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Deutschland & Welt

Sachsen: Schulen entscheiden jetzt selbst über Schließung

Kultusministerium schreibt an alle Schulleiter, Sachsen prüft 2GPlus für Gastronomie, Landtag stellt epidemische Lage fest - unser Newsblog.

In Sachsen dürfen nach einer Mitteilung des Kultusministeriums Schulleiter ab sofort selbst über die Aussetzung des Präsenzunterrichts entscheiden.
In Sachsen dürfen nach einer Mitteilung des Kultusministeriums Schulleiter ab sofort selbst über die Aussetzung des Präsenzunterrichts entscheiden. © Bodo Schackow/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

22.02 Uhr: Pfarrer nach Auftritt bei Corona-Protesten in der Kritik

Ein Auftritt des evangelischen Pfarrers Martin Michaelis bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen im südthüringischen Sonneberg hat in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) scharfe Kritik hervorgerufen. Er sehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Beschluss der Landessynode "Impfen ist Nächstenliebe" und diesem Auftritt , sagte EKM-Personaldezernent Michael Lehmann am Montag in Erfurt. "Wir werden prüfen, wie groß die Diskrepanz ist und daraufhin die Konsequenzen überlegen", kündigte er an.

Deutlich distanzierte sich auch der Sonneberger Superintendent Thomas Rau von der Protest-Aktion. Sein Kollege aus Quedlinburg habe im Vorfeld nicht um Erlaubnis angefragt. Etwa 1.000 Menschen hatten sich an der "Lichterketten-Aktion" am Sonntagabend beteiligt. Laut Robert Koch-Institut liegt die Inzidenz im Landkreis Sonneberg bei 965,9. Der Nachbarkreis Hildburghausen weist mit 1.892,9 den vierthöchsten Wert bundesweit aus.

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21.47 Uhr: Sprachforscher: Feierbiest und Zweitimpfling sind neu im Wortschatz

Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache Mannheim (IDS) hat aktuelle Ergänzungen im Wortschatz vorgestellt. Allerdings habe auch in diesem Jahr die Corona-Pandemie den Wortschatz stark geprägt, teilte das Institut am Montag in Mannheim mit. So gebe es inzwischen mehr als 2.000 Einträge rund um das Coronavirus, wie etwa Spuckschutzhaube oder Zweitimpfling. Während etwa im ersten Halbjahr Begriffe wie Impfneid dazu geführt hätten, dass manche zu Impfdränglern wurden, habe sich im zweiten Halbjahr der Wortschatz eher mit Impfschwänzern, Impfbotschaftern und Boosterimpfungen befasst, hieß es. Die Hoffnung auf ein Medikament zur Behandlung von Covid-19-Infektionen werde umgangssprachlich als Covid-Pille bezeichnet.

Aber auch neue Trends, zentrale gesellschaftliche Debatten und technische Innovationen prägten den Wortschatz, wie das Institut weiter mitteilte. So hätten sich auch neue Begriffe im Verkehrswesen verbreitet wie Radschnellwege und Leihradsysteme. Auf negative Entwicklungen im Straßenverkehr verwiesen Bildungen wie Gafferwand und Rettungsgassensünder.

21.33 Uhr: Wissenschaft ruft Journalismus zu Sachlichkeit in Krisen auf

Eine Allianz von Wissenschaftsorganisationen hat zu mehr Sachlichkeit in der Berichterstattung über die Corona-Pandemie aufgerufen. "Gerade in Krisensituationen und einem ohnehin schon emotionalisierten Themenfeld ist Sachlichkeit in Diskussion und Berichterstattung in besonderer Weise geboten und weitaus zielführender", hieß es in dem am Montag veröffentlichten Appell. Zu den Organisationen zählen unter anderen die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Hochschulrektorenkonferenz. Die Organisationen gingen in ihrem Appell konkret auf einen Bericht der Boulevardzeitung "Bild" mit der Überschrift "Die Lockdown-Macher" ein, der vor wenigen Tagen erschien.

Die Allianz kritisierte, dass darin einzelne Forscherinnen und Forscher "zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden". Das könne zu einem Meinungsklima beitragen, das an anderer Stelle bereits dazu geführt habe, dass Wissenschaftler sich demnach physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sahen oder bedroht wurden. Ein Sprecher der zum Axel Springer Konzern gehörenden "Bild"-Zeitung teilte auf Anfrage in einem Statement mit: "Wir können die Kritik verstehen und nehmen sie ernst. Wissenschaftler verdienen unseren Respekt." Kritik an Wissenschaftlern und ihren Vorschlägen müsse möglich sein, "aber immer angemessen geübt werden".

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21.16 Uhr: Deutsche Bahn will ab 8. Dezember 3G-Nachweise im Nahverkehr kontrollieren

Schaffnerinnen und Schaffner im Nahverkehr der Deutsche Bahn (DB) sollen ab Mittwoch stichprobenartig 3G-Nachweise bei den Fahrgästen kontrollieren. Das geht aus einer internen Dienstanweisung von DB Regio an die Kundenbetreuerinnen und -betreuer im Nahverkehr hervor (so die offizielle Bezeichnung), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Ab 8. Dezember gilt danach die "Stufe 2" bei der Umsetzung der 3G-Regel. Bisher sollten nur Durchsagen im Zug gemacht werden. Der Konzern rechnet anscheinend mit Widerspruch und gefährlichen Situationen bei den Kontrollen. "Ihr Eigenschutz hat immer Vorrang!" steht fett gedruckt in der Dienstanweisung.

Kontrollen sollen daher nur zu zweit oder in Anwesenheit von DB-Sicherheitspersonal durchgeführt werden. Fahrgäste ohne 3G-Nachweis sollen "diskret und höflich" gebeten werden, am nächsten Knotenbahnhof auszusteigen. Bei Weigerung soll die Bundespolizei hinzugezogen werden. "Sofern sich Reisende bei Aufforderung zur 3G-Kontrolle aggressiv und unkooperativ verhalten, ziehen Sie sich zurück und fordern polizeiliche Hilfe zur Durchsetzung der 3G-Pflicht beziehungsweise eines Beförderungsausschlusses an", heißt es in der Anweisung weiter. "Sie dürfen auf die 3G-Kontrolle verzichten, sofern Sie bereits im Vorfeld aggressives Verhalten bei Gruppen oder Personen vermuten, die sich beispielsweise auch nicht an die MNB-Tragepflicht [Maskenpflicht] halten."

Schaffner der Deutschen Bahn sollen jetzt auch die 3G-Regeln in den Nahverkehrszügen kontrollieren.
Schaffner der Deutschen Bahn sollen jetzt auch die 3G-Regeln in den Nahverkehrszügen kontrollieren. © Carsten Koall/dpa (Symbolbild)

21.00 Uhr: Sachsen prüft 2GPlus für Gastronomie

Sachsens Regierung prüft eine weitere Verschärfung der Regeln für die Gastronomie. Das geht aus dem Eckpunktepapier zur neuen Notfallverordnung hervor, über die das Kabinett an diesem Dienstag beraten will. Als eine Option für weitere Verschärfungen prüft der Freistaat die generelle Ausweitung des 2GPlus-Modells auf die Gastronomie. Was künftig noch alles in der Verordnung stehen könnte, erfahren Sie hier im Artikel.

20.42 Uhr: Testpflicht-Befreiung nach Booster-Impfung könnte Schule machen

Die Befreiung von verpflichtenden Corona-Tests für Menschen mit Booster-Impfung soll möglicherweise von bislang drei Bundesländern auf andere ausgeweitet werden. Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) kündigte nach einer Konferenz der Gesundheitsminister am Montag an, dass der Freistaat diese Möglichkeit prüfen werde. Auch der designierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe bei der Konferenz einen entsprechenden Hinweis gegeben. In Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gilt eine entsprechende Regelung bereits seit Samstag. Mecklenburg-Vorpommern prüft ebenfalls.

Lauterbach nahm erstmals an der Sitzung teil, der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum letzten Mal. Lauterbach soll zusammen mit den anderen Mitgliedern des künftigen Bundeskabinetts aus SPD, Grünen und FDP an diesem Mittwoch vereidigt werden. An den Online-Beratungen der Minister nahm auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission teil, Thomas Mertens. Dessen Äußerung, wenn er Vater eines sieben Jahre alten Kindes wäre, würde er dieses derzeit nicht gegen Corona impfen lassen, sei missverstanden worden, sagte Holetschek. Mertens habe deutlich gemacht, er habe so verstanden werden wollen, dass er einem Kind keinen Impfstoff geben würde, für den es noch keine Empfehlung gebe.

Wer eine Boosterimpfung bekommen hat, ist in einigen Bundesländern von der Testpflicht befreit.
Wer eine Boosterimpfung bekommen hat, ist in einigen Bundesländern von der Testpflicht befreit. © Hauke-Christian Dittrich/dpa (Symbolbild)

19.57 Uhr: Frankreich schließt wegen Corona für vier Wochen alle Discos

Im Kampf gegen die in Frankreich grassierende fünfte Corona-Welle hat die Regierung die Schließung der Diskotheken angeordnet. Die Maßnahme solle von Freitag an vier Wochen lang gelten, sagte Premierminister Jean Castex am Montagabend bei einer Pressekonferenz. Betroffen sind laut Wirtschaftsministerium 1.200 Discos. Sie sollen vom Staat Unterstützung erhalten. Castex kündigte weitere Schutzmaßnahmen an, die aber weit weniger streng ausfielen als zu früheren Zeitpunkten der Pandemie - trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz im Land von über 400.

"Es ist nicht die Zeit für Besucherobergrenzen, Ausgangssperren oder Lockdown. Das wäre unverhältnismäßig", sagte der Premierminister. An Grundschulen soll den Beschlüssen zufolge die Maskenpflicht ausgeweitet werden. Unternehmen sind aufgerufen, ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Auf Zusammenkünfte, bei denen keine Maske getragen wird, sollten die Franzosen verzichten, sagte Castex.

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19.22 Uhr: Ermittlungen: Polizistin soll Impfausweise gefälscht haben

Eine Polizistin aus dem Saarland steht im Verdacht, Impfausweise gefälscht und zusammen mit ihrem Lebensgefährten verkauft zu haben. Die Wohnung und die Diensträume der in Neunkirchen beschäftigt gewesenen 32-jährigen Beamtin seien durchsucht worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Montag mit. Es seien Blanko-Impfpässe, ein gefälschter Impfpass sowie elektronische Geräte sichergestellt worden. Gefälschte Pässe soll das Paar zu einem Einzelpreis von 100 Euro verkauft haben.

Die Dienststelle "Besondere Ermittlungen und Korruption" des Landespolizeipräsidiums führe nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken die Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Nach Angaben der Polizei würden beamten- und disziplinarrechtliche Schritte geprüft. Die 32-Jährige sei seit Freitag nicht mehr im Dienst. Zunächst hatte die "Saarbrücker Zeitung" berichtet.

Auch gegen einen 52 Jahre alten Polizisten würden wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln beamten- und disziplinarrechtliche Schritte geprüft. Der Beamte der Polizei in Merzig sei Ende November in Uniform ohne Maske in eine Bäckerei gegangen. Auf Nachfrage von Verkäuferinnen und Kunden soll er geantwortet haben, er brauche keine Maske, weil er ja getestet sei. Er sei für die Dauer der Prüfung in eine andere Dienststelle in den Innendienst versetzt worden.

19.05 Uhr: Polizei stoppt Corona-Protest in Bautzen

Die Polizei hat am Montagabend in Bautzen einen größeren Corona-Protest unterbunden. Es seien rund 350 Menschen in Richtung der Bautzener Innenstadt unterwegs gewesen, teilte die Polizei mit. Sie seien gestoppt worden und von 30 Beteiligten seien die Personalien aufgenommen worden. Zudem habe es eine Versammlung auf dem Kornmarkt in Bautzen gegeben, bei der die Polizei ebenfalls eingeschritten sei. Der Platz sei zu voll gewesen, die Anwesenden seien aufgefordert worden, sich zu entfernen.

Die Polizei hatte angekündigt, die Corona-Notfallverordnung konsequent durchzusetzen. Sie gestattet derzeit nur Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern. In Sachsen waren am Abend in zahlreichen Städten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen erwartet worden. Dass die Polizei in den vergangenen Wochen gegen solche Demonstrationen nicht oder kaum vorgegangen war, hatte heftige Kritik ausgelöst.

18.51 Uhr: Kultusministerium: Schulen können bei Corona-Fällen selbst über Schließung entscheiden

Schulleiter in Sachsen können künftig selbst entscheiden, ob sie den Präsentbetrieb aufrecht erhalten oder die Schule wegen zu vieler Corona-Fälle schließen. Das geht aus einer neuen Anweisung des Kultusministeriums (SMK) von Christian Piwarz (CDU) hervor, die am Montag an alle Bildungseinrichtungen im Freistaat versandt wurde. Darüber hatte die Leipziger Volkszeitung berichtet.

Konkret heißt es in dem Dokument demnach: „Somit kann die Schule in eigener Regie sofort nach Auftreten eines positiven Falls Maßnahmen gemäß Paragraf 2 Absatz 3 der Schul- und Kita-Coronaverordnung ergreifen“. Bisher waren die in dem Absatz genannten Schulschließungen erst nach Rücksprache mit den Gesundheitsämtern und dem Kultusministerium möglich. Auf der Grundlage wurden dann die Entscheidungen individuell gefällt. Am Montag war aufgrund solcher Entscheidungen sachsenweit in 385 Schulen teilweise und in 85 vollständig der Präsenzbetrieb ausgesetzt worden.

Bei der aktuellen Änderung beruft sich das Kultusministerium auf einen neuen neuer Leitfaden aus dem Sozialministerium von Petra Köpping (SPD) : „Ab sofort werden sich die Gesundheitsämter auf die Infektionsfälle und vulnerablen Settings (zu denen Kinder und Jugendliche nicht gehören) konzentrieren. Es erfolgt in der Regel keine Nachverfolgung und Absonderung von Kontaktpersonen mehr.“

18.22 Uhr: Mögliche Fälscherwerkstatt mit mehr als 800 Impfausweisen ausgehoben

Die Polizei hat in einer mutmaßlichen Fälscherwerkstatt in Kassel mehr als 800 Impfausweise beschlagnahmt. Stromableser hätten in dem gastronomisch genutzten Gebäude in der vergangenen Woche große Mengen an Impfpässen entdeckt, teilten die Staatsanwaltschaft Kassel und das Polizeipräsidium Nordhessen am Montag mit. Bei der Durchsuchung habe die Polizei neben den echten Blanko-Impfpässen auch Aufkleber von verschiedenen Corona-Impfstoffen, jeweils mit Chargennummern, in fast gleicher Zahl sichergestellt. Darüber hinaus fanden die Ermittler den Angaben zufolge acht Stempel unterschiedlicher Behörden.

In rund 250 der Impfpässe waren bereits Aufkleber von Impfungen eingeklebt. In etwa 40 der Ausweise waren zudem bereits behördliche Stempel sowie Unterschriften zu finden, sodass diese als Nachweis eines vollständigen Impfschutzes gegen das Coronavirus hätten dienen können. Gegen einen 47 Jahre alten Mieter der Räume im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe wird laut Polizei unter anderem wegen Verdachts der Urkundenfälschung ermittelt. Weitere Ermittlungen zu möglichen Abnehmern und Bezugsquellen dauerten an, hieß es.

Impfausweise werden immer wieder gefälscht.
Impfausweise werden immer wieder gefälscht. © Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)

18.08 Uhr: EU-Behörde lässt weiteres Covid-Medikament zu

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt die Zulassung des Medikaments Roactemra (Tocilizumab) für die Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe bei Erwachsenen. Das gab die EMA am Montag bekannt. Das Mittel kann bei Patienten eingesetzt werden, die unter anderem zusätzlichen Sauerstoff oder Beatmung benötigen. Bisher ist das Medikament nur für die Behandlung von Rheuma-Erkrankungen vorgesehen. In einer Studie hatte das Medikament unter anderem das Sterberisiko bei schweren Covid-Erkrankungen gesenkt sowie die Genesungszeit verkürzt.

17.40 Uhr: Unternehmen werben gemeinsam für die Impfung

Mehr als 150 Unternehmen und Marken in Deutschland wollen ab Dienstag gemeinsam für die Corona-Impfung werben. Mit dabei sind nach Angaben der Berliner Werbeagentur Antoni, die sich die Kampagne ausgedacht hat, unter anderem BMW, Mercedes-Benz, Edeka, Lidl, die Sparkasse und die Volksbanken ebenso wie Burger King und McDonald's.

Überschrift der Kampagne ist das auch von der Bundesregierung genutzte "#ZusammenGegenCorona", die Unternehmen sollen unter diesem Hashtag auf ihren Social-Media-Kanälen aber jeweils mit eigenen Slogans für die Impfung werben. Teilweise handelt es sich dabei um Abwandlungen bekannter Werbeslogans der jeweiligen Marken, die so jeweils in einen Aufruf zum Impfen verwandelt werden. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete die Kampagne laut Mitteilung als "ein herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative".

