden Orten befanden sich mehrere Hundert Menschen in der Warteschlange.

Bereits bei der Registrierung landeten Nutzer in der Warteschlange.
Bereits bei der Registrierung landeten Nutzer in der Warteschlange. © Screenshot Impfportal Sachsen

12.44 Uhr: Polen und die Schweiz werden zu Corona-Hochrisikogebieten

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

Eine Einstufung als Hochrisikogebiet bedeutet aber kein Reiseverbot. Sachsens zweites Nachbarland Tschechien ist bereits seit Mitte November Hochrisikogebiet. Welche Regeln dort gelten.

12.32 Uhr: Seibert rechnet mit Impfpflicht-Abstimmung zum Jahresanfang

Eine Abstimmung über eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag könnte nach Aussage von Regierungssprecher Steffen Seibert Anfang des nächsten Jahres stattfinden. "Wir sind dabei, einen Weg zu beschreiten, damit der Deutsche Bundestag Anfang des kommenden Jahres eine solche Entscheidung fällt. Aber das liegt natürlich komplett in den Händen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages", sagte er am Freitag in Berlin.

Seibert wies darauf hin, dass es vorher eine Empfehlung des Ethikrats zum Thema geben solle. "Das ist ja auch keine leichte Sache. Das ist eine Abwägungsfrage." Tenor der Einigung von Bund und Ländern am Donnerstag sei gewesen, dass man das jetzt für notwendig halte. Der Sprecher erwähnte das "noch nie da gewesene Infektionsgeschehen", die Situation in den Kliniken, verschobene Operationen und die "Tatsache, dass jeden Tag Patienten quer durch Deutschland geflogen werden müssen". Das alles habe auch mit einer nicht ausreichenden Impfquote zu tun.

12.18 Uhr: Zehn weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 1.034 weitere Corona-Infektionen und zudem zehn Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.284 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 65.958 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 51.373 als wieder genesen - 1.463 mehr als am Donnerstag. Die Behörden meldeten zudem 46 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 1.076,9 am Donnerstag auf nun 1.005,5. Es ist jedoch möglich, dass die niedrigeren Zahlen eine Konsequenz aus der Überlastung des Gesundheitssystems sind. Mehr dazu im Artikel Weshalb auf hohe Inzidenzen unsichere Zahlen folgen

11.57 Uhr: Testpflicht auch für Geimpfte in Restaurants in Baden-Württemberg

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Zudem werden Großveranstaltungen angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise in Baden-Württemberg untersagt. Demnach wird für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kultur- und Freizeitveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen. Die Regeln sollen bereits am Samstag in Kraft treten.

11.42 Uhr: RKI-Chef Wieler: Impfpflicht muss sorgsam überlegt werden

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich in der Debatte über eine Corona-Impfpflicht für ein behutsames Vorgehen ausgesprochen. Das Thema müsse "sehr, sehr sorgsam kommuniziert und überlegt werden", sagte Wieler in Berlin. Es gebe ganz viele Fragen, etwa ab welchem Alter eine Impfpflicht gelten und wie sie vollzogen werden solle und wie damit umgegangen werde, dass Impfungen keinen 100-prozentigen Schutz brächten, sondern eventuell aufgefrischt werden müssten. "Da braucht es wirklich eine intensive Debatte, um die Pros und Cons herauszuarbeiten (...) Das ist wirklich nicht so trivial."

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte am Freitag seine "grundsätzlich sehr skeptische Haltung, was eine allgemeine Impfpflicht angeht". Er habe in dieser Frage sein Wort gegeben. "Das wird auch mein Abstimmungsverhalten bestimmen", sagte er. Angedacht ist, dass der Bundestag über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht abstimmt, wobei der Fraktionszwang für Abgeordnete aufgehoben werden soll. Der Ethikrat soll außerdem bis Jahresende eine Empfehlung zum Thema vorlegen. Wieler ergänzte: "Eins ist klar, ohne, dass alle Menschen einen Immunschutz haben, werden wir es sehr, sehr schwer haben, diese Pandemie zu einem Stillstand zu bringen."

Jens Spahn (r.) und Lothar Wieler am Freitag in Berlin.
Jens Spahn (r.) und Lothar Wieler am Freitag in Berlin. ©  dpa/Kay Nietfeld

11.21 Uhr: Leipziger Patient mit Omikron-Verdacht hat bislang milden Verlauf

Der Leipziger Patient mit Verdacht auf die Coronavirus-Variante Omikron hat bislang einen milden Krankheitsverlauf. Entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur neuen Variante seien der Patient sowie seine Haushaltskontaktpersonen für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Freitesten dürften sich die Betroffenen in dem Zeitraum nicht.

Anders als zuvor bekannt ist der Patient laut Angaben des Gesundheitsministeriums nicht 39 Jahre alt, sondern 37. Er selbst, seine Angehörigen und enge Kontaktpersonen seien vor der Infektion nicht im Ausland gewesen. Eine Gesamtgenomsequenzierung, die den Verdacht zweifelsfrei bestätigen könnte, wird frühestens für diesen Freitag erwartet. Bislang gilt der Patient als dringender Verdacht, wie eine Sprecherin der Uniklinik Leipzig am Dienstag bereits mitgeteilt hatte.

11.16 Uhr: "Wellenbrecher" ist "Wort des Jahres" 2021

"Wellenbrecher" ist das "Wort des Jahres" 2021. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt. Das Wort stamme aus dem Küstenschutz und werde mittlerweile für Maßnahmen benutzt, die zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie angewendet werden, erklärte GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels.

Mit der Aktion werden regelmäßig Begriffe gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland nach Ansicht der Jury sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Mehr als 2.000 Vorschläge gingen in diesem Jahr dazu ein. Im vergangenen Jahr wurde "Corona-Pandemie" zum "Wort des Jahres" gekürt.

DIE WÖRTER DES JAHRES 2021:

1 .: Wellenbrecher

2.: SolidAHRität

3.: Pflexit

4.: Impfpflicht

5.: Ampelparteien

6.: Lockdown-Kinder

7.: Booster

8.: freitesten

9.: Triell

10.: fünf nach zwölf

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10.55 Uhr: Südafrika meldet viele Omikron-Fälle bei Kindern

Die neue Coronavirus-Variante Omikron überrascht Wissenschaftler in Südafrika durch eine zunehmende Infektion auch von jungen Kindern. "Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre", sagte die Wissenschaftlerin Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten NICD am Freitag. Das unterscheide die in Südafrika beginnende vierte Infektionswellen von früheren derartigen Phasen. Es sei aber noch zu früh, aus den bisher vorhandenen Daten wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen. Mehr dazu im Artikel Südafrikanische Wissenschaftler: Kleinkinder nicht vor Omikron gefeit

10.33 Uhr: Was der "Wellenbrecher" in Dresden bisher brachte

"Wellenbrecher" hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die neuen Corona-Regeln genannt, die seit dem 22. November gelten. Seitdem dürfen Umgeimpfte weder Gaststätten noch Läden besuchen, die nicht der Grundversorgung dienen. Das Kalkül hinter der Regel: Wer weniger unterwegs ist, hat weniger Risikokontakte und wird sich im besten Fall nicht anstecken.

Ist dieser Plan in Dresden aufgegangen?Sächsische.de hat mehrere Datenquellen ausgewertet, die Rückschlüsse auf die Mobilität der Dresdner zulassen. Die Erkenntnisse lesen Sie im Artikel Das hat der "Wellenbrecher" in Dresden bisher gebracht

Ein Passant geht in Dresden auf der leeren Augustusstraße entlang.
Ein Passant geht in Dresden auf der leeren Augustusstraße entlang. © dpa/Sebastian Kahnert

10.03 Uhr: Leipzigs Handball-Manager mit neuer Wutrede

Mit einer neuerlichen Brandrede hat Leipzigs Handball-Manager Karsten Günther die Umsetzung der Impfkampagne in Sachsen scharf kritisiert. Vor dem Bundesliga-Heimspiel seines SC DHfK am Donnerstagabend schimpfte er über bürokratische Hürden im Freistaat und immer noch fehlende Strukturen.

"Mitten im größten Orkanauge der Pandemie, wo nur Impfen hilft, wo plötzlich die Leute noch mal ihre Entscheidung überdenken, wo Boostern wichtig ist, haben wir es immer noch nicht geschafft, funktionsfähige Strukturen schnell an den Start zu bringen. Stattdessen verlieren wir sinnlos Tage und Wochen, bis es endlich losgeht", sagte Günther. Mehr zu Günthers Wutrede im Artikel "Und wir beweihräuchern uns..."

9.48 Uhr: Impfgegner-Demonstration in Berlin verboten

Eine für Samstag in Berlin geplante Demonstration von Impfgegnern und Corona-Skeptikern ist von der Polizei verboten worden. Im Internet werde aber weiterhin mobilisiert, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. Die Polizei werde im Lauf des Freitags noch mal deutlich auf das Verbot hinweisen und weitere Informationen dazu veröffentlichen. Nach den Erfahrungen des Jahres ist aber trotzdem nicht ausgeschlossen, dass Initiatoren und Teilnehmer versuchen, auf der Straße zu protestieren.

Ähnliche Demonstrationen waren in diesem Jahr immer mal wieder verboten worden, weil die Veranstalter zum bewussten Ignorieren der Corona-Regeln wie Masken- und Abstandspflicht aufriefen. Teilweise gab es dann heftige Rangeleien von Teilnehmern mit der Polizei.

Der Titel der Demonstration lautete "Unspaltbar - Nein zum Impfzwang". Angemeldet waren 1.000 Teilnehmer, die von Mitte nach Kreuzberg laufen wollten. Hinter der Anmeldung stand eine Initiative, die extremistischen Einstellungen nahesteht. Angemeldet waren außerdem ab dem Mittag verschiedene Gegendemonstrationen.

9.22 Uhr: Mittelsachsen ist Deutschlands Hotspot

Die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus steigt in Sachsen wieder. Mit einer Wocheninzidenz von 1.224,7 hat der Freistaat bundesweit weiter den unrühmlichen Spitzenplatz inne - siehe Blogeintrag von 8.02 Uhr. Von den zehn derzeit am stärksten betroffen Landkreisen Deutschlands liegen allein fünf in Sachsen. Mittelsachsen weist dabei mit 2.062,5 die höchste Inzidenz aus, gefolgt vom Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1.994,5. Auf Rang fünf der negativen Deutschland-Tabelle steht der Erzgebirgskreis (1.494,7), Bautzen folgt mit 1.476,1 (6.) und Platz zehn geht schließlich an den Landkreis Leipzig (1412,6).

