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Deutschland & Welt

Coronavirus: Erzgebirgskreis mit Inzidenz über 2.000

Bundesweit 44.401 neue Corona-Fälle, Proteste gegen Corona-Maßnahmen im Erzgebirgskreis, zwei Omikron-Fälle in Bayern - unser Newsblog.

Ein Patient wird in ein Flugzeug der Bundeswehr auf dem Flughafen Memmingen gebracht. In einigen Bundesländern, u.a. in Sachsen, werden derzeit Patienten verlegt, weil die Intensivstationen keine Betten mehr frei haben.
Ein Patient wird in ein Flugzeug der Bundeswehr auf dem Flughafen Memmingen gebracht. In einigen Bundesländern, u.a. in Sachsen, werden derzeit Patienten verlegt, weil die Intensivstationen keine Betten mehr frei haben. © Peter Kneffel/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

9.30 Uhr: Erzgebirgskreis hat bundesweit die höchste Inzidenz

Der Trend bei den Corona-Neuinfektionen im bundesweiten Hotspot Erzgebirgskreis geht nach einem leichten Rückgang am Samstag wieder deutlich nach oben. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Sonntagmorgen bei 2.021,9, wie aus der täglichen Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Vortag hatte es die Sieben-Tage-Inzidenz mit 2.000,5 ausgewiesen, für Freitag waren es 2.006,2. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge folgt mit einem aktuellen Wert von 1.652,1 auf Platz 2 dahinter - bei ebenso deutlichem Trend nach oben.

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Für Sachsen insgesamt ist aktuell ein Wert von 1.205,5 ausgewiesen, nach 1.201,1 am Vortag und 1.192,8 am Freitag. An Wochenenden wird in der Regel allerdings weniger getestet und gemeldet. Der Freistaat bleibt den RKI-Daten zufolge das mit Abstand am stärksten von der Infektionswelle betroffene Bundesland in Deutschland.

Seit Beginn der Pandemie sind landesweit laut RKI-Übersicht inzwischen 480.706 Covid-19-Fälle und 10.903 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Seit Samstag kamen 6.233 Infektionen dazu und 20 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 3.38.700 geschätzt.

8.55 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen im Erzgebirgskreis

Im bundesweiten Corona-Hotspot Erzgebirgskreis haben am Samstagabend Hunderte Menschen in verschiedenen Orten gegen Corona-Maßnahmen protestiert. In Chemnitz, Freiberg, Aue, Schneeberg, Zschorlau, Zwönitz und Zschopau folgten sie nach Angaben der Polizei vom Sonntag Aufrufen in sozialen Netzwerken, mit Kerzen und Plakaten zu Krankenhäusern zu kommen. Diese richteten sich unter anderem gegen eine mögliche Impfpflicht, wie ein Sprecher sagte.

Vor dem Klinikum Chemnitz hatten sich danach bis zu 300 Teilnehmer versammelt, Beamte verhinderten das Betreten des Klinikgeländes. Auch am Rathaus der Stadt seien Kerzen und Zettel abgestellt und -gelegt worden, wie am Eingang zum Krankenhaus Freiberg und dem dortigen Rathaus.

Am Nachmittag versammelten sich in Aue mehr als zwei Dutzend Menschen in der Nähe einer Klinik, die Plakate auf Brust oder Rücken trugen, und in Zschopau rund 40 Personen mit Kerzen vor dem Klinikum. In Schneeberg folgten mindestens 300 Menschen einem Aufruf per Handzettel, sich zum "Anlichteln" am Abend auf dem Markt einzufinden. Dort waren Verkaufsstände geöffnet, die Polizei ermittelt auch wegen weiterer Verstöße gegen die Corona-Notfallverordnung. Kerzen standen auch in Zwönitz auf der Rathaustreppe.

Der Erzgebirgskreis hat mit aktuell 2021,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche den höchsten Inzidenzwert aller Bundesländer.

8.35 Uhr: Krankenhausgesellschaft: Drei Viertel aller Kliniken verschieben OPs

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland sogenannte planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben.

"Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten", teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Aus den vergangenen Wellen wisse man um die gravierenden Folgen für die Patienten, so Gaß. Zu den typischen planbaren Operationen gehören den Angaben zufolge vor allem orthopädische OPs. In der zweiten Pandemiewelle von Oktober 2020 bis Februar 2021 sind demnach 22 Prozent weniger Hüftprothesen operiert worden. Doch auch bei Krebsbehandlungen müssten Einschränkungen gemacht werden, hieß es. Auswertungen zeigten etwa, dass die Fallzahlen bei Krebs-OPs beim Brustkrebs um 6 und bei Darmkrebs sogar um 18 Prozent zurückgegangen seien.

Eine Krankenpflegerin versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, im Vordergrund ist eine Beatmungsmaschine zu sehen.
Eine Krankenpflegerin versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, im Vordergrund ist eine Beatmungsmaschine zu sehen. © Marijan Murat/dpa

8.20 Uhr: Südafrikas Ärzte: Omikron-Patienten bislang nicht in Lebensgefahr

Die bislang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

"Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen", sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee.

Dem "Telegraph" sagte sie, man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte. In Südafrika sind nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt.

Sie fügte hinzu, die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber mild. Sie sei zum ersten Mal auf die Möglichkeit einer neuen Variante aufmerksam gemacht worden, als Anfang November Patienten mit ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen in ihre Praxis in Pretoria gekommen seien. Sie hätten unter starker Müdigkeit gelitten. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust beklagt. "Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte". Coetzee war den Angaben zufolge die erste südafrikanische Ärztin, die die Behörden am 18. November auf Patienten mit einer neuen Variante aufmerksam gemacht hatte.

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

8.00 Uhr: RKI registriert 44.401 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 44.401 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.52 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 42.727 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.761.696 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 4.823.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.883.

Corona-Pandemie: Das passierte am Samstag

18.50 Uhr: Zwei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

18.48 Uhr: PCR-Test und Quarantäne für alle Einreisenden nach Großbritannien

Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag mitteilte.

18.06 Uhr: Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron im südlichen Afrika schränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch ein. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden von diesem Sonntag an als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

17.46 Uhr: Omikron-Verdacht in Hessen - Gesundheitsamt erwartet am Montag Ergebnisse

Im Fall des Verdachts einer Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron erwartet das Frankfurter Gesundheitsamt am Montag genaue Ergebnisse. Die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall des Reiserückkehrers aus Südafrika mehrere typische Merkmale der Virusvariante ermittelt, teilte die Behörde am Samstag mit. Nun stünden noch die Resultate der vollständigen Sequenzierung aus. Das Gesundheitsamt stehe in direktem Kontakt zu der Person, die sich in Isolation befinde. Es seien vor Ort alle nötigen Maßnahmen getroffen worden, um schnell zu klären, wer infiziert sei und wer in Quarantäne müsse.

Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte: "Wie mit den vorherigen Coronavirus-Varianten auch, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Variante bei uns ist." Nach Angaben der Stadt testet das Gesundheitsamt derzeit alle Reisenden aus Südafrika und Namibia sofort nach ihrem Ausstieg am Frankfurter Flughafen. Bei den bisherigen Tests am Flughafen seien keine Reisenden positiv getestet worden.

17.13 Uhr: Zwei Fälle der Omikron-Variante in Großbritannien entdeckt

In Großbritannien sind zwei Corona-Fälle mit der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante entdeckt worden. In den englischen Städten Nottingham und Brentwood sei jeweils ein Fall festgestellt worden, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag mit. Beide Fälle sollen miteinander in Verbindung stehen und auf Reisen in den Süden Afrikas zurückzuführen sein.

Die betroffenen Personen und ihre Haushalte befänden sich in Quarantäne, außerdem werde man in den Gegenden verstärkt testen, kündigte Javid an.

Großbritannien setzt nun weitere afrikanische Länder - darunter Malawi, Mozambik und Angola - auf die sogenannte rote Liste. Damit wird für Rückkehrer eine zehntägige Hotel-Quarantäne Pflicht.

16.57 Uhr: Spahn bringt lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Pandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene. Es könnte zu einer Ansage kommen: "Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein." Dies wäre eine ziemlich klare Ansage.

Das sei eine Option, die besprochen werden müsse. "Wir sehen ja alle, was los ist in diesem Land, weil elf Millionen Erwachsene sich haben noch nicht überzeugen lassen. Und darunter leiden jetzt alle", sagte Spahn. Deutschland sei wahrscheinlich in der "schwersten" und "dramatischsten" Zeit dieser Pandemie. Man müsse nur den Blick richten nach Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg und in viele Kliniken. Die Welle werde weiter gen Westen gehen. Die Frage sei, wie hoch die Welle werde. "Das haben wir in der Hand."

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler sagte zu einer eine allgemeinen Impfpflicht, wenn man es nicht schaffe, einen großen Teil der Bevölkerung zu impfen, sei dies "auf jeden Fall eine Option", über die man dann nachdenken sollte. Deutschland sei in einer Notsituation. Die Impfung sei der Weg herraus. "Man sollte in einer Krisensituation einfach nichts prinzipiell ausschließen."

Jens Spahn (CDU) hat die aktuelle Corona-Lage erneut als schwierig bezeichnet.
Jens Spahn (CDU) hat die aktuelle Corona-Lage erneut als schwierig bezeichnet. © dpa

16.20 Uhr: 7.427 Neuinfektionen in Sachsen - 22 weitere Todesfälle

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 7.427 weitere Menschen mit Corona infiziert – am Vortag waren es 11.828 gewesen. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 7.574 Corona-Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Samstag 22 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Freistaat nachweislich 480.705 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.897 starben.

16.14 Uhr: Dahmen: Womöglich Verlegungen von Intensivpatienten ins Ausland

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. "Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen", sagte Dahmen der "Welt am Sonntag". "Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Dahmen schätzt, dass bundesweit über zivile und militärische Rettungshubschrauber und Ambulanzflugzeuge gerade einmal 25 bis 50 Patienten gleichzeitig verlegt werden können. Er forderte Gespräche mit privaten Luftrettungsbetreibern über Kapazitätserweiterungen. Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich seit Freitag erstmals an der Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands.

15.45 Uhr: Weitere Verlegung von Intensivpatienten in andere Bundesländer

Wegen der Überlastung von Krankenhäusern werden am Samstag weitere Patienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt. Geplant sind insgesamt sechs Transporte, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Wegen der Witterungsbedingungen im Bundesgebiet seien Verlegungen mit Hubschraubern nur begrenzt möglich, zwei Patienten sollen möglicherweise gegen Mitternacht mit Ambulanzflugzeugen nach Bremen gebracht werden. Über die Verlegung werde operativ oftmals kurzfristig entschieden, hieß es.

Die beiden ersten Transporte erfolgten bereits am Vortag aus dem Dresdner Herzzentrum nach Herford (Nordrhein-Westfalen) und aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt nach Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). In der dortigen Universitätsmedizin sei ein 45 Jahre alter beatmungspflichtiger Mann am späten Abend angekommen, sagte ein Kliniksprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. In dem Bundesland werden nach Angaben seines Gesundheitsministeriums zunächst insgesamt vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken im Freistaat erwartet. Mehr zu den Transporten aus Dresden lesen Sie hier.

14.22 Uhr: Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt angesichts des dynamischen Corona-Infektionsgeschehens sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen. "Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. "Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen."

Die Impfkampagne müsse massiv verstärkt und eine Impfpflicht stufenweise eingeführt werden. Insgesamt sollten bis Weihnachten neben Erst- und Zweitimpfungen rund 30 Millionen Drittimpfungen ermöglicht werden, so die Leopoldina.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche empfiehlt die Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien und regelmäßige Corona-Tests mindestens dreimal pro Woche. Während des gesamten Aufenthalts in den Schulen sollten Lehrer und Schüler aller Klassenstufen Masken tragen. "Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden." Mehr zu der Empfehlung der Leopoldina lesen Sie hier.