16.47 Uhr: Mittlerweile mehr als 260 registrierte Omikron-Fälle in Dänemark

Die Zahl der in Dänemark registrierten Omikron-Fälle steigt stark. Wie das staatliche Gesundheitsinstitut SSI am Montagnachmittag mitteilte, wurden mittlerweile insgesamt 261 Infektionen mit der Variante des Coronavirus entdeckt. Darunter waren 73 Fälle, die per Gesamtgenomsequenzierung nachgewiesen wurden, sowie 188 per Varianten-PCR-Test bestätigte Infektionen. Man finde eine stetig steigende Zahl an Omikron-Fällen in Dänemark, schrieb das Institut dazu. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Gesamtwert in der täglich aktualisierten Aufstellung bei 183 gelegen.

Die ersten Omikron-Fälle in Dänemark waren am 28. November bestätigt worden. Sie waren bei zwei Personen entdeckt worden, die mit dem Flugzeug aus Südafrika eingereist waren. Im südlichen Afrika war die Variante zuvor erstmals aufgetreten. Mehrere der dänischen Omikron-Fälle werden mittlerweile auf ein DJ-Konzert am 27. November in Aalborg zurückgeführt: Wie der Sender TV2 Nord am Sonntag unter Berufung auf Behördenangaben berichtet hatte, sind unter den knapp 1.500 Besuchern des Konzerts bislang zehn Omikron-Fälle aufgetaucht.

16.34 Uhr: Impfen in der Dresdner Semperoper

Die Semperoper Dresden wird für zunächst einen Tag zum Impfzentrum. Am 3. Adventswochenende laden die Staatstheater, zu denen Schauspielhaus und Semperoper gehört, in ihren Häusern zur Corona-Schutzimpfung ein. Die Aktion im Rahmen der Kulturinitiative „Impfen schützt auch die Kultur“ wird begleitet Kurzauftritten von Sängern und Musikern. Wann das Angebot am Wochenende in der Oper und wann es im Schauspielhaus gilt, erfahren Sie im Artikel Semperoper wird zum Impfzentrum

16.20 Uhr: Forscher warnt vor "Gewährenlassen" der Proteste gegen Corona-Schutz

Der Leipziger Protestforscher Alexander Leistner hält ein striktes Vorgehen der Polizei gegen nicht genehmigte Corona-Demonstrationen für dringend geboten. "Das fortgesetzte Gewährenlassen der Proteste durch die Polizei hat gefährliche Signale gesendet", erklärte Leistner am Montag in Leipzig. Dadurch seien "temporär staatlich geduldete Räume eigenen Rechts entstanden, die sich verbinden mit dem Selbstbewusstsein, sich von niemanden regieren zu lassen". Das jüngste Vorgehen der Polizei hatte Leistner zufolge "Einladungs- und Ermunterungscharakter".

Nach seiner Beobachtung stiegen in der Folge die Teilnehmerzahlen an, und die Proteste strahlten auf benachbarte Regionen in Thüringen und Brandenburg aus. Mit den bevorstehenden und notwendigen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen werden sich Leistner zufolge die Proteste weiter radikalisieren. Der Staat müsse in der Lage sein, sein Gewaltmonopol und seine eigenen Verordnungen auf der Straße durchzusetzen, sagte Leistner, der am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig tätig ist. Sonst verbreite sich das Gefühl, dass die politischen Verhältnisse nicht mehr stabil sind.

Daraus ziehe eine laute Minderheit ihr Selbstbewusstsein. Die darüber besorgte Mehrheit aber könne dies dauerhaft entmutigen: "Wir erleben aktuell eine Entwicklung, in der sich zwei Prozesse gegenseitig aufschaukeln und verstärken. Die Radikalisierung der Proteste trifft auf die Erosion demokratischer, ordnungsdurchsetzender Institutionen."

16.08 Uhr: Impfungen legen in Sachsen deutlich zu - aber weniger Erstimpfungen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen hat auf seinem Twitter-Account die Verdreifachung der Impfkapazität bei Impfpunkten und mobilen Teams verkündet. Damit seien täglich 9.000 Corona-Impfungen über dieses staatliche Zusatzangebot möglich. Mit insgesamt knapp über 50.000 Impfungen in der vergangenen Woche (Kalenderwoche 48) wurden insgesamt etwa 10.000 Impfungen mehr gegen Covid-19 verabreicht als in der Woche davor. Allerdings nahm die Zahl der Erstimpfungen im Wochenvergleich mit knapp unter 10.000 wieder etwas ab. Die weitaus meisten Impfungen in der vergangenen Woche waren mit etwa 35.000 Auffrischungen (Boostern).

15.38 Uhr: An Corona erkrankter Omega-Frontmann Janos Kobor gestorben

Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf das Management der Band. Medienberichten zufolge war der Musiker Anfang November mit einer Corona-Infektion in ein Budapester Krankenhaus aufgenommen worden. Sein Zustand wurde seitdem als kritisch beschrieben.

Omega war wohl die erfolgreichste Band der ungarischen Pop-Geschichte. Das 1962 gegründete Ensemble gab 17 Alben heraus, die weltweit 50 Millionen Mal verkauft wurden. Im damaligen Ostblock maß man den Rockern aus Budapest den gleichen Status zu wie den Rolling Stones. Legendär sind die Konzerte von 1982 im Berliner Plänterwald, wo Omega im strömenden Regen ohne Bühnenüberdachung vor 35.000 Fans spielte. Wegen Konflikten mit der DDR-Bürokratie trat die Band danach kaum noch in der DDR auf. Der Omega-Song "Das Mädchen mit dem Perlenhaar" wurde unter anderem von Frank Schöbels ("Schreib es mir in den Sand") und den Scorpions ("White Dove") gecovert.

Kobor diplomierte an der TU Budapest als Bauingenieur, übte aber den Beruf wegen der Musik nie aus. Als charismatischer Lead-Sänger von Omega begeisterte er mit seiner blonden Mähne die Massen. Das lange blonde Haar als Markenzeichen legte er selbst im gesetzteren Alter nicht ab. Auch der für ihn kennzeichnende Elan und sein Tatendrang verließen ihn bis zuletzt nicht.

Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Corona-Krankheit gestorben.
Die ungarische Rock-Legende Janos Kobor, Gründer und Frontmann der Kult-Band Omega, ist am Montag im Alter von 78 Jahren nach kurzer Corona-Krankheit gestorben. © Tobias Felber/dpa

15.20 Uhr: Sachsens Landtag stellt epidemische Corona-Lage fest

Sachsens Landtag hat am Montag in Dresden in einer Sondersitzung die epidemische Lage im Freistaat festgestellt. Damit schafft das Parlament die Voraussetzung für weitere und schärfere rechtssichere Corona-Maßnahmen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitwirkung des Bundes.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) räumte ein, dass man erst noch die neue Gesetzeslage auf Bundesebene abwarten müsse, die neue Koalition in Berlin arbeite jedoch mit Hochdruck daran. Er habe in dieser Frage ein großes Zutrauen zum neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die aktuelle Notfallverordnung gilt bis 12. Dezember. Sie schreibt bereits stärkere Einschränkungen als in vielen anderen Bundesländern vor. Sachsen hat derzeit mit 1.234,4 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Bundesgebiet.

Auf Antrag der AfD fand die Abstimmung namentlich statt. Die AfD-Fraktion hatte allerdings bereits im Vorfeld angekündigt, den Antrag der Landesregierung abzulehnen. Alle anderen Fraktionen stimmten dem Antrag zu. Der Antrag wurde vom Parlament mit 78 Ja-Stimmen und 32 Nein-Stimmen angenommen.

15.03 Uhr: Erste Omikron-Fälle in Russland nachgewiesen

In Russland haben die Behörden die ersten beiden Fälle der neuartigen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Insgesamt seien zehn Rückkehrer aus Südafrika positiv getestet worden, teilte die nationale Behörde für Verbraucherschutz am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Durch Genomsequenzierung seien bei zwei von ihnen Infektionen mit der Omikron-Variante festgestellt worden.
Präsident Wladimir Putin hatte die Regierung am Freitag angewiesen, eine Strategie zu entwickeln, um eine Ausbreitung der neuen Variante in Russland zu verhindern.

Im flächenmäßig größten Land der Erde, das über fünf eigene Impfstoffe verfügt, ist vor allem die verhältnismäßig niedrige Impfquote ein Problem: Bislang sind erst knapp 44 Prozent der 146 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Viele Russen sind skeptisch gegenüber dem Präparat Sputnik V, das bislang weder von der EU-Arzneimittelbehörde noch der Weltgesundheitsorganisation zugelassen ist. Im Gegenzug sind in Russland keine westlichen Präparate erlaubt. Zuletzt wurden dort mehr als 32.100 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Im selben Zeitraum zählten die Behörden 1.184 Corona-Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen.

14.38 Uhr: Sachsens Autozulieferer rechnen nicht mit rascher Erholung

Automobilzulieferer in Sachsen ächzen unter Materialmangel, steigenden Kosten und häufigen Produktionspausen bei Fahrzeugherstellern. Die Lage bleibe angespannt, und der erhoffte Neustart nach der Corona-Krise 2020 sei dieses Jahr immer wieder ins Stocken geraten, teilte das Netzwerk der Automobilzulieferer AMZ am Montag mit und verwies auf eine Firmenbefragung. Fast zwei von fünf Unternehmen (39 Prozent) verbuchen demnach noch geringere Umsätze als 2020, und fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) meldete eine rückläufige Mitarbeiterzahl. "Im Vergleich zu 2019 sind die Vor-Corona-Werte noch lange nicht erreicht", hieß es.

Der Wandel zur Elektromobilität in der Auto-Industrie bedeutet auch für deren Zulieferer einen Umbruch. Dabei sorgen die Probleme durch die Corona-Krise den Angaben nach für zusätzliche Belastungen. So gaben 80 Prozent der befragten Unternehmen an, von Lieferengpässen und steigenden Kosten bei Vormaterialien betroffen zu sein. Während der Chipmangel die Autohersteller immer wieder zwingt, die Produktion zu stoppen, plagen die Zulieferer Engpässe bei Teilen und Materialien wie Elektronikkomponenten, Metallen, Kunststoffen, Granulaten und Baustoffen.

Sachsens Autozulieferer wie SAS Autosystemtechnik Zwickau kämpfen mit pandemiebedngt unterbrochenen Lieferketten und mit steigenden Kosten.
Sachsens Autozulieferer wie SAS Autosystemtechnik Zwickau kämpfen mit pandemiebedngt unterbrochenen Lieferketten und mit steigenden Kosten. © Wolfgang Schmidt (Archiv)

14.17 Uhr: Sachsen meldet 4.242 neue Corona-Fälle


Innerhalb der vergangenen 24 Stunden haben sich in Sachsen 4.242 Menschen neu mit Corona infiziert. Vor einer Woche waren für den Freistaat 5.822 Neuinfektionen gemeldet worden. Zudem wurden am Montag 33 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 548.896 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.259 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 430.500 angegeben.


Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag mit 1.234,4 erneut höher als am Vortag (Sonntag: 1.227,2). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf.

14.09 Uhr: Omikron-Verdacht in Sachsen nicht bestätigt

Der erste Verdachtsfall der neuen Coronavirus-Variante Omikron in Sachsen hat sich nicht bestätigt. Die Stadt und das Universitätsklinikum Leipzig teilten am Montag mit, dass die Variante bei einem 37-jährigen Mann aus Leipzig nicht nachgewiesen werden konnte. Die Chefin des Gesundheitsamtes hatte vor einer Woche von dem Verdachtsfalls berichtet. Zu dem Zeitpunkt stand allerdings das Ergebnis der Gesamtgenomsequenzierung noch aus. Die Virus-Variante ist inzwischen in zahlreichen Länder aufgetaucht, auch in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zunächst im südlichen Afrika entdeckte Corona-Variante als "besorgniserregend" eingestuft.

14.04 Uhr: Bundesregierung: Fackelaufmarsch ist "Angriff auf Demokratie"

Die geschäftsführende Bundesregierung hat den Fackelaufmarsch von Gegnern der Corona-Politik vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping auf das Schärfste verurteilt. "Dazu muss man sehr klar sein: Was da geschehen ist vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin, dieser Aufmarsch, ist zutiefst empörend", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Das ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre von Frau Köpping, der Ministerin, es ist auch ein Angriff auf die Demokratie."

Rund 30 Gegner der Corona-Politik hatten am vergangenen Freitag laut rufend vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Sie trugen dabei Fackeln und Plakate. Über Parteigrenzen hinweg äußerten Politiker am Wochenende Entsetzen über die Aktion. "Das erinnert mich an die dunkelsten Kapitel unserer deutschen Geschichte", sagte etwa der noch amtierende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag". Es handele sich um die "organisierte Einschüchterung einer staatlichen Repräsentantin", erklärte er.

Auch Regierungssprecher Seibert stufte die Proteste gegen Köpping als Versuche der "Einschüchterung" ein. Die Demonstranten wollten "nichts anderes als Angst machen", sagte er. Dafür dürfe es "in der demokratischen Auseinandersetzung um den richtigen Weg in dieser Pandemie keinen Platz geben".

13.51 Uhr: Afrika will bis 2040 rund 60 Prozent seiner Impfstoffe selbst produzieren

Afrika will seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent schleunigst ausbauen. "Omikron ist da ein Weckruf", mahnte John Nkengasong vom Afrikanischen Zentrum für Infektionskrankheiten (Africa CDC) am Montag auf einer Fachkonferenz in Ruandas Hauptstadt Kigali. Bis 2040 peile die Afrikanische Union die Produktion von 60 Prozent auf dem Kontinent an. Der Aufbau einer kontinentalen Impfstoffproduktion sei nicht nur im Kampf gegen die Corona-Pandemie notwendig, sondern auch gegen andere Krankheiten wie Malaria oder Ebola.

Seit dem Aufbau einer entsprechenden Plattform vor acht Monaten durch die Afrikanische Union (AU) habe es erste Fortschritte gegeben, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Dazu zähle die Gründung der Afrikanischen Medizin-Agentur (AMA). In Afrika sind gerade mal 7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. "Wir können nicht mehr warten, wir müssen diese Abhängigkeit durchbrechen und unser Gesundheitssystem stärken", forderte der AMA-Beauftragte der AU, Michel Sidibe. Afrika, das laut AU-Angaben 2019 für seine Pharma-Produkte 16 Milliarden Dollar ausgab, stärke nun seine Position und biete Investitionsmöglichkeiten. Die Europäische Union (EU) sagte Unterstützung zu.

13.38 Uhr: SPD-Politikerin Köpping erhält im Landtag demonstrativ Beifall

Die von Anfeindungen betroffene sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat am Montag bei einer Sondersitzung im Landtag demonstrativ Beifall von den meisten Abgeordneten erhalten. Am Freitagabend hatten rund 30 Gegner der Corona-Politik laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor dem Wohnhaus von Köpping in Grimma demonstriert. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete das im Landtag als Grenzüberschreitung. Es sei der Versuch einer Einschüchterung. "Das lassen wir uns nicht gefallen. Petra Köpping, Sie haben unsere hundertprozentige Solidarität", sagte er und löste eine Beifallswelle aus.

Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen, hat im Landtag demonstrativ Beifall von den abgeordneten erhalten.
Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin in Sachsen, hat im Landtag demonstrativ Beifall von den abgeordneten erhalten. © Matthias Rietschel/dpa (Archiv)

13.22 Uhr: Sachsens Innenminister: "Immer mehr Hass wird auf die Straße gespült"

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat sich im ZDF-„Mittagsmagazin“ zu den Corona-Protesten in Sachsen geäußert. „Wir sehen, dass der Protest immer heftiger wird, dass immer mehr Hass und Gewalt auf die Straße gespült wird.“ Man beobachte einen erheblichen Anteil an Rechtsextremisten, die sich die Corona-Proteste zu eigen machten. Den Fackel-Auflauf vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte er in diesem Zusammenhang scharf. „Es kann nicht sein, dass Amtsträger im privaten Umfeld angegriffen werden.“ Allein am letzten Wochenende habe es Versammlungen mit 3.000 Teilnehmern in Sachsen gegeben. Die Polizei sei „konsequent, aber verhältnismäßig“ unterwegs. Klar sei, dass der Pandemie nicht alleine mit polizeilichen Maßnahmen und schon gar nicht mit Gewalt begegnet werden könne.

12.50 Uhr: Endgültiges Aus für Feuerwerkproduktion in Freiberg

Die traditionsreiche Herstellung von Feuerwerk in Freiberg steht endgültig vor dem Aus. Das Unternehmen habe sich mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan für die rund 100 Beschäftigten verständigt, sagte ein Sprecher des Pyrotechnik-Unternehmens Weco am Montag. Im Laufe des Monats würden die Kündigungen ausgesprochen. Für die Mitarbeiter solle eine Transfergesellschaft geschaffen werden. Nicht betroffen seien die Beschäftigten der Automotive-Tochter am Standort, die im Bereich Airbags tätig ist.

