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Deutschland & Welt

Corona: Einreise-Testpflicht gestartet

Seehofer kündigt Kontrollen an, 2.097 Neuinfektionen in Deutschland, Bundesregierung plant Ende kostenloser Coronatests - unser Newsblog.

Seit Sonntag gilt bei der Einreise nach Deutschland eine Testpflicht.
Seit Sonntag gilt bei der Einreise nach Deutschland eine Testpflicht. © dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

9.20 Uhr: Geschke verlässt Quarantäne-Hotel - "Ende der nutzlosesten Reise"

Der positiv auf Corona getestete Radsportler Simon Geschke hat bei den Olympischen Spielen in Tokio das Quarantäne-Hotel endlich verlassen dürfen. "Ende der nutzlosesten Reise meiner Karriere, super aufgeregt aus der Quarantäne zu kommen und nach Hause zu fliegen", schrieb der 35-Jährige auf Twitter.

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Geschke war vor über eine Woche ins Quarantäne-Hotel eingezogen, nachdem ein PCR-Test trotz Impfung positiv ausgefallen war. Nach den Pandemie-Vorschriften für Olympia hätte Geschke bis maximal 14 Tage in der Quarantäne festgehalten werden können. Nach zwei negativen Tests durfte er aber das Hotel verlassen. In den vergangenen Tagen war große Kritik an den Zuständen in dem abgeschotteten Hotel aufgekommen. Daraufhin hatten die Gastgeber die Bedingungen etwas verbessert.

8.26 Uhr: "Querdenken"-Demonstration in Berlin bleibt verboten

Die von der "Querdenken"-Szene angekündigte große Demonstration in Berlin gegen die Corona-Politik bleibt verboten. Das Oberverwaltungsbericht Berlin-Brandenburg (OVG) bestätigte in der Nacht zu Sonntag die vorhergehenden Entscheidungen des Berliner Verwaltungsgerichts und der Polizei. Aus der "Querdenken"-Szene war neben einer Vielzahl weiterer Veranstaltungen für Sonntagnachmittag eine Demonstration mit 22.500 Teilnehmenden in der Nähe des Berliner Regierungsviertels angemeldet worden. (Az.: OVG 1 S 109/21)

Die Polizei hatte in den zurückliegenden Tagen diese und zwölf weitere am Wochenende geplante Demonstrationen mit dem gleichen Hintergrund verboten. Das OVG hat mit dem in der Nacht bekanntgegebenen Beschluss nun insgesamt vier Beschwerden gegen die Verbote in Eilverfahren zurückgewiesen.

Das Verwaltungsgericht habe seine Entscheidung im Wesentlichen damit begründet, dass eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Gefahren für Leben und Gesundheit von Menschen drohen, argumentierte das OVG. Die Versammlungen der "Querdenken"-Szene zeichneten sich deutschlandweit dadurch aus, dass die Teilnehmenden sie nutzten, um öffentlichkeitswirksam gegen zur Eindämmung der Corona-Infektionsgefahr geschaffene Rechtsnormen zu verstoßen.

8.04 Uhr: Einreise-Testpflicht gestartet - Seehofer kündigt Kontrollen an

Zum Start der Corona-Testpflichten für Reiserückkehrer aus dem Ausland an diesem Sonntag hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Kontrollen angekündigt. "Wer nach Deutschland einreist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden. Bundes- und Landespolizei arbeiten hier Hand in Hand", sagte er der "Bild am Sonntag". An den Binnengrenzen werde es Stichproben geben, um kilometerlange Staus im Urlaubsverkehr zu verhindern. "Bei Einreisen aus Ländern außerhalb der EU, an den Flug- und Seehäfen wird jeder kontrolliert, ohne Ausnahme." Wer keinen negativen Test habe, müsse eventuell in Quarantäne, und es drohten "empfindliche Bußgelder".

Seit Sonntag gilt bei der Einreise nach Deutschland eine Testpflicht. Damit soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien verhindert werden. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist - mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es schon für alle Flugpassagiere. Jetzt gilt sie für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

Seehofer sprach sich dagegen aus, mit weiteren Maßnahmen den Druck auf Impfverweigerer zu erhöhen: "Wir haben bislang ein gut funktionierendes Prinzip für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete. Daran sollten wir festhalten. Ich halte auch nichts davon, direkten oder indirekten Druck auszuüben, was die Impfung angeht." Er sprach sich aber dafür aus, stärker als bisher für die Impfung zu werben. "Sie ist der einzige Weg, der uns aus der Pandemie herausbringt. Ohne eine ausreichende Impfquote in der Bevölkerung hüpfen wir nur von Welle zu Welle."

© dpa Grafik

7.30 Uhr: Inzidenz steigt weiter - 2.097 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 17,5 - am Vortag hatte der Wert 16,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.097 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.548 Ansteckungen gelegen.


Corona-Pandemie - Das geschah am Samstag

17.28 Uhr: Scholz für Verlängerung von Corona-Hilfen mindestens bis Jahresende

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert für eine Verlängerung der Corona-Hilfen mindestens bis zum Jahresende. "Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten", sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. "Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen."

Aktuell können Betriebe, die bis 30. September Kurzarbeit einführen, die erleichterten Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Wenn man erst vorher Kurzarbeit im Betrieb hatte, muss dazwischen eine dreimonatige Unterbrechung liegen. Ein Betrieb kann demnach Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise sind es 30 Prozent. Minusstunden müssen vor der Gewährung von Kurzarbeitergeld keine aufgebaut werden. Auch Leiharbeitskräfte können Kurzarbeitergeld bekommen.

Auch die Überbrückungshilfe III ist derzeit bis Ende September beschlossen. Firmen sowie Soloselbstständige bekommen hier nicht rückzahlbare Zuschüsse zu betrieblichen Fixkosten - das sind etwa Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen für Kredite, Ausgaben für Strom und Versicherungen. Voraussetzung: ein coronabedingter Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Vergleichswert ist in der Regel der jeweilige Monat im Vor-Corona-Jahr 2019.

17.10 Uhr: Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio auf neuem Höchststand

Der besorgniserregende Anstieg der Corona-Infektionen in Tokio während der abgeschirmten Olympischen Spiele geht ungebremst weiter. Wie die Stadtverwaltung am Samstag bekanntgab, wurden binnen 24 Stunden 4.058 Neuinfektionen registriert. Es ist das erste Mal, dass die Zahl der Fälle über die Marke von 4.000 stieg, nachdem die Neuinfektionen drei Tage lang jeweils über 3.000 gelegen hatten. Erst am Vortag verlängerte die Regierung den Notstand in Tokio abermals - vorerst bis zum 31. August - und weitete ihn auf weitere Präfekturen aus. Der wichtigste Coronavirus-Berater der Regierung, der Mediziner Shigeru Omi, hatte angesichts der rasanten Ausbreitung der Virus-Variante Delta vor Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt.

Die japanische Regierung ist auf die freiwillige Kooperation der Bevölkerung angewiesen. Harte Ausgangssperren wie in anderen Ländern hat Japan seit Beginn der Pandemie zu keinem Zeitpunkt verhängt. Die Regierung fordert die Bürger immer wieder auf, zu Hause zu bleiben und sich die Olympischen Spiele am Fernseher anzuschauen. Zudem wurde an die Jüngeren appelliert, sich so wie inzwischen die meisten der älteren Japaner über 65 Jahren gegen das Virus impfen zu lassen. Hierzu wird erwogen, Jüngeren Impfungen auch ohne Reservierungen zu ermöglichen. Es gibt aber Klagen über nicht ausreichende Impfstoffe.

16.49 Uhr: Hunderte demonstrieren in Zwönitz gegen rechte Szene und Corona-Gegner

Etwa 300 Menschen haben am Samstag in Zwönitz (Erzgebirgskreis) gegen Rechtsextremismus protestiert. Unter dem Motto: "Schicht im Schacht. Faschistische Normalisierung durchbrechen!" waren Demonstranten aus Dresden, Leipzig und Chemnitz angereist. Gegendemonstranten aus der rechten Szene hätten immer wieder versucht, den Aufzug und die Kundgebung zu stören, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte. Bis zum späten Nachmittag sei es aber zu keinen gewalttätigen Übergriffen gekommen. Seit Wochen versammeln sich Gegner der Corona-Maßnahmen und Rechtsextreme in Zwönitz. Bei den Aufzügen war es in der Vergangenheit auch zu Angriffen auf Polizisten gekommen.

16.05.2021: Polizisten beobachten eine nicht angemeldete Versammlung von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Daran haben in Zwönitz (Erzgebirgskreis) rund 350 Menschen teilgenommen.
16.05.2021: Polizisten beobachten eine nicht angemeldete Versammlung von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Daran haben in Zwönitz (Erzgebirgskreis) rund 350 Menschen teilgenommen. © Niko Mutschmann/dpa-Zentralbild (Archiv)

16.34 Uhr: 26 neue Infektionen in Sachsen gemeldet - 25 weniger als in der Vorwoche

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Gesundheitsministerium am Samstag 26 neue Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche waren es 51 neue Fälle gewesen. Insgesamt sind damit seit Beginn der Pandemie in Sachsen offiziell 286.684 Infektionen nachgewiesen worden. Weitere Todesfälle gab es seit Freitag nicht. Insgesamt starben 10.130 Menschen im Freistaat an oder in Zusammenhang mit Covid-19. Geschätzt 276.065 Menschen sind von einer Covid-Erkrankung genesen.

Die Corona-Inzidenz ist in Sachsen erstmals seit Tagen wieder leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut wies die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 6,3 aus, nach 6,7 am Freitag. Leipzig hat mit aktuell 13,o den höchsten Wert im Freistaat, gefolgt von Dresden mit 9,3. Damit sinkt die Inzidenz in der Landeshauptstadt am Tag des Wiederinkrafttretens der Maskenpflicht wieder unter den Grenzwert von 10 - für eine Aufhebung muss der Wert jetzt fünf Tage unter 10 liegen. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen im einstigen Corona-Hotspot Vogtland mit seit mehreren Tagen unverändert 0,4.

16.13 Uhr: Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern verschärft Corona-Regeln

Im bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land bleibt die Corona-Inzidenz hoch. Von Montag an gelten deshalb wieder strengere Regeln. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Wert am Samstag bei 60,4. Damit ist der oberbayerische Landkreis auch bundesweiter Spitzenreiter. Auf der Homepage des Landratsamts kündigte die Behörde an, dass von Montag an wieder in vielen Bereichen eine Testpflicht gilt - so zum Beispiel in der Gastronomie oder bei kulturellen Veranstaltungen. Davon ausgenommen seien vollständig Geimpfte und Genesene.

Zudem greifen strengere Kontaktbeschränkungen: Es dürfen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und zwei weiteren Haushalten treffen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Wenn in drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem bayerischen Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Inzidenz höher als 50 liegt, gelten am übernächsten Tag strengere Regeln.

15.51 Uhr: Corona-Neuinfektionen in den USA deutlich gestiegen

Die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen ist in den USA deutlich gestiegen. Die Behörden meldeten für Freitag 194.608 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Samstagmorgen (MESZ) hervorging. Eine Woche zuvor waren es 118.797. Auch die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion stieg im Wochenvergleich von 532 auf 891. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.462 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4.460 Toten verzeichnet.

Der allergrößte Teil der erfassten Infektionen im Land sind nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückzuführen. Diese ist nach CDC-Einschätzung so ansteckend wie Windpocken. Bislang haben in den USA nach CDC-Daten 57,2 Prozent der Menschen mindestens eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten, 49,4 Prozent sind vollständig geimpft. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang gut 34,9 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 613.000 Menschen starben.

New York: Ein Fußgänger geht an einem Werbeplakat für Corona-Schutzimpfungen in Bahnhöfen vorbei.
New York: Ein Fußgänger geht an einem Werbeplakat für Corona-Schutzimpfungen in Bahnhöfen vorbei. © Wang Ying/XinHua/dpa

15.29 Uhr: Kulturrat: Neue Corona-Verordnung erleichtert Einreise für Künstler

Die neue, von Sonntag an geltende Corona-Einreiseverordnung bringt nach Darstellung des Deutschen Kulturrats Verbesserungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich. So werde die Einreise aus Hochrisikogebieten erleichtert. Dafür sei eine Ausnahme von der Quarantäne festgelegt worden für nicht vollständig geimpfte Personen, "die zur künstlerischen Berufsausübung auf der Grundlage vertraglicher Verpflichtungen an künstlerischen oder kulturellen Produktions- oder Präsentationsprozessen teilnehmen". Die Regelung sei längst überfällig gewesen, sagte der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann, in einer Mitteilung am Samstag. Der internationale Austausch sei essenziell für das kulturelle Leben. "Die Veränderung der Einreiseverordnung ist eine wichtige Maßnahme, um den internationalen Kulturaustausch wieder zu beleben." Leider sei jedoch eine vollständige Gleichstellung mit dem Sport noch nicht erreicht worden.

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15.05 Uhr: Grünen-Gesundheitspolitiker: kostenpflichtige Tests kein Impfanreiz

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor der Annahme gewarnt, mit der Abschaffung der kostenlosen Corona-Tests könnten Menschen zum Impfen bewegt werden. Das sei ein Trugschluss, sagte Dahmen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). “Ich bin als Arzt und Politiker nicht davon überzeugt, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt Menschen mit Debatten über Druck, Zwang und Bestrafung zum Impfen bekommen”, betonte er.

Dahmen forderte stattdessen mehr Aufklärung und Informationen über das Impfen. “Faktisch fehlt es offensichtlich an überzeugenden, zielgruppenspezifischen Aufklärungskampagnen, an mehr Mobilität - also Impfbus statt Impfzentrum - und an einer Corona-Warn-App, die Menschen auf Spontan-Impfangebote in der Umgebung hinweist”, sagte er. Der Mediziner ergänzte, letztlich helfe zuverlässig nur Impfen und nicht Testen, wenngleich das Testen beispielsweise in Schulen, am Arbeitsplatz oder bei Besuchen im Pflegeheim beziehungsweise Krankenhaus wichtig bleiben werde.

14.28 Uhr: Frankreich rüstet sich für erneute Corona-Massenproteste

Das dritte Wochenende in Folge werden in Frankreich Großdemonstrationen gegen eine Verschärfung der Corona-Regeln erwartet. Die Behörden rechnen für Samstagnachmittag erneut mit etwa 160.000 Demonstrierenden im ganzen Land, wie französische Medien mit Verweis auf Polizeikreise berichteten. Bereits am vergangenen Samstag waren in Frankreich so viele Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und eine Ausweitung des sogenannten Gesundheitspasses kund zu tun. Als Gesundheitspass wird in Frankreich der Nachweis über einen negativen Corona-Test, eine Genesung oder eine vollständige Impfung bezeichnet.

Angesichts eines Aufflammens der Coronavirus-Pandemie hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Mitte Juli die neuen strengeren Hygienevorschriften angekündigt. Nach langen Debatten billigte Frankreichs Parlament die umstrittenen Neuerungen Anfang der Woche. Die letzte Hürde muss das neue Gesetz am Donnerstag nehmen, wenn der von Premierminister Jean Castex ob der heftigen Kritik einberufene Verfassungsrat dazu Stellung bezieht.

Frankreich kämpft momentan gegen eine vierte Corona-Welle. Pro 100.000 Menschen infizierten sich zuletzt innerhalb einer Woche landesweit etwa 214 Menschen neu. Nach der Ankündigung Macrons stiegen die Impfanmeldungen und auch die täglich gespritzten Dosen in Frankreich wieder deutlich an. Mittlerweile sind knapp 62 Prozent mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Paris: Demonstranten nehmenam 24. Juli auf der "Droits de l'homme"-Esplanade am Trocadero-Platz an einem Protest gegen die Impfpflicht für bestimmte Arbeitszweige teil.
Paris: Demonstranten nehmenam 24. Juli auf der "Droits de l'homme"-Esplanade am Trocadero-Platz an einem Protest gegen die Impfpflicht für bestimmte Arbeitszweige teil. © Rafael Yaghobzadeh/AP/dpa

14.06 Uhr: Spahn: Jeder fünfte Jugendliche mit erster Corona-Impfung

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren hat mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag. In absoluten Zahlen sind es 900.000. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.

Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Von der Gesamtbevölkerung in Deutschland sind nach Spahns Angaben mittlerweile 61,6 Prozent (51,2 Millionen Menschen) mindestens einmal geimpft, 52 Prozent (43,2 Millionen) vollständig.

13.42 Uhr: Bundesregierung plant Ende von kostenlosen Coronatests

Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. "Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen", teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag auf Anfrage mit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, die Bundesregierung habe sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass die Tests kostenpflichtig werden, sobald sich alle Deutschen zweimal impfen lassen konnten - also Ende September oder Anfang Oktober.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen." Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. "Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Dieses Datum könnte der 20. September sein. "Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen."

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13.23 Uhr: Verstoß gegen Corona-Regeln: Zwei georgische Judoka ausgeschlossen

Wegen Verstoßes gegen die strengen Corona-Schutzregeln in Japan sind zwei Judoka aus Georgien von den Olympischen Spielen in Tokio ausgeschlossen worden. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag. Demnach habe ein Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees für Georgien gesagt, dass die Sportler das Athletendorf für eine Stadtbesichtigung verlassen und damit gegen das Covid-19-Protokoll verstoßen hatten. Zuvor hatte ein Sprecher des Organisationskomitees erklärt, dass mindestens einer Person die Akkreditierung für die Spiele entzogen worden und diese Strafe erstmals seit Beginn der Olympischen Spiele am 23. Juli verhängt worden ist. Masanori Takaya hatte weder die Nationalität des Betroffenen bekanntgegeben noch ob es sich um einen Athleten oder Betreuer handelte und weitere Details für Sonntag angekündigt.

Wegen der Corona-Pandemie herrschen bei den Olympischen Spielen strenge Hygienemaßnahmen. Alle für das Ereignis zugelassenen Sportler, Mannschaftsmitglieder oder auch Journalisten müssen sich an die im so genannten Playbook festgelegten Regeln halten. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Corona-Tests sowie das Verbot, sich innerhalb der ersten 14 Tage nach Einreise außerhalb der Olympia-Blase frei zu bewegen.

Ein Olympia-Helfer hält ein Schild, das zum Einhalten der Corona-Regeln auffordert.
Ein Olympia-Helfer hält ein Schild, das zum Einhalten der Corona-Regeln auffordert. © Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)

12.55 Uhr: Forderungen nach mehr Anreizen fürs Impfen

Politiker und Forscher fordern mehr Werbung und positive Anreize, um Skeptiker für eine Corona-Impfung zu gewinnen. Die bisherige Kampagne der Bundesregierung reiche nicht aus, sagte der Fraktionsgeschäftsführer der Linkspartei im Deutschen Bundestag, Jan Korte, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag). "Die Bundesregierung hat zu wenig getan, um das Impfen gegen COVID-19 zu einer Selbstverständlichkeit zu machen", heißt es in einem Konzeptpapier Kortes für einen "Impfsommer 2021", das dem RedaktionsNetzwerk (RND) vorliegt. Der Linken-Politiker fordert darin die Regierung auf, gesellschaftliche Akteure wie Gewerkschaften, Sportverbände und Glaubensgemeinschaften, aber auch Clubs und Kultureinrichtungen in eine gemeinsame Impfkampagne mit einzubeziehen. "Es muss darum gehen, die Leute für eine Impfung zu gewinnen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen und Ängste haben, die man ihnen nehmen kann."

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland unterstrich, zwei Drittel der Moscheegemeinden in Deutschland böten vor allem an Wochenenden Impfaktionen an. "Die Resonanz, auch in der nichtmuslimischen Nachbarschaft der Gotteshäuser, ist hoch", sagte der Vorsitzende, Aiman A. Mazyek, dem RND. Zugleich rief er die Muslime auf, sich impfen zu lassen. Der Göttinger Angstforscher Borwin Bandelow hält eine gezielte Werbung für sinnvoll, um Unentschlossene für eine Corona-Impfung zu gewinnen. "Jetzt muss - wie in der Fernsehwerbung - das Belohnungssystem der Menschen angesprochen werden", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Warum keine Impf-Partys veranstalten, bei denen eine tolle Band spielt, wo es vielleicht eine Lotterie und Grillwürstchen gibt?"

Die Karlsruher Wirtschaftswissenschaftlerin Nora Szech plädiert dagegen für eine finanzielle Zahlung an Geimpfte. Sie glaube nicht, dass niedrigschwellige Impfangebote und Informationskampagnen ausreichen, um mehr Menschen zum Impfen zu motivieren, sagte die Ökonomin des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dem RND. "Das hat in keinem Land ausgereicht."

12.31 Uhr: Britische Wirtschaft fordert Abschaffung von Corona-Selbstisolation

Angesichts Hunderttausender Beschäftigter in verpflichtender Corona-Quarantäne fordert die britische Wirtschaft mit Nachdruck eine rasche Änderung der Regeln zur Selbstisolation. Der Chef des Industrieverbands CBI, Tony Danker, sagte der Zeitung "Daily Telegraph" (Samstag), Premierminister Boris Johnson müsse die Vorschriften zur Selbstisolation für vollständig geimpfte Corona-Kontakte "morgen" beenden. "Massen-Isolation" müsse durch Massentests ersetzt werden, sagte Danker. Auch die Opposition forderte, die Bestimmungen früher als geplant zu ändern. Derzeit sind in Großbritannien weit mehr als eine Million Menschen in häuslicher Quarantäne, weil sie von der britischen Corona-App als Kontaktpersonen von Infizierten "gepingt" wurden. Auch vollständig Geimpfte müssen in Selbstisolation.

Wegen dieser "Pingedemie", wie britische Medien das Phänomen nennen, blieben zuletzt zahlreiche Supermarktregale leer, Kneipen geschlossen und Mülltonnen voll. Produktionsbänder standen still. Erst am 16. August ändern sich die Regeln, dann dürfen vollständig Geimpfte trotz "Pings" mit einem negativen Test das Haus verlassen. Danker schlug vor, trotz der gesetzlichen Lockerung der Corona-Regeln in England einige Maßnahmen wieder einzuführen und auch vollständig geimpfte Beschäftigte regelmäßig zu testen. Die Wirtschaft könne zudem helfen, die vor allem unter jungen Menschen ins Stocken geratene Impfkampagne mit organisierten Massen-Impfungen anzukurbeln.

12.05 Uhr: Polizei beendet Swinger-Party mit 68 Teilnehmern in Hamburg

Eine Swinger-Party mit 68 Teilnehmern in einem Hamburger Wohnhaus ist ein kurzes Vergnügen geblieben. Wegen Verstößen gegen die Corona-Vorschriften wurde die Veranstaltung am Freitagabend kurz vor Mitternacht von der Polizei aufgelöst, wie eine Sprecherin am Samstag sagte. Es habe kein Hygienekonzept gegeben - so seien weder die Abstandsregeln eingehalten, noch die Datenblätter zur Kontaktverfolgung richtig ausgefüllt worden.

Den 68 Teilnehmern erteilte die Polizei einen Platzverweis. Ihnen droht ein Bußgeld. Wie die Polizeisprecherin mitteilte, verhielten sich die Feiernden allesamt "sehr kooperativ". Für private Feiern mit mehr als zehn Menschen gelten in Hamburg derzeit weitgehend die Vorgaben für öffentliche Veranstaltungen wie Maskenpflicht, Abstandsregeln und eine Testpflicht in Innenräumen.

11.44 Uhr: Krankenhausgesellschaft für neuen Index in der Pandemie

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plädiert für einen neuen Mix aus verschiedenen Indikatoren, um angesichts des Impffortschritts das Corona-Pandemiegeschehen in Deutschland besser einschätzen zu können. Sie schlägt eine Matrix vor, die - nach Altersstufen differenziert - wichtige Kennzahlen zur Infektionslage, zu den Testungen, zur Impfsituation und zur Auslastung der Krankenhäuser aufführt, wie das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag) berichtet. Das Konzept liegt den Angaben zufolge dem RND vor. Die bisher maßgebliche Sieben-Tages-Inzidenz ist dabei nur noch einer von insgesamt zwölf Indikatoren. Dazu gehören unter anderem die Quote der positiven Tests, die Impfrate und die Klinikbelegung durch Covid-19-Erkrankte. Zudem sollen auch Faktoren aufgenommen werden, die die Dynamik des Geschehens erfassen.

"Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt", sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem RND. So könnte man aus der Tabelle zum Beispiel schnell herauslesen, ob wieder gehäuft ältere, geimpfte Menschen in die Kliniken kämen, weil der Impfschutz nachlasse. "Die Politik muss endlich handeln und einen Indikatorenmix festlegen, auch um durch diese Transparenz die Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen gegen Corona zu erhalten", betonte Gaß: "Es kann doch nicht sein, dass das Robert-Koch-Institut auf allen diesen Daten sitzt, keine neuen Vorschläge macht und wir nach wie vor nur über die Inzidenzen reden."

11.20 Uhr: "Rekord!!" - TV-Promi in Japan provoziert mit zynischen Corona-Tweets

Der rasante Anstieg der Corona-Infektionen in Tokio während der Olympischen Spiele stößt in Japan inzwischen nicht nur auf Gleichgültigkeit, sondern auch auf Zynismus. "Neuer Rekord!! - Verzeihung, die Rede ist von den Infizierten", witzelte der in Japan lebende und arbeitende amerikanische TV-Promi Dave Spector am Samstag auf Twitter. Und machte sich dann noch mit einem Seitenhieb gegen die japanische Regierung über deren Corona-Politik lustig: "Habe die fünfte Impfung fürs nächste Jahr reserviert". Die beiden japanischsprachigen Tweets stießen prompt auf großen Zuspruch von mehr als 9.000 Nutzern. Fast 100 Mal wurde sie auf Twitter geteilt.

Zuvor hatte Tokio mit über 3.000 Fällen einen neuen Höchsstand bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Samstag stiegen sie weiter auf über 4.000. Die Regierung verlängerte den Notstand für Tokio erneut und weitete ihn auf weitere Präfekturen aus. Zudem wurde an die Jüngeren appelliert, sich so wie inzwischen die meisten der älteren Menschen in Japan gegen Corona impfen zu lassen. Hierzu wird überlegt, Impfungen für Jüngere ohne Reservierung zu ermöglichen. Kritiker beklagen, dass die Spiele indirekt dazu beitrügen, dass viele Japaner das Coronavirus nicht mehr so ernst nehmen. Laut Regierung hat der Anstieg der Infektionen nichts mit Olympia zu tun.

10.42 Uhr: Muslime: Zentralrat ruft zum Impfen auf

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Angehörigen der islamischen Religionsgemeinschaft aufgerufen, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. "Es gibt für Muslime keine religiösen Gründe, das Impfen gegen Corona abzulehnen", sagte der Vorsitzende, Aiman A. Mazyek, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag). "Im Gegenteil: Der Schutz anderer vor Krankheiten und die eigene gesundheitliche Unversehrtheit sind im Islam ein hohes Gut." Nicht alle, die noch ungeimpft sind, seien Impfgegner, sagte Mazyek.

Viele seien auch einfach zu bequem. "Jetzt geht es darum, das letzte Drittel aus seiner Impf-Lethargie zu holen." Zwei Drittel der Moscheegemeinden in Deutschland böten vor allem an Wochenenden Impfaktionen an, betonte er. "Die Resonanz, auch in der nichtmuslimischen Nachbarschaft der Gotteshäuser, ist hoch." Es gebe zwar auch unter Muslimen "Querdenker, die die unsinnigsten Verschwörungsgeschichten versuchen zu verbreiten", sagte der ZMD-Vorsitzende. Sie hätten jedoch wenig Erfolg.

Der Zentralrat ruft Muslime dazu auf, sich impfen zu lassen.
Der Zentralrat ruft Muslime dazu auf, sich impfen zu lassen. © George Buid/ZUMA Press Wire/dpa (Symbolfoto)

10.17 Uhr: Inzidenz in Sachsen sinkt leicht - aber auch Leipzig drohen verschärfte Regeln

In Dresden muss beim Shoppen wieder Maske getragen werden. Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche hatte in der Landeshauptstadt mehrere Tage in Folge über dem Wert von 10 gelegen. Zudem greifen Kontaktbeschränkungen: Maximal zehn Menschen dürfen sich treffen. Familienfeiern, Eheschließungen und Beerdigungen sind nur noch für bis zu 50 Personen zulässig, wobei Geimpfte und Genesene nicht mitzählen. In einigen Bereichen gilt auch wieder eine Testpflicht. Am Samstag lag der Wert in Dresden laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 9,3. Für Lockerungen muss die Inzidenz aber an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 10 liegen.

