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Mittelsachsen hebt Ausgangssperre auf

Die Inzidenz liegt den vierten Tag infolge unter 1.000. Das bringt zunächst Erleichterungen für Ungeimpfte. Doch die Zahlen sind trügerisch. Warum?

Von Elke Görlitz
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In Mittelsachsen sollen weitere Impfzentren aufgebaut werden. Zunächst in Freiberg.
In Mittelsachsen sollen weitere Impfzentren aufgebaut werden. Zunächst in Freiberg. © Symbolfoto: Robert Michael

Mittelsachsen. Das Gesundheitsamt meldet am Montag 640 labordiagnostische Nachweise des Sars-CoV-2-Virus. In den Kliniken werden 150 Corona-Patienten behandelt, 25 von ihnen müssen laut Angaben des Landratsamtes beatmet werden.

Zwar liegt die Inzidenz laut Robert-Koch-Institut am Montag bei nur 895,9 und damit den vierten Tag infolge unter 1.000, wodurch die Ausgangssperre für nicht Geimpfte zunächst entfällt. Doch die Zahlen täuschen nur Entspannung vor. Tatsächlich müsste die Inzidenz viel höher ausfallen. Womöglich gilt die Ausgangssperre für Ungeimpfte bereits ab Mittwoch wieder.

Landratsamt: Rückstau bei Datenübertragung

Die Inzidenz, die Zahl der in den letzten sieben Tagen neu Infizierten pro 100.000 Einwohner, müsste viel höher sein, räumt indes auch Landrat Matthias Damm (CDU) ein: "Durch die hohe Fallzahl haben wir einen Rückstau bei der Übertragung der Labordaten in unser System“, erklärt Landrat Matthias Damm. Daher wird in dieser Woche das System erneut umgestellt, kündigt er an.

Die Ausgangssperre, die zunächst ab Montag aufgehoben ist, könnte laut Angaben des Landratsamtes bereits ab Mittwoch wieder in Kraft treten. Die Behörde rechnet damit, dass die Inzidenz ab Dienstag die 1.000er-Marke erneut überschreitet.

Landrat Damm versichert, dass in seiner Behörde alles getan werde, um mit der Aufarbeitung des Rückstaus voranzukommen. In das Thema Corona seien über 200 Personen involviert. Neben der Erstellung der Quarantänebescheide, den verschiedenen Kontrolltätigkeiten oder die Information über das Corona-Bürgertelefon müssten verschiedene juristische Dinge bearbeitet, das Personal koordiniert und Technik für den Einsatz im Gesundheitsamt umgerüstet werden.

Quarantänebescheide kommen automatisch

Seit dem heutigen Montag erfolgen keine Anrufe bei den Betroffenen mehr, die Quarantäne-Bescheide werden durch das Gesundheitsamt automatisch verschickt. Dies lasse die aktuelle Allgemeinverfügung zur Quarantäne zu.

„Damit wollen wir den großen Rückstau beseitigen. Viele warten sehr lange auf den Bescheid und diese Zeit muss sich verkürzen“, so Damm. Die Quarantänezeit beträgt pauschal 14 Tage für positiv Getestete und in der Regel zehn Tage für Angehörige des Hausstandes. Für Personen, die geimpft oder genesen sind, gibt es wiederum gesonderte Regelungen. Nachlesen können Betroffene diese auf der Internetseite des Landkreises, auf der das Schema auch in einem Film erklärt wird.

"Krankenhäuser am Limit, wenn nicht sogar darüber"

„Dass die Zahlen so stark steigen, macht mich betroffen. Die zahlreichen Einschränkungen und Absagen sind sehr schmerzhaft für uns alle, aber angesichts der Lage in den Klinken folgerichtig“, erklärt der Landrat.

Die Verlegungen von Akutpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer zeige, dass die Krankenhäuser am Limit seien, wenn nicht sogar darüber hinaus. Man stünde zur aktuellen Situation im Austausch mit zahlreichen lokalen Partnern, wie zum Beispiel dem DRK.

„Ich freue mich, dass wir in Freiberg wieder eine dauerhafte Impfstelle bekommen. Hinzukommen die Termine in der Fläche. Wir hoffen, dass wir noch ein weiteres Impf-Team bekommen“, so Damm. Er bedankt sich bei vielen Akteuren, die hier mitwirken sowie den Ärzten, die Sonderimpfaktionen im Landkreis durchführen.

Der Döbelner Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) hatte erst am Freitag gefordert, dass auch in Döbeln wieder eine feste Impfstelle eingerichtet und ein professionelles Terminmanagement angeboten wird. Es sei den Menschen nicht zuzumuten, stundenlang in der Kälte auf eine Impfung zu warten.