merken
Deutschland & Welt

Corona-Variante Omikron nun in Sachsen bestätigt

Luftwaffe fliegt Patienten aus Dresden aus, Corona-Notbremse war verfassungsmäßig, Inzidenz leicht gesunken - unser Newsblog.

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist in Sachsen nachgewiesen worden.
Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist in Sachsen nachgewiesen worden. © Andre M. Chang/ZUMA Press Wire/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

12.24 Uhr: Sachsen-SPD fordert weitreichenden Lockdown

Die sächsische SPD hat einen weitreichenden Lockdown im Freistaat gefordert, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Der Bund müsse schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, einen solchen Lockdown zu verhängen und auch durchzusetzen, verlangte Parteichef Henning Homann am Dienstag. Die Kontrollen müssten weiter ausgebaut werden, um "das systematische Unterlaufen der Regeln durch eine kleine, aber gefährliche Minderheit zu unterbinden".

Anzeige
Ihre neue Küche – Zuhause mit dem Profi planen!
Ihre neue Küche – Zuhause mit dem Profi planen!

Bei der Küchenplanung zu Hause kommt der Experte direkt zu Ihnen - und nicht umgekehrt. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier!

"Das Gesundheitssystem ist überlastet, die Infektionszahlen erreichen jeden Tag neue Höchstwerte, die Zahl der Todesfälle nimmt rapide zu. Offensichtlich reichen die bisher ergriffenen Maßnahmen des Wellenbrechers nicht aus, auch weil sie nicht konsequent durchgesetzt werden", erklärte Homann. Nur mit der Impfung werde man die Pandemie überwinden, ergänzte die Parteivorsitzende Kathrin Michel. "Eine Pandemiebekämpfung nach Kassenlage darf es nicht geben. Wir sprechen uns zudem für die Einführung einer zunächst einrichtungsbezogenen Impfpflicht aus."

Zum Brechen der Welle seien jetzt Einschränkungen für alle Menschen in Sachsen notwendig, hieß es weiter. Es sei aber klar, dass es fortan eine konsequente und weitreichende Anwendung der 2G-Regelung geben müsse, bis die Pandemie wirklich vorüber ist. "Nur wer geimpft oder genesen ist, wird unter weitreichender Anwendung von 2G bzw. 2G plus am öffentlichen Leben teilhaben können."

12.18 Uhr: Dresden meldet 14 weitere Todesopfer

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 2.032 weitere Corona-Infektionen und zudem 14 Todesfälle gemeldet. Die hohe Zahl an Infektionen resultiert allerdings auch aus nachgetragenen Daten, denn das Gesundheitsamt war zuletzt so überlastet, dass eine zeitnahe Erfassung nicht möglich war. Nach der Aufstockung des Personals werden diese Fälle nun nachträglich erfasst.

Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.253 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 61.864 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 47.952 als wieder genesen - 1.510 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem 18 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 965,8 am Montag auf nun 1.038,8. Auch sie wird wohl weitersteigen, da zumindest die noch nachzutragenden Fälle der letzten sieben Tage in die Berechnung einfließen.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

11.49 Uhr: Bislang 13 Patienten aus Sachsen verlegt

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums sind inzwischen 13 Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt worden. Sie wurden aus Krankenhäusern in Dresden, Annaberg, Zschopau, Rodewisch, Freiberg und Erlabrunn nach Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen gebracht, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Eine weitere Liste mit sieben zu verteilenden Patienten aus Sachsen sei vom Bundeskleeblatt am Montag bestätigt worden.

Weitere Verlegungen seien geplant, darunter am Dienstag ein Ambulanzflug mit zwei Patienten aus Dresden nach Hannover. Zudem seien am Montag 13 weitere Patienten für eine Verlegung an das Kleeblatt gemeldet worden. Am Mittwoch soll die Bundeswehr erstmals auch sächsische Intensivpatienten zu Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen - siehe Blogeintrag von 10.05 Uhr.

11.37 Uhr: Lieferschwierigkeiten im Einzelhandel nehmen weiter zu

Mehr als drei Viertel aller deutschen Einzelhändler klagen über Lieferprobleme. Von den Lieferschwierigkeiten waren einer Umfrage des Münchner ifo-Instituts zufolge im November 77,8 Prozent der Einzelhändler betroffen, im Oktober lag die Quote noch bei 60 Prozent, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Der ifo-Umfragen-Leiter Klaus Wohlrabe sagte, bei Weihnachtsgeschenken sei in diesem Jahr Flexibilität gefragt: "Manche Stelle im Regal wird zu Weihnachten wohl leer bleiben."

Wegen der Corona-Pandemie sei immer noch "Sand im Getriebe der weltweiten Logistik", viele Schiffslieferungen seien verzögert, sagt Wohlrabe. Alle Spielzeug-Einzelhändler berichteten in der Umfrage von Problemen, auch bei Fahrradhändlern (95,8 Prozent) und Autohändlern (93,5 Prozent) seien fast alle Unternehmen betroffen. Auch der Nachschub für elektronische Produkte sei schwierig. Mehr als zwei Drittel der Einzelhändler wollten in den nächsten drei Monaten die Preise anheben.

11.05 Uhr: Kritik am Vorgehen der Polizei bei Corona-Demos in Sachsen

Das Vorgehen der sächsischen Polizei bei den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik sorgt erneut für heftige Kritik. "Querdenker marschieren ungehindert durch Chemnitz, dagegen protestierende Linke werden gewaltsam festgesetzt", schrieb die Linke-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz auf Twitter. "Da kann sie plötzlich Gewalt einsetzen."

Am Montagabend hatten sich wiederholt Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen in Sachsen versammelt, obwohl derzeit nur stationäre Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern zulässig sind. Dessen ungeachtet waren etwa in Chemnitz und Freiberg Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen. In Chemnitz hatten sich laut Polizei 27 links orientierte Demonstranten dem Aufzug entgegengestellt. Daraufhin trennte die Polizei nach eigener Darstellung beide Lager. Als der Tross von rund 300 Gegnern der Corona-Maßnahmen die Route änderte, habe die linke Gruppe versucht, die Polizeikette zu durchbrechen, heißt es in der Mitteilung. Daraufhin seien sie festgesetzt worden.

Dem Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Schutz-Maßnahmen folgten unter anderem in Freiberg mehrere Hundert Menschen.
Dem Aufruf zu Protesten gegen die Corona-Schutz-Maßnahmen folgten unter anderem in Freiberg mehrere Hundert Menschen. © dpa/Daniel Schäfer

10.40 Uhr: Verdacht auf Omikron-Variante in Sachsen bestätigt

Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist in Sachsen nachgewiesen worden. Der Fall in Leipzig sei durch eine Genomsequenzierung bestätigt, teilte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag mit. Es handele sich um einen Verdachtsfall, über den die Chefin des Gesundheitsamtes, Regine Krause-Döring, bereits am Vortag berichtet hatte. Betroffen ist demnach ein 39 Jahre alter Mann, der weder im Ausland war noch Kontakt zu einem Menschen hatte, der sich im Ausland befand - siehe Blogeintrag von Montag, 19,14 Uhr. Die speziellen Corona-PCR-Tests auf Varianten werden zumeist nur bei begründetem Verdacht veranlasst. Warum die Testung bei dem Leipziger Patienten vorgenommen wurde, konnte die Stadt am Dienstag zunächst nicht sagen.

Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland - Fälle der Variante aufgetaucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die zunächst im südlichen Afrika entdeckte Corona-Variante am Freitag als "besorgniserregend" eingestuft.

10.34 Uhr: Günther Jauch sieht Geimpfte in "Geiselhaft"

Günther Jauch, seit vielen Jahren Moderator von Jahresrückblicken, hat im Corona-Jahr 2021 kein Verständnis für Impfverweigerer. In einem RTL-Interview sagte der populäre Moderator mit Blick auf die vielen Impfmöglichkeiten gegen Covid-19: "Ich kann Ihnen aber auch sagen, welchen Menschen ich in diesem Jahr mit großem Unverständnis begegne: Das sind für mich alle Impfverweigerer, die mit ihrem Starrsinn zig Millionen Menschen quasi in Geiselhaft nehmen." Am Sonntag moderiert der 65-Jährige die Live-Show "2021! Menschen, Bilder, Emotionen". Es soll seine letzte Ausgabe dieser Sendung nach 25 Jahren werden.

Der Potsdamer hatte sich im Frühjahr mit Corona infiziert und musste einige Ausgaben der Spielshow "Denn sie wissen nicht, was passiert!" ausfallen lassen. Er warb im Auftrag der Bundesregierung als prominentes Gesicht für die Impfung gegen Covid-19.

10.05 Uhr: Luftwaffe fliegt Patienten aus Sachsen aus

Die Bundeswehr soll erstmals auch sächsische Intensivpatienten zur Behandlungen nach Nordrhein-Westfalen fliegen. Das Spezialflugzeug der Luftwaffe wird die Schwerkranken nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch von Dresden nach Köln bringen. Die Landung des A310 MedEvac mit sechs Patienten in Köln ist am frühen Nachmittag geplant.

In der vergangenen Woche war das bundesweite Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten in weniger belastete Bundesländer aktiviert worden. Das Konzept soll verhindern, dass dringend behandlungsbedürftige Patienten wegen Überlastung der Intensivmedizin in einem Bundesland nur noch unzureichend oder gar nicht mehr versorgt werden können.

Die von der Luftwaffe zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt das zur Verlegung von Intensivpatienten umgerüstete Innere eines A310 MedEvac
Die von der Luftwaffe zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt das zur Verlegung von Intensivpatienten umgerüstete Innere eines A310 MedEvac © Kevin Schrief/Bundeswehr/dpa

9.45 Uhr: Beschränkungen der "Notbremse" waren verfassungsmäßig

Der Bund durfte in der dritten Pandemie-Welle im Frühjahr über die sogenannte Corona-Notbremse Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängen. Die Maßnahmen hätten in erheblicher Weise in verschiedene Grundrechte eingegriffen, seien aber "in der äußersten Gefahrenlage der Pandemie" mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen, teilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Dienstag mit.

Demnach durfte der Bund im Frühjahr über die sogenannte Corona-Notbremse auch Wechselunterricht und Schulschließungen anordnen. Das Bundesverfassungsgericht wies Klagen von Schülern und Eltern dagegen ab, erkennt aber erstmals ein "Recht der Kinder und Jugendlichen gegenüber dem Staat auf schulische Bildung".

Die sogenannte Notbremse galt von Ende April bis Ende Juli. Sie sah vor, dass ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 bundesweit Kontaktbeschränkungen sowie eine nächtliche Ausgangssperre gelten. Ab einer Inzidenz von 165 sollte zudem an Schulen der Präsenzbetrieb eingestellt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger sahen in dem Gesetz einen unzulässigen Eingriff in ihre Grundrechte.

9.06 Uhr: England verschärft wieder die Maskenpflicht

Nach mehreren Monaten der Freiheit müssen sich die Menschen in England wieder ans Maskentragen gewöhnen. Wegen der Verbreitung der besorgniserregenden Omikron-Variante gilt im größten britischen Landesteil seit heute wieder eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Zuvor hatte diese nur noch an einzelnen Orten, etwa einigen Supermärkten und der Londoner "Tube", gegolten, war aber kaum durchgesetzt wurden. In Theatern, Restaurants, Bars, Clubs und Kinos sind weiterhin weder Maske noch Impf- oder Testnachweise notwendig. Schottland, Wales und Nordirland haben eigene, etwas strengere Regeln. Insgesamt wurden bislang in Großbritannien 14 Fälle der Omikron-Variante festgestellt.

Trotz der vergleichsweise seichten Verschärfung der Regeln in England gibt es Kritik: So sorgt sich eine Boutique-Besitzerin in Leeds einem BBC-Bericht zufolge, es könnten keine Kunden mehr in ihr Geschäft kommen, wenn wieder eine Maskenpflicht gelte. Die Reisebranche kritisierte zudem die Rückkehr von teuren PCR-Tests und Quarantäne nach der Einreise: Ankommende müssen sich seit Dienstagmorgen bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne begeben.

Passanten auf einer Londoner Einkaufsstraße: Engländer müssen nun wieder häufiger Maske tragen.
Passanten auf einer Londoner Einkaufsstraße: Engländer müssen nun wieder häufiger Maske tragen. © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

8.39 Uhr: Strengere Regeln ab Mittwoch in Dresden

Sachsens Landeshauptstadt wird zum Corona-Hotspot erklärt. Am Morgen hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) Zahlen veröffentlicht, nach denen die Sieben-Tage-Inzidenz in Dresden die kritische Marke von 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten hat – siehe Blogeintrag von 7.23 Uhr.

Durch die Überschreitung des Grenzwerts greifen nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung Sachsens ab Mittwochabend strengere Regeln für ungeimpfte Personen. Wie diese aussehen, welche Ausnahmen gelten und womit Menschen rechnen müssen, die dagegen verstoßen - das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

8.01 Uhr: Sozialpsychologin fürchtet weitere Radikalisierung von Impfgegnern

Die Sozialpsychologin Pia Lamberty wirft der Bundesregierung Verharmlosung beim Umgang mit Impfgegnern vor. Man sei von Werten vor der Pandemie ausgegangen, wonach es nicht mehr als drei bis fünf Prozent radikale Impfgegner gebe, sagte die Mainzer Forscherin dem "Mannheimer Morgen". Doch diese beeinflussten die Skeptischen und Ängstlichen und "gießen zur Impfskepsis noch Verschwörungserzählungen dazu". "Hätte man das ernster genommen, würde man heute besser dastehen", sagte sie.

In Befragungen, die aus der Zeit vor Corona stammten, gebe jeder Zweite an, lieber dem Bauchgefühl als "sogenannten" Experten zu trauen, erklärte Lamberty. "Die Politik hat gedacht, wir brauchen keine Impfkampagne, und dann hat man gesehen: 'Oh Gott, da ist ja ein Problem'." Auch bei der Fälschung von Impfpässen hätte der Gesetzgeber härter und früher durchgreifen müssen. Erste Berichte über gefälschte Impfpässe habe es bereits im Frühjahr gegeben.