Im Sommer waren die Schließungsabsichten von Weco mit Sitz im nordrhein-westfälischen Eitorf bekannt geworden. Begründet wurde der Plan mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verkaufsverbot von Feuerwerk Ende vorigen Jahres. Weil daher die Lager mit Böllern und Raketen voll waren, sei schon das ganze Jahr über kein Feuerwerk mehr in Freiberg produziert worden, hieß es nun. Daher galt Kurzarbeit für die Beschäftigten. Auch dieses Jahr gilt ein Verkaufsverbot für Feuerwerk und Böller zu Silvester, wie die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder jüngst beschlossen haben. Pläne für die Nachnutzung des Weco-Betriebsgeländes gibt es den Angaben zufolge noch nicht.

12.20 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn gratuliert Nachfolger Lauterbach

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat seinem designierten Nachfolger Karl Lauterbach zum künftigen Posten gratuliert. "Lieber Karl Lauterbach, herzlichen Glückwunsch zu dieser wichtigen und schwierigen, doch auch sehr schönen Aufgabe", schrieb der CDU-Politiker am Montag bei Twitter. "Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und eine glückliche Hand. Denn es geht um unser Land. Die Bewältigung dieser Pandemie bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe."

11.20 Uhr: Sachsens Werteunion wertet Aussagen des Bundesverbands als "Verschwörungstheorien"

Die konservative Werteunion in der sächsischen CDU hat Äußerungen der Bundesspitze zu Corona als Verschwörungstheorien gebrandmarkt und "aufs Schärfste" verurteilt. "Wer solche verbreitet, arbeitet auf die noch tiefere Spaltung der Gesellschaft hin. Dies steht in krassem Widerspruch zu den satzungsgemäßen Zielen der Werteunion, der Stärkung von freiheitlich-konservativen Positionen in der Gesellschaft", erklärte Ulrich Link, Chef der Basisbewegung am Montag in Dresden. Mit seinen Forderungen und Verschwörungstheorien isoliere sich der Werteunion-Bundesverband immer weiter. "Dass er innerhalb der Unionsparteien nicht mehr ernstgenommen wird, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar."

Link bezog sich auf eine Pressemitteilung des Bundesverbandes vom vergangenen Donnerstag. Darin hatte das Gremium um den umstrittenen Vorsitzenden Max Otte unter anderem die Aufhebung aller staatlichen "Corona-Zwangsmaßnahmen" gefordert - inklusive Maskenpflicht und Abstandsregeln. Seit Beginn der Impfkampagne hätten Herzmuskelentzündungen und Blutgerinnungsstörungen stark zugenommen, hieß es. Als Beleg wurden "FIFA-Fußballer" angeführt, die auf dem Spielfeld kollabierten.

10.35 Uhr: Künftiger Kanzler Olaf Scholz äußert sich zu Köpping

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zum Fackelaufmarsch vor dem Privathaus von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping geäußert: "Das ist als Bedrohung gemeint und wir sollten nicht so tun, als ob es nicht genau das gewesen ist. Eine Bedrohung einer demokratischen, fleißigen und ganz tollen Politikerin in Sachsen. Und es ist unser Geschäft als Demokraten, dass wir das zurückweisen"

10.24 Uhr: Fast 14 Millionen Menschen mit Corona-Booster

Bei den Corona-Impfungen haben inzwischen 13,9 Millionen Geimpfte eine zusätzliche Auffrischungsdosis bekommen. Das entspricht 16,7 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Insgesamt wurden am Wochenende rund 942 000 Impfungen vorgenommen, 738.000 am Samstag und 204.000 am Sonntag.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun mindestens 57,4 Millionen Menschen oder 69,0 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben 59,9 Millionen Menschen oder 72,0 Prozent aller Einwohner erhalten.

9.52 Uhr: Lauterbach soll Gesundheitsminister werden

Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach (SPD) soll neuer Bundesgesundheitsminister werden. Das teilte die SPD am Montag in Berlin mit. Die SPD benannte als letzte der drei Parteien der geplanten Ampel-Koalition ihre Ministerinnen und Minister. Der 58-jährige Gesundheitsexperte Lauterbach soll mitten in der Hochphase der vierten Corona-Welle das Amt vom scheidenden Amtsinhaber Jens Spahn (CDU) übernehmen.

Das Ressort für Arbeit und Soziales soll erneut Amtsinhaber Hubertus Heil übernehmen. Das neue Bauministerium soll die Brandenburger SPD-Politikerin Klara Geywitz leiten. Innenministerin soll die hessische Politikerin Nancy Faeser werden. Das Verteidigungsressort soll Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht übernehmen. Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll Svenja Schulze werden. Kanzleramtsminister soll Wolfgang Schmidt werden.

Die SPD benennt zur Stunde ihre Minister.

Karl Lauterbach ist Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte der SPD
Karl Lauterbach ist Bundestagsabgeordneter und Gesundheitsexperte der SPD © Michael Kappeler/dpa

9.25 Uhr: Dresdner Arzt kritisiert Ständige Impfkommission

Der frühere Chef der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Gerhard Ehninger, hält Bewertungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Sicherheit von Impfstoffen für überflüssig. "Die nochmalige Prüfung einer professionellen Entscheidung durch ein ehrenamtlich arbeitendes Gremium ist unnötig, vor allem in einer neuen Pandemiewelle mit neuen Mutanten und steigenden Todeszahlen", sagte der Internist der Deutschen Presse-Agentur dpa mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Die Corona-Impfstoffe der Hersteller Pfizer/Biontech und Moderna, funktionieren auf Grundlage der mRNA-Technologie. Ehninger sagte, die mRNA-Technologie befinde sich seit über einem Jahrzehnt in klinischen Prüfungen. Amerikanische und europäische Zulassungsbehörden hätten die Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Dieses Infragestellen wie aktuell auch beim Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige verzögert nach Ehningers Meinung die Immunisierung der Bevölkerung.

8.27 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen steigt

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Montag mit 1.234,4 an, nachdem sie am Sonntag bei 1.227,1 gelegen hatte. Sachsen hat damit bundesweit mit weitem Abstand die höchste Inzidenz vor den Nachbarländern Thüringen (1.040,5) und Sachsen-Anhalt (861). Bundesweit lag die Inzidenz am Montag laut RKI bei 441,9.

Die Landkreise Meißen und Mittelsachsen weisen mit Werten von 2328,1 beziehungsweise 2099,4 die bundesweit höchsten Inzidenzen auf. Der niedrigste Wert in Sachsen wurde mit 686,5 in der Stadt Leipzig registriert.

8.05 Uhr: Erster Fall der Omikron-Variante in Thailand nachgewiesen

In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit. Zwei Tests am 30. November und am 3. Dezember hätten ergeben, dass es sich mit 99-prozentiger Sicherheit um die Omikron-Virusvariante handele, so die Behörden.

Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß. Thailand mit seinen Inseln, weißen Stränden, Tempeln und Dschungeln ist auf den wichtigen Tourismussektor angewiesen und hofft auf eine baldige Erholung der Branche.

7.28 Uhr: Ärztevertreterin: An Wochenenden so viel wie möglich impfen

Um die Ziele der Impfoffensive zu erreichen, bedarf es aus Sicht der Vorsitzenden der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, auch an Wochenenden massiver Anstrengungen. "Die Menschen haben am Samstag und Sonntag Zeit und würden sich auch in viel größerer Zahl boostern lassen, wenn sie dafür nicht stundenlang in der Kälte anstehen müssten", sagte Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Man darf jetzt keine Kosten und Mühen scheuen, die Impfkampagne voranzubringen." Es sei absolut richtig, bis Weihnachten etwa 30 Millionen Impfungen zu erreichen.

Das könne aber nur gelingen, wenn die Verteilung des Impfstoffs besser funktioniere, weitere Impfzentren reaktiviert würden und "wir auch am Wochenende impfen, was das Zeug hält", so Johna. "Wenn es am Wochenende einen starken Abfall bei den Impfungen gibt, müsste das an den Werktagen entsprechend kompensiert werden", warnte sie. "Dann wäre der Durchschnittswert werktäglicher Impfungen ungleich größer. Also: Auf die Wochenenden kommt es an."

6.50 Uhr: Corona-Pandemie kein Bremsklotz für weltweite Rüstungsverkäufe

Trotz der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen hat die internationale Rüstungsindustrie ihre Waffenverkäufe weiter gesteigert. Die 100 führenden Rüstungskonzerne der Erde setzten im Corona-Jahr 2020 schwere Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 531 Milliarden US-Dollar um, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Das entsprach einem währungsbereinigten Anstieg um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der sechste jährliche Zuwachs in Folge.

Das Nonplusultra auf dem internationalen Rüstungsmarkt bleiben die USA. Die 41 US-Konzerne unter den Top 100 verkauften 2020 nach einem Anstieg um 1,9 Prozent Rüstungsgüter im Gesamtwert von 285 Milliarden Dollar. Die vier im Sipri-Bericht aufgezählten deutschen Konzerne lagen mit einem Gesamtzuwachs um 1,3 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar im internationalen Durchschnitt.

6.28 Uhr: Weil schlägt Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten vor

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will in der nächsten Bund-Länder-Runde über Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte in der Zeit nach Weihnachten sprechen. In einem Interview der Zeitung "Die Welt" erneuerte er seinen Vorschlag einer Kontaktpause über Neujahr. "Klar ist, dass es über Weihnachten zahlreiche Familienkontakte geben wird. Die werden nach aller Erfahrung auch wieder für eine Reihe von Ansteckungen sorgen", sagte der SPD-Politiker. "Es ist also eine Überlegung wert, ob man die damit verbundene Infektionsdynamik nicht durch eine begrenzte Auszeit abmildern sollte."

Diesen Vorschlag hatte Weil auch schon in Interviews Ende November gemacht und von einer "verlängerten Weihnachtspause" gesprochen. Am Donnerstag steht die nächste Ministerpräsidentenkonferenz an. Im Anschluss folgt voraussichtlich die erste Besprechung mit dem bis dahin wahrscheinlich gewählten neuen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). "Dann werden wir uns natürlich auch Gedanken darüber machen müssen, wie es nach Weihnachten weitergehen soll", sagte Weil. Dies hänge vom Infektionsgeschehen und der Lage auf den Intensivstationen ab.

6.13 Uhr: AfD-Politikerin von Storch nach positivem Corona-Test in Quarantäne

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, ist nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne. "Am Freitag habe ich ein positives PCR-Testergebnis erhalten und mich unmittelbar in die vorgeschriebene 14tägige Quarantäne begeben", schrieb die 50-Jährige am Sonntag bei Facebook. "Mich schmerzt sehr, dass ich aus diesem Grund in der nächsten Woche nicht an den Sitzungen in Parlament und Fraktion teilnehmen kann." Die Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler werde kein guter Tag für Deutschland. Details zu ihrem Gesundheitszustand gab von Storch nicht bekannt.

Nach Corona-Infektionen hatten sich zuvor bereits die Vorsitzenden der AfD-Fraktion, Alice Weidel und Tino Chrupalla, in Quarantänen begeben.

5.54 Uhr: Schäuble für gesetzliche Regelung zur Corona-Impfung

CDU-Politiker Wolfgang Schäuble (79) hat sich für eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. "Wenn es nicht alle freiwillig tun, brauchen wir eine gesetzliche Regelung", sagte der ehemalige Bundestagspräsident am Sonntagabend in der RTL-Jahresshow "2021! Menschen, Bilder, Emotionen". "Und wenn sich Einzelne dann immer noch nicht daran halten, ist das so. So ist das bei Gesetzen." Das heiße aber nicht, dass ein Gesetz nicht grundsätzlich sinnvoll sei.

Mit der Impfung sei es doch "ganz einfach", sagte Schäuble im Gespräch mit Moderator Günther Jauch (65). Sie könne Menschen schützen und die Situation in den Krankenhäusern verbessern. In den vergangenen Monaten hatte sich der 79-Jährige immer wieder für die Corona-Impfung ausgesprochen und insbesondere die "Querdenker"-Szene in Interviews scharf angegriffen.

CDU-Politiker Wolfgang Schäuble
CDU-Politiker Wolfgang Schäuble © Bernd von Jutrczenka/dpa (Archiv)

5.33 Uhr: Mehrheit findet Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte richtig

Drei von vier Deutschen begrüßen einer Umfrage zufolge die jüngst beschlossenen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie. In der repräsentativen Befragung des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" gaben 74 Prozent an, sie hielten die Kontaktbeschränkungen für richtig. 23 Prozent lehnten die Maßnahmen ab. 3 Prozent der Befragten zeigten sich unentschieden.

Bund und Länder hatten am 2. Dezember beschlossen, dass Treffen, an denen ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen Haushalts beschränkt werden.

Hinter der neuen Regelung stehen laut Umfrage die Anhänger fast aller größeren deutschen Parteien. Nur die Wähler der AfD sprechen sich mit 77 Prozent mehrheitlich gegen die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte aus. Am größten ist die Zustimmung für die Maßnahme bei denen, die den Grünen (90 Prozent), der SPD (89 Prozent) und der Union (87 Prozent) nahestehen.

5.18 Uhr: Sachsens Polizei greift erneut bei Demos gegen Corona-Politik ein

Die Polizei in Sachsen ist am Sonntagabend weiter in mehreren Städten gegen nicht genehmigte Kundgebungen von Gegnern der Corona-Politik eingeschritten. So hatten sich den Angaben nach mehrere hundert Menschen nahe dem Neustadtplatz in Plauen versammelt und seien losgezogen. Der Zug in der Kreisstadt im Südwesten sei teilweise auf rund 830 Teilnehmer angewachsen, bevor er sich aufgelöst habe. Ein zweiter Aufzug am Oberen Bahnhof mit über 30 Menschen konnte demnach kurz nach Beginn gestoppt werden. Es seien zahlreiche Personalien festgestellt und Platzverweise ausgesprochen worden. Viele Teilnehmer müssten mit Anzeigen unter anderem wegen eines verbotenen Aufzugs rechnen.

In Auerbach (Vogtlandkreis) seien am frühen Abend zwischen 150 und 200 Menschen durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei habe einige Platzverweise ausgesprochen und Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Notfallverordnung erlassen. Eine Versammlung wurde am Sonntag zudem aus Kirchberg (Landkreis Zwickau) gemeldet. Einer dort ermittelten Versammlungsleiterin drohe ein Bußgeld von 1.000 Euro. Andere Angezeigte erwartet Bußen in Höhe von 250 Euro.

In Penig (Mittelsachsen) versuchten am Abend nach Polizeiangaben Dutzende Menschen, sich auf dem Marktplatz zu treffen. Die Beamten waren rund zwei Stunden beschäftigt, die Teilnehmer des "unzulässigen Protests" zu zerstreuen - was am Ende gelungen sei. Gegen drei Teilnehmer seien Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erstattet werden.

Montag, 5 Uhr: RKI registriert 27.836 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 441,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 441,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 452,4 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 27.836 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 29.364 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", hatte es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend geheißen. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 73 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.185.961 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 5,52 an (Donnerstag: mit 5,47). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 5.120.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 103.121.

Corona-Pandemie - das geschah am Sonntag:

18.00 Uhr: Landrat Mittelsachsens gegen Corona-Demos in Freiberg

Freiberg ist einer der Anlaufpunkte für Corona-Demonstranten in Sachsen. Am Montag gibt es nun einen bundesweiten Aufruf, sich den illegalen Protesten anzuschließen. Bereits am vergangenen Montag hatte es Anreisen von außerhalb gegeben, so war der Chefredakteur des rechten "Compact"-Magazins, Jürgen Elsässer, vor Ort in Freiberg. Landrat Matthias Damm (CDU) wendet sich nun mit einem Aufruf direkt an die Bevölkerung. „Wir brauchen niemanden, der sich Freiberg aussucht, um sein Aufmarschgebiet zu erweitern und ‚Widerstand‘ zu leisten." Offenbar erwartet er am Montag heftige Proteste.

17.35 Uhr: Landtag entscheidet über epidemische Notlage

Der Sächsische Landtag will am Montag (13.00 Uhr) über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. Damit will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen. Die aktuelle Notfallverordnung gilt bis 12. Dezember. Parallel zur Landtagssitzung wird ein Protest von Kritikern der Schutzmaßnahmen erwartet. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, da auch Extremisten über die sozialen Netzwerke zur Teilnahme aufriefen. Die Polizei kündigte eine "härtere Gangart" an.

15.55 Uhr: 40.000 Corona-Protestierende in Wien

Im Wien nahmen am Wochenende mehr als 40.000 Menschen an Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen teil. In teils aufgeheizter Stimmung kam es laut österreichischer Polizei vor allem am Samstag zeitweise zu Auseinandersetzungen. Fünf Menschen wurden demnach festgenommen.

15.20 Uhr: Wie der Staat gebeutelten Weihnachtshändlern hilft

Die Absage der Weihnachtsmärkte trifft eine ganze Industrie. Für viele Händler ist die Adventszeit die wichtigste Geschäftszeit im Jahr, auf Weihnachtsmärkten machen sie einen Großteil ihres Umsatzes. Sie sollen nun entschädigt werden. Doch wie funktionieren die Hilfen dieses Mal? Was betroffene wissen sollten, lesen Sie hier: Weihnachtshändler: Wie der Staat hilft - und wie nicht.