13.45 Uhr: Aue-Bad Schlema schließt Rathäuser wegen Corona-Geschehens

Aufgrund des dramatischen Corona-Infektionsgeschehens in der Region bleiben ab Montag die Rathäuser in Aue und Bad Schlema (Erzgebirgskreis) weitgehend geschlossen. Das gelte für unbestimmte Zeit, wie die Stadtverwaltung am Samstag mitteilte. "Wir sind Hotspot, müssen die Maßnahmen besonders verschärfen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen", sagte eine Sprecherin. Auch zum Schutz der Mitarbeiter werde der Publikumsverkehr eingestellt, wie im zweiten Lockdown.

Alle Ämter der rund 23.000 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt sind zu den sonst üblichen Servicezeiten telefonisch und elektronisch erreichbar. "Präsenztermine werden nur für dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten vergeben", hieß es. Der Zutritt sei dabei nur mit Termin und einem 3G-Nachweis möglich.

13.25 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen über 1.200

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag wurden binnen eines Tages 10.593 neue Corona-Fälle sowie 48 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz, der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, stieg auf 1.201,1. Am Freitag hatte er bei 1192,8 gelegen.

Sachsen ist den RKI-Daten zufolge weiterhin das mit Abstand am stärksten von der Infektionswelle betroffene Bundesland in Deutschland. Der Erzgebirgskreis bleibt mit einem aktuellen Wert bei der Sieben-Tage-Inzidenz von 2.000,5 der Hotspot unter den Regionen bundesweit, allerdings mit einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vortag (2.006,2). Dahinter folgen die Landkreise Bautzen (1.617,7) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.602,6).

Seit Beginn der Pandemie sind landesweit laut RKI inzwischen 474.473 Covid-19-Fälle und 10.883 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Etwa 337.000 sind demnach von einer Infektion genesen.

13.06 Uhr: Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von "wieder neuen dramatischen Herausforderungen". Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Höchstwerte bei den Neuinfektionen gemeldet, Krankenhäuser stoßen an Kapazitätsgrenzen auf ihren Intensivstationen. Corona-Intensivpatienten müssen verlegt werden. Hierbei hilft seit Freitag auch die Luftwaffe. Sorge bereitet zudem die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft wird. Diese neue Variante ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose(Grüne) «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» in Deutschland angekommen.

11.42 Uhr: Mehr als zehn Prozent haben Booster-Impfungen erhalten

In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. 8,6 Millionen Menschen haben bisher eine sogenannte Booster-Impfung bekommen, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. In den vergangenen Tagen gab es rund 2,7 Millionen Booster-Impfungen, wie der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) twitterte. Allein am Freitag kamen laut RKI 582.000 hinzu.

56,9 Millionen Menschen und damit 68,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 59,1 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 71,1 Prozent. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 82,8 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 80,1 Prozent der Bevölkerung sind dort vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht, hier sind 60,4 Prozent erst- und 58,0 Prozent vollständig geimpft.

11.03 Uhr: Minister: Verdacht auf Omikron-Variante bei Reiserückkehrer

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstagmorgen auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus", twitterte der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO noch Wochen dauern.

10.34 Uhr: Montgomery befürchtet sehr gefährliche Coronavirus-Varianten

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. "Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Ohne Medikamente sterben rund 50 Prozent der Kranken, wobei der Anteil je nach Virusart auch deutlich darunter oder darüber liegen kann. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes
Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes © Guido Kirchner/dpa

10.02 Uhr: Virologin besorgt über Omikron-Variante - Rat zu Booster-Impfung

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper - das reiche dann aus, um auch Variantenviren "wegzuneutralisieren". Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem "hochpushen". "Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen", sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Coronavirus-Variante Omikron am Freitag als "besorgniserregend" ein. Viele Länder reagierten mit Beschränkungen im Flugverkehr. Wegen der Variante stuft die Bundesregierung Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag, 0.00 Uhr, als Virusvariantengebiete ein, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagabend mitteilte.

9.35 Uhr: Erster Intensivpatient aus Sachsen im Nordosten angekommen

Ein Intensivpatient aus Sachsen ist am späten Freitagabend nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt worden. Der 45-jährige beatmungspflichtige Mann sei gegen 23.00 Uhr per Hubschrauber am Universitätsmedizin Greifswald angekommen, sagte ein Krankenhaussprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich um die erste Verlegung nach Mecklenburg-Vorpommern in Folge der regionalen Auslastung von Krankenhauskapazitäten während der vierten Corona-Welle.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag wurden zunächst insgesamt vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken in Sachsen erwartet. Demnach sollten zwei in die Universitätsklinik Rostock und jeweils einer in die Universitätsklinik Greifswald und in die Helios Kliniken Schwerin gebracht werden. Sie sollten bis spätestens am Wochenende eintreffen.

Die Verlegung eine Corona-Intensivpatienten
Die Verlegung eine Corona-Intensivpatienten © dpa

9.23 Uhr: Brinkhaus: Weihnachtsferien notfalls früher beginnen lassen

Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat weitere schnelle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gefordert - bis hin zu einem möglichen Vorziehen der Weihnachtsferien. Der "Welt am Sonntag" sagte er: "Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren."

Den künftigen Regierungsparteien SPD, Grünen und FDP warf er vor, zu langsam zu handeln. Wenn der wahrscheinliche künftige Kanzler Olaf Scholz einen ständigen Corona-Krisenrat wolle, müsse er ihn sofort einberufen. "Fakt ist doch: Wir müssen jetzt massiv Kontakte reduzieren, um die vierte Welle zu brechen. Dazu müssen alte und neue Regierung, die Regierungsfraktionen und die Opposition schnell und gut zusammenarbeiten." Die Unionsfraktion sei dazu bereit. Angesichts der neuen in Südafrika aufgetauchten Virusvariante sagte er: "Die Lage ist blitzgefährlich, die Lage ist akut. Wir müssen sofort handeln."

Zur Frage, wie er zu einer generellen Impfpflicht stehe, sagte Brinkhaus: "Darüber beraten wir in der Fraktion sehr offen." Er sei in jedem Fall dafür, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die vierte Welle zu brechen. «Am letzten Wochenende waren über 400.000 Menschen als Zuschauer in den Fußballstadien, das ist einfach das falsche Signal", sagte er. Eine allgemeine Impfpflicht sei aber ein körperlicher Eingriff, der letztlich auch durchgesetzt werden müsse. "Das muss rechtlich gut begründet und in der Umsetzung bis zum Ende durchgedacht sein. Und daran arbeiten wir."

9.00 Uhr: Rückgang bei Einbürgerungen während Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie bremst die Einbürgerung bereits lange in Sachsen lebender Migranten. Nach Angaben des Innenministeriums bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur nahmen im Jahr 2020 im Freistaat 1.775 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft an - 316 weniger als 2019. Die meisten stammten aus Syrien, gefolgt von Vietnamesen, Ukrainern, Polen und Menschen aus der Russischen Föderation. Von 2018 zu 2019 waren die Einbürgerungen noch von 1647 auf 2091 gestiegen. "Das Interesse an Einbürgerung ist sehr groß", sagte Markus Guffler, Sprecher des Ausländerbeauftragten. Der Rückgang 2020 liege womöglich daran, dass Ämter während der Pandemie nur eingeschränkt arbeitsfähig waren.

8.32 Uhr: 3G in Bus und Bahn: Unternehmen setzen auf Stichproben und Prävention

Seit einer halben Woche dürfen nur noch geimpfte, genesene oder getestete Personen (3G) mit Bussen und Bahnen fahren - die Verkehrsverbünde in Sachsen kontrollieren die Einhaltung dieser Regeln bislang stichprobenartig und setzen auf Prävention. Im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) etwa werde die "stufenweise Durchsetzung" der Regeln sehr ernstgenommen, teilt der MDV mit. Zurzeit liege der Fokus auf einer breiten Information und Sensibilisierung der Fahrgäste. "Kontrollen und das Erheben von Bußgeldern werden in einer 2. Stufe in ca. eineinhalb Wochen stärker greifen."

Auch der Verkehrsverbund Vogtland setzt laut Angaben eines Sprechers auf die Aufklärung der Fahrgäste, damit etwaige Verstöße nicht auftreten und sanktioniert werden müssten. Kontrolliert werde idealerweise in Abstimmung mit den Ordnungsbehörden, weil nur diese im Fall eines Regelverstoßes weitere Maßnahmen ergreifen könnten. Vom Verkehrsverbund Oberelbe heißt es, dass im Rahmen der Sicherheitskooperation mit der Deutschen Bahn voraussichtlich ab der kommenden Woche zusätzliche Kontrollteams eingesetzt würden.

Samstag, 8.00 Uhr: RKI registriert 67.125 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 444,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 444,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 438,2 gelegen, vor einer Woche bei 362,2 (Vormonat: 118,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 67.125 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Ansteckungen bei 76.414 gelegen, vor genau einer Woche waren es 63.924 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 303 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 248 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.717.295 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 4.803.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.779.

Corona-Pandemie: Das geschah am Freitag

21.44 Uhr: Spahn: "Lage so ernst wie nie"

Wegen der immer bedrohlicheren Corona-Ausbreitung über ganz Deutschland wächst der Druck, Großveranstaltungen abzusagen und Kontakte auf breiter Front zu unterbinden. Die geschäftsführende Bundesregierung und das Robert Koch-Institut (RKI) riefen am Freitag alle Bürger zur Vorsicht auf und verlangten sofortige zusätzliche Beschränkungen in Ländern und Kommunen vor Ort. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben, damit wir unser Verhalten anpassen und die Krankenhäuser und das Pflegepersonal entlasten?", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Um eine vorgezogene Bund-Länder-Runde gibt es weiter Streit.

Zum Schutz vor der neuen Virusvariante namens Omikron sollen Einschränkungen und Quarantänevorgaben für Flüge aus Südafrika greifen. Grundlage ist eine Einstufung des Landes als Virusvariantengebiet, die Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag ankündigte. Am Abend teilte das Robert Koch-Institut (RKI) dann offiziell mit, dass Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft werden. Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Spahn sagte, die Lage sei so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in der Pandemie. "Wir müssen jetzt diese Welle stoppen. Sonst erleben wir genau das, was wir immer vermeiden wollten: eine Überlastung des Gesundheitssystems." Warnungen und Weckrufe seien aber noch immer nicht überall angekommen, es passiere zu wenig und oft zu spät. Die Welle werde vom stark betroffenen Süden und Osten "weiter gen Westen und Norden ziehen". Trotz Impfungen und Tests sei kurzfristig jetzt nur eines entscheidend: "Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Es nützt alles nichts."

20.31 Uhr: Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Mehr zur neuen Corona-Variante lesen Sie hier: Neue Coronavirus-Variante: WHO äußert "Besorgnis"

19.32 Uhr: Wie steht es um Sachsens Intensivbetten?

47,35 Millionen Euro hat das Bundesgesundheitsministerium in Sachsens Intensivbetten investiert. Insgesamt wurden damit in Sachsen 947 zusätzliche Intensivplätze mit maschineller Beatmung aufgebaut, teilte das Dresdner Sozialministerium jetzt auf SZ-Anfrage mit. Doch rund 660 der insgesamt 2.000 sächsischen Intensivbetten sind unbesetzt. Der Grund: es fehlen Mediziner und Pflegekräfte. Wie das nun geändert werden könnte, lesen Sie hier: Wie steht es um Sachsens Intensivbetten?