Auf eine Impfpflicht würden die Menschen unterschiedlich reagieren, sagte die Forscherin. "Es wird vermutlich die geben, die selbst unsicher waren und die Entscheidung nun auf den Staat auslagern können. Aber eben auch die, die mit mehr Reaktanz, Trotz oder Radikalisierung reagieren." Lamberty forscht seit Jahren zu Verschwörungstheorien.

7.23 Uhr: Inzidenz in Sachsen sinkt etwas ab

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen ist am Dienstag etwas gesunken, bleibt aber dennoch auf hohem Niveau: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.268,9, tags zuvor waren es noch 1.284,8. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche war die Inzidenz im Freistaat noch dreistellig (969,9), vor genau einem Monat - also am 30. Oktober - lag die Zahl mit 266,4 noch viel niedriger. Auch bundesweit fiel der Inzidenzwert, wenn auch minimal von 452,4 auf 452,2. Sachsen bleibt trotz des deutlicheren Rückgangs aber weiter das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate - vor Thüringen (936,8), Brandenburg (727,8) und Sachsen-Anhalt (717,2).

Auf Landesebene weist der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge laut RKI nun eine Inzidenz von 2.133,8 aus - bundesweit ist das Rang 1 auf der Negativliste. Es folgen der Erzgebirgskreis mit 1.950,5 und der Landkreis Bautzen (1.950,5). Erstmals hat auch die Stadt Dresden mit 1.038,8 offiziell eine vierstellige Inzidenz - damit gelten härtere Regeln. Zuletzt hatte es hier massive Meldeverzögerungen aufgrund der Überlastung des Gesundheitsamtes gegeben, der Wert dürfte also schon länger vierstellig sein. Von den 13 Regionen in Sachsen liegen damit nur noch zwei unterhalb der 1.000er-Marke: Mittelsachsen und die Stadt Leipzig.

6.52 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen auch in Thüringen

Mehrere Tausend Menschen haben an unangemeldeten Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Thüringen teilgenommen. Insgesamt 2.700 Menschen hätten am Montagabend an 20 verschiedenen Orten demonstriert, sagte ein Polizeisprecher. Bei der größten Versammlung in Erfurt gingen demnach 650 Menschen auf die Straße, in Arnstadt im Ilmkreis und in Bad Salzungen im Wartburgkreis versammelten sich 400 und 280 Menschen. Bei allen anderen Demonstrationen hätten sich die Teilnehmerzahlen im zweistelligen Bereich bewegt.

Thüringenweit war in den sogenannten Sozialen Netzwerken zum Protest gegen die Corona-Politik aufgerufen worden - auch von extrem rechten Gruppen. Wegen der Corona-Pandemie sind in Thüringen derzeit nur ortsfeste Versammlungen von bis zu 35 Menschen erlaubt. Polizeibeamte hätten die Versammlungen dokumentiert und würden bei Verstößen gegen die thüringische Corona-Verordnung Ermittlungen einleiten. Anzeigen wurden am Montag war es auch in Sachsen geschrieben, mehr dazu lesen Sie im Artikel Mehrere illegale Corona-Demonstrationen in Sachsen

Hunderte Menschen demonstrieren in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt gegen die Corona-Politik.
Hunderte Menschen demonstrieren in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt gegen die Corona-Politik. © dpa/Martin Schutt

6.17 Uhr: Viele Beschäftigte sehen sich schlecht vor Corona geschützt

Ein Viertel der Beschäftigten sieht sich trotz Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz nur schlecht vor einer Ansteckung geschützt. Das geht aus dem "DGB-Index Gute Arbeit 2021" hervor. Insbesondere Beschäftigte mit vielen persönlichen Kontakten fürchteten um ihre Gesundheit, so etwa Erzieherinnen, von denen sich knapp 60 Prozent große Sorgen machten. Ein Drittel der befragten Beschäftigten gab an, dass die Infektionsschutzmaßnahmen die Ausübung ihrer Tätigkeit erschwert hätten.

Häufig ersetze digitale Kommunikation den unmittelbaren persönlichen Kontakt, was nicht ohne Folgen bleibe: Jeder dritte Beschäftigte ist dadurch stärkeren Belastungen ausgesetzt. 31 Prozent der Beschäftigten arbeiteten der Studie zufolge im Umfragezeitraum häufig oder sehr häufig im Homeoffice. Die Belastungen bei der Arbeit zu Hause sind besonders stark ausgeprägt, wenn Kinder zu betreuen sind oder die Wohnung nicht geeignet ist. Die Kosten, die beim Arbeiten in der eigenen Wohnung anfallen, etwa für Miete, Heizung und Strom, werden in mehr als 90 Prozent der Fälle von den Arbeitnehmern getragen.

Mit der repräsentativen Befragung "DGB-Index Gute Arbeit" werden seit 2007 einmal im Jahr Beschäftigte zur Qualität ihrer Arbeitsbedingungen interviewt.

5.35 Uhr: Bund und Länder beraten erneut über Corona-Lage

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen wollen Bund und Länder heute ihr weiteres Vorgehen in der Pandemie erneut abstimmen. Nach Informationen aus Regierungskreisen wird es am frühen Nachmittag eine Schalte der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des designierten Kanzlers Olaf Scholz (SPD) mit den Regierungschefs und -chefinnen der Länder geben. Zuvor wird allerdings ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Corona-Politik des vergangenen Jahres erwartet.

Die Karlsruher Richter werden erstmals in der Hauptsache eine Entscheidung über die sogenannte Corona-Bundesnotbremse veröffentlichen, mit der im Frühjahr bundesweit Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen zur Eindämmung der Pandemie verhängt wurden. Das Gericht will dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten sowie Schulschließungen veranlassen darf.

Dienstag, 5.05 Uhr: RKI registriert 45.753 Neuinfektionen - Inzidenz bei 452,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.836.813 nachgewiesene Infektionen, die Zahl der Genesenen liegt bei 4.893.300. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung von Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.344.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

21.09 Uhr: Kabinettssitzung von Bayern und Sachsen fällt aus

Eine für diesen Dienstag geplante gemeinsame virtuelle Kabinettssitzung von Bayern und Sachsen fällt aus. Das teilte ein Regierungssprecher am Montagabend in München mit. Ursprünglich war geplant, dass die beiden Landesregierungen gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bundesweit mit Abstand am höchsten, und auch Bayern bewegt sich weiter in der Spitzengruppe.

Auch die normalen Kabinettssitzungen am Dienstag in München und Dresden wird es nach Angaben der beiden Staatskanzleien nicht geben.

20.28 Uhr: Leipzigs OB Jung fordert Lockdown in Sachsen

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat einen Lockdown für ganz Sachsen gefordert. „In ganz Sachsen muss schnell das ganze öffentliche Leben zur Ruhe kommen – mit einem Lockdown. Das heißt: Keine Veranstaltungen, kein Einzelhandel – außer für Waren des täglichen Bedarfs, keine Gastronomie", sagte Jung gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Die Verantwortlichkeit dafür sieht er beim Bund.

20.16 Uhr: Omikron: UN-Chef lobt Südafrika - und kritisiert Reisebeschränkungen

UN-Generalsekretär António Guterres hat die südafrikanische Regierung für frühzeitige Informationen in Hinblick auf die neue Coronavirus-Variante Omikron gelobt - und gleichzeitig vor einer Isolation des südlichen Afrikas durch Reisebeschränkungen gewarnt. "Ich lobe die Regierung sowie die Wissenschafts- und Gesundheitsbehörden Südafrikas dafür, dass sie früh gehandelt haben, das Aufkommen einer neuen Coronavirus-Variante zu identifizieren", sagte Guterres laut Mitteilung am Montag in New York.

"Jetzt bin ich zutiefst besorgt über die Isolierung der Länder im südlichen Afrika wegen der neuen Reisebeschränkungen." Niedrige Impfquoten könnten zu neuen Virus-Varianten führen, davor hätten er und andere schon lange gewarnt, sagte Guterres weiter. "Die Menschen in Afrika können nicht für das unmoralisch niedrige Level von vorhandenem Impfstoff in Afrika verantwortlich gemacht werden - und sie sollten nicht dafür bestraft werden, dass sie wichtige Wissenschafts- und Gesundheitsinformationen identifiziert und mit der Welt geteilt haben." Guterres rief Regierungen weltweit auf, noch einmal darüber nachzudenken, ob nicht Tests und andere Maßnahmen für Reisende auch möglich wären, um Ansteckungen zu verhindern, aber Reisen und Handel weiter möglich zu machen.

Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein.
Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. © Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

20.02 Uhr: Corona-Pandemie: Kretschmer für koordiniertes Vorgehen der Länder

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) besteht auf einem koordinierten Vorgehen der Länder in der Corona- Pandemie. "Es geht nicht darum, dass wir von Berlin erwarten, für uns die Dinge zu klären", sagte er am Montagabend mit Blick auf die Telefonkonferenz der Länderchefs mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem designierten Nachfolger Olaf Scholz (SPD) am Dienstag.

Man habe die Kraft, den Willen und auch die Fähigkeit, die Dinge selbst zu organisieren. Dafür brauche man aber eine rechtliche Grundlage. Kretschmer erinnerte daran, das die Übergangsfrist am 15. Dezember ausläuft. Dann müssten viele Maßnahmen aufgehoben werden, die momentan helfen würden, die Situation zu beherrschen. Deshalb gelte es Dinge einheitlich zu klären. Als Beispiele nannte er Fußballspiele mit oder ohne Fans, den Umgang mit Silvester und die "Unmöglichkeit von Feuerwerken" sowie Regelungen für den Tourismus. Es brauche ein koordiniertes Vorgehen über die Bundesländer hinaus.

19.45 Uhr: Länder-Gesundheitsminister wollen schnell Corona-Kinderimpfungen

Die Gesundheitsminister der Länder drücken bei den Corona-Impfungen für Kinder aufs Tempo. Man begrüße es, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nun einen Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zugelassen habe, sagte Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach einer Schaltkonferenz der Minister von Bund und Ländern in München. Nun werde die EU-Kommission aufgefordert, den Impfstoff schneller zur Verfügung zu stellen als am 20. Dezember. "Wir hoffen, dass das vorgezogen werden kann, damit wir da auch noch schneller mit den Impfungen anfangen können." Diese Forderung untermauerten die Länder mit einem einstimmigen Beschluss.

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sei sich einig gewesen, dass man überall Kinder- und Familienimpfstraßen auf den Weg bringen wolle, damit man unmittelbar, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe, beginnen könne, sagte Holetschek als derzeitiger GMK-Vorsitzender. Zudem werde die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, "zeitnah" eine Empfehlung abzugeben, "und zwar so schnell sie können". "Wir wollen da keinen Druck aufbauen", sagte Holetschek. "Wir wissen aber, dass es wichtig wäre, das wir zeitnah gerade bei diesen sensiblen Impfungen tatsächlich von der Ständigen Impfkommission ein Signal kriegen." Die Stiko hatte zuletzt angekündigt, möglichst bis zur Auslieferung des Kinder-Impfstoffs eine Empfehlung auszusprechen.

19.14 Uhr: Erster Omikron-Fall in Sachsen

Es gibt einen ersten bestätigten Fall der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Sachsen. Das teilte die Leiterin des Leipziger Gesundheitsamtes Regine Krause-Döring am Montagabend mit. Der betroffene 39-Jährige sei nicht im Ausland gewesen und habe auch zu niemandem Kontakt gehabt, der im Ausland war, so Krause-Döring. Weitere Einzelheiten konnte sie bei einer Gesprächsrunde zu den "Wellenbrecher"-Maßnahmen in Sachsen nicht sagen, zu der Ministerpräsident Michael Kretschmer eingeladen hatte.

19.05 Uhr: "Wellenbrecher": Sachsens Ministerpräsident zieht Zwischenbilanz

Wegen der dramatisch steigenden Infektionszahlen hat die sächsische Landesregierung einen „Wellenbrecher“ erlassen, der seit vergangenem Montag in Kraft ist. Er sieht unter anderem nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten sowie die Schließung der Gastronomie nach 20.00 Uhr vor. Welchen Effekt haben die schärferen Corona-Regeln? Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zieht gemeinsam mit Experten eine erste Zwischenbilanz:

18.55 Uhr: Illegale Corona-Demos in Sachsen

In Sachsen finden zur Stunde mehrere Corona-Demonstrationen statt. Versammlungen sind laut der aktuellen sächsischen Corona-Verordnung auf 10 Teilnehmer beschränkt, in vielen sächsischen Orten haben sich jedoch deutlich mehr Menschen versammelt. Vor allem im Freiberg sind Schätzung zufolge 1.000 Menschen unterwegs, in Bautzen wurde die Versammlung aufgelöst. Einen Überblick finden Sie hier: Mehrere illegale Corona-Demonstrationen in Sachsen

🔹 Nachrichten aus Sachsen bei Google News

Folgen Sie Sächsische.de bei Google News und verpassen Sie keine Nachrichten aus Sachsen und der Welt. Hier geht es zu unserem Angebot bei Google News.

18.45 Uhr: Mobilitätsexperte: Gute Signale aus Sachsen

Dem Experte für epidemiologische Modellierungen am Robert Koch-Institut (RKI), Dirk Brockmann, zufolge, ist die Mobilität der Menschen in Sachsen im Zuge des „Wellenbrechers“ leicht gesunken. Dem Wissenschaftler, der an der "Wellenbrecher"-Videoschalte von Sachsens Ministerpräsidenten teilnahm, zufolge sankt die Mobilität landesweit zuletzt um etwas zehn Prozent. Dies sei immer auch ein Indiz für Kontaktreduzierung. Grundsätzlich sei zu beobachten, dass unter der Woche wieder mehr von Zuhause gearbeitet werde, die Mobilität an den Wochenenden aber vergleichsweise hoch sei.

Allerdings sinke diese Wochenend-Mobilität in den letzten Tagen, seit die "Wellenbrecher" in Kraft sind, wieder deutlich. "Das sind gute Signale." Ob das aber ausreiche, um die vierte Welle zu brechen, sei jedoch ungewiss. Grundsätzlich gelte: „Je größer die Impflücke ist, desto stärker muss man Kontakte reduzieren.“ Brockmann betonte, es sei unsere Entscheidung, ob die Welle gebrochen wird. Jetzt müssten wir "alles machen, was möglich ist", um die Mobilität und damit die Kontakte und damit die Ansteckungen zu reduzieren.