Unter anderem im mittelsächsischen Freiberg mit einer Inzidenz 2.107,9 wurde zuletzt mehrfach gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Lesen Sie dazu auch den Artikel Was macht die Polizei gegen die verbotenen Demos?

8.55 Uhr: Städte- und Gemeindebund hält Corona-Beschlüsse für richtig

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für einen richtigen Ansatz. "Der Maßnahmenkatalog kommt spät, aber besser spät als gar nicht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post".

"Es ist richtig, bundesweit den Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur und der Freizeitgestaltung inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene zu regeln", meinte Landsberg. Auch die 2G-Regel bundesweit inzidenzunabhängig auf den Einzelhandel auszuweiten sowie die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte seinen für Landsberg richtige Ansätze. Skeptisch zeigte er sich aber, bis Weihnachten wie von der Politik geplant 30 Millionen Impfungen vorzunehmen.

8.30 Uhr: Dresdner Testzentren gefragt wie nie

Noch nie mussten sich so viele Menschen testen lassen wie jetzt. So gilt in Bussen und Bahnen die 3G-Regel, ebenso in Betrieben. Wer in Alten- und Pflegeheimen arbeitet, muss sich sogar unabhängig davon testen lassen, ob er geimpft oder genesen ist. Gleichzeitig gibt es nicht überall in Dresden ausreichend Testzentren, wie die Stadtverwaltung nun feststellt. Sie ruft dazu auf, Testzentren zu eröffnen. Mehr zur Situation in Dresden – und wo Sie sich testen lassen können: Ansturm auf die Dresdner Testzentren

8.02 Uhr: Inzidenz in Sachsen wieder gestiegen

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen ist am Freitag wieder angestiegen: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.224,7, tags zuvor waren es noch 1.180,1. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Inzidenz im Freistaat 1.192,8), vor genau einem Monat - also am 3. November - lag die Zahl mit 289,7 noch wesentlich niedriger.

Auch bundesweit stieg der Inzidenzwert nach leichten Rückgängen an den Vortagen wieder und liegt nun bei 442,1. Sachsen bleibt dennoch mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate. Neben dem Freistaat weist nun auch Thüringen mit 1013,6 eine vierstellige Inzidenz aus, Sachsen-Anhalt (757,2) liegt auf Platz drei der Tabelle. Am geringsten ist die Zahl aktuell in Schleswig-Holstein (151,1).

7.42 Uhr: Mittelstandsverband fordert 2G-Regel in Betrieben

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine 2G-Regel in Betrieben gefordert. "Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel", sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger der dpa. "Es würde bedeuten, dass nur wer geimpft oder genesen ist, seinen Arbeitsplatz betreten darf." Vor mehr als einer Woche war die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft getreten. Mehr dazu im Artikel Mittelstandsverband für 2G-Regel in Betrieben

6.57 Uhr: Kretschmer will notfalls bei Corona-Maßnahmen nachsteuern

Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt bei einem anhaltenden Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Sachsen noch härtere Einschnitte nicht aus. "Wenn wir in der kommenden Woche nicht eine deutliche Beruhigung sehen, müssen wir nacharbeiten", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

In der Talkrunde sind sich Kretschmer und der künftige Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verbal heftig angegangen – mehr dazu lesen Sie im Artikel Kretschmer und künftiger Minister geraten aneinander

6.35 Uhr: Herrmann: Kampf gegen Corona-Sünder wichtiger als gegen Falschparker

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Kampf gegen Corona-Verstöße derzeit für wichtiger als den Einsatz gegen Raser und Falschparker. Man müsse dafür sorgen, dass das, was etwa auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurde, nun auch tatsächlich befolgt werde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Innenministerkonferenz in Stuttgart. "Es gibt eine kleine Minderheit, die meint, man könne das missachten. Da muss die Polizei einschreiten."

Die Einhaltung der Corona-Vorschriften habe nun Priorität. "Das ist im Moment einfach wichtiger, als Parkverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit zu kontrollieren", sagte er. "Die höchste Gefahr geht von Corona aus, da muss die Polizei eine Priorität setzen." Herrmann spricht auf der Innenministerkonferenz für die unionsgeführten Länder.

6.00 Uhr: Dresdner Verkehrsbetriebe lassen weniger Bahnen fahren

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) reduzieren ab Samstag ihren Fahrplan. Grund seien die derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, was zu deutlich weniger Fahrgästen führe, teilte das Unternehmen mit. Zuletzt habe die Fahrgastzahl bei etwa 400.000 pro Werktag und damit bei kaum mehr als 60 Prozent der üblichen Menge gelegen.

Die DVB rechnen aufgrund der neuen Einschränkungen damit, dass die Zahl noch weiter sinken wird. Zudem sei auch die Zahl der erkrankten Fahrerinnen und Fahrer deutlich gestiegen. Den Angaben nach lag diese am Donnerstag um ein Drittel höher als noch vergangene Woche. Eine ausreichende Grundversorgung im Nahverkehr bleibe jedoch gewährleistet, heißt es von den Verkehrsbetrieben. Mehr zu den Änderungen

Freitag, 5.10 Uhr: RKI registriert 74.352 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor nun wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 357 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.051.560 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 5.023.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102. 568.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.02 Uhr: Auf hohe Inzidenzen folgen unsichere Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Deutschland sinkt weiter, doch so recht freuen will sich darüber niemand. Die Lage in den Krankenhäusern ist dramatisch und es ist anzunehmen, dass die niedrigeren Fallzahlen eine Konsequenz aus der Überlastung des Gesundheitssystems sind. Betroffen davon ist neben Bayern auch Sachsen. Lesen Sie hier: Weshalb auf hohe Inzidenzen unsichere Zahlen folgen

21.15 Uhr: Anästhesisten: Corona-Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert. "Die Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus, um die Intensivstationen von dem enormen Druck zu entlasten und eine Patientengefährdung zu verhindern", sagte DGAI-Präsident Frank Wappler am Donnerstag. "Wir sind zu spät dran und versuchen es jetzt mit aller Gewalt, unzureichende Maßnahmen übers Knie zu brechen."

Statt der Umsetzung eines "komplizierten Systems mit vielen Lücken" forderten die Anästhesisten "strikte Kontaktbeschränkungen und in letzter Konsequenz einen Lockdown". Schätzungen zufolge würden bis Weihnachten bis zu 6.000 schwerkranke Covid-19-Patienten auf den deutschen Intensivstationen liegen. Möglicherweise müsse man dann auch die "Notreserve" von wenigen tausend Betten zusätzlich antasten. Dabei fehlten bis zu 30 Prozent Schwestern und Pfleger, um alle Intensivbetten betreiben zu können. Würden sich die Prognosen bewahrheiten, müssten in den kommenden Wochen auch flächendeckend Operationssäle stillgelegt werden.

20.45 Uhr: RKI: Vielleicht Hinweis auf Entspannung - vielleicht auch nicht

Dem Robert Koch-Institut (RKI) fällt die Beurteilung zuletzt gesunkener Corona-Zahlen schwer. "Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt", schreibt das RKI am Donnerstagabend in seinem Wochenbericht. Dies könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein". Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet werden. Sie war zuletzt an drei aufeinanderfolgenden Tagen gesunken, von 452,4 am Montag auf 439,2 am Donnerstag. Allerdings gehen einige Fachleute davon aus, dass die Gesundheitsämter wegen der vielen Corona-Fälle derzeit nicht mit dem Melden von Nachweisen nachkommen. Dadurch könne es zu einer merklichen Untererfassung an Fällen kommen.

20.20 Uhr: Bislang vier nachgewiesene Omikron-Fälle in Deutschland

Bislang sind in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika, schrieb das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. Südafrika hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden.

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung - also dem Auslesen des Virenerbguts - überprüft. Auch in Sachsen gibt es wohl einen Verdachtsfall, der derzeit überprüft wird. Experten gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus.

Dem RKI zufolge wurden in mindestens 18 Ländern Infektionen mit der Omikron-Variante nachgewiesen. Zu den 12 europäischen Ländern gehören demnach Deutschland, Österreich, die Tschechische Republik, Belgien, die Niederlande und Dänemark.

19.40 Uhr: Tschechien verkürzt Gültigkeit des Corona-Impfnachweises

Corona-Impfnachweise werden in Tschechien künftig nur noch neun Monate ab der vollständigen Immunisierung gültig sein. Um den Status als Geimpfter zu behalten, soll ab dem Jahreswechsel eine Auffrischimpfung vor Ablauf der Frist erforderlich sein. Das kündigte der geschäftsführende Gesundheitsminister Adam Vojtech am Donnerstag in Prag an. In Tschechien gilt in vielen Bereichen wie Gaststätten und Hotels die 2G-Regel (Zutritt für Geimpfte oder Genesene). Die Menschen sollen per SMS benachrichtigt werden, sobald sie einen Anspruch auf die Booster-Impfung haben - je nach Altersgruppe fünf oder sechs Monate nach der Zweitimpfung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Tschechien ist stark von der vierten Corona-Welle betroffen. Viele Krankenhäuser sind überlastet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 1.222 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 33.300 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion.

19.19 Uhr: Apotheken dringen auf Klärungen für Corona-Impfungen

Die Apotheken dringen auf schnelle Klärungen für die von Bund und Ländern geplante Beteiligung an Corona-Impfungen. Die Apotheken stünden dafür bereit, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Donnerstag. "Nicht alle, aber viele Apotheken werden schnell in der Lage sein, den Menschen mit Impfungen zu helfen", sagte Präsidentin Gabriele Regina Overwiening. Nun komme es darauf an, einen rechtlichen und fachlichen Rahmen zu erarbeiten.

Von der angepeilten kurzfristigen Lösung, dass Ärzte Impfungen an Apotheken delegieren können, verspreche sie sich allerdings keine wesentlichen Effekte. "Wirkungsvoller könnte es sein, wenn beide Heilberufe in dieser Notlage so viel wie möglich impfen und nicht der oder die eine dem oder der anderen diese Aufgabe überlässt."

Bund und Länder hatten beschlossen, dass der Kreis derjenigen, die Impfen dürfen, über Ärzte hinaus deutlich ausgeweitet werden soll. Kurzfristig gehe dies, indem Ärztinnen und Ärzten Impfungen an Apotheken und Pflegefachkräfte etwa in Altenheimen delegieren. Darüber hinaus soll eine Gesetzesänderung folgen, um Apotheken, Zahnärzte und weitere in diesen "Kreis der Berechtigten" aufzunehmen.