Der Striezelmarkt in Dresden ist abgesagt, noch vereinzelte Buden stehen auf dem Altmarkt.
Der Striezelmarkt in Dresden ist abgesagt, noch vereinzelte Buden stehen auf dem Altmarkt. © dpa-Zentralbild

15.02 Uhr: 4.818 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Sonntag 4.818 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Zum Vergleich: vor genau einer Woche waren es 6.078 Neuinfektionen. Zudem zählte Sachsen im gleichen Zeitraum 3 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie gibt es 544.654 Infektionsfälle. Die Inzidenz sank laut Robert Koch-Institut auf 1.227,2 (Vortag: 1.235,1).

14.57 Uhr: Bündnis "Freiberg für alle" distanziert sich von Demonstrationen

Das Bündnis "Freiberg für alle" distanzierte sich von den regelmäßigen Versammlungen in der Stadt. Die Corona-Lage spitze sich zu und Krankenhäuser arbeiteten am Limit, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten offenen Brief. "Wir sind sauer, wir sind wütend und wir wollen das nicht länger hinnehmen! Wir fordern die Spaziergänger auf, dieses weitere Befeuern der Pandemie zu unterlassen." Von der Politik erwarte das Bündnis, diese illegalen Demonstrationen nicht länger zu dulden.

14.15 Uhr: Sächsischer AfD-Abgeordneter mit Corona im Krankenhaus

Der AfD-Abgeordnete Ivo Teichmann hat sich mit Corona infiziert und ist schwerer erkrankt. Wie Teichmann selbst via Facebook mitteilte, war er ungeimpft und musste seit Donnerstag mit Lungenentzündung in einer Dresdner Klinik behandelt und dort auch mit Sauerstoff versorgt werden. Am Freitag stellte der 54-Jährige ein Foto von Klinik-Personal ins Netz und bedankte sich für deren „aufopferungsvollen Einsatz“. Teichmann hatte bis wenige Tage vor seiner schweren Erkrankung mehrfach dazu aufgerufen, keinen Druck auf Ungeimpfte auszuüben.

13.40 Uhr: Polizei löst Versammlung in Borna auf

Die Polizei hat am Samstag eine verbotene Versammlung in Borna (Landkreis Leipzig) aufgelöst. Auf dem Marktplatz hatten sich zunächst fünf Teilnehmer bei einer angemeldeten Demonstration versammelt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Kurze Zeit später kamen 30 Menschen hinzu, die keine Masken trugen und keine Abstände einhielten. Der Leiter der angemeldeten Veranstaltung distanzierte sich von ihnen und beendete seine Veranstaltung. Die 30 hinzugekommenen Personen reagierten nicht auf Ansprachen der Polizei. Einige von ihnen entfernten sich schließlich. Gegen zwölf verbliebene Personen erstattete die Polizei Anzeige wegen Verstößen gegen die Corona-Notfallverordnung. Wegen der hohen Infektionszahlen sind Demonstrationen in Sachsen nur ortsfest mit zehn Teilnehmern erlaubt.

12.50 Uhr: SPD-Bildungsexperte gegen vorgezogene Weihnachtsferien

Die SPD in Sachsen hat sich gegen vorgezogene Weihnachtsferien in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bildung, Gerald Eisenblätter, sagte am Sonntag, dass vorgezogene Ferien nicht die Lösung seien. "Das konnten wir aus dem letzten Jahr lernen. Einige Familien wurden mit der Situation schlichtweg überfordert. Wir sollten sie nicht erneut in eine solche Situation bringen." Stattdessen sprach er sich für drei fakultative Tage mit fächerverbindendem Projektunterricht oder individuellem Förderunterricht aus. "Auch auf eine Benotung sollte in den kommenden Wochen verzichtet werden." Mit Blick auf die Zahl der teilweise oder vollständig geschlossenen Schulen und den hohen Krankenstand bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften könne dadurch Druck genommen werden.

12.17 Uhr: Polizist bei Corona-Protesten in Freiberg angegriffen

Am Samstagnachmittag versammelten sich mehr als 100 Leute in der Freiberger Innenstadt. Vorausgegangen war der Ansammlung ein Aufruf in Sozialen Netzwerken, gegen die geltenden Corona-Regeln zu demonstrieren. Die Polizei regierte mit Ansprachen und versuchte die Versammlung zu beenden. Ein Pärchen, das trotz Alkoholverbot Glühwein trank, wurde bei der Kontrolle aggressiv und verletzte einen Beamten leicht. Etwas später rollte ein Fahrer eines Transporters nach einer Kontrolle auf eine Polizistin zu, offenbar um sie zu bedrohen. Beide wurden angezeigt. Insgesamt waren laut Polizei 55 Beamte an dem Einsatz beteiligt, neben den beiden Strafanzeigen gab es 15 Ordnungswidrigkeit-Anzeigen für Verstöße gegen die derzeitige Corona-Verordnung. Die Angezeigten erwartet nun ein Bußgeld von 250 Euro.

11.46 Uhr: Einzelhandel mit Umsatz am zweiten Adventswochenende unzufrieden

Der deutsche Einzelhandel hat sich mit den Umsätzen am zweiten Adventswochenende unzufrieden gezeigt. Nach einem bereits schwachen Auftakt des Weihnachtsgeschäfts hätten Corona-Maßnahmen in den vergangenen Tagen für erhebliche Einbußen gesorgt, hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Handelsverbands Deutschland. "Die Einführung verschärfter Corona-Maßnahmen in Geschäften ist eine dramatische Zäsur im Weihnachtsgeschäft", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Demnach geht aus einer HDE-Trendumfrage unter etwa 1.600 Unternehmen hervor, dass die Umsätze im stationären Nicht-Lebensmittel-Handel um durchschnittlich 26 Prozent geringer ausfielen als im Vorkrisenjahr 2019.

11.17 Uhr: Wie Corona die Erzgebirgskunst bedroht

Die Absage der Weihnachtsmärkte trifft vor allem das Weihnachtsland Erzgebirge. Was machen die Hersteller von Räuchermännchen und Schwibbögen, wenn die Kunden nicht vor Ort kaufen? In Seiffen herrscht Frust - vor allem über die späte Absage der Weihnachtsmärkte. Warum man den Mut trotzdem nicht verliert, lesen Sie hier: Wie Corona die Erzgebirgskunst bedroht.

Hunderte Weihnachtsmänner stehen zum Kauf bereit - doch kommen die Kunden auch mit 2G und ohne Weihnachtsmarkt? In Seiffen hat man seine Zweifel.
Hunderte Weihnachtsmänner stehen zum Kauf bereit - doch kommen die Kunden auch mit 2G und ohne Weihnachtsmarkt? In Seiffen hat man seine Zweifel. © Hendrik Schmidt/dpa

10.20 Uhr: Illegale Corona-Demo in Pirna

Am Samstag hat die Polizei auf dem Pirnaer Marktplatz eine Versammlung aufgelöst. Etwa fünfzig Personen hätten sich nach Aufrufen in Messengerdiensten am Nachmittag im Stadtzentrum versammelt, teilte die Dresdner Polizei mit. Die Anwesenden seien auf die Schutzmaßnahmen hingewiesen worden, viele verließen daraufhin den Platz. Gegen 16 verbleibende Personen seien Anzeigen erstattet worden.

9.12 Uhr: Drei Sächsische Landkreise über Inzidenz von 2.000

Sachsen bleibt Deutschlands Hotspot in der Corona-Pandemie. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts liegen die drei am schwersten betroffenen deutschen Landkreise im Freistaat. Alle liegen verzeichnen zudem mehr als 2.000 Neuinfektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet. Angeführt wird die Liste vom Landkreis Mittelsachsen (Inzidenz: 2208,5), gefolgt von Meißen (2014,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2008,4). im ganzen Freistaat liegt die Inzidenz bei 1227,1.

8.22 Uhr: Polen und Schweiz jetzt Hochrisikogebiete

Seit Mitternacht gelten Polen und die Schweiz wie schon fast 60 weitere Staaten als Hochrisikogebiete für eine Corona-Ansteckung. Die Einstufung nahm die Bundesregierung am Freitag vor. Das erschwert die Einreise aus diesem Ländern - auch für Deutsche, die von einem Geschäfts-, Familien- oder Urlaubsaufenthalt zurückkehren. Neu auf der Liste sind auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius. Schon vorher standen darauf die deutschen Nachbarländer Niederlande, Belgien, Österreich und Tschechien.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Man kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Die Bundesregierung will damit auch angesichts der neuen Virusvariante Omikron die Ausbreitung des Virus verhindern.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonnabend

17.55 Uhr: Patientenschützer fordern mehr Tests

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie muss aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz das Testen stärker in den Fokus der Schutzmaßnahmen rücken. "Ich habe das Gefühl, das ist eine Scheuklappen-Politik: Es gibt nur 2G und alles andere blenden wir aus", kritisierte Vorstand Eugen Brysch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Länder. Die Ordnungsämter seien nicht in der Lage, die 2G-Regeln - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - flächendeckend zu kontrollieren. "Ohne Kontrolle macht das keinen Sinn", sagte Brysch. Hinzu komme das Problem gefälschter Impfausweise und kopierter Impfnachweise in Handys.

Brysch sprach sich für zusätzliche Tests auch für Geimpfte und Genesene aus. "2G plus ist das Konzept, was uns nicht nur durch den Winter bringt, sondern auch durch 2022." Bisher fehlten Konzept und Fahrplan, wie 140 Millionen Impfungen in Deutschland und eine mögliche Impfpflicht im kommenden Jahr organisiert werden sollen. An die Pharmaindustrie richtete er den Appell, ein "Update" bei den Corona-Impfstoffen zu den neuen Virusvarianten zu liefern.

17.38 Uhr: Montgomery: Bei Stiko-Empfehlung kein Grund gegen Kinder-Impfpflicht

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Corona-Impfpflicht auch für Kinder - falls die Ständige Impfkommission diesen eine Impfung empfiehlt. "Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben", sagte er dem Nachrichtenportal "ZDFheute.de". "Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen."

"Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona", argumentierte Montgomery. "Ich verstehe den Aufstand gar nicht." Die Debatte über eine mögliche allgemeine Impfpflicht hatte zuletzt Fahrt aufgenommen - es ist angedacht, dass der Bundestag darüber abstimmt. Details sind aber noch unklar, das Thema ist umstritten. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert könnte es eine solche Abstimmung Anfang des kommenden Jahres geben. Aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sollten Kinder bei einer Impfpflicht außen vor bleiben, wie er kürzlich bei RTL/ntv betonte.

17.30 Uhr: Städte wollen Hilfe der Polizei bei Kontrolle von Corona-Regeln

Die Städte fordern für die Durchsetzung der schärferen Corona-Vorgaben zusätzliche Hilfe der Polizei. "Bund und Länder haben strenge Kontrollen der Maßnahmen verabredet, aber offengelassen, wie diese funktionieren können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, der Deutschen Presse-Agentur. "Dafür brauchen die Ordnungsämter dringend mehr Unterstützung durch die Polizei der Länder - und zwar nicht allein anlassbezogen, sondern durch verstärkte Präsenz auf Weihnachtsmärkten und im öffentlichen Raum."

Dedy machte klar, dass für Kontrollen der 2G-Zugangsnachweise von Geimpften und Genesenen zunächst die jeweiligen Einzelhändler, Gastronomen oder Weihnachtsmarktveranstalter in der Pflicht seien. "Auch die Ordnungsämter zeigen schon mehr Präsenz und kontrollieren stichprobenhaft in den Innenstädten und Einkaufsstraßen." Schwerpunktkontrollen müsse es dort geben, wo mit gehäuften Verstößen zu rechnen sei. "Und es wird auch mit Bußgeldern sanktioniert." Generell würden die neuen 2G-Regeln und Kontaktbeschränkungen von der überwiegenden Zahl der Menschen akzeptiert. "Das ist gut so. Die meisten erwarten allerdings, dass kontrolliert wird, ob tatsächlich alle diese Regeln einhalten", sagte Dedy.

Polizisten laufen auf der Einkaufsmeile Prager Straße vor Geschäften entlang. Die Polizeidirektion Dresden kontrolliert die Einhaltung der neuen Corona-Regeln täglich mit 50 Beamtinnen und Beamten.
Polizisten laufen auf der Einkaufsmeile Prager Straße vor Geschäften entlang. Die Polizeidirektion Dresden kontrolliert die Einhaltung der neuen Corona-Regeln täglich mit 50 Beamtinnen und Beamten. © Robert Michael/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

17.14 Uhr: Festnahmen bei illegaler Corona-Demo in Berlin

Gegner der Corona-Maßnahmen sind trotz des erlassenen Demonstrationsverbots am Samstagnachmittag in Berlin-Friedrichshain auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von einer Teilnehmerzahl im "unteren dreistelligen Bereich". Die Demonstranten zogen demnach illegal vom Strausberger Platz zur Alexanderstraße und weiter in Richtung Frankfurter Tor und Bersarinplatz, sagte eine Sprecherin. Es kam zu mehreren Festnahmen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln und wegen Widerstands gegen die Beamten.

Ein Journalist, der die Proteste per Handy filmte, wurde den Angaben zufolge von einem Teilnehmer angegriffen. Er entriss ihm demnach das Smartphone. Der Journalist konnte es nach einem Handgemenge zurück erlangen. Der mutmaßliche Täter muss sich nun wegen versuchten räuberischen Diebstahls verantworten. Eine für Samstag ursprünglich angemeldete Demonstration von Impfgegnern und Corona-Skeptikern mit 1.000 Teilnehmern war am Freitag verboten worden.

16.49 Uhr: Ethikrat-Mitglied Rostalski gegen allgemeine Corona-Impfpflicht

Das Mitglied im Deutschen Ethikrat, Frauke Rostalski, hat sich gegen eine allgemeine Impfpflicht in der Corona-Pandemie gewandt. Eine solche Maßnahme lasse sich unabhängig vom individuellen Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung nicht rechtfertigen, sagte die Juraprofessorin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Online; Print: Montag). Anders sehe das bei den über 60-Jährigen aus, die einen Großteil der Covid-Patienten auf Intensivstationen ausmachten. "Dann drängt sich doch auf, dass man genau diese Menschen schützen muss, um eine Überlastung des Gesundheitssystems auszuschließen."

Wenn andere Länder ohne Impfpflicht in der Corona-Krise besser führen als Deutschland, stelle sich automatisch die Frage, ob der deutsche Staat wirklich schon alle anderen Instrumente in die Hand genommen habe. "Und da würde ich sagen: Nein. Aber auch unabhängig davon: Eine Impfpflicht für diejenigen, die kein erhöhtes Risiko aufweisen, mit Covid-19 auf der Intensivstation zu landen, lässt sich aus meiner Sicht generell nicht rechtfertigen."

Zuletzt hatten sich zahlreiche Politiker für eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona ausgesprochen; es gibt aber auch namhafte ablehnende Stimmen. Der voraussichtliche künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte an, dass darüber im Bundestag ohne Fraktionsdisziplin abgestimmt werden solle. Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert könnte eine solche Abstimmung Anfang des Jahres stattfinden.

16.33 Uhr: Scholz wirbt um Akzeptanz für härtere Corona-Beschränkungen

Im Kampf gegen die Corona-Welle hat der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) um Akzeptanz für härtere Einschnitte vor allem für Ungeimpfte geworben. Es hätten noch einmal "Einschränkungen für das Miteinander" festgesetzt werden müssen, die nach all der langen Zeit schwer zu ertragen seien, sagte er am Samstag in Berlin. "Aber eben weil nicht genug sich haben impfen lassen, müssen wir das noch mal machen."

Scholz machte deutlich, dass 2G-Zugangsregelungen nur für Geimpfte und Genesene zu Restaurants, Kultureinrichtungen oder Geschäften nun immerhin möglich sind. Im vergangenen Winter hätten noch für alle Bürger weitgehende Maßnahmen ergriffen werden müssen. "Jetzt können wir uns auf Regelungen konzentrieren, die sich an die richten, die diese Schutzmöglichkeit für sich nicht genutzt haben." Das sei vertretbar. Es gebe jetzt ja auch jeden Tag die Möglichkeit, etwas zu tun, sagte Scholz mit Blick auf verstärkte Impfangebote. Was die neue Regierung noch plant, erfahren Sie hier.

Olaf Scholz, designierter SPD-Kanzler, will die Corona-Maßnahmen möglicherweise noch verschärfen.
Olaf Scholz, designierter SPD-Kanzler, will die Corona-Maßnahmen möglicherweise noch verschärfen. © Michael Kappeler/dpa (Archiv)

16.00 Uhr: Hirschhausen: zu wenig Aufmerksamkeit für Corona-Langzeitfolgen

Die möglichen Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung bekommen nach Ansicht Eckart von Hirschhausens bisher nicht ausreichend Aufmerksamkeit. "Hinter jeder heiß diskutierten Welle gibt es eine stumme Welle, über die kaum gesprochen wird", sagte der Moderator und Arzt der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um die Menschen, die nach einer Infektion nicht richtig genesen, sondern krank und angeschlagen zurückbleiben. "Während die Impfgegner von Langzeitschäden der Impfung schwadronieren, die aus dem Nichts auftauchen könnten - was faktisch nicht der Fall ist -, reden wir viel zu selten über die Menschen, deren Langzeitschäden ganz real sind: neurologische Ausfälle, Erschöpfungszustände, Atemnot und Herzprobleme."

Von Hirschhausen besuchte für seine dritte Corona-Reportage, die am Montag (6.12.) im Ersten ("Hirschhausen - Corona ohne Ende?", 20.15 Uhr) ausgestrahlt wird, unter anderem die Rehaklinik Heiligendamm und die Universitätskinderklinik in Jena. "Mir war vor der Reportage nicht klar, wie viele Menschen mit Long Covid es gibt und wie viele davon aus den Gesundheitsberufen kommen", sagte er dazu. Er habe in den Therapiegruppen viele Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte und Therapeuten getroffen, die sich oft schon in der ersten Welle angesteckt hätten - und nun Monate bis Jahre darauf warten müssten, dass ihnen geholfen wird.

"Sie haben sich angesteckt, während sie ihren Dienst am Menschen taten, und sie mit Leib und Seele das Gesundheitssystem aufrecht hielten: anfangs ohne Masken, ohne Schutzkleidung, ohne Impfung. Wir lassen sie jetzt das zweite Mal im Stich, wenn sie allein um ihre Anerkennung, Therapien und Rehabilitation kämpfen müssen."

15.24 Uhr: Sachsen meldet 7.000 neue Corona-Fälle - 420 weniger als vor einer Woche

In Sachsen sind am Samstag 7.007 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Mit 7.427 Fällen waren vor einer Woche 420 Infektionen mehr gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 539.836 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.223 starben. Am Samstag wurden 21 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Die Zahl der Genesenen wird mit 420.000 angegeben.


Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag am Samstag mit 1.235,1 etwas höher als am Freitag (1.224,7). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf. Hotspot ist aktuell der Landkreis Mittelsachsen (2.143,8) vor dem LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2.010,9).

15.02 Uhr: Strobl: Bei Impfpflicht könnte Corona-Protest radikaler werden

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl (CDU), hat vor einer Radikalisierung der Corona-Proteste im Fall einer Impfpflicht gewarnt. Nach den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes könne man davon ausgehen, dass "eine Impfpflicht die aggressive Haltung der Querdenker-Bewegung noch verstärkt", sagte der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Die Querdenken-Bewegung ist gefährlich für unsere freiheitliche Demokratie, und sie wird noch gefährlicher", sagte Strobl.

"Sie meint, eine voranschreitende Diktatur zu erkennen, sie meint zunehmend einen delegitimen Staat zu erkennen, gegen den Widerstand gerechtfertigt sei." Im Kampf gegen Corona sei es aber richtig, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. "Auch wenn es eine zunehmende Radikalisierung geben sollte: Wir lassen uns von Extremisten, Verschwörungsideologen und Antisemiten nicht abhalten, das Richtige zu tun."

Bei Protesten gegen die Corona-Politik in den Niederlanden gab es gewalttätige Ausschreitungen, wie hier in Rotterdam.
Bei Protesten gegen die Corona-Politik in den Niederlanden gab es gewalttätige Ausschreitungen, wie hier in Rotterdam. © Killian Lindenburg/ANP/dpa

14.40 Uhr: Ampelfraktionen wollen Corona-Hilfsfonds um halbes Jahr verlängern

Die Pläne zur Verlängerung des deutschen Corona-Hilfsfonds um ein halbes Jahr werden konkreter. Die Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP planen, den Fonds bis zum 30. Juni auszudehnen, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bislang sind die Hilfen bis zum 31. Dezember möglich. Aus Fraktionskreisen verlautete am Samstag, über den Entwurf solle in der kommenden Woche beraten werden.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ist ein wichtiges Instrument der Bundesregierung, um großen Unternehmen direkt zu helfen, die wegen der Corona-Krise in Not sind. So bekam die Lufthansa Hilfen in Milliardenhöhe. Die Ampelfraktionen, die in der kommenden Woche SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz zum Kanzler wählen wollen, planen zudem, den Umfang der möglichen Hilfen zu kürzen. Bisher konnte der WSF Garantien von insgesamt 400 Milliarden Euro gewähren, um klammen Unternehmen zu helfen und ihre Finanzierung auf dem Kapitalmarkt zu unterstützen. Dieser Umfang soll auf 100 Milliarden Euro verringert werden.

14.01 Uhr: Polizei löst verbotene Party in Chemnitz auf

Die Polizei hat in der Nacht zu Samstag in Chemnitz eine verbotene Party aufgelöst. Nach einem Bürgerhinweis hatten die Beamten die Feier in einer Industriebrache im Ortsteil Siegmar entdeckt, wie die Polizei am Samstag mitteilte. 35 Menschen feierten zusammen, darunter 30 Personen ohne Nachweis über eine Impfung oder eine Genesung. Eine solche Ansammlung ist gemäß der geltenden Corona-Notfallverordnung nicht erlaubt - wer nicht geimpft oder genesen ist, darf sich lediglich mit dem eigenen Haushalt und einer weiteren Person treffen. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verstoßes gegen die sächsische Corona-Notfallverordnung. Den Teilnehmern droht jeweils ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro.

13.38 Uhr: Geisterspiele: Bayern verlieren 3,5 Millionen Euro pro Spiel

Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer hat die unterschiedliche Zuschauerbeschränkung in Fußballstadien aufgrund der weiter grassierenden vierten Corona-Welle kritisiert. "Die Gesundheit der Menschen steht an erster Stelle, keine Frage. Nun haben wir wieder unterschiedliche Zuschauerzahlen in unterschiedlichen Bundesländern, das ist alles andere als ideal", sagte Hainer (67) der "Bild" (Samstag).

In Bayern und Sachsen müssen die Fußball-Clubs wieder ohne Fans spielen. In anderen Bundesländern sind noch, wenn auch in geringerer Anzahl, Zuschauer zugelassen. Für den deutschen Rekordmeister seien die erneuten Geisterspiele "ein emotionaler und ein wirtschaftlicher Nachteil": "Jedes Heimspiel ohne Zuschauer bedeutet für uns einen Einnahmeverlust von mindestens 3,5 Millionen Euro. Das trifft uns sehr hart. Bisher gab es nach unseren Erkenntnissen bei Spielen im Freien unter der 2G-plus-Regel mit Abstand und Maske sehr wenige Ansteckungen, die direkt auf den Stadionbesuch zurückzuführen waren", sagte Hainer.

13.15 Uhr: Wegen hohen Corona-Krankenstands: Nahverkehr in Sachsen reduziert

Wegen des coronbedingt hohen Krankheitsstands beim Personal haben viele Verkehrsbetriebe in Sachsen ihren Fahrplan gekürzt. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Betrieben ergeben. Bei den Zügen des "Trilex" in Richtung Ostsachsen sowie bei den Dresdner Verkehrsbetrieben im Stadtgebiet wird der Fahrplan eingeschränkt, wie die Verkehrsbetriebe Oberelbe mitteilten. "Die Einschränkungen gehen in der Tat auf einen hohen Krankenstand bei den Mitarbeitern zurück. Dies umfasst auch Fälle von Quarantäne und Corona-Infektionen", sagte ein Sprecher.

Die 18 Unternehmen im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) verzeichnen laut Angaben des Verbands ebenfalls einen erhöhten Krankenstand im Fahrpersonal aufgrund von Corona-Infektionen und Quarantäne. "Hinzu kommt punktuell, dass auch Fahrpersonal wegen teilweiser Schulschließungen und der damit verbundenen Kinderbetreuung nicht im Einsatz sein können", teilte eine Sprecherin mit. Es könne zu temporären Reduzierungen kommen. Es würden aber alle Fahrgäste zur Ausbildung, Schule und zum Arbeitsort befördert. Zum MDV gehören auch die Leipziger Verkehrsbetriebe. Über deren Fahrplaneinschränkung hatte zunächst die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.

Wie sich die Lage entwickele, lasse sich aber schwer einschätzen, heißt es vom MDV. "Sollte sich die Lage verschärfen oder weitere Beschränkungen von Seiten Bund und Länder verordnet werden, kann es zu weiteren Einschränkungen im Fahrplanangebot kommen." Beim Verkehrsverbund Mittelsachsen fallen etwa bis zum 9. Januar die üblichen Nachtzüge an den Wochenenden aus. Auch sogenannte Berufsverkehr-Verdichterzüge zwischen Chemnitz und Zwickau fahren in der kommenden Woche und vom 20. Dezember bis 7. Januar nicht.

13.02 Uhr: Party nur mit "Covid-Pass": Verschärfte 3G-Regel auf Mallorca

Ausgehen und Party machen ist jetzt auch auf Mallorca aufgrund steigender Corona-Zahlen fast nur noch mit 3G möglich. Auf der bei Deutschen beliebten Urlauberhochburg und auch auf den anderen Baleareninseln sind verschärfte Corona-Maßnahmen in Kraft getreten. Zum Besuch von Bars, Restaurants und anderen Einrichtungen mit einer Kapazität von mehr als 50 Personen muss seit Samstag ein Impf- oder Genesenennachweis bzw. ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Diese Vorschrift gilt bis zum 24. Januar - und zwar für Innenräume und für überdachte Terrassen. Es handelt sich um eine Erweiterung der 3G-Regel auf den Balearen, denn die Pflicht zur Vorlage des sogenannten "Covid-Passes" galt in der spanischen Mittelmeer-Region unter anderem bereits für den Besuch von Diskotheken, Nachtclubs und Seniorenheimen.

Regierungssprecher Iago Negueruela betonte, man werde die Einhaltung der neuen Regeln streng kontrollieren. Bei Unterlassung sind hohe Geldstrafen von bis zu 600 000 Euro vorgesehen. Die Corona-Zahlen sind auf den Balearen wie im Rest des Landes mit einer Impfquote von rund 80 Prozent zuletzt deutlich gestiegen, jedoch nicht so stark wie in Deutschland. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt auf den Inseln bei 152. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert am Samstag gut 442, in Spanien landesweit 139. Auf den Balearen wurden bisher zwei Fälle der neuen Virusvariante Omikron nachgewiesen, in Spanien insgesamt sieben.

"Glücklicherweise stehen unsere Krankenhäuser noch nicht unter Druck", betonte am Freitag die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Regeln gab es vor dem Impfzentrum von Son Dureta in Palma lange Schlangen und einen "großen Andrang", wie die "Diario de Mallorca" berichtete.

Palma de Mallorca: Eine Gruppe junger Menschen posiert für ein Selfie mit der Weihnachtsbeleuchtung im Hintergrund.
Palma de Mallorca: Eine Gruppe junger Menschen posiert für ein Selfie mit der Weihnachtsbeleuchtung im Hintergrund. © Isaac Buj/Europa Press/dpa

12.23 Uhr: Stiko-Chef Mertens: "Ich bin kein Freund einer Impfpflicht"

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat sich skeptisch über eine Impfpflicht in der Corona-Pandemie geäußert. "Ich persönlich bin kein Freund einer Impfpflicht. Das war ich noch nie und das werde ich auch nicht mehr werden", sagte der Vorsitzende der Stiko am Robert Koch-Institut der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag).

"Es ist mir immer lieber, wenn es durch Überzeugung gelingt, die Menschen zu etwas Sinnvollem wie der Impfung zu bewegen", sagte der Virologe. Es sei aber klar, dass die Impfpflicht keine Sache der Wissenschaft, sondern der Politik sei. "Es ist die Aufgabe unserer gewählten Volksvertreter, darüber zu entscheiden." Mertens räumte ein: "Es ist großer Mist, dass wir nicht noch mehr Menschen von den großen Vorteilen des Impfens überzeugen konnten. Wir müssen weiter werben."

Er erwarte, dass neue Impfstoffe Skeptiker überzeugen könnten. Dabei habe er etwa den Totimpfstoff der US-Firma Novavax im Blick, auf den offenbar viele Menschen warteten, die die mRNA-Impfstoffe kritisch sehen. Trotz der neuen Virusvariante Omikron sei aktuell eine Boosterimpfung sinnvoll, erklärte Mertens: "Boostern lohnt auf jeden Fall und wir hoffen, dass der Schutz dann länger anhält." Zudem sehe er kein Problem, sich wenige Monate nach dem Booster erneut impfen zu lassen, um sich gegebenenfalls vor Omikron zu schützen.

11.58 Uhr: Inzwischen 13 Millionen Menschen mit Corona-"Booster"

Bei den Corona-Impfungen haben inzwischen mindestens 13 Millionen Geimpfte eine zusätzliche Auffrischungsdosis bekommen. Insgesamt wurden am Freitag 896 000 Impfungen vorgenommen, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Samstag hervorgeht. Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun mindestens 57,3 Millionen Menschen oder 68,9 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben 59,8 Millionen Menschen oder 71,9 Prozent aller Einwohner erhalten.

Der scheidende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte, dass in den vergangenen drei Tagen insgesamt fast drei Millionen Impfungen gemacht wurden. Verstärkenden "Booster-Schutz" hätten inzwischen auch mehr als ein Drittel der geimpften Über-60-Jährigen erhalten. Bund und Länder haben das Ziel von bis zu 30 Millionen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen bis Jahresende ausgegeben - ausgehend vom Stand der Impfungen bei der vorangegangenen Bund-Länder-Runde am 18. November.

11.20 Uhr: Kommunen zweifeln an Erreichen von 30-Millionen-Impfziel

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, bezweifelt, dass bis Weihnachten wie geplant 30 Millionen Corona-Impfungen möglich sind. "Ich halte das für einen frommen Wunsch", sagte Landsberg am Samstag im Deutschlandfunk: "Wahrscheinlich werden wir das nicht erreichen." Landsberg verwies darauf, dass viele Impfzentren geschlossen seien und nicht kurzfristig wieder aufgebaut werden könnten.

Die Kommunen setzen demnach bei den Impfungen auf die Hausärzte, auf Impfbusse und kurzzeitig errichtete Impfzentren. Aber die Zahl der Personen, die impfen dürfen, sei eben nicht beliebig vermehrbar, betonte der Hauptgeschäftsführer des Verbands. Impfzentren für Kinder oder Impfungen in Schulen und Kitas schloss Landsberg aus. Für Impfungen seien die Kinderärzte zuständig. Seiner Erfahrung nach wollten Eltern auch eine Beratung durch ihren Kinderarzt.

11.09 Uhr: Studie: Sehr hoher Corona-Schutz durch FFP2-Masken

FFP2-Masken bieten einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion. Dabei kommt es aber auf die richtige Trageweise an, wie Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation nach einer Studie berichten. Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille (0,1 Prozent). Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2- oder KN95-Maske, schreibt das Team um Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz. Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario dagegen bei rund vier Prozent, berechnet das Team. Wie der beste Schutz aussieht, erfahren Sie hier.

10.55 Uhr: Merkel: "Nehmen Sie das tückische Virus ernst"

Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu Solidarität im Kampf gegen die Corona-Ausbreitung aufgerufen und erneut für mehr Impfungen geworben. "Wir sind mitten in dieser vierten Pandemiewelle in einer sehr ernsten Lage, in manchen Teilen unseres Landes kann man sie nur dramatisch nennen", sagte Merkel in ihrer letzten wöchentlichen Videobotschaft (Samstag). Sie bitte daher noch einmal eindringlich: "Nehmen Sie das tückische Virus ernst." Jede Impfung helfe, sagte Merkel mit Blick auf Erst- und Auffrischimpfungen.

Sie verwies auf "übervolle Intensivstationen", Schwerkranke, die quer durch Deutschland geflogen werden müssten, und die derzeit "so schrecklich hohe Zahl" an Menschen, die das Virus das Leben koste. "Jeder von ihnen hinterlässt Familien oder Freunde, fassungslos, ratlos, hilflos. Das ist so bitter, weil es vermeidbar wäre. Mit den wirksamen und sicheren Impfstoffen haben wir den Schlüssel dazu in der Hand." Merkel dankte den Menschen, "die in dieser schweren Zeit vernünftig und verständnisvoll sind" und sich aus Selbstschutz wie aus Fürsorge für andere an die Regeln hielten.

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat noch einmal auf die Gefahren durch Corona aufmerksam gemacht und fürs Impfen geworben.
Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel hat noch einmal auf die Gefahren durch Corona aufmerksam gemacht und fürs Impfen geworben. © Michael Kappeler/dpa POOL

10.33 Uhr: Zahl der Omikron-Fälle in England mehr als verdoppelt

Die Zahl der Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in England hat sich mehr als verdoppelt. Im größten britischen Landesteil seien 75 weitere Fälle mit der Variante B.1.1.529 festgestellt worden, teilte die Gesundheitsbehörde Health Security Agency (UKHSA) am Freitagabend mit. Damit seien in England nun 104 Omikron-Fälle bekannt. Dazu kommen 29 Infektionen in Schottland - gut doppelt so viele wie bisher. In Wales ist ein Fall bekannt, in Nordirland wurde die Variante bisher nicht nachgewiesen.