Auf einer Schautafel erklärt Dr. Brockmann die Kontakte in Sachsen, die im Herbst deutlich zunahm, in den vergangenen Tagen aber wieder deutlich abgenommen hat (roter Bereich rechts unten)
Auf einer Schautafel erklärt Dr. Brockmann die Kontakte in Sachsen, die im Herbst deutlich zunahm, in den vergangenen Tagen aber wieder deutlich abgenommen hat (roter Bereich rechts unten) © Screenshot: SZ

18.18 Uhr: Kretschmer verteidigt harte Maßnahmen gegen weitere Ausbreitung von Corona

In einer Videokonferenz zu den Maßnahmen, die Sachsen zum Eindämmen der Corona-Ausbreitung ergriffen hat, hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Zwischenbilanz der Maßnahmen gezogen. „Wir haben Entscheidungen getroffen, die sehr kritisiert worden sind“, sagte Kretschmer mit Blick auf die Absage von Veranstaltungen in Sachsen. „Wir haben dafür gesorgt, dass die 2G-Regel in vielen Bereichen gilt“, resümierte er. Auch über die Absage von Veranstaltungen sei viel berichtet worden. Es seien harte Entscheidungen gewesen, die aber nötig seien. Was getan werden könne, sei das Impfen. „Jetzt geht es aber darum, diese Welle zu brechen.“ Und da helfe nur Disziplin und Kontaktbeschränkung. „Es geht darum, für die Menschen in den Krankhäusern als Gesellschaft solidarisch zu sein.“ Wie notwendig das sei, zeigten die vielen Verlegungen aus den Krankenhäusern in Sachsen in andere Bundesländer.

In Richtung der künftigen Regierungskoalition in Berlin sagte Kretschmer, dass man den "gesamten Instrumentenkoffer" brauche, der zur Verfügung stehe, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Derzeit fehlen die rechtlichen Voraussetzungen, dass Sachsen die zuletzt getroffenen Maßnahmen über den 15. Dezember hinaus verlängern und verschärfen kann. Kretschmer sagte, dass ein Feuerwerksverbot zu Silvester höchstwahrscheinlich sei.

Sachsens Ministerpräsident bei der Video-Konferenz "Wellenbrecher – ein Zwischenstand".
Sachsens Ministerpräsident bei der Video-Konferenz "Wellenbrecher – ein Zwischenstand". ©  Screenshot: SZ

17.47 Uhr: Länder für Corona-Impfungen in Apotheken und Zahnarztpraxen

Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland sollen aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit einbezogen werden. Der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, sagte der Vorsitzende der Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, am Montag in München nach einer Schaltkonferenz. Er verwies auf bestehende Regelungen, nach denen Apotheken in regionalen Modellprojekten bereits Grippeimpfungen machen können. Bis zum Jahresende werden mehr als 20 Millionen Auffrischimpfungen ("Booster") länger zurückliegender Impfungen angestrebt.

Holetschek machte mit Blick auf Apotheken und Zahnärzte deutlich, dass eine Regelung für sie nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könne. Auch für die Zukunft blieben Auffrischimpfungen aber wichtig. Die Apotheken haben bereits Unterstützung angeboten. Es gebe derzeit 2.600 Apotheker, die Impfschulungen für regionale Pilotprojekte zur Grippeimpfung gemacht hätten, hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärt. Sie wären am schnellsten einsatzfähig.

In Praxen ziehen Impfungen bereits stark an, hinzukommen sollen zudem weitere öffentliche Angebote. Das Robert Koch-Institut (RKI) wirbt für zusätzliche Impfkapazitäten auch angesichts von Rückmeldungen aus überlasteten Hausarztpraxen. Wenn es standesrechtliche Beschränkungen gebe, sollte man diese temporär aufheben. Auffrischimpfungen könnten zeitweise auch außerhalb von Praxen gemacht werden.

17.32 Uhr: Positive Bilanz für einmalige Impfaktion der Kirchen in Sachsen

Bei der einmaligen Aktion der evangelischen und katholischen Kirche in Sachsen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) wurden 1.620 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Es war für alle Beteiligten ein großer Erfolg und "eine überragende" Resonanz, wie die Landeskirche und das Bistum Dresden-Meissen in Dresden am Montag mitteilten. Danach nutzten die meisten (1.386) die Gelegenheit zur Auffrischung, 158 holten sich den ersten und 76 den zweiten Piks.

In der Dresdner Frauenkirche, dem Haus der Kathedrale in Dresden, der Nikolaikirche Leipzig und dem Bildungsgut St. Benno in Schmochtitz (Landkreis Bautzen) konnten Impftermine vorab online reserviert werden, in der Propsteikirche Leipzig und der Wolfgangskirche in Schneeberg (Erzgebirge) meldeten sich Impfwillige direkt an. An den sechs Orten hatten die Kirchgemeinden für Sonntag niedergelassene Ärzte und Helfer organisiert und Ehrenamtliche engagiert.

Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen.
Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

17.15 Uhr: Stiko appelliert an Ungeimpfte: Krankenhaus-Risiko deutlich erhöht

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre wissenschaftliche Begründung zu Auffrischimpfungen für alle Erwachsenen vorlegt und einen Impfaufruf an Ungeimpfte gerichtet. Die Zahl der Covid-19-Krankenhausaufnahmen sei bei ihnen je nach Alter und Region 5- bis 15fach höher als bei Geimpften, heißt es im Fazit des am Montag veröffentlichten Papiers. Die Zahl der noch nicht geimpften Erwachsenen in Deutschland wird darin mit rund 15 Millionen angegeben. Dies trage maßgeblich zur vierten Welle und zur hohen Zahl an Covid-19-Patienten in Krankenhäusern bei, schreibt das Gremium.

Die Stiko hatte vor rund anderthalb Wochen bekanntgegeben, dass die Empfehlung zu Auffrischimpfungen auf alle Menschen ab 18 Jahren ausgeweitet wird. Es gilt aber nach wie vor, dass laut Stiko zuerst ältere und vorerkrankte Menschen einen Booster bekommen sollten. "Auch bisher Ungeimpfte sollen vordringlich geimpft werden." Bei Menschen ab 30 seien für die Auffrischimpfung beide derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffe (Moderna und Biontech/Pfizer) "gleichermaßen geeignet", schreiben die Experten. Für Menschen unter 30 und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel wird Biontech empfohlen.

Zum Impfabstand heißt es, dass dieser "in der Regel" sechs Monate betragen solle. Generell kürzere Abstände schienen wegen derzeit eingeschränkter Impfkapazitäten nicht durchführbar. Die Stiko geht anhand der Datenlage aber davon aus, dass immungesunde Geimpfte für mindestens sechs Monate "anhaltend gut geschützt" seien.

17.02 Uhr: Ministerium: Effekt der Corona-Regeln in Sachsen schwer einzuschätzen

Aus Sicht des sächsischen Gesundheitsministeriums lässt sich die Wirkung der seit einer Woche geltenden Corona-Notfallverordnung noch nicht beurteilen. Mit Blick auf die Inzidenz und Krankenhaus-Belegung könne noch nicht von einem Effekt gesprochen werden, teilte das Ministerium am Montag mit. Die Einschätzung der Infektionslage werde erschwert, weil viele Gesundheitsämter überlastet seien und es zu Nachmeldungen von Infektionsfällen komme.

Wegen der dramatisch steigenden Infektionszahlen hatte die Landesregierung einen "Wellenbrecher" erlassen, der seit vergangenem Montag in Kraft ist. Er sieht unter anderem nächtliche Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten sowie die Schließung der Gastronomie nach 20.00 Uhr vor. Im bundesweiten Corona-Hotspot Sachsen war die Sieben-Tage-Inzidenz zum Wochenstart auf 1284,8 gestiegen. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor. Bundesweit betrug die Inzidenz am Montag 452,4.

16.47 Uhr: Treibhausgas-Emissionen in der EU niedriger als vor der Pandemie

Nach dem Einbruch von Treibhausgas-Emissionen während der Corona-Pandemie wird in der EU immer noch weniger klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgestoßen als vor dem Ausbruch des Virus. Das geht aus neuen Daten hervor, die die Statistikbehörde Eurostat am Montag veröffentlichte. Demnach wurden im zweiten Quartal 2021 rund 867 Million Tonnen CO2 und andere Treibhausgase in der EU ausgestoßen - in den zehn Jahren vor der Pandemie war ein Quartalswert nie kleiner.

Trotzdem handele es sich um ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2020. Der Anstieg sei dem wirtschaftlichen Aufschwung zuzuschreiben, schrieb Eurostat. Zwischen April und Juni 2020 erreichten die Emissionen mit rund 735 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent demnach einen Tiefpunkt, da die Wirtschaft während der Corona-Pandemie heruntergefahren wurde.

Es ist laut der Mitteilung von Eurostat das erste Mal, dass die Behörde vierteljährliche Daten zu Treibhausgas-Emissionen veröffentlicht und diese nach Sektoren aufschlüsselt. Die Bereiche Industrie und Bau waren für die meisten Emissionen verantwortlich - 34 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres -, gefolgt von der Stromversorgung (19 Prozent), der Landwirtschaft (14 Prozent), dem Transport (8 Prozent) und anderen Dienstleistungen (8 Prozent). Haushalte waren durch Heizen und Verkehr für rund 18 Prozent der Emissionen verantwortlich.

16.33 Uhr: G7-Minister beraten über Omikron - Spahn: Vorbildliche Transparenz

Die Gesundheitsminister der G7-Staaten haben am Montag mit Beratungen über die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der britischen Regierung, die das virtuelle Sondertreffen einberufen hatte. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hob hervor, nur weil Südafrika offen Informationen über die in der Region entdeckte Variante geteilt habe, seien schnelle Reaktionen darauf möglich gewesen. "So funktioniert globale Pandemiebekämpfung", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Diese "vorbildliche Transparenz" verdiene Unterstützung.

Zur Gruppe der G7-Staaten gehören neben Deutschland und Großbritannien die USA, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Mutante hat, steht noch nicht fest. Mittlerweile sind in etlichen Ländern - darunter auch Deutschland und Großbritannien - Fälle der Variante entdeckt worden. Mehrere Länder haben bereits wieder schärfere Reisebeschränkungen eingeführt.

16.17 Uhr: Buschmann schlägt freie Abstimmung über allgemeine Impfpflicht vor

In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfpflicht plädiert der designierte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine Abstimmung ohne Fraktionszwang im Bundestag. Die allgemeine Impfpflicht berühre viele schwierige Fragen, sagte Buschmann dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montag/online). Er verwies als Beispiel unter anderem auf die Fragen, ob der Eingriff in die körperliche Integrität verhältnismäßig ist, welche Ausnahmen es geben muss und wie man die Pflicht durchsetzt. "Bei solchen medizinethischen Themen hat es sich in der Vergangenheit bewährt, sie zur Gewissensfrage zu erklären", sagte Buschmann, der in der künftigen Koalition von SPD, Grünen und FDP Justizminister werden soll.

Das Parlament diskutiere dann anhand von Gruppenanträgen. Solch ein Verfahren ist bei schwierigen Gewissensentscheidungen im Parlament üblich. Zuletzt gab es eine solche Abstimmung bei der Organspende. Auch beim Thema Sterbehilfe gab es in der vergangenen Wahlperiode fraktionsübergreifende Gruppen. Es kam bei dem Thema aber nicht mehr zu einer Abstimmung. Die FDP-Fraktion im Bundestag hatte in der vergangenen Woche Bereitschaft für eine einrichtungsbezogene Impfpflicht signalisiert. Sie würde nur das Personal betreffen, das etwa in Pflegeheimen und Krankenhäusern Kontakt zu besonders gefährdeten Personengruppen hat. Angesichts der dynamischen Pandemielage werden inzwischen aber auch Rufe nach einer allgemeinen Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung lauter.

Marco Buschmann (FDP), der designierte Justizminister der Ampel-Regierung.
Marco Buschmann (FDP), der designierte Justizminister der Ampel-Regierung. © Michael Kappeler/dpa

15.58 Uhr: DRK Sachsen zieht positive Bilanz mobiler Impfteams: 10.000 Erstimpfungen in einer Woche

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen hat auf seinem Twitter-Account eine sehr positive Bilanz der Impfungen durch mobile Teams in der vergangenen Woche gezogen. Die Zahl der Impfungen stieg demnach im Vergleich zur Vorwoche um fast 10.000 auf insgesamt fast 40.000 Impfungen in der 47. Kalenderwoche. Besonders erfreulich sei daneben der deutliche Anstieg der Erstimpfungen. Die mobilen Teams impften allein in der vergangenen Woche etwas mehr als 10.000 Menschen in Sachsen erstmals. In der Woche davor waren es nach den DRK-Daten weit weniger als 6.000. Mit deutlich über 20.000 machten in der Vorwoche Auffrischungs- oder Booster-Impfungen den Großteil der Impfungen bei den DRK-Teams aus.

15.42 Uhr: Omikron-Fälle in Italien bestätigt - Reisender steckte seine Familie an

In Italien haben sich vier Menschen mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. Nachdem am Wochenende ein aus Mosambik eingereister Mann positiv auf B.1.1.529 getestet worden war, bestätigte eine komplette Genomsequenzierung den Verdacht, wie die Region Kampanien am Montag mitteilte. Der Mann lebt in dieser süditalienischen Region. Laut Behördenangaben hat er seine Frau und seine zwei Kinder angesteckt. Bei den drei Familienmitgliedern wurde die Variante ebenfalls nachgewiesen. Die vier Patienten weisen "keine relevanten Symptome" auf, weil sie geimpft waren, wie es weiter hieß.

15.25 Uhr: 32 Tote und 5.822 Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Sachsen

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 5.822 weitere Menschen mit Corona infiziert. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden noch 4.906 Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Montag 32 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert, allein neun davon im Landkreis Bautzen und je sechs in der Stadt Leipzig und im Vogtlandkreis. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 492.605 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.933 starben. Die Zahl der Genesenen wurde mit insgesamt 379.750 angegeben.

