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Kostenpflichtige Coronatests: Hälfte der Sachsen ist dafür

Ab Montag müssen Ungeimpfte selbst die Kosten für Corona-Schnelltests tragen. Eine Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Sachsen befürwortet das.

Bald nicht mehr kostenlos, zumindest für die meisten Ungeimpften. Ab 11. Oktober kann man sich nur noch in Ausnahmefällen gebührenfrei auf Corona testen lassen.
Bald nicht mehr kostenlos, zumindest für die meisten Ungeimpften. Ab 11. Oktober kann man sich nur noch in Ausnahmefällen gebührenfrei auf Corona testen lassen. © Ronald Bonß

Dresden. Ab 11. Oktober entfällt in Deutschland der kostenlose Bürgertest. Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchten, müssen dann die Kosten für Schnelltests selbst tragen. Einer repräsentativen Umfrage von Sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey zufolge finden etwas mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Deutschen das richtig. Nur 27 Prozent halten das Ende der kostenlosen Tests für den falschen Weg.

Die Umfrage wurde auch explizit in Sachsen durchgeführt. Im Freistaat denkt die Mehrheit der Menschen demzufolge zwar ähnlich darüber. Allerdings ist die Quote der Befürworter nicht ganz so hoch - und das Lager der Ablehnenden anteilig bedeutend größer. In der Frage nach kostenlosen Coronatests scheint Sachsen in zwei große Gruppen geteilt zu sein.

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Mit 52 Prozent gibt etwas mehr als die Hälfte der Befragten in Sachsen an, es richtig zu finden. 41 Prozent bewerten das Aus der kostenlosen Tests negativ. Rund 7 Prozent sind unentschieden.

Das Ende der kostenlosen Coronatests begründet das Bundesgesundheitsministerium (BMG) so: "Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger erforderlich."

Bisher hatte der Bund an Testzentren, Apotheken oder Arztpraxen pro Test 11,50 Euro gezahlt. Der Betrag setzt sich aus 3,50 Euro Sachkostenpauschale für die Beschaffung der Tests und acht Euro Vergütung für Aufwände wie Abstrichnahme und Analyse zusammen.

Wie viel man künftig für einen Test zahlen muss, ist noch unklar. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kosten über der bisher vom Bund an die Testzentren erstatteten Summe liegen werde. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die Menge der Teststellen verringern wird.

Tests werden kostenpflichtig - mit wenigen Ausnahmen

Logistisch wie finanziell dürften für den größten Teil der Ungeimpften Besuche von Restaurants, Konzerten oder anderen Bereichen des öffentlichen Lebens schwerer werden. Flächendeckend gelten in den Bundesländern mindestens 3G-Regeln.

Ausgenommen von der Zahlungspflicht sind nur wenige Personengruppen. Etwa Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Wer jünger als zwölf Jahre ist oder auch Frauen, die sich im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft befinden, sind ebenfalls befreit von den Kosten. Das BMG listet die Ausnahmen ausführlich auf.

In einem Bereich können Ungeimpfte allerdings auch weiterhin kostenlose Tests in Anspruch nehmen: beim Arbeitgeber. Die sind nach aktuell gültiger Corona-Arbeitsschutzverordnung verpflichtet, den Mitarbeitern, die nicht ausschließlich in ihrer Wohnung arbeiten, mindestens zweimal wöchentlich einen Coronatest anzubieten.

Zum Thema: CoronaCast über Druck auf Ungeimpfte in der Arbeitswelt

Die Verschiebung von Kosten und Verantwortung zur Bewältigung der Corona-Pandemie in die Arbeitswelt hat der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen, Markus Schlimbach, kürzlich im CoronaCast bei Sächsische.de kritisiert. "Der Staat [...] macht sich da einen schmalen Fuß", sagte er in Bezug auf eine Debatte um eine Impfauskunft am Arbeitsplatz. Den CoronaCast hören Sie über den eingebetteten Player.

Information zu Umfragen mit Civey

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In diesem Artikel wurde eine Umfrage ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat. An der Umfrage wurde 8.705 Mal teilgenommen, aus 5.051 abgegeben Stimmen wurde eine repräsentative Stichprobe gezogen. Stichproben für Sachsen entsprechen jeweils der Grundgesamtheit der Wahlbevölkerung im Land. Detailangaben zu Befragungszeitraum, Stichprobengröße und statistischem Fehler entnehmen Sie den jeweiligen Grafiken. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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