18.00 Uhr: Ausgangssperre in zehn sächsischen Landkreisen

Wegen der Hotspot-Regelung haben inzwischen alle zehn sächsischen Landkreise die nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte verhängt. Lediglich in den Städten Chemnitz, Dresden und Leipzig ist die Regelung nicht in Kraft, weil dort noch nicht die kritische Inzidenz-Marke von 1.000 überschritten wurde. Am Freitag meldete der Landkreis Görlitz, dass die Ausgangsbeschränkungen dort ab Samstag gelten, weil die Inzidenz nach Mitteilung des RKI bei 1295,1 liege.

17.18 Uhr: Prognose: Region Chemnitz kommende Woche überlastet

Die Lage in Krankenhäusern vor allem der Region Chemnitz spitzt sich nach Experteneinschätzung dramatisch zu. Als "katastrophal" charakterisierte der ärztliche Direktor des Klinikums Chemnitz, Ralf Steinmeier, am Freitag die Situation. "Die Belegung mit Covid-19-Patienten stößt an die Grenzen des am Klinikum Machbaren." Krankenhauskoordinator Michael Albrecht vom Uniklinikum Dresden warnte davor, dass Krankenhäuser und Kliniken in Sachsen zusammenbrechen. Einer Prognose zufolge könnte Mitte kommender Woche zunächst die Region Chemnitz Intensivpatienten nicht mehr versorgen.

16.39 Uhr: Patienten-Verlegung aus Sachsen beginnt

Die Verlegung von Patienten aus Sachsen in andere Bundesländer hat am Freitag begonnen. Es habe kurzfristig eine Verlegung aus dem Herzzentrum Dresden ins westfälische Herford gegeben, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Dresden unter Berufung auf das Herzzentrum mit. Die Klinik war für eine Bestätigung zunächst nicht erreichbar. Weitere Verlegungen gemäß dem sogenannten Kleeblatt-Konzept sind laut Ministerium für die kommenden Tage etwa nach Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Es gebe Anmeldungen für Patienten-Transporte aus den Kliniken Adorf, dem Herzzentrum Dresden, dem Klinikum Dresden-Neustadt und dem Uniklinikum Dresden. Sie sollen nach Bielefeld, Göttingen und Rostock, Greifswald und Schwerin gehen. Es könne allerdings kurzfristige Verschiebungen oder Absagen gehen. Gründe dafür könnten etwa zu schlechtes Wetter für Flüge oder der Zustand der Patienten sein.

16.31 Uhr: RB Leipzig: Orban, Simakan, Novoa und Poulsen positiv

Das Corona-Virus greift bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig um sich, die Austragung der Partie am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen Bayer 04 Leverkusen ist derzeit aber noch nicht gefährdet. Wie der Verein am Freitag bestätigte, wurden nach Trainer Jesse Marsch und Torhüter Peter Gulacsi auch die Abwehrspieler Willi Orban und Mohamed Simakan sowie der derzeit an einem Muskelfaseriss laborierende Yussuf Poulsen und Nachwuchs-Angreifer Hugo Novoa mit einem PCR-Test positiv auf Corona getestet. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

16.26 Uhr: Impfzentrum in Dresden öffnet wieder

Dresdens mobile Impfteams sollen ab dem 1. Dezember in der Messe Dresden zusammengezogen werden. Das Impfzentrum heißt jetzt "Impfstelle, soll montags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr geöffnet haben und bis zu 1.000 Menschen am Tag erst-, zweit- und boosterimpfen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

16.10 Uhr: Biontech-Impfstoff fehlt in Arztpraxen

Wegen der wieder anlaufenden Impfkampagne kommt es zu Lieferengpässen bei Biotech/Pfizer. Arztpraxen in ganz Deutschland haben für die kommende Woche rund 8,57 Millionen Impfstoffdosen bestellt, davon 4,65 Millionen Dosen von BioNTech/Pfizer. Doch diese Menge kann nicht geliefert werden, es fehlen zwei Millionen Dosen. Das geht auch auf die Impfstoff-Begrenzung durch die Bundesregierung zurück. Sachsens Gesundheitsminsterin Petra Köpping sagt dazu: "Der fehlende Impfstoff in den Praxen ist ein katastrophales Signal. Die Gesundheitsministerkonferenz hat den Bund bereits dringlich aufgefordert, die Kontingentierung schnellstmöglich zu beenden. Ich werde weiter Druck beim Bund machen. Die aktuelle Situation behindert ein zügiges Vorangehen der Impfkampagne. Das ist inakzeptabel."

15.58 Uhr: Kontrollen und Infektionen - Sachsens Polizei im Pandemie-Modus

Die Polizei forciert in Anbetracht steigender Infektionszahlen und überlasteter Kliniken die Corona-Kontrollen in Sachsen. Was Polizisten bei Kontrollen erleben und wie sie dabei vorgehen, erklärt der Dresdner Polizeisprecher Thomas Geithner im CoronaCast bei Sächsische.de.In dem Gespräch gibt der Polizist einen Lage-Überblick zu den Kontrollen und ordnet insbesondere auch das Vorgehen der Polizei bei Demonstrationen ein. Außerdem berichtet Geithner über die tatsächliche Infektions- und Quarantänelage in der Polizeidirektion Dresden, die für die Landeshauptstadt und die beiden Hotspot-Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig ist.

Die neue Folge CoronaCast hören Sie über den hier eingebetteten Player. Weitere Hintergründe und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: Corona-Kontrollen: Sachsens Polizei im Pandemie-Modus

15.27 Uhr: 11.828 Neuinfektionen und 56 Tote innerhalb eines Tages in Sachsen

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 11.828 weitere Menschen mit Corona infiziert - gestern waren es 11.275. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 7.791 Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Freitag 56 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 473.278 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.857 starben.

Mit dem Erzgebirgskreis hat eine Region in Deutschland die Inzidenz-Marke von 2.000 überschritten. Sie liegt hier bei 2.006,2 an. Umgerechnet bedeutet das, dass binnen sieben Tagen für jeden 50. Bürger ein positiver Nachweis gemeldet wurde. Damit hat der Erzgebirgskreis mit weitem Abstand die höchste Inzidenz - gefolgt von den beiden sächsischen Landkreisen Bautzen (1.683,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.631,6). Sachsenweit liegt die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 0000 Einwohner bei 1.192,8 - der höchste Wert unter allen Bundesländern.

15.05 Uhr: Söder fordert allgemeine Corona-Impfpflicht ab 1. Januar

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine allgemeine Impfpflicht ab dem 1. Januar 2022 gefordert. Zudem brauche man in ganz Deutschland eine einheitliche Corona-Notbremse, sagte Söder am Freitag im niederbayerischen Neuburg am Inn bei einem Besuch der bayerischen Corona-Hotspot-Regionen. Er forderte mit Blick auf den mancherorts kritisierten Mangel an Impfstoffen vom Bund zudem eine "deutlich professionellere Versorgung". Es müsse wie auch im vergangenen Jahr eine vorrangige Impfstoff-Belieferung von Hotspot-Regionen geben, um "schneller aus der Krise herauszukommen". Darüber hinaus müssten alle Ärzte und auch Apotheken in die Impfkampagne einbezogen werden.

14.38 Uhr: Belgien registriert ersten Fall mit neuer Coronavirus-Variante

Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte zudem Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an . Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

14.10 Uhr: Bundeswehr mit über 350 Soldaten an der sächsischen "Corona"-Front

Die Bundeswehr ist derzeit mit mehr als 350 Soldatinnen und Soldaten im Corona-Einsatz in Sachsen. "Durch die sehr dynamische Lage kann die Zahl weiterer Unterstützungskräfte jedoch schnell ansteigen", sagte Oberstleutnant Eric Gusenburger, Sprecher der Bundeswehr in Sachsen, am Freitag. In ganz Deutschland seien derzeit mehr als 3.500 Soldaten in 14 Bundesländern dafür abkommandiert; bis zu 8.000 stünden insgesamt als Kontingent zur Verfügung.

"Die Soldatinnen und Soldaten sind in der Kontaktnachverfolgung in Gesundheitsämtern und als helfende Hände in Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen im ganzen Freistaat im Einsatz. Helfende Hände bedeutet ein unterstützender Einsatz für alle Tätigkeiten außerhalb medizinischer und pflegerischer Aufgaben, zum Beispiel am Patienten", erklärte der Sprecher.

13.42 Uhr: Etwa 1.300 Verdachtsfälle zu Fälschungen rund um Impfpässe in Bayern

Bei Polizei und Staatsanwaltschaften in Bayern sind inzwischen fast 1.300 Fälle (Stand: 24. November, 24.00 Uhr) bekannt, in denen der Verdacht auf Manipulation von Corona-Impfpässen besteht. Die Palette reiche von gefälschten Impfpässen über falsche Stempel und Aufkleber bis hin zu Manipulationen um digitalisierte Impf-Zertifikate, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Freitag. Die Zahl entwickele sich "sehr dynamisch".

Zuletzt waren immer wieder neue Fälle von Kriminalität rund um das Impfen bekanntgeworden. Die "Wirtschaftswoche" berichtete am Freitag, bundesweit lägen 3.100 Ermittlungsverfahren vor. Einer der spektakulärsten Fälle spielt im Landkreis Donau-Ries, wo ein Hausarzt beschuldigt wird, Patienten Spritzen ohne Impfstoff gesetzt zu haben und Impfzertifikate ganz ohne Impfung ausgestellt zu haben. Bei einem anderen Fall soll ein Mitarbeiter in einer Münchner Apotheke Impfzertifikate bei der Digitalisierung manipuliert und zu Hunderten im Darknet verkauft haben.

13.17 Uhr: Dresdner Uniklinikum bereitet sich auf Verlegungen vor

Die vierte Corona-Welle stellt schon jetzt alles in den Schatten, was Dresdens Krankenhäuser im vergangenen Winter durchmachen mussten. Auf den Intensivstationen werden mit Stand vom Freitagvormittag 104 Corona-Patienten behandelt – knapp 20 mehr, als im Dezember 2020 parallel versorgt werden mussten. Die beiden größten Krankenhäuser der Stadt – das Universitätsklinikum und das Städtische Klinikum – befinden sich am Limit. Mehr zur Situation der Kliniken

12.46 Uhr: Sächsische Kirchen unterstützen Immunisierung mit Impfaktion

Mit einer einmaligen Impfaktion in Zusammenarbeit mit dem DRK am ersten Advent wollen Sachsens Kirchen Ärzte und mobile Teams bei der Immunisierung der Bevölkerung in Sachsen unterstützen. Menschen können sich an diesem Sonntag an sechs Orten mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer impfen lassen. Dabei werden Erst-, Zweit- und Drittimpfungen verabreicht, wie das evangelische Landeskirchenamt und das Ordinariat des Bistums Dresden-Meißen mitteilten.

Es stehen demnach an jedem Standort etwa 250 Impfdosen zur Verfügung. Um Wartezeiten zu vermeiden, werden vor Ort Tickets vergeben. Ein Teil der Termine war über eine Online-Plattform vorab buchbar - die meisten so vergebenen Termine waren am Mittag aber bereits gebucht.

Den Piks gibt es in der Unterkirche der Dresdner Frauenkirche, in der Nikolaikirche und der Probsteikirche in Leipzig, in der Evangelischen Grundschule Schneeberg (Erzgebirgskreis), dem Bildungsgut St. Benno in Schmochtitz (Landkreis Bautzen) und im Haus der Kathetrale - dem Dresdner Bischofssitz.

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12.25 Uhr: 24 Prozent der Schulen in Sachsen ganz oder teilweise geschlossen

Die Zahl der wegen Corona geschlossenen Schulen in Sachsen steigt stark. Aktuell sind 214 Schulen teilweise und 121 Schulen vollständig geschlossen, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Das entspricht einem Anteil von knapp 24 Prozent. Am Montag waren noch elf Prozent der öffentlichen Schulen betroffen.

Die Landesregierung hatte zuletzt auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und eine neue Schul- und Kita-Corona-Verordnung verabschiedet. Sie sieht vor, dass Grundschulen spätestens ab Montag in den eingeschränkten Regelbetrieb müssen. Dieser bedeutet die strenge Trennung der Klassen und Gruppen einschließlich des Personals.