Es gebe nun Fälle ohne Verbindung zu Auslandsreisen, sagte UKHSA-Chefin Jenny Harries. Dies deute auf lokale Übertragungen hin. Harries rief die Bevölkerung auf, Hygienemaßnahmen einzuhalten, sich im Falle einer Infektion unverzüglich zu isolieren und sich sobald wie möglich eine Impfung oder Auffrischungsdosis spritzen zu lassen. Die Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Großbritannien war am Freitag erstmals seit Mitte Juli, als es wegen der Fußball-Europameisterschaft viele Fälle gegeben hatte, wieder über 50.000 gestiegen.

10.02 Uhr: Corona-Inzidenz im Hotspot Sachsen steigt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Corona-Hotspot Sachsen ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Samstag mit 1.235,1 an - nach einem Wert von 1.224,7 am Vortag. Sachsen bleibt damit mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Inzidenz - gefolgt von Thüringen (1.026,5) und Sachsen-Anhalt (832,7). Bundesweit lag die Inzidenz laut RKI am Samstag bei 442,7.

Innerhalb des Freistaats sind besonders die Landkreise Mittelsachsen (2.143,8) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2.010,9) stark betroffen. Unter der Hotspot-Schwelle von 1.000 liegen nur die Städte Leipzig (688,5), Dresden (973,0) sowie die Landkreise Görlitz (946,3) und Zwickau (912,7). Seit Beginn der Pandemie sind im Freistaat laut RKI 533.734 Covid-19-Fälle und 11.209 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet worden. Am Samstag kamen 9.090 Infektionen dazu und 62 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus.

9.23 Uhr: Ärztepräsident Reinhardt: Niemand darf zwangsgeimpft werden

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ist zwar für eine allgemeine Impfpflicht, warnt aber vor Zwangsimpfungen. "Wichtig ist, wir sprechen von einer Impfpflicht, nicht von einem Impfzwang. Niemand darf zwangsgeimpft werden", sagte Reinhardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Wer der Impfpflicht nicht nachkomme, müsse aber mit spürbaren Restriktionen bei der Teilnahme am öffentlichen und gewerblichen Leben rechnen.

Ungeimpfte müssten in der gegenwärtigen Lage in den Lockdown, "auch wenn es nur ein Lockdown light ist", betonte Reinhardt. Es gehe nicht anders. Die allgemeine Impflicht sei das einzige Mittel, um aus der Lockdown-Endlosschleife herauszukommen. Hohe Impfraten bedeuteten niedrigere Inzidenzen und vor allem viel weniger schwer kranke Patienten.

Ein Mann wird in einem Impfzentrum gegen Corona geimpft.
Ein Mann wird in einem Impfzentrum gegen Corona geimpft. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

9.02 Uhr: Verdi-Chef Werneke kritisiert Corona-Politik: Hat Wochen gekostet

Das politische Hin und Her rund um das Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite hat aus Sicht des Verdi-Chefs Frank Werneke wertvolle Zeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie gekostet. "Es war aus meiner Sicht ein schwerer Fehler, die Feststellung der epidemischen Notlage aufzuheben und damit den Ländern einen Teil der Bekämpfungsmöglichkeiten zu nehmen", sagte Werneke. "Jetzt wird das wieder korrigiert, aber es hat zu Wochen der Unklarheit geführt."

Die epidemische Lage von nationaler Tragweite bot einen rechtlichen Rahmen für die Länder, um harte Gegenmaßnahmen in der Corona-Krise durchzusetzen. Ende November war der Status ausgelaufen - stattdessen wurde mit einer Reform des Infektionsschutzgesetzes ein veränderter Katalog an Maßnahmen ermöglicht, den Kritiker als unzureichend ansahen. In dieser Woche einigten Bund und Länder sich auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen insbesondere für Ungeimpfte. Nach dem Beschluss vom Donnerstag soll das Infektionsschutzgesetz um weitere Regelungen ergänzt werden, damit Länder und Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen zusätzliche Maßnahmen zum Gegensteuern zur Verfügung haben.

Eine ebenfalls krasse Fehlentscheidung war es laut Werneke, zahlreiche Impfzentren in vielen Bundesländern zu schließen. "Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass mehr oder weniger 80 Millionen Menschen alle sechs bis neun Monate eine Impfung brauchen", sagte er. "Da werden wir auf Dauer eine andere Logistik benötigen, als wir sie derzeit haben."

8.37 Uhr: Einzelhandel in Sachsen leidet unter Pandemie und Online-Handel

Die Pandemie und der zunehmende Handel im Internet machen den Einzelhändlern in Sachsen zu schaffen. Ein erneuter kompletter Lockdown im Weihnachtsgeschäft wäre für den Einzelhandel und für ganze Innenstädte ein Desaster, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, René Glaser, in Dresden bei einer dpa-Umfrage. Viele Unternehmen würden das nicht überstehen. Schon der vergangene Lockdown habe das Einkaufsverhalten der Menschen zulasten des Einzelhandels verändert. Das Eigenkapital der Betriebe sei durch die langen Schließzeiten aufgebraucht. Weitere Umsatzeinbrüche könnten sie nicht ohne angemessene Wirtschaftshilfen auffangen.

8.23 Uhr: Große Mehrheit der Geimpften hat kein Verständnis für Ungeimpfte

Die große Mehrheit der Corona-Geimpften in Deutschland (88 Prozent) hat kein Verständnis für ungeimpfte Mitbürger. Wie aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des "RedaktionsNetzwerks Deutschland" (Samstag) hervorgeht, gibt es dabei leichte Unterschiede zwischen Ost und West. In Ostdeutschland geben demnach 82 Prozent an, kein Verständnis für Menschen zu haben, die sich der schützenden Spritze verweigern. Im Westen sind es 89 Prozent. Den Angaben zufolge wurden am 29. und 30. November repräsentativ 1.006 geimpfte Personen über 18 Jahre befragt.

Vor allem bei den Anhängerinnen und Anhängern von Grünen (97 Prozent), SPD (96 Prozent) und CDU/CSU (93 Prozent) ist der Anteil der Geimpften enorm groß, die kein Verständnis für Ungeimpfte haben. Bei der FDP beträgt er 76 Prozent, bei der AfD 56 Prozent und bei den Linken 82 Prozent. Den Ungeimpften schlägt der Umfrage zufolge seitens der Geimpften nicht nur mangelndes Verständnis entgegen. 86 Prozent sind auch der Auffassung, dass das Verhalten der Impfgegner unverantwortlich sei, weil dadurch auch die Gesundheit anderer Menschen gefährdet werde. Strenge und strikte Kontakt- und Ausgangssperren für alle Nicht-Geimpften befürworten 72 Prozent der Geimpften.

Samstag 8.00 Uhr: 64.510 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz in Deutschland steigt

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 442,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 442,1 gelegen, vor einer Woche bei 444,3 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 64.510 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.48 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 67.125 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 378 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 303 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.116.070 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 5.058.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102.946.


Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,52 an (Donnerstag: mit 5,47). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Pandemie - Das geschah am Freitag

22.01 Uhr: Zehntausende Corona-Tote in Russland in einem Monat

In Russland sind im Oktober nach offiziellen Angaben fast 75.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. In den meisten Fällen gelte das Virus als Haupttodesursache, teilte das Statistikamt Rosstat am Freitagabend in Moskau mit. Die Corona-Statistik der Regierung weist nach Angaben der Staatsagentur Tass dagegen nur halb so viele Todesfälle für den Monat aus. Die Diskrepanz wird nach Tass-Angaben damit erklärt, dass hierbei nur Fälle erfasst würden, bei denen Corona die Haupttodesursache gewesen sei und eine Bestätigung für eine Infektion schnell vorgelegen habe.

In Russland breitet sich die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Virus aus. Die Impfquote ist verhältnismäßig niedrig: Erst rund 43 Prozent der 146 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Das Land verfügt über mehrere eigene Vakzine.

21.47 Uhr: Gut die Hälfte der Omikron-Infizierten in England vollständig geimpft

Mehr als die Hälfte der bislang nachgewiesenen Infektionen mit der besorgniserregenden Omikron-Variante des Coronavirus in England sind bei vollständig Geimpften aufgetreten. Von den 22 bestätigten Infizierten hätten zwölf mindestens zwei Corona-Impfungen erhalten, teilte die britische Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Allerdings lässt sich aus diesen Zahlen nicht darauf schließen, dass Geimpfte ein ähnlich hohes Risiko haben, sich mit Omikron zu infizieren wie Ungeimpfte. Je mehr Menschen in der Bevölkerung geimpft sind, desto mehr Geimpfte sind auch unter den Infizierten - selbst wenn der Anteil der infizierten Geimpften sehr gering ist.

Auch unter den Infizierten der derzeit noch dominierenden Delta-Variante ist der Anteil der Geimpften an den Infizierten in Großbritannien oder Deutschland mittlerweile hoch - weil die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern geimpft ist. In beiden Ländern haben knapp 70 Prozent der Menschen mindestens zwei Impfdosen erhalten.

21.35 Uhr: Corona-Proteste vor Wohnhaus von Sachsens Sozialministerin

Am Abend haben sich rund 30 Menschen mit Fackeln vor dem Wohnhaus von Sachsens Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping (SPD), in Grimma versammelt. Dort protestierten sie gegen die Politikerin, die die harten Corona-Beschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie im Freistaat mitträgt. Internetuser werteten das in ihren persönlichen Beiträgen als Eingriff in ihre Privatsphäre und als Einschüchterungsversuch. Mehr zum Fackel-Protest in Grimma erfahren Sie hier.

Auch vor dem Haus von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatten sich schon Corona-Gegner versammelt. Sein Zweitwohnsitz war am 10. Januar 2021 in die Schlagzeilen geraten, als Kritiker der Corona-Maßnahmen das Umgebindehaus des MP aufsuchten.

21.18 Uhr: Polizei beendet Corona-Politik-Protest in Freiberg

In Freiberg hat es am Freitag erneut Proteste gegen die aktuelle Corona-Politik gegeben. 30 Personen drohe nun jeweils ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro, teilte die Polizei mit. Wegen der dramatischen Lage im Freistaat sind gemäß der sächsischen Corona-Notfallverordnung derzeit nur Versammlungen mit höchstens zehn Menschen erlaubt - und nur an einem festen Ort. Gegen 17.45 Uhr habe sich eine mittlere zweistellige Anzahl von Teilnehmern am Albertpark versammelt, teilte die Polizei mit. "Die Polizisten sprachen diese an und wiesen sie auf die geltenden Beschränkungen, die sich aus der Sächsischen Corona-Notfallverordnung ergeben, hin."

Ungeachtet dessen hätten sich einige von ihnen gegen 18 Uhr in Bewegung gesetzt und seien über die Gehwege in Richtung Bahnhof gelaufen. Gegen 18.15 Uhr stoppten die Einsatzkräfte den Aufzug und umschlossen die Teilnehmer, wie es weiter hieß. Bereits am vergangenen Montag hatten sich vielerorts in Sachsen wiederholt Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. In Chemnitz und Freiberg (Landkreis Mittelsachsen) etwa waren Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen. Die Polizei in Dresden bereitet sich derweil auf einen Polizeieinsatz wegen einer geplanten Demonstration am Montag gegen die Corona-Maßnahmen vor dem sächsischen Landtag vor.

Bereits am 29. November hatte es in Freiberg eine größere Demo gegen die Corona-Politik gegeben.
Bereits am 29. November hatte es in Freiberg eine größere Demo gegen die Corona-Politik gegeben. © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild

21.06 Uhr: Studie: Homeoffice senkt Produktivität nicht

Einer neuen Untersuchung zufolge hat die Ausweitung der Arbeit im Homeoffice während der Corona-Pandemie keine negativen Auswirkungen auf die Produktivität der Beschäftigten. Zu dieser Einschätzung gelangten rund 60 Prozent der Betriebe, die in der Pandemie mindestens einem Beschäftigten Homeoffice ermöglichten, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Freitag in Nürnberg mit. 22 Prozent der Unternehmen bewerteten die Auswirkungen auf die Produktivität als positiv. Lediglich 13 Prozent geben an, dass die Arbeit daheim zu schlechteren Leistungen geführt habe. Basis der Untersuchung ist eine repräsentative IAB-Umfrage zwischen dem 2. und dem 16. November.

Trotz dieser überwiegend positiven Bilanz gaben in einer vorherigen Befragung im Juli 2021 zwei Drittel der Betriebe an, das Homeoffice-Angebot nach der Pandemie wieder auf das Vorkrisenniveau senken zu wollen. Jeder zehnte Betrieb wollte damals das Angebot noch unter den Stand vor der Pandemie bringen. Die Forscher des IAB, das zur Bundesanstalt für Arbeit gehört, erklären diese Absicht unter anderem mit den Auswirkungen des Homeoffice auf die innerbetriebliche Kommunikation. So geben 70 Prozent der Großbetriebe mit 250 und mehr Beschäftigten an, die Ausweitung der Arbeit daheim habe den Austausch zwischen den Beschäftigten beeinträchtigt.

Bei Kleinstbetrieben mit unter zehn Beschäftigten trifft das hingegen nur auf knapp 30 Prozent zu. "Das zeigt, dass Betriebe persönliche Interaktionen vor Ort als wichtigen Bestandteil der Arbeit einschätzen, die sich nicht eins zu eins durch virtuelle Kommunikation ersetzen lassen, vor allem bei neu eingestellten Beschäftigten", sagte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger. Als Infektionsschutzmaßnahme habe sich die Einschränkung der persönlichen Kontakte durch die Arbeit im Homeoffice dennoch bewährt.

20.41 Uhr: Südafrika: Corona-Neuinfektionen steigen rapide an

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Südafrika steigt rapide an. Am Freitag meldete das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) 16.055 Neuinfektionen innerhalb eines Tages bei 65.990 durchgeführten Covid-Tests. Vor genau einer Woche lag in dem Land mit rund 59 Millionen Einwohnern die Zahl der Neuinfektionen bei 2.828, nachdem 30.904 Tests durchgeführt wurden. 72 Prozent der neuen Fälle sind nach NICD-Angaben in der bevölkerungsreichsten Provinz Gauteng, zu der auch die Metropole Johannesburg gehört, aufgetreten.

Südafrika hatte vergangene Woche als eines der ersten Länder weltweit die neue Coronavirus-Variante Omikron gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation hatte daraufhin die Variante (B.1.1.529) als "besorgniserregend" eingestuft.

20.22 Uhr: Belgien verschärft erneut seine Corona-Regeln

Belgien hat erneut verschärfte Corona-Regeln verkündet. Von kommender Woche an gelten strengere Regeln für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, die Schulen sollen früher und teilweise länger in die Winterferien gehen und es wird empfohlen, auch private Treffen so weit wie möglich einzuschränken, wie Premierminister Alexander De Croo am Freitag mitteilte. Konkret sollen auch Veranstaltungen mit mehr als 200 Menschen in Innenräumen verboten werden. Für andere Events gelten weiterhin Hygieneregeln, diese sollten von den lokalen Behörden verstärkt kontrolliert werden.

Für Menschen, die aus Deutschland nach Belgien einreisen wollen ändert sich zunächst - bis auf die neuen Beschränkungen in Belgien selbst - nichts. Wer geimpft ist, muss nicht in Quarantäne und braucht keinen frischen Corona-Test und kann einreisen. Zuletzt infizierten sich in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern so viele Menschen täglich wie nie zuvor in der Pandemie. Im Schnitt waren es fast 18.000 Menschen. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist stark gestiegen.

19.42 Uhr: SPD-Politikerin Dittmar: Impfpflicht für Heime ab Mitte März 2022

Die vorgesehene Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten soll nach den Plänen der künftigen Ampel-Koalition vom 16. März des kommenden Jahres an gelten. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, Sabine Dittmar, sagte auf Nachfrage, von dem Tag an werde der Impfnachweis "Voraussetzung sein für den Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses". Alle bereits Beschäftigten müssten ihren Immunstatus bis zum 15. März 2022 nachgewiesen haben. Die Ärztinnen und Ärzte, Pflege- oder auch Reinigungskräfte müssen dann also entweder gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sein.

SPD, Grüne und FDP planen eine einrichtungsbezogene Impfpflicht, also eine Vorschrift für alle Beschäftigten über das medizinische und pflegerische Personal hinaus. Dittmar erklärte, aus epidemiologischer Sicht sei eine hohe Impfquote "unabdingbar" in solchen Einrichtungen. "Aber auch aus menschlicher Sicht ist es völlig unverständlich, dass Personal, das Tag für Tag mit besonders verletzlichen Menschen zusammenarbeitet, nicht geimpft ist", sagte die SPD-Politikerin.

Nach einem Bericht des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitag) soll der entsprechende Gesetzentwurf bis Mitte Dezember vom Bundestag beschlossen werden. Ende Oktober waren in einem Altenheim am Werbellinsee in Brandenburg elf alte Menschen gestorben. Nach Angaben der zuständigen Behörden waren die Bewohnerinnen und Bewohner weitgehend geimpft, aber nur die Hälfte des Personals.

