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63 Corona-Fälle in Dresden: Wird es jetzt eng?

Die Zahl der Infizierten in Dresden steigt. Ab wann es für Weihnachtsmärkte gefährlich werden könnte - und welche Regeln dann gelten.

Die Corona-Test zeigen in Dresden weitere positive Fälle.
Die Corona-Test zeigen in Dresden weitere positive Fälle. © Robert Michael/dpa

Dresden. Das Coronavirus breitet sich weiter in Dresden aus. In einem Alten- und Pflegeheim im Dresdner Stadtzentrum ist seit Montag eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt. Die Kontaktnachverfolgung dauert noch an. Tests der Kontaktpersonen werden über das Abstrich-Team des Gesundheitsamtes veranlasst.

Wie viele Fälle gibt es?

Das Dresdner Gesundheitsamt hat zwar am Montag nur einen neuen Fall gemeldet, dafür aber am Sonntag 13 neue Infektionen. Am Samstag waren sogar 22 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Kurve der positiven Tests in der Stadt steigt also weiter an. Bereits am Freitag waren zwölf Fälle gemeldet worden. Am Donnerstag waren es acht und am Mittwoch sieben Neu-Infektionen.

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Mit dem am Montag gemeldeten Fall ist das Virus bei 893 Dresdnern nachgewiesen worden, das RKI wertete bis zum Sonntag 877 positive Tests aus. Im Dresdner Gesundheitsamt geht man davon aus, dass 773 Menschen inzwischen wieder genesen sind. Das sind zehn mehr als am Sonntag. Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. 

Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion, so das Gesundheitsamt.  Abzüglich der mittlerweile zwölf Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass aktuell 108 Menschen akut infiziert sind. Diese Zahl berücksichtigt allerdings keine Dunkelziffer.

Wie viele in Schulen und Kitas?

In der 56. Oberschule „Am Trachenberg“ in Trachau gab es am 2. Oktober einen positiven Corona-Nachweis. Die Klasse 9b bleibt bis zum 15. Oktober in häuslicher Quarantäne. Betroffen sind 27 Schülerinnen und Schüler sowie sechs Lehrkräfte. Am vergangenen Freitag wurde ein weiterer Schüler in Dresden positiv auf das Coronavirus getestet. 

Betroffen ist die Grundschule in Weixdorf. Dort werden nun insgesamt fünf Schulklassen in Quarantäne geschickt. Das Dresdner Gesundheitsamt ist derzeit noch damit beschäftigt, die Kontaktpersonen zu ermitteln.

Bereits am Mittwoch waren an zwei Dresdnern Schulen Corona-Infektionen gemeldet worden. Dort waren insgesamt zwei Personen betroffen, ob es sich um Schüler oder Lehrer handelt, gab die Stadt zunächst nicht bekannt.

Ein Infizierter lernt oder arbeitet an der 30. Oberschule in der Dresdner Neustadt, der andere an der 102. Grundschule in der Johannstadt. Für die Neustädter Schule hat das Gesundheitsamt bereits für neun Schüler angeordnet, dass sie ab sofort zu Hause bleiben müssen.  

Warum gibt es wieder so viele Fälle?

 "Bei den neuen Fällen handelt es sich vorrangig um Einzelfälle oder bereits in Quarantäne befindliche Kontaktpersonen", so das Gesundheitsamt auf SZ-Anfrage. Einen größeren Ausbruch gab es Ende September in einem Pflegeheim in Striesen. Die Stadtverwaltung bestätigte auf SZ-Anfrage einen Ausbruch in dem besagten Heim. 

Bei 13 Bewohnern und Mitarbeitern sei Sars-Cov-2 nachgewiesen worden, so Stadtsprecher Karl Schuricht.  Gibt es einen Zusammenhang zu den Fällen an Schulen? "Bisher wurden keine Folgefälle an den Schulen beobachtet", so die Stadt.  Reiserückkehrer spielten am Wochenende laut Rathaus eine untergeordnete Rolle.

Sind wieder Menschen mit Corona gestorben?

Vier Monate lang hatte das Dresdner Gesundheitsamt keinen neuen Corona-Sterbefall gemeldet - bis zum Mittwoch vergangene Woche. Bei zwei weiteren Dresdnern wird der Tod auf das neuartige Virus zurückgeführt, teilte die Behörde mit. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Details der Meldedaten bekanntgegeben. 

Demnach handelt es sich um zwei Männer im Alter von über 80 Jahren, die Ende September verstarben. Am 30. September erhielt das Gesundheitsamt dann Kenntnis vom Tod des Mannes. Insgesamt werden bislang zwölf Todesfälle in Dresden auf das Coronavirus zurückgeführt.

 Bei mindestens acht Verstorbenen ist außerdem bekannt, dass sie an Vorerkrankungen litten, unter anderem an Herzschäden, Diabetes oder entzündlichen Erkrankungen. Alle Verstorbenen sind über 60 Jahre alt und größtenteils Männer.

Wie viele Dresdner liegen im Krankenhaus?

"Derzeit befinden sich vier positiv getestete COVID-19-Patienten in stationärer Behandlung, davon einer auf Intensivstation, dieser muss aber nicht beatmet werden", so Viviane Piffczyk, Sprecherin des städtischen Klinikums am Montag. 

Außerdem gibt es zwei weitere Verdachtsfälle, die stationär in der Infektiologie versorgt werden. In der Uniklinik werden laut Sprecher Holger Ostermeyer drei Patienten mit Nachweis von SARS-CoV2 auf der Normalstation und zwei Patienten auf der Intensivstation behandelt.

Welche Einschränkungen gibt es ab wann?

Dresdens Corona-Ampel steht noch auf grün. Bei bis zu 20 bekannten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen werden positiv Getestete isoliert und die Kontaktpersonen ermittelt. 

Diese Stufe 1 gilt bis zu 112 Neuinfektionen in Dresden innerhalb einer Woche. Derzeit sind es 63 und der Wert liegt bei 13,5. Er ist allerdings in den vergangen Tagen gestiegen.

Gibt es 118 bis 141 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen, muss zusätzlich genau analysiert werden, in welchen Einrichtungen und Zusammenhängen es gehäufte Ansteckungen gab. Es können weitere Maßnahmen ergriffen werden. Nach der aktuellsten Corona-Schutz-Verordnung des Landes dürfen beispielsweise Sport- Großveranstaltungen nicht mehr und Weihnachtsmärkte nicht mehr einfach so stattfinden.

Gelb zeigt die Ampel zwischen 146 bis 197 positiv getesteten Dresdnern innerhalb von sieben Tagen. Ab dann werden Kontaktbeschränkungen und Verhaltensmaßnahmen in der Öffentlichkeit angeordnet, beispielsweise eine generelle Maskenpflicht und eine Beschränkung der Teilnehmer für Versammlungen, bei Gottesdiensten, Beerdigungen und Trauungen.

Stecken sich innerhalb von sieben Tagen mehr als 202 und bis zu 275 Dresdner mit Corona nachweislich an, können Einschränkungen für Gemeinschaftseinrichtungen, Begegnungsangebote, Gastronomie, Hotels, Kinos, Theater und Fitnessstudios erlassen werden.

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