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Corona: Wo jetzt überall in SOE Alkoholverbot gilt

Das Landratsamt Pirna hat festgelegt, wo nicht getrunken werden darf. Einige Orte haben zusätzlich nachgeschärft. Glühwein gibt es trotzdem. Nur anders.

Von Anja Weber
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Bad Schandau hat auf konkrete Verbotszonen verzichtet. Hier gilt dennoch die Allgemeinverfügung.
Bad Schandau hat auf konkrete Verbotszonen verzichtet. Hier gilt dennoch die Allgemeinverfügung. © Steffen Unger

In der dritten Corona-Welle galt es bereits - und ein Jahr später ist es wieder da: das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Pünktlich zur Glühweinzeit. Das Landratsamt Pirna hat dazu eine Allgemeinverfügung erlassen, die bis zum 12. Dezember gilt. Allerdings haben nicht alle Städte exakt abgegrenzte Verbotszonen ausgewiesen. Was dort gilt und wie diese Zonen überhaupt zustande gekommen sind.

Der Konsum sowie der Ausschank von alkoholischen Getränken ist demnach vor gastronomischen Einrichtungen einschließlich Bars und Imbissangeboten, auf Sport- und Spielflächen, an Haltestellen und in der Nähe von Bahnhofsgebäuden, auf Parkplätzen und in Parkhäusern verboten.

Das Gleiche gilt in Park-, Grün- und Freizeitanlagen und vor den Eingangsbereichen von Groß- und Einzelhandelsgeschäften und Läden. Konkret heißt das auch, wenn die Geschäfte jetzt sonnabends länger oder sonntags zusätzlich öffnen, darf kein Glühwein im schnöden Becher ausgeschenkt und davor getrunken werden. Verkauft werden darf er aber trotzdem, unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken ist nur in mitnahmefähigen und verschlossen Behältnissen erlaubt. Also praktisch Glühwein to go. Zudem soll vermieden werden, dass die Abgabe in unverschlossenen Behältern, also Glühweinbechern zum Beispiel, erfolgt und damit der Konsum in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Verkaufsstelle erfolgt. Das heißt, alkoholische Getränke können verkauft werden, aber eben nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Ziel dieser Allgemeinverfügung ist es, Kontakte zu begrenzen. Man geht davon aus, dass das Alkoholverbot an bestimmten Orten und Plätzen dazu beitragen könne, Infektionsrisiken zu verringern. Denn dort wo es schon immer Trinkertreffs oder es was zu feiern gibt, versammeln sich bekanntlich viele Menschen. Und das soll ja wegen der allgemeinen Ansteckungsgefahr vermieden werden.

In Vorbereitung des Alkoholverbots hatte das Landratsamt bei den Städten und Gemeinden nachgefragt, ob konkrete Gebiete mit aufgenommen werden sollen. Die meisten Kommunen haben davon Gebrauch gemacht und konkrete Straßen und Plätze mit benannt. In der Regel sind das diejenigen, an denen sowieso getrunken oder Partys gefeiert werden. Außerdem wurden zusätzlich noch einige Marktplätze aufgenommen, so unter anderem in Neustadt, Sebnitz und Stolpen sowie Heidenau.

Insgesamt zwölf Städte und Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben selbst noch einmal sehr genau definiert, wo der Alkoholkonsum verboten ist: Altenberg, Bad Gottleuba-Berggießhübel, Dippoldiswalde, Freital, Glashütte, Heidenau, Königstein, Lohmen, Neustadt, Pirna und Sebnitz sowie Stolpen. In der Regel wurden einige Gebiete bereits in der Allgemeinverfügung vom vergangenen Jahr mit benannt. Es sind aber auch neue hinzugekommen.