18.50 Uhr: Dresdner OB Hilbert für Lockdown und frühere Weihnachtsferien

Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) plädiert für einen Lockdown vor Weihnachten in Sachsen. Er halte es für zwingend geboten, die Kontakte weiter zu beschränken, "als es die Regelungen bisher vorsehen", sagte er am Donnerstag laut Mitteilung zu einem entsprechenden Antrag, über den der Gesundheitsausschuss des Stadtrates am Freitag berate. Bürgern und Wirtschaft sei mehr geholfen, "wenn es einen klaren Fahrplan im Freistaat gibt und wir nicht häppchenweise in einen Lockdown schlittern".

Hilbert verwies zur Begründung auf die weiter zugespitzte Situation in den Krankenhäusern und die ungebrochen hohen Infektionszahlen. Das Papier sieht vor, dass er sich beim Freistaat für eine schnelle Entscheidung dazu einsetzt, ebenso wie für vorgezogene Weihnachtsferien ab 15. Dezember. "Unsere Erfahrung aus den vergangenen Wellen ist ja vor allem, dass kurzfristige Entscheidungen ohne ausreichend Vorlauf berechtigterweise für Frust und Unverständnis sorgen."

Die Stadtverwaltung will voraussichtlich ab kommenden Dienstag in den Notbetrieb gehen. Analog der Staatstheater sowie der Städte Leipzig und Chemnitz soll zudem der Spielbetrieb der Bühnen und Orchester bis zum 9. Januar 2022 ruhen.

18.25 Uhr: Deutschlandtrend: Große Mehrheit für Corona-Impfpflicht

Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Corona-Impfpflicht für Erwachsene aus. Dies zeigt der am Donnerstag veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap. Demnach sprechen sich aktuell 71 Prozent der Befragten für eine Impfpflicht für Personen ab 18 Jahren aus - 14 Prozentpunkte mehr als im November. Mehrheiten finden sich auch für den erneuten Ausschluss des Publikums bei Bundesliga-Spielen (81 Prozent), eine strengere Beschränkung von Kontakten (67 Prozent) sowie das Schließen von Bars, Kneipen (64 Prozent) und auch Weihnachtsmärkten (57 Prozent).

Sechs von zehn Wahlberechtigten (60 Prozent) sagten zu Wochenbeginn (Befragung Montag bis Mittwoch), dass ihnen die bestehenden Corona-Maßnahmen nicht weit genug gehen - so viele wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. An diesem Donnerstagnachmittag beschloss eine Bund-Länder-Runde in Berlin jedoch zahlreiche Verschärfungen. So wird Ungeimpften im Weihnachtsgeschäft der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Acht von zehn Befragten (79 Prozent) bewerten laut dem Deutschlandtrand das Krisenmanagement von Bund und Ländern kritisch, nur etwa jeder Sechste (18 Prozent) äußerte sich zufrieden. Zwei Drittel (64 Prozent) fürchten Engpässe in der medizinischen Versorgung - erkennbar mehr als während der zweiten Infektions-Welle Ende 2020 (plus 28 Prozentpunkte). Sechs von zehn Bundesbürgern treibt auch die Sorge vor neuen Varianten des Virus um, wie der Omikron-Variante.

Trotz der starken Corona-Welle sprechen sich drei von vier Bürgern gegen Schließungen von Schulen und Kitas aus. Der Umfrage zufolge befürwortet nur eine Minderheit erneute Einschränkungen bei Schulen (23 Prozent) und Kitas (19 Prozent). Ebenso ablehnend steht die Bevölkerung einem Verbot touristischer Übernachtungen gegenüber (38 zu 56 Prozent) sowie Schließungen in der Gastronomie (31 zu 65 Prozent) oder im stationären Einzelhandel (27 zu 69).

71 Prozent der Befragten im ARD-Deutschlandtrend sprechen sich für eine Corona-Impfpflicht für Erwachsene aus.
71 Prozent der Befragten im ARD-Deutschlandtrend sprechen sich für eine Corona-Impfpflicht für Erwachsene aus. © dpa

18.02 Uhr: Vier Mini-Impfzentren im Kreis Görlitz nehmen Arbeit auf

Der Landkreis Görlitz hat sich Luft auf den Corona-Stationen seiner Kliniken verschafft. "Seit Montag ist das Fachkrankenhaus Rothenburg mit 16 Betten für Corona-Patienten hochgefahren. Dorthin wurden bereits Patienten aus unseren Krankenhäusern verlegt. Zudem können wir im Fachkrankenhaus Großschweidnitz weitere 13 Corona-Patienten aufnehmen", sagte Sozialdezernentin Martina Weber am Donnerstag.

Zwei Intensiv-Patienten seien zudem nach Dresden verlegt worden. Aufgrund der Schwere ihrer Covid-Erkrankung sei kein Transport in ein anderes Bundesland nach dem Kleeblatt-Prinzip mehr möglich gewesen. Laut Weber wird immer konkreter, dass jüngere Patienten mit schweren Verläufe ungeimpft sind. Sie seien zwischen 31 und 60 Jahre alt. Vereinzelt fielen auch Fälle gefälschter Impfzertifikate auf.

Die starke Zunahme der Krankenhauseinweisungen in den vergangenen Tagen habe sich stabilisiert, berichtete die Dezernentin. Aktuell befinden sich in den Kliniken des Landkreises Görlitz 28 Corona-Patienten auf Intensivstationen und 107 Corona-Infizierte auf Normalstationen.

In den kommenden Tagen sollen zudem vier stationäre Mini-Impfzentren in Löbau, Görlitz, Zittau und Weißwasser ihre Arbeit aufnehmen; zusätzlich sind weiterhin zwei mobile Impfteam unterwegs. "Unser Ziel ist es, 1600 Impfungen pro Tag zu schaffen", sagte Landrat Bernd Lange (CDU). Im November hätten allein die mobilen Teams knapp 10.000 Impfungen verabreicht; im Oktober waren es knapp 2.500.

17.18 Uhr: Erster Fall von Omikron und Corona-Pass auf Mallorca

Auch auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca ist ein erster Fall der neuen Virusvariante Omikron nachgewiesen worden. Die Mutation des Coronavirus sei bei einer 20-jährigen Schweizerin festgestellt worden, die von Südafrika über Frankfurt am Main auf die Insel gereist sei, berichtete die "Mallorca-Zeitung" am Donnerstag. Die Balearen machen unterdessen die Vorlage eines Corona-Passes zum Besuch von Bars, Restaurants und anderen Einrichtungen in der Nacht auf Samstag zur Pflicht. Das bedeutet: Zugang erhalten nur Gäste mit Impf- oder Genesenennachweis oder einem aktuellen negativen Testergebnis.

Zum Omikron-Nachweis schrieb die "Mallorca Zeitung", in Deutschland sei ein Corona-Test der vollständig geimpften Reisenden noch negativ ausgefallen, bei einem weiteren Test auf Mallorca dann aber positiv. Auf dem spanischen Festland waren schon in den vergangenen Tagen zuvor mehrere Omikron-Fälle registriert worden.

Die Corona-Zahlen sind in Mallorca wie im Rest des Landes mit einer Impfquote von fast 80 Prozent angestiegen, jedoch nicht so stark wie etwa in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt auf der Insel bei 140. Um der Entwicklung entgegenzuwirken, müssen die Besucher von Kneipen, Restaurants, Fitnessstudios und anderen Innenräumen mit einer Kapazität von mehr als 50 Personen ab Null Uhr des Samstags einen Corona-Pass vorlegen (3G-Regel).

16.57 Uhr: Lindner: Neuer Corona-Lockdown muss unbedingt verhindert werden

Der FDP-Vorsitzende und designierte Bundesfinanzminister Christian Lindner hat die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde als angemessene Antwort auf die Lage in der Corona-Pandemie bezeichnet. "Es ist gut, dass ein neuerlicher Lockdown heute nicht in Erwägung gezogen wurde", sagte Lindner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die bisher bestehenden Möglichkeiten würden nun genutzt und teilweise ergänzt. Angesichts der Gesundheitsgefahren seien konsequente Kontaktbeschränkungen und hohes Tempo beim Impfen nötig.

Lindner fügte an: "Für die FDP ist bedeutsam, dass alles unternommen wird, um einen neuerlichen Lockdown wie im November des letzten Jahres auszuschließen. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben soll weitgehend geöffnet bleiben. Es ist richtig, dass auf Instrumente wie Ausgangssperren verzichtet wird."

Christian Lindner hält es für richtig, dass ein neuerlicher Lockdown von Bund und Ländern nicht in Erwägung gezogen worden sei.
Christian Lindner hält es für richtig, dass ein neuerlicher Lockdown von Bund und Ländern nicht in Erwägung gezogen worden sei. © dpa

16.32 Uhr: Unbekannte stehlen Beglaubigungsstempel aus Corona-Testzentrum

Unbekannte haben im Harz einen Beglaubigungsstempel aus einem Corona-Testzentrum gestohlen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, schnitten die Täter zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen die Zeltwand auf der Rückseite der Einrichtung in Wernigerode in Sachsen-Anhalt auf und verschafften sich so Zugang. So stahlen sie nach derzeitigem Kenntnisstand einen Stempel, durch den die Corona-Tests amtlich beglaubigt werden. Die Polizei sucht nach Zeugen.

16.15 Uhr: Sachsen meldet fast 12.000 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind am Donnerstag 11.998 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden 85 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 523.358 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.143 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 403.300 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 1.180,1 etwas niedriger als noch am Mittwoch (1.209,4). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf.

15.42 Uhr: Kretschmer sieht Sachsen beim Kinderimpfen vor "Herkulesaufgabe"

Mit Blick auf die Impfung von Kindern im Freistaat hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) von einer „Herkulesaufgabe“ gesprochen. Wichtig sei, den Eltern die Möglichkeit zu geben, schnell eine Impfung in Anspruch zu nehmen. "Viele warten darauf." Eine Impfpflicht für Kinder befürwortet er nicht. Notwendig sei, über eine gute Kommunikation, alle Eltern zu erreichen. Zum Impfen betonte Kretschmer aber grundsätzlich: Derzeit sehe man, was passiere, wenn zu wenige Menschen geimpft seien.

Der Impfstoff für Kinder soll nach bisherigem Stand ab dem 15. Dezember nach Sachsen geliefert werden. Das hatte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zuvor mitgeteilt. „Sobald der Impfstoff da ist, wollen wir auch mit dem Kinderimpfen in Sachsen beginnen“, sagte sie. Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung für Kinder von fünf bis elf Jahren, wenn diese einer Risikogruppe angehören oder Kontakt zu Risikopatienten haben. Für die übrigen Kinder gilt, dass ihnen die Impfung auf eigenen Wunsch hin nicht verwehrt werden solle.

15.20 Uhr: Kretschmer äußert sich zu Bund-Länder-Beratungen

Das sächsische Kabinett will am Dienstag über die weiteren Schritte in der Bekämpfung der Corona-Pandemie beraten. "Eine wirkliche Entscheidung kann erst getroffen werden, wenn klar ist, was die Änderungen im Infektionsschutzgesetz sein werden", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nach den Beratungen von Bund und Ländern. Man könne sich in seinen Augen darauf einstellen, dass die aktuellen Regelungen für die folgenden Wochen aufrechterhalten werden müssen. Ob Sachsen also in der kommenden Woche überhaupt härtere Maßnahmen ergreifen könnte, bleibt nach wie vor offen. Mit Blick auf die Option, die Weihnachtsferien in Sachsen vorzuziehen, sei aktuell noch keine Entschiedung getroffen worden. Kretschmer betonte: "Die Entwicklung ist nicht so, dass wir eine deutliche Entspannung sehen. Die Krankenhäuser arbeiten in Volllast."

"Aus meiner Sicht ist es notwendig, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen", sagte Kretschmer erneut. Es sei verständlich, dass innerhalb der Ampel-Koalition der Wunsch bestehe, dass nicht nur die Kabinette entscheiden, sondern auch die Parlamente einbezogen würden. Doch diese Bestrebungen liefen teilweise dem Wesen einer solchen Krisenbekämpfung zuwider, kritisierte Kretschmer. Klar sei aber: "Die Regelungen, die jetzt gelten, haben wir sicher." Weiteres könne erst beschlossen werden, wenn das Infektionsschutzgesetzt angepasst sei. Es werde laut Kretschmer "harte Diskussionen" bei den Ampel-Partnern über die konkreten Maßnahmen geben.

Mit Blick auf die Vereinbarungen von Bund und Ländern sagte Kretschmer: "Alle Veranstaltungen, die nicht unbedingt sein müssen, sollten unterbleiben. Wir müssen uns auf ein Prinzip verständigen, dass Kontakte dann möglich sind, wenn Personen vollständig geimpft sind", unterstrich er. Wo dies nicht der Fall ist, müssten die Menschen Einschränkungen in Kauf nehmen. 2G werde für die kommenden Monate das Instrument sein, worauf sich die Menschen einstellen müssen. "Sachsen war hier Vorreiter", sagte Kretschmer.

Hier können Sie sich die Pressekonferenz in voller Länge ansehen:

15.00 Uhr: Corona: Bund und Länder verschärfen Maßnahmen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Donnerstag auf härtere Maßnahmen geeinigt. Die Pressekonferenz wird auch live übertragen. Diese Mindestmaßnahmen für das Bundesgebiet sind bislang bekannt, die Länder können aber auch schärfere Regeln einführen.

  • EINKAUFEN: Die 2G-Regel wird auf auf den Einzelhandel ausgeweitet. Zutritt zu den Läden haben dann nur noch Geimpfte und Genesene. Ausnahmen sind nur für Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken vorgesehen.
  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: Für Kontakte gilt eine strenge Grenze, wenn eine ungeimpfte Person mit dabei ist. Dann darf sich nur der eigene Haushalt mit zwei weiteren Personen treffen. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Regelung ausgenommen. Ab einer Inzidenz von 350 gilt für private Feiern und Zusammenkünfte eine Teilnehmergrenze von 50 Personen in Innenräumen und 200 Personen im Außenbereich. Diese Regelung gilt allerdings nur für Geimpfte und Genesene.
  • CLUBS UND DISKOS: In Regionen mit einer Inzidenz ab 350 kommt die Schließung von Clubs und Diskotheken, weil dort die Ansteckungsgefahr als besonders groß gilt. Unter anderem in Sachsen gilt das aber bereits.
  • IMPFUNGEN: Bis Weihnachten sollen 30 Millionen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen durchgeführt werden. Geimpfte können ihren Impfstatus nach einer gewissen Zeit wieder verlieren. Über eine Impfpflicht wurde auch beraten, hier soll sich der Ethikrat bis Jahresende positionieren. Die allgemeine Impfpflicht könnte dann im ersten Quartal kommen. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen. Der Bund werde den Kreis der dazu berechtigten Personen deutlich ausweiten, heißt es in einem Beschluss.
  • SILVESTER: Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird wie bereits 2020 in diesem Jahr erneut verboten. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es demnach zudem ein Feuerwerksverbot geben.
  • SCHULEN: In allen Klassenstufen soll eine Maskenpflicht gelten. Bislang waren Grund- und Förderschulen von dieser Regelung ausgenommen.
  • FREIZEIT UND KULTUR: Zu Kultur- und Freizeitveranstaltungen bekommen künftig nur noch Geimpfte oder Genesene Zugang. In Sachsen sind Theater und Bühnen bis mindestens 9. Januar geschlossen.

14.29 Uhr: Krankenhauskoordinator Albrecht: Bedarf an Klinikbetten steigt weiter

Die Lage in Sachsens Kliniken ist nach den Worten von Krankenhauskoordinator Michael Albrecht weiter ernst. „Wir sind in einigen Krankenhäusern an der Belastungsgrenze“, sagte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Dresden. Man sei derzeit weit davon entfernt, dass Ausfliegen und Zuwachs der Klinikpatienten sich die Waage halten. „Es ist zu erwarten, dass auch die nördlichen Bundesländer in den kommenden Tagen und Wochen zunehmende Infektionszahlen und damit auch zunehmende Patientenhauszahlen haben“, warnte Albrecht.

In Sachsen Kliniken fänden derzeit Priorisierungen statt. Es werde also im Einzelfall entschieden, ob Operationen verschoben werden könnten. Klar sei, dass der Bedarf an Klinikbetten weiter steige.

14.24 Uhr: Omikron-Variante des Coronavirus in Berlin nachgewiesen

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist nun auch in Berlin nachgewiesen worden. Wie ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag sagte, handelt es sich bei dem Patienten um einen Rückkehrer aus Südafrika. Der Verdacht habe sich nach einer Gesamtgenomsequenzierung bestätigt.

Welche genauen Auswirkungen die Virusvariante hat, steht noch nicht fest. Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation als "besorgniserregend" eingestuft. Sie wurde bereits in mehreren Bundesländern bei Patienten nachgewiesen.

14.15 Uhr: Verkauf von Böllern zu Silvester wird wohl verboten

Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr erneut verboten. Darauf einigten sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Donnerstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es demnach zudem ein Feuerwerksverbot geben. Für betroffene Unternehmen ist eine entsprechende Kompensation im Rahmen der geplanten Wirtschaftshilfen vorgesehen. Eine Einigung auf das gesamte Beschlusspapier mit weiteren Punkten stand allerdings am frühen Nachmittag noch aus.
Bereits im vergangenen Jahr war wegen der Corona-Pandemie der Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt. Ziel war es, die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen - unter anderem, indem Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht verhindert werden.

14.10 Uhr: Sachsen richtet Pflegepool für Krankenhäuser ein

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat am Donnerstag über die aktuelle Corona-Lage im Freistaat informiert. "Wir haben nach wie vor extrem hohe Fallzahlen", sagte Köpping. Auch wenn die Inzidenz in den letzten Tagen leicht gesunken sei, könne aktuell noch keine Entwarnung gegeben werden. Derzeit sind in Sachsen 2.074 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt, 609 Betten auf den Intensivstationen. Bis jetzt sind im Zuge des sogenannten Kleeblatt-Systems 22 Patienten in andere Bundesländer verlegt worden. Fünf Patienten seien aktuell für Transporte in andere Bundesländer ausgewählt.

Um die Krankenhäuser in Sachsen in der aktuellen Lage zu unterstützen, schaltet Sachsen ab sofort ein Online-Portal frei. Das Portal richtet sich vor allem an Pflegepersonal sowie Ärzte - beide Gruppen auch im Ruhestand - und an Medizinstudierende. Gesucht werden auch Helferinnen und Helfer, die etwa Transporte übernehmen oder Kranken Mahlzeiten reichen. Köpping sagte dazu, dass das Personal in den Krankenhäusern schon seit langer Zeit am Limit arbeite und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Kräften am Ende seien. "Solidarität und Hilfsbereitschaft ist das Gebot der Stunde", sagte Köpping.

Beim Impfen sollen die Kapazitäten weiter erhöht werden, erklärte die Gesundheitsministerin. Die großen Impfstellen in Leipzig, Dresden und Chemnitz sollen ausgebaut werden. Auch die Erweiterung der mobilen Teams stehe auf der Agenda. "Das ist eine riesige logistische Herausforderung", so Köpping.

13.32 Uhr: Mobilität in der vierten Welle gesunken

In der vierten Welle schränken die Menschen ihre Mobilität wieder ein - je höher die Inzidenz, umso mehr. Das geht aus einer Sonderauswertung experimenteller Daten hervor, mit denen das Statistische Bundesamt Mobilitätsveränderungen in der Pandemie abbildet. Im November war die Bevölkerung erstmals seit Sommer wieder weniger unterwegs als vor der Pandemie: Die Mobilität lag zwei Prozent unter dem Vorkrisenniveau des November 2019, wie das Amt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. "Die Analyse der Mobilitätsveränderung in den ersten drei Novemberwochen zeigt einen verstärkten Rückgang der Mobilität in Kreisen mit hoher Inzidenz", berichtete Destatis. Und das, obwohl in diesem Zeitraum keine tiefgreifenden mobilitätseinschränkenden Corona-Maßnahmen galten.

In Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von weniger als 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner betrug der Mobilitätsrückgang in den ersten drei Novemberwochen 2021 minus drei Prozent gegenüber 2019. In Städten mit Inzidenzen über 200 war der Mobilitätsrückgang mit etwa zehn Prozent gut dreimal so stark. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Landkreisen.

Im Oktober 2021 hatte es in Deutschland noch ähnlich viele Bewegungen gegeben wie im Referenzmonat Oktober 2019. Von Juli bis September 2021 hatte die Mobilität bei niedrigen Inzidenzen sogar vier Prozent über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 gelegen.