12.05 Uhr: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Jetzt sollen die Rehakliniken ran

Immer mehr Corona-Erkrankungen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge machen auch vor den Rehakliniken nicht halt. Trotz Auflagen und Besuchsverbot sind dort genauso Patienten und Mitarbeiter in Quarantäne. Jetzt sollen sie überlasteten Krankenhäusern helfen.

Denn Sachsens Sozialministerium plant erneut, auf die Möglichkeit aus dem Krankenhausfinanzierungsgesetz zurückzugreifen. Danach können die Länder Reha-Einrichtungen bestimmen, in denen Patienten aufgenommen und vollstationär behandelt werden. Im Kreis betrifft das vorerst die Kliniken in Altenberg, Kreischa, Bad Gottleuba und Berggießhübel. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Mehr dazu im Artikel Was die Rehakliniken in der Corona-Zeit leisten

11.29 Uhr: Wieder Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages abermals einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Binnen 24 Stunden kamen 27.717 bestätigte Fälle hinzu, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1.231 je 100.000 Einwohner. Mehr als 6.000 Krankenhausbetten waren mit Corona-Patienten belegt.

Am Freitag trat in dem deutschen Nachbarland wegen der vierten Corona-Welle der nationale Notstand in Kraft. Cafés, Restaurants und Kneipen müssen nun bereits um 22 Uhr schließen. Dort gilt ohnehin die 2G-Regel. Die Weihnachtsmärkte wurden abgesagt, die Zahl der Teilnehmer bei Sportveranstaltungen auf 1.000 Geimpfte und Genesene begrenzt.

Mitarbeiter des Motol-Universitätskrankenhauses in Prag nehmen einen Covid-Patienten aus einem Rettungshubschrauber.
Mitarbeiter des Motol-Universitätskrankenhauses in Prag nehmen einen Covid-Patienten aus einem Rettungshubschrauber. © Šimánek Vít/CTK/dpa

11.14 Uhr: Etwa 400 Urlauber mit Reiseveranstaltern im südlichen Afrika

Nach der Einstufung Südafrikas als Virusvariantengebiet werden deutsche Veranstalter nach Angaben des Branchenverbandes DRV Reisen ins südliches Afrika stornieren oder umbuchen. Die betroffenen Gäste würden entsprechend informiert, erklärte der DRV am Freitag auf Anfrage. "Reiseveranstalter gehen verantwortungsvoll mit der neuen Situation um und werden ihre Gäste aktiv informieren und wenn von den Kunden gewünscht auch vorzeitig zurück nach Deutschland bringen". Aktuell befinden sich nach Schätzung des DRV lediglich bis zu 400 Gäste mit deutschen Reiseveranstaltern im südlichen Afrika.

Zuvor hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen. Mehr zur neuen Corona-Variante

11.00 Uhr: Neue Corona-Variante noch nicht in Deutschland festgestellt

Die in Südafrika festgestellte neue Corona-Variante B.1.1.529 ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden. "Bis halb 10 ist mir nicht bekannt, dass in Europa oder in Deutschland diese Variante bislang gefunden wurde", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Zugleich betonte er: "Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge."

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, Ziel müsse es sein, den Eintrag dieser Variante so weit wie möglich zu vermeiden. "Das ist das Letzte, was wir jetzt in unserer momentanen Lage noch brauchen können, dass in die Welle hinein noch eine zusätzliche Variante kommt." Spahn rief alle Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Südafrika nach Deutschland gekommen sind, dazu auf, sich mit einem PCR-Test auf das Virus testen zu lassen.

10.47 Uhr: RKI-Chef: "Die Zahl der Kontakte muss runter"

RKI-Präsident Lothar Wieler hat die Politik eindringlich aufgefordert, gegen die immer drastischer um sich greifende Corona-Welle Maßnahmen zur sofortigen Kontaktreduzierung zu beschließen. "Wir brauchen eine massive Reduktion der Kontakte - jetzt sofort", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag in Berlin. "Ich erwarte jetzt von den Entscheidern, dass sie alle Maßnahmen einleiten, um gemeinsam die Fallzahlen herunterzubringen", sagte Wieler. "Der kommende Winter hängt von unserem Verhalten ab und von der Entscheidung der Verantwortungsträger, kontaktreduzierende Maßnahmen zu entlassen."

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlug angesichts der Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern Alarm. Die Lage sei "dramatisch ernst", so ernst wie noch nie in der Pandemie, sagte Spahn. "Die Zahl der Kontakte muss runter", sagte Spahn und Wieler ergänzte: "Jetzt sofort." Mindestens Großveranstaltungen und Feiern müssten abgesagt werden, sagte der RKI-Präsident.

Jens Spahn (r.) und Lothar H. Wieler äußern sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie.
Jens Spahn (r.) und Lothar H. Wieler äußern sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage der Corona-Pandemie. © dpa/Bernd Von Jutrczenka

10.27 Uhr: Bundeswehr schickt mehr Kräfte in den Kampf gegen Corona

Die stark steigenden Inzidenzwerte haben in den letzten Wochen zu einem erhöhten Aufkommen von Hilfeleistungsanträgen an die Bundeswehr geführt. Aktuell sei man mit 3.500 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der Amtshilfe in 14 Bundesländern aktiv, teilte die Bundeswehr am Freitag mit. Besonders häufig unterstützen die Kräfte dabei überlastete Gesundheitsämter und helfen in Impfzentren. Schwerpunkte dabei seien Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

Generalleutnant Martin Schelleis, der die Kräfte der Bundeswehr für die Corona-Hilfe in Deutschland führt, habe nun die Verstärkung des Kontingents im Kampf gegen Corona angefordert. Demnach sollen bis kommenden Montag insgesamt bis zu 8.000 Soldaten für die Amtshilfe zur Verfügung stehen. Je nach Verlauf der Pandemie seien bis Ende Dezember zudem weitere Anpassungen möglich, hieß es. Die Verstärkung des Kontingents soll sich an den regionalen Brennpunkten orientieren, die zusätzlichen Helfer der Bundeswehr werden demnach im Süden und Südosten – also auch in Sachsen – eingesetzt. Bereits in den vergangenen Corona-Wellen waren Bundeswehr-Kräfte wochenlang auch in Sachsen im Einsatz - etwa in Zittau.

10.08 Uhr: Laut WHO fast 500.000 Leben in Europa durch Impfungen gerettet

Seit Beginn der Covid-19-Impfungen sind allein in Europa nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 470.000 Menschen in der Altersgruppe über 60 vor dem Tod gerettet worden. Das zeige eine zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlichte Untersuchung in 33 europäischen Ländern, teilte das Europa-Büro der WHO mit. Regionaldirektor Hans Kluge sagte, die Impfstoffe seien ein Wunder der modernen Wissenschaft. Diese Studie verdeutliche, dass sie genau die versprochene Wirkung hätten, "nämlich Leben retten und einen sehr hohen Schutz vor schwerer Krankheit und Tod bieten".

Seit Dezember 2019 haben die Länder der Europäischen Region der WHO den Angaben zufolge über 1,5 Millionen bestätigte Todesfälle infolge von Covid-19 gemeldet, davon 90,2 Prozent in der Altersgruppe über 60.

9.40 Uhr: Veranstalter sagen Grüne Woche ab

Die Grüne Woche 2022 fällt aus. Acht Wochen vor der geplanten Eröffnung sagten die Veranstalter die Agrar- und Ernährungsmesse am Freitag ab. Angesichts der Wucht der vierten Corona-Welle werde es im Januar und Februar keine Großveranstaltungen geben, teilte die Messe Berlin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Davon betroffen ist auch die Fruchthandelsmesse Fruit Logistica; die internationale Fachbesucher-Messe wird von Februar auf Anfang April verschoben. In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Bundesländer ihre Teilnahme an der Messe abgesagt - darunter auch Sachsen.

9.03 Uhr: Deutschland wird Südafrika zu Virusvariantengebiet erklären

Deutschland wird Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete heute Nacht in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen mit.

"Diese neu entdeckte Variante besorgt uns, daher handeln wir hier pro-aktiv und frühzeitig. Das letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht", sagte Spahn. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und zudem den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte.

8.50 Uhr: Luftwaffe startet am Nachmittag mit Corona-Hilfsflügen

Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten auch bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht.

Die Covid-Patienten werden mit einem Airbus A310 MedEvac verlegt.
Die Covid-Patienten werden mit einem Airbus A310 MedEvac verlegt. © Kevin Schrief/Bundeswehr/dpa

8.31 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister: Es darf keine Tabus geben

Im Kampf gegen die dramatisch verlaufende vierte Corona-Welle darf es nach Worten des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) "keine Tabus" geben. Er schließe im Moment gar nichts aus, sagte er am Donnerstagabend dem Bayerischen Rundfunk (BR). Er beziehe sich auf ganz Deutschland.

Holetschek sagte weiter: "Wir haben bei der Inzidenz gemerkt die letzten Tage, dass es sich ein bisschen stabilisiert hat auf sehr hohem Niveau. Aber das Dramatische ist die Belastung der Krankenhäuser." In den Kliniken tue man derzeit alles, um die Kapazitäten zu erhöhen. "Das Thema ist natürlich, dass das Personal knapp ist. Das brauchen wir natürlich, um die Betten auch betreiben zu können." In Bayern sind angesichts zahlreicher schwerer Corona-Fälle Verlegungen von Intensiv-Patienten in andere Bundesländer vorbereitet worden.

8.00 Uhr: Neue Corona-Variante wird durch WHO untersucht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove in einem Briefing am Donnerstag. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. "Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat", sagte Kerkhove.

Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Variante mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie "Variant of Concern", auf deutsch "besorgniserregende Variante". Eine solche ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante. Die Corona-Variante B.1.1.529 ist bisher im südlichen Afrika aufgetaucht. Experten befürchten, dass sie wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte und womöglich auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Mehr dazu im Artikel Neue Corona-Supervariante im Süden Afrikas

7.21 Uhr: Bautzener Intensivmediziner spricht über seine Corona-Erfahrungen

Fünf Monate brauchte Intensivmediziner Dr. Matthias Linke, um nach der eigenen Corona-Erkrankung Ende 2020 an seinen Arbeitsplatz im Bautzener Krankenhaus zurückzukehren. Seine Prognosen für die aktuelle Corona-Situation sind alarmierend: „Der erwartende weitere Anstieg der intensivpflichtigen Corona-Patienten wird ein großes medizinisches und organisatorisches Problem“, sagte er im Gespräch mit Sächsische.de.

6.48 Uhr: Inzidenz in Sachsen steigt – Rekordwert im Erzgebirge

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen hat schon wieder einen Rekord erreicht: Nach dem erstmaligen vierstelligen Wert von 1.074,6 am Donnerstag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) nun eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.192,8 für den Freistaat. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Sachsen bleibt damit weiterhin das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate - vor Thüringen (805,7), Brandenburg (663,6) und Bayern (652,5).

Innerhalb der 13 Regionen Sachsens weist der Erzgebirgskreis laut RKI nun eine Inzidenz von 2006,2 aus - bundesweit ist das mit Abstand der höchste Wert. Auf Rang zwei und drei der deutschen Negativliste sind mit den Kreisen Bautzen (1.683,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.631,6) ebenfalls sächsische Gebiete zu finden. Dreistellige Inzidenzen sind bei den RKI-Werten für den Freistaat mittlerweile nur noch in den Städten Leipzig und Dresden sowie im Landkreis Mittelsachsen zu finden. Doch auch hier liegen die Zahlen teilweise nur deshalb etwas niedriger als im Rest des Freistaats, weil die Gesundheitsbehörden mit erheblichen Melderückständen infolge der vielen Fälle kämpfen – etwa in Dresden.