Der Erzgebirgskreis ist weiterhin die Region in Deutschland, die die Inzidenz-Marke von 2.000 überschritten hat. Sie liegt hier bei 2.073,4. Gefolgt wird das Erzgebirge in der Liste der am stärksten von Neuansteckungen betroffenen Regionen in Deutschland von den drei sächsischen Landkreisen Bautzen (1.972), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.732,2) sowie dem Landkreis Leipzig mit einem Wert von aktuell 1673,5. Sachsenweit liegt die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 1.284,8 - der höchste Wert unter allen Bundesländern.

15.09 Uhr: Nach illegaler Corona-Impfung in Lübeck vier Männer unter Verdacht

Nach einer unzulässigen Impfaktion am Lübecker Flughafen am Wochenende prüft die Staatsanwaltschaft jetzt einen Anfangsverdacht wegen einer Straftat nach dem Arzneimittelgesetz. Den Angaben zufolge besteht der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist. Die Vorwürfe richten sich gegen vier Männer im Alter von 81, 80, 74 und 61 Jahren, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, am Montag sagte.

Die Polizei und der Ordnungsdienst der Hansestadt Lübeck hatten am Samstag die Impfaktion am Flughafen beendet und Proben des Impfstoffs, genutzte Spritzen sowie Impflisten sichergestellt. Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker aus der Oberlausitz. Der hatte ein Präparat gegen das Coronavirus entwickelt, das aber nie klinisch getestet wurde und daher auch nicht das aufwändige Zulassungsverfahren beim Paul-Ehrlich-Institut durchlaufen hat. Bei der Staatsanwaltschaft Lübeck läuft deswegen bereits ein Verfahren gegen Stöcker, bei dem ihn der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki anwaltlich vertritt.

Zum Zeitpunkt der Polizeiaktion hätten sich etwa 150 Impfwillige im Flughafengebäude und weitere 80 vor dem Gebäude aufgehalten, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben der Polizei waren die Wartenden sehr unzufrieden mit der Aktion von Polizei und Ordnungsdienst gewesen.

Am Samstag hatte die Polizei am Flughafen Lübeck eine illegale Impfaktion aufgelöst.
Am Samstag hatte die Polizei am Flughafen Lübeck eine illegale Impfaktion aufgelöst. © Christian Charisius/dpa (Archiv)

14.54 Uhr: 72.000 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

An den Schulen in Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Nach am Dienstag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der Woche vom 15. bis 19. November 72.000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. Das waren knapp 30.000 mehr als in der Woche davor. Darüber hinaus waren fast 126.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne (Vorwoche rund 87.000).

Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus rund 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An knapp 1.000 Schulen gab es demnach Einschränkungen im Präsenzbetrieb. 66 Schulen waren geschlossen. Die Statistik für die Woche vom 15. bis 19. November weist außerdem 5.670 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 3.600) und zusätzlich rund 3.400 Quarantäne-Fälle (Vorwoche: 2.100). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 880.000 Lehrkräften.

14.38 Uhr: Polizei verhinderte Demonstration auf Bautzner Hauptmarkt

Die Polizei hat nach eigenen Angaben am Freitagabend im sächsischen Bautzen einen nicht angezeigten Aufzug verhindert. Die Beamten hätten insgesamt 38 Identitäten festgestellt und 17 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung aufgenommen, teilte die zuständige Polizeidirektion Görlitz am Montag mit. Zuvor seien mehrere Personengruppen in Richtung Hauptmarkt gelaufen, weil sie augenscheinlich an einer Versammlung teilnehmen wollten. Bei Kontrollen habe ein 42-jähriger Mann vor den Streifenwagen gespuckt. Während die Beamten seine Identität feststellten, habe er diese beleidigt, hieß es.

Eine Gruppe von etwa 50 Personen habe danach eine Spontanversammlung vor dem Bautzner Dom angemeldet. Die Beamten ließen den Angaben zufolge aber gemäß der aktuellen Corona-Notfallverordnung nur zehn Personen zu. Dennoch habe sich eine Gruppe zu einem größeren Aufzug versammeln wollen. Bei den Polizeikontrollen habe ein 45-Jähriger die Angabe seiner Personalien verweigert und Widerstand geleistet. Er versuchte den Angaben zufolge, die Polizisten zu treten und nach ihnen zu schlagen. Die Beamten hätten den Mann daher angezeigt, hieß es.

14.19 Uhr: Ramelow für einheitliche Corona-Maßnahmen analog zur Bundesnotbremse

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich einem Medienbericht zufolge für ein einheitliches Vorgehen in Deutschland gegen das Aufflammen der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Ich will eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz nur, wenn daraus auch verbindlich eine schnelle gesetzliche Konsequenz im Bundestag entsteht", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Online). Demnach riet er, "sofort einheitliche Maßnahmen analog der Bundesnotbremse vorzubereiten".

Aähnlich äußerte sich auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). Er sprach sich dafür aus, eine Bundesnotbremse, wie sie von Ende April bis Ende Juni 2021 in Kraft war, bereits in der laufenden Woche zu verhängen. Am Dienstag wird eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über Verfassungsbeschwerden gegen die Corona-Notbremse des Bundes aus dem Frühjahr erwartet.

Nach bisherigen Plänen sollen die Regierungschefs und Regierungschefinnen von Bund und Ländern erst am 9. Dezember erneut über die Corona-Pandemie beraten. Seit Tagen wird aber auch über einen möglichen früheren Termin diskutiert. Mehrere Medien hatten gemeldet, dass es bereits nach der Verfassungsgerichtsentscheidung eine Bund-Länder-Runde geben soll. Ramelow kündigte an, dass Thüringen "jede Koordination der bundesweiten Maßnahmen aktiv unterstützen und auch umsetzen" würde, wie er dem RND sagte.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, schlägt ein bundeseinheitliches Vorgehen gegen die Corona-Pandemie vor.
Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, schlägt ein bundeseinheitliches Vorgehen gegen die Corona-Pandemie vor. © Martin Schutt/dpa (Archiv)

14.04 Uhr: Bundesverfassungsgericht entscheidet am Dienstag zur Bundesnotbremse - danach Bund-Länder-Runde
Das Bundesverfassungsgericht wird am Dienstag erstmals in der Hauptsache eine Entscheidung über die Corona-Bundesnotbremse veröffentlichen. Die Karlsruher Richter wollen dabei klären, ob und inwieweit der Gesetzgeber zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Bevölkerung zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen verpflichten (AZ: 1 BvR 781/21 und weitere) sowie Schulschließungen veranlassen darf. (AZ: 1 BvR 971/21 und 1 BvR 1069/21).

Direkt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wollen sich Bund und Länder absprechen. Die Länderchefs wollen mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem künftigen Kanzler Olaf Scholz (SPD) zusammenkommen, um über Corona zu sprechen - also schon vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz. Demnach soll in der telefonischen Abstimmung neben der Gerichtsentscheidung auch der neue Krisenstabs und die aktuelle Corona-Lage besprochen werden. Am Montag hatte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine rasche Vorverlegung der Bund-Länder-Konferenz gefordert. „Die Lage erfordert zügiges entschlossenes und vor allem geschlossenes Handeln“, sagte der derzeitige Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf. Eine gemeinsame Abstimmung brauche es „in den nächsten Tagen, am besten schon morgen“. (Mehr zum Bund-Länder-Treffen am Dienstag)

Die am 23. April 2021 inkraft getretene und Ende Juni 2021 ausgelaufene gesetzliche Bundesnotbremse, das sogenannte "Vierte Bevölkerungsschutzgesetz", sollte die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. So wurden etwa nächtliche Ausgangsbeschränkungen, Kontaktbeschränkungen in privaten Haushalten oder der Schulunterricht von zu Hause aus bei einer Inzidenz von über 165 an drei aufeinanderfolgenden Tagen festgelegt. Viele Bürgerinnen und Bürger sahen darin einen unzulässigen Eingriff in ihrer Grundrechte. Bis Ende Juli hatten sich 8.572 Menschen in 281 Verfassungsbeschwerden sowie weiteren Eilanträgen an das Bundesverfassungsgericht gewandt. Am 31. Mai 2021 wiesen die Verfassungsrichter in einem Eilbeschluss zahlreiche Anträge auf Stopp der Bundesnotbremse ab (AZ: 1 BvR 794/21). Ob das Gesetz verfassungswidrig sei, könne nur im Hauptsacheverfahren geklärt werden.

13.40 Uhr: Omikron-Variante: Biontech arbeitet an Impfstoff-Anpassung

Der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech arbeitet neben laufenden Labortests zur Untersuchung der neuen Corona-Variante Omikron auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. "Um keine Zeit zu verlieren, gehen wir diese beiden Aufgaben parallel an, bis die Daten vorliegen und wir mehr Informationen darüber haben, ob der Impfstoff angepasst werden sollte oder nicht", teilte eine Biontech-Sprecherin am Montag mit. Die beiden Arbeitsgänge überschneiden sich den Aufgaben zufolge teilweise.

Als Beispiel wurde der Bauplan des Spike-Proteins für die Labortests mit dem Pseudovirus genannt, mit dem die Experimente durchgeführt werden. In den Labortests werden dabei Sera von Geimpften mit dem Spike-Protein der Variante konfrontiert. "Die Sera enthalten die Antikörper, die wir nach der Impfung haben", erklärte die Biontech-Sprecherin. Es werde dann darauf geschaut, wie gut sie das neue Spike-Protein neutralisieren, also unschädlich machen. Biontech hatte am Freitag erklärt, dass sich die neue Variante deutlich von bisher beobachteten Varianten unterscheide, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests gäben demnächst Aufschluss, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite. Das Unternehmen rechnete spätestens bis Ende nächster Woche mit Erkenntnissen.

Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern, erklärte Biontech. Dafür seien klinische Studien mit variantenspezifischen Impfstoffen gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden.

13.22 Uhr: Regierungssprecher: Volle Stadien "schwer zu verstehen"

Angesichts steigender Infektionszahlen distanziert sich die Bundesregierung von Behördenentscheidungen für voll besetzte Fußballstadien. In der jetzigen Phase der Corona-Pandemie sei jeder Kontakt ein Ansteckungsrisiko, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Deshalb sei es "ganz schwer zu verstehen", wenn 50.000 Menschen in einem Stadion zusammenkommen, während anderenorts Weihnachtsmärkte geschlossen werden.

Am Wochenende durften 50.000 Besucher zum rheinischen Derby zwischen Köln und Mönchengladbach, während das Bundesligaspiel zwischen Leipzig und Leverkusen ohne Zuschauer stattfinden musste. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, diese Ungleichheit zwischen den Bundesländern sei "ausgesprochen unbefriedigend". Innenminister Horst Seehofer (CSU) sehe darin ein Indiz, dass eine bundesweit einheitliche Regelung sinnvoll sein könnte.

Beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach durften 50.000 Fans ins Stadion, von denen viel die Maskenpflicht eher locker sahen.
Beim Spiel 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach durften 50.000 Fans ins Stadion, von denen viel die Maskenpflicht eher locker sahen. © Marius Becker/dpa

12.58 Uhr: Erster Omikron-Fall in Tschechien definitiv bestätigt

Der erste Fall der Corona-Variante Omikron in Tschechien hat sich nach weiteren Laboruntersuchungen definitiv bestätigt. Das sagte eine Sprecherin des Krankenhauses in Liberec nach Angaben der Agentur CTK. Die Klinik hatte zusätzlich noch das nationale Referenzlabor und Experten der Akademie der Wissenschaften hinzugezogen. Bei der Patientin handelt es sich um eine Frau, die von einer Reise nach Namibia mit Zwischenstopp in Südafrika zurückgekehrt war. Mehr zu dem Fall in Liberec

Derweil wurde bekannt, dass sowohl der geschäftsführende Gesundheitsminister Adam Vojtech als auch die oberste Gesundheitsbeamtin, Pavla Svrcinova, positiv auf Corona getestet wurden. Beide wollen von zu Hause aus weiterarbeiten.

12.45 Uhr: Neuer Corona-Krisenstab soll "baldmöglichst" starten

Der von den voraussichtlichen Koalitionspartnern SPD, Grüne und FDP geplante neue Corona-Krisenstab soll nach Angaben der geschäftsführenden Bundesregierung "baldmöglichst" starten. Über die Einsetzung und die Aufgabenstellung stehen die noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) in engem Kontakt, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte. Es gehe dabei auch um Abstimmung mit den Ländern, dazu gebe es ebenfalls Gespräche. Eine wichtige Aufgabe des Gremiums sei, die Impfkampagne stärker voranzutreiben.

Auf die Einrichtung eines ständigen Bund-Länder-Krisenstabs hatten sich SPD, FDP und Grüne verständigt. Zur Leitung des Gremiums äußerte sich die geschäftsführende Regierung vorerst nicht. Im Gespräch ist laut "Süddeutscher Zeitung" Generalmajor Carsten Breuer. Der 56-Jährige führt das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, das unter anderem für die Zusammenarbeit militärischer Kräfte mit zivilen Organisationen in Deutschland zuständig ist.

Eine mögliche vorgezogene Bund-Länder-Spitzenrunde zu Corona blieb weiter offen. Seibert sagte, er könne dazu keine Terminankündigung machen. Die nächste Beratung in einer Ministerpräsidentenkonferenz ist für 9. Dezember angesetzt. Unter den Ländern gibt es bisher keine einheitliche Linie, möglicherweise schon früher zusammenzukommen.

