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Deutschland & Welt

Merkel: Einschränkungen als Wellenbrecher

Die Kanzlerin fordert die Bevölkerung dazu auf, die neuen Corona-Regeln zu befolgen. Festlegen, was nach dem Teil-Lockdown kommt, will sie sich nicht.

Für die Zeit nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown will sich die Bundesregierung noch nicht festlegen.
Für die Zeit nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown will sich die Bundesregierung noch nicht festlegen. © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands appelliert, die nun greifenden Kontaktbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie zu befolgen. „Ob diese große gemeinsame Kraftanstrengung etwas bringt im Monat November, das hängt nicht nur von den Regeln ab, sondern auch davon, ob diese Regeln befolgt werden“, sagte Merkel am Montag vor Journalisten in Berlin. Jede und jeder habe es in der Hand, ob es einen Wendepunkt in der Pandemie gebe.

Deutschlandweit habe es zuletzt im Schnitt 127,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gegeben. „Wir müssen in die Region von 50 kommen, sagte Merkel. „Das ist das Ziel.“ Dann könnten die Beschränkungen in dieser zweiten Welle ein „Wellenbrecher“ sein. Derzeit könnten die Gesundheitsämter die Kontakte der Infizierten nicht nachverfolgen. Dies solle aber wieder möglich sein. Sehr viel mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner könnten die Gesundheitsämter nicht schaffen.

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Die Kontakte zu minimieren, wo immer möglich, sei daher nötig. „Zu Hause sollen sich so wenige Menschen wie möglich treffen“, betonte Merkel. Im öffentlichen Raum sollten sich Angehörige von nur zwei Hausständen treffen, bekräftigte Merkel.

Die Gastronomie will Merkel nicht alleine lassen

In ganz Deutschland hat am Montag ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, der die zweite Corona-Welle brechen soll. Seit Mitternacht gilt in allen Bundesländern, dass Hotels und Restaurants, Kinos, Museen und Theater sowie andere Freizeiteinrichtungen weitestgehend geschlossen sind. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Kitas, Schulen und Geschäfte bleiben im Gegensatz zum ersten Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Frühjahr diesmal geöffnet.

Merkel verteidigte die Schließung der Gastronomie im November und sagte den Betroffenen erneut schnelle Hilfe zu. Sie würden mit den Einnahmeausfällen nicht alleine gelassen, versicherte sie. Die Bundesregierung hatte bereits Nothilfen von zehn Milliarden Euro beschlossen. Die Hilfen sollten auch die Kultur erreichen, sagte Merkel. Sie ging davon aus, dass die erarbeiteten Hygienekonzepte in der Gastronomie noch sehr wertvoll sein werden.

Was kommt im Dezember?

Sehr viele Menschen reagierten mit Verständnis, sagte Merkel.
„Aber es gibt auch Zweifel, Skepsis, Ablehnung.“ Sie verstehe, dass viele Menschen enttäuscht seien, dass die Pandemie so lange anhalte. „Der Herbst ist jetzt mit großer Wucht gekommen.“ Das Licht am Ende des Tunnels sei noch ziemlich weit entfernt. Jedoch gelte: „Das Virus bestraft Halbherzigkeit.“ Es sei so etwas wie eine Naturkatastrophe, mit der Politik und Gesellschaft umgehen müssten. 

Die Kanzlerin sagte, im Sommer habe es eine „Vielzahl von Nachlässigkeiten“ beim Beachten der Hygiene- und Abstandsregeln gegeben. „Das kann man sich im Herbst und Winter so nicht leisten.“

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Für die Zeit nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown will sich die Bundesregierung noch nicht festlegen. „Ich möchte heute über den 30. November noch nicht spekulieren“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin. Sollten sich viele Menschen auch im privaten Bereich an die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten, dann schaffe dies die Voraussetzung für einen „erträglichen Dezember“ mit mehr Freiräumen. Sollte sich bis zu ihrem nächsten Gespräch mit den Ministerpräsidenten aber herausstellen, dass die neuen Maßnahmen noch nicht ausreichend seien, um die Zahl der Neuinfektionen stark zu reduzieren, seien womöglich aber auch zusätzliche Maßnahmen notwendig. (dpa)

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