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Bethanien-Patientin positiv getestet

In Mittelsachsen werden in allen Altkreisen neue Fälle von Covid-19-Infektionen registriert. Das Gesundheitsamt braucht die Unterstützung der Bundeswehr.

Dr. Annelie Jordan, Abteilungsleiterin des Gesundheitsamtes Mittelsachsen (Mitte), erklärt Stabsunteroffizier Marcus Patzeck (links) und Stabsunteroffizier Benjamin Weinschenk die Aufgaben bei der Kontaktverfolgung.
Dr. Annelie Jordan, Abteilungsleiterin des Gesundheitsamtes Mittelsachsen (Mitte), erklärt Stabsunteroffizier Marcus Patzeck (links) und Stabsunteroffizier Benjamin Weinschenk die Aufgaben bei der Kontaktverfolgung. © Anne Weinrich

Mittelsachsen. Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten steigt immer schneller. Von Mittwoch zu Donnerstag wurden dem Gesundheitsamt des Landratsamtes 45 neue Fälle bekannt. Insgesamt sind damit 695 Personen betroffen.

Den höchsten Zuwachs gab es, wie in den vergangenen Tagen, mit 25 in der Region Freiberg (gesamt 333). Der Altkreis Mittweida verzeichnet 13 neue Fälle (238) und im Bereich Döbeln haben sich sieben Personen (124) angesteckt. Die Tests in einer Waldheimer Einrichtung sind dagegen negativ ausgefallen.

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Rein rechnerisch sind in Mittelsachsen 459 Menschen wieder genesen. Seit März erließ das Gesundheitsamt 3.328 Quarantänebescheide, 2.457 Personen haben die Quarantäne wieder verlassen. Der Inzidenzwert nach dem Robert-Koch-Institut beträgt jetzt 43,1.

Patientin aus Hochweitzschen in andere Klinik verlegt

Auf Anfrage von Sächsische.de bestätigt Michael Veihelmann, Theologischer Geschäftsführer des Fachkrankenhauses Bethanien in Hochweitzschen, dass eine Patientin bei ihrer Aufnahme positiv getestet wurde. Symptome habe sie keine gezeigt.

„Wir untersuchen flächendeckend mit Covid-19-Tests alle Patienten, die in der Gerontopsychiatrie aufgenommen werden“, so Veihelmann. „Wir sind zuversichtlich, durch die frühe Entdeckung dieses Falles einen ,Ausbruch‘ verhindert zu haben.“ Die Patientin sei umgehend nach dem Test zur weiteren Abklärung in eine andere Klinik verlegt worden.

In Hochweitzschen tagt regelmäßig ein Coronakrisenstab. Wegen der steigenden Infektionszahlen wurde wieder ein Besuchsverbot ausgesprochen.

Soldaten kümmern sich um die Kontaktverfolgung

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Landkreises werden derzeit von 15 Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Sie kommen aus der Stabs- und Unterstützungszugs-Kompanie der Panzergenadier-Brigade 37 in Frankenberg. 

Eine medizinische Ausbildung haben diese Soldaten nicht. „Das ist auch nicht nötig. Am Bürgertelefon kümmern sie sich vorrangig um die Kontaktverfolgung“, erklärt Oberstleutnant Florian Mahiny, Sprecher des Landeskommandos Sachsen der Bundeswehr.

Die Soldaten informieren Personen, die mit einem Infizierten Kontakt hatten und erfragen, wie eng dieser war, damit das Gesundheitsamt das weitere Vorgehen festlegen kann. Außerdem informieren sich die Soldaten bei Menschen in Quarantäne, ob diese medizinische Hilfe benötigen und Zuhause mit allem versorgt sind. Auch Bürgeranfragen nehmen sie entgegen.

„In anderen Orten sind auch Sanitätssoldaten mit mobilen Abstrichteams im Einsatz. Sie nehmen Corona-Abstriche vor und stellen den Sauerstoffgehalt des Blutes fest“, so Mahiny.

