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Mittelsachsen: Diese Regeln gelten ab Freitag

Der Kreis hat eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Es gibt weitere Todesfälle. Die Kontaktermittlung hängt hinterher.

Seit Ende Oktober wird das Gesundheitsamt des Landkreises unter Leitung von Amtsärztin Dr. Annelie Jordan von Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Doch es sind weitere Helfer für die Kontaktermittlung nötig.
Seit Ende Oktober wird das Gesundheitsamt des Landkreises unter Leitung von Amtsärztin Dr. Annelie Jordan von Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Doch es sind weitere Helfer für die Kontaktermittlung nötig. © Anne Weinrich Anne Weinrich

Mittelsachsen. Zehn Teams zu je sechs Personen haben derzeit am Landratsamt nur eines im Fokus: Die Kontakte von Corona-Infizierten zu ermitteln. Doch das Personal reicht nicht. Wie am Mittwoch im Rahmen der Sitzung des Kreistages deutlich wurde, hängt der Landkreis mit der Kontaktnachverfolgung hinterher. Aktuell werden Fälle von Ende November bearbeitet.

Priorität hätten Gemeinschaftseinrichtungen, äußerte sich Kreissprecher André Kaiser im Nachgang der Sitzung. Alle weiteren Fälle würden individuell bewertet und bearbeitet. Stück für Stück.

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Ins Hintertreffen geraten sei die Behörde aufgrund der hohen Fallzahlen Ende Oktober, Anfang November, so Landrat Matthias Damm (CDU) am Mittwoch. Ausgehend von gut 20 bis 25 Kontaktpersonen pro Betroffenem zum damaligen Zeitpunkt hätten die Mitarbeiter bei knapp 100 neuen Fällen pro Tag rund 2.000 Kontakte täglich nachverfolgen müssen. „Inzwischen haben sich die Kontakte pro Person auf fünf bis zehn reduziert“, so Damm weiter.

Um der Lage Herr zu werden, hat sich der Landkreis weitere Hilfe geholt und um weitere gebeten. Nicht nur aus der Behörde selbst, sondern auch von der Bundeswehr und vom Freistaat. Wöchentlich würden neue Helfer eingearbeitet, äußerte sich Jörg Höllmüller, zweiter Beigeordneter des Landrates.

Jedes zweite Pflegeheim schon betroffen gewesen

Schwerpunkt sind nach wie vor die Pflegeeinrichtungen im Landkreis. Bisher seien in 26 der 53 Heime in Mittelsachsen Corona-Fälle aufgetreten. „Das heißt, jedes Zweite war bereits betroffen“, so Höllmüller. Mit Stand Mittwoch waren es neun Einrichtungen, in denen 65 Mitarbeiter sowie 100 Bewohner positiv getestet sind.

Um die betroffenen Einrichtungen zu entlasten, baut der Landkreis zurzeit einen Helferpool auf. Freiwillige können sich dafür melden. „20 Personen haben das schon getan, zwei konnten schon vermittelt werden“, informierte Höllmüller.

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Über die Pflegeeinrichtungen hinaus sei, laut Landrat Damm, im Landkreis kein Schwerpunkt zu erkennen. Nachweise würden es bei allen Altersklassen sowie in allen Regionen des Kreises geben. Inzwischen seien auch alle Kommunen betroffen. Da es jedoch immer noch Städte und Gemeinden mit nur wenigen Fällen gebe, veröffentliche der Landkreis nach wie vor keine kommunenbezogenen Zahlen. Individuelle Zuordnungen habe es bereits gegeben. Dies hätte zu Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Beschimpfungen geführt, so Landrat Damm.

Neue Allgemeinverfügung kommt am Donnerstag

Um die weiter steigenden Fallzahlen im Landkreis einzudämmen, hat die Behörde am Donnerstag eine neue Allgemeinverfügung vorgelegt. Sie tritt am Freitag in Kraft. Geregelt wird darin, dass Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens nur noch nach Vorlage eines negativen Corona-Tests betreten werden dürfen.

Testen lassen müssen sich auch Bewohner, die das Haus verlassen haben und Kontakt zu Dritten hatten. Einmal pro Woche müssen sich zudem die Mitarbeiter testen lassen.

Erweitert wurde auch die Maskenpflicht. Sie gilt nun überall dort, wo Menschen sich begegnen. Darüber hinaus ist der Ausschank und Konsum von Alkohol im gesamten öffentlichen Raum verboten worden.

Kreis meldet vier weitere Todesfälle

Am Donnerstag ist erneut die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gestiegen, um fünf Fälle auf nunmehr 52. Betroffen waren zwei Frauen (76 und 86) sowie drei Männer (83, 83 und 89).

Elf Patienten weniger als am Vortrag befanden sich zur stationären Behandlung in einem Krankenhaus (141), davon mussten allerdings 16 beatmet werden, drei mehr als am Mittwoch. Neu hinzugekommen sind am Donnerstag 117 Nachweise (5.843), zehn davon in der Region Döbeln (742), 69 in dem Bereich Freiberg (3.054) sowie 38 in der Region Mittweida (2.047).

Dieser Artikel ist am Donnerstag, 10. Dezember, um 17.06 Uhr, aktualisiert worden.

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