6.07 Uhr: Ökonom: Impfverweigerer an Behandlungskosten beteiligen

Angesichts der Impfverweigerung in Teilen der Bevölkerung plädiert der Düsseldorfer Ökonomie-Professor Justus Haucap dafür, freiwillig Ungeimpfte mit finanziellem Druck zum Umdenken zu bewegen. Es sei ökonomisch betrachtet sinnvoll, Impfverweigerer an ihren Covid-Behandlungskosten zu beteiligen, schreibt der Professor für Wettbewerbsökonomie an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität in einem Beitrag für die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post".

"Wenn die Entscheidung für oder gegen die Impfung Privatsache bleiben soll, dann sollten auch die finanziellen Konsequenzen Privatsache sein", erklärte Haucap. Dieses Prinzip sei schließlich auch aus anderen Lebensbereichen bekannt. Denkbar sei auch, für freiwillig Ungeimpfte wegen des viel höheren Infektionsrisikos sofort einen Zuschlag zum Krankenversicherungsbeitrag zu erheben. Leider wirke der Griff in die Geldbörse oft besser als alle Appelle. Auf diese Weise könne gegebenenfalls auch eine allgemeine Impfpflicht vermieden werden.

5.36 Uhr: Kinder- und Jugendärzte: Nicht zu sehr auf Impfung von Kindern setzen

Kinder- und Jugendmediziner warnen vor überzogenen Erwartungen an die Corona-Impfung für Kinder ab fünf Jahren. "Es wäre falsch, den Druck auf diese Gruppe zu erhöhen, da sie kein Treiber der Pandemie ist", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies seien weiterhin die ungeimpften Erwachsenen.

Er warne die Politik davor, "im Kampf gegen Corona zu sehr auf Impfungen der Fünf- bis Elfjährigen zu setzen". Infizierte Kinder seien weniger ansteckend und erkranken auch selbst nur sehr selten schwer an Covid-19. Fischbach äußerte die Hoffnung, dass die Politik nicht wieder Druck auf die Ständige Impfkommission (Stiko) ausübe, rasch eine Empfehlung für Corona-Impfungen ab fünf Jahren auszusprechen. Stattdessen müsse der Druck auf die ungeimpften Erwachsenen erheblich erhöht werden.

Er gehe davon aus, dass es von der Stiko zunächst nur eine Empfehlung für Kinder mit schweren Vorerkrankungen geben werde, so Fischbach. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hatte am Donnerstag den Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe EU-weit zugelassen. Die Stiko will ihre Empfehlung bis Jahresende abgeben.

Freitag, 5.05 Uhr: RKI registriert 76.414 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat wieder einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Freitagmorgen 76.414 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 52.970 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 438,2 an - ebenfalls ein Höchstwert. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 357 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 100.476 an oder mit Corona Verstorbene sowie 5.650.170 nachgewiesene Infektionen. 4.775.300 Menschen gelten als genesen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,79 an (Mittwoch: 5,74). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.58 Uhr: Luftwaffe bereitet Start der Kleeblatt-Flüge für Freitag vor

Die Bundeswehr bereitet einen Start von Luftwaffenflügen zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie von Freitag an vor. Auf dem Tisch liegen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Planungen, die einen Lufttransport vom bayrischen Flughafen Memmingen nach Nordrhein-Westfalen vorsehen. Geplant ist eine Landung auf dem Flughafen Münster-Osnabrück.

Schnelle Transportkapazitäten mit Flugzeugen sollen eingesetzt werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können. Über die Details des Einsatzes der Luftwaffe soll erst am Freitag endgültig entschieden werden.

Die Luftwaffe hält vorerst zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten auch bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Eine Verlegung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist laut eines Kriterienkatalogs der Intensivmedizinervereinigung Divi nur in Ausnahmefällen vorgesehen.

21.50 Uhr: Lindner: Länder sollen Corona-Maßnahmen voll ausschöpfen

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert die Bundesländer auf, die rechtlich möglichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auszunutzen. «Mit Kontaktbeschränkungen und Vorschriften für Abstand und Hygiene verfügen die Länder über weitere rechtliche Möglichkeiten. Auch Freizeitevents können eingeschränkt werden. Viele Maßnahmen sind noch nicht ausgeschöpft. Dies sollte nun dringend erfolgen», sagte er der "Bild"-Zeitung.

Die Länder haben nach dem von SPD, Grünen und FDP vorgelegten Infektionsschutzgesetz zwar weiter die Möglichkeit, bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Verbote von Veranstaltungen in Freizeit, Kultur und Sport zu verhängen oder aufrechtzuerhalten. Dagegen gehören Reiseverbote, Ausgangsbeschränkungen, Schul- und Geschäftsschließungen nicht mehr zu den erlaubten Werkzeugen der Pandemiebekämpfung.

Allerdings gibt es bis zum 15. Dezember eine Übergangsfrist: Falls Länder noch nach der bisherigen Rechtslage tiefgreifendere Maßnahmen anordnen, können diese bis maximal Mitte Dezember weiter gelten. Die Corona-Lage sei sehr gefährlich, sagte Lindner. "Jeder Tag zählt, um Gefahren abzuwenden und um Zeit für Impfen und Boostern zu gewinnen."

21.34 Uhr: Neue Corona-Maßnahmen in Portugal: Einreise nur mit negativem Test

Die Regierung von Portugal hat neue Maßnahmen zur Eindämmung der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen ergriffen. Alle Besucher, die auf dem Luftweg einreisen, werden künftig im Rahmen des am 1. Dezember in Kraft tretenden Notfallzustands einen negativen Test vorweisen müssen. Das gilt auch, wenn sie geimpft oder genesen sind, wie Ministerpräsident António Costa am Donnerstagabend in Lissabon mitteilte. Geimpfte und Genesene werden zudem genauso wie Ungeimpfte beim Besuch von Bars und Discos, von Krankenhäusern und Seniorenheimen sowie von Großveranstaltungen ohne feste nummerierte Plätze einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorlegen müssen.

Neben anderen Maßnahmen wird wieder eine generelle Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen eingeführt. Zum Besuch von Restaurants, Fitnesszentren, touristischen Einrichtungen und Veranstaltungen mit nummerierten Plätzen gilt die 3G-Regel.

Mit 87 Prozent hat Portugal eine der höchsten Impfquoten der Welt. Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert allerdings schon seit vielen Wochen. Sie lag zuletzt über 160. Zum Vergleich: In Deutschland erreichte dieser Wert einen Höchststand von knapp 420.

21.17 Uhr: Dreyer hält an Zeitplan für Ministerpräsidentenkonferenz fest

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie wie geplant bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember besprechen. "Sollte sich im Länderkreis eine Mehrheit für ein Vorziehen der Beratungen herausbilden, wird sich Rheinland-Pfalz dem aber nicht verschließen", teilte sie am Donnerstag mit.

Dreyer verwies darauf, dass die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder bei ihrem Treffen mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen hätten. Rheinland-Pfalz setze diese Beschlüsse um, so gelte seit Mittwoch ein "Lockdown für Ungeimpfte", erklärte sie weiter. Der designierte Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe zudem weitere Schritte wie die Einrichtung eines Krisenstabes im Kanzleramt und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen angekündigt. "Vor dem Hintergrund dieser Maßnahmen halte ich eine Befassung mit dem Thema Pandemie bei der nächsten regulären Ministerpräsidentenkonferenz am 9. Dezember für sinnvoll."

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Mittwoch angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage rasche Beratungen der Ministerpräsidenten über einheitlich strengere Regeln gefordert und erklärt, man dürfe nicht bis zum 9. Dezember warten.

20.53 Uhr: Zahl der Corona-Ausbrüche in Schulen steigt

In Schulen kommt es derzeit wieder deutlich häufiger zu Corona-Ausbrüchen. Das geht aus dem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts hervor, der am Donnerstagabend veröffentlicht wurde. "Nach einem kurzzeitigen Rückgang während der Herbstferien wird jetzt ein sehr rascher Anstieg beobachtet." Demnach seien zuletzt innerhalb von vier Wochen 1.265 Ausbrüche gemeldet worden, hieß es. Allerdings seien die letzten zwei Wochen noch nicht bewertbar. Jüngere Schüler trifft es dabei im Schnitt öfter als ältere.

Aktuell liege die Zahl der Schulausbrüche "sehr deutlich" über dem Höchstniveau der zweiten Welle. Anfang November seien etwa dreimal mehr Ausbrüche pro Woche übermittelt worden als im Vorjahr zu dieser Zeit. "Bei der zugenommenen Ausbruchshäufigkeit spielen vermutlich die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante und auch die ausgeweiteten Testaktivitäten eine Rolle, wobei Infektionen, auch asymptomatische, frühzeitig erkannt werden."

In der vierten Corona-Welle entfallen laut RKI besonders viele positive Corona-Nachweise auf Kinder und Jugendliche. So lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Woche bis vergangenen Sonntag bei den 5- bis 9-Jährigen (829) und bei den 10- bis 14-Jährigen (921) mehr als doppelt so hoch wie im Bevölkerungsschnitt (414). Allerdings werden Schüler auch besonders häufig auf Corona getestet.

20.37 Uhr: Wieder Corona-Protest in Hildburghausen

In Hildburghausen hat die Polizei am Donnerstagabend erneut einen unangemeldeten Corona-Protest aufgelöst. Auf dem Marktplatz hatten sich nach Polizeiangaben bis zu 70 Menschen versammelt. In Thüringen sind derzeit nur Kundgebungen mit bis zu 35 Teilnehmern erlaubt.

Es wurden keine Masken getragen und keine Mindestabstände eingehalten, sagte Polizei-Einsatzleiter Frank Haspel der Deutschen Presse-Agentur. „Es wurde praktisch gegen alle rechtlichen Regeln verstoßen.“ Als sich die Demonstranten zu einem Aufzug durch die Innenstadt formierten, löste die Polizei die Kundgebung nach 20 Minuten auf. Dabei sei es zu Rangeleien zwischen Teilnehmern und Polizisten gekommen. Mehrere Strafanzeigen sowie Personalien wurden aufgenommen. Hampel sprach von einem „unfriedlichen Verlauf“.

Auch ein dpa-Fotoreporter beschrieb die Stimmung als aggressiv. Es ertönten Rufe wie „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ und „Wir gehen spazieren“. Erst am Montag hatte die Polizei in der Südthüringer Stadt eine nicht angemeldete Corona-Demo mit rund 60 Teilnehmern aufgelöst. Genau vor einem Jahr machte der damalige Corona-Hotspot Hildburghausen bundesweit Schlagzeilen, als trotz eines strengen Lockdowns hunderte Menschen singend durch die Innenstadt gezogen waren. Auch in der jetzigen vierten Corona-Welle weist die Region extrem hohe Infektionszahlen aus.

