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Corona: Das sind die Dresdner Infizierten

Nicht nur Schüler und Erzieher sind betroffen, seit Montag gibt es auch in einem Pflegeheim eine Infektion.

Bis Ende September können sich Urlaubsrückkehrer aus Risiko-Gebieten noch am Dresdner Flughafen testen lassen.
Bis Ende September können sich Urlaubsrückkehrer aus Risiko-Gebieten noch am Dresdner Flughafen testen lassen. © Robert Michael/dpa (Symbolbild)

Dresden. In Dresden steigen die Corona-Zahlen weiter. Inzwischen sind längst nicht mehr nur Urlaubsrückkehrer betroffen. Die Menschen infizieren sich wieder vermehrt innerhalb Dresdens mit dem Virus. Das sind die neuesten Entwicklungen.

Wie viele Dresdner haben sich bisher infiziert?

Zwei neue Corona-Infektionen sind am Montag in Dresden nachgewiesen worden. Das teilte das Gesundheitsamt mit. Damit haben sich seit dem 7. März insgesamt 775 Dresdner nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert. 712 von ihnen galten am Montag als genesen. Abzüglich der zehn Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass derzeit noch 53 Menschen akut infiziert sind. Zwei liegen laut Stadt im Krankenhaus. Im Uniklinikum wird Stand Montagmittag kein Patient mit Covid-19 behandelt , weder auf der Normalstation noch auf der Intensivstation.

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Bei wie vielen von ihnen sind Symptome bekannt?

Beim größten Teil der Infizierten gab und gibt es gesundheitliche Probleme. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind bei 594 der 775 Fälle Symptome bekannt. Das entspricht rund 77 Prozent. Bei den restlichen infizierten Dresdnern wisse man nicht, ob und wann sie erkrankten, oder es handele sich tatsächlich um Fälle ohne Symptome. Zur Schwere der Erkrankung macht das RKI keine Angaben. Allerdings meldet das Gesundheitsamt, dass bisher 82 Dresdner stationär versorgt werden mussten, außerdem gab es bislang zehn Todesfälle. Die Stadt spricht deutlich davon, dass sie an Corona starben, sich das Virus also nicht zufällig im Körper befand und damit auch keine andere Erkrankung für das Ableben ausschlaggebend war.

Wie alt sind die Infizierten?

Mit Stand vom Montag gab es erstmals so viele Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren wie Menschen im Alter von 35 bis 59 Jahren, die sich infizierten. Fast 80 Prozent aller bisher positiv getesteten Dresdner, genau sind es 598, befinden sich in einer der beiden Altersgruppen. Nennenswerte Zuwächse bei den Jüngeren und Älteren gab es in den vergangenen Tagen nicht.

Wie ist die Lage in den Dresdner Altenheimen?

Die Stadt hat am Montag einen Fall in einem Striesener Alten- und Pflegeheim bekanntgegeben. "Die Patientin liegt aktuell im Krankenhaus, welches das Gesundheitsamt über den Befund informierte. Kontakt hatte die Patientin nur in ihrem Wohnbereich zu einzelnen anderen Bewohnern und zum Pflegepersonal." Die Kontaktnachverfolgung dauere noch an. "Tests der Kontaktpersonen werden über das Abstrich-Team des Gesundheitsamtes veranlasst."

Wie viele Urlauber wurden am Flughafen schon positiv getestet?

Durch die Tests von Reiserückkehrern am Dresdner Flughafen konnten bislang 46 infizierte Touristen festgestellt werden – allein in der vergangenen Woche waren es sieben. Dadurch konnte rechtzeitig verhindert werden, dass die Urlauber weitere Menschen in ihrer Heimat anstecken. Insgesamt sind seit dem 1. August 14.410 Reisende auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) am Montag gegenüber der SZ mit. Das heißt, bei 0,3 Prozent von ihnen konnte der Erreger nachgewiesen werden. Darunter befinden sich auch Urlauber, die im Umland wohnen. Für Dresden spricht das Gesundheitsamt von 26 Reiserückkehrern, die derzeit akut infiziert sind. Sie kamen unter anderem aus Russland, Italien,Polen, Slowakei, Österreich, Griechenland, Schweden, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Portugal und Indien.