Leipzig hatte am Samstag den höchsten Inzidenzwert in Sachsen mit 13,0 und lag den vierten Tag in Folge über 10. Am Sonntag werden die verschärften Maßnahmen zur Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen veröffentlicht, am Dienstag greifen sie dann, wie ein Stadtsprecher ankündigte. Sachsen hatte als erstes Bundesland die Maskenpflicht im Einzelhandel gelockert. Seit dem 16. Juli dürfen Kunden - bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 und wenn es der Abstand hergibt - ohne Maske in die Geschäfte gehen. Auch in Lokalen, Hotels oder Kulturstätten darf man sich bei einer Inzidenz unter 10 maskenlos bewegen.

Landesweit ist die Corona-Inzidenz in Sachsen leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies den Wert am Samstag mit 6,3 aus, nachdem dieser am Freitag bei 6,7 gelegen hatte. Damit hat der Freistaat die drittniedrigste Inzidenz aller Bundesländer. Nur die Nachbarn Sachsen-Anhalt (5,3) und Thüringen (4,8) liegen darunter. Der bundesweite Wert ist gegenüber dem Vortag wieder leicht gestiegen - von 16,5 auf 16,9.

9.23 Uhr: Scholz gegen reine Fokussierung auf Inzidenz

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich gegen eine reine Fixierung auf die Inzidenz bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Viele Fachleute verweisen richtigerweise darauf, dass wir neben den Inzidenzen auch die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Blick behalten müssen", sagte der Finanzminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Die Infektionszahlen steigen wieder, damit müssen wir umgehen. Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Winter und zum Frühjahr, weil so viele jetzt geimpft und damit geschützt sind."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt schon seit längerem auf die Berücksichtigung auch anderer Kennzahlen als der Inzidenz zur Einschätzung der Lage. Aus Sicht des Robert Koch-Instituts bleibt diese Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche aber der wichtigste Frühwarnwert.

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat.
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat. © Luca Bruno/AP/dpa

8.54 Uhr: Umfrage im Mittelstand: Knappe Mehrheit für Impfpflicht

Eine knappe Mehrheit von Mittelständlern in Deutschland ist einer Umfrage zufolge für eine allgemeine Impfpflicht - wenn dadurch ein erneuter Lockdown verhindert werden könnte. Das geht aus einer Blitzumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hervor. Gestellt wurde folgende Frage: "Würden Sie einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen, wenn dadurch ein erneuter Lockdown und Schulschließungen verhindert und die Einschränkungen der Freiheitsrechte wieder aufgehoben werden könnten?" Mit Ja antworteten knapp 54 Prozent der Firmen, mit nein 45 Prozent, keine Meinung hatte knapp ein Prozent. An der Umfrage beteiligten sich rund 2.950 Firmen.

BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das Ergebnis der Umfrage spiegelt die Rat- und Planlosigkeit der Corona-Politik der Bundesregierung wider. Im Mittelstand herrscht die große Sorge vor einem drohenden erneuten Lockdown, der dramatische Folgen für unsere Wirtschaft hätte und für sehr viele Klein- und Mittelbetriebe das endgültige wirtschaftliche Aus bedeuten würde.

8.31 Uhr: Forschung: Private Vorbilder und Normen wichtig gegen Impfmüdigkeit

Einer Studie zufolge entscheidet in der Pandemie weniger die eigene Persönlichkeit oder die gefühlte Angst als vielmehr das Verhalten anderer, ob eine Maske getragen oder ein Impftermin wahrgenommen wird. Forscher der Universitäten Koblenz-Landau und Mannheim haben herausgefunden, dass soziale Normen den stärksten Einfluss darauf haben, ob sich Menschen an Regeln halten oder nicht." Ausschlaggebend ist, wie ich das Verhalten nahestehender Personen wahrnehme, weniger die eigene Persönlichkeit oder die subjektive Bedrohung", bilanzieren Selma Rudert (Koblenz-Landau) und ihr Kollege Stefan Janke (Mannheim) in der Studie. Die Untersuchung wurde in der psychologischen US-Fachzeitschrift "Group Processes and Intergroup Relations" veröffentlicht. Mehr zur Bedeutung von Vorbildern und gesellschaftlichen Normen lesen Sie hier im Artikel.

8.02 Uhr: Schärfere Corona-Regeln in Dresden - Maskenpflicht beim Einkaufen

Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen gelten in Dresden ab dem Wochenende wieder schärfere Corona-Regeln. Von diesem Samstag an muss in der Landeshauptstadt beim Einkaufen und in einigen anderen Bereichen wieder Maske getragen werden. Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche hatte mehrere Tage in Folge über der entscheidenden 10er-Grenze gelegen. Neben der Maskenpflicht beim Shoppen greifen in Dresden auch Kontaktbeschränkungen: Maximal zehn Menschen dürfen sich treffen. Familienfeiern, Eheschließungen und Beerdigungen sind nur noch für bis zu 50 Personen zulässig, wobei Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt werden. In Museen, Kinos, Konzerthäusern oder Theatern sowie bei Sportveranstaltungen gilt wieder eine Testpflicht, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Gleiches gilt für Freizeit- und Vergnügungsparks, Indoorspielplätze, Zirkusse und Spielhallen.

Sachsen hatte als erstes Bundesland die Maskenpflicht im Einzelhandel gelockert. Seit dem 16. Juli dürfen Kunden - bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 und wenn es der Abstand hergibt - ohne Maske in die Geschäfte gehen. Auch in Lokalen, Hotels oder Kulturstätten darf man sich bei einer Inzidenz unter 10 maskenlos bewegen. Als zweite der 13 Regionen in Sachsen steuert Leipzig darauf zu, die 10er-Grenze zu überschreiten.

Dresden: Menschen sitzen in der Außengastronomie von Restaurants und Cafes auf dem Neumarkt, im Vordergrund ist ein Schild für die Einhaltung der Maskenpflicht an einem Lampenmast zu sehen.
Dresden: Menschen sitzen in der Außengastronomie von Restaurants und Cafes auf dem Neumarkt, im Vordergrund ist ein Schild für die Einhaltung der Maskenpflicht an einem Lampenmast zu sehen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild

7.30 Uhr: 21 neue Corona-Fälle bei den Olympischen Spielen

Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio sind 21 weitere Corona-Fälle registriert worden. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Samstag bekannt. Der Höchstwert war am Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Athleten sind dieses Mal nicht betroffen. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 241. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 23 Sportler mit dem Coronavirus. Am Tag der Eröffnungsfeier hatte es im deutschen Team in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben. Einen weiteren prominenten Fall gab es mit dem positiv getesteten Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA.

Samstag, 7.18 Uhr: RKI registriert 2.400 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,9

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit nun dreieinhalb Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 16,9 - am Vortag betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche 13,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2.400 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1.919 Ansteckungen gelegen. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 28 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.769.165 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.653.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.658.

Corona-Pandemie - Das geschah am Freitag

22.00 Uhr: Auch New Yorker Broadway will Impf-Nachweise verlangen

Die Theater am New Yorker Broadway wollen bei der Wiedereröffnung im September nach rund anderthalbjähriger Pause während der Corona-Pandemie nur Zuschauer mit Impf-Nachweis zulassen. Auch alle Mitarbeiter und Schauspieler an den insgesamt 41 Theatern müssten geimpft sein, teilte der Branchenverband Broadway League am Freitag mit. Ausnahmen gebe es nur für Kinder unter zwölf Jahren, für die noch kein Impfstoff zugelassen ist, und für Menschen, bei denen medizinische Gründe oder religiöse Überzeugungen eine Impfung verhinderten - diese müssten einen negativen Test vorzeigen. Zudem müssten Zuschauer im Theater Masken tragen und dürften diese nur zum Essen und Trinken abnehmen. Die Regelung gelte zunächst bis mindestens Oktober, Hintergrund sei die erneute Zunahme der Infektionen in den USA aufgrund der Delta-Variante des Coronavirus.

Ab Mitte September wollen viele der in der Pandemie seit März 2020 geschlossenen Broadway-Theater den Betrieb wieder aufnehmen. Zuvor hatten bereits unter anderem die Metropolitan-Oper und die Carnegie Hall angekündigt, mit dem Beginn der Saison zumindest vorerst nur noch vollständig geimpfte Zuschauer zuzulassen. Diese beiden Spielstätten schließen Kinder unter zwölf Jahren sogar ganz aus, solange für sie noch kein Impfstoff zugelassen ist.

New York: Eine Flasche zum Desinfizieren der Hände steht am Broadway nahe Times Square. Theater dort wollen nur geimpfte Zuschauer einlassen.
New York: Eine Flasche zum Desinfizieren der Hände steht am Broadway nahe Times Square. Theater dort wollen nur geimpfte Zuschauer einlassen. © Mathias Wasik/dpa

21.50 Uhr: Kundgebung von "Querdenken" auf Straße des 17. Juni bleibt verboten

Die für Sonntag geplante Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart auf der Straße des 17. Juni in Berlin bleibt verboten. Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Eilantrag gegen das entsprechende Demonstrationsverbot abgelehnt, wie ein Sprecher der Justizbehörde am Freitagabend mitteilte. Zu der Kundgebung waren für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet. Auch eine weitere für Sonntag geplante Demonstration in der Bundeshauptstadt bleibe verboten. Die Berliner Polizei hatte für das Wochenende insgesamt zwölf geplante Versammlungen in der Stadt untersagt. Am Nachmittag war von den Verwaltungsrichtern bereits ein Eilantrag gegen das Verbot einer geplanten Demo von Gegnern der Corona-Politik abgelehnt worden.

21.44 Uhr: EU genehmigt Corona-Hilfen für deutsche Bahnunternehmen

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben von der Bundesregierung beschlossene Corona-Hilfen für Bahnunternehmen genehmigt. Wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte, geht es um Unterstützung im Gegenwert von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Sie wird in Form einer Senkung der Entgelte gewährt, die Unternehmen im Güter- und im Personenfernverkehr für den Zugang zur Schieneninfrastruktur entrichten." Die heute genehmigten Maßnahmen werden Unternehmen des Schienengüter- und des Schienenpersonenverkehrs in Deutschland dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie verursachte schwierige Lage zu bewältigen", teilte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager mit. Sie sollten zudem auch dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs mit anderen Verkehrsträgern zu wahren, um europäische Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen.

21.30 Uhr: Mit PCR-Test: Berlin will Clubs für Pilotprojekt öffnen

Mehrere Clubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen - die Gäste sollen vorab zum PCR-Test. Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Clubs "auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können", teilte die Senatskulturverwaltung am Freitag mit. Sechs Clubs sollen mitmachen, darunter das Kitkat, die Renate und das SO36 in Kreuzberg. Das Projekt soll von Freitagabend bis Sonntagmittag laufen (6. bis 8. August). Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden. Dabei soll zum Beispiel nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es in der Mitteilung.

Berlin hatte bereits im März ein Pilotprojekt für die Kultur aufgelegt. Damals spielten etwa die Philharmoniker trotz Lockdowns vor rund 1.000 Menschen. Anders als in Konzerthäusern und Theatern seien bei einer Clubnacht weder Abstandsregeln noch eine Maskenpflicht umsetzbar, teilte die Senatsverwaltung mit. Deswegen sei die "Generierung einer temporären SARS-CoV-2-freien Kohorte" für 48 Stunden der wichtigste Baustein der Pilotveranstaltung. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach getestet werden.

21.17 Uhr: US-Gesundheitsbehörde: Delta so ansteckend wie Windpocken

Die Delta-Variante des Coronavirus ist der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge so ansteckend wie Windpocken und kann den Schutz von Impfungen leichter durchbrechen. Die Virusmenge in Infizierten sei dabei deutlich höher als bei der ursprünglichen Variante und eine Ansteckung könne leichter weitergegeben werden, heißt es in einer internen CDC-Präsentation, die von der "Washington Post" veröffentlicht wurde. Die Erkenntnisse der Behörde stellen dabei allerdings nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe in Frage: Diese schützten auch bei Delta weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit vor schweren Verläufen oder dem Tod.

Der Schutz vor Ansteckung besteht zwar auch, scheint aber schwächer. Zudem kommt die CDC zu dem Schluss, dass Delta wohl gefährlicher ist als das ursprüngliche Virus und Erkrankte eher schwere Verläufe erfahren. Es müsse "anerkannt werden, dass sich der Krieg verändert hat", hieß es auf einer der Folien. Zuletzt hatte die CDC ihre Richtlinien angesichts der starken Ausbreitung der Delta-Variante angepasst und auch für Geimpfte in vielen geschlossenen Räumen wieder das Maskentragen empfohlen. Die hochansteckende Ausprägung des Virus hat in den USA nach älteren Angaben mehr als 80 Prozent Anteil an allen Infektionen - diese Zahl dürfte mittlerweile aber deutlich höher liegen.

21.01 Uhr: Studie: Kreuzimpfung stärker als Zweimal-Impfung mit Astrazeneca

Die Kombination einer Impfung mit den Produkten von Astrazeneca und von Biontech/Pfizer ist einer Studie zufolge wirksamer als die Impfung mit Astrazeneca alleine. Wissenschaftler der Technischen Universität München, des Helmholtz Zentrums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln untersuchten die Immunreaktion im Rahmen einer retrospektiven Studie, die im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" erschien. Dafür wurde nach Angaben der Forscher das Blut von rund 500 Probanden analysiert, die acht bis zwölf Wochen nach ihrer ersten Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer bekommen hatten. "Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von Astrazeneca bekamen", erklärte das Uniklinikum Erlangen am Freitag. Die Immunreaktion auf die Kombinationsimpfung sei mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit Biontech gewesen.

Die Forscherinnen und Forscher kommen zu dem Schluss, dass die Kombinationsimpfung auch bei individuellen Unverträglichkeiten oder bei Versorgungsengpässen zum Einsatz kommen kann. Sie hoffen, dass diese Kreuzimpfung "ein weiterer Baustein ist, um die Wirksamkeit der Covid-19-Impfung generell zu verbessern". Allerdings seien dafür noch weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit und der klinischen Wirksamkeit dieser und anderer Kombinationsimpfungen notwendig.
Die Impfkommission (Stiko) hatte Anfang Juli überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen.

