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Impfzentrum Dresden: Weiterer Grund für Wartezeit

Wegen Computerproblemen kam es am Dresdner Impfzentrum zu Warteschlangen. Doch auch ein erfreulicher Grund sorgte für die Verzögerungen.

Bundeswehrsoldaten verteilten vor der Messe - dem derzeitigen Dresdner Impfzentrum - Getränke an die Wartenden.
Bundeswehrsoldaten verteilten vor der Messe - dem derzeitigen Dresdner Impfzentrum - Getränke an die Wartenden. © Sven Ellger

Dresden. Vor dem Impfzentrum in der Dresdner Messe kam es am Dienstag aufgrund eines technischen Problems zu Warteschlangen von Dutzenden Impfwilligen. Am Mittag standen hier 50 bis 60 Menschen, die auf ihre zuvor terminlich vereinbarte Coronaschutzimpfung für diesen Tag warteten, darunter Ärzte und Pflegekräfte.

Ältere wurden gebeten, Platz zu nehmen. Dazu wurden Stühle und Bänke vor der Messe aufgestellt. Alle Wartenden erhielten Zettel mit Nummern, die dann aufgerufen wurden. Auch im Foyer der Messe warteten rund 20 Menschen auf den Check-in. Ein Senioren-Paar ganz vorne in der Schlange berichtete einem SZ-Reporter von rund 40 Minuten Wartezeit bisher.

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Auf nochmalige SZ-Nachfrage nach den Gründen für die Warteschlangen sagte DRK-Sprecherin Ulrike Peter am Mittwoch: "Wir hatten sehr viel Impfstoff da und dementsprechend wurden über das Buchungsportal die Termine vergeben. Das gepaart mit zu langsamer Check-in-Technik führte zur Warteschlange."

Insgesamt seien am Dienstag rund 1.400 Dosen verimpft worden. Üblich waren bisher laut DRK etwa 800 bis 900 pro Tag in Dresden. Zusätzlich zu den Über 80-Jährigen wurden auch 290 Klinikmitarbeiter und Mitarbeiter von Pflegediensten geimpft, sagt sie.

Es sei alles gut gelaufen am Dienstag. "Wir haben uns über so viel Interesse am Impfen und das Verständnis der Dresdner gefreut. Das Team des Deutschen Roten Kreuzes und der Bundeswehr hat auf seine Pausen verzichtet und stattdessen Wasser an die Wartenden verteilt", so Peter.

Anja Witthauer, Sprecherin der Städtischen Kliniken, erklärt: "Vom Impfzentrum Dresden sind wir am Montagvormittag angesprochen worden, dass kurzfristig zusätzlicher Impfstoff von Biontech/Pfizer zur Verfügung steht." Auch die klinikeigenen Impfstellen hätten am Montag überraschend Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten. Die Herausforderung lag darin, dass dieser Impfstoff bis zum Dienstagabend verimpft werden musste, so Witthauer.

"Wir können bestätigen, dass auch Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Dresden am Montag und Dienstag mit dem zusätzlich verfügbaren Impfstoff geimpft wurden, ein Teil davon im Ostragehege, ein anderer Teil bei uns im Klinikum", sagt Witthauer. Insgesamt konnte man somit 358 Mitarbeitern kurzfristig ein Angebot zur Erstimpfung unterbreiten.

Das DRK nennt Computerprobleme als Grund für die Verzögerungen am Dienstag.
Das DRK nennt Computerprobleme als Grund für die Verzögerungen am Dienstag. © Sven Ellger

Trotz Wartezeit war die Stimmung unter den Wartenden am Dienstag insgesamt gut, nicht nur wegen des sonnigen Wetters, sondern auch weil Bundeswehrsoldaten kontrollierten, dass jeder eine Marke bekommen hatte und sich bei den stehenden Senioren erkundigten, ob es ihnen gut ging. Ungeduldiger war nur das Krankenhauspersonal, das eigentlich schnell zurück zur Arbeit musste.

"Die wartenden Menschen sind sehr dankbar, dass sie geimpft werden", erklärte DRK-Sprecherin Ulrike Peter am Dienstag. "Alle kommen dran, Termine fallen nicht aus." Es müssten lediglich bis zu dreißig Minuten mehr eingeplant werden. Zum Grund für die Verzögerung bei den Impfungen könne sie nichts sagen, sondern sprach zunächst lediglich von Computerproblemen.

In der Dresdner Messe wurden Wartemarken an die Impfwilligen ausgegeben.
In der Dresdner Messe wurden Wartemarken an die Impfwilligen ausgegeben. © Sven Ellger

Nach SZ-Informationen handelte es sich dabei um keinen technischen Totalausfall, sondern die Verzögerungen kamen dadurch zustande, dass die Internetverbindung für das Chipkartenlesegerät zu langsam war. Bei der Kabinettspressekonferenz am Nachmittag sagte DRK-Chef Rüdiger Unger dagegen, es habe daran gelegen, dass die Software der Kassenärztlichen Vereinigung versagt habe. Es ärgere auch ihn sehr, wenn es hin und wieder zu Probleme komme, das seien "sehr unschöne Verzögerungen".

Auf SZ-Anfrage erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen am Dienstagnachmittag, dass sie zwar das medizinische Personal für die Impfungen bereitstelle, aber keine Aussagen zu tagesaktuellen Fragen wie EDV-Problemen, Wartezeiten oder zur Terminvergabe in den Impfzentren treffen könne. Die Zuständigkeit dafür liege beim DRK.

Was die Warteschlange zusätzlich etwas verlängerte, war, dass viele Impfwillige überpünktlich zum vereinbarten Termin erschienen.

Sie berichteten, dass es zuletzt einfacher geworden sei, über das Internet einen Impftermin in Dresden zu erhalten. In den vergangenen Tagen sind wieder deutlich mehr Termine für Coronaschutzimpfungen frei geworden.

Nach SZ-Informationen werden übrigens fast alle gebuchten Corona-Impftermine auch wahrgenommen. Kaum jemand lässt seinen Termin ausfallen.

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