19.15 Uhr: Corona-Inzidenz in Italien weiter steigend

In Italien steigt die Corona-Inzidenz weiter deutlich an. Stand Donnerstag berechneten sie die Experten landesweit für die zurückliegenden sieben Tage auf durchschnittlich 155 Fälle je 100.000 Einwohner, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Rom mit. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 125. Besonders hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Südtirol mit rund 646 Fällen je 100.000 Einwohner, dahinter folgen mit klarem Abstand die norditalienischen Regionen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und das Aostatal.

Es sei ein schrittweiser Anstieg der Fallzahlen, vor allem in den Altersbereichen mit vielen Ungeimpften, sagte Experte Gianni Rezza. «Aktuell sind wir in einer Prä-Omikron-Phase.» Bis auf einen kleinen Ausbruch zirkuliere die Variante derzeit nicht in Italien. Am Freitag meldeten die Behörden etwas mehr als 17.000 Corona-Neuinfektionen und fast 75 Tote mit dem Virus binnen eines Tages. Rund 87,6 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren sind mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft.

18.35 Uhr: Mehrere Länder kippen Testpflicht nach Auffrischungsimpfung

In mehreren Bundesländern entfällt die Testpflicht für Menschen, die eine Auffrischungsimpfung gegen Corona erhalten haben. Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kündigten die Lockerungen für Drittgeimpfte am Freitag schon mit Wirkung ab Samstag an. Auch Mecklenburg-Vorpommern prüft einen solchen Schritt - Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) hoffe jedoch auf eine bundesweite Lösung und wolle das Thema bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag ansprechen, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Auffrischungsimpfung erhöhe den Impfschutz enorm, teilte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit. "Sie brauchen dann deshalb beispielsweise für ihren Besuch in einem Restaurant oder beim Betreten eines Fitnessstudios keinen weiteren Test mehr." Die 2G-plus-Regel sieht vor, dass nur Geimpfte und Genesene mit einem negativen Test Zugang haben. Zuvor hatte bereits Niedersachsen die Testpflicht nach einer Booster-Impfung mit Wirkung ab Samstag gekippt.

Aus wissenschaftlicher Sicht bestehe nach der Auffrischungsimpfung eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, sich und andere anzustecken. "Der Impfschutz ist bei dieser Gruppe auf einem derart hohen Niveau, dass die Gefahr, dass Geimpfte untereinander das Virus weitergeben, doch wahrscheinlich nur noch verschwindend gering ist", hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zuvor gesagt.

Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen.
Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen. © Symbolfoto: Daniel Reinhardt/dpa

18.10 Uhr: Polizei bereitet sich auf Corona-Protest am Montag in Dresden vor

Die Polizei in Dresden bereitet sich auf einen Polizeieinsatz wegen einer geplanten Demonstration am Montag gegen die Corona-Maßnahmen vor dem sächsischen Landtag vor. Insbesondere in den sozialen Netzwerken werde zu dem Protest aufgerufen, teilte die Polizei am Freitag mit. "Auch Extremisten mobilisieren für einen Protest vor dem Sächsischen Landtag. Unsere Gefahrenprognose, Grundlage unserer Einsatztaktik, ist damit eine ganz andere als an den vergangen Montagen", sagte Polizeipräsident Jörg Kubiessa laut Mitteilung.

Im Ergebnis enge das den Ermessensspielraum der Polizei deutlich ein. "Eine härtere Gangart der Polizei wird die logische Konsequenz sein – natürlich unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit bei der Wahl unserer Mittel", so Kubiessa. Der Polizei-Einsatz soll sich demnach auf den Schutz des Landtages konzentrieren, auf die Absicherung des Impfzentrums und die Unterbindung verbotener Ansammlungen.

Basierend auf den Erfahrungen bei vergangenen Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen rechnet die Polizei demnach mit vorsätzlichen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Teilnehmer hätten bislang kaum auf Ansprachen durch die Einsatzkräfte reagiert. Für Montag habe die Polizei daher auch den Einsatz von Wasserwerfern angefordert, die sichtbar im Stadtzentrum positioniert werden sollen.

Bereits am vergangenen Montag hatten sich erneut vielerorts in Sachsen Gegner der Corona-Politik bei nicht angemeldeten Demonstrationen versammelt. Wegen des dramatischen Infektionsgeschehens in Sachsen sind nur stationäre Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern zulässig. Dessen ungeachtet waren etwa in Chemnitz und Freiberg Hunderte von ihnen durch die Straßen gezogen.

17.47 Uhr: Neues Online-Portal: 600 Freiwillige melden sich für Krankenhäuser

Hunderte Menschen in Sachsen sind dem Aufruf des Gesundheitsministeriums gefolgt, die überlasteten Krankenhäuser zu unterstützen. Binnen eines Tages hätten sich 600 Freiwillige gemeldet, teilte das Ministerium am Freitag über Twitter mit.

Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag ein neues Online-Portal für Freiwillige eröffnet, die in der angespannten Corona-Lage in den sächsischen Krankenhäusern aushelfen wollen. Es richtet sich vor allem an Pflegepersonal sowie Ärzte - beide Gruppen auch im Ruhestand - und an Medizinstudierende, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Gesucht werden auch Helferinnen und Helfer, die etwa Transporte übernehmen oder Kranken Mahlzeiten reichen.

17.08 Uhr: Experten schließen Inzidenz von bis zu 2.800 in Sachsen nicht aus

Die sächsische Landesregierung schließt eine Verdoppelung des aktuell schon extrem hohen Corona-Inzidenzwertes bis Jahresende nicht aus. "Bei sich fortsetzender Dynamik kann angenommen werden, dass die Inzidenz bis Ende Dezember bis zirka 2800 ansteigen wird, bis sie dann bis Ende Januar auf das jetzige Niveau wieder abfallen wird", heißt es im Antrag der Regierung für die Sondersitzung des Landtages am Montag. Das Parlament soll dann über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden.

Am Freitag hatte das Robert Koch-Institut für Sachsen eine Wocheninzidenz von 1.224,7 ermittelt. Das ist der mit Abstand höchste Wert in Deutschland. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche an.

In der Begründung ihres Antrages macht die sächsische Regierung auf die dramatische Lage aufmerksam: "In Sachsen ereignen sich 15 Prozent aller Neuinfektionen in der Bundesrepublik, obwohl auf Sachsen nur fünf Prozent der Gesamtbevölkerung entfallen." Inwieweit sich derzeitige Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und 2G-Regelungen auf das Infektionsgeschehen auswirken, werde sich erst in den nächsten zwei Wochen zeigen. Die Impfquote sei weiterhin viel zu niedrig, um in der aktuellen Situation "einen relevanten Einfluss auf eine absehbare Eindämmung des Infektionsgeschehens zu leisten". Es gehe auch darum, das Gesundheitswesen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung zu schützen.

Mit der Feststellung der epidemischen Lage will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Schutzmaßnahmen und ihre mögliche Erweiterung erlangen. Bedingung für besondere Maßnahmen war bisher, dass der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellte. Sie galt aber nur bis zum 25. November und wurde nicht mehr verlängert. Den Ländern wurde jedoch die Möglichkeit einer Übergangsfrist bis 15. Dezember eingeräumt. Sachsen nutzte das und erließ am 19. November eine Corona-Notfallverordnung. Nun hofft der Freistaat darauf, mit dem neuen Infektionsschutzgesetz auch weiter alle Instrumente im Kampf gegen die Pandemie nutzen zu können.

Am Freitag wurden in Sachsen 9.471 Neuinfektionen gemeldet.
Am Freitag wurden in Sachsen 9.471 Neuinfektionen gemeldet. © dpa-Zentralbild

16.47 Uhr: Schwesig kritisiert Ständige Impfkommission

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat der Politik ebenso wie der Ständigen Impfkommission (Stiko) Versäumnisse in der Corona-Pandemie vorgeworfen. "Bei den Booster-Impfungen sind wir zu spät dran", sagte Schwesig dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Das Beispiel Israel habe schon im Sommer gezeigt, dass Auffrischimpfungen die vierte Welle brechen. Die Stiko habe Boostern jedoch erst im Oktober für über 70-Jährige empfohlen und für alle sogar erst im November. "Das kam viel zu spät." Die Ärzte orientierten sich an den Stiko-Empfehlungen.

Auch das Handeln der Politik in der Pandemie in Deutschland in den letzten Wochen sieht Schwesig dem Magazin zufolge kritisch. "Wir in der Politik müssen uns fragen, ob wir nicht früher Einschränkungen für Ungeimpfte hätten vornehmen müssen."

16.25 Uhr: 18 Todesfälle nach Corona-Ausbruch in Thüringer Pflegeheim

Insgesamt 18 Menschen sind nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Rudolstadt in Thüringen gestorben. Bei 14 von ihnen bestand kein vollständiger Impfschutz, wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Freitag mitteilte. Nur eine Person habe demnach drei Impfungen erhalten, drei weitere waren doppelt geimpft. Bei einer ersten Meldung von vergangener Woche hatte das Landratsamt berichtet, dass Angehörige von Heimbewohnern diesen von der Impfung abgeraten hatten. Damals waren sieben Tote gezählt worden. Von 141 Heimbewohnern war rund ein Drittel nicht geimpft, hieß es in der Mitteilung vom Freitag.

Behauptungen in sozialen Netzwerken, wonach die Todesfälle in Zusammenhang mit einer Booster-Impfung stünden, widersprach das Landratsamt und verwies auf den Anteil der Ungeimpften unter den Todesfällen. Auch habe es genügend Impfmöglichkeiten für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen gegeben. "Die Nicht-Impfung ist in diesen Fällen also eine bewusste Entscheidung der Bewohner beziehungsweise von deren Angehörigen und Betreuern und liegt nicht an Terminengpässen in der Impfstelle", hieß es.

15.48 Uhr: Sachsen für Verlängerung steuerlicher Corona-Hilfsmaßnahmen

Sachsen hat sich für die Verlängerung steuerlicher Corona-Hilfsmaßnahmen über das Jahresende hinaus ausgesprochen. "Neben den staatlichen Hilfsprogrammen, etwa in Form von Zuschüssen oder Darlehen, sollte auch die Steuerverwaltung weiterhin einen Beitrag zur Entlastung und Unterstützung leisten", erklärte Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Freitag in Dresden. "Ich bin überzeugt, dass das Bundesfinanzministerium unserer Forderung nachkommt und jetzt schnell die Voraussetzungen schafft, damit unsere Finanzämter wieder im vereinfachten Verfahren zinslose Stundungen vornehmen können."

15.40 Uhr: Sachsens Apotheken grundsätzlich zum Impfen bereit - aber nicht flächendeckend

Die sächsischen Apotheken sind grundsätzlich zum Impfen bereit. "Wenn wir in dieser aktuell sehr ernsten Lage dazu beitragen können, dass mehr Menschen durch die Corona-Impfung geschützt sind, sind wir natürlich dazu bereit, unsere ärztlichen Kollegen weitergehend zu unterstützen und auch in den Apotheken kurzzeitig Impfungen anzubieten", erklärte die Geschäftsführung der Sächsischen Apothekerverbandes am Freitag auf Anfrage. Allerdings müssten dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden und eine medizinische Schulung des Impfpersonals erfolgen.

Zudem werde man wegen der hohen Arbeitsbelastung durch Bürgertestung, Verteilung der Impfstoffe und durch die Pandemie bedingte Personalengpässe dieses Angebot nicht flächendeckend machen können, hieß es. "Weshalb wir die Booster-Impfung in den Apotheken nur als zusätzliches Angebot mit einem für die Vorbereitung notwendigen zeitlichen Vorlauf sehen."

15.29 Uhr: Berührendes Duett für Corona-Zeit von Max Mutzke und Carolin Kebekus

Berührendes für eine Zeit ohne Berührungen: "Nimmst du mich in den Arm" ist der Titel eines Duetts des Musikers Max Mutzke (40) mit der Schauspielerin und Komikerin Carolin Kebekus (41). Wie Universal Music am Freitag mitteilte, soll die Ballade für Augenblicke sein, in denen die Batterien auf Null stehen - eine Art "musikalische Kerze gegen die Einsamkeit in einer dunklen Zeit, in der Berührungen immer seltener, immer schwieriger werden".

Entstanden ist der Song demnach aus einem spontanen Duett von Kebekus mit Mutzke bei einer Sendung von "Max Mutzke & Friends". Der Song sei so gut beim Publikum angekommen, dass die beiden daraus eine offizielle Version aufgenommen hätten. "Nimmst du mich in den Arm" stammt aus Mutzkes neuem Album "Wunschlos süchtig". Der Sänger lebt mit seiner Familie im Schwarzwald. Er hat aber auch eine Wohnung in Köln, zu der seine Kinder und Partnerin oft pendeln.

15.00 Uhr: Sachsen meldet fast 9.500 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind am Freitag 9.471 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden 59 weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 532.829 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 11.202 starben. Die Zahl der Genesenen wird mit 413.900 angegeben.

Die vom Robert Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat lag am Freitag mit 1.224,7 etwas höher als am Donnerstag (1.180,1). Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Sachsen liegt aber weiter an der Spitze der deutschen Bundesländer - und weist zudem die niedrigste Impfquote auf. Hotspot bleibt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Sieben-Tage-Wert von 1.994,5.

14.30 Uhr: Dehoga unterstützt Klage gegen Corona-Notfallverordnung

Seit dem vergangenen Montag dürfen Hotels, Pensionen und Campingplätze in Sachsen keine Touristen mehr aufnehmen - gegen dieses Beherbergungsverbot zieht der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen jetzt vor Gericht. Der Verband unterstützt einen betroffenen Hotelier aus Eibenstock (Erzgebirgskreis) bei seinem Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen, wie er am Freitag mitteilte.

Jens Ellinger, Vizepräsident des Dehoga in Sachsen, sagte, dass die Corona-Notfallverordnung in Sachsen die Geschäftssituation verzerre. In Polen, Tschechien und den umliegenden Bundesländern seien die Hotels noch geöffnet.

Es sei unbestritten, dass die Situation auf den sächsischen Intensivstationen dramatisch sei. Hotels seien für die Infektionen jedoch nicht verantwortlich. "Wir fühlen uns erneut ohne wissenschaftliche Begründung als Prügelknabe für die verfehlte Politik." In der kommenden Woche will der Verband ein ähnliches Verfahren mit einem betroffenen Gastronomen gegen die Auflagen für Restaurants vor dem Oberverwaltungsgericht anstreben.

Die Klage sollte noch am Freitag an das Oberverwaltungsgericht Bautzen gehen. Der Gerichtssprecher sagte, dass dort schon einige Klagen gegen die Corona-Notfallverordnung eingegangen seien. Erste Entscheidungen bei Eilverfahren könne es in der kommenden Woche geben.

14.15 Uhr: Umfrage: Sorge vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz gestiegen

Laut einer Umfrage des Portals "lohnspiegel.de" hat die Sorge vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz angesichts der gestiegenen Fallzahlen deutlich zugenommen. So gaben im November 30 Prozent der Befragten an, Angst vor einer Corona-Ansteckung bei der Arbeit zu haben, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Dies sei ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vormonaten, als dieser Anteil bei etwas mehr als 20 Prozent lag.

Besonders groß waren die Befürchtungen bei Beschäftigten in Verkaufsberufen sowie weiteren Bereichen, in denen ein direkter Kontakt zu anderen Menschen besteht: Gesundheit und Pflege sowie Soziales, Bildung und Erziehung. Weitgehend unbesorgt zeigte sich dagegen die Gruppe die Impfverweigerer. Von diesen hatten im November nur 15 Prozent Ansteckungssorgen. Das war derselbe Wert wie im Juli.

13.52 Uhr: Dutzende Verstöße gegen 3G-Regeln in Bus und Bahn in Dresden

In der ersten Woche der 3G-Regel im öffentlichen Personennahverkehr sind in Dresden 64 Verstöße festgestellt worden. Wie die Stadt Dresden am Freitag mitteilte, überprüften Ordnungsamt und Polizei zwischen dem 24. November und dem 1. Dezember in rund 150 Bussen und Bahnen die Einhaltung der Corona-Maßnahme. Dabei kontrollierten sie demnach binnen einer Woche bei mehr als 1.000 Fahrgästen die 3G-Nachweise - also die Bescheinigung, dass die Personen geimpft, genesen oder getestet die Verkehrsmittel nutzten.

In 64 Fällen konnten die Fahrgäste den Nachweis demnach nicht erbringen. Die Verstöße wurden angezeigt. Zudem droht den Beschuldigten nun ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro. "Die Kontrollen werden intensiv fortgesetzt", kündigte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) laut Mitteilung an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Seit dem 24. November gilt bundesweit die 3G-Regel im öffentlichen Personennahverkehr. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen Nachweis über eine negative Testung mit sich führen, die bei Fahrtantritt nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Ein Polizist in Dresden kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regeln.
Ein Polizist in Dresden kontrolliert die Einhaltung der Corona-Regeln. © dpa-Zentralbild

13.15 Uhr: Corona: Impftermin-Portal in Sachsen gestartet

In Sachsen können seit 13 Uhr an diesem Freitag wieder Termine über das Impfportal gebucht werden. Interessierte erreichen das Tool zur Terminbuchung unter sachsen.impfterminvergabe.de. Wegen vieler Anfragen mussten einige Nutzer am Freitag allerdings bei der Registrierung Wartezeiten in Kauf nehmen.