20.47 Uhr: Olympia-Gastgeber Japan weitet Corona-Notstand aus

Japan hat wegen stark gestiegener Corona-Infektionen den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Regierung entschied am Freitag, den inzwischen vierten Notstand bis zum 31. August zu verlängern. Am selben Tag meldete Tokio 3.300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, nachdem die Zahl am Vortag einen Höchststand von 3.865 Fällen erreicht hatte. Zudem verhängte die Regierung den Notstand auch für Tokios Nachbarprovinzen Saitama, Chiba und Kanagawa sowie für die Großstadt Osaka. Der wichtigste Coronavirus-Berater der Regierung, der Mediziner Shigeru Omi, hatte angesichts der rasanten Ausbreitung der Virus-Variante Delta vor Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt.

Japan hat wegen stark gestiegener Corona-Infektionen den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet.
Japan hat wegen stark gestiegener Corona-Infektionen den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. © --/kyodo/dpa

20.30 Uhr: AfD-Spitzenkandidatin Weidel will sich vorerst nicht impfen lassen

Die Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, Alice Weidel, will sich auf absehbare Zeit nicht gegen Covid-19 impfen lassen. Im ZDF-Morgenmagazin sagte sie am Freitag außerdem, es sei für sie nicht akzeptabel, "dass gesunde Ungeimpfte diskriminiert werden". Im Kurznachrichtendienst Twitter gab es für ihre Äußerungen viel Kritik, aber auch Zuspruch von einigen Impfgegnern.

Zu den Spitzenpolitikern der AfD, die sich nach eigener Aussage haben impfen lassen, zählen unter anderem Alexander Gauland, der die AfD-Bundestagsfraktion gemeinsam mit Weidel leitet, und der Parteivorsitzende Jörg Meuthen. Sie haben sich - so wie auch mehrere Bundesminister - deutlich gegen die Einführung einer Covid-19-Impfpflicht ausgesprochen.

20.16 Uhr: Streit um Impfung - Aiwanger verteidigt sich nach Kritik von Söder

Der Streit zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und seinem Vize Hubert Aiwanger geht in die nächste Runde. Nach Söders Kritik an Aiwanger wehrt sich dieser und wirft der CSU Wahlkampftaktik vor. "Die CSU hat offenbar Angst vor einem schlechten Bundestagsergebnis und greift deshalb ohne Not den eigenen Koalitionspartner an", sagte der Chef der Freien Wähler der "Bild". "Ich wurde vor laufender Kamera zu meinem Impfstatus gefragt und vertrete die Meinung, dass Impfen ein wichtiger Baustein der Corona-Bekämpfung ist, aber trotzdem eine persönliche Entscheidung bleiben muss. Das hat nichts mit Schamanentum oder Querdenken zu tun, sondern ist ein persönliches Freiheitsrecht", sagte Aiwanger, der bislang auf eine Corona-Impfung verzichtet hat.

Söder hatte dem "Spiegel" zuvor mit Blick auf Aiwanger gesagt: "Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden." Aiwanger hatte zuletzt von einer "Jagd" auf Ungeimpfte in Deutschland gesprochen und auch vor einer "Apartheids-Debatte" gewarnt, die von Impfgegnern losgetreten werden könnte, sollten Ungeimpfte weniger Rechte bekommen. Der bayerische Wirtschaftsminister kandidiert für den Bundestag und hofft, mit seiner Partei die Fünf-Prozent-Hürde zu durchbrechen.

19.56 Uhr: Englischen Corona-Experten belästigt: Acht Wochen Haft auf Bewährung

Weil er gemeinsam mit einem Kumpel den medizinischen Chefberater der britischen Regierung, Chris Whitty, belästigt hat, ist ein 24-Jähriger zu acht Wochen Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt, wie ein Gericht in London am Freitag entschied. Der Mann, der wegen des Vorfalls seinen Job als Immobilienmakler verloren hatte, hatte sich zuvor der Körperverletzung schuldig bekannt. Er muss zudem rund 300 Pfund (350 Euro) Strafe und Gebühren zahlen. Whitty wurde bei dem Übergriff nicht verletzt.

Der 24-Jährige hatte zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund vor gut einem Monat versucht, den Professor in einem Londoner Park zu einem Selfie zu zwingen. Die beiden Betrunkenen hielten Whitty, der oft mit Premierminister Boris Johnson bei Pressekonferenzen auftritt, fest und grölten triumphierend. Ein Video des Vorfalls verbreitete sich rasch und löste Empörung aus, auch Johnson kritisierte die Männer. Der zweite Angeklagte plädierte auf nicht schuldig. Das Verfahren gegen ihn wird am 23. November fortgesetzt.

Chris Whitty, medizinische Berater der britischen Regierung in Corona-Fragen.
Chris Whitty, medizinische Berater der britischen Regierung in Corona-Fragen. © Daniel Leal-Olivas/POOL AFP/AP/dp

19.33 Uhr: Bundesregierung stuft Andorra als Corona-Hochinzidenzgebiet ein

Wegen der Zahl der Corona-Infektionen hat die Bundesregierung Andorra ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das in den Pyrenäen gelegene Fürstentum war am Freitag aber der einzige Staat in Europa, für den das Robert Koch-Institut eine Veränderung der Lagebewertung mitteilte. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Eine ganze Reihe afrikanischer Staaten wurde am Freitag wegen einer veränderten Lage vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft: Südafrika, Botswana, Simbabwe, Sambia, Mosambik, Malawi, Eswatini (das frühere Swasiland), Lesotho und Namibia. Nicht mehr Risikogebiet ist die auch bei Urlaubern beliebte Dominikanische Republik. Ab Sonntag gibt es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken: Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiete) und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren. Die Kategorie der "einfachen" Risikogebiete entfallen.

19.18 Uhr: Stark gestiegene Corona-Zahlen auf Island

Island hat vier Tage in Folge jeweils mehr als 100 neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Das ging am Freitag aus den aktualisierten isländischen Corona-Zahlen hervor. Was im ersten Moment nicht nach sonderlich viel klingen mag, ist für die Nordatlantik-Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern eine ganze Menge: Die inländische 14-Tage-Inzidenz, die die Isländer von den an der Grenze erkannten Fällen unterscheiden, stieg in den vergangenen Tagen auf 280,6 - zuvor hatte der Wert monatelang auf einem niedrigen zweistelligen Niveau gelegen. Die 14-Tage-Inzidenz nähert sich somit dem Spitzenwert vom Oktober 2020 an. Damals hatte sie bei rund 292 Fällen pro 100.000 Einwohner gelegen.

Einen Tag mit mehr als 100 Corona-Neuinfektionen hatte es auf Island nach Angaben des Rundfunksenders RÚV zuvor überhaupt erst zweimal gegeben, nämlich jeweils einmal im März und Oktober 2020. Island hatte Ende Juni nach 15 Monaten mit Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen alle Beschränkungen im Land aufgehoben. Wegen der steigenden Zahlen waren vor wenigen Tagen einige Einschränkungen wieder eingeführt worden. Kneipen und Clubs müssen nun ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind höchstens 200 Teilnehmer erlaubt. Außerdem sollen die Menschen wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen.

18.52 Uhr: Ministeriumsbericht: Corona-Fallzahlen in Italien deutlich gestiegen

In Italien sind die täglichen Corona-Infektionszahlen zuletzt weiter gestiegen. In beinahe allen Regionen und Autonomen Provinzen hätten die Behörden wachsende Fallzahlen in allen Altersgruppen verzeichnet, hieß es im wöchentlichen Corona-Lagebericht des italienischen Gesundheitsministeriums in Rom am Freitag. Der zuletzt berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei landesweit durchschnittlich 58 Fällen je 100.000 Einwohnern. Die Delta-Variante ist in Italien nach jüngsten Ergebnissen am verbreitetsten. Am Freitag meldeten die Gesundheitsbehörden etwas mehr als 6600 Corona-Neuinfektionen und 18 Tote im Zusammenhang mit dem Virus. Wegen der Infektionslage beschloss die Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi in der vergangenen Woche, ab dem 6. August Beschränkungen einzuführen.

Wer ab dann innen im Restaurant essen, eine Sportveranstaltung besuchen oder in ein Museum gehen will, braucht einen Nachweis, mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft zu sein. Rein darf auch, wer eine Genesung nachweisen kann oder ein negatives Corona-Testergebnis mitbringt, das nicht älter als 48 Stunden ist. Gegen die neuen Maßnahmen protestierten in den vergangenen Tagen landesweit Gegner, Restaurant-Besitzer oder Hotelbetreiber in den großen Städten. In den kommenden Tagen werden weitere Proteste erwartet. Diese sind laut Medienberichten oft nicht genehmigt.

Rom: Demonstranten reißen einen Zaun auf der Via dei Due Macelli nieder. In Italien haben Gegner des sogenannten Grünen Passes gegen strengere Zutrittsregeln zu Restaurants und Bars als Reaktion auf die Corona-Pandemie protestiert.
Rom: Demonstranten reißen einen Zaun auf der Via dei Due Macelli nieder. In Italien haben Gegner des sogenannten Grünen Passes gegen strengere Zutrittsregeln zu Restaurants und Bars als Reaktion auf die Corona-Pandemie protestiert. © Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press/dpa

18.31 Uhr: Spritze mit Musik - Berlin kündigt "Lange Nacht des Impfens" an

Impfungen sind in Berlin künftig an einzelnen Terminen bis Mitternacht und bei Musik möglich. Die erste "Lange Nacht des Impfens" ist für Montag, 9. August, im Impfzentrum in der Arena in Treptow geplant, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitag mitteilte. Weitere Termine gibt es dort am Mittwoch (11. August) und Freitag (13. August). Geimpft werde mit den Vakzinen von Biontech sowie Johnson & Johnson jeweils von 20 Uhr bis Mitternacht ohne Anmeldung, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Ein DJ lege in der Arena Musik auf. "Berlin kann impfen, Berlin kann Party - jetzt machen wir beides zusammen", kommentierte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci die neue Variante für Impfen ohne Termin.

18.05 Uhr: Deutscher Onlinehandel sieht sich weiter auf Wachstumskurs

Der deutsche Onlinehandel rechnet trotz der jüngsten Warnsignale vom US-Internetgiganten Amazon vorläufig nicht mit einem Ende des kräftigen Wachstums im E-Commerce. Der Onlinehandel werde wahrscheinlich auch im 3. Quartal wieder um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum wachsen, sagte der Sprecher des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), Frank Düssler, am Freitag. Für 2021 rechnet der Verband in Deutschland mit E-Commerce-Umsätzen von mehr als 100 Milliarden Euro.

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hatte die Börse mit der Ankündigung geschockt, dass er nach Rekorderlösen in der Corona-Krise mit einem Abflauen des Shopping-Booms im Internet rechne - allerdings auf hohem Niveau. Wuchsen die Erlöse im abgelaufenen zweiten Quartal noch um 27 Prozent auf 113 Milliarden Dollar, so erwartet Amazon für das laufende Quartal "nur" noch ein Plus von maximal 16 Prozent. Der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln, Kai Hudetz, sagte: "Es wär völlig verfrüht, von einem Ende des Online-Booms zu sprechen.

Das Wachstum des E-Commerce wird in diesem und wohl auch in den nächsten ein, zwei Jahren deutlich über dem liegen, was wir vor der Corona-Krise gewohnt waren." Zwei Entwicklungen sicherten dem Onlinehandel Wachstumspotenzial. Zum Einen hätten sich die Menschen an den E-Commerce gewöhnt und nutzen ihn auch nach der Krise. Zum Anderen hätten sich die meisten Geschäfte mittlerweile auf den neuen Vertriebskanal eingestellt. "Es gibt kaum einen stationären Händler, der nicht versucht, im Internet deutlich präsenter zu sein", sagte Hudetz.

17.47 Uhr: Niedersachsen gibt über 120.000 Impfdosen von Astrazeneca zurück

Niedersachsen will 120.400 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca, die noch in den Verteilzentren des Landes lagern, an den Bund zurückgeben. "Es ist allgemein bekannt, dass die Nachfrage vor allem nach Astrazeneca rückläufig ist", sagte Sprecherin Stefanie Geisler vom Landesgesundheitsministerium am Freitag in Hannover. Dieser Impfstoff werde deshalb nicht mehr nachbestellt. Geisler betonte jedoch: "Auch der Impfstoff von Astrazeneca wirkt bei abgeschlossener Impfserie gut gegen die Delta-Variante." Der Bestand in den Impfzentren reiche jedoch für noch ausstehende Impfungen aus.

Die Impfstoffe gehörten dem Bund, erläuterte die Sprecherin. Dieser habe angeboten, ungenutzte Dosen zurückzunehmen und bei Bedarf an andere Länder zu verteilen. Die Kühlketten würden bei der Rücknahme genauso eingehalten wie bei der Anlieferung: "Die Haltbarkeit und Verwendbarkeit ist gewährleistet."

17.31 Uhr: Vor Bundestagswahl: SPD-Kampagne für Corona-Impfungen auf Mallorca

Zwei Monate vor der Bundestagswahl wirbt die SPD mit einer Plakatkampagne auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca für Corona-Impfungen. Seit Donnerstag seien auf der Insel vor allem an der Partyhochburg Playa de Palma große Plakatwände mit dem Schriftzug SPD und Aufrufen zum Impfen zu sehen, schrieb die "Mallorca Zeitung". Es gebe zwei verschiedene Plakate. Auf einem sei ein kleiner Behälter mit Impfstoff abgebildet. Darunter stehe in großen Lettern "Schatzi, schenk mir 'ne Dosis" in Anspielung auf Mickie Krauses Ballermann-Hit "Schatzi, schenk mir ein Foto". Darunter heiße es: "Jede Impfung hilft, Corona zu besiegen. Schütze Dich und andere und hole Dir noch heute einen Impftermin."

Auf dem zweiten Plakat heiße es auf der linken Seite unter einem Impfstoff-Gläschen: "Ein kleiner Pieks für dich" und auf der rechten Seite unter einem Foto von zwei in die Ferien startenden Urlaubern: "Ein großer Schritt zur Normalität." Die Plakate sollten bis etwa Mitte August zu sehen sein. Man wolle mit der Aktion noch mehr Menschen davon überzeugen, sich impfen zu lassen, zitierte die Zeitung SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Die fallenden Impfzahlen seien "nicht gut". Viele Deutsche seien gerade auf Mallorca im Urlaub, da sei es nur logisch, dass die SPD auch dort für den Kampf gegen Corona werbe, betonte Klingbeil demnach.

"Schatzi, schenk mir 'ne Dosis" steht auf einem SPD-Plakat auf Mallorca. Zwei Monate vor der Bundestagswahl wirbt die SPD mit einer Plakatkampagne auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca für Corona-Impfungen.
"Schatzi, schenk mir 'ne Dosis" steht auf einem SPD-Plakat auf Mallorca. Zwei Monate vor der Bundestagswahl wirbt die SPD mit einer Plakatkampagne auf der bei Deutschen beliebten Urlaubsinsel Mallorca für Corona-Impfungen. © Stephan Brause/BrinkertLück Creatives /dpa

17.05 Uhr: Datenpanne in Essen: Daten von 13.000 Impfwilligen verschickt

Die Stadt Essen hat am Freitag versehentlich die Daten von 13.000 Bürgern, die sich für eine Corona-Schutzimpfung angemeldet haben, in einer Mail an 700 Empfänger verschickt. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte die Datenpanne. "Es war ein menschlicher Fehler, wir können uns dafür nur entschuldigen", sagte die Sprecherin. Der Landesdatenschutz sei verständigt worden. Die Stadt habe außerdem allen 700 Adressaten noch mal geschrieben und darum gebeten, den Irrläufer zu löschen. Einige Bürger hätten sehr erbost auf den Fehler reagiert, berichtete die Sprecherin. Zuvor hatte die "WAZ" berichtet.

Anlass seien die veränderten Öffnungszeiten im Essener Impfzentrum gewesen, teilte die Sprecherin mit. Angeschrieben wurden die 700 Menschen, die bis zum 15. August einen Impftermin nach 18 Uhr vereinbart hatten und jetzt wegen der kürzeren Öffnungszeiten gebeten werden sollten, einen anderen Termin zu nehmen. Die Gruppe wurde aus Excel-Dateien aller 13.000 Impfwilligen bis Mitte August generiert. Versehentlich seien diese Dateien dann vor dem Abschicken der Mail nicht gelöscht worden. Sie enthielten Namen, Anschrift und Geburtsdatum, vielfach auch Telefonnummern und Mailadressen sowie den Impfstatus.

16.43 Uhr: Impfkommission sieht ungenügende Datenlage für Auffrischimpfungen

Nach der Entscheidung zu einer dritten Corona-Impfdosis für ältere Menschen in Israel hat der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko) bekräftigt, dass Auffrischimpfungen das Gremium weiter intensiv beschäftigen. Die Stiko brauche für eine Empfehlung aber eine Datengrundlage, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Diese gebe es noch nicht. Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt, erläuterte Mertens.

Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle. Der Virologe betonte weiter, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht solche Impfangebote mache - auch ohne Evidenz. Aufgabe der Stiko seien jedoch Empfehlungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Insofern warte man eine Datengrundlage ab. Wenn es Neuigkeiten gebe, werde die Stiko dies berücksichtigen, betonte Mertens.

Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, hieß es.

16.12 Uhr: Dresden vorm Masken-Comeback - und ein Mini-Impfzentrum im Elbepark

Ab Samstag muss in Dresden beim Einkaufen und einigen weiteren Anlassen wieder Mund und Nase bedeckt werden. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de, übt der Chef des Elbeparks, Gordon Knabe, Kritik. Knabe argumentiert, dass der für die Rückkehr zur Maske festgelegte Inzidenzwert von 10 zu niedrig sei. Mehr Sorgen als das Comeback der Maske mache ihm und dem Handel aber die in Sachsen geringe Impfquote. Deshalb werde das Center jetzt aktiv. Es werde an einer räumlichen Lösung gearbeitet, die das Impfen im Elbepark ermöglichen soll. Außerdem im Podcast: SZ-Redakteur Sandro Rahrisch, der detailliert erklärt, was sich ab Samstag in Dresden alles ändert.Den CoronaCast hören Sie über den hier eingebetteten Player.

Weitere Informationen zum Thema und Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: CoronaCast: Das bedeutet das Zurück zur Maske für Dresden

15.57 Uhr: 43 neue Infektionen in Sachsen gemeldet - 7 weniger als in der Vorwoche

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Gesundheitsministerium 43 neue Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche waren es 50 neue Fälle gewesen. Insgesamt sind damit seit Beginn der Pandemie in Sachsen offiziell 286.658 Infektionen nachgewiesen worden. Zudem wurden drei weitere Todesfälle gemeldet. Insgesamt starben 10.130 Menschen im Freistaat an oder in Zusammenhang mit Covid-19. Geschätzt 276.045 Menschen sind von einer Covid-Erkrankung genesen.

Die Corona-Inzidenz nimmt in Sachsen weiter zu - auf niedrigem Niveau. Das Robert Koch-Institut wies die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 6,7 aus, nach 6,5 am Donnerstag. Leipzig hat mit aktuell 13,7 den höchsten Wert im Freistaat, gefolgt von Dresden mit 11,1. Damit liegt der Wert in der Landeshauptstadt den sechsten Tag in Folge über der 10er-Grenze - ab Samstag wird die Maskenpflicht beim Einkaufen wieder eingeführt. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen im einstigen Corona-Hotspot Vogtland mit seit mehreren Tagen unverändert 0,4.

15.46 Uhr: Corona-Maßnahme gelockert: Moskau schafft Handschuh-Pflicht ab

Nach mehr als einem Jahr hat Russlands Hauptstadt Moskau die als Corona-Schutzmaßnahme eingeführte Handschuh-Pflicht im öffentlichen Raum aufgehoben. Unter anderem Busse, Bahnen und Geschäfte dürfen künftig wieder ohne Handbedeckung betreten werden, wie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Freitag mitteilte. Ein Mund-Nasen-Schutz müsse aber weiterhin getragen werden. Die Handschuh-Pflicht war in Europas größter Metropole im Mai vergangenen Jahres eingeführt worden, vielerorts wurde sie allerdings nicht konsequent umgesetzt.

Die Behörden der Stadt verzeichneten zuletzt knapp 3.500 Neuinfektionen und 76 Corona-Tote binnen eines Tages. Sobjanin sprach von einer "deutlich verbesserten" Lage: Moskau mit seinen geschätzt 15 Millionen Einwohnern hatte wegen der massiven Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante in den vergangenen Wochen teils mehr als 9.000 neue Fälle pro Tag gemeldet. Weil viele Menschen mit einer Impfung zögerten, hat Russlands Hauptstadt außerdem eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Berufsgruppen verhängt.

Medizinisches Personal in Schutzkleidung transportiert einen Patienten, bei dem der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, in einem Krankenbett auf dem Gelände des Krankenhauses Kommunarka.
Medizinisches Personal in Schutzkleidung transportiert einen Patienten, bei dem der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, in einem Krankenbett auf dem Gelände des Krankenhauses Kommunarka. © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

15.25 Uhr: Kabinett beschließt neue Regeln für Einreise-Testpflicht

Der Weg für neue Corona-Testpflichten bei Einreisen nach Deutschland ab diesem Sonntag ist frei. Das Bundeskabinett beschloss am Freitag eine entsprechende Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Umlaufverfahren, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer mitteilte. Die Neuregelung diene dazu, die Eintragung zusätzlicher Infektionen nach Deutschland möglichst gering zu halten.

Ab diesem Sonntag müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gibt es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn. Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

15.03 Uhr: Gewerkschaft EVG lehnt Testkontrollen durch Zugbegleiter ab

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat angesichts der geplanten Einreise-Testpflicht davor gewarnt, für mögliche Test-Kontrollen in der Bahn das Zugpersonal einzuspannen. "Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sind keine Maskenpolizei und auch keine Corona-Test-Kontrolleure", teilte EVG-Chef Klaus-Dieter Hommel am Freitag mit. Die Durchsetzung von Gesetzen sei Aufgabe des Staates und "Grenzkontrollen der Reisenden auf Nachweis von Impfung, Genesung oder Negativtest" seien somit Aufgabe der Bundespolizei.

Einem Entwurf der Bundesregierung zufolge sollen künftig alle nach Deutschland Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen - egal von wo und auf welchem Weg sie kommen. Generell sollen die Nachweise bei der Einreise mitzuführen und bei "stichprobenhaften" Überprüfungen durch die Behörden vorzulegen sein, wie es im Entwurf heißt. Kontrollen aller Einreisenden direkt an den Grenzen sind nicht vorgesehen.

Reist man mit einem Beförderungsunternehmen wie einer Fluggesellschaft, sollen die Nachweise vor dem Start auf Anforderung vorgelegt werden müssen - so ist es für Flugpassagiere schon bisher. Im grenzüberschreitenden Bahnverkehr soll dies auch während der Fahrt möglich sein.

Die Eisenbahngewerkschaft lehnt es ab, dass Zugbegleiter auch die Tests der aus dem Ausland einreisenden kontrollieren.
Die Eisenbahngewerkschaft lehnt es ab, dass Zugbegleiter auch die Tests der aus dem Ausland einreisenden kontrollieren. © dpa (Archiv)

14.46 Uhr: Corona: Zahl der Aufführungen an deutschen Bühnen drastisch gesunken

In der ersten von der Corona-Pandemie betroffenen Spielzeit ist die Zahl der Aufführungen an Deutschlands Bühnen drastisch gesunken. In der Spielzeit 2019/20 gab es 56.122 Aufführungen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Das bedeute gegenüber der Vorsaison einen Rückgang um rund 33 Prozent, berichtete der Bühnenverein in Köln. Das professionelle Theaterschaffen sei nach dem ersten Lockdown im März 2020 für den Rest der Saison überwiegend zum Erliegen gekommen, hieß es. Insgesamt meldeten 353 Theater aus Deutschland ihre Daten. Um rund 13 Prozent auf 4166 sank die Zahl der gespielten Werke in Deutschland, um rund 14 Prozent auf 6.220 die Zahl der Inszenierungen.

Die Werkstatistik sei jedoch "keineswegs nur das Dokument eines Verlustes, sondern auch Zeichen für neue künstlerische Entwicklungen", sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne. Aufgrund der Lockdowns hätten viele Theater mit neuen experimentellen Produktionen innovative Wege zum Publikum gesucht. Die Theater hätten 584 Streams versendet, davon waren 15 Prozent neue digitale Inszenierungen.

14.24 Uhr: Deutsche Wirtschaft wächst wieder

Die Konsumlust der Verbraucher nach dem Ende des Corona-Lockdowns im Frühjahr hat die deutsche Wirtschaft aus ihrem Tief geholt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes um 1,5 Prozent zu. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung den jüngsten Daten zufolge noch um 2,1 Prozent geschrumpft. Sorgen bereiten aktuell aber die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sowie Materialknappheit in der Industrie, die die Entwicklung bereits im Frühjahr dämpfte. Getragen wurde die Konjunkturerholung im Zeitraum April bis Juni den Angaben zufolge vor allem von höheren privaten und staatlichen Konsumausgaben. Die Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus waren ab Mai schrittweise wieder gelockert worden.

"Die Verbraucher haben die zurückgewonnenen Freiheiten genutzt, um mehr Geld für Dienstleistungen in der Gastronomie, Hotellerie und für Freizeitaktivitäten auszugeben", erläuterte Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. "Das Wachstum im zweiten Quartal zeigt: Die deutsche Wirtschaft hat die dritte Welle der Pandemie überwunden", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Umso wichtiger sei es nun, alles dafür zu tun, damit der Neustart weiter an Kraft zulege. "Dazu müssen wir beim Impfen noch schneller vorankommen und auch die notwendigen Unterstützungsprogramme für die Wirtschaft fortführen."

Die Deutschen geben wieder Geld für Einkäufe aus und ziehen die Wirtschaft aus dem Tief.
Die Deutschen geben wieder Geld für Einkäufe aus und ziehen die Wirtschaft aus dem Tief. © Georg Wendt/dpa (Archiv)

14.00 Uhr: Verwaltungsgericht: Bisher ein Eilantrag gegen Berliner Demo-Verbote

Gegen die zwölf Verbote, die die Berliner Polizei gegen Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik am Wochenende verhängt hat, liegt beim Verwaltungsgericht Berlin bisher ein Eilantrag vor. Eingereicht wurde er von den Initiatoren einer für Sonntagvormittag geplanten Demonstration unter dem Motto "Friede, Freiheit, Wahrheit", sagte Gerichtssprecher Stephan Groscurth am Freitag. Dazu angemeldet waren 3.500 Teilnehmer, die von der Straße Unter den Linden durch die östliche Innenstadt und schließlich zum Brandenburger Tor ziehen wollten. Groscurth rechnete damit, dass das Gericht noch im Lauf des Nachmittags über den Eilantrag entscheidet.

Gegen das Verbot der Kundgebung auf der Straße des 17. Juni, zu der für Sonntag 22.500 Teilnehmer angemeldet waren, sei noch kein Eilantrag eingegangen, sagte der Sprecher. Dazu aufgerufen hat die Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart. Sie habe Anfang der Woche bereits einen vorläufigen Eilantrag gegen ein mögliches Verbot gestellt, sagte Groscurth, der aber als unzulässig zurückgewiesen worden sei.

13.47 Uhr: 600.000 Besucher bei Erfurter Bundesgartenschau - mehr Besucher jeden Tag

Die vor mehr als drei Monaten eröffnete Bundesgartenschau (Buga) in Erfurt hat eine erste Zwischenbilanz gezogen. In dieser Woche sei die 600.000er-Besuchermarke geknackt worden, erklärte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Freitag in Erfurt und fügte hinzu: "Ohne die Pandemie hätten wir vielleicht schon bald den millionsten Besucher begrüßen dürfen." Test- und Maskenpflicht und natürlich die Unsicherheit im Umgang mit Corona hielten aber viele Menschen von einem Besuch ab. Die Buga geht noch bis 10. Oktober.

Laut Buga-Chefin Kathrin Weiß steigen derweil die Besucherzahlen weiter: "Wir haben zur Zeit einen Besucherschnitt von rund 11.000 Besuchern täglich." Zu Beginn seien rund 3.000 Gäste täglich gezählt worden. Während im April 49 Prozent der ursprünglich geplanten Besucherzahlen erreicht worden seien, waren es im Juli mehr als 80 Prozent gewesen. Von den geplanten Einnahmen von insgesamt knapp 27 Millionen Euro sei bis Freitag mit mehr als 13 Millionen Euro knapp die Hälfte erreicht worden.

Erfurt: Besucher laufen über das Gelände der Bundesgartenschau (Buga) im Ega Park.
Erfurt: Besucher laufen über das Gelände der Bundesgartenschau (Buga) im Ega Park. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

13.24 Uhr: Tschechien schenkt geimpften Staatsbeamten freie Tage

Die Staatsbediensteten in Tschechien erhalten eine Belohnung, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen oder schon geimpft sind. Je Impfdosis gibt es einen zusätzlichen bezahlten freien Arbeitstag, wie die Regierung in Prag am Freitag beschloss. Damit wolle man noch mehr Menschen zu diesem Schritt motivieren, betonte Ministerpräsident Andrej Babis. Er rief die Wirtschaft auf, diesem Beispiel zu folgen.

Die freien Tage werden auch rückwirkend für alle seit Jahresbeginn verabreichten Impfungen gutgeschrieben. Tschechien kämpft mit ersten Anzeichen von Impfmüdigkeit. Bisher sind 4,6 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner vollständig geschützt. In der Hauptstadt Prag soll nun ein mobiler Bus eingesetzt werden, der die Spritzen gegen das Virus ohne Anmeldung anbietet.

13.08 Uhr: Studie: Delta-Variante zeigt erste Spuren bei Urlaubsbuchungen

Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hinterlässt erste Spuren bei den Urlaubsbuchungen. Sie dämpft vor allem das Geschäft mit organisierten Reisen nach Spanien, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten des Analysehauses Travel Data + Analytics (TDA) hervorgeht. Demnach sank der Umsatzanteil der Buchungen für das westliche Mittelmeer, die maßgeblich von Spanien geprägt sind, in der Woche ab 12. Juli auf 22 Prozent. Zuvor hatte er teilweise bei bis zu rund 40 Prozent gelegen. TDA wertet die Buchungen für organisierte Reisen unter anderem in Reisebüros aus.

Spanien mit der Baleareninsel Mallorca ist das beliebteste Auslandsreiseziel der Menschen in Deutschland. Das tatsächliche Ausmaß der Rückgänge - einschließlich der jetzt zunehmenden Reisestornierungen - werde sich erst mit den gesamten Juli-Zahlen offenbaren, erläuterte TDA. Die Bundesregierung hatte zunächst Portugal und vergangene Woche auch Spanien als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft.

Touristen genießen die Sonne am Strand von Arena auf Mallorca.
Touristen genießen die Sonne am Strand von Arena auf Mallorca. © dpa

12.30 Uhr: Corona-Impfungen legen weiter zu

Die Corona-Impfungen in Deutschland legen weiter zu. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geschützt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 42,8 Millionen Menschen oder 51,5 Prozent aller Einwohner. Die Marke von 50 Prozent haben inzwischen 11 der 16 Bundesländer geschafft - darunter lagen noch Sachsen-Anhalt, Bayern, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. An der Spitze steht weiter Bremen mit 59,9 Prozent voll geimpften Bürgern.

Prozent der Gesamtbevölkerung bekommen. Im Ländervergleich vorn liegt ebenfalls Bremen mit einem Anteil von 70,4 Prozent, Schlusslicht ist Sachsen mit 52 Prozent.

11.55 Uhr: Ein Drittel der Polizisten halten Corona-Maßnahmen für übertrieben

Rund ein Drittel der Polizisten in Sachsen haben sich einer Studie zufolge skeptisch zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geäußert und hielten diese für übertrieben. Ein weiteres Drittel hielt sie für angemessen, ein Viertel der Befragten hätten sich sogar schärfere Maßnahmen gewünscht. Etwas mehr als zehn Prozent machten keine Angaben. Das geht aus einer Untersuchung des Sächsischen Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung hervor.

An ihr nahmen 2323 der knapp 15.000 Polizisten im Freistaat teil. "Mit dieser Ausschöpfungsquote von ca. 15 Prozent bieten die Daten eine solide Grundlage für Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit der Polizei Sachsen", erklärten die Verfasser. Der Befragungszeitraum erstreckte sich den Angaben zufolge vom 20. Oktober bis zum 17. November 2020.

11.11 Uhr: Corona-Wochenwert in Sachsen erneut leicht gestiegen

Die Corona-Inzidenz nimmt in Sachsen weiter leicht zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Freitag mit 6,7 aus, nachdem sie am Donnerstag bei 6,5 gelegen hatte. Damit hat der Freistaat zusammen mit Brandenburg die drittniedrigste Inzidenz aller Bundesländer. Nur die Nachbarn Sachsen-Anhalt (4,6) und Thüringen (5,9) liegen darunter. Der bundesweite Wert ist gegenüber dem Vortag wieder leicht gestiegen - von 16,0 auf 16,5.

11.11 Uhr: Bericht: Gefälschte Corona-Impfnachweise bei Kontrollen entdeckt

Die Bundespolizei hat bei Kontrollen von Einreisenden gefälschte Test-, Genesenen- und Impfnachweise entdeckt. Im Zeitraum vom 13. Mai bis zum 25 Juli habe die Potsdamer Behörde 86 Fälle von Urkundenfälschungen bei Einreisenden festgestellt, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seit dem 13. Mai werden demnach die Betrugsversuche mit Covid-19-Tests und seit Juni auch die mit Genesenen- und Impfnachweisen statistisch erfasst.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, dass die Kapazitäten für die Kontrollen nicht ausreichten. Deutschland habe über 3.800 Kilometer Landgrenze. "Wenn wir sie regelmäßig stichprobenartig kontrollieren sollen, ist das kaum zu meistern", erklärte der GDP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf.

Die Bundespolizei überprüft den Angaben nach den digitalen Covid-Impfnachweis, aber auch vorhandene Test- und Genesenen-Zertifikate mit Hilfe der vom Robert Koch-Institut (RKI) bereitgestellten App "CovPassCheck".

10.10 Uhr: RKI registriert 2.454 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 16,5 - am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2.454 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Fallzahl-Tabelle des RKI vom Freitagmorgen (Stand 09.51 Uhr) hervor. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2.089 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

09.50 Uhr: Israels Präsident Izchak Herzog erhält dritte Corona-Impfung

Nach der Entscheidung Israels, älteren Menschen eine dritte Corona-Impfung zu geben, hat Präsident Izchak Herzog (60) am Freitag als erster seine Auffrischungsimpfung erhalten. Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen zuvor als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, teilte Ministerpräsident Naftali Bennett mit. Mit Herzog ließ sich auch seine Frau Michal (60) erneut impfen.

Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt. Die allgemeine Impfkampagne in den Krankenkassen soll laut Bennett binnen weniger Tage beginnen. Nach Angaben des Regierungschefs haben in Israel bereits 2.000 Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten, ohne dass es schwere Nebenwirkungen gegeben hätte.

Izchak Herzog
Izchak Herzog © AP

9.15 Uhr: Schüler und Studierende fordern mehr Corona-Impfungen für Jüngere

Angesichts hoher Corona-Inzidenzen bei Jüngeren fordern Schüler- und Studierendenverbände mehr Impfangebote für jüngere Bevölkerungsgruppen. "Wir haben eine hohe Impfbereitschaft bei jungen Menschen. Aber die Angebote reichen noch nicht aus", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ziel müsse es sein, aktiv auf die Jugendlichen zuzugehen. "An Orten, an denen sich vor allem Jüngere aufhalten, müsste es verstärkt entsprechende Impfangebote geben", forderte der Schülervertreter.

Schramm beklagte, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) noch immer nicht generell die Impfung für 12- bis 16-Jährige empfehle. Dies führe ab Herbst dazu, dass sehr viele ungeimpfte Kinder an die Schulen zurückkehrten.

In Sachsen gibt es dagegen schon Bestrebungen, die Empfehlung für Kinder zu ändern. So empfiehlt die Sächsische Impfkommission ab sofort die Corona-Schutzimpfung für alle Kinder über 12 Jahren. Das teilte der Kinderarzt Hans-Christian Gottschalk, langjähriger Leiter der Görlitzer Kinderklinik und Mitglied der Sächsischen Impfkommission mit. Die Entscheidung wurde bereits zahlreichen Kinderärzten in Sachsen mitgeteilt und soll ab Sonntag offiziell gelten.

8.40 Uhr: Forscher: "Querdenker" werden weniger und radikaler

Die vor einem Jahr gestartete "Querdenken"-Bewegung ist nach Einschätzung des Extremismusforschers Andreas Zick zwar kleiner, aber radikaler und professioneller geworden. Sie habe sich professionalisiert und Netzwerke gebildet, sagte Zick. Auch mit weniger Zulauf werde die Bewegung mit weiteren Aktionen auf sich aufmerksam machen und das Themenfeld erweitern. "Aktionen sehen wir jetzt mit der Demonstration am kommenden Sonntag, die auch dazu dient, die Bewegung zu sammeln", erläuterte der Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung.

Die "Querdenker" und die vielen Splittergruppen auf den Protesten seien Ausdruck eines neuen Populismus in der gesellschaftlichen Mitte, erläuterte Zick. Dort entwickele sich eine neue radikale, von Verschwörungen bewegte und scheinbar bürgerliche Widerstandsbewegung. Diese sei nicht einfach als "rechtsextrem" einzustufen, sie habe beispielsweise kein Gegenmodell zur Demokratie. Pandemien beförderten solche Entwicklungen, weil Freiheiten eingeschränkt und radikalisierungsfähige Ungerechtigkeitsgefühle verstärkt würden.

8.20 Uhr: Impfappell des DGB an Beschäftigte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG) erwartet nicht, dass Arbeitgeber von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Corona-Impfungen verlangen könnten. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Der Gesetzgeber hat in Deutschland keine Impfpflicht gegen Sars-Cov-2 vorgesehen. Das können Arbeitgeber in Deutschland nicht ignorieren."

Unabhängig davon gebe es keinen Anlass zur Entwarnung. Der DGB ermuntere daher alle Beschäftigten, "die Impfangebote anzunehmen und so ihren Teil zu einer hohen Durchimpfungsrate und einem höheren Schutz beizutragen", sagte Piel.

Die Gewerkschafterin reagierte damit auf Berichte, wonach Firmen wie Google und Facebook von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den USA vor einer Rückkehr aus dem Homeoffice ins Büro künftig eine Impfung gegen das Corona-Virus verlangen.

7.50 Uhr: Corona-Krise trifft Sachsens Spielbanken

Nach der Corona-Delle mit fast sieben Monaten Schließung suchen Sachsens Spielbanken nach Konzepten, um wieder mehr Kunden anzuziehen. Dass die Innenstädte weniger belebt seien als vor der Pandemie, sei problematisch für die drei Spielbanken in Leipzig, Dresden und Chemnitz, sagte Spielbanken-Geschäftsführer Frank Schwarz.

Im ersten Corona-Jahr 2020 brach der Umsatz um rund 20 Prozent ein, dazu kam ein Besucherrückgang um knapp 35 Prozent. Das Jahr sei dennoch besser gelaufen als befürchtet. In Sachsen gibt es ein Spielbankenmonopol, das heißt die drei Spielbanken sind in staatlicher Hand.

7.03 Uhr: Rio impft Bewohner von Armenviertel für Corona-Studie

In einem Modellprojekt sollen Tausende Bewohner eines Armenviertels in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro gegen das Coronavirus geimpft werden. Bei dem Feldversuch soll die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astrazeneca unter besonderer Berücksichtigung der Lebensbedingungen in dem Armenviertel Maré und neuer Covid-19-Varianten studiert werden, hieß es zum Auftakt der Kampagne in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Rios.

Das Armenviertel Maré ist mit rund 130.000 Bewohnern einer der größten Favela-Komplexe Rio de Janeiros. Bis Sonntag sollen mehr als 30.000 Bewohner im Alter von 18 bis 33 Jahren geimpft werden. Sie werden dann über sechs Monate lang begleitet.

© AP

6.37 Uhr: Kubas Gesundheitssystem steht vor Zusammenbruch

Das kubanische Gesundheitssystem steht laut dem Kuba-Referenten von Caritas International, Kilian Linder, kurz vor dem Zusammenbruch. Neue Corona-Höchstwerte und eine schwere Wirtschaftskrise hätten das Gesundheitswesen in Bedrängnis gebracht, sagte Linder. Es fehle an Schutzausrüstungen, Medikamenten und Gütern des täglichen Bedarfs. Weil der Tourismus im vergangenen Jahr ausgeblieben sei, fehlten Devisen, um Medizingüter oder Rohstoffe für die Herstellung eigener Produkte einzukaufen.

Ein Jahr lang konnte Kuba die Corona-Pandemie unter Kontrolle halten. Aber mit der Öffnung des Tourismus im Juni sind die Infektionen rasant angestiegen. Bezogen auf 100.000 Einwohner liege die Zahl der wöchentlichen Neuansteckungen derzeit bei rund 400, sagte Linder. Zentrum der Pandemie sei die Region Matanzas, wo auch der Touristenort Varadero liegt. Zudem müssten sich viele Menschen aufgrund des Mangels an Gütern für den täglichen Bedarf in Schlangen anstellen, um sich mit dem nötigsten einzudecken. "Sie können sich nicht isolieren."

6.03 Uhr: Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) mitteilte. Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite www.mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

Vor gut einer Woche hatte der Deutsche Apothekerverband (DAV) das Ausstellen der digitalen Zertifikate nach Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt. Grund waren Hinweise auf eine Sicherheitslücke. Dem "Handelsblatt" war es demnach gelungen, "mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate online ausgestellt worden seien. "Alle erteilten Zugänge wurden überprüft und verifiziert; dabei wurde die Rechtmäßigkeit aller anderen Zugänge bestätigt", bekräftigte die Abda nun. Auch technische Schritte für mehr Sicherheit seien umgesetzt worden.

5.55 Uhr: So kamen Sachsens Kliniken durch die dritte Welle

Wie schon in den ersten beiden Wellen versorgten die Kliniken in Deutschland weniger Patienten als in der Zeit vor Corona. Allerdings lagen die Fallzahlen im vergangenen Monat nur noch fünf Prozent unter denen im Vergleichszeitraum 2019 – ein Indiz dafür dass die Krankenhäuser langsam wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. In der ersten Welle im Frühjahr 2020 hatte der Rückgang minus 27 Prozent betragen, in der zweiten Welle (Oktober 2020 bis Februar 2021) noch minus 20 Prozent. In Sachsen lagen die Fallzahlen in der dritten Welle laut AOK Plus noch 15 Prozent unter denen im Frühjahr 2019.

5.28 Uhr: Verzögerung beim Robert Koch-Institut

Bei der Daten-Übermittlung des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es an diesem Freitagmorgen Verzögerungen bei der Daten-Übermittlung. Üblicherweise meldet das Institut am frühen Morgen die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle in Deutschland sowie andere wichtige Zahlen zum Verlauf der Pandemie, wie etwa die Sieben-Tage-Inzidenz oder den R-Wert. Das entsprechende Dashboard auf der Website des RKI verweist aktuell auf die noch laufende Übertragung.

5.02 Uhr: Corona-Zahlen bei Olympia steigen an - 27 Neuinfektionen

Die Corona-Zahlen bei den Olympischen Spielen in Tokio steigen weiter an. Mit 27 positiven Fällen im Umfeld der Spiele wurde ein neuer Tages-Höchstwert registriert, nachdem es am Vortag 24 Neuinfektionen gegeben hatte. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Freitag bekannt. So viele Fälle waren seit Beginn der Erfassung am 1. Juli zuvor noch nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch wieder drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf 220. Insgesamt infizierten sich demnach bislang 27 Sportler mit dem Coronavirus. Im deutschen Team hatte es am vergangenen Freitag in Radsportler Simon Geschke den ersten Corona-Infizierten gegeben. Einen weiteren prominenten Fall gab es mit dem positiv getesteten Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Afrika sinkt leicht - 1,6 Prozent geimpft

Obwohl in Afrika erst 1,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft sind, beginnt die Zahl der Fälle leicht zu sinken. Im Wochenvergleich gingen die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 15 Prozent auf insgesamt 239.000 Fälle zurück. Allerdings warnte am Donnerstag die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti: "Der Kontinent befindet sich noch immer im Griff der dritten Infektionswelle, wir sind definitiv noch nicht aus dem Gröbsten raus."

Die Anfang Mai erstmals registrierte Infektionswelle wird von der hochansteckenden Delta-Variante getrieben und führt nun im Westen des Kontinents zu steigenden Fallzahlen. Bisher hat Afrika 82 Millionen Impfdosen beschafft. "Wenn wir eine zweimalige Impfung ansetzen, benötigen wir 820 Millionen Dosen Impfstoff, um bis zum Jahresende das Ziel einer komplett geimpften Bevölkerung auf dem Kontinent zu erreichen", sagte Moeti. Als einer der letzten Staaten in Afrika hat Tansania nun eine landesweite Corona-Impfaktion ausgerollt. Damit hat neben Eritrea nur noch Burundi keine landesweiten Impfaktionen gestartet. Es plane aber entsprechende Schritte, so Nkengasong.

Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 6,5 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 167.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch höher liegen.

21.41 Uhr: Corona-Impfgegner blockieren Verkehr in Bratislava

Aus Protest gegen die Corona-Politik der slowakischen Regierung haben Demonstranten am Donnerstag den Verkehr in einem Teil des Stadtzentrums von Bratislava lahmgelegt. Die nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen forderten vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova die Rücknahme eines umstrittenen Impfgesetzes und blockierten ab Mittag einen der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsknoten. Am Abend kündigte ein Teil der Protestierenden an, die Blockade auch während der Nacht und der nächsten Tage fortzuführen.

Das am Sonntag vom Parlament abgesegnete und am Montag von der Präsidentin unterschriebene Impfgesetz erlaubt den Gesundheitsbehörden im Falle einer Verschlechterung der Corona-Pandemiesituation weitreichende Einschränkungen für all jene Menschen, die nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter anderem könnte ihnen dann der Zutritt zu Geschäften oder der Weg zur Arbeit nur mit regelmäßigen Corona-Tests erlaubt sein. Die Demonstranten riefen Regierung und Präsidentin auf, die Macht "dem Volk" zu übergeben. Kundgebungsteilnehmer beschimpften anwesende Journalisten und warfen der Polizei vor, einer "Diktatur" zu dienen, die eine "Apartheid" einführe. Das Impfgesetz schaffe zwei Klassen von Bürgern, nämlich Geimpfte und Ungeimpfte.

21.14 Uhr: Israel will über 60-Jährigen dritte Corona-Impfung geben

Angesichts steigender Infektionszahlen will Israel als erstes Land über 60-Jährigen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus geben. Regierungschef Naftali Bennett teilte am Donnerstagabend mit, dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Ein Expertenteam in Israel hatte zuvor eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende FDA-Vorgabe gibt. Bennett sagte, die Impfkampagne in den Krankenkassen solle binnen weniger Tage beginnen. "Ich rufe ältere Menschen, die schon die zweite Dosis erhalten haben, sich auch zum dritten Mal impfen zu lassen", sagte er. "Dies schützt vor schwerer Erkrankung und Tod."

Bisher hatten in Israel bereits mehrere Hundert Menschen mit Immunschwäche eine solche dritte Dosis erhalten. Der Hintergrund dafür sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent. Gleichzeitig verbreite sich im Land die ansteckendere Delta-Variante, hieß es. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass die Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien. Im Frühjahr hatte es dabei noch geheißen, die Impfung verhindere eine Corona-Erkrankung zu 95,8 Prozent. Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen und Tod würden zu rund 99 Prozent verhindert.

Ein Mann erhält in Jerusalem eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in einem Impfzentrum.
Ein Mann erhält in Jerusalem eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer in einem Impfzentrum. © Ilia Yefimovich/dpa

20.07 Uhr: RKI: Zunehmend Corona-Fälle nach Reisen gemeldet

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagabend. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland.

Der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde allerdings weiterhin innerhalb Deutschlands statt, betont das RKI - die Rede ist von mindestens 81 Prozent. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor. In Deutschland und dem europäischen Ausland sind dem Bericht zufolge als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent).

19.44 Uhr: KSC gegen Darmstadt findet statt - Kein weiterer positiver Coronatest

Das Fußball-Zweitligaspiel zwischen dem Karlsruher SC und Darmstadt 98 kann an diesem Freitag (18.30 Uhr) wie geplant stattfinden. Wie die Darmstädter, Liga-Konkurrent von Dynamo Dresden, am Donnerstagabend mitteilten, ist kein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Somit können die Lilien genügend Spieler für die Partie aufbieten.

Nach drei Corona- und zusätzlich fünf Quarantänefällen in der vergangenen Woche waren am Mittwoch erneut vier Darmstädter Spieler positiv auf das Virus getestet worden. Deshalb hatten die Hessen zunächst eine Absetzung des Zweitligaspiels angestrebt, da sie die Wettbewerbsgleichheit in Frage stellen. Bereits zum Saisonauftakt gegen Jahn Regenburg (0:2) musste der neue Coach Torsten Lieberknecht den Kader mit Nachwuchskräften auffüllen. Dies ist nun auch in Karlsruhe nötig. Lieberknecht sprach daher von einer "brutalen Situation" für sein Team und hofft, dass diese die Mannschaft auf lange Sicht als Gruppe stark machen werde.

19.05 Uhr: SPD-Fraktion fordert Kostenübernahme für PCR-Tests von Reiserückkehrern

Der Staat muss nach Ansicht der SPD-Fraktion die Kosten für geplante PCR-Tests für Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten übernehmen. Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollten bei Einreise aus einem solchen Land Schnelltests zur Abkürzung der Quarantäne bald nicht mehr ausreichen, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider der Deutschen Presse-Agentur. Die dann geforderten PCR-Tests seien aber erheblich teurer. "Für eine Familie kann das schnell mehrere hundert Euro betragen", sagte Schneider. "Deshalb fordere ich, dass in diesen Fällen die Kosten für die PCR-Tests vom Staat übernommen werden." Der Urlaub dürfe nicht zur Kostenfalle werden.

Die Pläne des Gesundheitsministeriums sehen eine generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland vor, um die Corona-Ausbreitung zu bremsen. Ein mit anderen Ressorts abgestimmter Entwurf sieht ein Inkrafttreten an diesem Sonntag (1.8.) vor. Er soll aber noch weiter beraten werden. Grundsätzlich müssten dann alle Einreisenden ab sechs Jahren einen negativen Test, eine zurückliegende Coronaerkrankung oder eine vollständige Impfung nachweisen. Wer aus einem Hochrisikogebiet kommt und nicht geimpft oder genesen ist, müsste für zehn Tage in Quarantäne gehen. Diese könnte frühestens ab dem fünften Tag mit einem negativen PCR-Test beendet werden.

18.31 Uhr: Berliner Polizei verbietet zwölf Demonstrationen am Wochenende

Die Berliner Polizei hat insgesamt zwölf für Samstag und Sonntag geplante Demonstrationen und Versammlungen in der Bundeshauptstadt verboten. Darunter ist auch eine Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" auf der Straße des 17. Juni, zu der für Sonntag 22.500 Menschen angemeldet wurden. Die Verbote beträfen Versammlungen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer wiederholt unter Beweis gestellt hätten, "dass regelmäßig und nahezu ausnahmslos aufgrund der fehlenden Akzeptanz die Infektionsschutzregeln nicht eingehalten werden", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Donnerstag zur Begründung.

"Förmlich Markenzeichen und erklärtes Ziel" der Demonstranten sei das Verweigern des Tragens einer Munde-Nase-Bedeckung. Auch würden die Verantwortlichen der Aufzüge - zumindest in Teilen - kaum oder gar nicht willens oder in der Lage sein, bei entsprechenden Verstößen ihre Verantwortung wahrzunehmen und regulierend gegenzusteuern. Diese Punkte unterschieden die nun verbotenen Versammlungen ganz deutlich von allen sonstigen Versammlungen mit einer hohen Anzahl an Teilnehmenden, wie beispielsweise dem Christopher Street Day (CSD) am vergangenen Wochenende in Berlin. Auch wenn es dort zu Verstößen kam, seien die gesetzlichen Regelungen jedoch weit überwiegend befolgt worden. Der CSD-Umzug mit Zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatte für Kritik gesorgt, weil viele Beteiligte keine Masken trugen und Abstände nicht einhielten.

Verboten wurden neben der "Querdenker"-Großdemonstration unter anderem auch eine Demonstration für die Abschaffung der GEZ, eine Demonstration für die vollständige Öffnung von Kultur, Clubs und Veranstaltungen aller Art und eine "Mahnwache für das Grundgesetz".

Die Polizei setzt bei einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung am 18. November 2020 am Brandenburger Tor unweit des Reichstagsgebäudes Wasserwerfer ein.
Die Polizei setzt bei einer Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen der Bundesregierung am 18. November 2020 am Brandenburger Tor unweit des Reichstagsgebäudes Wasserwerfer ein. © Paul Zinken/dpa

18.04 Uhr: Seehofer: Corona-Tests sollten während Pandemie kostenfrei bleiben

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist dagegen, Corona-Tests für Nicht-Geimpfte bald kostenpflichtig zu machen. "Solange die Pandemie anhält, würde ich nichts an der Kostenfreiheit ändern. Ich möchte, dass denen, die weder geimpft noch genesen sind, die Chance des Tests bleibt", sagte Seehofer der "Mittelbayerischen Zeitung". "Was glauben Sie, wie viele Leute den Test nicht mehr machen oder machen können, wenn er nicht kostenfrei ist? Damit könnte ein verstecktes Infektionsgeschehen stattfinden", warnte er. Seehofer stellte sich damit gegen jüngste Überlegungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und auch von CSU-Chef und Bayerns Regierungschef Markus Söder. Diese hatten zuletzt dafür plädiert, Corona-Tests auf Dauer nicht mehr öffentlich zu bezahlen - wenn alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben.

Eine Impfpflicht etwa von Unternehmen für ihre Mitarbeiter lehnte Seehofer strikt ab. "Ganz allergisch reagiere ich, wenn jemand sagt: Wenn du nicht geimpft bist, wirst du bei uns nicht mehr beschäftigt. Oder weil du nicht geimpft bist, bekommst du keine Kranken- oder Lebensversicherung. Davor kann ich nur dringend warnen." Er selbst könne "nur dafür werben, dass man sich impfen lässt", sagte Seehofer und betonte: "Die Impfung hilft. Es ist bis dato der beste Schutz gegen eine potenziell tödliche Krankheit." Bei ihm selbst habe schon die Erstimpfung nach Angaben der Ärzte zu einem milden Verlauf geführt. "Ich bin aber strikter Gegner einer Impfpflicht", sagte der CSU-Politiker. "Der Staat hat noch genügend Möglichkeiten, für die Impfung zu werben. Er sollte die notwendige Gelassenheit aufbringen. Es braucht nicht jeden Tag ein Stimmengewirr, was alles am Horizont droht, wenn sich die Leute nicht impfen lassen."

17.22 Uhr: Breite Einreise-Testpflicht soll neue Corona-Welle bremsen

Neue Regeln für die Einreise nach Deutschland sollen eine Corona-Ausbreitung durch heimkommende Sommerurlauber bremsen. Auf breitere Testpflichten müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor allem Nicht-Geimpfte einstellen. Es sei nötig, "die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können", heißt es in dem Entwurf. "Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden." Der Referentenentwurf wurde mit anderen Ressorts vorabgestimmt, darüber sollte auch noch weiter beraten werden. Er sieht ein Inkrafttreten an diesem Sonntag (1. August) vor. Was genau darin steht, erfahren Sie im Artikel Einreise-Testpflicht: Was ab August auf Urlauber zukommt

17.02 Uhr: Mehr als 200 Corona-Fälle in Österreich nach Festival in Kroatien

In Österreich sind 215 Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern nach einem Festival in Kroatien registriert worden. Die Veranstaltung "Austria goes Zrce" fand vorige Woche auf der Insel Pag statt. Knapp 8.000 Menschen im Alter zwischen 19 und 27 Jahren waren zu der mehrtägigen Strandparty gereist, wie der Veranstalter Martin Reitstätter am Donnerstag sagte. Österreichische Gesundheitsbehörden haben Besucher nun aufgefordert, sich testen zu lassen, um weitere mögliche Infektionen aufzuspüren. Laut Reitstätter wurden alle Partygäste vor dem Betreten des Geländes zwei Mal überprüft, ob sie geimpft, getestet oder von Corona-19 genesen waren. "Wir haben uns an die Vorgaben der österreichischen und kroatischen Regierungen gehalten", sagte er.

Reitstätter wies Vorwürfe einer Besucherin zurück, die im Gespräch mit der Zeitung "Der Standard" über teils laxe Kontrollen berichtete. Rund 60 Prozent der Gäste waren laut einer von den Veranstaltern durchgeführten Umfrage zumindest teilgeimpft. "Was uns am allermeisten schreckt: Dass es so viele Geimpfte unter den positiv Getesteten gibt", sagte Reitstätter.Rund ein Drittel der Neuinfektionen in Österreich sind laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) derzeit auf Auslandsreisen zurückzuführen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt auf 32.