12.26 Uhr: Dresden meldet 2.750 Infektionen über das Wochenende

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 2.750 weitere Corona-Infektionen und zudem fünf Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 1.239 Verstorbene in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 59.832 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 46.442 als wieder genesen - 1.095 mehr als bei der letzten am Freitag veröffentlichten Statistik. Die Behörden meldeten zudem 23 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Wocheninzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 846,4 am Sonntag auf nun 965,8. Die Zahl könnte aber noch höher liegen. Wie das Gesundheitsamt mitteilt, sei eine zeitnahe und vollständige Bearbeitung nicht mehr möglich. Die Inzidenz des Robert-Koch-Institutes sowie die Anzahl der Fälle stellten das aktuelle Infektionsgeschehen derzeit nicht dar, heißt es weiter. Alle Zahlen aus Dresden

12.04 Uhr: Kabinette von Bayern und Sachsen beraten über Corona-Lage

Die Kabinette von Bayern und Sachsen wollen an diesem Dienstag in einer virtuellen Sitzung gemeinsam über die aktuelle Corona-Lage beraten. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in München mit. Im Anschluss wollen die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Michael Kretschmer (CDU) über die Ergebnisse der Beratungen informieren - in zeitgleichen Pressekonferenzen, bei denen der jeweils andere Regierungschef virtuell zugeschaltet ist.

In Sachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bundesweit mit Abstand am höchsten, und auch Bayern bewegt sich weiter in der Spitzengruppe. Aus beiden Bundesländern mussten zuletzt bereits zahlreiche Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt werden, um die Kliniken wenigstens ein Stück weit zu entlasten. Sowohl Söder als auch Kretschmer hatten zuletzt wiederholt ein Vorziehen der nächsten Bund-Länder-Beratungen über die Corona-Krise verlangt - bislang ist dafür erst der 9. Dezember vorgesehen.

Michael Kretschmer und Markus Söder (l.) - hier beim Landesparteitag der CDU Sachsen Anfang November.
Michael Kretschmer und Markus Söder (l.) - hier beim Landesparteitag der CDU Sachsen Anfang November. © dpa/Robert Michael

11.43 Uhr: Wohlfahrtsverbände für allgemeine Corona-Impfpflicht

Die großen Wohlfahrtsverbände haben sich für eine allgemeine Pflicht zur Corona-Impfung ausgesprochen. Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, sagte am Montag in Berlin, man sei gemeinsam der Überzeugung, "dass wir die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht brauchen". Die Diakonie selbst hatte sich bereits für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Die Vize-Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft, DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, befürwortete ebenfalls eine allgemeine Impfpflicht gegenüber einer auf das Personal bestimmter Einrichtungen begrenzten Impfpflicht. Bei einer einrichtungsbezogenen Regelung sehe sie die Gefahr, dass der Eindruck erweckt werde, die Hauptinfektionsquelle seien diese Einrichtungen. "Dem ist nicht so", sagte Hasselfeldt. Lilie sagte zudem, die Impfquoten des Personals in Einrichtungen des evangelischen Wohlfahrtverbandes seien hoch.

11.22 Uhr: Booster-Misere in Sachsen führt zu Impftourismus im Vogtland

Die Booster-Misere in Sachsen lässt im Vogtland den Impftourismus nach Bayern blühen. Es werde keine Statistik geführt, aber es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen zur Impfung über die Landesgrenze kämen, sagte die Sprecherin des benachbarten Landkreises Hof, Stefanie Schulze, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir schicken niemanden weg, denn es kommt auf jeden Geimpften an."

Während in Sachsen Impfwillige häufig stundenlang in der Kälte vor Impfstellen ausharren und viele mangels Kapazität weggeschickt werden, berichten Impftouristen von kurzen Wartezeiten jenseits der Landesgrenze. Mancher hat dafür am vergangenen Wochenende auch eine einstündige Anfahrt mit dem Auto auf sich genommen.

So konnten sich etwa am Sonntag in der Hofer Freiheitshalle von 8 bis 20 Uhr Impfwillige ihre Spritze abholen. Allein an diesem Tag seien mehr als 2.000 Menschen geimpft worden, sagte Schulze. Am Vortag seien es dort ebenfalls rund 1.700 gewesen. Ein Termin ist bei dieser Aktion nicht notwendig. Im Landkreis Hof können sich Impfwillige neben dem Impfzentrum in Helmbrechts auch bei Aktionen andernorts immunisieren lassen; die Impfungen in der Freiheitshalle sind nur eine davon.

11.02 Uhr: Ferienwohnungs-Verband will Impfgegnern die Mitgliedschaft kündigen

Der Verband der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern (Fewo) will Mitglieder, die öffentlich ihre Impfgegnerschaft propagieren, aus dem Verband ausschließen. "Wer Impfungen ablehnt und dies im Zusammenhang mit seiner Eigenschaft als Vermieter einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses über unsere öffentlichen Kanäle propagiert, schadet den satzungsmäßigen Verbandszielen und wird ausgeschlossen", teilte Fewo-Präsident Daniel Rousta mit. Zudem forderte er die nächste Bundesregierung dazu auf, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen.

"Wer Impfgegner ist, provoziert den nächsten Lockdown. Und der Schaden trifft uns alle - auch diejenigen, die sich in jeder Situation der letzten knapp zwei Jahre solidarisch verhalten haben", teilte Rouster weiter mit.

10.46 Uhr: Wohlfahrtsverband fordert Umstieg auf Notbetreuung in Sachsens Kitas

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen hat wegen der hohen Corona-Zahlen vor einer Überlastung in Kindertagesstätten gewarnt und den sofortigen Umstieg auf eine Notbetreuung verlangt. "Die Problemanzeigen der Kita-Träger häufen sich. Krankheitsbedingte Ausfälle oder Beschäftigte in Quarantäne reduzieren den Personalbestand spürbar", erklärte Bildungsreferentin Friderun Hornschild in Dresden.

"Der eingeschränkte Regelbetrieb mit festen Gruppen kann nur bedingt umgesetzt werden. Zudem wird die Beschaffung von Corona-Tests schwieriger und die Kosten für diese steigen", betonte Hornschild. Das Personal sei an der Belastungsgrenze: "Unter den aktuellen Gegebenheiten wird eine gesicherte Betreuung schon in Kürze nicht mehr möglich sein." Der Verband fordere daher eine Notbetreuung, die nur dem bereits benannten Personenkreis offenstehe. Das betrifft unter anderen Mitarbeiter im Gesundheitswesen, von Justiz, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz.

"Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen, sonst häufen sich die geschlossenen Einrichtungen. Auch wenn es aus pädagogischer Sicht fatal ist, erscheint der sofortige Umstieg auf Notbetreuung als einziger Ausweg, um in den kommenden Wochen eine Grundversorgung zu ermöglichen", erklärte die Referentin. Man bekomme auch aus anderen Bereichen wie der Pflege und der Jugendhilfe deutliche Signale, dass "Personal wegfällt, weil die Betreuung der Kinder plötzlich nicht abgesichert ist".

10.24 Uhr: Medizinrechtler hält Impfpflicht für durchsetzbar

Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ist nach Auffassung des Strafrechtlers Gunnar Duttge mit dem Grundgesetz vereinbar. "Dass das Grundgesetz eine Impfpflicht nicht zulasse, ist ein weit verbreiteter Irrtum", sagte der Leiter der Abteilung für Medizin- und Biorecht an der Universität Göttingen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "In Wirklichkeit kann der Staat unter Wahrung des Ordnungsrahmens der Grundrechte sehr viel machen."

Die Angst vieler Politiker vor ablehnenden Urteilen aus Karlsruhe sei übertrieben, sagte Duttge. "Das Menschenbild des Grundgesetzes war nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nie das eines isolierten souveränen Individuums." Stets habe Karlsruhe von der "Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit" des Einzelnen gesprochen. Der juristische Maßstab bleibe die Frage der Verhältnismäßigkeit: "Der Staat darf sukzessive eskalieren, um Leib und Leben von Menschen zu schützen."

Wenn in der Pandemie eine Situation erreicht werde, in der aus medizinischer Sicht jeder mitwirken muss, um eine Gefahr für alle abzuwenden, "dann muss man es machen". Zwar sei es richtig, zunächst aufs mildere Mittel zu setzen und etwa Geldbußen zu verhängen. Bei einer Zuspitzung der Gefahren und im Fall hartnäckiger Verweigerer seien aber auch Kriminalstrafen nach dem Strafgesetzbuch denkbar. Duttge verweist auf Paragrapf 316 des Strafgesetzbuchs, der für Trunkenheitsfahrten mit mehr als 1,1 Promille eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr androht.

9.45 Uhr: Fast tausend Menschen bei "Corona-Spaziergang" in Plauen

Mehrere hundert Menschen haben in Plauen an einem ungenehmigten "Corona-Spaziergang" teilgenommen. Rund 900 Menschen zogen am Sonntagabend aus Protest gegen die Kontakteinschränkungen durch die Innenstadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Bei einer Personenkontrolle wurde demnach ein Polizeibeamter leicht verletzt, an einer anderen Stelle hätten neun Menschen versucht, eine Absperrung zu durchbrechen.

Nach den Angaben vom Montag ermittelt die Polizei nun wegen Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie in 33 Fällen wegen Verstoßes gegen die sächsische Corona-Notverordnung.

9.37 Uhr: DRK plant rund 40 Impfstellen landesweit und Terminportal

Sachsen forciert das Impftempo. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereitet landesweit über 40 Impfstellen vor, teilweise sind sie schon in Betrieb, wie ein Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Wir werden unterschiedliche Lösungen haben, in manchen Landkreisen drei Teams, in anderen mehr, dann aber nicht jeden Tag offen."

Zur Terminbuchung soll das Onlineportal aus dem Frühjahr wieder eingerichtet werden. Darüber hinaus sind mobile Impfteams an täglich wechselnden Orten im Einsatz. Bereits an diesem Mittwoch öffnet das Dresdner Impfzentrum in der Messe wieder, indem die mobilen Teams 1.000 Menschen täglich impfen können.

Der Freistaat ist Schlusslicht bei den Immunisierungen in Deutschland und hat den höchsten Wert bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche aller Bundesländer. Laut der Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) waren am vergangenen Freitag erst 58 Prozent der Bevölkerung ab zwölf Jahren vollständig geimpft und 7,5 Prozent haben bisher eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die niedrige Impfquote gilt als eine der Hauptursachen für die hohen Inzidenzwerte.

Das Impfzentrum in der Messe Dresden soll wieder öffnen.
Das Impfzentrum in der Messe Dresden soll wieder öffnen. © dpa/Sebastian Kahnert

9.25 Uhr: Ehepaar nach Flucht aus Quarantäne-Hotel in Flugzeug festgenommen

In den Niederlanden ist ein Ehepaar aus einem Quarantäne-Hotel für positiv auf Corona getestete Reisende aus Südafrika geflohen. Die Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol nahm den Mann aus Spanien und die Frau aus Portugal am Sonntagabend in einem Flugzeug fest, das nach Spanien starten sollte. Wie das Paar aus dem Hotel in der Nähe des Flughafens entkommen konnte, sei ein Rätsel, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei nach Angaben des Senders NOS. Unklar ist auch, wie die beiden in das Flugzeug gelangen konnten. Nach ihrer Festnahme wurden sie den Gesundheitsbehörden übergeben und wieder unter Quarantäne gestellt. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der gesetzlichen Quarantänepflicht.

Auf dem Amsterdamer Flughafen waren am Freitag bei 61 von 624 Passagieren, die aus Südafrika eingereist waren, Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Betroffenen wurden in das Quarantäne-Hotel gebracht. Am Sonntag teilte der staatliche Gesundheitsdienst RIVM mit, dass mindestens 13 der 61 positiv getesteten Personen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infiziert seien. Ob auch das geflohene Ehepaar mit dieser Variante infiziert ist, blieb zunächst unklar.

8.55 Uhr: Testcenter in Zittau schließt wegen renitenter Kunden

Dem Geschäftsführer des Westpark-Centers in Zittau reicht es: Respektlosigkeiten und das ständige Nichteinhalten der wenigen Regeln nahmen im Corona-Testzentrum der größten Sport- und Freizeiteinrichtung der Stadt täglich zu. Heiko Wasser hat sich nun dazu entschieden, die Teststelle zum Schutz aller Mitarbeiter dort zum 30. November wieder zu schließen. Vorrausgegangen sind unschöne Szenen vor Ort, üble Beleidigungen in den sogenannten „sozialen“ Netzwerken und böswillige Anrufe. Mehr dazu im Artikel Ausraster von Kunden: Testcenter in Zittau schließt

8.33 Uhr: Japan will Einreise von Ausländern vorerst unterbinden

Japan will wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus erneut die Einreise von Ausländern verbieten. Er habe beschlossen, "als Notfallmaßnahme" von Dienstag an die Einreisebeschränkungen für Ausländer aus aller Welt wieder in Kraft zu setzen, sagte Ministerpräsident Fumio Kishida laut dem Sender NHK World am Montag. Ziel sei es, die schlimmste Situation für das Land zu verhindern. Die Maßnahme soll zunächst solange gelten, bis genauere Informationen über die neue Corona-Mutante vorliegen.

Japan hatte bereits am vergangenen Wochenende wegen der neuen Virusvariante Einreisebeschränkungen für Reisende aus Südafrika und acht weiteren Ländern der Region beschlossen. Demnach mussten sie sich nach der Ankunft in eine zehntägige Quarantäne in einer Einrichtung begeben, die ihnen von der Regierung zugeteilt wird.

8.07 Uhr: Howard Carpendale beklagt das Unsoziale in der Gesellschaft

Schlagersänger Howard Carpendale (75) ist von der gesellschaftlichen Entwicklung in der Corona-Zeit teilweise enttäuscht. Es sei ein anderes Deutschland als noch vor 20 Jahren. "Als ich hierhergekommen bin, war Deutschland eine stabile Größe und es gab einen großen Zusammenhalt. Heute schaut keiner mehr nach links oder rechts", sagte Carpendale der Deutschen Presse-Agentur. "Dieses Unsoziale macht mich nachdenklich und traurig."

Der in Südafrika geborene Musiker ("Ti Amo", "Hello Again") hatte die deutsche Politik und Bevölkerung vor einem Jahr noch für den Umgang mit der Corona-Krise gelobt. "Es gibt kaum ein anderes Land, das besser mit diesem Umstand umgegangen ist", sagte er damals. Carpendale ist auch Werbegesicht für die Corona-Schutzimpfungen in Deutschland.

7.40 Uhr: Dresden verschärft die Corona-Kontrollen

Quarantäne, Maskenpflicht, 2G: Vergangene Woche haben Ordnungsämter und Polizei in ganz Sachsen die Corona-Kontrollen verschärft. Dresden plant nun eine weitere Ausweitung der Patrouillen. Bereits ab diesem Montag werden bis zu zehn Teams im Einsatz sein, um zu überprüfen, ob sich Infizierte und enge Kontaktpersonen an die Quarantänevorschriften halten, kündigt die Stadtverwaltung an. Weitere Schwerpunkte der Kontrollen seien Restaurants, Geschäfte und das Alkoholkonsumverbot, das seit vergangenem Donnerstag zeit- und gebietsweise gilt. Mehr zu den Kontrollen in Dresden

7.14 Uhr: Inzidenz in Sachsen steigt in Richtung 1.300

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen ist hat schon wieder einen neuen Rekord erreicht: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.284,8, tags zuvor waren es noch 1.205,5. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Inzidenz im Freistaat noch 960,7, vor genau einem Monat - also am 29. Oktober - lag die Zahl mit 253,9 noch wesentlich niedriger. Deutschlandweit stieg der Inzidenzwert auf den neunen Höchststand von 452,4 - Sachsen bleibt mit seinem Wert mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate - vor Thüringen (895,2) und Brandenburg (725,6).

Innerhalb der 13 Regionen Sachsens weist der Erzgebirgskreis laut RKI nun eine Inzidenz von 2.073,4 aus und führt damit die bundesweite Negativliste vor den Kreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.972,0) und Bautzen (1.732,8) an. Auch die Landkreise Leipzig, Görlitz, Nordsachsen, Meißen und Zwickau sowie die Stadt Chemnitz liegen über der 1.000er-Marke. Die niedrigste Zahl meldet derzeit die Stadt Leipzig mit 725,9.

6.33 Uhr: Bestatter in Sachsen blicken mit Sorge auf vierte Welle

Die sächsischen Bestatter blicken angesichts dramatischer Corona-Infektionszahlen mit Sorge in die Zukunft. "Derzeit ist die Lage noch entspannt und überhaupt nicht vergleichbar mit der Situation im vergangenen Jahr", sagte Tobias Wenzel, Innungsobermeister der Bestatterinnung Sachsen. Dennoch könne es wegen der dynamischen Entwicklung zu Überlastungen kommen. "Wenn eine Infektionswelle beginnt, landet sie 14 Tage später auf den Intensivstationen. Nach weiteren zwei Wochen bekommen wir sie zu spüren." Mehr zur Lage der Bestatter in Sachsen

6.00 Uhr: Virologe Drosten "ziemlich besorgt" über Omikron-Virusvariante

Der Berliner Virologe Christian Drosten blickt sorgenvoll auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus. "Ich bin schon ziemlich besorgt im Moment", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". Man wisse nicht allzuviel über die neue Variante. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1.000 Fällen. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten.

Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche "Immunfluchtmutante" vor sich habe. Auch könne man noch nicht sagen, wie sich die Variante hierzulande verhalte, wo viele Menschen geimpft seien. "Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann ist: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist", sagte Drosten. Die verfügbaren Impfstoffe würden gegen einen schweren Krankheitsverlauf wohl schützen.

5.26 Uhr: Bundeswehr-General soll Corona-Krisenstab leiten

Der von der künftigen Ampel-Koalition geplante Corona-Krisenstab könnte bereits in den nächsten Tagen und damit noch vor Amtsantritt der Regierung aus SPD, Grünen und FDP seine Arbeit aufnehmen. Mit Blick auf die Corona-Bekämpfung sagte FDP-Chef Christian Lindner am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt": "Dazu wird es in der nächsten Woche ja einen Krisenstab geben. An der Spitze wird ein deutscher General stehen. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist für die Leitung des Stabes Generalmajor Carsten Breuer im Gespräch. Der 56-Jährige ist Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, das für Einsätze der Streitkräfte im Inland zuständig ist.

Auf die Einrichtung eines ständigen Bund-Länder-Krisenstabs hatten sich die künftigen Regierungspartner verständigt. SPD-Chefin Saskia Esken schrieb am Sonntagabend bei Twitter, der Stab werde "in Kürze" eingerichtet.

Montag, 5.05 Uhr: Inzidenz steigt auf 452,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 452,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 446,7 gelegen, vor einer Woche bei 386,5 (Vormonat: 64,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 29.364 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 30.643 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 73 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 62 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.791.060 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 4.852.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.956.

Corona-Pandemie: Das passierte am Sonntag

18.10 Uhr: Schweizer Corona-Maßnahmengegner scheitern bei Votum zu 3G-Zertifikat

Bei einer Volksabstimmung über das Schweizer Covid-Zertifikat haben Corona-Maßnahmengegner eine deutliche Niederlage erlitten. Nach Auszählung aller Kantone unterstützten am Sonntag 62 Prozent der Wählerinnen und Wähler den 3G-Nachweis, der in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und in Freizeiteinrichtungen vorgezeigt werden muss.

Die rechtskonservative SVP hatte gemeinsam mit mehreren anderen Gruppierungen das Referendum gegen den Covid-Pass unterstützt. Sie halten es für unangemessen, ein Zertifikat als Eintrittskarte zu verlangen. Dies spalte das Land und führe zu einem indirekten Impfzwang. Die Regierung hatte hingegen erfolgreich argumentiert, dass ohne solch einen Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Corona-Test Großveranstaltungen verboten werden müssten und es wieder zu landesweiten coronabedingten Schließungen kommen könne.

Konkret wurde über eine Gesetzesänderung vom März 2020 abgestimmt, die nicht nur die Grundlage für das Zertifikat schuf, sondern auch eine bessere Kontakt-Nachverfolgung von Infizierten ermöglichte und Wirtschaftshilfen für pandemiebetroffene Unternehmen ausbaute. Ein "Nein" zu der Novelle hätte auch diese Maßnahmen gekippt.

Die Zustimmungsrate von 62 Prozent entsprach in etwa dem Anteil der vollständig Geimpften in der Schweizer Bevölkerung, der zuletzt bei 65 Prozent lag.

17.50 Uhr: Weil fordert allgemeine Impfpflicht und erwägt Lockdown

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat eine allgemeine Corona-Impfpflicht gefordert und strengere Corona-Regeln für das Land angekündigt. Mit der Omikron-Variante des Coronavirus gebe es eine neue Lage, sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Wir werden uns massiv anstrengen müssen, um den Impfschutz sehr rasch nach oben zu treiben", so Weil. "Erste Untersuchungen zeigen, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten können. Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar. Wir müssen den Impfdruck unbedingt erhöhen."

Weil zufolge braucht es eine Impfpflicht für voraussichtlich einige Jahre. "Auch wenn kein Politiker das gerne tut: Wir müssen die Menschen wohl auch zu regelmäßigen Auffrischungsimpfungen verpflichten", sagte der Regierungschef der Zeitung.

Weil kündigte zudem strengere Maßnahmen für Niedersachsen an. "Mit dem Erreichen der Warnstufe zwei am nächsten Mittwoch rollen wir die 2G-plus-Regel gleichsam flächendeckend über das Land aus", so Weil. Damit dürften nur noch Geimpfte und Genesene, die zusätzlich aktuell negativ getestet wurden, Veranstaltungen besuchen oder Dienstleistungen wahrnehmen, im Innenbereich Sport treiben, ins Restaurant gehen oder im Hotel übernachten. "Diese ergänzende Testpflicht ist für die Geimpften und Genesenen mühsam und ärgerlich, aber leider notwendig", sagte Weil.

Einen Lockdown schloss der Ministerpräsident nicht aus. "Das ist ein Punkt, den wir jetzt intensiv diskutieren müssen", sagte er im Interview. "Dabei geht es aber wahrscheinlich noch eher um die Zeit nach Weihnachten, in der in der Regel Ferien sind und die Familien sich treffen." Weil zufolge kommt in Betracht, die Corona-Regeln bis Weihnachten zu verschärfen und danach eine "verlängerte Weihnachtsruhe" zu verhängen.

17.25 Uhr: Intensivpatienten aus Sachsen ausgeflogen

Bei der bisher größten Aktion zur Verlegung von Intensivpatienten sind am Wochenende knapp 50 Schwerkranke aus den Ländern Bayern, Thüringen und Sachsen in andere Bundesländer gebracht worden. Die Verlegung im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems dient der Entlastung von Intensivstationen in den drei von der vierten Corona-Welle besonders hart getroffenen Bundesländern. Die Situation auf den Intensivstationen in den Corona-Hotspots wird von Medizinern als dramatisch beschrieben. Allein in Bayern lagen am Sonntag nach Angaben des Intensivregisters mehr als 1.000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, über die Hälfte davon unter Beatmung.

Auf dem Flughafen Münster-Osnabrück steht eine Maschine der Luftwaffe mit sechs Corona-Patienten aus Süddeutschland, die mit den wartenden Krankenwagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden sollen.
Auf dem Flughafen Münster-Osnabrück steht eine Maschine der Luftwaffe mit sechs Corona-Patienten aus Süddeutschland, die mit den wartenden Krankenwagen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden sollen. © Guido Kirchner/dpa

16.55 Uhr: Israel führt wegen Omikron-Variante Handy-Überwachung wieder ein

Im Bemühen um eine Eindämmung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus führt Israel die umstrittene Handy-Überwachung von Corona-Patienten und deren Kontakten wieder ein. Die israelische Regierung stimmte am Sonntag für den erneuten Einsatz der Überwachungstechnologie durch den Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Diese Maßnahme wurde in einer früheren Phase der Pandemie bereits genutzt, wegen Kritik aber wieder gestoppt.

"Ziel des Einsatzes ist es, Infizierte ausfindig zu machen, und so die Ansteckungskette zu unterbrechen", hieß es in einer Mitteilung des Büros von Ministerpräsident Naftali Bennett. Die Maßnahme betreffe aber nur Infizierte mit der neuen Omikron-Variante und solle vorerst bis zum 2. Dezember gelten.

Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. Bis auf Weiteres müssen alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren - darunter auch geimpfte Israelis - bei der Einreise drei Tage lang isoliert werden.

16.20 Uhr: Andrang bei Impfaktion der Kirchen

Bei der Corona-Impfaktion der sächsischen Kirchen in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zum ersten Advent haben sich zahlreiche Menschen am Sonntag impfen lassen. "Es hat überall gut funktioniert, die Online-Tickets waren schon nach anderthalb Stunden weg, es gab keine Schwierigkeiten", sagte Tabea Köbsch von der evangelischen Landeskirche der Deutschen Presse-Agentur. An sechs kirchlichen Orten verabreichten Ärzte den Impfstoff von Biontech/Pfizer als Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte beim Besuch im Bildungsgut St. Benno in Schmochtitz (Landkreis Bautzen) die Initiative der Kirchen. Das sei "großartig, sie wirken damit auch in die Gemeinden hinein", sagte er. "Impfen ist die einzige Möglichkeit, diese Pandemie zu beenden und jedes Engagement willkommen, gerade in dieser schwierigen Phase." Kretschmer kritisierte Blockaden von Klinikzufahrten oder Sabotage von Impfinitiativen als "absolut schäbig". Es gebe "militante Gegner und denen müssen wir gemeinsam die Stirn bieten".

Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen.
Menschen stehen in der Leipziger Nikolaikirche in einer Schlange, um sich gegen Corona impfen zu lassen. © Sebastian Willnow/dpa

16.05 Uhr: 3G-Kontrollen bei der Bahn: 40 Zugverweise seit Mittwoch

Kontrolleure der Deutschen Bahn haben von Mittwoch bis Samstagabend 40 Menschen wegen Verstößen gegen die neuen 3G-Bestimmungen im öffentlichen Verkehr der Züge verwiesen. "Das neue Gesetz verpflichtet die Verkehrsunternehmen zu Stichproben-Kontrollen. Im Fernverkehr der DB geschieht das auf rund 400 Verbindungen pro Tag", sagte ein Bahn-Sprecher am Sonntag. Seit Mittwoch würden täglich rund 20.000 Fahrgäste auf die Einhaltung von 3G kontrolliert, also darauf, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Das übernähmen etwa 9.000 Sicherheits- und Kontrollmitarbeiter. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über die Zahlen berichtet.

Seit einigen Wochen steigen die Corona-Neuinfektionszahlen in Deutschland wieder rasant an. Der Bund hatte deshalb eine ganze Reihe neuer Regeln in das Infektionsschutzgesetz eingearbeitet. Die Änderung des Gesetzes war vergangene Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden. Die neuen Regeln gelten seit Mittwoch bundesweit in sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Seit Mittwoch wird die Einhaltung der 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln kontrolliert.
Seit Mittwoch wird die Einhaltung der 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln kontrolliert. © Oliver Berg/dpa

15.05 Uhr: Verdi-Chef sieht Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen kritisch

Verdi-Chef Frank Werneke sieht die von der Politik geplante Impfpflicht gegen Corona für den Pflege- und Gesundheitsbereich kritisch. "Zu einer Impfpflicht für einzelne Beschäftigtengruppen gibt es auch bei Verdi sehr unterschiedliche Meinungen, die mit Emotionalität vorgetragen werden", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). "In der Abwägung aller Argumente sehe ich dies weiterhin als kritisch an, weil es keine Auswirkung auf die Bekämpfung der Corona-Pandemie hätte."

Die Impfquote sei in diesen Gruppen ohnehin schon hoch, sagte Werneke. "Nach dem, was wir aus Befragungen wissen, würde ich sie bei über 95 Prozent ansetzen. In der Altenpflege mag das Bild schon wieder etwas differenzierter sein." Unter den Beschäftigten, die sich partout nicht impfen lassen wollten, seien auch Beschäftigte, die keine Patientenkontakte hätten. "Meine Prognose wäre: Die werden sich auch bei einer solchen Impfpflicht nicht impfen lassen, sondern die Konsequenzen ziehen und ihre Berufstätigkeit zumindest vorübergehend nicht ausüben." Das würde den Personalmangel verschärfen.

Der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, die geplante Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken und Heimen noch vor Weihnachten umsetzen zu wollen. Der "Bild am Sonntag" sagte er auf die Frage, ob er auch eine allgemeine Impfpflicht befürworten würde: "Ja, und ich finde es richtig, dass wir in einem ersten Schritt noch vor Weihnachten dafür sorgen, dass es zum Beispiel in Kliniken, in Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen eine Impfverpflichtung gibt."

14.45 Uhr: 6.078 Neuinfektionen in Sachsen - vier weitere Todesfälle

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 6.078 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert – am Vortag waren es 7.427 gewesen. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 5.899 Corona-Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Sonntag vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung bekannt. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Freistaat nachweislich 486.783 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.901 starben.

14.10 Uhr: Verdacht auf Infektion mit Omikron-Variante in Hessen bestätigt

In Hessen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Die Sequenzierung habe die Variante bei dem am Samstag bekanntgegebenen Verdachtsfall bestätigt, teilte Hessens Sozialminister Kai Klose am Sonntagmittag auf Twitter mit.

Bei der betroffenen Person handelt es sich den Angaben zufolge um einen Reiserückkehrer aus Südafrika. Sie stamme aus dem Rhein-Main-Gebiet. Am Samstag hatte die Behörde mitgeteilt, die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall mehrere typische Merkmale der Virusvariante Omikron ermittelt, die von der WHO als besorgniserregend eingestuft wird.

Die Person war nach Angaben des Ministeriums schon am 21. November aus Südafrika in Frankfurt angekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen. Sie war den Angaben zufolge vollständig geimpft, entwickelte dann im Laufe der Woche Symptome und ließ sich testen.

13.30 Uhr: 2021 bisher rund 110 Millionen Euro Einnahmeverluste im ÖPNV

Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Sachsen haben bis Mitte Oktober pandemiebedingte Einnahmeverluste von rund 110 Millionen Euro für das laufende Jahr gemeldet. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Dresden vom Sonntag flossen bereits 60 Millionen Euro Abschlagszahlungen. Mit den vom zuständigen Landtagsausschuss jetzt freigegebenen rund 21,5 Millionen Euro könne ein mehr als 90-prozentiger Ausgleich mit dem ÖPNV-Rettungsschirm 2021 erfolgen. Das Geld soll Anfang 2022 ausgezahlt werden.

"Die Corona-Pandemie war und ist für den sächsischen ÖPNV eine enorme Herausforderung", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Dennoch hätten die Unternehmen auch in Zeiten sehr geringer Nachfrage ihr Angebot aufrecht erhalten und Mobilität garantiert. Die Fahrt mit Zug, Bus und Tram "ist sicher, wie Studien gezeigt haben", auch dank der aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht, 3G und Abstand sowie Reinigung und Lüftung der Fahrzeuge.

Laut Dulig ist das Antragsvolumen gegenüber 2020 stark gestiegen. Ziel bleibe trotz der aktuellen Corona-Lage ein Ausgleich zu 100 Prozent. Dulig geht wegen der anhaltenden und sich verschärfenden Corona-Krise davon aus, dass die Nachfrage durch Homeoffice-Pflicht und 3G-Regel erneut zurückgeht. Mit genaueren Zahlen zum Ausgleichsbedarf rechnet er erst 2023.

Bund und Länder wollen laut Dulig über eine Anschlussregelung für den am Jahresende auslaufenden ÖPNV-Rettungsschirm verhandeln, für den 2021 bundesweit zusätzlich eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen, wenn die Länder sich in gleichem Umfang beteiligen. Der bisher im Freistaat Sachsen gemeldete und geschätzte Gesamtbedarf seit Pandemie-Beginn liegt nach Ministeriumsangaben bisher bei rund 188 Millionen Euro.

Eine Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe fährt an einer Haltestelle in Dresden ein.
Eine Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe fährt an einer Haltestelle in Dresden ein. © Archiv/Arno Burgi/dpa-Zentralbild

12.40 Uhr: Söder: Das ganze Land stärker herunterfahren

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die künftige Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen aufgefordert, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Zum Schutz unseres Gesundheitssystems müssen wir das ganze Land leider noch stärker herunterfahren", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe).

"Die Warnungen der Leopoldina sind ein Weckruf: Es braucht jetzt konsequente Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, einen Lockdown für Hotspotregionen, Masken in allen Schulen und Fußballspiele ohne Zuschauer", fügte Söder hinzu. "Jeder Tag des Wartens und Zögerns ist ein verlorener Tag. Ganz Deutschland steuert auf eine Notlage zu, die kommende Bundesregierung darf nicht länger tatenlos zuschauen." Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte angesichts der stark steigenden Infektionszahlen sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen empfohlen. "Eine Bundesnotbremse muss noch in dieser Woche beschlossen werden", verlangte der CSU-Chef.

"Wir benötigen wieder ein einheitliches Corona-Management für ganz Deutschland und keinen Flickenteppich. Deshalb brauchen wir schnellstmöglich eine Ministerpräsidentenkonferenz und ein neues Gesetz, das der dramatischen Situation gerecht wird - und endlich den neuen Bundesgesundheitsminister", sagte der bayerische Regierungschef. Niemand könne derzeit abschätzen, wie sich die neue Omikron-Variante auswirken werde.

12.20 Uhr: Moderna arbeitet seit Thanksgiving an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der medizinische Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November - also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt.

"Das ist ein gefährlich erscheinendes Virus", sagte Burton. "Aber ich denke, wir haben jetzt viele Werkzeuge in unserem Arsenal, um es zu bekämpfen, also bin ich optimistisch." Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft.

11.25 Uhr: Ermittlungen wegen illegaler Impfaktion in Lübeck

Eine unzulässige Impfaktion am Flughafen Lübeck ist am Sonnabend von den Sicherheitsbehörden beendet worden. Wie die Lübecker Polizei mitteilte, bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstellt. Der Flughafen Lübeck gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker. Der hatte ein Präparat gegen das Coronavirus entwickelt, das aber nie klinisch getestet wurde und daher auch nicht das aufwändige Zulassungsverfahren beim Paul-Ehrlich-Institut durchlaufen hat.

Unternehmer Winfried Stöcker
Unternehmer Winfried Stöcker © Nikolai Schmidt

10.50 Uhr: Israel macht im Kampf gegen neue Coronavirus-Variante Grenzen dicht

Um die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus einzudämmen, schließt Israel seine Grenzen für Ausländer. Diese und weitere Beschränkungen beschloss das Coronavirus-Kabinett laut israelischen Medienberichten am Samstagabend. Die neuen Beschränkungen sollen an diesem Sonntagabend in Kraft treten. Derzeit ist demnach in Israel ein Omikron-Fall bestätigt, sieben Fälle werden untersucht.

Bis auf Weiteres müssen alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren - darunter auch geimpfte Israelis - bei der Einreise nach Israel drei Tage lang isoliert werden, wie etwa die "Jerusalem Post" berichtete. Die Reisenden würden am Flughafen getestet und müssten sich dann am dritten Tag einem PCR-Test unterziehen und dürften die Isolation erst verlassen, wenn das Ergebnis negativ sei, hieß es weiter. Ungeimpfte Israelis müssten sieben Tage lang isoliert werden, sofern der Test negativ ausfalle. Alle Ausländer, die eine Einreiseerlaubnis nach Israel erhielten, müssten in einem staatlichen "Coronavirus-Hotel" unter Quarantäne gestellt werden.

Zuvor hatte die israelische Regierung bereits die Einreise aus Afrika weitgehend eingeschränkt. Zahlreiche afrikanische Staaten würden als "rote Länder" eingestuft. Die Länder in Nordafrika sind davon ausgenommen.

10.25 Uhr: Weitere Patienten aus Dresden ausgeflogen

Aus Dresden sind in der Nacht zum Sonntag zwei weitere Patienten verlegt worden. Gegen Mitternacht startete ein Ambulanz-Flugzeug des ADAC vom Flughafen Dresden-Klotzsche. An Bord der Maschine des Typs Dornier 328 befanden sich Angaben des Sozialministeriums zufolge ein Patient aus dem Friedrichstädter Krankenhaus und ein Erkrankter aus Freiberg.

Einer von zwei Patienten wird auf dem Flufhafen Dresden International von Rettungskräften in ein ADAC Ambulanz Flugzeug vom Typ Dornier 328Jet verladen.
Einer von zwei Patienten wird auf dem Flufhafen Dresden International von Rettungskräften in ein ADAC Ambulanz Flugzeug vom Typ Dornier 328Jet verladen. © Robert Michael/dpa

10.10 Uhr: Heinz Rudolf Kunze hat kein Verständnis für Impfverweigerer

Angesichts von mehr als 100.000 Corona-Toten in Deutschland hat Musiker Heinz Rudolf Kunze kein Verständnis für Impfgegner oder Impfzauderer. "Im Moment leben wir mit Rückschritten und Rückschlägen", sagte der Sänger und Komponist der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Noch mal danke an alle Unbelehrbaren, die sich nicht impfen lassen und die jetzt wahrscheinlich im Winter dafür sorgen werden, dass es auch im Konzertbetrieb in geschlossenen Räumen zu Verschärfungen kommen wird."

Die Künstler-Branche gehöre zu den am meisten betroffenen Berufen. "Uns hat es schon richtig die Suppe verhagelt. Nächstes Jahr im Frühjahr könnte es sein, dass es die Hälfte von uns nicht mehr gibt. Die Reichen, die Superstars, die können auch noch fünf Jahre pausieren. Das macht denen gar nichts. Aber die kleinen Künstler, die erwischt es als erste." Im Technik-Bereich hätten sich viele schon neue Jobs gesucht. "Es wird nächstes Jahr einen krassen Mangel an Bühnentechnikern geben", sagte Kunze.

Der in Osnabrück aufgewachsene Musiker, der in der Nähe von Hannover lebt, kritisierte, dass in der Pandemie mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen werde. Kunze sagte: "König Fußball darf immer. Der hat einfach eine stärkere Lobby. Es sind wahrscheinlich auch mehr Politiker Fußball-Fans als Musik-Fans, was für ihren geistigen Horizont spricht."

Der Deutschrocker feiert Dienstag (30. November) seinen 65. Geburtstag, seit 40 Jahren steht er auf der Bühne. Aus diesem Anlass veröffentlichte er vor kurzem das Best-Of-Album "Werdegang". Für das Frühjahr 2022 ist eine Jubiläumstour geplant.

Heinz Rudolf Kunze, Musiker und Schriftsteller
Heinz Rudolf Kunze, Musiker und Schriftsteller © Michael Matthey/dpa

9.30 Uhr: Erzgebirgskreis hat bundesweit die höchste Inzidenz

Der Trend bei den Corona-Neuinfektionen im bundesweiten Hotspot Erzgebirgskreis geht nach einem leichten Rückgang am Samstag wieder deutlich nach oben. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Sonntagmorgen bei 2.021,9, wie aus der täglichen Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Vortag hatte es die Sieben-Tage-Inzidenz mit 2.000,5 ausgewiesen, für Freitag waren es 2.006,2. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge folgt mit einem aktuellen Wert von 1.652,1 auf Platz 2 dahinter - bei ebenso deutlichem Trend nach oben.

Für Sachsen insgesamt ist aktuell ein Wert von 1.205,5 ausgewiesen, nach 1.201,1 am Vortag und 1.192,8 am Freitag. An Wochenenden wird in der Regel allerdings weniger getestet und gemeldet. Der Freistaat bleibt den RKI-Daten zufolge das mit Abstand am stärksten von der Infektionswelle betroffene Bundesland in Deutschland.

Seit Beginn der Pandemie sind landesweit laut RKI-Übersicht inzwischen 480.706 Covid-19-Fälle und 10.903 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Seit Samstag kamen 6.233 Infektionen dazu und 20 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 3.38.700 geschätzt.

8.55 Uhr: Proteste gegen Corona-Maßnahmen im Erzgebirgskreis

Im bundesweiten Corona-Hotspot Erzgebirgskreis haben am Samstagabend Hunderte Menschen in verschiedenen Orten gegen Corona-Maßnahmen protestiert. In Chemnitz, Freiberg, Aue, Schneeberg, Zschorlau, Zwönitz und Zschopau folgten sie nach Angaben der Polizei vom Sonntag Aufrufen in sozialen Netzwerken, mit Kerzen und Plakaten zu Krankenhäusern zu kommen. Diese richteten sich unter anderem gegen eine mögliche Impfpflicht, wie ein Sprecher sagte. Mehr dazu lesen Sie hier.

8.35 Uhr: Krankenhausgesellschaft: Drei Viertel aller Kliniken verschieben OPs

Aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland sogenannte planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben.

"Die Lage ist wirklich zunehmend dramatisch und führt bei einem Teil der abgesetzten Behandlungen auch zu körperlichen und psychischen Belastungen bei den betroffenen Patienten", teilte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, in Berlin mit. Für die Krankenhäuser sei die Verschiebung planbarer Operationen derzeit das Mittel der Wahl, um die Versorgung akuter Fälle weiter leisten zu können.

Aus den vergangenen Wellen wisse man um die gravierenden Folgen für die Patienten, so Gaß. Zu den typischen planbaren Operationen gehören den Angaben zufolge vor allem orthopädische OPs. In der zweiten Pandemiewelle von Oktober 2020 bis Februar 2021 sind demnach 22 Prozent weniger Hüftprothesen operiert worden. Doch auch bei Krebsbehandlungen müssten Einschränkungen gemacht werden, hieß es. Auswertungen zeigten etwa, dass die Fallzahlen bei Krebs-OPs beim Brustkrebs um 6 und bei Darmkrebs sogar um 18 Prozent zurückgegangen seien.

Eine Krankenpflegerin versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, im Vordergrund ist eine Beatmungsmaschine zu sehen.
Eine Krankenpflegerin versorgt in einem Patientenzimmer eines abgetrennten Bereichs für Covid-19 Patienten einer Intensivstation des Klinikum Stuttgart, einen Covid-19-Patienten, im Vordergrund ist eine Beatmungsmaschine zu sehen. © Marijan Murat/dpa

8.20 Uhr: Südafrikas Ärzte: Omikron-Patienten bislang nicht in Lebensgefahr

Die bislang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

"Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen", sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee.

Dem "Telegraph" sagte sie, man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte. In Südafrika sind nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt.