An den festen Impfpunkten und Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat werden sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungsimpfungen angeboten. Mit der Einführung des Systems sollen Wartezeiten für Impfwillige weiter reduziert werden.

Bis zum 6. Dezember wird allerdings noch flächendeckend mit Wartekärtchen vor Ort gearbeitet. Daher muss mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden. Sowohl in Chemnitz als auch in Dresden hatten am Mittwoch die früheren Impfzentren wieder den Betrieb aufgenommen – und einen Ansturm erlebt. An beiden Orten befanden sich mehrere Hundert Menschen in der Warteschlange.

Bereits bei der Registrierung landeten Nutzer in der Warteschlange.
Bereits bei der Registrierung landeten Nutzer in der Warteschlange. © Screenshot Impfportal Sachsen

12.44 Uhr: Polen und die Schweiz werden zu Corona-Hochrisikogebieten

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius werden so eingestuft. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

Eine Einstufung als Hochrisikogebiet bedeutet aber kein Reiseverbot. Sachsens zweites Nachbarland Tschechien ist bereits seit Mitte November Hochrisikogebiet. Welche Regeln dort gelten.

12.32 Uhr: Seibert rechnet mit Impfpflicht-Abstimmung zum Jahresanfang

Eine Abstimmung über eine mögliche allgemeine Corona-Impfpflicht im Bundestag könnte nach Aussage von Regierungssprecher Steffen Seibert Anfang des nächsten Jahres stattfinden. "Wir sind dabei, einen Weg zu beschreiten, damit der Deutsche Bundestag Anfang des kommenden Jahres eine solche Entscheidung fällt. Aber das liegt natürlich komplett in den Händen der Abgeordneten des Deutschen Bundestages", sagte er am Freitag in Berlin.

Seibert wies darauf hin, dass es vorher eine Empfehlung des Ethikrats zum Thema geben solle. "Das ist ja auch keine leichte Sache. Das ist eine Abwägungsfrage." Tenor der Einigung von Bund und Ländern am Donnerstag sei gewesen, dass man das jetzt für notwendig halte. Der Sprecher erwähnte das "noch nie da gewesene Infektionsgeschehen", die Situation in den Kliniken, verschobene Operationen und die "Tatsache, dass jeden Tag Patienten quer durch Deutschland geflogen werden müssen". Das alles habe auch mit einer nicht ausreichenden Impfquote zu tun.

12.18 Uhr: Zehn weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 1.034 weitere Corona-Infektionen und zudem zehn Todesfälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun bereits 1.284 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen, insgesamt 65.958 Menschen wurden in Dresden positiv getestet. Davon gelten 51.373 als wieder genesen - 1.463 mehr als am Donnerstag. Die Behörden meldeten zudem 46 weitere Krankenhauseinweisungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 1.076,9 am Donnerstag auf nun 1.005,5. Es ist jedoch möglich, dass die niedrigeren Zahlen eine Konsequenz aus der Überlastung des Gesundheitssystems sind. Mehr dazu im Artikel Weshalb auf hohe Inzidenzen unsichere Zahlen folgen

11.57 Uhr: Testpflicht auch für Geimpfte in Restaurants in Baden-Württemberg

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr. Zudem werden Großveranstaltungen angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise in Baden-Württemberg untersagt. Demnach wird für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kultur- und Freizeitveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen. Die Regeln sollen bereits am Samstag in Kraft treten.

11.42 Uhr: RKI-Chef Wieler: Impfpflicht muss sorgsam überlegt werden

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat sich in der Debatte über eine Corona-Impfpflicht für ein behutsames Vorgehen ausgesprochen. Das Thema müsse "sehr, sehr sorgsam kommuniziert und überlegt werden", sagte Wieler in Berlin. Es gebe ganz viele Fragen, etwa ab welchem Alter eine Impfpflicht gelten und wie sie vollzogen werden solle und wie damit umgegangen werde, dass Impfungen keinen 100-prozentigen Schutz brächten, sondern eventuell aufgefrischt werden müssten. "Da braucht es wirklich eine intensive Debatte, um die Pros und Cons herauszuarbeiten (...) Das ist wirklich nicht so trivial."

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte am Freitag seine "grundsätzlich sehr skeptische Haltung, was eine allgemeine Impfpflicht angeht". Er habe in dieser Frage sein Wort gegeben. "Das wird auch mein Abstimmungsverhalten bestimmen", sagte er. Angedacht ist, dass der Bundestag über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht abstimmt, wobei der Fraktionszwang für Abgeordnete aufgehoben werden soll. Der Ethikrat soll außerdem bis Jahresende eine Empfehlung zum Thema vorlegen. Wieler ergänzte: "Eins ist klar, ohne, dass alle Menschen einen Immunschutz haben, werden wir es sehr, sehr schwer haben, diese Pandemie zu einem Stillstand zu bringen."

Jens Spahn (r.) und Lothar Wieler am Freitag in Berlin.
Jens Spahn (r.) und Lothar Wieler am Freitag in Berlin. ©  dpa/Kay Nietfeld

11.21 Uhr: Leipziger Patient mit Omikron-Verdacht hat bislang milden Verlauf

Der Leipziger Patient mit Verdacht auf die Coronavirus-Variante Omikron hat bislang einen milden Krankheitsverlauf. Entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur neuen Variante seien der Patient sowie seine Haushaltskontaktpersonen für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Freitesten dürften sich die Betroffenen in dem Zeitraum nicht.

Anders als zuvor bekannt ist der Patient laut Angaben des Gesundheitsministeriums nicht 39 Jahre alt, sondern 37. Er selbst, seine Angehörigen und enge Kontaktpersonen seien vor der Infektion nicht im Ausland gewesen. Eine Gesamtgenomsequenzierung, die den Verdacht zweifelsfrei bestätigen könnte, wird frühestens für diesen Freitag erwartet. Bislang gilt der Patient als dringender Verdacht, wie eine Sprecherin der Uniklinik Leipzig am Dienstag bereits mitgeteilt hatte.

11.16 Uhr: "Wellenbrecher" ist "Wort des Jahres" 2021

"Wellenbrecher" ist das "Wort des Jahres" 2021. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden mitgeteilt. Das Wort stamme aus dem Küstenschutz und werde mittlerweile für Maßnahmen benutzt, die zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie angewendet werden, erklärte GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels.

Mit der Aktion werden regelmäßig Begriffe gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland nach Ansicht der Jury sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Mehr als 2.000 Vorschläge gingen in diesem Jahr dazu ein. Im vergangenen Jahr wurde "Corona-Pandemie" zum "Wort des Jahres" gekürt.

DIE WÖRTER DES JAHRES 2021:

1 .: Wellenbrecher

2.: SolidAHRität

3.: Pflexit

4.: Impfpflicht

5.: Ampelparteien

6.: Lockdown-Kinder

7.: Booster

8.: freitesten

9.: Triell

10.: fünf nach zwölf

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10.55 Uhr: Südafrika meldet viele Omikron-Fälle bei Kindern

Die neue Coronavirus-Variante Omikron überrascht Wissenschaftler in Südafrika durch eine zunehmende Infektion auch von jungen Kindern. "Es gibt eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre", sagte die Wissenschaftlerin Michelle Groome vom Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten NICD am Freitag. Das unterscheide die in Südafrika beginnende vierte Infektionswellen von früheren derartigen Phasen. Es sei aber noch zu früh, aus den bisher vorhandenen Daten wissenschaftlich fundierte Schlüsse zu ziehen. Mehr dazu im Artikel Südafrikanische Wissenschaftler: Kleinkinder nicht vor Omikron gefeit

10.33 Uhr: Was der "Wellenbrecher" in Dresden bisher brachte

"Wellenbrecher" hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die neuen Corona-Regeln genannt, die seit dem 22. November gelten. Seitdem dürfen Umgeimpfte weder Gaststätten noch Läden besuchen, die nicht der Grundversorgung dienen. Das Kalkül hinter der Regel: Wer weniger unterwegs ist, hat weniger Risikokontakte und wird sich im besten Fall nicht anstecken.

Ist dieser Plan in Dresden aufgegangen?Sächsische.de hat mehrere Datenquellen ausgewertet, die Rückschlüsse auf die Mobilität der Dresdner zulassen. Die Erkenntnisse lesen Sie im Artikel Das hat der "Wellenbrecher" in Dresden bisher gebracht

Ein Passant geht in Dresden auf der leeren Augustusstraße entlang.
Ein Passant geht in Dresden auf der leeren Augustusstraße entlang. © dpa/Sebastian Kahnert

10.03 Uhr: Leipzigs Handball-Manager mit neuer Wutrede

Mit einer neuerlichen Brandrede hat Leipzigs Handball-Manager Karsten Günther die Umsetzung der Impfkampagne in Sachsen scharf kritisiert. Vor dem Bundesliga-Heimspiel seines SC DHfK am Donnerstagabend schimpfte er über bürokratische Hürden im Freistaat und immer noch fehlende Strukturen.

"Mitten im größten Orkanauge der Pandemie, wo nur Impfen hilft, wo plötzlich die Leute noch mal ihre Entscheidung überdenken, wo Boostern wichtig ist, haben wir es immer noch nicht geschafft, funktionsfähige Strukturen schnell an den Start zu bringen. Stattdessen verlieren wir sinnlos Tage und Wochen, bis es endlich losgeht", sagte Günther. Mehr zu Günthers Wutrede im Artikel "Und wir beweihräuchern uns..."

9.48 Uhr: Impfgegner-Demonstration in Berlin verboten

Eine für Samstag in Berlin geplante Demonstration von Impfgegnern und Corona-Skeptikern ist von der Polizei verboten worden. Im Internet werde aber weiterhin mobilisiert, sagte ein Sprecher am Freitagmorgen. Die Polizei werde im Lauf des Freitags noch mal deutlich auf das Verbot hinweisen und weitere Informationen dazu veröffentlichen. Nach den Erfahrungen des Jahres ist aber trotzdem nicht ausgeschlossen, dass Initiatoren und Teilnehmer versuchen, auf der Straße zu protestieren.

Ähnliche Demonstrationen waren in diesem Jahr immer mal wieder verboten worden, weil die Veranstalter zum bewussten Ignorieren der Corona-Regeln wie Masken- und Abstandspflicht aufriefen. Teilweise gab es dann heftige Rangeleien von Teilnehmern mit der Polizei.

Der Titel der Demonstration lautete "Unspaltbar - Nein zum Impfzwang". Angemeldet waren 1.000 Teilnehmer, die von Mitte nach Kreuzberg laufen wollten. Hinter der Anmeldung stand eine Initiative, die extremistischen Einstellungen nahesteht. Angemeldet waren außerdem ab dem Mittag verschiedene Gegendemonstrationen.

9.22 Uhr: Mittelsachsen ist Deutschlands Hotspot

Die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus steigt in Sachsen wieder. Mit einer Wocheninzidenz von 1.224,7 hat der Freistaat bundesweit weiter den unrühmlichen Spitzenplatz inne - siehe Blogeintrag von 8.02 Uhr. Von den zehn derzeit am stärksten betroffen Landkreisen Deutschlands liegen allein fünf in Sachsen. Mittelsachsen weist dabei mit 2.062,5 die höchste Inzidenz aus, gefolgt vom Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 1.994,5. Auf Rang fünf der negativen Deutschland-Tabelle steht der Erzgebirgskreis (1.494,7), Bautzen folgt mit 1.476,1 (6.) und Platz zehn geht schließlich an den Landkreis Leipzig (1412,6).

Unter anderem im mittelsächsischen Freiberg mit einer Inzidenz 2.107,9 wurde zuletzt mehrfach gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Lesen Sie dazu auch den Artikel Was macht die Polizei gegen die verbotenen Demos?

8.55 Uhr: Städte- und Gemeindebund hält Corona-Beschlüsse für richtig

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für einen richtigen Ansatz. "Der Maßnahmenkatalog kommt spät, aber besser spät als gar nicht", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post".

"Es ist richtig, bundesweit den Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur und der Freizeitgestaltung inzidenzunabhängig nur für Geimpfte und Genesene zu regeln", meinte Landsberg. Auch die 2G-Regel bundesweit inzidenzunabhängig auf den Einzelhandel auszuweiten sowie die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte seinen für Landsberg richtige Ansätze. Skeptisch zeigte er sich aber, bis Weihnachten wie von der Politik geplant 30 Millionen Impfungen vorzunehmen.

8.30 Uhr: Dresdner Testzentren gefragt wie nie

Noch nie mussten sich so viele Menschen testen lassen wie jetzt. So gilt in Bussen und Bahnen die 3G-Regel, ebenso in Betrieben. Wer in Alten- und Pflegeheimen arbeitet, muss sich sogar unabhängig davon testen lassen, ob er geimpft oder genesen ist. Gleichzeitig gibt es nicht überall in Dresden ausreichend Testzentren, wie die Stadtverwaltung nun feststellt. Sie ruft dazu auf, Testzentren zu eröffnen. Mehr zur Situation in Dresden – und wo Sie sich testen lassen können: Ansturm auf die Dresdner Testzentren

8.02 Uhr: Inzidenz in Sachsen wieder gestiegen

Die Corona-Ansteckungsrate in Sachsen ist am Freitag wieder angestiegen: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 1.224,7, tags zuvor waren es noch 1.180,1. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Inzidenz im Freistaat 1.192,8), vor genau einem Monat - also am 3. November - lag die Zahl mit 289,7 noch wesentlich niedriger.

Auch bundesweit stieg der Inzidenzwert nach leichten Rückgängen an den Vortagen wieder und liegt nun bei 442,1. Sachsen bleibt dennoch mit Abstand das Bundesland mit der höchsten Ansteckungsrate. Neben dem Freistaat weist nun auch Thüringen mit 1013,6 eine vierstellige Inzidenz aus, Sachsen-Anhalt (757,2) liegt auf Platz drei der Tabelle. Am geringsten ist die Zahl aktuell in Schleswig-Holstein (151,1).

7.42 Uhr: Mittelstandsverband fordert 2G-Regel in Betrieben

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine 2G-Regel in Betrieben gefordert. "Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel", sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger der dpa. "Es würde bedeuten, dass nur wer geimpft oder genesen ist, seinen Arbeitsplatz betreten darf." Vor mehr als einer Woche war die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft getreten. Mehr dazu im Artikel Mittelstandsverband für 2G-Regel in Betrieben

6.57 Uhr: Kretschmer will notfalls bei Corona-Maßnahmen nachsteuern

Ministerpräsident Michael Kretschmer schließt bei einem anhaltenden Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Sachsen noch härtere Einschnitte nicht aus. "Wenn wir in der kommenden Woche nicht eine deutliche Beruhigung sehen, müssen wir nacharbeiten", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

In der Talkrunde sind sich Kretschmer und der künftige Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verbal heftig angegangen – mehr dazu lesen Sie im Artikel Kretschmer und künftiger Minister geraten aneinander

6.35 Uhr: Herrmann: Kampf gegen Corona-Sünder wichtiger als gegen Falschparker

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält den Kampf gegen Corona-Verstöße derzeit für wichtiger als den Einsatz gegen Raser und Falschparker. Man müsse dafür sorgen, dass das, was etwa auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurde, nun auch tatsächlich befolgt werde, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Innenministerkonferenz in Stuttgart. "Es gibt eine kleine Minderheit, die meint, man könne das missachten. Da muss die Polizei einschreiten."

Die Einhaltung der Corona-Vorschriften habe nun Priorität. "Das ist im Moment einfach wichtiger, als Parkverstöße oder überhöhte Geschwindigkeit zu kontrollieren", sagte er. "Die höchste Gefahr geht von Corona aus, da muss die Polizei eine Priorität setzen." Herrmann spricht auf der Innenministerkonferenz für die unionsgeführten Länder.

6.00 Uhr: Dresdner Verkehrsbetriebe lassen weniger Bahnen fahren

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) reduzieren ab Samstag ihren Fahrplan. Grund seien die derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, was zu deutlich weniger Fahrgästen führe, teilte das Unternehmen mit. Zuletzt habe die Fahrgastzahl bei etwa 400.000 pro Werktag und damit bei kaum mehr als 60 Prozent der üblichen Menge gelegen.

Die DVB rechnen aufgrund der neuen Einschränkungen damit, dass die Zahl noch weiter sinken wird. Zudem sei auch die Zahl der erkrankten Fahrerinnen und Fahrer deutlich gestiegen. Den Angaben nach lag diese am Donnerstag um ein Drittel höher als noch vergangene Woche. Eine ausreichende Grundversorgung im Nahverkehr bleibe jedoch gewährleistet, heißt es von den Verkehrsbetrieben. Mehr zu den Änderungen

Freitag, 5.10 Uhr: RKI registriert 74.352 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor nun wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

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Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 357 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.051.560 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 5.023.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102. 568.

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