13.18 Uhr: Erster Fall von Omikron auf Mallorca nachgewiesen

Auch auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca ist ein erster Fall der neuen Virusvariante Omikron nachgewiesen worden. Die Mutation des Coronavirus sei bei einer 20-jährigen Schweizerin festgestellt worden, die von Südafrika über Frankfurt am Main auf die Insel gereist sei, berichtete die "Mallorca-Zeitung". In Deutschland sei ein Corona-Test der vollständig geimpften Reisenden noch negativ ausgefallen, bei einem weiteren Test auf Mallorca dann aber positiv. Mit ihrem Begleiter, dessen Test negativ gewesen sei, müsse die Frau nun zwei Wochen in Quarantäne. Auf dem spanischen Festland waren schon in den vergangenen Tagen zuvor mehrere Omikron-Fälle registriert worden.

Die Corona-Zahlen sind in Mallorca wie im Rest des Landes mit einer Impfquote von fast 80 Prozent angestiegen, jedoch nicht so stark wie etwa in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt auf der Insel derzeit bei 140.

12.59 Uhr: Bislang 200 Bahn-Fahrgäste aus Zügen verwiesen

Die neue 3G-Regel wird in Zügen nach Angaben der Deutschen Bahn weitgehend eingehalten. Fahrgäste müssen seit gut einer Woche belegen können, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind (3G). 99 Prozent der kontrollierten Fahrgäste beachteten die Vorschrift, teilte die Bahn am Donnerstag mit. Bisher hatten nach Bahn-Angaben rund 200 kontrollierte Reisende keinen Nachweis und mussten den Zug verlassen.

150.000 Reisende seien im Fernverkehr seit 24. November auf 3G kontrolliert worden, hieß es. Die Reisenden seien gut informiert und zeigten die Nachweise bei der Fahrkartenkontrolle vielfach von sich aus mit vor. "Die neue 3G-Regel wird durch die Fahrgäste begrüßt und breit akzeptiert", sagte Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke. Die Bahn setzt für die stichprobenartigen Kontrollen ausgebildete Sicherheitskräfte sowie das Bord- und Service-Personal ein. Außerdem kann bei Fahrtausschlüssen die Bundespolizei zu Hilfe gerufen werden.

Die Reisenden sind laut Bahn gut informiert und zeigten ihre 3G-Nachweise vielfach von sich aus vor.
Die Reisenden sind laut Bahn gut informiert und zeigten ihre 3G-Nachweise vielfach von sich aus vor. © Oliver Berg/dpa

12.48 Uhr: Apotheker und Zahnärzte sollen künftig impfen

Um die Impfkampagne in Deutschland zu beschleunigen, sollen künftig auch Apotheker und Zahnärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen. Darauf einigten sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Eine Einigung auf das gesamte Beschlusspapier mit weiteren Punkten stand allerdings noch aus.

12.28 Uhr Dresdens Kempinski-Hotel schließt bis Jahresende

Das Hotel Taschenbergpalais Kempinski in der Dresdner Altstadt wird bis Ende des Jahres keine Gäste mehr beherbergen. "Mit dieser Entscheidung wollen wir die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Infektionsgeschehens unterstützen", sagte ein Sprecher. Außerdem habe es zuletzt eine große Stornierungswelle gegeben. Welche Gründe es darüber hinaus gibt, lesen Sie hier: Dresdner Hotel Kempinski schließt für dieses Jahr

12.16 Uhr: Ryanair fliegt wieder von Dresden nach London

Reisende können ab diesem Donnerstag wieder von Dresden nach London fliegen. Die Fluggesellschaft Ryanair fliege ab sofort dreimal wöchentlich London-Stansted an, teilte die Mitteldeutsche Flughafen AG mit. Die Flüge stehen dienstags, donnerstags und samstags im Plan. Die Airline hatte die Verbindung zuletzt wegen der Corona-Pandemie monatelang unterbrochen. Geplant war die Wiederaufnahme eigentlich schon für dem 2. November. Die Verbindung doch erst an diesem Donnerstag aufzunehmen, sei eine Entscheidung von Ryanair gewesen. Laut Mitteldeutscher Flughafen AG ist London nach Amsterdam und Zürich die dritte europäische Großstadt, die nun wieder ab Dresden angeflogen wird.

11.55 Uhr: Ikea mit Umsatzrückgang auf dem deutschen Markt

Der Möbelhändler Ikea hat auf seinem größten Einzelmarkt in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 einen Umsatzverlust verzeichnet. 5,3 Milliarden Euro bedeuteten ein Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Rekord-Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hofheim bei Frankfurt berichtete. Das mehr als verdoppelte Online-Geschäft konnte die starken Einbußen in der Corona-Pandemie mit bis zu fünf Monaten Filialschließungen nicht vollständig kompensieren.

Ikea hat sich in der Pandemie viel einfallen lassen: Zum Beispiel die Abholung bereits gepackter Waren. Es half, aber nicht vollständig - der Umsatz brach ein.
Ikea hat sich in der Pandemie viel einfallen lassen: Zum Beispiel die Abholung bereits gepackter Waren. Es half, aber nicht vollständig - der Umsatz brach ein. © dpa

11.31 Uhr: Bund organisiert zusätzliche Impfdosen für Dezember

Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen bis zum Jahresende organisiert der Bund zusätzliche Impfdosen. Nach Verhandlungen mit dem Hersteller Moderna kann eine Lieferung von zehn Millionen Dosen aus dem dritten Quartal 2022 auf Dezember vorgezogen werden, wie aus Informationen des Gesundheitsministeriums für die Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag hervorgeht. Dies entspricht 20 Millionen "Booster"-Dosen, da bei Moderna dafür eine halbe Dosis gespritzt wird. Zudem sollen acht Millionen Moderna-Dosen zusätzlich im Dezember kommen - weil die Abgabe zugesagter Dosen an andere Länder über die internationale Initiative Covax langsamer läuft. Mehr Zum Thema finden sie hier: Bund organisiert zusätzliche Impfdosen.

11.10 Uhr: Klinikum Chemnitz muss Tumor-Operationen verschieben

Wegen der hohen Zahlen von Corona-Patienten muss das Klinikum Chemnitz zurzeit planbare Behandlungen und Operationen absagen. Darunter seien auch problematischere Fälle, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Ralf Steinmeier, der Deutschen Presse-Agentur. "Hier denke ich insbesondere an Tumor-Patienten, die eigentlich zeitnah operiert werden müssten, denen es aber noch so gut geht, dass sie aktuell keinen Notfall darstellen." Niemand wolle, dass Operationen verschoben würden, aber es gebe momentan keine freien Kapazitäten. Mehr zum Thema: Klinikum Chemnitz muss schwere OPs verschieben.

10.55 Uhr: Fast eine Million Impfungen - 80 Prozent Booster

Deutschland kommt der Zahl von einer Million Corona-Impfungen pro Tag wieder näher. Am Mittwoch ließen insgesamt 987 000 Menschen den Piks über sich ergehen. Vier von fünf Impfwilligen erhielten dabei eine Auffrischungsimpfung ("Booster"), wie aus dem Impfdashboard des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervorgeht. Am Dienstag waren es noch 807 000 verabreichte Dosen. Der Rekord wurde bisher am 9. Juni mit 1,4 Millionen Dosen erzielt. Vollständig geimpft - für diesen Status ist eine Auffrischungsimpfung bisher nicht erforderlich - sind inzwischen 68,7 Prozent der Bevölkerung und 79,3 Prozent aller Erwachsenen über 18 Jahren.

10.10 Uhr: Ministerin rät vom Knutschen ab

Geht es nach einer britischen Ministerin, sollte vorweihnachtliches Techtelmechtel wegen der aktuellen Corona-Lage lieber auf das nächste Jahr verschoben werden. "Wenn Sie mich fragen, sollte unter dem Mistelzweig nicht unbedingt viel geknutscht werden. Das muss nicht sein", sagte Arbeitsministerin Thérèse Coffey am Mittwochabend in einem Interview mit dem Sender ITV. Die britische Regierung hält trotz der besorgniserregenden Omikron-Variante bislang an ihrer Linie fest, dass Weihnachtsfeiern und andere gesellige Events nicht abgesagt werden sollten. Die Ministerin sorgte mit ihrem ungewöhnlichen Ratschlag daher in den britischen Medien für Furore, legte aber auf Twitter noch einmal nach: "Küsst keine Leute, die ihr nicht kennt", twitterte sie nach dem Interview. Die Regierung und der Gesundheitsdienst arbeiteten hart daran, schnell Booster-Impfungen in so viele Arme wie möglich zu spritzen, damit Weihnachten nichts im Wege stehe.

9.22 Uhr: Sachsens Schulen sind auch Testzentren

Derzeit müssen sich Sachsens Schüler, zumindest wenn sie ungeimpft sind, drei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die Schulen müssen die Tests bereitstellen - was ein enormer logistischer Aufwand ist. In einem Gymnasium in Dresden-Cotta wurde ein eigenes Testzentrum eingerichtet. Wie organisiert die Schule das Testen und wie groß ist die Mehrbelastung für Lehrer und Schüler? Über einen Besuch lesen Sie hier: So wird eine Dresdner Schule zum Corona-Testzentrum.

9.05 Uhr: Spahn will Lockdown für Ungeimpfte

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor der Bund-Länder-Runde zu Corona-Maßnahmen die Notwendigkeit von Einschränkungen für Ungeimpfte betont. "Was tatsächlich wichtig ist, ist quasi ein Lockdown für Ungeimpfte", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die große Zahl an Ungeimpften sei das, was "das Gesundheitssystem vor eine Herausforderung stellt". "Wenn Sie auf die Intensivstationen schauen, wenn Sie schauen: Wo ist die Dynamik überhaupt auch bei den Infektionen, dann ist das bei dieser zu großen Zahl an Ungeimpften." Deswegen seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte wichtig. Zudem nannte der Minister 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) "konsequent in fast allen Lebensbereichen", das Absagen oder deutliche Reduzieren von Großveranstaltungen sowie Schließungen von Bars, Clubs und Diskotheken.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. © dpa/Michael Kappeler

8.35 Uhr: Söder will Impfpflicht ab zwölf Jahren diskutieren

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will über eine Impfpflicht bei Kindern ab zwölf Jahren sprechen. "Das muss man diskutieren", sagte er im Bayerischen Rundfunk. "Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei denen der Impfstoff schon erprobt ist - ab zwölf - auch stattfinden würde." Das würde schnell gehen und die Schulen "absolut sicher machen". Zudem sei sein Gefühl bei den jungen Leuten: "Die wollen auch geimpft werden, weil sie sagen: "Dann habe ich Freiheit"."

7.44 Uhr: Über 200 Menschen bei Corona-Demo in Freiberg

Rund 230 Menschen haben sich in Freiberg zu einer unangemeldeten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen versammelt. Sie zogen am Mittwochabend in kleinen Gruppen durch die Stadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Zuvor sei in sozialen Netzen für den Protest mobilisiert worden. Den Angaben vom Donnerstagmorgen zufolge wurden keine Verstöße gegen die Corona-Notfallverordnung festgestellt. Derzeit sind in Sachsen Versammlungen ausschließlich ortsfest zulässig und auf eine Teilnehmerzahl von maximal zehn Personen begrenzt.

Lesetipp: Was macht die Polizei gegen die verbotenen Demos?

6.55 Uhr: Bobsport im Hotspot

In dieser Woche findet der Bob- und Skeleton-Weltcup in Altenberg statt - wegen Corona ohne Zuschauer. Der Wintersportort unmittelbar an der tschechischen Grenze liegt im größten Corona-Hotspot Deutschlands. Sieben-Tages-Inzidenz am Mittwoch: 1.961. Wie die Organisatoren mit der Situation umgehen und warum der Weltcup überhaupt erlaubt ist, lesen Sie hier: Weltcup in Sachsens Corona-Hotspot - wie geht das?

6.20 Uhr: Inzidenz in Sachsen leicht gesunken

Die 7-Tage-Inzidenz im Freistaat ist leicht gesunken. Wurde die Zahl der Corona-Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet am Mittwoch noch mit 1.209,4 angegeben, lag sie am Donnerstag bei 1.180,1. Damit ist Sachsen immernoch bundesweiter Hotspot vor Thüringen (Inzidenz: 994) und Sachsen-Anhalt (724).

5.55 Uhr: 73.209 neue Corona-Fälle in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 73.209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Im gleichen Zeitraum wurden 388 Todesfälle verzeichnet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist zum dritten Mal in Folge leicht gesunken. Sie wurde am Donnerstagmorgen mit 439,2 angegeben. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden, am Dienstag hatte der Wert bei 452,2 gelegen, am Mittwoch bei 442,9.

5.20 Uhr: Kontaktverfolgung in Sachsen teils ausgesetzt

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen haben viele Gesundheitsämter in Sachsen inzwischen die aktive Kontaktverfolgung von Infizierten eingestellt. Menschen mit einem positiven Corona-Testergebnis müssen vielerorts ihr Umfeld selbst informieren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in einigen Städten und Landkreisen ergab. Dresden etwa habe sich bisher bemüht, immer den individuellen Kontakt mit Betroffenen herzustellen, sagte Frank Bauer, Leiter des Gesundheitsamts. "Angesichts der immensen Fallzahlen ist dies jedoch nicht mehr leistbar." Daher sei das Verfahren seit dem 1. Dezember umgestellt. Infizierte sollen sich nun selbst in Quarantäne begeben.

Ähnlich lautet auch die Antwort aus dem Erzgebirgskreis. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, soll sich dort "eigenverantwortlich" in die Quarantäne begeben. In Chemnitz müssen Infizierte seit zwei Wochen selbstständig ihre Kontaktpersonen informieren. Im Landkreis Görlitz rufen Mitarbeiter des Gesundheitsamts zwar noch Kontaktpersonen an - allerdings ist die Nachverfolgung auf "vulnerable Gruppen" beschränkt, wie eine Sprecherin erklärt. Gemeint sind etwa Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen. Darüber hinausgehende Infektionen und Kontakte würden nachranging verfolgt.

Auch das Gesundheitsamt in Leipzig kümmert sich laut Angaben der Stadt primär um "Kranke, Abwehrgeschwächte, Schulen, Kitas". Infizierte werden den Angaben nach dort per E-Mail informiert, dass sie positiv getestet sind, sich häuslich absondern und ihre Kontakte informieren müssen. Zugleich setzen die Landkreise weiterhin auf Kontrollen der Quarantäne. Laut Angaben der Stadt sind in Chemnitz drei Teams der Verwaltung dauerhaft damit beschäftigt, telefonisch und vor Ort zu kontrollieren, ob die Betroffenen ihre Quarantäne einhalten. "Bereits im Sommer wurden diese Kapazitäten aufgestockt", so ein Sprecher.

Corona in Sachsen: Das passierte am Mittwoch

23.20 Uhr: Sachsens Kliniken müssen bis Mitte Dezember 290 Betten schaffen

Im CoronaCast bei Sächsische.de erklärt Professor Jochen Schmitt vom Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung an der Uniklinik Dresden das an seinem Institut entwickelte sächsische Prognose-Instrument für Kliniken - und was es für die kommenden 14 Tage vorhersagt. Demnach fehlen für die nächsten 14 Tage noch 290 Betten im Freistaat.

Aktuell sind an diesem Mittwoch 2.083 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt, 586 auf Intensivstationen. "Bei den Intensivstationen benötigen wir rund 600 Betten in einer Woche und 690 in zwei." Die aktuelle Kapazität liegt derzeit bei 615 Betten. Bis Mitte Dezember, so Schmitt, müssten in den Kliniken jetzt 90 Intensivplätze geschaffen werden. Bei den Normalstationen sieht es ähnlich aus: "Wir haben berechnet, dass wir in einer Woche 2.250 und in zwei Wochen 2.520 Betten brauchen." Verfügbar sind, Stand heute: 2.347 Betten. Irgendwoher müssen nun also rund 200 Betten kommen.

"Es ist eine große Aufgabe, diese Betten jetzt frei zu kriegen und vor allem auch dafür Personal sowie Ärztinnen und Ärzten aus überwiegend fachfremden Bereichen auf die Covid-Versorgung umzustellen", so Schmitt. Dass bei dieser voll auf Corona ausgerichteten Versorgung die allgemeine Gesundheitsversorgung leide, sei unumgänglich. "Und es ist schwer, es Patienten, die lange auf Operationen gewartet haben, das jetzt zu erklären."

Die gesamte Folge CoronaCast hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe zum Thema finden Sie in diesem Artikel: Für die nächsten 14 Tage fehlen noch 290 Betten

22.03 Uhr: Verdoppelung der neuen Corona-Fälle in Südafrika

Die Anzahl der neu positiv auf Corona Getesteten hat sich in Südafrika binnen eines Tages verdoppelt. Von rund 52.000 Tests seien 8.561 positiv gewesen, also 16,5 Prozent, berichtete das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD am Mittwoch. Am Dienstag waren noch 4.373 positive Fälle gemeldet worden, am Montag 2.273.

Ob der sprunghafte Anstieg mit der neuen Variante Omikron zusammenhängt, ist noch nicht klar. Die Variante war zuerst im südlichen Afrika entdeckt und in Südafrika beschrieben worden. Der Forscher Richard Lessells, der zur Entdeckung der Omikron-Variante B.1.1.529 beigetragen hatte, erklärte jedoch, der Mutant werde "schnell zur dominierenden Variante".

Bei einer Unterrichtung des südafrikanischen Parlaments sagte Lessells am Mittwochabend, die Zahl der Hospitalisierungen nehme zu und die nächsten Wochen würden zeigen, wie sich die neue Variante auswirke. Das Virus suche die Schwachen, um selbst weiterzuleben. "Impfungen sorgen dafür, dass man nicht ins Krankenhaus kommt, dass man nicht stirbt, und sie machen das selbst angesichts dieser neuen Variante gut", sagte er. Auch Masken und Abstandhalten blieben hilfreich.

21.58 Uhr: Olaf Scholz ruft bei Joko und Klaas zum Impfen auf

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat als Gast der ProSieben-Entertainer Joko und Klaas einen eindrücklichen Impf-Appell an die Fernsehzuschauer gerichtet. "Mir ist wichtig, dass jede und jeder, der kann, sich impfen lässt. Nur das hilft", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ProSieben-Sendung "Joko und Klaas 15 Minuten live". Mehr dazu lesen Sie hier.

21.15 Uhr: Söder: Verstöße gegen etwaige Impfpflicht müssten bestraft werden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht. Es gebe verschiedene Pflichten im Leben, die Gurtpflicht beim Autofahren gehöre beispielsweise dazu, sagte er am Mittwoch bei der Eröffnung einer neuen Impfstelle in Nürnberg. "Alles wird im Zweifelsfall durchgesetzt, mit Zwangsgeldern, die sich dann auch steigern können", so Söder.

Es müsse nun sehr viele Booster-Impfungen geben, betonte der Ministerpräsident. Ab etwa Februar sei eine allgemeine Impfpflicht vorstellbar. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom Dienstag sei fundamental gewesen und habe das Eingreifen des Staates in persönliche Rechte zum Schutz von Leben gebilligt. Auf dieser rechtlichen Basis sei auch eine Impfpflicht denkbar.

Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht.
Markus Söder (CSU) hat empfindliche Geldstrafen für Verstöße gegen eine mögliche Impfpflicht ins Spiel gebracht. © dpa

20.54 Uhr: Italiens Arzneimittelbehörde gibt Corona-Impfstoff für Kinder frei

Die italienische Arzneimittelagentur Aifa hat den Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech für Kinder zwischen fünf und elf Jahren genehmigt. Sie erhielten ein Drittel der Dosis, die für Jugendliche und Erwachsene vorgesehen sei, teilte die Behörde am späten Mittwochabend mit. Die Kleinen sollten zwei Impfdosen im Abstand von drei Wochen erhalten.

Auch wenn eine Erkrankung bei Kindern sicherlich milder verlaufe, nütze die Impfung dennoch, damit sie zur Schule gehen und bei Aktivitäten mitmachen könnten, was wichtig für ihre Entwicklung in diesem Alter sei, erklärte die Aifa. Den derzeit vorliegenden Daten nach zeigt die Impfung eine hohe Wirksamkeit und Sicherheit.

In Italien haben bislang rund 87,5 Prozent der Menschen über zwölf Jahren mindestens eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten. Am Mittwoch meldeten die Behörden fast 15 100 Corona-Neuinfektionen und etwas mehr als 100 Tote mit dem Virus binnen eines Tages.

20.14 Uhr: Merz, Röttgen und Braun für rasches gemeinsames Handeln gegen Corona

Die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz haben sich für eine rasche Reaktion auf die hohen Corona-Zahlen ausgesprochen. Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, der Außenpolitiker Norbert Röttgen und der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun waren am Mittwochabend bei einer gemeinsamen Diskussionsrunde mit CDU-Mitgliedern bei dieser Frage im Wesentlichen einig. Merz, der als Favorit bei der am Samstag beginnenden ersten Befragung der rund 400.000 CDU-Mitglieder gilt, schloss sich ausdrücklich den Äußerungen von Braun und Röttgen an.