Wie lange kann man sich noch am Flughafen testen lassen?

Die Teststation am Flughafen wird noch bis zum 30. September Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten testen, die keine Symptome verspüren. Das ist bis zu zehn Tage nach der Anreise möglich. Die KVS rät aber, sich nicht sofort nach der Ankunft in Deutschland untersuchen zu lassen. Da nicht ausgeschlossen werden könne, dass man trotz eines negativen Tests infiziert ist, bestehe das Gesundheitsamt möglicherweise trotzdem auf eine weitere Quarantäne. Hintergrund ist, dass innerhalb der Inkubationszeit auch negative Testergebnisse möglich sind, sofern man keine Symptome hat wie trockenen Husten, Fieber oder Geschmacksverlust. „Es wäre also anzuraten, die Testung ab dem fünften Tag durchführen zu lassen“, so die KVS. 

Wer aus einem Risikogebiet kommt und sich nicht testen lassen möchte, muss sich für zwei Wochen zu Hause von seiner Umwelt isolieren. Das gilt auch für diejenigen, die sich testen lassen, aber das Ergebnis noch nicht erhalten haben. Neben der Teststation am Flughafen führen auch die Hausärzte Tests bei Reiserückkehrern durch. Da ein negativer Test nicht bedeuten muss, dass man frei von Coronaviren ist, weist die KVS darauf hin, dass Reisende aus Risikogebieten die Möglichkeit haben, kostenlos einen einmaligen Wiederholungstest durchführen zu lassen. Wer aus dem Ausland kommt – ganz gleich, ob Risikogebiet oder nicht – und sich krank fühlt, sollte sich sofort mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Was gilt für Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet kommen?

Wer aus dem Ausland zurückkehrt, das nicht als Risiko-Gebiet eingestuft ist, und sich gesund fühlt, hat keinen Anspruch auf einen kostenlosen Test. Das gilt seit 15. September deutschlandweit. Wer dennoch sichergehen will, kann einen Test auf eigene Kosten beim Hausarzt oder am Flughafen erfragen. Dies kostet rund 150 Euro. Der Dresdner Flughafen weist daraufhin, dass es nicht als Risikogebiet gewertet wird, sollte man zum Beispiel zum Amsterdamer Flughafen fliegen, um dort sofort in eine andere Maschine zu steigen. Die Niederlande gelten als risikobehaftet.

Wie viele Fälle an Schulen und Kitas gibt es?

Insgesamt gab es in diesem Schuljahr schon sechs Corona-Fälle an fünf Dresdner Schulen. Das sind neben der 62. Oberschule das St. Benno-Gymnasium, das Cottaer Gymnasium, die 25. Grundschule in Striesen sowie die 19. Grundschule "Am Jägerpark" in der Radeberger Vorstadt. In der städtischen Kindertageseinrichtung „Lisa“ in Friedrichstadt gab es am Donnerstag vergangener Woche einen Corona-Nachweis. Das Gesundheitsamt hat die Kontaktpersonen ermittelt. Die Kindertagesstätte und die Eltern sind informiert. 37 Kinder der betroffenen Gruppe und fünf Mitarbeiter bleiben bis zum 28. September in häuslicher Quarantäne. Aktuell sind im Zusammenhang mit den Fällen an Schulen und Kitas laut Stadt 133 Menschen in Quarantäne. Von denen zeige derzeit aber niemand Anzeichen einer Corona-Infektion.

Und wie viele Fälle gibt es in Flüchtlingsunterkünften?

Es gibt einen Fall in einer Dresdner Unterkunft für Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Hamburger Straße. Das bestätigte die Landesdirektion auf Anfrage der SZ. Der Betroffene sei in Quarantäne in der Einrichtung am Hammerweg. Vier weitere Kontaktpersonen sind dort mit isoliert .

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