Der Einsatz in Mittelsachsen ist bisher nicht begrenzt. „Wir sind in engem Kontakt mit den Landes- und Landkreisbehörden. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Zahlen stellen wir uns auch darauf ein, dass weitere Soldaten in den Gesundheitsämtern benötigt werden“, sagt der Sprecher. Deutschlandweit stehen 15.000 Soldaten und 17.000 Sanitäter zur Verfügung.

In drei Krankenhäusern gelten Besuchsverbote

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sorgen einige Kliniken vor. Andere warten noch ab. Im Klinikum Döbeln sind laut Geschäftsleitung nach wie vor mittwochs und sonntags in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr Besuche möglich. Ein Patient darf für eine Stunde eine Person empfangen. Für die ITS und IMC ist eine telefonische Anmeldung notwendig.

Die Helios Klinik Leisnig werde aller Voraussicht nach ab dem Wochenende wieder einen Besucherstopp verhängen. Genauere Informationen dazu kündigt Pressesprecherin Juliane Dylus für Freitag an.

Für das Kreiskrankenhaus Freiberg gilt ab sofort ein Besuchsverbot. Ausnahmen gelten nach den Angaben des Hauses für die Geburtshilfe, Kinderstation, Palliativstation sowie in besonderen Situationen. Auch die Klinik in Hartmannsdorf hat Besuchsverbote ausgesprochen.

Bereits seit dem 19. Oktober sind im Mittweidaer Krankenhaus Besuche untersagt. Sonderregelungen gelten für die Kinder- und Entbindungsstation, die Anwesenheit des Partners im Kreißsaal, auf der Palliativstation und ITS. „Für alle Patienten, zum Beispiel für die stationäre Aufnahme, der Notfallambulanz, Funktionsabteilung, Physiotherapie und Radiologie, aber auch Lieferanten und Mitarbeiter von Firmen gibt es keine Einschränkungen. 

Wie bisher gilt eine Maskenpflicht im gesamten Klinikgebäude“, erklärt Sprecherin Ines Schreiber. Bis auf Weiteres werde auch der wöchentliche Eltern-Infoabend in kleinen Gruppen weiterführen, jedoch nur mit vorheriger Anmeldung.

Stadt- und Gemeindeverwaltungen reagieren unterschiedlich

Das Leisniger Rathaus bleibt ab dem 26. Oktober für den Besucherverkehr geschlossen. Die Mitarbeiter nehmen die Belange der Bürger telefonisch oder per Mail entgegen. Auch Terminvereinbarung sind möglich, teilt die Verwaltung mit.

Das Döbelner Rathaus ist weiterhin zu den regulären Zeiten geöffnet. Dort wie im Harthaer Rathaus gilt die Maskenpflicht, es stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung, die Besucher müssen einzeln eintreten. „Steigt der Inzidenzwert über 50, entscheiden wir weiter“, so Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Ebenso handhaben es die Gemeindeverwaltungen Ostrau und Großweitzschen sowie die Stadt Roßwein. „Außerdem haben wir in den Bereichen mit Publikumsverkehr Trennscheiben aus Plexiglas angebracht, um die Infektionsgefahr für die Mitarbeiter zu vermindern“, sagt Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling (CDU). 

Im Roßweiner Rathaus wurden Gemeinschaftsbüros wieder entzerrt und durchweg Einzelarbeitsplätze installiert, teilt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) mit. In Großweitzschen wird auch ein Kontaktprotokoll geführt, sagt Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos).

In Waldheim bleiben das Rathaus und der Aufzug geschlossen, das Bürgerbüro aber geöffnet. Auch dort gibt es Trennscheiben. Mit den Mitarbeitern der anderen Abteilungen können telefonisch Termine vereinbart werden, so Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

Einschränkungen bei der Fahrerlaubnisbehörde

Wer eine Fahrerlaubnis beantragen möchte, braucht derzeit Geduld – und Stehvermögen. Denn vor der Behörde bildet sich an manchen Tagen eine längere Schlange. Kraftfahrer berichten von einer Stunde Wartezeit im Freien.

Die Fahrerlaubnisbehörde ist seit Anfang Juni wieder ohne Terminvergabe für den Besucherverkehr geöffnet. Aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen werde aber besonders auf die Entzerrung der Besucherströme zur Einhaltung der Mindestabstände geachtet. Dadurch könne es zu längeren Warte- und Bearbeitungszeiten kommen, teilt das Landratsamt Mittelsachsen mit.

Der Zutritt zu den Wartebereichen wird nur unter Berücksichtigung der Abstandsregeln für die im Wartebereich möglichen Plätze gewährt. Begleitpersonen müssen vor dem Gebäude warten. Kämen zu viele Besucher gleichzeitig, könne der Annahmeschluss vorverlegt und die Vergabe von Wartetickets vorzeitig gesperrt werden.

Anträge auf die Ersterteilung einer Fahrerlaubnis oder den Wechsel der Fahrschule können auch per Post eingereicht werden. Die Bearbeitung sei aber nur möglich, wenn die Unterlagen vollständig sind. Hinweise dazu gibt es auf der Internetseite des Landratsamtes, Referat Fahrerlaubnisbehörde.

Die Servicestelle der Behörde in Freiberg und Mittweida bleiben vorerst geschlossen.

Verordnung regelt Corona-Schutzmaßnahmen neu

Der Freistaat hat am Donnerstag eine neue Verordnung erlassen. Sie gilt vom Sonnabend bis zum 25. Januar 2021. Neu wurde die Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, Tageskliniken, Arzt- und Zahnarztpraxen aufgenommen. 

Erstmals ist ein Ansprechpartner für die Einhaltung und Umsetzung der Hygienekonzepte, der geltenden Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen sowie zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu benennen.

Für die Weihnachtsmärkte gilt weiterhin, dass ab einer Inzidenz von 20 der Veranstalter verpflichtet ist, mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen, das weitere Maßnahmen anordnen kann. Die zuständige Kommune verantwortet die Durchführung des Marktes.

Landratsamt hat knapp 240 Verstöße gegen Corona-Verordnung geahndet

Das Landratsamt Mittelsachsen hat bis Mitte Oktober Geldbußen in Höhe von 12.000 Euro für Verstöße gegen die Corona-Schutz-Verordnung verhängt. Dazu kommen Verwarngelder in Höhe von 4.740 Euro. Bisher wurden 239 Zuwiderhandlungen geahndet. 

Verstöße gab es gegen Auflagen, Kontaktbeschränkungen, Öffnungsverbote von Einzelhandelsgeschäften, Quarantäne, Hygienekonzepte, das Ansammlungsverbot und das Verlassen der häuslichen Unterkunft. Seit 1. September gab es fünf Verstöße gegen die Maskenpflicht, davon drei in Einzelhandelsgeschäften und einer im öffentlichen Nahverkehr.

Corona-Informationen:

Das Bürgertelefon ist montags und mittwochs von 9 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 18 sowie freitags von 9 bis 12 Uhr unter 03731 7996249 geschaltet.

Fragen werden auch per Mail über [email protected] beantwortet.

Auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-mittelsachsen.de steht ein umfassender Fragen-Antwort-Katalog zur Verfügung.

Die Wirtschaftsförderung aktualisiert ihren Katalog unter www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de.

Die komplette Allgemeinverfügung ist im Internet unter https://www.landkreis-mittelsachsen.de/amtsblatt/1692020e-vollzug-des-gesetzes-zur-verhuetung-und-bekaempfung-von-infektionskrankheiten-beim-menschen-infektionsschutzgesetz-ifsg.html veröffentlicht.

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