Braun betonte, bis Weihnachten solle wenn möglich allen, die in der ersten Jahreshälfte ihre Zweitimpfung abgeschlossen hätten, eine frische Impfung angeboten werde. "Das ist wichtig für ein sicheres Weihnachtsfest und auch wichtig, um diese vierte Welle zu unterbrechen." Röttgen sagte, es dürfe keine Verzögerungen mehr bei den notwendigen Maßnahmen geben. "Es ist kein Thema für Opposition, sondern für gemeinsames überparteiliches Handeln." Es gelte: "Impfen, impfen, impfen." Nun solle vorbereitet werden, dass der Bundestag im Januar über eine allgemeine Impfpflicht entscheiden könne. Er selbst habe sich zu einer solchen Impfpflicht durchgerungen.

Merz sagte, wenn es im Frühjahr eine allgemeine Impfpflicht geben solle, solle Rücksicht genommen werden auf jene, die sich aus ernsthaften gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen könnten. "Wenn wir das machen, dann kommen wir vielleicht irgendwann durch diese Krise durch."

19.32 Uhr: Erneute Corona-Demonstrationen in Freiberg

In Freiberg sind am Mittwochabend offenbar erneut zahlreiche Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straßen gegangen. Bilder in den sozialen Netzwerken zeigen, wie hunderte Menschen ungehindert durch die Stadt ziehen.

Am Montagabend hatten sich bereits vielerorts in Sachsen Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. Wegen des dramatischen Infektionsgeschehens in Sachsen sind nur stationäre Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern zulässig. Dessen ungeachtet waren etwa in Chemnitz und Freiberg Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen.

19.15 Uhr: Bund und Länder wollen härtere Corona-Maßnahmen auf den Weg bringen

Bund und Länder wollen am Donnerstag härtere Maßnahmen im Kampf gegen Corona auf den Weg bringen. Dazu beraten die Ministerpräsidenten und -präsidentinnen in einer Schaltkonferenz (11.00 Uhr) mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) über ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), hatte am Mittwoch angekündigt, es solle es unter anderem um umfangreiche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte gehen sowie um die Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht.

Im Gespräch sind auch eine Ausweitung der 2G-Regel mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene etwa im Einzelhandel sowie die Reduzierung der Zuschauerzahl bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen. Mehr zu den Plänen lesen Sie hier.

18.45 Uhr: Bundeswehr mobilisiert Tausende Kräfte im Kampf gegen Corona-Pandemie

Die Bundeswehr mobilisiert Tausende weitere Soldaten, um beim Kampf gegen die heftige vierte Corona-Welle zu helfen. Bis zum kommenden Dienstag wird das Kontingent von derzeit 8.000 Kräften um weitere 4.000 auf dann 12.000 Soldaten aufgestockt, wie die Streitkräftebasis in Bonn am Mittwoch mitteilte.

Ein Drittel der Soldaten, also 4.000, haben demnach eine Reaktionszeit von nur 48 bis 72 Stunden. Für die übrigen gelten abgestufte Reaktionszeiten von 7 bis 14 Tagen.

Schon jetzt hilft die Bundeswehr mit 5.900 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der Amtshilfe in 14 Bundesländern, wie es hieß. Schwerpunkte sind Bayern (1700), Sachsen (480) und Nordrhein-Westfalen (570). Weitere 90 Anträge auf Amtshilfe mit 900 Kräften, unter anderem für Gesundheitsämter und Impfzentren, seien sind in Vorbereitung - "Tendenz weiter steigend", wie es hieß.

Der Nationale Territoriale Befehlshaber, Generalleutnant Martin Schelleis, erklärte, die Bewältigung der Corona-Pandemie habe für das Land oberste Priorität. "Da ist jede und jeder gefragt - auch unsere Bundeswehr. Wir unterstützen in dieser Notlage so lange, wie wir gebraucht werden."

18.10 Uhr: Dresden räumt Halle für 400 Särge

Die Stadt Dresden hat am Mittwoch mit einem Posting auf Facebook für Aufsehen gesorgt. Hintergrund sind viele Hasspostings unter Corona-Beiträgen. Die Stadtverwaltung fand dazu nun deutliche Worte: Die Kommentare seien in einem Zeitraum verfasst worden, in dem genau 15 Dresdner an oder mit Corona starben. "Frei nach dem Motto: Ich habe die Weisheit mit Löffeln gefressen, alles andere ist mir doch scheißegal."

Derzeit würden täglich 80 Verstorbene in das Krematorium in Dresden-Tolkewitz gebracht. Normal seien in den Herbst- und Wintermonaten 40 bis 60 pro Werktag. Man stelle sich auf anhaltend hohe Zahlen ein und erweitere deshalb jetzt die Lagerkapazitäten für Särge. Dazu postet die Verwaltung das Bild einer Halle, verbunden mit den Worten: "Hier entsteht Platz für 400 Särge." Mehr zu dem Facebook-Post der Stadt lesen Sie hier.

17.54 Uhr: Sachsen bekräftigt Kooperation mit polnischer Region bei Corona

Sachsen hat seine Kooperation mit der polnischen Woiwodschaft Lebuser Land in der Corona-Pandemie bekräftigt. Die Region grenzt an Sachsen und Brandenburg und ist mit beiden Bundesländern durch Regionalpartnerschaften verbunden. "Die Pandemie stellt uns alle vor die gleichen Herausforderungen. So, wie das Virus nicht vor Grenzen halt macht, müssen auch wir unsere Anstrengungen zu seiner Bekämpfung grenzüberschreitend koordinieren", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit Marschallin Elżbieta Polak.

Thema sei auch die von Belarus gesteuerte Migration über die EU-Außengrenze nach Polen gewesen, hieß es. Kretschmer habe der polnischen Seite für ihr "entschlossenes Vorgehen" gedankt und die gute Zusammenarbeit zwischen der deutschen Polizei und dem polnischen Grenzschutz bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität gelobt. Marschallin Polak habe Kretschmer und seinen brandenburgischen Amtskollegen Dietmar Woidke (SPD) zum Spitzentreffen der Oder-Partnerschaft für Mai 2022 nach Zielona Góra eingeladen.

17.05 Uhr: Semperoper und Staatstheater verlängern Schließung

Alle Spielstätten der Semperoper und des Staatstheaters Dresden setzen bis einschließlich 9. Januar 2022 ihren Spielbetrieb weiter aus. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Kulturministerium getroffen worden, teilte die Semperoper am Mittwoch in Dresden mit. Mit der Entscheidung werde auf die alarmierende pandemische Lage in Sachsen reagiert. Bereits gekaufte Karten werden durch den jeweiligen Besucherservice erstattet.

16.25 Uhr: Stöcker will Impfungen mit seinem Vakazin einstellen

Winfried Stöcker ruft weiter zur Corona-Impfung auf – aber nicht mehr mit seinem eigenen, hoch umstrittenen Impfstoff. Auf seiner Homepage schreibt der 74-jährige Kaufhaus- und Flughafenbesitzer, er wolle bis zum Ende des Notstandes in Deutschland seine Impf-Aktivitäten einstellen. Stattdessen ruft er die Menschen auf sich mit einem der offiziell zugelassenen Impfstoffe impfen zu lassen.

Am vergangenen Sonnabend erst hatte die Polizei eine Impf-Aktion Stöckers auf dem Lübecker Flughafen gestoppt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn und zwei Ärzte wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

15.59 Uhr: 69 Tote und 9.593 Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Sachsen

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 9.593 weitere Menschen mit Corona infiziert. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 12.431 Neuinfektionen - bisheriger Rekord an Neuinfektionen in Sachsen - registriert. Zudem wurden am Mittwoch 69 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert, allein 15 davon im Landkreis Bautzen, 12 im Erzgebirgskreis und 11 im Landkreis Görlitz. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 511.360 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.058 starben.

Fast alle Städte und Landkreise liegen über der Inzidenz-Marke von 1000. Einzig die Stadt Leipzig (717,2) liegt darunter. Hotspot in Sachsen ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Inzidenz von 1.990 gefolgt vom Erzgebirgskreis (1.794).

15.32 Uhr: Bislang knapp 60 Omikron-Infizierte in der EU erfasst

Mindestens elf EU-Staaten haben bislang das Auftreten der Coronavirus-Variante Omikron gemeldet. Wie die EU-Gesundheitsbehörde ECDC in einem Omikron-Update schrieb, gab es bis zum Mittwochmittag 59 erfasste Infizierte. Die in Stockholm ansässige Behörde listete dabei 16 Fälle in den Niederlanden, 14 in Portugal und 9 in Deutschland auf. Hinzu kamen gemeldete Infizierte in Italien, Dänemark (jeweils 4), Schweden, Österreich (jeweils 3), Belgien, Spanien (jeweils 2), Tschechien (1) sowie eine auf der zu Frankreich zählenden Insel Réunion.

Unklar blieb, ob es sich bei den ECDC-Angaben um Ergebnisse einfacher PCR-Tests auf Corona-Varianten handelte oder ob tatsächlich das gesamte Genom untersucht wurde, was derzeit bei Omikron noch nötig ist. Die EU-Behörde teilte aber mit, es gebe eine Reihe weiterer Verdachtsfälle im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), die untersucht würden.

15.03 Uhr: Leipziger Buchmesse hält an Frühlingstermin 2022 fest

Nach zwei Absagen in Folge gehen die Veranstalter der Leipziger Buchmesse davon aus, dass das Branchentreffen im März 2022 stattfinden wird. Zwar sei der Blick in die Zukunft angesichts der Corona-Lage gerade besonders schwierig, erklärte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, am Mittwoch. Dennoch liefen die Planungen für die Buchmesse vom 17. bis 20. März 2022.

14.30 Uhr: Frankreich verschärft Einreiseregeln für Ungeimpfte

Frankreich verlangt bei der Einreise aus Deutschland von Ungeimpften künftig einen PCR-Test, der höchstens 24 Stunden alt ist. Dies teilte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch in Paris mit. Bislang betrug die Frist 48 Stunden. Die Regelung gilt auch für Einreisen aus allen anderen EU-Ländern. Wer geimpft oder genesen ist, braucht den Test nicht.

Für Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gilt künftig grundsätzlich, dass sie bei der Ankunft in Frankreich einen PCR-Test vorweisen müssen - unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht. Der Test darf dann höchstens 48 Stunden alt sein.

13.58 Uhr: Luftwaffe mit sächsischen Covid-Patienten gestartet

Die Bundeswehrmaschine mit sechs sächsischen Intensivpatienten an Bord ist am frühen Nachmittag in Dresden gestartet. Ziel ist der Flughafen Köln. Die sechs Covid-Intensivpatienten kommen aus Krankenhäusern in Pirna, Meißen und Dresden und werden in Kliniken nach Bonn, Köln, Bochum und Marl verlegt.

13.30 Uhr: Omikron-Variante auch in Norwegen bestätigt

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Norwegen bestätigt worden. Zwei Fälle wurden am Mittwoch in der Gemeinde Øygarden westlich von Bergen nachgewiesen, wie die Kommune im Westen des skandinavischen Landes mitteilte. Die beiden Personen seien auf Reisen in Südafrika gewesen und befänden sich auf dem Weg der Besserung. Zuvor war die Omikron-Variante bereits in einer Reihe anderer europäischer Staaten nachgewiesen worden.

13.17 Uhr: Leipziger Oberbürgermeister: Umfassender Lockdown nötig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat sich für einen noch härteren Lockdown in Sachsen ausgesprochen. Die jetzigen Maßnahmen reichten nicht, um die vierte Welle zu brechen, sagte Jung der "Leipziger Volkszeitung". Das öffentliche Leben müsse ähnlich wie im April 2020 zur Ruhe kommen: keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel außerhalb des Grundbedarfs und keine Gastronomie. "Ich hoffe, dass der Bund uns schnell die Möglichkeiten gibt. Die Schulen sollten offenbleiben, aber die Weihnachtsferien sollten wir um eine Woche vorziehen. Wenn wir noch lange warten, dann können wir die Lage nicht mehr kontrollieren", warnte Jung. Man müsse das jetzt tun, um die medizinische Grundversorgung gewährleisten zu können - Corona dürfe die Lage der Kliniken nicht bestimmen.

12.47 Uhr: Tschechische Grenzregion verlegt Corona-Intensivpatienten

In der tschechischen Grenzregion um Usti nad Labem sind die Krankenhäuser wegen der vierten Corona-Welle an der Kapazitätsgrenze. Drei Intensivpatienten müssen mit Rettungswagen und einem Hubschrauber aus Kliniken in Usti und Teplice nach Prag und Pilsen verlegt werden, wie das nationale Koordinationszentrum für Patientenverteilung bekannt gab. In den nächsten Tagen sollen in Nordböhmen zusätzliche Kapazitäten auf den Corona-Stationen geschaffen werden. Usti nad Labem liegt knapp 50 Kilometer südlich von Dresden.

In Tschechien gab es innerhalb von sieben Tagen 1.193 Neuansteckungen je 100.000 Einwohner, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Am stärksten betroffen sind weiter die östlichen Landesteile. Knapp 6,4 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens sind vollständig geimpft. Das Gesundheitssystem des EU-Mitgliedsstaats leidet aber seit Jahren an Personalmangel, da Ärzte und Pflegekräfte aufgrund schlechter Bezahlung ins westliche Ausland gehen.

Auch in Sachsens Nachbarland Tschechien ist die Corona-Situation derzeit sehr kritisch.
Auch in Sachsens Nachbarland Tschechien ist die Corona-Situation derzeit sehr kritisch. © Uhlíø Patrik/CTK/dpa

12.28 Uhr: Dresden meldet knapp 2.000 weitere Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 1.956 weitere Corona-Infektionen und zudem zehn Todesfälle gemeldet. Die hohe Zahl an Infektionen resultiert allerdings auch aus nachgetragenen Daten, denn das Gesundheitsamt war zuletzt so überlastet, dass eine zeitnahe Erfassung nicht möglich war. Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.263 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 63.820 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 48.895 als wieder genesen - 943 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten zudem 18 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 1.038,8 am Dienstag auf nun 1.063,2. Auch sie wird wohl weitersteigen, da zumindest die noch nachzutragenden Fälle der letzten sieben Tage in die Berechnung einfließen.

12.10 Uhr: Dresdens Krematorium bereitet sich auf steigende Todeszahlen vor

Mit dem sehr hohen Corona-Infektionsgeschehen nimmt auch die Anlieferung von Verstorbenen an das Krematorium des Städtischen Friedhofs- und Bestattungswesen wieder zu. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, würden derzeit "werktäglich" bis zu 80 Verstorbene in das Krematorium im Stadtteil Tolkewitz gebracht, üblich seien im Herbst und Winter 40 bis 60.

Die Landeshauptstadt stelle sich auf anhaltend hohe Zahlen ein und erweitere deshalb die Lagerkapazitäten für das Städtische Friedhofs- und Bestattungswesen, hieß es weiter. Das Gesundheitsamt hat für diesen Zweck eine städtische Halle freigegeben, die normalerweise für Hochwasserschutzanlagen genutzt wird. Dort könnten bis zu 400 Särge gelagert werden.

Die zuständige Bürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) sagte, dass in der vergangenen Woche an sieben Tagen gearbeitet wurde, um Verstorbene möglichst rasch einzuäschern und Lagernotwendigkeiten klein zu halten. "Mit über 320 Einäscherungen haben die Mitarbeitenden die maximalen Möglichkeiten des Krematoriums ausgereizt. Ein solches Pensum ist für die Kolleginnen und Kollegen bei der wirklich schweren Arbeit jedoch nicht über mehrere Wochen leistbar."

11.53 Uhr: Handel hält 2G-Regel für den Einzelhandel für rechtswidrig

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hält die drohende bundesweite Einführung der 2G-Regel für große Teile des Einzelhandels für rechtswidrig. In einem Brief an die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den voraussichtlichen nächsten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb HDE-Präsident Josef Sanktjohanser, die 2G-Regel verletze die Berufsfreiheit der Einzelhändler und verstoße außerdem gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz. Wenn Händler nur geimpften und genesenen Verbrauchern Zugang zu ihren Läden gestatten dürften, sei dies "unverhältnismäßig und daher rechtswidrig". Er stützte sich dabei auf ein aktuelles Gutachten einer Rechtsanwaltskanzlei.

"Schon heute zeigt die Praxis, dass die entsprechenden Restriktionen zu erheblichen Umsatzrückgängen von bis zu 50 Prozent führen und für die Einzelhändler daher existenzgefährdende Auswirkungen haben", schrieb Sanktjohanser und bat die Politiker von einer flächendeckenden 2G-Regel abzusehen.

11.27 Uhr: Chrupalla: AfD-Fraktion wird geschlossen gegen Impfpflicht stimmen

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Tino Chrupalla erwartet, dass kein Mitglied seiner Fraktion für eine vom designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geforderte allgemeine Impfpflicht stimmen wird. Er rechne mit einer "hundertprozentigen" Ablehnung eines solchen Antrags durch die AfD-Bundestagsfraktion, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Aussagen Chrupallas sind alles andere als überraschend, schließlich gibt die Pandemie der Partei eine Bühne, sich einmal mehr als Verfechter gegen das sogenannte "Establishment" darzustellen. Zuletzt hatten AfD-Mitglieder die Argumente von Corona-Skeptikern verbreitet. Lesen Sie dazu auch

11.01 Uhr: Luftwaffen-Airbus zur Patientenverlegung in Dresden eingetroffen

Die Bundeswehr wird heute sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das dafür vorgesehene Spezialflugzeug der Luftwaffe ist kurz nach 10.30 Uhr am Flughafen im Stadtteil Klotzsche eingetroffen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Covid-Patienten in Köln ist für den Nachmittag geplant.

In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Dieses Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

10.42 Uhr: Terminvergabe für Sachsens Impfstellen soll ab Freitag möglich sein

Um künftig lange Schlangen von Wartenden vor Sachsens festen Impfstellen zu vermeiden soll es ein Terminbuchungsportal geben. Dieses war zuletzt mehrfach angekündigt worden. Nun soll es an diesem Freitag um 13 Uhr online gehen. Das sagte DRK-Sprecher Kai Kranich am Mittwoch in Dresden. Demnach sollen Termine ab 6. Dezember, also kommendem Montag, buchbar sein.

In dieser Woche müssen Impfwillige allerdings noch spontan vorbeikommen – und gegebenenfalls auch Wartezeiten auf sich nehmen. In den Zentren, wie etwa dem heute eröffneten in der Dresdner Messe, würden bis zum Start des Terminportals noch Terminkärtchen vor Ort verteilt. Mehr zur Eröffnung des Zentrums in Dresden

10.19 Uhr: Höchste Zahl an Verstorbenen seit Februar

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Toten hat den höchsten Stand seit neun Monaten erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 446 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Statistik hervorgeht. Ein höherer Wert wurde zuletzt mit 490 Verstorbenen am 20. Februar erreicht. Mit Blick auf den aktuellen Wert ist allerdings zu bedenken, dass sich die Zahl der Todesfälle verzögert zur Zahl der Neuinfektionen entwickelt, da zwischen Infektion und Tod einige Zeit vergeht. Es sind also in den kommenden Tagen noch höhere Werte zu befürchten.

Momentan ist die Zahl der täglich übermittelten Verstorbenen aber noch weniger als halb so groß wie zum Höhepunkt der zweiten Corona-Welle Ende vergangenen Jahres - und das, obwohl es momentan wesentlich mehr Ansteckungen gibt als damals. Experten führen das auf den positiven Effekt der Impfung zurück, die wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützt.

10.10 Uhr: Sachsen bekommt zusätzlichen Rettungshubschrauber

Ab diesem Mittwoch ist in Sachsen ein zusätzlicher Rettungshubschrauber im Einsatz. Er soll die vorhandene Staffel von fünf solcher Helikopter bei der Verlegung von Corona-Intensivpatienten unterstützen. Die Finanzierung des Hubschraubers haben sächsische Krankenkassen und die gesetzliche Unfallversicherung übernommen, teilte unter anderem die Krankenkasse IKK mit. Der zusätzliche Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung soll vom Luftrettungsstandort in Bautzen zu seinen Einsätzen starten.

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Bereits in der letzten Corona-Welle wurde von den Krankenkassen und gesetzlicher Unfallversicherung ein zusätzlicher Rettungshubschrauber finanziert. Er realisierte vom 23. Dezember 2020 bis zum 22. März dieses Jahres insgesamt 177 Verlegungsflüge von Corona-Intensivpatienten. Mehr zum neuen Helikopter für Sachsen

In Sachsen ist jetzt ein weiterer Rettungshubschrauber in Betrieb genommen worden. Das Fluggerät soll vorrangig zur Verlegung von Covid-Patienten genutzt werden.
In Sachsen ist jetzt ein weiterer Rettungshubschrauber in Betrieb genommen worden. Das Fluggerät soll vorrangig zur Verlegung von Covid-Patienten genutzt werden. © Symbolfoto: DRF Luftrettung

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