Polizisten lösen eine unangemeldete Demonstration in Hildburghausen auf. Diese findet genau ein Jahr nach dem ·Corona-Spaziergang· statt, der die Stadt bundesweit in die Schlagzeilen brachte.
Polizisten lösen eine unangemeldete Demonstration in Hildburghausen auf. Diese findet genau ein Jahr nach dem ·Corona-Spaziergang· statt, der die Stadt bundesweit in die Schlagzeilen brachte. © Michael Reichel/dpa

20.07 Uhr: Kretschmer will "Bergamo in Sachsen nicht zulassen"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die vierte Corona-Welle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unter Kontrolle bringen. "Wenn wir nächste Woche um diese Zeit feststellen, wir haben immer noch ein solches Infektionsgeschehen, dann werden wir gemeinsam darüber sprechen, was noch mehr notwendig ist - weil wir Bergamo in Sachsen nicht zulassen wollen", sagte er am Donnerstagabend in einer Online-Diskussion. Kretschmer spielte damit auf die dramatischen Situation in der norditalienischen Stadt Bergamo im Frühjahr 2020 an. Bilder von Militärlastwagen, die massenhaft Särge abtransportierten, lösten damals weltweit Bestürzung aus. Sachsen hatte später als erstes Bundesland auch Patienten aus Bergamo in seinen Krankenhäusern aufgenommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

19.50 Uhr: Tschechiens Präsident Zeman mit Corona infiziert

Der tschechische Präsident Milos Zeman ist kurz nach seiner Entlassung aus einer Klinik wieder ins Krankenhaus eingewiesen worden. Grund sei ein positiver Corona-Test, teilte ein Sprecher des 77-Jährigen am Donnerstagabend mit. Zeman müsse sein Arbeitsprogramm während der Behandlung unterbrechen. Die ursprünglich für Freitag geplante Ernennung des liberalkonservativen Wahlsiegers Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten muss damit verschoben werden.

Eine Koalition aus Fialas Demokratischer Bürgerpartei (ODS) und vier weiteren Parteien hatten bei der Parlamentswahl im Oktober eine klare Mehrheit von 108 der 200 Sitze erobert. Derzeit bleibt die bisherige Regierung unter dem Multimilliardär Andrej Babis geschäftsführend im Amt. Zeman war gerade erst anderthalb Monate im Krankenhaus behandelt worden - nach offiziellen Angaben wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen.

Die scheidende Babis-Kabinett hat von Freitag an für zunächst 30 Tage wegen der Corona-Pandemie den Notstand ausgerufen.

19.25 Uhr: Zwei Corona-Fälle bei Dynamo Dresden

Dynamo Dresden muss vorerst auf zwei Stammspieler verzichten. Verteidiger Kevin Ehlers und Mittelfeldspieler Luca Herrmann wurden positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Fußball-Zweitligist am Donnerstagabend bekannt gab. Beide Spieler sind zweimal geimpft bzw. haben ihre Erstimpfung erhalten. Sie haben sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben.

Zwar können sich beide Spieler nach fünf Tagen Quarantäne mit einem negativen Ergebnis frei testen, für das Auswärtsspiel am Freitagabend bei Jahn Regensburg fallen aber beide aus.

18.51 Uhr: TSS geht gegen Sachsens Corona-Verordnung vor

Der Dresdner Touristikdienstleister TSS Group mit rund 3.500 angeschlossenen Reisebüros in ganz Europa wehrt sich gegen Sachsens Corona-Notfallverordnung. Wie das Unternehmen mitteilt, hat Chef Manuel Molina am Donnerstag beim Oberverwaltungsgericht Bautzen einstweiligen Rechtsschutz gegen die dort angeordnete Schließung der Reisebüros eingereicht.

Der Erlass sei „unverhältnismäßig, willkürlich und systemwidrig“, heißt es. Zudem liege eine Ungleichbehandlung vor, „da vergleichbare Dienstleistungsunternehmen unter mehr oder minder starken Einschränkungen öffnen dürfen“. Auch werde das Ziel der Verordnung nicht besser erreicht, als mit Öffnung unter Auflagen.

TSS sperre sich nicht gegen behördliche Maßnahmen zur Eindämmung der dramatischen Lage, betont Molina. Es sei aber „zu hinterfragen, warum ausgerechnet an Reisebüros mit deutlich weniger Publikumsverkehr als vielen anderen Handelsbereichen ein sehr viel höherer Maßstab angewandt wird.“ Molinas Einkaufsgenossenschaft erwarb vor der Pandemie jährlich Leistungen für drei Milliarden Euro und bekam dafür Sonderkonditionen.

Vor 28 Jahren gründete Manuel Molina die TSS-Touristik Service System GmbH, Keimzelle der größten veranstalterunabhängigen Reisebürokooperation auf dem Kontinent.
Vor 28 Jahren gründete Manuel Molina die TSS-Touristik Service System GmbH, Keimzelle der größten veranstalterunabhängigen Reisebürokooperation auf dem Kontinent. © Robert Michael (Archiv)

18.34 Uhr: Merkel: „Hier zählt jeder Tag“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der angespannten Lage ihre Forderung nach einem entschlosseneren Vorgehen zur Bekämpfung der Pandemie bekräftigt. „Hier zählt jeder Tag“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Welche Maßnahmen genau sie anstrebe, sagte die scheidende Kanzlerin nicht - sicher sei für sie aber: „Wir brauchen mehr.“

Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) forderte in einer Konferenz mit seinen Länder-Kolleginnen und -Kollegen härtere Maßnahmen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur machte Braun in einer Schaltkonferenz am frühen Donnerstagnachmittag Druck auf die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP. Er wurde mit den Worten zitiert: „Wir brauchen jetzt eine Notbremse.“ Demnach verlangte Braun: „Entweder macht die Ampel ein Gesetz oder wir brauchen eine Ministerpräsidentenkonferenz, die eine klare Notbremse beschließt.“ In den nächsten zwei Wochen drohe eine erhebliche Überlastung des Gesundheitswesens, begründete Braun nach diesen Informationen seine Forderungen. Die Intensivstationen würden sich in vielen Landesteilen unvermeidbar stärker füllen als im vergangenen Jahr zur Weihnachtszeit.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will wegen der weiter steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung. „Jede Möglichkeit, die derzeitige Krisenlage zu verbessern, muss genutzt werden“, sagte Söder der „Süddeutschen Zeitung“. Zuvor hatte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ein rasches Treffen der Länder-Regierungschefs gefordert, am besten noch in dieser Woche. Eigentlich war der 9. Dezember für das Treffen vorgesehen.

18.08 Uhr: Offener Brief von Ärzten gegen Corona-Regeln stößt auf Kritik

Im südthüringisch-nordbayerischen Raum haben rund 50 Ärzte, Psychologen, Apotheker und weitere Beschäftigte im Gesundheitswesen in einem offenen Brief die Aufhebung aller staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen gefordert. Unter den Unterzeichnern des in einem Anzeigenblatt veröffentlichten Schreibens sind mehrere Beschäftigte des Klinikverbundes Regiomed mit Standorten in Thüringen und Bayern, wie das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Sie fordern in dem Brief, "die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände des Bürgers zu legen".

Kritik an der Aktion, über die am Donnerstag die Zeitung "Freies Wort" berichtete, kam von Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). "Es ist kontraproduktiv, wenn sich medizinisches Personal hinter Aufrufe stellt, alle Maßnahmen zu beenden und auf Eigenverantwortung zu setzen", sagte sie am Donnerstag beim Thüringer Krankenhausforum in Erfurt.

Die Geschäftsführung des Klinikverbundes distanzierte sich von den beteiligten Beschäftigten. Alle bei Regiomed Beschäftigten seien verpflichtet, "ihre Arbeit an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten sowie den Infektionsschutz und die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen zu beachten und umzusetzen", erklärte sie.

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17.46 Uhr: Gesundheitsminister empfehlen Verschiebung von Operationen

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in weiten Teilen Deutschlands sollen planbare Operationen nach dem Willen der Gesundheitsminister vom Bund und Ländern bundesweit verschoben werden. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), berichtete nach einer Schaltkonferenz am Donnerstagmorgen, darüber seien sich die Länder einig gewesen. Es brauche zudem Freihaltepauschalen für die Kliniken, wenn sie Intensivbetten und Klinikpersonal für Covid-19-Patienten frei halten.

Holetschek warnte, die dramatische Corona-Entwicklung könnte sich in den kommenden Wochen durch ganz Deutschland ziehen. „Das Aufwachsen der vierten Welle ist bundesweit zu spüren.“ Man müsse deshalb rasch Maßnahmen treffen, um die Corona-Zahlen zu senken.

17.21 Uhr: Sachsens CDU-Landtagsfraktion lehnt Lockdown ab

Laut Fraktionschef Christian Hartmann hat sich die CDU-Landtagsfraktion auf ihrer Klausur am Donnerstag gegen die Forderung nach einem zügigen Lockdown im Freistaat ausgesprochen. Einen solchen Schritt bezeichnete Hartmann sogar als „gefährlich“, da er das Vertrauen der Bürger in die Politik untergraben könne. Er begründet dies damit, dass das Land Sachsen mit seiner neuen Corona-Schutzverordnung eben erst deutlich härtere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung verfügt habe. Dann könne man aber nicht schon zwei Tage später über eine Verschärfung debattieren. „Die Fraktion sieht keine Notwendigkeit für verschärfende Maßnahmen im Freistaat Sachsen".

Mehrfach verwies Hartmann darauf, dass dem Bundesland Sachsen zurzeit auch die Rechtsgrundlage fehle, einen Lockdown auszurufen. Dies sei nur im Zusammenwirken mit der neuen Bundesregierung möglich. Mit der stehe man zwar auch zu diesem Thema in Verbindung, allerdings sei dabei vor der für den 9. Dezember geplanten Ministerpräsidentenkonferenz keine unmittelbare Entscheidung zu erwarten. Man könne zwar nicht ausschließen, dass es später neben neuen Gesetzen auch gewichtige Gründe zur Ausrufung eines Lockdowns geben wird, dies sei aber aktuell nicht der Fall.

16.59 Uhr: Björn Höcke offenbar mit Corona infiziert

Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Das berichtet der MDR und bezieht sich auf Landtags- und Sicherheitskreise. Eine Bestätigung gibt es bislang nicht. Bereits am Mittwoch hatte Höcke nicht am Sonderplenum im Landtag zur Pandemielage teilgenommen.

Björn Höcke soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben.
Björn Höcke soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben. ©  dpa/Ralf Hirschberger

16.43 Uhr: Online-Gesprächsrunde mit Kretschmer

Die Lage in Sachsen ist ernst, die Infektionszahlen steigen täglich. Mit der aktuell geltenden Corona-Schutzverordnung sind sämtliche Veranstaltungen und Feste untersagt. Bereits vor zwei Wochen wurde das Adventskonzert des Dresdner Kreuzchores im Rudolf-Harbig-Stadion abgesagt.

Die Organisatoren des Events veranstalten heute eine Online-Gesprächsrunde mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Vertretern aus Medizin, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft. Laut Veranstalter soll die Runde "keine medizinische Diskussion oder eine Diskussion um die Angemessenheit von Maßnahmen sein wird, sondern ein Austausch über die Spaltung der Gesellschaft und Möglichkeiten, dieser entgegenzuwirken".

Neben Kretschmer werden an der Runde Heinrich Timmevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Jürgen Wehlend von Dynamo Dresden, Kerstin Weidner vom Uniklinikum Dresden, Steffen Schön, Leiter des Internistischen Zentrums des Helios Klinikums Pirna, sowie Oliver Reinhard von der Sächsischen Zeitung teilnehmen.

16.27 Uhr: Neun Bundesländer nehmen Covid-19-Patienten auf

In Bayern, Thüringen und Sachsen haben die Vorbereitungen für die Verlegung von 54 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in aktuell weniger stark betroffenen Gebieten im Norden und Westen Deutschlands begonnen. Wie der zuständige Arbeitskreis der Innenministerkonferenz am Donnerstag mitteilte, erklärten sich Krankenhäuser in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bereit, Patienten aufzunehmen.

Die 54 Patienten, die aus medizinischer Sicht für eine Verlegung infrage kommen, waren den Angaben zufolge am Mittwoch ausgewählt worden. 30 von ihnen kommen aus Bayern, 10 aus Thüringen und 14 aus Sachsen. Zuvor waren für insgesamt rund 80 Erkrankte Anträge für eine Verlegung nach dem sogenannten Kleeblatt-Konzept geprüft worden.

16.07 Uhr: KV meldet Spitzenwert bei Corona-Impfungen in sächsischen Praxen

Das Impftempo in den sächsischen Arztpraxen nimmt zu. Am Mittwoch impften die niedergelassenen Ärzte 37.000 Menschen im Freistaat, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Donnerstag mitteilte. Das sei ein Spitzenwert und der zweithöchste seit Beginn der Impfkampagne. Der Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Klaus Heckemann, lobte das Ergebnis.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zufolge impfen inzwischen mehr als 2.000 Arztpraxen - etwa die Hälfte aller Praxen - mit. Vermehrt sollten nun auch die 120 im Landesverband organisierten Betriebsärzte und Krankenhäuser mitimpfen, sagte Köpping am Donnerstag in Dresden. Ziel seien 100.000 Impfungen pro Woche in den Praxen, das sei aber noch nicht erreicht. Jeder niedergelassene Arzt möge noch einmal in sich gehen, ob er sich beteiligt, sagte Köpping und bat eindringlich um Unterstützung. Auch pensionierte Ärzte und ehemaliges medizinisches Personal könnten helfen und sollten sich bei der Ärztekammer melden.

Zugleich warb Köpping für Geduld. Schlangen vor den Impfstellen würden sich derzeit nicht vermeiden lassen. Man könne zwei Millionen Menschen nicht sofort boostern. Köpping will kommende Woche im Kabinett eine Aufstockung der Gelder für die staatlichen Impfstationen beantragen.

15.33 Uhr: 11.275 Neuinfektionen und 74 weitere Covid-Todesfälle in Sachsen

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 11.275 weitere Menschen mit Corona infiziert - das sind 1.156 weniger als gestern, wo der Wert mit 12.431 Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen traurigen Rekord erreicht hatte . Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 7.038 Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Donnerstag 74 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 461.450 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.819 starben.

Innerhalb Sachsens lagen am Donnerstag insgesamt neun Landkreise über einem Inzidenzwert von 1.000. Den bundesweit höchsten Wert meldete der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1.688. Die landesweit niedrigste Inzidenz hat die Landeshauptstadt Dresden (630,3) und der Landkreis Görlitz (735,6).

15.00 Uhr: Bodendieck spricht von vereinzelter Triage in Sachsen "ab kommender Woche"

Der Präsident der Landesärztekammer Sachsen rechnet mit einer weiteren Zuspitzung der ohnehin bereits dramatischen Lage an den Kliniken im Freistaat. "Wir rechnen damit, dass in einzelnen Kliniken nächste Woche der Fall eintreten wird, dass Triage-Entscheidungen getroffen werden müssen", sagt Erik Bodendieck im CoronaCast bei Sächsische.de. Die Kliniken im Freistaat würden sich zudem jetzt der Ärztekammer auf gemeinsame Triage-Regeln verständigen. Dies sei nötig, weil trotz der momentan noch möglichen Verlegung schwer erkrankter Covid-Patienten die Kapazitäten auf absehbare Zeit nicht ausreichten.

Die neue Folge CoronaCast hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Hintergründe zum Thema und Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: Ärztekammer warnt vor bald möglicher Triage in Sachsen

14.30 Uhr: Corona-Verdacht bei Koalitionsverhandlungen in Berlin

Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linker nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gibt es einen Corona-Verdachtsfall. Bei einem Mitarbeiter, der zuletzt am Mittwoch anwesend war, sei ein Schnelltest positiv ausgefallen, teilte die Verhandlungsgruppe am Donnerstag mit.

Die Leitung der Koalitionsverhandlungen sei am Donnerstag um 12.45 Uhr darüber informiert worden. Daraufhin seien umgehende PCR-Tests sowohl bei dem fraglichen Mitarbeiter als auch bei allen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gespräche veranlasst worden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werde man über das weitere Vorgehen informieren, hieß es.

13.59 Uhr: AfD hält harten Lockdown in Sachsen für überflüssig

Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag hält einen harten Lockdown trotz drastischer Corona-Zahlen im Freistaat für überflüssig. "Wir lehnen einen Komplett-Lockdown ab. Man kann eine Gesellschaft nicht ständig ins künstliche Koma versetzen", sagte Fraktionschef Jörg Urban am Donnerstag in Dresden.

Das zerstöre die Wirtschaft und mache Kinder zu einer "Generation der Bildungsverlierer". Statt der Holzhammer-Methode brauche man differenzierte Maßnahmen zum Schutz der Risikogruppen. Zudem sollten auch Geimpfte getestet werden, um eine unkontrollierte Verbreitung von Corona auszuschließen, empfahl Urban.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Donnerstag einen harten Lockdown vor Weihnachten nicht mehr ausgeschlossen. Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach sich angesichts dramatisch gestiegener Infektionszahlung und einer damit einhergehenden Überlastung der Krankenhäuser dafür aus.

13.26 Uhr: Israel fürchtet fünfte Corona-Welle

Israel steht nach Einschätzung des nationalen Corona-Beauftragten Salmans Sarka am Beginn einer neuen Infektionswelle. Aus Sicht des Experten komme der jüngste Anstieg der Zahl von Neu-Infektionen "zu früh und zu schnell", berichtete der Rundfunk am Donnerstag. Im September hatte Israel sich mit mehr als 11.000 neuen Fällen pro Tag auf dem bisherigen Höhepunkt der Pandemie befunden. Mithilfe von Booster-Impfungen gelang es, die Infektionszahlen wieder auf durchschnittlich 400 am Tag zu drücken. Die vierte Corona-Welle galt als überwunden.

Zuletzt verzeichnete das Gesundheitsministerium aber wieder einen leichten Anstieg der Fallzahlen und des R-Werts, der das Infektionsgeschehen widerspiegelt. Experten erklären dies dem Bericht zufolge unter anderem mit der sinkenden Immunität von mehr als einer Million Israelis, die ihre zweite Impfdosis vor mehr als sechs Monaten erhielten.

Als erstes Land weltweit hatte Israel Ende Juli eine Booster-Kampagne mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gestartet. Nach fünf Monaten nach der zweiten Impfung können Israelis eine Booster-Impfung bekommen. Diesr Woche begann zudem die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. Von 9,4 Millionen israelischen Bürgern sind rund 43 Prozent inzwischen dreifach geimpft. Fast zwei Drittel bekamen zumindest zwei Spritzen.

12.54 Uhr: EU-Behörde: Grünes Licht für Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat den ersten Corona-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Die Amsterdamer Behörde erteilte der Ausweitung des Präparates von Biontech/Pfizer auf diese Altersgruppe am Donnerstag grünes Licht, hieß es in einer Mitteilung. Die Dosis für diese Altersgruppe werde geringer sein als für Patienten ab zwölf Jahren. Sie werde aber ebenfalls als zwei Injektionen in den Oberarm im Abstand von drei Wochen verabreicht.

Die EU-Kommission muss noch die europaweite Zulassung erteilen, was als Formalie gilt. Maßgeblich in Deutschland ist neben der Zulassung des Impfstoffs eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Das Gremium muss nun über die Corona-Impfung für Kinder beraten.

12.50 Uhr: Sachsens Hausärzte fordern strengere Corona-Regeln

Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen in Sachsen sehen sich die Hausarztpraxen überlastet. Der Sächsische Hausärzteverband fordert daher strengere Maßnahmen, um die Lage in den Griff zu bekommen. "Die Bundesregierung muss rasch handeln. Ob Erst- oder Booster-Impfung, bei Corona-Verdacht oder bestätigter Infizierung - bundesweit stehen Hausärztinnen und Hausärzte aus verschiedenen Gründen vor der Herausforderung, zu viele Patientinnen und Patienten auf einmal behandeln zu müssen", sagte der Verbandsvorsitzende Torben Ostendorf am Donnerstag.

12.13: Corona-Lage: Italien und Portugal bieten Deutschland Hilfe an

Sollte sich die Corona-Situation in Deutschland noch weiter zuspitzen, könnten Covid-Patienten notfalls auch in ausländischen Kliniken behandelt werden. Entsprechende Hilfsangebote lägen aus mehreren EU-Ländern vor, sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping bei einer Pressekonferenz in Dresden am Vormittag. Unter anderem hätten Portugal und Italien der Bundesrepublik ihre Unterstützung angeboten, so die SPD-Politikerin. Koordiniert werde dies aber nicht in Sachsen, sondern in Berlin.

In der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 hatte das damals vergleichweise wenig betroffene Sachsen Corona-Patienten aus anderen Bundesländern, aber auch Italien und Frankreich aufgenommen. Erst Anfang Oktober hatte sich ein italienischer Patient aus Bergamo dafür bei Sachsens Ministerprädident Michael Kretschmer bedankt.

Unterdessen wird in Sachsen die Verlegung von Corona-Intensivpatientinnen und -patienten in andere deutsche Bundesländer vorbereitet. Erste Maßnahmen waren für Donnerstag geplant. Zunächst seien zehn Erkrankte vorgesehen, hieß es. Für jede weitere Woche hat Sachsen bereits 20 Intensivpatienten zur Verlegung angemeldet.

11.44 Uhr: Baumärkte im Kreis Meißen kontrollieren straff

Baumärkte zählen nach den seit Montag in Sachsen geltenden Coronaregeln nicht mehr zur Grundversorgung wie etwa Supermärkte oder Apotheken. Sie unterliegen nun der 2G-Regel – auch im stark von der Pandemie betroffenen Kreis Meißen. Am Dienstag und Mittwoch hat sächsische.de die Zugangsmöglichkeiten bei den Märkten in der Region getestet. Fazit: Überall muss der Geimpft- oder Genesen-Nachweis vorgezeigt werden, bevor die Tür aufgeht. Einige Märkte haben dafür Sicherheitspersonal zusätzlich beschäftigt, andere wollen den Aufwand mit den eigenen Mitarbeitern bewältigen.

Bei nahezu allen bemerken die Betreiber und Marktleiter, dass der Kundenstrom einbricht wegen der Nachweise, die Nichtgeimpfte eben nicht erbringen können. Für sie gibt es in den meisten Märkten dennoch Möglichkeiten zum Einkauf. Mehr dazu im Artikel So läuft es in den 2G-Baumärkten im Elbland

11.19 Uhr: Luftwaffe hält zwei Flugzeuge bereit für Corona-Hilfe

Die Luftwaffe hält in Köln nun zwei Flugzeuge für einen Hilfseinsatz zur Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH ("offener Himmel"). In dieses seien am Vortag zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden, sagte ein Luftwaffen-Sprecher am Donnerstag. Über sechs Intensivplätze verfüge der Airbus A310 MedEvac. Schnelle Transportkapazitäten sollen bereitgehalten werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können.

10.37 Uhr: Köpping zu Lockdown: „Ich sehe im Moment keine andere Variante“

Reichen die derzeitige Corona-Maßnahmen angesichts der weiter dramatisch steigenden Fallzahlen in Sachsen aus? „Uns erscheinen die derzeitigen Maßnahmen nicht für ausreichend“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Vormittag bei einer Pressekonferenz. Sie betonte aber: „Wir haben derzeit alle Möglichkeiten, die uns das Infektionsschutzgesetz gibt, ausgereizt.“

In Bezug auf einen Lockdown, sagte Köpping konkret: „Ich sehe im Moment keine andere Variante.“ Wichtig sei vor allem das Thema Begegnungen. Kontakte müssten reduziert werden. Eine aus ihrer Sicht denkbare Option wäre ein Lockdown, bei dem Schulen und Kitas offenbleiben. „Ich halte einen Lockdown für dringend notwendig, weil ich keine andere Möglichkeit mehr sehe.“ Derzeit liefen Gespräche mit Berlin, ob Anpassungen der Rechtslage des Bundes möglich seien.

Schon zuvor hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Interview mit Sächsische.de einen weiteren Lockdown nicht ausgeschlossen. Zudem berichte die Leipziger Volkszeitung, dass Sachsens Regierung einen neuerlichen Lockdown für unausweichlich halte.

10.25 Uhr: Hunderte Schulen in Sachsen teilweise oder komplett geschlossen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz hat am Donnerstag auf einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage an den Schulen und Kitas im Freistaat informiert. Diese Einrichtungen offen zu halten sei ein Kraftakt, so der CDU-Politiker. Man nehme die Situation sehr ernst. 193 Schulen in Sachsen seien derzeit teilweise geschlossen, 110 vollständig. Man bewerte die Lage täglich anhand der eingehenden Meldungen der einzelnen Einrichtungen. Flächendeckende und langanhaltende Schließungen seien nicht geplant, so der Minister. Jede Woche müsse jedoch neu geprüft werden, ob das derzeitige System weiterhin funktioniere.

10.13 Uhr: Sachsen will Impf-Angebote weiter ausbauen

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat sich am Donnerstag zum aktuellen Stand bei den Corona-Impfungen in Sachsen geäußert. Inzwischen seien mehr als 2.000 Ärzte in die Impfkampagne involviert. „Die Nachfrage nach den Booster-Impfungen ist sprunghaft gestiegen“, so Köpping. Sie appelliert an die Impfwilligen, auf die Empfehlungen des Hausarztes zu setzen. Wer einen Termin beim Hausarzt bekomme, solle sich nicht an die mobilen Teams wenden. „Bitte belasten Sie das System nicht doppelt.“

Die Ärzte könnten sehr gut einschätzen, wer schnell geboostert werden müsse und wer noch ein bisschen Zeit habe. Verbessert werden solle, dass es künftig Terminvergaben für die Impfangebote des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) geben solle. Ziel sei es, mit einer „Allianz fürs Impfen“ bis zu 20.000 Impfungen pro Tag anbieten zu können. Köpping rief auch pensionierte Mediziner und medizinisch Erfahrene dazu auf, sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu melden. Auch über den Einsatz von Zahnärzten werde nachgedacht.

Köpping hat zudem den Angriff auf ein mobiles Impfteam in Dresden verurteilt. Sie sei sprachlos, sagte sie. Dies sei menschenverachtend und inakzeptabel. Im Stadtteil Prohlis soll am Mittwoch ein Unbekannter einen Feuerwerkskörper gezündet und gegen das mobile Impfteam im Bürgersaal geschleudert haben.

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping: „Die Nachfrage nach den Booster-Impfungen ist sprunghaft gestiegen.“
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping: „Die Nachfrage nach den Booster-Impfungen ist sprunghaft gestiegen.“ ©  dpa/Sebastian Kahnert

10.03 Uhr: Zweiwöchiger Corona-Lockdown in der Slowakei

In der Slowakei ist am Donnerstag ein landesweiter Corona-Lockdown in Kraft getreten. Die Vierparteien-Koalition in Bratislava hatte am Mittwoch beschlossen, für vorerst zwei Wochen alle Gastronomiebetriebe und jene Geschäfte zu schließen, die nicht für eine Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen unentbehrlichen Gütern benötigt werden.

Zugleich mit dem Lockdown beschloss die Regierung den sogenannten Notstand, der für 90 Tage gilt. Dieser ermöglicht es, die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einzuschränken. So gilt eine Ausgangssperre, von der es entgegen ursprünglichen Plänen keine Ausnahme für vollständig gegen Covid-19 geimpfte Menschen gibt. Erlaubt bleibt der Weg zur Arbeit. Von Montag an wird es aber eine Testpflicht am Arbeitsplatz geben.

Offen bleiben vorerst die Schulen unter der Bedingung regelmäßiger Corona-Tests. Der Notstand erlaubt den Behörden auch die Zwangsverpflichtung von Gesundheitspersonal ohne Rücksicht auf Arbeitsgesetze. So machen sich Ärzte strafbar, wenn sie in den überlasteten Krankenhäusern Überstunden verweigern oder es ablehnen, von einem Krankenhaus in ein anderes versetzt zu werden.

9.40 Uhr: Inflation und Corona lassen Kauflaune auf Neun-Monats-Tief sinken

Die Forscher des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK haben wegen der Einflüsse der vierten Corona-Welle sowie der vergleichsweise hohen Inflation die Aussichten für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gedämpft. Die Anschaffungsneigung ist auf ein Neun-Monats-Tief gesunken - ein niedrigeres Niveau sei zuletzt im Februar 2021 festgestellt worden.

In der aktuellen GfK-Konsumstudie gab der Indikator Konjunkturerwartung zum zweiten Mal in Folge nach. Damit liegt er zwar noch immer höher als vor einem Jahr, als Deutschland in einen langen Winter-Lockdown gegangen war. Aber eben auch deutlich unter dem Wert vom Sommer dieses Jahres. Für die schwächere Entwicklung machte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl unter anderem die Halbleiter- und Lieferketten-Engpässe verantwortlich, was zur Drosselung der Produkten vom Unterhaltungselektronik und bei Autos führe.

Auch die Erwartung der Deutschen zur Entwicklung ihrer Einkommen sei auf das niedrigste Niveau seit April gesunken. Auch hierfür seien die Produktionseinschränkungen, die zum Teil in Kurzarbeit münden, ein Grund. Ein zweiter sei die Inflation, die zu einer verminderten Kaufkraft führe.

9.02 Uhr: Stiko-Chef zeigt Verständnis für Skepsis gegenüber Kinderimpfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, kann nach eigenen Worten nachvollziehen, wenn Eltern einer Impfung ihrer Kinder skeptisch gegenüberstehen. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht - nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen "Restrisiken" bei den Kindern in dieser Altersgruppe", sagte Mertens der "Schwäbischen Zeitung" zur Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren.

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei den Kindern nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit zudem etwa der bei den Erwachsenen. Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben. Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird noch diese Woche erwartet. Lesen Sie dazu auch:

Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission
Thomas Mertens , Vorsitzender der Ständigen Impfkommission © dpa/Michael Kappeler

8.50 Uhr: Wie Sachsens Polizei in Bussen und Bahnen kontrolliert

Seit Montag gelten in Sachsen schärfere Corona-Maßnahmen, am Mittwoch kamen auch neue Bundesregeln hinzu. Die Einhaltung der Vorgaben kontrolliert nun die Polizei. Im Einsatz sind dabei vor allem Beamte, die ursprünglich für die jetzt abgesagten Weihnachtsmärkte eingeplant waren. 50 sind es in der Polizeidirektion Dresden für alle Märkte im Einsatzgebiet der Direktion, welches von der tschechischen Grenze bis nach Riesa reicht.

Für Dresden sind nach Angaben eines Sprechers in der Regel acht Beamte reserviert, die gemeinsam mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes unterwegs sind. Zudem erhält die Dresdner Polizei regelmäßig Unterstützung durch die sächsische Bereitschaftspolizei. Was die Beamten bei ihren Kontrollen erleben, lesen Sie im Artikel Mit der Polizei auf Corona-Streife in Bus und Bahn

8.18 Uhr: Bayerns Kliniken warnen vor schwerer Notlage zu Weihnachten

Angesichts der schnell steigenden Zahl von Corona-Patienten fürchten Bayerns Kliniken zum Jahresende eine bislang nicht dagewesene Notlage in der Versorgung. Die Verlegung von Covid-Intensivpatienten in andere Bundesländer wird nach Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft nur kurzfristig Abhilfe schaffen können. "Alle Prognosen gehen in die Richtung, dass die Zahl der Patienten weiter steigen wird und wir in Bayern keine ausreichenden Intensivkapazitäten haben", sagte BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen der Deutschen Presse-Agentur. "Die momentan noch vorhandenen Intensivkapazitäten im Norden werden uns nur einige Wochen helfen können, weil auch dort die Belegung steigt."

Derzeit ist wegen Überlastung der bayerischen Kliniken die Verlegung von etwa 50 Patienten in andere Bundesländer in Vorbereitung. Doch wird derzeit in Bayern jeden Tag eine zweistellige Zahl von zusätzlichen Intensivpatienten in den Kliniken aufgenommen, allein am Mittwoch waren es über 40. "Wir müssen in Bayern mit den Zahlen der Neuinfizierten runter", sagte Engehausen. "Sonst geraten wir zwischen Weihnachten und Neujahr in ein Drama hinein, das es so noch nicht gegeben hat."

7.41 Uhr: Wie gut sind doppelt Geimpfte noch geschützt?

Viele zweifach gegen das Coronavirus geimpfte Menschen fragen sich angesichts stetig steigender Fallzahlen, ob sie noch ausreichend geschützt sind oder doch eine Auffrischung benötigen. Zur Antwort darauf könnte nun ein „Impfschutzrechner“ beitragen, den der Berliner Tagesspiegel veröffentlicht hat. Mit dem Tool, dass nach Angaben der Macher die aktuelle Studienlage zusammenfasst, lässt sich leicht berechnen, welche Risiken man durch die nachlassende Impfwirkung hat.

Nach Eingabe von Impfstoff und -datum zeigt der Rechner an, wie hoch der Schutz vor Erkrankung oder schwerem Verlauf aktuell ist und wie er sich durch eine Auffrischungsimpfung verändern würde. Die Macher weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass das Tool lediglich der groben Einschätzung diene. Der Rechner ist auf der Website des Tagesspiegels zu finden.

Impfaktionen führen derzeit zu langen Schlangen - wie hier in Großenhain
Impfaktionen führen derzeit zu langen Schlangen - wie hier in Großenhain © Kristin Richter

7.15 Uhr: Bayerns Innenminister: Bei Impfpflicht müsste sich Minderheit beugen

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nach eigenen Worten kein Verständnis für Impfverweigerer und spricht sich für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus aus. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Herrmann: "Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, war es damals selbstverständlich, dass Eltern verpflichtet waren, ihre Kinder gegen Pocken und Kinderlähmung impfen zu lassen." Es habe auch damals Kritiker gegeben, aber diese hätten die Vorgabe letztlich akzeptiert.

Auch in der Corona-Pandemie müsse die Minderheit sich am Ende der Mehrheit beugen: "Wenn wir die nötige Impfquote nicht auf freiwilliger Basis erreichen können, dann ist eine Impfpflicht bislang der einzige Weg", sagte Herrmann. In einer Demokratie dürften Minderheiten natürlich um ihre Rechte kämpfen, es würden nie alle einer Meinung sein. "Aber eines scheint in Vergessenheit zu geraten: Am Schluss des Tages entscheidet in der Demokratie eine Mehrheit. Und die Minderheit muss diese Entscheidung akzeptieren", sagte der CSU-Politiker.

6.33 Uhr: Inzidenz in Sachsen steigt auf über 1.000

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen hat einen traurigen Rekord erreicht: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.074,6, tags zuvor waren es noch 935,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Inzidenz im Freistaat noch 761,4, vor genau einem Monat - also am 25. Oktober - lag die Zahl mit 196,8 noch wesentlich niedriger. Sachsen bleibt mit seinem Wert weiter das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate - vor Thüringen (773,2) und Bayern (641,1). Am unteren Ende der Tabelle findet sich Schleswig-Holstein mit 152,7. Deutschlandweit stieg die Inzidenz auf den neuen Höchststand von 419,7.

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Innerhalb der 13 Regionen Sachsens weist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge laut RKI nun eine Inzidenz von 1.688,0 aus - bundesweit ist das der Spitzenwert. Auf Rang zwei der Negativliste folgt der Erzgebirgskreis mit 1.657,9. Dreistellige Inzidenzen melden aktuell nur noch die drei kreisfreien Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz sowie der Landkreis Görlitz - und auch das stimmt nicht in jedem Fall. Denn einige Gesundheitsämter waren zuletzt überlastet und klagten über einen Bearbeitungsstau und damit verbundene Abweichungen. In Görlitz etwa gab das Landratsamt die aktuelle Inzidenz mit 1.349,0 an - deutlich mehr als das RKI.

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