Bei einem nach Kroatien verlegten Festival haben sich hunderte Österreicher infiziert.
Bei einem nach Kroatien verlegten Festival haben sich hunderte Österreicher infiziert. © Jacob King/PA Wire/dpa (Symbolfoto)

16.39 Uhr: Fast eine halbe Million Euro für mehr Schlossbesuche in Sachsen

Der Marketingverbund Schlösserland kann beim Neustart nach der Corona-Durststrecke mit staatlicher Unterstützung verstärkt für seine historischen Anlagen werben. Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) überreichte laut Mitteilung am Donnerstag auf Schloss Waldenburg (Landkreis Zwickau) 480.000 Euro für die gemeinsame Vermarktung der 19 staatlichen sowie 35 kommunalen oder privaten Schlösser, Burgen, Gärten und Klöster. Dieser Reichtum solle noch bekannter gemacht werden und noch mehr Gäste begeistern, sagte Klepsch. Für den Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Christian Striefler, ist die gemeinsame Werbung eine "sächsische Erfolgsgeschichte" seit 16 Jahren.

Mit Hilfe der Förderung könnten "frische, innovative und auch experimentierfreudige Wege" gegangen werden. Unter anderem soll eine multifunktionale App für die Marke Schlösserland entwickelt und auch international auf Tourismusmessen geworben werden. Dabei liege der Schwerpunkt auf den Nachbarländern Polen und Tschechien. Der Freistaat stellt für den Neustart des Tourismus nach der Corona-Pandemie nach Ministeriumsangaben insgesamt rund 7,2 Millionen Euro zur Verfügung. Der Großteil des Geldes fließt dabei in die Vermarktung Sachsens als Reiseland.

16.08 Uhr: Papierfabriken stellen mehr Pappen und weniger Toilettenpapier her

Die deutschen Papierfabriken haben ihre Produktion im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent auf 11,3 Millionen Tonnen gesteigert. Bei Papier, Karton und Pappe für Verpackungen betrug das Plus sogar 7,4 Prozent auf 6,6 Millionen Tonnen, wie der Verband Deutscher Papierfabriken am Donnerstag mitteilte. Hier machte sich der zunehmende Online-Handel bemerkbar. Hersteller von Toilettenpapier und anderen Hygienepapieren mussten das dagegen die Produktion um 4,8 Prozent auf 737.000 Tonnen herunterfahren. Nach den Hamsterkäufen zu Beginn der Corona-Pandemie gebe es wohl Lagerbestände in Handel und Haushalten, vermutet der Branchenverband.

Inzwischen werden in Deutschland mehr Verpackungspappen gebraucht, dafür geht die Produktion von Toilettenpapier zurück.
Inzwischen werden in Deutschland mehr Verpackungspappen gebraucht, dafür geht die Produktion von Toilettenpapier zurück. © Ina Fassbender/dpa (Archiv)

15.51 Uhr: Internetkonzerne berichten über Maßnahmen gegen Corona-Desinformation

Das Anzeigen von Corona-Impfzentren auf Online-Karten, Warnungen vor unzuverlässigen Angaben und die Unterstützung öffentlicher Kampagnen: Google, Facebook und weitere Internetkonzerne haben der EU-Kommission über ihre jüngsten Aktivitäten gegen Desinformation in der Corona-Pandemie Bericht erstattet, wie die Behörde am Donnerstag in Brüssel erklärte. Rahmen der Berichterstattung ist ein Kodex gegen Desinformation, auf den sich die Unternehmen seit 2018 gegenüber der EU verpflichtet haben.

Die Kommission fasste jetzt zusammen, was die Konzerne ihr über ihre Aktivitäten im Juni berichtet hätten. Ein großer Teil führte frühere Maßnahmen fort. Google stellte demnach zum Beispiel in mehreren EU-Ländern in Zusammenarbeit mit Behörden und anderen vertrauenswürdigen Akteuren Corona-Impfzentren auf seinen Karten dar. Facebook entfernte den Angaben zufolge über 76.000 Inhalte auf Facebook und Instagram, da sie gegen seine Covid- und Desinformationsrichtlinien verstoßen hätten. Microsoft berichtete laut EU von über eineinhalb Millionen abgelehnten Werbeanzeigen im Kontext von Corona und Desinformation.

15.30 Uhr: Indischer Bundesstaat verkündet wegen vieler Corona-Fälle Lockdown

Der indische Bundesstaat Kerala mit mehr als 30 Millionen Einwohnern hat angesichts steigender Corona-Zahlen einen Lockdown fürs Wochenende verhängt. Derzeit meldet Kerala nach Behördenangaben 37 Prozent der aktiven Corona-Fälle in dem 1,3 Milliarden-Einwohner-Land. Am Wochenende dürfen nur unverzichtbare Dienstleistungen angeboten werden, so können etwa Lebensmittelläden öffnen und Essenslieferdienste arbeiten, wie die Regierung Keralas am Donnerstag mitteilte.

Kerala wurde in Indien lange dafür gelobt, die Pandemie relativ gut im Griff zu haben. Nun sehen Experten mehrere Gründe für den Anstieg - etwa eine Lockerung von Corona-Maßnahmen während des muslimischen Opferfestes Eid-al-Adha. Auch berichten indische Medien, dass in dem Bundesstaat noch deutlich mehr Menschen empfänglich für das Virus seien als im Rest des Landes. Denn Antikörper-Untersuchungen zeigten, dass in Kerala nur 44 Prozent der Menschen, die älter als sechs Jahre sind, nach einer Corona-Infektion oder durch den Impfstoff Antikörper gebildet hätten. Im landesweiten Durchschnitt seien es 67 Prozent. Insgesamt hat sich die Corona-Lage in Indien nach einer heftigen Welle im April und Mai unter anderem im Zusammenhang mit der Delta-Variante wieder deutlich beruhigt.

Hunderte Menschen stehen in Indien an, um ihre zweite Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten.
Hunderte Menschen stehen in Indien an, um ihre zweite Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten. © Mahesh Kumar A/AP/dpa

15.07 Uhr: RTL will in großer Show Pflegekräften, Sanitätern und anderen danken

RTL will in einer großen Open-Air-Show den Heldinnen und Helden im Alltag der Corona-Pandemie danken. Geplant sei ein "Sommerabend voller Humor und Unbeschwertheit", zu dem man stellvertretend für die Zuschauer am Bildschirm systemrelevante Berufsgruppen einladen werde, erklärte der Sender am Donnerstag. Auftreten sollen Komikerinnen und Komiker wie Ilka Bessin, Mirja Boes, Mario Barth und Atze Schröder. Schauplatz von "RTL sagt Danke" ist am 28. August der Essener Baldeneysee.

Es sei an der Zeit, Danke zu sagen, erklärte RTL die Idee zu der Show, die von Lola Weippert und Daniel Hartwich moderiert werden soll. "Danke an all diejenigen, die mit unermüdlichem Einsatz für die Schwächsten, aber auch für die ganze Gesellschaft da waren und da sind. Danke an alle, die dieses Land in Zeiten einer historischen Herausforderung am Laufen hielten und halten." Konkret nannte der Sender zum Beispiel Pflegekräfte, Sanitäterinnen und Sanitäter sowie Paketzustellerinnen und Paketzusteller. Die sogenannten Corona-Alltagshelden können sich über eine Website für kostenlose Tickets zu dem Abend anmelden.

Ein Intensivpfleger nimmt auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin einer an Covid-19 erkrankten Patientin Blut ab.
Ein Intensivpfleger nimmt auf der Intensivstation des Krankenhauses Bethel Berlin einer an Covid-19 erkrankten Patientin Blut ab. © dpa/Kay Nietfeld (Symbolfoto)

14.49 Uhr: Noch keine Beschwerden gegen Demo-Verbot in Berlin

Gegen das Verbot zweier für das Wochenende in Berlin geplanten "Querdenker"-Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind beim Verwaltungsgericht Berlin noch keine Beschwerden eingegangen. Bis Donnerstagmittag habe nichts dazu vorgelegen, sagte ein Gerichtssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Berliner Polizei hatte am Mittwochabend zwei Demonstrationen am Samstag und Sonntag verboten. Grund dafür seien absehbare Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Um welche Demonstrationen es sich konkret handelt, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Laut einem Bericht des RBB soll es sich unter anderem um die Demonstration am Sonntag auf der Straße des 17. Juni handeln, für die von der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" 22.500 Teilnehmer angemeldet worden sind.

"Querdenken"- Gründer Michael Ballweg erklärte am Donnerstag auf Telegram, ihnen lägen noch keine Kenntnisse vor, "dass unsere Demos verboten sind". "Querdenken" habe genug Maßnahmen ergriffen, um Corona-konform demonstrieren zu können. Falls es ein Versammlungsverbot geben sollte, würden sie dieses Konzept dem Gericht vorlegen. Ungeachtet der Verbote mobilisiert die "Querdenker"-Szene weiter nach Berlin. In einem ursprünglich vertraulichem "Notfallkonzept" der Stuttgarter heißt es, im Falle eines Verbotes sollen die Teilnehmer trotzdem zur Straße des 17. Juni kommen. Versammlungsleiter und Veranstalter würden aber öffentlich nicht sichtbar sein, um keine Ordnungswidrigkeit zu riskieren. Ein anderer Vorschlag auf Telegram lautet, "einfach die Gegendemonstrationen übernehmen".

14.31 Uhr: 43 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Gesundheitsministerium 43 neue Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche waren es noch 29 neue Fälle gewesen, also 14 weniger. Insgesamt sind damit seit Beginn der Pandemie in Sachsen offiziell 286.615 Infektionen nachgewiesen worden. Am Mittwoch wurde kein weiterer Todesfall gemeldet. Insgesamt starben 10.127 Menschen im Freistaat an oder in Zusammenhang mit Covid-19. Geschätzt 276.010 Menschen sind von einer Covid-Erkrankung genesen.

Die Corona-Inzidenz nimmt in Sachsen weiter zu - auf niedrigem Niveau. Das Robert Koch-Institut wies die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit 6,5 aus, nach 5,5 am Mittwoch. Leipzig hat mit aktuell 13,3 den höchsten Wert im Freistaat. Die Landeshauptstadt Dresden befindet sich mit 12,4 den fünften Tag in Folge über der 10er-Grenze und muss ab Samstag die Maskenpflicht beim Einkaufen wieder einführen. Am geringsten ist das Infektionsgeschehen im einstigen Corona-Hotspot Vogtland mit unverändert 0,4.

14.06 Uhr: Wie gefährlich ist die Delta-Variante für Kinder?

Die Delta-Variante des Coronavirus lässt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland seit Wochen wieder steigen. Doch als Kennwert für politische Entscheidungen gerät zunehmend die Zahl der Klinikeinweisungen als weiterer potenzieller „Leitindikator“ für die Pandemie in die Debatte.

Vor diesem Hintergrund spielt ein weiteres Mal die Rolle von die Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Denn spätestens im September öffnen die Schulen wieder, in vielen Bundesländern auch schon im August. Vor allem beim Präsenzunterricht dürfte es das Virus dann leicht haben, sich unter den Menschen unter 18 Jahren zu verteilen. Schließlich sind sie fast ausnahmslos noch nicht durch eine Impfung geschützt. Doch wie groß ist die Gefahr für die Kinder und Jugendlichen, schwer zu erkranken? Antworten und Daten aus deutschen Kinderkliniken geben Ihnen hier Aufschluss.

Zwei Schulkinder führen in einem Klassenraum einen Corona-Schnelltest durch.
Zwei Schulkinder führen in einem Klassenraum einen Corona-Schnelltest durch. © Symbolfoto: Kamaryt Michal/CTK/dpa

13.38 Uhr: Weniger Geld am Monatsende: Corona setzt Löhne unter Druck

Millionen Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit, Hunderttausende verloren ihren Job: Die Corona-Krise hat die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland hart getroffen. Das spiegelt sich auch immer stärker in der Lohnentwicklung wider. Erstmals seit einem Jahrzehnt wird aus Sicht von Wissenschaftlern der Anstieg der Tariflöhne 2021 voraussichtlich nicht ausreichen, um die allgemeine Preissteigerung auszugleichen. Und bei der Entwicklung der Reallöhne sah es für die Beschäftigen zuletzt auch nicht gut aus. In den Jahren 2018 und 2019 waren die Tariflöhne mit Zuwächsen von 3,0 und 2,9 Prozent noch relativ kräftig gestiegen. Doch das ist vorbei.

Seit dem Frühjahr 2020 stünden die Tarifauseinandersetzungen "ganz im Zeichen der Corona-Krise", sagte der Leiter des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Thorsten Schulten, am Donnerstag in Düsseldorf. Die Folge: Schon im Jahr 2020 stiegen die Tariflöhne nur um 2,0 Prozent. Und der Abwärtstrend hat sich 2021 fortgesetzt. Nach den im ersten Halbjahr und in den Vorjahren für 2021 abgeschlossenen Tarifverträgen werden die Tariflöhne in diesem Jahr nur um 1,6 Prozent steigen, wie das WSI errechnete. Wie die Entwicklung der Löhne angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Inflationsrate ausfällt, erfahren Sie hier im Artikel.

13.11 Uhr: Rekordzahl an "Pings" in England und Wales

Wegen hoher Corona-Fallzahlen sind in England und Wales erneut so viele Menschen von der Corona-App als enge Kontakte von Infizierten benachrichtigt worden wie nie zuvor. In der Woche bis zum 21. Juli wurde laut Zahlen, die der Gesundheitsdienst am Donnerstag veröffentlichte, eine Rekordzahl von 689.313 Kontakten "gepingt", die sich daraufhin in Quarantäne begeben mussten. In der Woche zuvor waren es 618.903 Kontakte. Die App schlägt an, wenn sich Nutzer eine gewisse Zeit in direkter Nähe eines positiv Getesteten aufgehalten haben.

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Die "Pingdemic", wie das Phänomen von britischen Medien genannt wird, hat in Großbritannien in den vergangenen Tagen und Wochen für erhebliche Störungen gesorgt. Weil so viele Arbeitskräfte ausfielen, blieben Supermarktregale leer, Mülltonnen voll, und Züge fielen aus. Mittlerweile sind für eine Reihe von Berufsgruppen Ausnahmeregelungen beschlossen worden. Von Mitte August an sollen für alle Geimpften gelockerte Quarantäne-Regeln eingeführt werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Land derzeit bei 377 (Stand: 23. Juli) mit fallender Tendenz. Gespannt wird darauf gewartet, ob sich der überraschende Trend trotz der weitreichenden Lockerungen in der vergangenen Woche fortsetzen wird.

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