Sie fügte hinzu, die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber mild. Sie sei zum ersten Mal auf die Möglichkeit einer neuen Variante aufmerksam gemacht worden, als Anfang November Patienten mit ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen in ihre Praxis in Pretoria gekommen seien. Sie hätten unter starker Müdigkeit gelitten. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust beklagt. "Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte". Coetzee war den Angaben zufolge die erste südafrikanische Ärztin, die die Behörden am 18. November auf Patienten mit einer neuen Variante aufmerksam gemacht hatte.

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest.

8.00 Uhr: RKI registriert 44.401 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und hat einen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 44.401 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.52 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 42.727 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.761.696 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,97 an (Donnerstag: 5,79). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Sonntag mit 4.823.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.883.

7.30 Uhr: Steinmeier fordert Bürger zu Kontaktbeschränkungen auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger eindringlich dazu aufgerufen, einen Lockdown durch freiwillige Kontaktbeschränkungen zu verhindern. "Wichtig ist, dass wir jetzt alle gemeinsam handeln", schrieb Steinmeier in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". "Halten wir uns an die Regeln, reduzieren wir noch einmal unsere Kontakte. Tun wir es, damit Schulen und Kitas nicht wieder schließen, damit wir das öffentliche Leben nicht wieder vollständig herunterfahren müssen."

Steinmeier appellierte zudem erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen: "Wir könnten doch so viel weiter sein! Das ist eine bittere, aber notwendige Erkenntnis. Das Mittel, sich vor einem schweren, gar tödlichen Verlauf der Krankheit zu schützen, haben wir in der Hand. Aber immer noch haben es bisher zu wenige in Anspruch genommen. Deshalb bitte ich Sie heute noch einmal: Lassen Sie sich impfen, und erneuern Sie Ihren Impfschutz rechtzeitig!"

Am Samstag hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Corona-Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) © David Inderlied/dpa

Corona-Pandemie: Das passierte am Samstag

18.50 Uhr: Zwei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag. Alle Informationen dazu finden Sie hier.

18.48 Uhr: PCR-Test und Quarantäne für alle Einreisenden nach Großbritannien

Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag mitteilte.

18.06 Uhr: Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron im südlichen Afrika schränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch ein. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden von diesem Sonntag an als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

17.46 Uhr: Omikron-Verdacht in Hessen - Gesundheitsamt erwartet am Montag Ergebnisse

Im Fall des Verdachts einer Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron erwartet das Frankfurter Gesundheitsamt am Montag genaue Ergebnisse. Die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall des Reiserückkehrers aus Südafrika mehrere typische Merkmale der Virusvariante ermittelt, teilte die Behörde am Samstag mit. Nun stünden noch die Resultate der vollständigen Sequenzierung aus. Das Gesundheitsamt stehe in direktem Kontakt zu der Person, die sich in Isolation befinde. Es seien vor Ort alle nötigen Maßnahmen getroffen worden, um schnell zu klären, wer infiziert sei und wer in Quarantäne müsse.

Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte: "Wie mit den vorherigen Coronavirus-Varianten auch, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Variante bei uns ist." Nach Angaben der Stadt testet das Gesundheitsamt derzeit alle Reisenden aus Südafrika und Namibia sofort nach ihrem Ausstieg am Frankfurter Flughafen. Bei den bisherigen Tests am Flughafen seien keine Reisenden positiv getestet worden.

17.13 Uhr: Zwei Fälle der Omikron-Variante in Großbritannien entdeckt

In Großbritannien sind zwei Corona-Fälle mit der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante entdeckt worden. In den englischen Städten Nottingham und Brentwood sei jeweils ein Fall festgestellt worden, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag mit. Beide Fälle sollen miteinander in Verbindung stehen und auf Reisen in den Süden Afrikas zurückzuführen sein.

Die betroffenen Personen und ihre Haushalte befänden sich in Quarantäne, außerdem werde man in den Gegenden verstärkt testen, kündigte Javid an.

Großbritannien setzt nun weitere afrikanische Länder - darunter Malawi, Mozambik und Angola - auf die sogenannte rote Liste. Damit wird für Rückkehrer eine zehntägige Hotel-Quarantäne Pflicht.

16.57 Uhr: Spahn bringt lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Pandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene. Es könnte zu einer Ansage kommen: "Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und zwar auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein." Dies wäre eine ziemlich klare Ansage.

Das sei eine Option, die besprochen werden müsse. "Wir sehen ja alle, was los ist in diesem Land, weil elf Millionen Erwachsene sich haben noch nicht überzeugen lassen. Und darunter leiden jetzt alle", sagte Spahn. Deutschland sei wahrscheinlich in der "schwersten" und "dramatischsten" Zeit dieser Pandemie. Man müsse nur den Blick richten nach Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg und in viele Kliniken. Die Welle werde weiter gen Westen gehen. Die Frage sei, wie hoch die Welle werde. "Das haben wir in der Hand."

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler sagte zu einer eine allgemeinen Impfpflicht, wenn man es nicht schaffe, einen großen Teil der Bevölkerung zu impfen, sei dies "auf jeden Fall eine Option", über die man dann nachdenken sollte. Deutschland sei in einer Notsituation. Die Impfung sei der Weg herraus. "Man sollte in einer Krisensituation einfach nichts prinzipiell ausschließen."

Jens Spahn (CDU) hat die aktuelle Corona-Lage erneut als schwierig bezeichnet.
Jens Spahn (CDU) hat die aktuelle Corona-Lage erneut als schwierig bezeichnet. © dpa

16.20 Uhr: 7.427 Neuinfektionen in Sachsen - 22 weitere Todesfälle

Binnen 24 Stunden haben sich in Sachsen 7.427 weitere Menschen mit Corona infiziert – am Vortag waren es 11.828 gewesen. Zum Vergleich: Genau vor einer Woche wurden 7.574 Corona-Neuinfektionen registriert. Zudem wurden am Samstag 22 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Freistaat nachweislich 480.705 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.897 starben.

16.14 Uhr: Dahmen: Womöglich Verlegungen von Intensivpatienten ins Ausland

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. "Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen", sagte Dahmen der "Welt am Sonntag". "Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Dahmen schätzt, dass bundesweit über zivile und militärische Rettungshubschrauber und Ambulanzflugzeuge gerade einmal 25 bis 50 Patienten gleichzeitig verlegt werden können. Er forderte Gespräche mit privaten Luftrettungsbetreibern über Kapazitätserweiterungen. Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich seit Freitag erstmals an der Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands.

15.45 Uhr: Weitere Verlegung von Intensivpatienten in andere Bundesländer

Wegen der Überlastung von Krankenhäusern werden am Samstag weitere Patienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt. Geplant sind insgesamt sechs Transporte, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Wegen der Witterungsbedingungen im Bundesgebiet seien Verlegungen mit Hubschraubern nur begrenzt möglich, zwei Patienten sollen möglicherweise gegen Mitternacht mit Ambulanzflugzeugen nach Bremen gebracht werden. Über die Verlegung werde operativ oftmals kurzfristig entschieden, hieß es.

Die beiden ersten Transporte erfolgten bereits am Vortag aus dem Dresdner Herzzentrum nach Herford (Nordrhein-Westfalen) und aus dem Krankenhaus Dresden-Neustadt nach Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). In der dortigen Universitätsmedizin sei ein 45 Jahre alter beatmungspflichtiger Mann am späten Abend angekommen, sagte ein Kliniksprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. In dem Bundesland werden nach Angaben seines Gesundheitsministeriums zunächst insgesamt vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken im Freistaat erwartet. Mehr zu den Transporten aus Dresden lesen Sie hier.

14.22 Uhr: Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt angesichts des dynamischen Corona-Infektionsgeschehens sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen. "Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. "Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen."

Die Impfkampagne müsse massiv verstärkt und eine Impfpflicht stufenweise eingeführt werden. Insgesamt sollten bis Weihnachten neben Erst- und Zweitimpfungen rund 30 Millionen Drittimpfungen ermöglicht werden, so die Leopoldina.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche empfiehlt die Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien und regelmäßige Corona-Tests mindestens dreimal pro Woche. Während des gesamten Aufenthalts in den Schulen sollten Lehrer und Schüler aller Klassenstufen Masken tragen. "Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden." Mehr zu der Empfehlung der Leopoldina lesen Sie hier.

13.45 Uhr: Aue-Bad Schlema schließt Rathäuser wegen Corona-Geschehens

Aufgrund des dramatischen Corona-Infektionsgeschehens in der Region bleiben ab Montag die Rathäuser in Aue und Bad Schlema (Erzgebirgskreis) weitgehend geschlossen. Das gelte für unbestimmte Zeit, wie die Stadtverwaltung am Samstag mitteilte. "Wir sind Hotspot, müssen die Maßnahmen besonders verschärfen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen", sagte eine Sprecherin. Auch zum Schutz der Mitarbeiter werde der Publikumsverkehr eingestellt, wie im zweiten Lockdown.

Alle Ämter der rund 23.000 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt sind zu den sonst üblichen Servicezeiten telefonisch und elektronisch erreichbar. "Präsenztermine werden nur für dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten vergeben", hieß es. Der Zutritt sei dabei nur mit Termin und einem 3G-Nachweis möglich.

13.25 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen über 1.200

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag wurden binnen eines Tages 10.593 neue Corona-Fälle sowie 48 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz, der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, stieg auf 1.201,1. Am Freitag hatte er bei 1192,8 gelegen.

Sachsen ist den RKI-Daten zufolge weiterhin das mit Abstand am stärksten von der Infektionswelle betroffene Bundesland in Deutschland. Der Erzgebirgskreis bleibt mit einem aktuellen Wert bei der Sieben-Tage-Inzidenz von 2.000,5 der Hotspot unter den Regionen bundesweit, allerdings mit einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vortag (2.006,2). Dahinter folgen die Landkreise Bautzen (1.617,7) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1.602,6).

Seit Beginn der Pandemie sind landesweit laut RKI inzwischen 474.473 Covid-19-Fälle und 10.883 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Etwa 337.000 sind demnach von einer Infektion genesen.

13.06 Uhr: Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von "wieder neuen dramatischen Herausforderungen". Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

In den vergangenen Tagen wurden immer wieder Höchstwerte bei den Neuinfektionen gemeldet, Krankenhäuser stoßen an Kapazitätsgrenzen auf ihren Intensivstationen. Corona-Intensivpatienten müssen verlegt werden. Hierbei hilft seit Freitag auch die Luftwaffe. Sorge bereitet zudem die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft wird. Diese neue Variante ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose(Grüne) «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» in Deutschland angekommen.

11.42 Uhr: Mehr als zehn Prozent haben Booster-Impfungen erhalten

In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. 8,6 Millionen Menschen haben bisher eine sogenannte Booster-Impfung bekommen, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. In den vergangenen Tagen gab es rund 2,7 Millionen Booster-Impfungen, wie der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) twitterte. Allein am Freitag kamen laut RKI 582.000 hinzu.

56,9 Millionen Menschen und damit 68,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 59,1 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 71,1 Prozent. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 82,8 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 80,1 Prozent der Bevölkerung sind dort vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht, hier sind 60,4 Prozent erst- und 58,0 Prozent vollständig geimpft.

11.03 Uhr: Minister: Verdacht auf Omikron-Variante bei Reiserückkehrer

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstagmorgen auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. "Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus", twitterte der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "besorgniserregend" eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO noch Wochen dauern.

10.34 Uhr: Montgomery befürchtet sehr gefährliche Coronavirus-Varianten

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. "Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Ohne Medikamente sterben rund 50 Prozent der Kranken, wobei der Anteil je nach Virusart auch deutlich darunter oder darüber liegen kann. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes
Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes © Guido Kirchner/dpa

10.02 Uhr: Virologin besorgt über Omikron-Variante - Rat zu Booster-Impfung

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper - das reiche dann aus, um auch Variantenviren "wegzuneutralisieren". Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem "hochpushen". "Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen", sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Coronavirus-Variante Omikron am Freitag als "besorgniserregend" ein. Viele Länder reagierten mit Beschränkungen im Flugverkehr. Wegen der Variante stuft die Bundesregierung Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag, 0.00 Uhr, als Virusvariantengebiete ein, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagabend mitteilte.

9.35 Uhr: Erster Intensivpatient aus Sachsen im Nordosten angekommen

Ein Intensivpatient aus Sachsen ist am späten Freitagabend nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt worden. Der 45-jährige beatmungspflichtige Mann sei gegen 23.00 Uhr per Hubschrauber am Universitätsmedizin Greifswald angekommen, sagte ein Krankenhaussprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich um die erste Verlegung nach Mecklenburg-Vorpommern in Folge der regionalen Auslastung von Krankenhauskapazitäten während der vierten Corona-Welle.

Weiterführende Artikel

500 Freiwillige unterstützen Impfangebote in Sachsen

500 Freiwillige unterstützen Impfangebote in Sachsen

Sachsen baut die Impfangebote aus. Dafür braucht es Personal. Auch Ärzte im Ruhestand und Medizinstudenten helfen mit.

Bundesnotbremse war rechtens

Bundesnotbremse war rechtens

Die Auflagen im Frühjahr 2021 waren verfassungsgemäß. Wegen der „äußersten Gefahrenlage“ seien sie mit dem Grundgesetz vereinbar, sagen die Richter.

Ministerium schickt weitere Dresdner Schulklassen heim

Ministerium schickt weitere Dresdner Schulklassen heim

Wegen neuer Corona-Fälle ist für 13 zusätzliche Schulen die teilweise Schließung angeordnet worden. Diese Einrichtungen sind am Dienstag betroffen.

Wenn die Freundin Corona mit Globuli besiegen will

Wenn die Freundin Corona mit Globuli besiegen will

Die Coronakrise belastet Freundschaften. Was tun, wenn Menschen, die einem nahe stehen, sich nicht impfen lassen? Sechs Protokolle.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag wurden zunächst insgesamt vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken in Sachsen erwartet. Demnach sollten zwei in die Universitätsklinik Rostock und jeweils einer in die Universitätsklinik Greifswald und in die Helios Kliniken Schwerin gebracht werden. Sie sollten bis spätestens am Wochenende eintreffen.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt