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Corona: Wie mit Maskenmuffeln umgehen?

Heike Drowski, Händlerin in Zittau, hat zunehmend Ärger mit Kunden, die keinen Mundschutz tragen wollen. Deshalb reagiert sie nun. Mit klarer Botschaft.

Heike Drowski hat an der Eingangstür ihres Zittauer Geschäftes eine klare Botschaft an Maskenmuffel angebracht.
Heike Drowski hat an der Eingangstür ihres Zittauer Geschäftes eine klare Botschaft an Maskenmuffel angebracht. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Hinweise am Eingang zum Handelshof sind eindeutig: Hier müssen Kunden Maske tragen. Gesetzlich ist der Mund-Nasen-Schutz in Sachsen sowieso beim Einkaufen vorgeschrieben. Und dennoch muss Heike Drowski immer wieder Kunden darauf hinweisen, dass sie eine Maske aufsetzen müssen. Ganz dezent zeigt sie dann auf die eigene Maske. 

Und die Zahl der Maskenmuffel ist hoch: 25 bis 30 Prozent der Kunden tragen keinen Mundschutz, stellt Heike Drowski fest. "Viele haben es nur vergessen", meint sie. Aber sie stellt auch fest, dass es vermehrt Kunden gibt, die keine Maske tragen wollen. So wie jene Kundin, die jüngst ohne Mundschutz in das Geschäft spazierte und auch nach dem Hinweis der Ladeninhaberin keine Maske aufsetzen wollte. Stattdessen beharrte sie darauf, bedient zu werden. Heike Drowski ließ sich nicht beirren, sie verwies die Kundin des Geschäftes.

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Anonymer Brief gibt Maskenmuffeln Tipps

Vor einigen Tagen hatte ein anonymer Brief in Zittau die Runde gemacht, in dem Maskenmuffeln Tipps gegeben wurden, wie sie sich in Geschäften zu verhalten hätten. Man müsse doch nur darauf hinweisen, dass man keine Maske trage. Gründe dafür müsse man nicht angeben, stattdessen auf sein Recht pochen, in dem Laden einkaufen zu dürfen. Genauso reagierte auch besagte Kundin. 

Für die Chefin des Handelshofes, den die Zittauer auch als "Bauernladen" kennen, war das Erlebnis Anlass, einen Aushang am Ladeneingang anzubringen. Darauf ist zu lesen, dass schon im Mittelalter versucht wurde, mit Masken Infektionsausbreitungen einzudämmen. Und das bereits 1888 der Hygieniker May Josef von Pettenkofer Mund-Nasen-Schutz als Hygienestandard eingeführt habe. Seither tragen Millionen Ärzte, Laboranten, Chemiker, Biologen, Pflegekräfte, krebskranke Kinder und viele viele andere Menschen Mund-Nasen-Schutz. 

"Und nun kommen selbsternannte Experten (Verwirrte?) dahergelaufen und wollen der Welt erklären, dass Tragen von Mund-Nasen-Schutz sei gesundheitsgefährdend", steht weiter auf dem Aushang. Mit den Worten "Glaubt ihr allen Ernstes, dass die Menschheit 132 Jahre geschlafen UND NUR AUF EUCH gewartet hat?", endet das Statement gegen Maskenmuffel. 

So gut wie keine offene Kritik

So klar äußert sich kaum ein Zittauer Händler zum Mund-Nasen-Schutz. Auch nachdem der anonyme Brief zur Maskenpflicht veröffentlicht wurde, gab es keinen einheitlichen Widerspruch der Händlerschaft. Bei den meisten Zittauer Geschäften hängt an der Eingangstür nur ein einfacher Hinweis auf die Maskenpflicht. Hinter vorgehaltener Hand berichten Geschäftsleute, dass sie zunehmend Ärger mit Maskenmuffeln haben. Offen kritisieren wollen sie die Maskenverweigerer jedoch nicht - aus Angst, Kunden zu verlieren. 

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Heike Drowski ist sich sicher, dass ihre Stammkunden trotz des Aushangs weiter bei ihr einkaufen. Sie findet es schade, dass es in der Zittauer Händlerschaft keine geschlossene Meinung gibt. Aber sie kann auch jeden Geschäftsinhaber verstehen, der es schwer hat und auf jeden Kunden angewiesen ist. Maske zu tragen, sieht sie als kleineres Übel. Schlimmer wäre es, findet sie, wenn die Geschäfte wieder schließen müssten.

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