Dippoldiswalde mit den meisten Verbotszonen

Die meisten namentlichen Zonen hat mit acht Stück die Stadt Dippoldiswalde festgelegt. Diese sind teilweise ganz konkret definiert. Demnach herrscht Alkoholverbot unter anderem im Rosenpark, Weißeritzstraße, gegenüber dem Jobcenter, im Clemens-Holzschuh-Park und im Schlosspark genau zwischen der Dr. Friedrichs-Str. 2 und 4. Die Stadt weist - wie einige andere ebenfalls - Verbotszonen in den Ortsteilen aus. Dazu gehört Am Schlosspark 1 im Ortsteil Naundorf, im Park hinter der Feuerwehr Schmiedeberg sowie in der Schenkgasse im Ortsteil Schmiedeberg.

Königstein hat ebenfalls acht konkrete zusätzliche Zonen festgelegt, dazu gehören der Stadtplatz, die Hainstraße, der Reißiger Platz samt Bushaltestelle. Die Elbstraße mit dem Elberadweg, die Unterführung Dresdner Straße gegenüber Nr. 4, der Rastplatz mit der Wanderhütte an der Elbstraße sowie das komplette Gelände des Edeka-Marktes samt Parkhaus zählen auch als Verbotszone.

In Altenberg sieht es ähnlich aus. Dort hat die Stadtverwaltung zwar nur vier zusätzliche Verbote festgelegt und konkret benannt, so unter anderem an der Wendeschleife vor Pin-Inn in Liebenau und auf dem gesamten Gelände der Galgenteiche.

Der Friedenspark sowie die Bushaltestelle Breite Straße sind in Pirna genau definiert, wie auch der Thälmannplatz. In Copitz sind der Stadtteiltreff sowie der Park einschließlich des Reweparkplatzes ausgewiesen, ebenso konkret Max Bier- & Eventgarten auf der Pratzschwitzer Str 1 bis 5. Auf dem Sonnenstein gehört ebenfalls das komplette Rewe-Gelände dazu. Extra ausgewiesen ist auch das Areal im Pirnaer Einkaufszentrum Rottwerndorfer Str. 43 wie auch der Vorplatz des Scheunenhofcenters.

Auch in Sebnitz hat man sich entschlossen, zusätzlich noch den Sängerhof, den Alten Friedhof und den Hochzeitspavillon unterhalb des Rathauses mit aufzunehmen.

Weihnachtsbäume selber schlagen in der Plantage der Gärtnerei Kleinstäuber in Stolpen ist zwar möglich, aber auch dieses Jahr ohne Glühwein. Das Gelände wurde von der Stadt zusätzlich mit aufgenommen, wie auch die Bushaltestellen Ärztehaus und Pfarrfelder.

Hohnstein und Bad Schandau verzichten

Kommunen wie Bad Schandau und Hohnstein haben auf die Ausweisung konkreter Verbotszonen verzichtet. Das heißt nicht, dass dort nun die Glühweinpartys steigen dürfen. In Städten und Gemeinden, die keine konkreten Straßen, Parks und Plätze zusätzlich definiert haben, gilt die Allgemeinverfügung des Landkreises, sagt Pressesprecher Thomas Kunz. Das heißt, dass konkret in diesen beiden Städten zum Beispiel auf den Marktplätzen nicht getrunken werden darf, weil es zum einen Parkplätze sind und die Nähe zu Geschäften und gastronomischen Einrichtungen besteht. Die Landkreisverwaltung hatte bereits angekündigt, mit verstärkten Kontrollen die Alkoholverbote im Landkreis auch durchzusetzen, vorerst bis 12. Dezember.

Fazit: Glühwein und andere alkoholische Getränke dürfen überall verkauft werden, aber nur in geschlossenen Behältern. Trinken darf man diese Getränke generell nicht vor gastronomischen Einrichtungen einschließlich Bars und Imbissangeboten, auf Sport- und Spielflächen, an Haltestellen und in der Nähe von Bahnhofsgebäuden, auf Parkplätzen und in Parkhäusern. Auch wenn eine Stadt oder Gemeinde zusätzliche Zonen festgelegt haben wie etwa den Rosenpark in Dippoldiswalde oder den Marktplatz in Sebnitz, ist dort Alkoholkonsum tabu. Woanders darf zwar getrunken werden, es gelten aber die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte.