merken
Deutschland & Welt

Köpping: Niedrige Impfquote rächt sich nun

Zahl der Intensivpatienten in Sachsen in zwei Wochen verdoppelt, Sachsen meldet 2.177 neue Fälle, Söder fordert Bund-Länder-Runde – unser Newsblog.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, zeigte sich mit Blick auf immer mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern beunruhigt
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, zeigte sich mit Blick auf immer mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern beunruhigt ©  Sebastian Kahnert/dpa (Archiv)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt – das Wichtigste in Kürze:

21.33 Uhr: Milliarden nötig für Corona-Impfungen und Medikamente in aller Welt

Für die Versorgung der Weltbevölkerung mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19 sind bis September 2022 weitere Milliardenbeträge nötig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezifferte den Bedarf am Donnerstag in Genf auf 23,4 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro). Damit könnten mindestens fünf Millionen potenzielle Todesfälle verhindert werden, und die Weltwirtschaft spare mehr als 5,3 Milliarden Dollar.

Anzeige
Personalreferent (m/w/d) ab sofort gesucht
Personalreferent (m/w/d) ab sofort gesucht

Die Sorbisches National-Ensemble gGmbH in Bautzen sucht zum schnellstmöglichen Zeitpunkt Unterstützung.

Durch die bisher ungleiche Verteilung von Impfstoffen und Medikamenten werde ein baldiges Ende der Corona-Pandemie verhindert, so die WHO. Das erhöhe das Risiko, dass sich neue und gefährlichere Varianten des Virus Sars-CoV-2 entwickeln, gegen die bisherige Impfstoffe und Medikamente nicht wirksam genug sind. Bislang seien erst 0,5 Prozent der verfügbaren Impfstoffe in den ärmsten Ländern eingesetzt worden, obwohl sie neun Prozent der Bevölkerung ausmachen.

"Wenn die 6,8 Milliarden Impfdosen, die verabreicht wurden, fair verteilt worden wären, hätten wir das Ziel, in jedem Land 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, bereits erreicht", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach Angaben des WHO-Afrika-Büros werden nur zehn Prozent der 54 Länder der Afrika-Region das 40-Prozent-Ziel nach bis Ende des Jahres erreichen, wenn nicht deutlich mehr getan wird.

Das Geld soll in den ACT-Accelerator fließen. Das ist das vor 18 Monaten von den Vereinten Nationen gestartete Programm für globale Lösungen rund um das Coronavirus. ACT ist die Abkürzung für "Access to Covid Tools" (etwa: Zugang zu Covid-Werkzeugen). Dazu gehören das Impfprogramm Covax sowie Programme für Covid-Tests und Covid-Medikamente.

20.48 Uhr: US-Wirtschaft verliert wegen Delta-Variante deutlich an Fahrt

Die US-Wirtschaft hat in den Sommermonaten wegen steigender Corona-Fallzahlen deutlich an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die größte Volkswirtschaft der Welt noch um annualisiert 6,7 Prozent gewachsen.

Volkswirte hatten damit gerechnet, dass sich die amerikanische Konjunktur in den Monaten Juli bis September abgekühlt hat. Sie waren allerdings im Schnitt von einem etwas stärkeren annualisierten Wachstum um 2,6 Prozent ausgegangen.

In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet, also annualisiert. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

Die USA wurden in den Sommermonaten heftig von der Delta-Variante getroffen - insbesondere in den südlichen US-Bundesstaaten. Das BIP spiegele nun die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wider, so das Handelsministerium. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Situation im vierten Quartal verbessern könnte, da auch die Corona-Fallzahlen aktuell im Land wieder deutlich zurückgehen.

🔸 Unser Push-Service zum Coronavirus 🔸

Wie entwickelt sich die Lage weltweit und in Sachsen? Über unsere Push-Benachrichtigungen halten wir Sie über das aktuelle Geschehen in Sachen Coronavirus auf dem Laufenden. So abonnieren Sie den kostenlosen Push-Service.
(Leider nicht kompatibel für iPhone und iPad.)

20.03 Uhr: RKI: Auswertungen belegen "ausgeprägten Effekt" der Corona-Impfungen

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht einen "ausgeprägten Effekt" der Corona-Impfung zum Verhindern von Covid-19-Erkrankungen und -Krankenhausaufnahmen in Deutschland. Dies sei durch eigene Berechnungen zu den jeweiligen Inzidenzen in der ungeimpften und der vollständig geimpften Bevölkerung belegt, geht aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervor.

In der Bevölkerung mit vollständigem Impfschutz habe sowohl die wöchentliche Inzidenz der Fälle mit Symptomen als auch die Inzidenz der Krankenhausaufnahmen deutlich unter den jeweiligen Werten der ungeimpften Bevölkerung gelegen, hieß es. Dies gelte für die beiden analysierten Altersgruppen (18 bis 59 und ab 60 Jahre) und im gesamten Untersuchungszeitraum von Mitte Juli bis Mitte Oktober.

Nachmeldungen sind laut RKI noch möglich. Betrachtet wurde ein Großteil der übermittelten Fälle aus dem Zeitraum - ausgeschlossen wurden jedoch solche mit unvollständigen Angaben zum Impfstatus und mit Angaben über eine unvollständige Impfung, wie das RKI erklärte.

19.37 Uhr: England streicht Länder von Roter Liste: keine Hotel-Quarantäne mehr

England hat die Pflicht zur Hotel-Quarantäne nach der Einreise für alle Länder aufgehoben. Ab Montag, dem 1. November, sollen für Einreisende aus allen sieben derzeit noch auf der sogenannten Roten Liste stehenden Ländern wie Peru oder Venezuela die gleichen Regeln gelten wie für Reisende aus andere Staaten. Das teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag auf Twitter mit.

De facto bedeutet das, dass vorerst niemand mehr eine verpflichtende, teure Quarantäne im Hotel verbringen muss, wie es bisher der Fall war. Die Kategorie bleibe aber vorsorglich bestehen, hieß es.

Den Zehntausenden Einreisenden, die sich in diesen Tagen auf den Weg zur Weltklimakonferenz COP26 nach Glasgow machen, hilft die Änderung wenig: In Schottland, wo die Regierung traditionell einen etwas vorsichtigeren Corona-Kurs fährt als London, bleibt die Pflicht zur Hotel-Quarantäne für Einreisende aus Hochrisikoländern weiterhin bestehen. Allerdings wurde sie für COP-Teilnehmer auf fünf - statt wie üblicherweise zehn - Tage reduziert.

19.10 Uhr: Experten vermuten Praxen und Apotheken als Quellen gefälschter Impfzertifikate

Die gefälschten digitalen Impfzertifikate, die derzeit mit gültigen Signaturen im Internet kursieren, könnten nach Einschätzung von Experten auf Sicherheitslücken in Arztpraxen oder Apotheken zurückzuführen sein. Möglicherweise sei es Unberechtigten dort gelungen, an die privaten Schlüssel für das Verschlüsselungssystem Fido zu gelangen, sagte am Donnerstag Thomas Uhlemann von der Sicherheitsfirma Eset. Nach Angaben des Sicherheitsexperten werden gefälschte Impfzertifikate mit technisch gültigen Signaturen im Darknet für rund 300 Euro angeboten. Damit könnten Menschen, die nicht gegen Covid-19 geimpft wurden, einen scheinbar gültigen Impfpass auf dem Smartphone vorzeigen. „Die Signaturen dieser Schlüssel werden als gültig erkannt“, sagte Uhlemann. „Damit kann man beliebige Zertifikate für das jeweilige Land ausstellen.“

Die Fake-Zertifikate waren zuerst in Italien aufgetaucht. Dort stehen die Impfnachweise im Zentrum einer hitzig geführten politischen Debatte. Der „Grüne Pass“ - ein Corona-Pass mit ausdruckbaren oder digitalen Nachweisen einer Corona-Impfung - ist nach einem Beschluss der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi seit Mitte Oktober notwendig, um zur Arbeit gehen zu dürfen. Der nun aufgetauchte Fake-Impfpass wurde aber nicht nur von dem System des italienischen „Grünen Passes“ als gültig angezeigt, sondern auch von der offiziellen deutschen App „CovPass Check“.

In Italien wurde die Gültigkeit der Schlüssel noch am Mittwoch zurückgezogen. Aktuelle Checks in Deutschland zeigten jedoch auch am Donnerstagnachmittag die volle Gültigkeit an. „Das kann verheerende Folgen haben, insbesondere wenn es schnell gehen muss“, warnte Uhlemann. Bei Überprüfungen im öffentlichen Raum, wie etwa am Flughafen oder der Einlasskontrolle von Clubs, werde in der Praxis „selten bis nie der Personalausweis von der zeigenden Person verlangt“. Stattdessen wird sich darauf verlassen, dass das scannende Gerät „Zertifikat gültig“ anzeigt.

18.31 Uhr: Sachsens Sozialministerium beunruhigt über steigenden Corona-Zahlen

Sachsen wird in diesen Tagen voll von der vierten Corona-Welle erwischt. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) zeigte sich mit Blick auf immer mehr Corona-Patienten in den Krankenhäusern beunruhigt. "Die Entwicklung in den Krankenhäusern ist alarmierend. Die Zahlen zeigen, dass die Pandemie aller Pandemie-Müdigkeit zum Trotz noch nicht vorbei ist." Die Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Corona- Regeln und die besorgniserregend niedrige Impfquote rächten sich nun.

"Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften. Dabei schützt eine Impfung zuverlässig gegen schwere Verläufe und Tod. Gerade viele ältere Corona-Patienten in den Krankenhäusern haben keine Auffrischungsimpfung erhalten, obwohl dies längst möglich ist und angeboten wird", betonte Köpping. Sie appellierte an Kinder und Enkel von Älteren, ihre Lieben zur Booster-Impfung zu ermutigen. Diese senke das Risiko enorm.

Insgesamt sind nach Meldedaten von Donnerstag nun mindestens 55,3 Millionen Menschen oder 66,5 Prozent der Bevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben mindestens 57,6 Millionen Menschen oder 69,3 Prozent aller Einwohner. Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen schon etwas mehr Menschen geimpft sind, als die Meldedaten zeigen. Regionale Unterschiede sind groß: In Bremen sind 77,9 Prozent der Einwohner vollständig geimpft. Am niedrigsten sind diese Impfquoten in Sachsen (56,5 Prozent), Brandenburg (60,3), Thüringen (60,4), Sachsen-Anhalt (62,9) und Bayern (64,3 Prozent).

18.04 Uhr: Söder fordert Gespräche zwischen Bund und Ländern

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das geplante Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ kritisiert. „Was anderes als das, was jetzt stattfindet, ist eine epidemische Lage?“, fragte Söder mit Blick auf die bundesweit wieder steigenden Zahlen. Die Diskussion sei schwer nachzuvollziehen. Zugleich forderte er die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP möglichst bald zu Gesprächen mit den Ländern auf, wie es weitergehen soll.

Das Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ war von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt worden, die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen dies im Bundestag auch vollziehen. Bis zum Frühjahr sollen den Ländern aber weniger umfassende Vorgaben möglich sein. Spätestens am 20. März soll es dann allerdings das Aus für sämtliche Corona-Beschränkungen geben.

Söder sagte dazu, es sei wenig zielführend, nun das Datum 20. März zu nennen. Schließlich könne keiner eine Gewähr dafür abgeben, was am 20. März sein werde. Die Ampel-Parteien sollten nun bald mit den Ländern reden: „Es wäre sinnvoll, dass wir möglichst bald zwischen Bund und Ländern zusammenkommen und beraten, wie das weitergeht.“

17.44 Uhr: Corona-Patientin hustet Leute an - Anzeige wegen Körperverletzung

Eine Frau, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hat am Mittwoch in einem Erfurter Krankenhaus mehrere Personen mutwillig angehustet. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, war die Frau am Vormittag im Krankenhaus über einen positiven Corona-Test informiert worden. Nachdem eine Krankenschwester die 36-Jährige auf die zweiwöchige Quarantäne aufmerksam gemacht hatte, habe sich die Frau uneinsichtig gezeigt und mehreren Personen mutwillig ins Gesicht gehustet. Die Frau wurde der Klinik verwiesen und wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

🔹 Nachrichten aus Sachsen bei Google News

Folgen Sie Sächsische.de bei Google News und verpassen Sie keine Nachrichten aus Sachsen und der Welt. Hier geht es zu unserem Angebot bei Google News.

16.59 Uhr: EU-Einigung: Arzneimittelbehörde EMA wird gestärkt

Die Europäische Arzneimittelbehörde soll auf künftige Gesundheitskrisen wie die Corona-Pandemie in Zukunft schlagkräftiger reagieren können. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Donnerstag darauf, das Mandat der Behörde in Amsterdam zu stärken.

Damit es nicht wie zu Beginn der Corona-Krise zu Versorgungsengpässen mit Medikamenten und Medizinprodukten kommt, soll die EMA in Zukunft Lücken bei der Versorgung mit bestimmten Produkten überwachen und beseitigen. Auch soll die Behörde dafür sorgen, dass im Fall einer neuen Krise sichere und wirksame Medikamente entwickelt werden, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Nach Angaben des Europaparlaments sollen Informationen zu Engpässen bei wichtigen Medikamenten oder Medizinprodukten online einsehbar seien.

"Die Vorbereitung und die Koordinierung auf EU-Ebene sind zwei wesentliche Faktoren für die Bewältigung künftiger Gesundheitskrisen", betonte der slowenische Gesundheitsminister Janez Poklukar im Namen der derzeitigen EU-Ratspräsidentschaft. Der spanische Sozialdemokrat Nicolás González Casares, der für das Parlament verhandelt hatte, sagte, dass es durch das neue Mandat es «mehr Transparenz, mehr Beteiligung, mehr Koordination, mehr wirksame Überwachung und mehr Vorsorge» gebe.

Vor der Corona-Krise war die EMA nur wenigen Europäern ein Begriff. In der Pandemie selbst spielt sie jedoch eine zentrale Rolle, weil sie unter anderem die maßgeblichen Empfehlungen für die Zulassung von Impfstoffen abgibt. Nach der teils als zu langsam kritisierten EU-Reaktion auf die Pandemie legte die EU-Kommission vor knapp einem Jahr ein Paket für eine "Gesundheitsunion" vor. Unter anderem sollen auch die Kompetenzen der EU-Gesundheitsbehörden ECDC ausgeweitet werden. Zudem soll eine neue Behörde namens Hera zur Vorsorge von Gesundheitskrisen geschaffen werden. Die Einigung vom Donnerstag muss noch vom Rat der EU-Staaten sowie vom EU-Parlament bestätigt werden.

16.22 Uhr: Jena braucht wegen vieler Corona-Fälle wieder Hilfe von Bundeswehr

Wegen der wieder verschärften Corona-Situation holt sich die Stadt Jena erneut Hilfe von der Bundeswehr. Am Donnerstag trafen fünf Bundeswehrangehörige in Jena ein, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Sie sollen das Gesundheitsamt beim Pandemie-Management unterstützen. Das betrifft vor allem die Ermittlung von Kontaktpersonen Corona-Infizierter und die Feststellung neuer Infektionen. Am Montag werde weitere personelle Unterstützung erwartet.

Die Helfer sollen zunächst bis zum Ende der kommenden Woche bleiben, die Stadt möchte den Einsatz aber verlängern. Bereits in den vergangenen Wochen habe sich abgezeichnet, dass das Gesundheitsamt wegen steigender Infektionszahlen an die Grenzen seiner Belastbarkeit stoße, sagte Jenas Ordnungsdezernent Benjamin Koppe.

15.58 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Tschechien steigt trotz Ferien

Mitten in den Herbstferien ziehen in Tschechien die Corona-Zahlen weiter an. Innerhalb von 24 Stunden wurden landesweit 5.824 bestätigte Neuinfektionen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Donnerstag mitteilte. Das waren 2.500 mehr als am gleichen Tag vor einer Woche. Der Inzidenzwert stieg nach den aktuellen Zahlen auf 270 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.Als Hauptgrund für den Anstieg sieht der Epidemiologe Rastislav Madar - neben der vergleichsweise niedrigen Impfquote - die Nichteinhaltung der Corona-Regeln durch einen großen Teil der Bevölkerung. „In Kinos, Einkaufszentren und auf Massenveranstaltungen laufen Menschen ohne Maske herum - und niemand kümmert sich darum“, sagte der 48-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Oft trage selbst Gaststätten-Personal keine Maske.

Wenngleich das Interesse am Impfen zuletzt angestiegen ist, sind erst sechs Millionen der rund 10,7 Millionen Einwohner Tschechiens vollständig geschützt. Ein Grund dafür sei, dass die Menschen im früheren Ostblock in den Jahrzehnten des Kommunismus in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt gewesen seien, meint Madar. „Und deshalb stellen sie sich nun im Rahmen der Demokratie gegen Anordnungen von oben“, sagte der Dekan der Medizinfakultät in Ostrava (Ostrau). Hinzu komme bei manchen Leuten eine Tendenz, Verschwörungstheorien zu glauben.

15.14 Uhr: Kreuzfahrtschiff mit deutschen Passagieren bricht nach Corona-Ausbruch Donau-Reise ab

Für rund 170 Passagiere eines Fluss-Kreuzfahrtschiffs aus Deutschland ist die Reise auf der Donau wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord abrupt zu Ende gegangen. Bei einem Stopp in Wien waren 80 Gäste nach Angaben des medizinischen Krisenstabs der Stadt positiv auf das Virus getestet worden.Das an einer Schleuse liegende Schiff wurde unter Quarantäne gestellt. Am Donnerstag waren alle Passagiere - getrennt in Erkrankte und Gesunde - laut Krisenstab in vier Bussen wieder auf dem Weg nach Deutschland. Auf dem Weg von Passau nach Wien hatte niemand das Schiff verlassen. Auch in der österreichischen Hauptstadt war niemand von Bord gegangen. Keiner der Betroffenen musste laut ORF ins Krankenhaus.

14.45 Uhr: Sachsen meldet 2.177 neue Corona-Fälle

In Sachsen sind binnen eines Tages 2.177 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Zudem wurden sechs weitere Todesfälle registriert, die im Zusammenhang mit einer Covid-19- Erkrankung stehen. Die Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag wies eine Sieben-Tage-Inzidenz von 238,2 für den Freistaat aus. Am Mittwoch hatte der Wert noch bei 200,8 gelegen. Er gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Bundesweit betrug er am Donnerstag 130,2. Nur in Thüringen (259,8) ist der Wert noch höher als in Sachsen.

Laut RKI haben inzwischen drei sächsische Regionen die Inzidenz-Marke von 300 überschritten: An der Spitze liegt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 383,3. Dahinter rangieren der Landkreis Meißen (329,9) und der Erzgebirgskreis (319,4). Den geringsten Wert gab es in der Stadt Leipzig (105,8). Dresden hatte am Donnerstag eine Wocheninzidenz von 276,0, Chemnitz 197,2. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich in Sachsen nachweislich 323.582 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.302 starben.

14.27 Uhr: EU und Großbritannien erkennen Corona-Zertifikate gegenseitig an

Menschen aus der EU können mit ihrem Covid-Zertifikat bald auch im Vereinigten Königreich eine Impfung, einen Test oder eine Genesung nachweisen. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, einigten sich London und Brüssel darauf, die Nachweise der jeweiligen Gegenseite zu akzeptieren. Der Beschluss soll am Freitag in Kraft treten. Eine ähnliche Vereinbarung sei mit Armenien getroffen worden.

Der zuständige EU-Kommissar Didier Reynders betonte: "Wir sind offen für weitere Länder, die sich unserem System anschließen wollen." Den Angaben zufolge wird der EU-Standard für Covid-Zertifikate bereits in 45 Staaten auf vier Kontinenten verwendet. Als Drittstaat kann Großbritannien aber weiterhin eigene Einreiseregeln etwa für nicht Geimpfte festlegen.

13.53 Uhr: Zahl der Intensivpatienten in Sachsen binnen zwei Wochen verdoppelt

In Sachsen steigt dem Sozialministerium zufolge die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern rasch an. Aktuell werden im Freistaat 602 Corona-Patienten auf Normal- und 172 Erkrankte auf Intensivstationen behandelt, teilte das Sozialministerium am Donnerstag in Dresden mit. Mitte Oktober seien es noch 79 Patienten auf Intensivstation gewesen. Dies bedeute mehr als eine Verdopplung der Covid-19-Intensivpatienten in Sachsen innerhalb von etwa zwei Wochen, hieß es. Die Zahl der Patienten auf Normalstationen habe sich im gleichen Zeitraum mehr als verdreifacht. Es sei nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass die sogenannte Vorwarnstufe schon nächste Woche erreicht wird. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nannte die Entwicklung in den Krankenhäusern „alarmierend“.

Die Grenzwerte für die Vorwarnstufe liegen in Sachsen bei 650 Covid-19-Patienten auf Normalstation und 180 auf Intensivstation. Für die sogenannte Überlastungsstufe - damit verbunden sind strengere Regeln - wurden 1.300 Patienten auf Normalstation und 420 Intensiv-Patienten festgelegt.

Köpping rief erneut zum Impfen auf. Eine Corona-Impfung schütze zuverlässig gegen schwere Verläufe und Tod, erklärte sie. In Sachsen sind nach Angaben des Ministeriums 2,29 Millionen Menschen vollständig geimpft, das entspricht 56,5 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Im Bundsschnitt haben 66,5 Prozent der Menschen den vollen Schutz.

13.25 Uhr: Tagesrekord bei Booster-Impfungen in Deutschland

Am Mittwoch wurde mit erstmals mehr als 100.000 Auffrischungsimpfungen ein Tagesrekord erzielt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren es 102.400, sodass nun 1,8 Millionen Menschen eine Impf-Verstärkung erhalten haben. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuvor zu Corona-Auffrischungsimpfungen aufgerufen – und sich am Donnerstag selbst eine zusätzliche Spritze geben lassen. "Ich werbe dafür, dass viele andere das auch tun", erklärte der CDU-Politiker in einer Twitter-Mitteilung des Ministeriums. "Boostern (verstärken) Sie Ihren Impfschutz für den Winter."

Eine Auffrischung mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung wird seit September unter anderem Älteren, Risikogruppen, aber auch Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson angeboten. Spahn bekam seine Auffrischungsimpfung nach Ministeriumsangaben mit dem Präparat von Biontech im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Im Mai hatte er sich nach einer vorherigen durchgemachten Corona-Infektion zunächst mit dem Mittel von Astrazeneca impfen lassen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungen vorerst für Menschen ab 70, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten sowie für Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben sowie für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Die Impfverordnung sieht die Möglichkeit für Auffrischungsimpfungen grundsätzlich für alle vor, für die es zugelassene Impfstoffe gibt, wie das Ministerium erläuterte.

Insgesamt sind nach offiziellen Meldedaten von Donnerstag inzwischen mindestens 55,3 Millionen Menschen oder 66,5 Prozent der Bevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben mindestens 57,6 Millionen Menschen oder 69,3 Prozent aller Einwohner. Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Meldedaten nahelegen. Die regionale Unterschiede bleiben: in Bremen sind 77,9 Prozent, in Sachsen 56,5 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

Durchschnittlich wurden in den vergangenen sieben Tagen etwa 134.000 Covid-Schutzimpfungen pro Tag in Deutschland vorgenommen – am Mittwoch waren es 224.000, darunter rund 80.000 Zweitimpfungen und 102.000 Auffrischungen.

12.54 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Afrika sinkt – nur 5,5 Prozent geimpft

In Afrika beginnt die Zahl der Corona-Fälle spürbar zu sinken, obwohl erst 5,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind. Im Wochenvergleich sanken die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 26 Prozent auf 31.000 Fälle. Er sprach am Donnerstag von einem guten Signal und meinte: "Als Kontinent haben wir eine Menge Fortschritte gemacht." Als Spitzenreiter beim Impfen gilt auf Europas Nachbarkontinent Marokko, das 57 Prozent seiner Bevölkerung bisher entsprechende Injektionen verabreicht hat.

"Die (Infektions-)Zahlen sinken leicht, aber stetig", betonte Nkengasong, der aber auch zugleich vor einem möglichen Rückschlag warnte. Auch wenn Afrika beim Kampf gegen die Pandemie noch lange nicht da sei, wo es sein wolle, stimme die Richtung. Insgesamt seien bisher 188 Millionen Impfstoffe verabreicht worden. Impf-Skepsis sei auf dem Kontinent kaum verbreitet, sagte er auf entsprechende Fragen.

Ein für 2022 projizierter Mangel von bis zu 2,2 Milliarden Spritzen könne Impfkampagnen in Afrika jedoch verlangsamen, warnte die WHO. Dazu gehören die 0,3 ml Einwegspritzen für den Impfstoff von Biontech/Pfizer, für die es weltweit nur wenig Vorrat gäbe. Schon jetzt sei es in Kenia, Ruanda und Südafrika zu Verzögerungen beim Erhalt von Spritzen gekommen, so die WHO.

Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC knapp 8,5 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 218.800 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch weitaus höher liegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor kurzem erklärt, dass fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika unbemerkt bleiben und die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent auf 59 Millionen geschätzt. Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.

12.35 Uhr: Linken-Politiker hält Debatte um epidemische Notlage für "überdreht"

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, hält die Debatte um eine epidemische Notlage von nationaler Tragweite für "überdreht". Die Bundesländer könnten auch danach selbst Maßnahmen ergreifen, sagte er am Donnerstag in Dresden. "Es könnte aber der Fall eintreten, dass die Länderparlamente zunächst selbst die Notlage feststellen müssen, damit die Staatsregierung Corona-Schutzverordnungen erlassen darf."

Gebhardt vermutet, dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gerade deshalb auf einer Fortdauer der Notlage auf der Bundesebene pocht – "weil er andernfalls bezweifelt, dass er eine solche Feststellung auf Landesebene in seiner CDU-Fraktion durchsetzen kann".

Gebhardt stellte sich bei der Einschätzung der aktuellen Corona-Lage hinter Kretschmer. Der Regierungschef hatte am Mittwoch im Unterschied zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die pandemische Lage noch nicht vor dem Ende gesehen. "Im Gegenteil – sie gewinnt gerade wieder an Kraft und Gefährlichkeit", sagte er. Spahn sprach sich wie die möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP dafür aus, die Einstufung als Corona-Notlage nach dem 25. November nicht mehr zu verlängern. Sie bildet die Rechtsgrundlage für weitgehende Corona-Einschränkungen in Deutschland.

"Der Ministerpräsident hat Recht damit, dass die Gefahr nicht vorüber ist. Die Situation in den Krankenhäusern verschlimmert sich schnell und das Virus gefährdet vor allem ungeimpfte Menschen sehr", sagte Gebhardt. Die vierte Welle könnte das Personal in den Kliniken in bisher ungekannter Weise herausfordern. "Deshalb kann es - auch vor dem Hintergrund der in Sachsen weiter niedrigen Impfquote – leider noch keinen 'Freedom Day' geben, Seuchenschutz bleibt also nötig."

Linken-Politiker Rico Gebhardt äußert sich zur Debatte rund um die epidemische Notlage.
Linken-Politiker Rico Gebhardt äußert sich zur Debatte rund um die epidemische Notlage. © Peter Endig/dpa

12.07 Uhr: Ungarn ermöglicht Arbeitgebern die Verhängung von Corona-Impfpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ermöglicht es die Regierung des EU-Landes Ungarn den Arbeitgebern, von ihren Mitarbeitern eine Corona-Schutzimpfung zu verlangen. Dies gab Kanzleramtsminister Gergely Gulyas am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Budapest bekannt. Für die Beschäftigten in staatlichen Institutionen werde der Staat eine derartige Impfpflicht vorschreiben können, fügte er hinzu.

Darüber hinaus werde ab kommendem Montag in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht gelten, sagte Gulyas. Ungarn hatte vor dem Sommer die Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben. Für die Teilnahme am öffentlichen Leben bedarf es derzeit keiner Nachweise über Impfschutz oder aktuelle Tests. Ausgenommen sind lediglich Großveranstaltungen. Eine Maskenpflicht gilt bislang nur in Krankenhäusern und Altenheimen.

Die Sommermonate hindurch hatte Ungarn nur wenige Corona-Fälle. Doch in den vergangenen Monaten stieg die Zahl wieder steil an. Die Sieben-Tage-Inzidenz an Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner lag zuletzt bei 170. Nur knapp 60 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

11.49 Uhr: Italiens Regierung beschließt weitere Corona-Wiederaufbaumaßnahmen

Die italienische Regierung will mit einem Dekret und einer Gesetzesvorlage seinen Finanzierungszielen im Hinblick auf den Corona-Wiederaufbauplan in diesem Jahr näher kommen. Der Ministerrat unter Regierungschef Mario Draghi stimmte am Mittwochabend Maßnahmen für die Bereiche Tourismus, Digitalisierung und Menschen mit Behinderung zu, teilte die Regierung mit. Damit will Rom weitere acht der bis Ende dieses Jahres angepeilten 51 Ziele aus dem Wiederaufbauplan erfüllen.

Für den Tourismus beschlossen die Minister in dem Dekret ein 2,4 Milliarden Euro schweres Paket. Mit den Geldern will die Regierung unter anderem die Digitalisierung in der Branche fördern und Unternehmen unterstützen, zum Beispiel durch Zuschüsse für Modernisierungen der Unterkünfte oder Steuergutschriften. Teil des Dekrets ist auch, 70 Prozent der Menschen in Italien durch Weiterbildung bis 2026 digital fit zu machen. Außerdem sollen die Bürger gewisse Behördengänge auch online erledigen können.

Der Ministerrat stimmte außerdem einem Gesetzesentwurf zum Thema Behinderung zu. Mit einem neuen Bewertungssystem sollen für einen Menschen mit Behinderung angepasste Projekte ausgearbeitet werden können, um ihm im Erwachsenenalter ein möglichst unabhängiges Leben zu ermöglichen, wie es in der Mitteilung hieß.

Die Corona-Krise erschütterte Italien stark, weshalb das Mittelmeerland für seinen Wiederaufbau EU-Hilfsgelder im Wert von rund 191,5 Milliarden Euro bekam. Zusammen mit nationalen Fonds hat Italien etwa 222,1 Milliarden Euro zur Verfügung, die das Land gemäß eines mit der EU vereinbarten Planes in bestimmte Bereiche investieren muss.

In Italien müssen alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Nur dann dürfen sie mit einem "Grünen Pass" ihre Arbeitsstätte betreten.
In Italien müssen alle Beschäftigten in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Bereich belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Nur dann dürfen sie mit einem "Grünen Pass" ihre Arbeitsstätte betreten. © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

11.17 Uhr: Startup-Geschäftsklima ist laut Umfrage wieder auf Vor-Corona-Niveau

In jungen Digitalunternehmen hat sich die Stimmung einer Umfrage zufolge deutlich aufgehellt. Das Geschäftsklima bewege sich wieder auf dem Niveau von 2019, teilten die Beratungsgesellschaft PWC und der Bundesverband Deutsche Startups am Donnerstag in Berlin mit. Das spiegele sich etwa in der Zahl der Beschäftigten: Im Schnitt liege sie mit 18 um 4 Stellen höher als im Vorjahr. Die Firmen wollten außerdem mehr neue Leute einstellen als zuletzt.

Auch der Anteil der Frauen wächst den Angaben zufolge. Er sei mit knapp 18 Prozent aber noch sehr niedrig, hieß es. Mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Gründerinnen und Gründer habe ausländische Wurzeln. "Die Studie zeigt, dass unser Startup-Ökosystem in Sachen Wachstum und Diversität auf einem guten Weg ist", bemerkte Verbandsgeschäftsführerin Franziska Teubert. "Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb muss es in beiden Bereichen noch deutlich schneller gehen."

Befragt wurden in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen gut 2.000 deutsche Startups. Neben der Talentsuche sehen sie demnach die Kapitalbeschaffung und den Zugang zu Daten als große Hürden.

10.55 Uhr: Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen wird abgeschafft

In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft. Das teilte das NRW-Schulministerium am Donnerstag mit. Sachsens Regierung hatte zuvor schon beschlossen, dass ab dem 8. November keine Maskenpflicht mehr gilt – bis die Vorwarnstufe erreicht ist.

Schüler in NRW müssen nun die Maske weiterhin noch im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor einiger Zeit abgeschafft worden. Für Lehrkräfte entfällt die Maskenpflicht, so lange ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Die üblichen Corona-Tests an den Schulen sollen nach den bisherigen Planungen fortgesetzt werden: also drei Corona-Selbsttests pro Woche an weiterführenden Schulen und zwei PCR-Pooltests pro Woche an Grund- und Förderschulen.

Einige Verbände hatten die angekündigte Aufhebung der Maskenpflicht als riskant und verfrüht kritisiert. Auch aus der politischen Opposition waren unter anderem mit Verweis auf kletternde Inzidenzwerte bei Kindern und Jugendlichen mahnende Stimmen gekommen.

10.33 Uhr: Gesundheitswesen in Sachsen: Zehntausende Beschäftigte mehr seit 2009

Im Gesundheitswesen in Sachsen sind die Beschäftigtenzahlen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ende 2019 arbeiteten dort gut 277.000 Menschen und damit knapp 50.000 mehr als vor zehn Jahren, wie das Statistische Landesamt mit Sitz in Kamenz am Donnerstag mitteilte. Das entspreche einem Wachstum von mehr als einem Fünftel (22 Prozent) im Vergleich zu 2009 und liege damit sogar über dem bundesweiten Trend (20 Prozent).

Ein Großteil der Arbeit im sächsischen Gesundheitswesen wird den Angaben zufolge weiterhin von Frauen erledigt. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) des gesamten Personals waren demnach im Jahr 2019 weiblich, in der ambulanten Pflege waren es sogar knapp neun von zehn Beschäftigten (84 Prozent). Männer arbeiten dagegen – wie bereits zehn Jahre zuvor – vor allem im Rettungsdienst (72 Prozent), in den Vorleistungseinrichtungen (44 Prozent) und im Einzelhandel (35 Prozent).

10.07 Uhr: Belastung wegen Corona-Pandemie: Lange Wartezeiten vor Englands Notaufnahmen führen zu Toten

Wegen stundenlanger Wartezeiten vor Notaufnahmen sind in England zuletzt mindestens zwei Patienten gestorben. Interne Dokumente, aus denen die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag zitierte, zeichnen ein katastrophales Bild der Situation. In einem Brief fordert die Spitze des Gesundheitsdiensts NHS demnach, die Schlangen von Rettungswagen vor Notaufnahmen zu beenden und Ambulanzen nicht mehr als zusätzliche Warteräume zu benutzen. Das Risiko für die Patienten sei enorm, betonten der medizinische Direktor des NHS, Stephen Powis, und die Chefin des NHS-Notdiensts, Pauline Philip, in dem Schreiben, aus dem PA zitierte.

Eigentlich soll die Übergabe vom Rettungswagen an die Notaufnahme nicht mehr als 15 Minuten dauern. Grund für die enorme Belastung sei die Corona-Pandemie, sagte Martin Flaherty vom Verband der Rettungsdienstleister. Notfalleinrichtungen und Ambulanzen stünden unter enormem Druck, auch wegen Abstandsregeln sowie Mitarbeitern, die sich nach Kontakt mit Infizierten isolieren mussten. Seit April hat sich die Zahl der Wartezeiten für Rettungswagen fast verzehnfacht. Im September behandelten Notaufnahmen insgesamt 1,39 Millionen Menschen – so viele wie noch nie in einem Monat.

In der Stadt Worcester wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein Patient während fünfstündiger Wartezeit in einem Krankenwagen vor der Tür des Worcestershire Royal Hospital gestorben war. In Cambridge starb eine Frau in einem ähnlichen Fall. Der NHS in der Region West Midlands um Birmingham erhöhte die Risikoeinschätzung für Verzögerungen bei der Übergabe an Notaufnahmen erstmals in seiner Geschichte auf die höchste Stufe. PA zitierte aus Dokumenten, laut denen ein Patient mehr als 13 Stunden von einer Krankenwagenbesatzung versorgt werden musste. Es habe mehrere Fälle gegeben, in denen "schwere Schäden" bei Patienten auftraten.

9.04 Uhr: Drei Landkreise in Sachsen mit Inzidenz über 300

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nimmt in Sachsen rapide zu. Die aktuelle Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) wies den Inzidenzwert am Donnerstagmorgen mit 238,6 aus, nach 200,8 am Vortag. Damit liegt der Freistaat weiter deutlich über dem Bundeswert und hat die zweithöchste Wocheninzidenz nach Thüringen (259,8). Vor einer Woche hatte die Inzidenz in Sachsen noch bei 128,9 gelegen.

Der Hotspot im Freistaat ist bleibt der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Inzidenz von 383,3 – bundesweit Platz 10 bei den Landkreisen und Städten mit den höchsten Ansteckungswerten. Dahinter rangieren der Landkreis Meißen (329,9) und der Erzgebirgskreis (319,4). Den niedrigsten Wert weist in Sachsen die Stadt Leipzig mit 105,8 auf, gefolgt vom Vogtlandkreis mit 113,9. Acht Landkreise und die Landeshauptstadt befinden sich jenseits der 200er-Marke. In Dresden liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 276,0. Deutschlandweit stieg der Wert am Montag erstmals seit Mai wieder über 110 und liegt aktuell bei 130,2, Tendenz steigend.

Unterdessen füllen sich die Krankenhäuser weiter. Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums werden mit Stand Mittwoch (12.30 Uhr) 532 Covid-19-Patienten auf Normal- und 159 auf Intensivstationen in Sachsen behandelt. Diese sind damit zu 72,4 Prozent und 75,7 Prozent ausgelastet. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 4,38, noch unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe (7). In Sachsen greifen verschärfende Maßnahmen, wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 650 Normalbetten oder 180 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind. Die Vorwarnstufe und die Bettenbelegung sind entscheidend für Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

8.29 Uhr: Kinderärzte setzen auf baldige Corona-Impfung für unter Zwölfjährige

Wegen gestiegener Corona-Inzidenzen in jüngeren Altersgruppen setzen Kinderärzte auf zügige Covid-19-Impfungen für unter Zwölfjährige. "Wir hoffen darauf, dass in den nächsten Wochen eine europäische Zulassung des Biontech-Impfstoffs für die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen kommt, die dann auch in Deutschland übernommen wird", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag. Nach seinen Worten wären Corona-Impfungen in dieser Altersgruppe damit auch ohne eine ausdrückliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) "rechtlich abgesichert". Die Empfehlung könnte dann nach genauer Prüfung der Daten zu Nebenwirkungen in den Wochen darauf folgen.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Mittwoch angekündigt, möglichst noch vor Weihnachten zu entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht. Bereits am Dienstag hatte sich ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausgesprochen. Die Empfehlung ist nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Eine endgültige Entscheidung der FDA wird noch in dieser Woche erwartet.

Dötsch sagte, die Kinderärzte würden sich einer entsprechenden Empfehlung der Stiko zur Impfung der Fünf- bis Elfjährigen anschließen. Die Impfung von Kindern in diesem Alter nannte der Mediziner sinnvoll. Ziel sei es, ihnen eine Corona-Erkrankung zu ersparen sowie zu verhindern, dass infizierte Kinder isoliert werden und wieder von der Schule fern bleiben müssten. Es sei bekannt, dass diese Abwesenheit die seelische Gesundheit der Kinder verschlechtere. "Auch davor schützt die Impfung letztlich. Darum ist sie sinnvoll", sagte Dötsch. "Eines von 16.000 Kindern bekommt eine leichte Herz-Muskel-Entzündung, aber die Verläufe sind meist nicht schwerwiegend. Die Vorteile in der Breite überwiegen."

7.05 Uhr: Vierte Corona-Welle: "Wir sind alle niedergeschmettert"

Die Dresdner Krankenhäuser müssen immer mehr Corona-Patienten versorgen. Alles deutet auf die heftigste Welle hin, die es bisher gab. Was das für Ärzte, Pfleger, aber auch Nicht-Corona-Patienten bedeutet, darüber hat Sächsische.de mit Tobias Lohmann gesprochen. Er ist Medizinischer Direktor des Städtischen Klinikums und Leiter der Corona-Taskforce für die Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt – und schockiert, wie schnell die vierte Welle über die Krankenhäuser rollt. Hier lesen Sie den Artikel.

6.00 Uhr: Neuseeland lockert Einreiseregeln - aber nicht für Touristen

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland lockert ab dem 14. November erstmals seit Beginn der Pandemie seine Einreiseregeln. Jedoch dürfen weiterhin nur Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat ins Land kommen. Statt 14 Tagen müssen sie demnächst nur noch sieben Tage in staatliche Quarantäne, bevor sie sich in eine dreitägige häusliche Isolation begeben.

Weitere Lockerungen würden in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung vollen Impfschutz gegen das Virus hätten, sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Donnerstag. Bislang sind 72 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Wann Touristen wieder in den Inselstaat dürfen, ist aber noch unklar. Priorität bekämen weiterhin Menschen, die ein Recht hätten, ins Land zu kommen, so Hipkins. "In der Zwischenzeit ist meine Botschaft an alle Neuseeländer, egal ob sie hier oder im Ausland sind, sehr einfach: Lassen Sie sich impfen."

Insgesamt hat das Land bislang knapp 6.000 Infektionen verzeichnet. Zum Vergleich: In Deutschland wurden gut 4,5 Millionen Ansteckungen gezählt, zuzüglich unerkannter Fälle. 28 Menschen in Neuseeland sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Land hat lange eine sogenannte Null-Covid-Strategie verfolgt. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hatte aber zuletzt eingestanden, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar sei. Vergangene Woche hatte Neuseeland erstmals eine dreistellige Zahl an Corona-Neuinfektionen registriert.

Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland
Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland © Robert Kitchin/STUFF POOL/dpa

5.35 Uhr: Krankenhausgesellschaft: Lage auf Intensivstationen kritisch

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer wachsenden Auslastung der Intensivstationen gewarnt. "Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie", sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag).

Die Zahl der mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus versorgten Patienten sei binnen einer Woche deutlich gestiegen. So seien knapp 40 Prozent mehr Patienten auf der Normalstation als noch vor einer Woche. Auf den Intensivstationen seien es 15 Prozent mehr. "Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3.000 Patienten auf Intensivstation", warnte Gaß.

"Auch wenn die Krankenhäuser dies leisten können, wird es dann nicht ohne Einschränkung des Regelbetriebs ablaufen können", sagte der Verbandschef. Dann müssten die Mediziner in den Kliniken wieder planbare, weniger dringliche Behandlungen verschieben.

Zum Höhepunkt der Pandemie im Januar 2021 wurden mehr als 5.700 Corona-Erkrankte intensivmedizinisch behandelt. Derzeit liegen nach Zahlen aus dem Intensivregister fast 1.800 Menschen auf der Intensivstation und knapp 4.300 Patienten auf der Normalstation.

5.20 Uhr: Montgomery warnt vor Kliniküberlastung durch Ungeimpfte

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor einer Überlastung der Krankenhäuser durch ungeimpfte Patienten gewarnt. "Die Krankheit tobt sich jetzt bei den Ungeimpften aus, während die Geimpften recht zuverlässig vor schweren Verläufen geschützt sind", sagte Montgomery der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). Das Pflegepersonal der Intensivstationen und die Ärzte arbeiteten längst am Anschlag. "Wer sich jetzt nicht impfen lässt, obwohl er es machen könnte, riskiert sein Leben und das seiner Mitmenschen."

Die gegenwärtige Entwicklung mache ihm große Sorge. "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende versuchen, um die Impfraten zu erhöhen", sagte Montgomery. "Das Nutzen-Risiko-Verhältnis hat sich daher dramatisch zugunsten der Impfungen verschoben - trotz Impfdurchbrüchen." Nach wie vor seien die Inzidenzzahlen und die Krankenhausaufnahmen eng miteinander verknüpft. Nur der Faktor habe sich dabei geändert. "Bei hoher Durchimpfung der Bevölkerung gibt es sehr viel mehr milde Verläufe - die müssen nicht ins Krankenhaus, aber viele Ungeimpfte erkranken nach wie vor schwer", warnte er. Viele Pflegekräfte und Ärzte hätten die Arbeit im Intensivbereich aufgegeben - auch, weil sie es leid seien, sich für die Unvernunft von Impfgegnern abzurackern.

""Die Krankheit tobt sich jetzt bei den Ungeimpften aus": Frank Ulrich Montgomery
""Die Krankheit tobt sich jetzt bei den Ungeimpften aus": Frank Ulrich Montgomery © Guido Kirchner/dpa

5.00 Uhr: RKI registriert 28.037 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 130,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 130,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 118,0 gelegen, vor einer Woche bei 85,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 28.037 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.39 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 16.077 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 126 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 67 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.534.452 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Donnerstag mit 3,31 an (Mittwoch: 3,07). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.247.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.485.

Corona-Pandemie: Das passierte am Mittwoch

21.48 Uhr: Großbritannien senkt Steuer auf Alkoholisches

Gute Nachrichten für Pub-Besucher und Biertrinker in Großbritannien: Die Regierung senkt die Steuern auf Fassbier, Cider und Schaumweine. Damit will Finanzminister Rishi Sunak die Gastrobranche nach der Corona-Pandemie neu beleben, wie er am Mittwoch im Parlament in London ankündigte. Der Durchschnittspreis für ein Pint Bier sinke um 3 Pence.

Eine geplante Steuererhöhung für Bier, Whisky, Wein und Cider wurde zudem gestoppt. Dies entspreche einer Steuersenkung von drei Milliarden Pfund (3,55 Mrd Euro), sagte Sunak bei der Vorstellung des Haushalts. Hingegen soll die Steuer auf Getränke mit mehr Alkoholgehalt steigen. Die Branche begrüßte die Ankündigung. Sie beschwert sich regelmäßig darüber, dass die Alkoholsteuer in Großbritannien deutlich höher sei als in vielen anderen Ländern.

Der britische Premier Boris Johnson bei einem Brauerei-Besuch
Der britische Premier Boris Johnson bei einem Brauerei-Besuch © Dan Kitwood/PA Wire/dpa

21.20 Uhr: Dritte Impfdosis im Vatikan verteilt, Papst wohl auch dabei

Der Vatikan hat damit begonnen, Personen über 60 Jahren oder mit angeschlagenen Immunsystemen eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu verabreichen. Das teilte der Heilige Stuhl am Mittwoch als Reaktion auf Anfragen mit, ob Papst Franziskus schon zum dritten Mal geimpft sei. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni bestätigte das zwar nicht direkt. Dem Vernehmen nach ist aber davon auszugehen, dass der 84 Jahre alte Argentinier die dritte Dosis des Vakzins erhalten hat. Der Mitteilung zufolge wurde im Kirchenstaat „in der zweiten Hälfte des Oktobers“ mit der dritten Impfrunde gegen Covid-19 begonnen.

20.56 Uhr: Nachspiel von Nerz-Massentötung für Regierungschefin in Dänemark

Die Massentötung von Millionen Nerzen aus Corona-Sorgen holt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein Jahr später ein. Wie eine zur Untersuchung eingesetzte Kommission am Mittwoch verschiedenen dänischen Medien mitteilte, hat man bestimmte SMS-Nachrichten aus der Zeit, in der die Entscheidung zum Keulen der Pelztiere getroffen wurde, nicht erhalten. Frederiksen und drei ihrer engsten Mitarbeiter hatten ihre Telefone so eingestellt, dass SMS automatisch nach 30 Tagen gelöscht wurden.

Frederiksen hatte im November 2020 verkündet, dass alle Zuchtnerze im Land getötet werden sollen. Es handelte sich um etwa 15 Millionen Tiere. Als Grund für den Schritt war angeführt worden, dass das Coronavirus in den Nerzen mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe.

Wie sich später herausstellte, fehlte für die Maßnahme aber die rechtliche Grundlage. Diese wurde erst im Nachhinein geschaffen.
Bei ihren Untersuchungen hatte die Kommission auch um den Nachrichtenverlauf zentraler Personen gebeten. Gegenüber dänischen Medien unterstrich die Staatskanzlei, dass die SMS nicht zielgerichtet gelöscht worden seien und auch gegen keine Regeln verstoßen worden sei. Die Nerz-Kommission will demnach dennoch sehen, dass die Nachrichten wiederhergestellt werden. Frederiksen soll planmäßig am 9. Dezember von der Kommission befragt werden.

Im November 2020 ordnete die dänischer Regierung die Tötung aller Zuchtnerze an.
Im November 2020 ordnete die dänischer Regierung die Tötung aller Zuchtnerze an. © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

20.10 Uhr: Corona-Infektionen bei Musical in Siegen: Gäste aus ganz NRW

Nach der Aufführung eines Kindermusicals in Siegen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Laut Mitteilung des Kreises Siegen-Wittgenstein waren nach der Aufführung am vergangenen Samstag 14 PCR-Tests unter den Mitwirkenden positiv. Weitere Testergebnisse stehen demnach noch aus.Etwa 100 Kinder und Jugendliche waren an der Aufführung von „Petrus“ beteiligt. Die etwa 300 Gäste, laut Kreis zum Großteil aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis der Kinder, seien aus verschiedenen Regionen in Nordrhein-Westfalen angereist. Die Familien werden jetzt über die Kontaktlisten der Veranstaltung informiert, wie der Kreis mitteilte.

19.45 Uhr: BGH: Familienrichter können keine Corona-Maßnahmen an Schulen kippen

Familiengerichte sind grundsätzlich nicht befugt, Corona-Maßnahmen an Schulen außer Kraft zu setzen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt grundsätzlich geklärt, wie die Karlsruher Richterinnen und Richter am Mittwoch mitteilten. Familienrichter können demnach gegenüber schulischen Behörden prinzipiell keine Anordnungen zur Durchsetzung des Kindeswohls erlassen. Die gerichtliche Kontrolle in diesem Bereich obliege ausschließlich den Verwaltungsgerichten. (Az. XII ARZ 35/21)

Die Frage hatte im Frühjahr Brisanz bekommen, als ein Weimarer Familienrichter zwei Schulkinder auf Antrag ihrer Eltern im Eilverfahren von der Maskenpflicht freistellte. Im oberbayerischen Weilheim hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Beide Entscheidungen hatten bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Gegen den Richter und die Richterin waren mehrere Anzeigen wegen Rechtsbeugung gestellt worden.

Dem Beschluss des BGH lag nun ein Fall zugrunde, den das Amtsgericht Wesel in seiner Funktion als Familiengericht in Karlsruhe vorgelegt hatte. Dort wollte eine Mutter durchsetzen, dass sich ihre 15-jährige Tochter an ihrer Gesamtschule nicht mehr an Maskenpflicht, Abstandsgebote und Testpflichten halten muss. Das Amtsgericht hatte das Verwaltungsgericht für zuständig gehalten, das Verwaltungsgericht das Amtsgericht - so landete der Fall zur Klärung am BGH.

Dort waren laut Mitteilung auch andere Verfahren zur selben Frage anhängig, die parallel entschieden wurden. Auch in dem Thüringer Fall hatte das Oberlandesgericht Jena die Möglichkeit einer Rechtsbeschwerde zum BGH zugelassen, nachdem es den eigenmächtigen Beschluss des Weimarer Familienrichters gekippt hatte.

Das Verfahren aus Wesel wird nicht mehr fortgesetzt, die BGH-Richter stellten es direkt ein. Eine Verweisung an das eigentlich zuständige Verwaltungsgericht komme "wegen unüberwindbar verschiedener Prozessgrundsätze" nicht in Betracht, hieß es.

19.08 Uhr: Impfstoff für Kinder: EMA will noch vor Weihnachten entscheiden

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will noch möglichst vor Weihnachten entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht. "Der derzeitige Zeitplan für die Bewertung beträgt ungefähr zwei Monate", teilte die EMA am Mittwoch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit.

Zuletzt ging die Behörde noch von mehreren Monaten bis zu einer möglichen Zulassung aus. Mitte Oktober hatte die EMA mit der Prüfung des Biontech-Impstoffs für unter Zwölfjährige begonnen. In die Bewertung würden laut EMA auch Daten aus laufenden pädiatrischen Studien von Biontech und Pfizer einfließen. Diese würden noch im November erwartet.

Am Dienstag hatte sich ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausgesprochen. Die Empfehlung ist nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Eine endgültige Entscheidung der FDA wird noch in dieser Woche erwartet.

Sars-CoV-2 wird in Deutschland derzeit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz bei 5- bis 14-Jährigen gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch mit 218,1 an, Tendenz steigend.

18.40 Uhr: Coronavirus breitet sich in Baltenstaaten weiter rasant aus

In den baltischen Staaten breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus: Trotz neuer Einschränkungen erreichte in Lettland und Estland die Zahl an Neuinfektionen mit 3.206 und 2.025 Fällen binnen 24 Stunden am Mittwoch den jeweils höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Auch in Litauen gehen die Infektionszahlen weiter nach oben. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden wurden in Lettland in den vergangenen 14 Tagen rund 1.737 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, in Estland waren es 1.408 und in Litauen 1.365. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC weist für die drei Ostseestaaten aktuell die höchsten Infektionsraten in Europa aus.

Zur Eindämmung der Pandemie haben die Regierungen in Riga und Tallinn zuletzt strikte Corona-Schutzmaßnahmen verhängt. In Lettland gilt bis zum 15. November ein Lockdown mit umfassenden Beschränkungen und einer nächtlichen Ausgangssperren, in Estland seit dem 25. Oktober in vielen Bereichen die 2G-Regel und eine verschärfte Maskenpflicht. Damit soll auch die Überlastung des Gesundheitsweisen reduziert werden: Die Krankenhäuser stoßen bereits an ihren Grenzen und werden mit der Versorgung der steil anwachsenden Zahl von Covid-19-Patienten kaum noch fertig. Lettland bemüht sich deshalb bereits um internationale Hilfe.

Als ein Grund für die steigenden Fallzahlen gelten die geringen Impfraten: Nur gut die Hälfte der Bevölkerung ist in Lettland und Estland jeweils vollständig gegen Corona geimpft, in Litauen sind es rund 60 Prozent. Die Regierungen der drei EU-Länder bemühen sich seit Monaten mit nur mäßigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft zu erhöhen. Besonders die Gesundheitsminister stehen dafür in der Kritik - gegen sie wurden bereits wiederholt Rücktrittsforderungen laut.

18.03 Uhr: Österreich mit Jahresrekord bei Neuinfektionen

Österreich verzeichnet einen Jahresrekord bei den Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden 4261 Fälle gezählt, wie Gesundheits- und Innenministerium am Mittwoch berichteten. Auf diesem Niveau lagen die Ansteckungen zuletzt Ende 2020. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner kletterte auf 280. 250 Covid-Patienten liegen den Angaben zufolge auf Intensivstationen. Ab 500 und 600 Intensiv-Patienten sind deutliche Einschränkungen für Ungeimpfte vorgesehen. Die meisten Neuinfektionen verzeichnete erneut Oberösterreich - das Bundesland mit der geringsten Impfquote.

Den Druck auf die Ungeimpften will die Partei „Menschen Freiheit Grundrechte“ (MFG) als Impuls für den eigenen Erfolg nützen. Die impfkritische Partei werde selbstverständlich bei der Nationalratswahl antreten, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Wahl ist für 2024 geplant. „Die Menschen laufen uns in Scharen zu“, hieß es. Die erst vor wenigen Monaten gegründete Partei ist vor kurzem bei der Landtagswahl in Oberösterreich mit sechs Prozent auf Anhieb ins Landesparlament eingezogen.

17.11 Uhr: Fachkräftemangel inzwischen größer als vor der Pandemie

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist nach einer aktuellen Studie bereits wieder höher als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Im September hätten bundesweit knapp 390.000 Fachkräfte gefehlt. Dies seien "gut 50.000 mehr als zum Krisenbeginn im März 2020", fasste das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, das zum arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gehört, am Mittwoch seine Berechnungen zusammen. Zuvor hatte die "Zeit" über die Studie berichtet.

In den Berufsbereichen Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung, Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik konnte im September demnach sogar über die Hälfte aller offenen Stellen bundesweit rechnerisch nicht besetzt werden, da passend qualifizierte Arbeitssuchende fehlten.

Der Zuwachs der offenen Stellen zeigte sich der Studie zufolge aber in fast allen Berufsbereichen. Lediglich der Berufsbereich "Sprach-, Literatur-, Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medien, Kunst, Kultur und Gestaltung" lag noch zwei Prozent unterhalb des Wertes vor Beginn der Corona-Pandemie.

16.25 Uhr: IWF fordert von G20-Staaten mehr Anstrengung für globale Impfkampagne

Vor dem Gipfeltreffen der G20-Staaten am Wochenende hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die führenden Wirtschaftsnationen zu mehr Einsatz für die globale Impfkampagne aufgefordert. Die G20-Staaten sollten zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Impfungen bereitstellen, forderte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Auch müssten sie die von ihnen versprochenen 1,2 Milliarden Impfdosen für die globale Impfinitiative Covax «sofort» liefern, forderte sie. Bislang seien davon erst 170 Millionen Dosen geliefert worden.

Länder mit hoher Impfquote sollten anstehende Lieferungen neuer Dosen zudem mit ärmeren Ländern tauschen, die diese dringender bräuchten, forderte Georgiewa. "Wir müssen diese und andere Maßnahmen treffen, um Leben zu retten und die wirtschaftliche Erholung zu stärken", erklärte sie. Falls die Pandemie nicht eingedämmt werde, könnte die globale Wirtschaftsleistung auf die nächsten fünf Jahre betrachtet um 5,3 Billionen US-Dollar geringer ausfallen, warnte der IWF.

Der IWF forderte die Schwellen- und Industrieländer der G20 zudem auf, sich auf weitere Schritte zur Erleichterung der Schuldenlast ärmerer Staaten zu einigen. Die im vergangenen Jahr von den G20 beschlossene zeitweise Aussetzung des Schuldendienstes sei ein guter Schritt gewesen. Nun gehe es darum, an permanenteren Lösungen zu arbeiten. Die G20-Staaten müssten sich auf einen Rahmen für das Verfahren mit Ländern in Schuldenkrisen einigen, forderte der IWF.

Anders als Unternehmen können Staaten bei einer Überschuldung nicht einfach Insolvenz beantragen. In solchen Fällen kommt es meist zu langjährigen und schwierigen Verhandlungen mit Kreditgebern.

15.38 Uhr: Bayern kritisiert Ampel-Pläne für künftige Corona-Rechtsgrundlage

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP im Bund zur künftigen Rechtslage in der Corona-Pandemie kritisiert. Es gebe weiterhin eine "Notlage von internationaler Tragweite", sagte der CSU-Politiker, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist. "Deshalb brauchen die Länder größtmögliche Flexibilität, um auf zunehmende Infektionszahlen reagieren zu können." Es sei nicht sinnvoll, dass die Landtage künftig in ihrem Recht beschnitten werden sollten, selbst über eine epidemische Lage in ihrem Land zu entscheiden.

Auch der von den drei möglichen künftigen Koalitionspartnern genannte Termin für das Ende der Corona-Lage müsse bezweifelt werden, sagte Holetschek. "Der Winter kommt. Die Infektionszahlen steigen. Die Pandemie bleibt unberechenbar. Ob sie am 20. März 2022 vorbei sein wird, weiß heute niemand."

Um für die kommenden Monate gerüstet zu sein, müssten Bund und Länder dringend dort nachsteuern, "wo es brennt oder schnell brennen kann", betonte Holetschek. So brauche es Ausgleichszahlungen für jene Kliniken, die wegen der Versorgung von Covid-19-Patienten erhebliche Belegungs- und damit Erlösrückgänge zu verzeichnen hätten. Zudem brauche es mehr Unterstützung für die Pflegekräfte. Der CSU-Politiker forderte Steuerfreiheit für alle Zuschläge für Pflegekräfte.

15.13 Uhr: 3.029 neue Corona-Fälle in Sachsen

Sachsen Gesundheitsministerium meldet am Mittwoch 3.029 Neuinfektionen in 24 Stunden. Ähnlich viele Fälle wurden zuletzt im Januar registriert - 3.054 positive Corona-Test waren es damals. Zum Vergleich: Vor einer Woche hat Sachsen noch 1.631 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf 321.405. Insgesamt 10.296 sind an oder mit dem Virus gestorben, das sind zwölf mehr als am Vortag.

Auch die Lage in den Krankenhäusern bleibt weiter angespannt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden mit Stand Mittwoch (12.30 Uhr) 532 Covid-19-Patienten auf Normal- und 159 auf Intensivstationen behandelt. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 4,38, noch unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe (7). Sie und die Bettenbelegung sind entscheidend für Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

14.51 Uhr: Corona-Sondervermögen in Hessen verfassungswidrig

Das milliardenschwere Corona-Sondervermögen des Landes Hessen ist verfassungswidrig. Das hat der hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden entschieden. Die haushaltsrechtlichen Kompetenzen seien überschritten worden, begründete das Gericht am Mittwoch seine Entscheidung. Es hätte andere Formen der Krisenbewältigung gegeben. Das Gesetz zum Sondervermögen sei mit der Landesverfassung unvereinbar.

Das kreditfinanzierte Sondervermögen des Landes hat ein Volumen von insgesamt zwölf Milliarden Euro. Mit dem Sondervermögen sollen die Folgen der Corona-Krise abgemildert werden. Bis Ende 2023 dürfen die Kredite aufgenommen werden, beispielsweise um Steuerverluste des Landes und der Kommunen auszugleichen. Abgeordnete der Landtagsfraktionen von SPD und FDP hatten beim Staatsgerichtshof im November 2020 einen Normenkontrollantrag gegen das entsprechende Gesetz "Hessens gute Zukunft sichern" gestellt, die AfD-Fraktion im März dieses Jahres.

14.25 Uhr: Fake-Impfzertifikat für "Adolf Hitler" als echt ausgewiesen

Im Internet ist ein gefälschtes digitales Impfzertifikat aufgetaucht, das auf den Namen "Adolf Hitler" ausgestellt wurde und als gültiger europäischer Impfpass akzeptiert wird. Unklar blieb am Mittwoch, ob für das Fake-Zertifikat geheim gehaltene Digitalschlüssel einer Ausgabestelle entwendet wurden. Das italienische Portal zerozone.it verwies in einem ersten Bericht über die Fälschung auf einen Tweet des Twitter-Anwenders "reversebrain", mit dem ein entsprechender QR-Code veröffentlicht wurde.

In Italien stehen die Impfnachweise im Zentrum einer hitzig geführten politischen Debatte. Der "Grüne Pass" - ein Corona-Pass mit ausdruckbaren oder digitalen Nachweisen einer Corona-Impfung - ist nach einem Beschluss der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi seit Mitte Oktober notwendig, um zur Arbeit gehen zu dürfen. Der nun aufgetauchte Fake-Impfpass wurde aber nicht nur von dem System des italienischen "Grünen Passes" als gültig angezeigt, sondern auch von der offiziellen deutschen App "CovPass Check".

Die Metadaten des gefälschten Impfpasses für "Adolf Hitler" mit einem Geburtsdatum 1.1.1900 führen aber nicht nach Italien, sondern nach Frankreich, da das Zertifikat angeblich von der französischen Sozialversicherung CNAM (Caisse Nationale d'Assurance Maladie) ausgestellt wurde. Neben einem Leck bei der Zertifikatsstelle wäre nach Experteneinschätzung auch denkbar, dass eine berechtigte Person den Fake-Ausweis ausgestellt hat.

14.02 Uhr: 95 Prozent der Lehrkräfte sind geimpft

Fast alle Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sind einer Umfrage zufolge vollständig gegen Corona geimpft. 95 Prozent der Lehrkräfte hatten demnach bereits Ende September eigenen Angaben nach den vollständigen Impfschutz gehabt, wie eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Robert Bosch Stiftung ergab, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

63 Prozent der Lehrkräfte halten der Umfrage zufolge die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen für ausreichend. Breite Unterstützung finden aber auch zusätzliche Schutzmaßnahmen: Fast drei Viertel sprechen sich für die Anschaffung von mehr Luftfiltergeräten für Unterrichtsräume aus. Solche Geräte kommen der Umfrage zufolge derzeit an etwa einem Viertel der Schulen zum Einsatz. Zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer wären auch für die Einführung einer Impfpflicht für Lehrkräfte und anderes Personal an Schulen.

Die Mehrheit der Befragten (71 Prozent) ist der Ansicht, dass im vergangenen Schuljahr 2020/2021 im Vergleich zur Zeit vor Corona "weniger" oder sogar "deutlich weniger" Schülerinnen und Schüler die Lernziele erreicht haben. Etwa die Hälfte der Lehrkräfte gibt an, dass an ihrer Schule auf zusätzliches Personal zurückgegriffen wird, um Lernrückstände der Schüler auszugleichen - etwa Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrkräfte, Eltern oder auch Nachhilfeinstitute.

13.23 Uhr: Merkel besorgt über Anstieg der Corona-Zahlen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich besorgt über deutlich steigende Corona-Zahlen gezeigt und mahnt zu weiter nötigen Schutzvorgaben. Für die Kanzlerin stelle sich die Frage, ab welchem Warnwert etwa bei der Krankenhausbelegung auch über zusätzliche Maßnahmen zu beraten wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Auch die nun noch geschäftsführende Bundesregierung wäre in einem solchen Fall einer weiteren Zuspitzung der Lage jederzeit bereit, darüber mit den Ländern zu sprechen.

Aus Sicht Merkels sei es richtig und notwendig, dass nach Plänen der möglichen künftigen Regierungspartner SPD, FDP und Grünen viele Schutzmaßnahmen als Möglichkeit erhalten bleiben sollten, sagte Seibert. Er machte deutlich, dass aus Merkels Sicht die bisherige Verbindung zwischen der festgestellten Sonderlage und den Maßnahmen in der Pandemie bewährt und sinnvoll ist. Über Neuregelungen hätten nun aber der neue Bundestag und der Bundesrat zu entscheiden.

Das Gesundheitsministerium verwies auf die eigene Einschätzung, dass der Status der Sonderlage angesichts der erreichten Impfquote auslaufen könne. Für den Herbst und Winter seien aber weiterhin Schutzmaßnahmen nötig. Das Ressort werde SPD, Grünen und FDP Unterstützung beim Formulieren eines konkreten Gesetzentwurfs leisten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) regiert noch geschäftsführend. Sie ist besorgt über den Anstieg der Corona-Zahlen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) regiert noch geschäftsführend. Sie ist besorgt über den Anstieg der Corona-Zahlen. © Fabian Sommer/dpa

13.06 Uhr: Rumänien: Die Corona-Pandemie der Ungeimpften

In dem EU-Land Rumänien wütet die bisher schlimmste Corona-Welle. Nur 37,6 Prozent der Rumänen haben bisher den vollen Impfschutz, im Nachbarland Bulgarien sind es nur 24,8 Prozent. Beide Länder sind damit Schlusslichter in der EU.

Rumäniens Krankenhäuser sind längst überfordert. 523 Covid-Patienten starben in den letzten 24 Stunden, rund 16.700 Neuinfektionen kamen im selben Zeitraum hinzu. Binnen 14 Tagen wurden zuletzt 999 Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet, eine der höchsten Inzidenzen in der EU. Mit 1.867 Covid-Intensivpatienten wurde ein Rekord verzeichnet. Schwerkranke warten tagelang auf den Korridoren. 47 Covid-Patienten wurden bereits zur Behandlung ins Ausland ausgeflogen.

In Rumänien wütet mittlerweile die vierte Corona-Welle in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Im Artikel "Corona-Desaster in Rumänien: Die Pandemie der Ungeimpften" lesen Sie mehr zur Situation des EU-Lands.

12.42 Uhr: Große Studie der TU Dresden dokumentiert Spätfolgen-Risiken für Kinder

In der bisher größten Studie zu Corona-Spätfolgen analysiert die TU Dresden Daten von 38 Millionen Menschen. Im CoronaCast erklärt der Studienautor Martin Rößler die Methode und die Ergebnisse der Studie. "Wir haben auf Grundlage der Daten von 38 Millionen Versicherten in Deutschland unsere Analyse durchführen können", erklärt der Forscher vom Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung an der Uniklinik. Mithilfe der 2019 und 2020 gewonnenen Daten habe man nachvollziehen können, wie oft bestimmte Folge-Symptome bei laborbestätigten und an Krankenkassen gemeldeten Covid-19-Fällen aufgetreten seien. Auf diese Weise habe man bei 11.950 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren sowie bei 145.184 Erwachsenen Symptome feststellen können.

Die Studie zeige demnach, dass insbesondere auch jüngere Covid-Patienten genauso mit Spätfolgen zu kämpfen haben wie Erwachsene. Allerdings würden sich die am häufigsten festgestellten Symptome unterscheiden. Demnach klagten Kinder und Jugendliche mindestens drei Monate nach einer festgestellten Covid-Erkrankung häufiger über Unwohlsein, Müdigkeit und Erschöpfung, über Husten sowie Hals- und Brustschmerzen. Rößler zufolge wurden auch häufiger Diagnosen zu psychischen Erkrankungen gestellt. Bei Erwachsenen kam es dagegen öfter zu Geschmacksstörungen, Fieber und Atemwegserkrankungen.

Die Ergebnisse, Details zum Aufbau und Ablauf der Studie, und ob sie weitergeführt wird, erklärt Rößler ausführlich im CoronaCast. Die Folge mit dem Wissenschaftler hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Abspielmöglichkeiten und Hintergründe lesen Sie in diesem Artikel: Dresdner Corona-Studie zeigt Spätfolgen-Risiko bei Kindern

11.58 Uhr: Kretschmer: Pandemische Lage ist noch nicht zu Ende

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die pandemische Lage von nationaler Tragweite noch nicht zu Ende. "Im Gegenteil sie gewinnt gerade wieder an Kraft und Gefährlichkeit", sagte der Regierungschef am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Dresden und widersprach damit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass es nach dem 25. November nicht zur erneuten Verlängerung der bundesweiten Corona-Notlage kommt.

"Schon im Frühjahr ist ein großer Fehler passiert. Die Politik hatte gegen den Rat der Wissenschaft die Aufhebung von Schutzmaßnahmen bei steigenden Infektionen entschieden. Die Folge war die Bundesnotbremse und der Lockdown im Frühjahr. Wer Normalität erzwingen will, verhindert sie möglicherweise", argumentierte Kretschmer. In diesen Tagen könne man noch entscheiden, ob Einschränkungen auf die Risikogruppe der Ungeimpften konzentriert werden könnten. In einigen Wochen werde es auch diese Option nicht mehr geben.

"2G ist jetzt ein zwingendes Muss. Die Infektionen bei den ungeimpften Menschen bestimmen diese vierte Welle", sagte Kretschmer abschließend. Die Bevölkerung müsse über die aktuelle Corona-Entwicklung informiert werden. Dazu brauche man eine öffentliche Debatte und die Entscheidung, welche Schutzmaßnahmen gesellschaftlich mitgetragen werden.

In Sachsen hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zuletzt stark zugenommen. Das Robert Koch- Instituts wies den Inzidenzwert am Mittwoch für Sachsen mit 200,8 aus, nach 191,4 am Vortag. Damit liegt der Freistaat deutlich über dem bundesweiten Wert (118,0) und hat nach Thüringen (241,8) die zweithöchste Wocheninzidenz.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnt davor, dass die pandemische Lage derzeit wieder an Kraft gewinne.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnt davor, dass die pandemische Lage derzeit wieder an Kraft gewinne. © Christophe Gateau/dpa

11.45 Uhr: Jede Sekunde eine Impfung: Impfquote bei 66,4 Prozent

Noch immer wird in Deutschland im Wochenschnitt rechnerisch jede Sekunde mehr als eine Person gegen das Coronavirus geimpft. Nachdem am Vortag insgesamt rund 192 000 Dosen verabreicht wurden, stieg die Quote der vollständig geimpften Bürger auf 66,4 Prozent. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 9.22 Uhr) hervor. Bei den über 60-Jährigen liegt die Quote inzwischen bei 85,1 Prozent, bei den jüngeren Erwachsenen von 18 bis 59 Jahren 72,6 Prozent, und in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen beträgt sie 40,6 Prozent.

In Sachsen sind 56,5 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Das betrifft etwa 2,3 Millionen Personen. Zudem wurden 58,8 Prozent der Sachsen mindestens einmal geimpft.

Durchschnittlich wurden in den vergangenen sieben Tagen etwa 129.000 Covid-Schutzimpfungen pro Tag in Deutschland vorgenommen – am Dienstag waren es 192.000, darunter rund 74.000 Zweitimpfungen und 81.000 Auffrischungen.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte. Derzeit liegt sie für mindestens zwei Mal geimpfte Erwachsene offiziell bei 76,9 Prozent.

Für Kinder bis elf Jahre wurde noch kein Impfstoff zugelassen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rechnet nach bisherigen Angaben mit einer Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA frühestens Mitte November.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 70, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten, Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben und für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

11.32 Uhr: Britisches Corona-Testprogramm ist laut Parlamentsausschuss gescheitert

Ein Ausschuss des britischen Parlaments hat Großbritanniens Corona-Testprogramm ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Dem nationalen Test- und Kontaktverfolgungssystem wurden mitten in einer weltweiten Gesundheits- und Wirtschaftskrise atemberaubende Summen an Steuergeldern zur Verfügung gestellt", sagte die Vorsitzende des Ausschusses, Meg Hillier, einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zufolge. "Es hatte große Ambitionen, aber ist trotz der hohen investierten Summen daran gescheitert, sie zu erreichen."

Bereits wenige Monate nach Ausbruch der Pandemie hatte es massive Probleme im britischen Testsystem gegeben. So mussten Menschen, die einen Test machen wollten oder mussten, zeitweise lange Strecken zurücklegen, um überhaupt ein Testzentrum mit Kapazitäten zu erreichen. Auch bei der Auswertung der Tests gab es über die Dauer der Pandemie immer wieder Probleme und Pannen, und teure Verträge mit externen Dienstleistern wurden kritisiert.

Die Tests hätten helfen sollen, den Bürgern wieder zu einem normaleren Leben zurückzukehren. Es sei aber nicht erkennbar, dass das Programm maßgeblich dazu beigetragen habe, die Verbreitung des Virus zu reduzieren, heißt es in dem Bericht. In das System sind in den vergangenen zwei Jahren 37 Milliarden Pfund (knapp 44 Milliarden Euro) geflossen. Das entspricht dem Bericht zufolge einem Fünftel des gesamten Budgets des Gesundheitsdienstes.

10.54 Uhr: Prognose der Reisebüros und Veranstalter: Frühestens 2023 erreichen sie das Vorkrisenniveau

Die Corona-Krise hat die Reisebranche das zweite Jahr in Folge fest im Griff. Nach einem erneuten Umsatzeinbruch im zu Ende gehenden Tourismusjahr rechnen Veranstalter und Reisebüros damit, frühestens 2023 in etwa das Vorkrisenniveau zu erreichen. "Wir stellen uns auf ein weiteres schwieriges Jahr ein", sagte der Präsident des Reiseverbandes DRV, Nobert Fiebig, am Mittwoch anlässlich der DRV-Jahrestagung. "Ein Umsatzniveau annähernd wie vor der Pandemie wird sich wohl frühestens 2023 einstellen."

Für das Ende Oktober auslaufende Reisejahr 2020/2021 rechnet der DRV mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 von 69 Prozent oder fast zwölf Milliarden Euro bei Veranstalterreisen. Zwar zog das Geschäft nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen und dem Ende der Reisewarnungen für viele beliebte Ziele rund um das Mittelmeer im Sommer an. Doch der pandemiebedingte annähernde Totalausfall der Wintersaison zwischen November 2020 und April 2021 riss tiefe Löcher in die Bilanz.

Nach einem erneuten Umsatzeinbruch im zu Ende gehenden Tourismusjahr rechnen Veranstalter und Reisebüros damit, frühestens 2023 in etwa das Vorkrisenniveau zu erreichen.
Nach einem erneuten Umsatzeinbruch im zu Ende gehenden Tourismusjahr rechnen Veranstalter und Reisebüros damit, frühestens 2023 in etwa das Vorkrisenniveau zu erreichen. © Jonas Walzberg/dpa

Die Branche erwartet, dass Urlauberinnen und Urlauber generell die während der Pandemie aufgeschobenen oder ausgefallenen Reisen im nächsten Jahr nachholen werden. Die Konsumlaune der Menschen in Deutschland ist zuletzt gestiegen und die Sparneigung gesunken. Davon hofft die Branche zu profitieren. Die Reisesehnsucht sei vorhanden, konstatierte Fiebig. "Aber sowohl die Entwicklung der Pandemie als auch politische Entscheidungen wie etwa Quarantäneregelungen beeinflussen das Buchungsverhalten maßgeblich."

Sorgen bereitet der Branche zudem der Fachkräftemangel. Dieser hat sich nach einer aktuellen DRV-Umfrage in der Pandemie verschärft. Dies sehen 70 Prozent der mehr als 550 befragten Unternehmen so.

10.30 Uhr: SPD, Grüne und FDP wollen Corona-Sonderlage beenden

Die gesetzliche Sonderlage wegen der Corona-Pandemie soll nach Plänen der möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP zum 25. November enden. Für eine Übergangszeit bis zum 20. März 2022 soll stattdessen aber eine neue rechtliche Basis für Corona-Vorgaben geschaffen werden, wie die drei Fraktionen am Mittwoch mitteilten. Damit sollen die Länder weiterhin "weniger eingriffsintensive" Maßnahmen anordnen können – unter anderem zu Masken oder Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Bisher knüpfen Corona-Vorgaben laut Infektionsschutzgesetz daran an, dass der Bundestag eine "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" sieht. Das Parlament hatte dies erstmals im März 2020 festgestellt und mehrfach bestätigt – zuletzt Ende August. Die Sonderlage läuft ohne neuen Verlängerungsbeschluss automatisch nach drei Monaten aus.

SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte, trotz derzeit wieder steigender Infektionszahlen stelle sich die Situation nun anders dar als im August. Angesichts von immer mehr vollständig Geimpften bestehe eine ernste Gefahr für die Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik nicht fort. Er betonte zugleich, der 25. November werde "kein Freedom Day". Damit wird das Ende aller Corona-Maßnahmen umschrieben. Mehr zum Pandemie-Fahrplan der Ampel-Parteien lesen Sie hier.

10.10 Uhr: Kritik an Impfversprechen vor Weltklimakonferenz – Briten nennen keine Zahlen

Vor Beginn der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow gibt es Kritik am Gastgeberland Großbritannien, sein Impfversprechen an Teilnehmer aus benachteiligten Ländern nicht eingehalten zu haben. "Die britische Regierung hat versprochene Corona-Impfstoffe nicht rechtzeitig an Delegierte aus dem globalen Süden geliefert", sagte die Klimaaktivistin Dipti Bhatnagar aus Mosambik der Deutschen Presse-Agentur.

Großbritannien hatte als COP-Gastgeber zugesagt, Impfstoffe für alle Delegierten bereitzustellen, die nicht in ihren Heimatländern gegen Corona geimpft werden können. Die Logistik und Impfung sollte in Kooperation mit den Vereinten Nationen erfolgen.

Die britische Regierung wollte wenige Tage vor Beginn der Konferenz auf dpa-Anfrage nicht preisgeben, wie viele Interessierte sich auf das Angebot beworben haben und wie viele Impfungen verabreicht worden sind. Man habe Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 70 Ländern geholfen, vollständig geimpft zu werden, für die dies anderweitig nicht möglich gewesen sei, hieß es lediglich. Außerdem habe man auch verspätete Bewerbungen akzeptiert.

"Großbritannien ist dabei, die ungerechteste COP aller Zeiten zu veranstalten", sagte Aktivistin Bhatnagar. Die Regierung bringe durch viele Hürden die Legitimität des Gipfels in Gefahr. Auch Reisebeschränkungen, Test- und Quarantänevorschriften sowie hohe Übernachtungskosten stellen für viele Interessierte unüberwindbare Hürden für eine Teilnahme dar. "Die Ergebnisse der COP werden nicht fair und gerecht sein, wenn nicht alle, die bei den Verhandlungen und auf den Straßen dabei sein müssen, dort sind."

9.32 Uhr: Inzidenz in Sachsen steigt auf 200

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nimmt in Sachsen weiter stetig zu. Die aktuelle Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) wies den Inzidenzwert am Mittwochmorgen mit 200,8 aus, nach 191,7 am Vortag. Damit liegt der Freistaat deutlich über dem Bundeswert und hat die zweithöchste Wocheninzidenz nach Thüringen (241,8). Vor einer Woche hatte die Inzidenz in Sachsen noch bei 116,5 gelegen.

Der Hotspot im Freistaat ist nun der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einer Inzidenz von 286,4 – bundesweit Platz 21 bei den Landkreisen und Städten mit den höchsten Ansteckungswerten. Den niedrigsten Wert weist in Sachsen die Stadt Leipzig mit 78,3 auf, gefolgt vom Vogtlandkreis mit 100,0. Sieben Landkreise und die Landeshauptstadt befinden sich jenseits der 200er Marke. In Dresden liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 253,9. Deutschlandweit stieg der Wert am Montag erstmals seit Mai wieder über 110 und liegt aktuell bei 118,0, Tendenz steigend.

Unterdessen füllen sich die Krankenhäuser weiter. Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums werden mit Stand Dienstag (12.30 Uhr) 528 Covid-19-Patienten auf Normal- und 149 auf Intensivstationen in Sachsen behandelt. Diese sind damit zu 72,1 Prozent und 74,9 Prozent ausgelastet. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 3,65, noch unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe (7). Sie und die Bettenbelegung sind entscheidend für Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

8.26 Uhr: 2G in Dresden: "Wie du mir, so ich dir" ist keine Lösung

Trump oder Biden, Brexit oder kein Brexit – und nun 3G oder 2G: Wann immer Menschen die Wahl zwischen nur zwei Optionen gegeben wird, verhärten sich die Fronten. Es gibt nur noch Gegner oder Befürworter und alle Zwischentöne, alle Gemeinsamkeiten werden ausgeblendet. Im Fall der 2G-Option führt das sogar zu Anfeindungen. Menschen auf Facebook wünschen den Wirten und Veranstaltern in Dresden den Bankrott. Sächsische.de-Redakteurin Dominique Bielmeier fragt: Geht's noch?

8.00 Uhr: Bessere Impfstoffverteilung und Patentfreigabe durch G20 gefordert

Entwicklungsorganisationen haben die reichen Industrienationen zu mehr Impfgerechtigkeit in der Pandemie aufgefordert. Vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der führenden Wirtschaftsnationen (G20) am Wochenende in Rom wurde besonders eine Freigabe der Impfstoffpatente gefordert und eine gerechtere Verteilung von Präparaten gegen das Coronavirus in der Welt. "Um endlich die Pandemie zu beenden, brauchen wir jetzt Impfstoffgerechtigkeit und einen transparenten Fahrplan, wann und wie Impfdosen geteilt werden", sagte am Mittwoch Friederike Röder von der Bewegung Global Citizen.

Erst 1,8 Prozent der Bevölkerung in armen Nationen seien geimpft – gegenüber 63 Prozent in reichen Ländern, stellte Oxfam fest. "Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind", habe es am Anfang der Pandemie geheißen. Das Versprechen, für eine faire Verteilung der Impfstoffe zu sorgen, sei aber nicht eingehalten worden. Die Mehrheit der G20-Staaten, angeführt von Südafrika und Indien, sei für eine Aussetzung der Patente, während vor allem Deutschland, die Europäische Union und Großbritannien die Vorschläge blockierten.

Um das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene Ziel zu erreichen, bis Mitte 2022 mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung mit Covid-19-Impfstoff zu versorgen, "muss weit mehr getan werden als bisher", sagte Fiona Uellendahl von World Vision. Das 40-Prozent-Ziel bis Jahresende erscheine schon jetzt "kaum noch realistisch". Impfstoffe seien "trotz großmundiger Solidaritätsbekundungen noch immer ungerecht verteilt". Der weitaus größte Teil sei wohlhabenden Ländern vorbehalten, beklagte Uellendahl, die von "Impfstoffnationalismus" sprach.

Auch die Organisation One warnte, dass das 70-Prozent-Ziel bei dem jetzigen Tempo "krachend verfehlt" werde. Ohne eine Kurskorrektur blieben zwei Milliarden Menschen bis September 2022 ohne Impfung.

6.45 Uhr: Wegen Corona wird seltener geduscht

In der Corona-Zeit mit den diversen Lockdowns haben viele Menschen in Deutschland nach Marktforschungserkenntnissen weniger geduscht. "Die Anlässe zum Stylen fielen bei Millionen Menschen einfach weg", sagt die Analystin Yvonne Hornung vom Marktforschungsunternehmen Nielsen IQ in Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie seien viele Absatzmärkte bei Kosmetika deutlich eingebrochen, wohl auch weil Partys und Ausgehen am Abend oder Sport vielfach weggefallen seien.

Neben Dusch-Artikeln waren auch andere Körperpflegeprodukte weniger gefragt, besonders deutlich wurde das etwa bei Haarspray, Haarlack, Rasierklingen und Aftershaves sowie dekorativer Kosmetik etwa für die Lippen. "Lippenstift lohnt sich mit Maske einfach nicht", sagt Hornung über das Verbraucherinnenverhalten.

"Viele Menschen waren oder sind im Homeoffice und gehen lockerer mit dem Styling um. Sie finden, dass sie sich nicht mehr jeden Tag hübsch machen müssen." Inzwischen haben sich die Märkte wegen der geringeren Corona-Einschränkungen wieder beruhigt, seien aber noch immer nicht wieder auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit.

Die Pandemie wirbelt den Markt ziemlich durcheinander. Doch es gab auch Gewinner: Hautpflegeprodukte und Gesichtsmasken verkauften sich in der Corona-Zeit besser. "Auch Haarfärbemittel und Tönungen liefen besser, was eine Folge der monatelangen Friseurschließungen gewesen sein dürfte", erklärt Hornung. "Zwar wurden die Haare seltener gewaschen, aber der Ansatz sollte dennoch nicht gesehen werden."

6.26 Uhr: Videosprechstunden nehmen stark zu

In der Corona-Krise haben ärztliche Beratungen per Videosprechstunde stark zugenommen. Im ersten Halbjahr 2021 gab es bei Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten mehr als 2,25 Millionen solcher digitalen Kontakte, wie eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung ergab. Vor der Pandemie waren im ganzen Jahr 2019 keine 4.000 Videosprechstunden abgerechnet worden. Die größte Nachfrage gab es demnach im April 2020 mit fast 604.000 Videosprechstunden. In den ersten drei Monaten 2021 waren es jeweils mehr als 400.000, seit März gingen die Zahlen wieder etwas zurück.

Auffällig habe die Inanspruchnahme von Psychotherapie-Leistungen für Kinder und Jugendliche zugelegt, erläuterte das Institut. Im ersten Halbjahr 2021 habe sie acht Prozent über dem Niveau des Zeitraums von 2019 gelegen. Dies gebe Anlass zur Besorgnis und müsse eng beobachtet werden. Weil es bei Kindern und Jugendlichen kaum schwere Corona-Verläufe gab, hätten sie sich lange unterhalb des politischen und gesellschaftlichen Radars befunden. Psychische Belastungen bei unter 18-Jährigen machten sich zunehmend in der Versorgung bemerkbar.

Für die Analyse wurden den Angaben zufolge Abrechnungsdaten von 16 der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen ohne Mecklenburg-Vorpommern übermittelt, zum zweiten Quartal 2021 Frühinformationen zu den Daten.

6.05 Uhr: Einkaufen wird in Australien für Ungeimpfte kompliziert

Das Leben in Australien wird für Ungeimpfte immer komplizierter. In der Metropole Melbourne und dem Rest des Bundesstaats Victoria gilt künftig: Sobald dort 90 Prozent der Bürger vollständig geimpft sind, dürfen Ungeimpfte nur noch Geschäfte betreten, die unverzichtbar fürs tägliche Leben sind - also etwa Supermärkte und Drogerien. Der Covid-19-Beauftragte der Region, Jeroen Weimar, erklärte am Mittwoch, es werde aber noch einige Wochen dauern, bis diese Regel in Kraft trete. Den Plänen der Regierung zufolge soll am 24. November die 90-Prozent-Marke erreicht sein.

"Damit hat jeder der wenigen Hunderttausend Menschen, die sich impfen lassen können, es aber noch nicht getan haben, die Möglichkeit, heute den Prozess zu starten und am 24. November vollständig geimpft zu sein", sagte Weimar. "Wir senden ein sehr klares Signal aus, das besagt, dass Sie sich impfen lassen müssen, wenn Sie demnächst noch in solchen Einzelhandelsgeschäften verkehren wollen." Dabei sei es den Inhabern der Geschäfte vorbehalten, für die Einhaltung der Regel zu sorgen.

Australien plant generell sehr strenge Auflagen für Menschen ohne Corona-Impfpass. So sollen in Zukunft nur zweifach Geimpfte das Land ohne Genehmigung verlassen und ohne strikte zweiwöchige Quarantäne einreisen können. Noch immer gibt es Diskussionen darüber, ob etwa ungeimpfte Tennisprofis, die im kommenden Jahr an den Australian Open in Melbourne teilnehmen wollen, überhaupt ins Land dürfen.

Australien, Melbourne: Australien plant sehr strenge Auflagen für Menschen ohne Corona-Impfpass.
Australien, Melbourne: Australien plant sehr strenge Auflagen für Menschen ohne Corona-Impfpass. © Daniel Pockett/AAP/dpa

5.40 Uhr: US-Expertengremium spricht sich für Biontech-Impfung für Kinder aus

Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hat sich für eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausgesprochen. Das entschieden die Teilnehmer des Gremiums bei einer Sitzung am Dienstag. Die Empfehlung ist nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Eine endgültige Entscheidung der FDA wird noch in dieser Woche erwartet. Im Anschluss muss sich formell auch noch die Gesundheitsbehörde CDC damit befassen.

Eine Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA könnte nach Angaben des Weißen Hauses dann bereits im November starten. Die Regierung werde innerhalb weniger Tage nach einer Zulassung 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausliefern, hieß es. Auch das nötige Zubehör, etwa kleinere Spritzen, würden direkt mit ausgeliefert. Der Impfstoff könne bis zu zehn Wochen bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden, hieß es.

Der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer ist in den USA bereits für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und für Erwachsene zugelassen. Die Wirkstoffe von Moderna sowie von Johnson & Johnson sind bislang nur für den Einsatz bei Erwachsenen zugelassen.

Auch in Europa haben das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder dieser Altersgruppe beantragt, wie sie Mitte Oktober mitteilten. Demnach übermittelten sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten.

Eine klinische Studie zeigte nach Angaben von Biontech/Pfizer, dass der Impfstoff für Kinder dieser Altersgruppe "gut verträglich" sei und eine "starke Immunantwort" einen Monat nach der zweiten Dosis hervorrufe. Verglichen mit Erwachsenen und Jugendlichen wurde den Fünf- bis Elfjährigen eine deutlich geringere Dosis des Vakzins verabreicht. Den zweiten notwendigen Piks erhielten sie nach 21 Tagen. An der Studie nahmen 2.268 Kinder in dem Alter teil.

5.30 Uhr: Krankenhäuser sehen mit Sorge auf Bettenbelegung

Sachsens Krankenhäuser sehen bei einer steigenden Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern sorgenvoll in die Zukunft. "Das ist eine Besorgnis erregende Entwicklung", sagte Friedrich München, Vize-Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen, der Deutschen Presse-Agentur. Allein in den vergangenen fünf Tagen sei die Zahl der stationären Covid-19-Patienten von 328 auf 461 gewachsen. "Innerhalb dieser Gruppe stieg die Zahl der Patienten auf der Intensivstation von 117 auf 134."

München zufolge werden die Krankenhäuser beim Erreichen ihrer Kapazitätsgrenzen mit verschiedenen Maßnahmen reagieren. Dann würden die beiden Universitätskliniken in Dresden und Leipzig genau wie das Städtische Klinikum in Chemnitz reaktiviert und die Koordination übernehmen. "Wenn das so weitergeht, müsste man planbare Operationen wieder aufschieben und Leistungen in bestimmten Bereichen herunterfahren, um Kapazitäten freizumachen." Der neuralgische Punkt seien aber weniger die Betten als vielmehr das Personal. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel.

5.00 Uhr: RKI registriert 23.212 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 118,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 118,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 113,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.212 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 17.015 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 114 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 92 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.506.415 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Mittwoch mit 3,07 an (Dienstag: 2,95). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.237.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.359.

Corona-Pandemie: Das passierte am Dienstag

21.31 Uhr: Virologin Ciesek warnt vor Corona-„Gewohnheitseffekt“

Die Virologin Sandra Ciesek warnt davor, die Corona-Lage in Deutschland zu unterschätzen. Die aktuelle Situation sei zwar nicht eins zu eins mit der im Herbst 2020 vergleichbar. Dennoch „sieht man jetzt einen deutlichen Anstieg aller Parameter“, sagt Ciesek, Leiterin der Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt im Podcast „Coronavirus-Update“ von „NDR info“. Sorge bereitet ihr derzeit, dass „der Anstieg der Neuinfektionen zusammenfällt mit einer sehr hohen Belegung auf Intensivstationen von derzeit ungefähr 1.600 Patienten.“

Ein Trend, der nun schon etwa zwei Wochen lang anhält. Laut den Daten des Robert Koch-Institut (RKI) klettert die Sieben-Tage-Inzidenz unermüdlich weiter. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Dienstagvormittag bei 113. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 110,1 gelegen, vor einer Woche bei 75,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 10.473 Corona-Neuinfektionen. Dieser Wert lag vor einer Woche bei 6.771.

Das gleiche Bild beim wohl wichtigsten Parameter, der für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen sorgen könnte: Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner. Am Dienstag lag der Wert bei 2,95. Am Montag bei 2,77. Allerdings: Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die aktuelle Belegung von Betten und der gleichzeitige Anstieg der Neuinfektionen „führen dazu, im Vergleich zum letzten Jahr, dass wir sogar schlechter dastehen“, so Ciesek. Gleichzeitig herrsche Pflegepersonalmangel, der sich weiter verschärft. Das führe dazu, dass vermehrt Betten gesperrt würden.

Ciesek habe das Gefühl, dass es trotz der Zahlen „im Moment nicht wirklich jemanden interessiert, weil ein Gewohnheitseffekt eingetreten ist.“ Gehe die Entwicklung so weiter, speziell mit Blick auf die Krankenhaussituation, könne man davon ausgehen, dass die Pandemie wieder zu einer allgemeinen Bedrohung werde und beispielsweise andere nötige Operationen verschoben werden müssten. Ciesek geht davon aus, dass das lokal der Fall sein wird. Außerdem sei vorstellbar, dass es in den Universitätskliniken zu Engpässen kommen könnte.

20.19 Uhr: Österreichs Präsident empfängt Impfwillige persönlich

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag persönlich die Tür an seinem Amtssitz in Wien für Impfwillige geöffnet. Am Dienstag war Nationalfeiertag in Österreich, und van der Bellen hatte dazu 300 Menschen zum Impfen in die Hofburg eingeladen. Das Hilfswerk Johanniter stand mit Impfdosen in den Räumen des Amtssitzes bereit. 230 Menschen meldeten sich zu dem Besuch an, die anderen reihten sich spontan ein, wie das Präsidentenbüro berichtete. Vor der Hofburg demonstrierten einige Impfgegner gegen alle Coronamaßnahmen.

Mit der Aktion wollte van der Bellen dazu beitragen, die Impfrate zu erhöhen. 63,7 Prozent der Österreicher sind bislang vollständig gegen das Corona-Virus geimpft.

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen haben die österreichischen Behörden angekündigt, dass die Bewegungsfreiheit von Ungeimpften ab einer bestimmten Belegung der Intensivstationen mit Covid-Patienten eingeschränkt wird. Je nach Bettenbelegung dürfen sie dann entweder nicht mehr in Lokale oder zu Kultur- und Sportveranstaltungen, oder sie dürfen ihr Haus ohne triftigen Grund gar nicht mehr verlassen.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (l-r), Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dessen Frau Doris Schmidinger stehen mit medizinischen Fachpersonal in der Wiener Hofburg. Van der Bellen hat am Dienstag persönlich die Tür an seinem
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (l-r), Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dessen Frau Doris Schmidinger stehen mit medizinischen Fachpersonal in der Wiener Hofburg. Van der Bellen hat am Dienstag persönlich die Tür an seinem © Lisa Leutner/AP/dpa

19.53 Uhr: Kinder sind nach Corona-Infektion anfälliger für Krankheiten

Kinder und Jugendliche sind auch Monate nach einer Covid-19-Diagnose deutlich anfälliger für eine Vielzahl von Erkrankungen als nichtinfizierte Unter-18-Jährige. Im Gegensatz zu Erwachsenen fällt dieses Risiko allerdings geringer aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Wissenschaftler der TU Dresden gemeinsam mit mehreren gesetzlichen Krankenkassen und dem Robert Koch-Institut erarbeitet haben. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Dresdner Studie untersucht Post-Covid bei Kindern

19.15 Uhr: Ex-Ministerpräsident Stoiber mit Corona infiziert - leichte Symptome

Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), der doppelt geimpft ist, hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. "Er ist in häuslicher Quarantäne und hat ganz leichte Symptome, aber natürlich bleibt er erstmal zu Hause", bestätigte der Sprecher des 80-Jährigen am Dienstagabend entsprechende Informationen der «Bild»-Zeitung. Hin und wieder müsse Stoiber husten, zudem habe er etwas Schnupfen. "Es geht ihm soweit gut." Am Vortag habe Stoiber zum Beispiel noch von Zuhause aus eine Video-Laudatio aufgenommen.

Die Infektion sei bei einem Test am Samstag festgestellt worden, berichtete der Sprecher. "Er ist doppelt mit AstraZeneca geimpft, das ist der Fall eines Impfdurchbruches." Bis Ende nächster Woche müsse Stoiber nun in Quarantäne bleiben, bislang habe sich niemand aus seinem Umfeld angesteckt.

Wo wiederum Stoiber sich infiziert hat, ist unklar. Er habe mehrfach Termine mit mehreren Teilnehmern gehabt, sagte sein Sprecher. "Da kann man das im Nachhinein nicht mehr nachverfolgen." Alle Beteiligten seien aber ebenso wie das Gesundheitsamt informiert worden.

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wurde positiv auf das Coronavirus getestet. © Sven Hoppe/dpa

18.44 Uhr: Auch Schweiz empfiehlt jetzt Auffrischimpfung für Menschen ab 65

Nach längerem Zögern empfiehlt nun auch die Schweiz eine Corona-Auffrischimpfung. Dafür in Frage kommen ab Mitte November Menschen ab 65 Jahren, wie das Bundesamt für Gesundheit am Dienstag mitteilte. Die Empfehlung gehe besonders an Menschen in Alters- und Pflegeheimen sowie ältere Personen mit schweren Grunderkrankungen. Sie sollen damit im Fall einer Infektion noch besser vor schwerer Erkrankung geschützt werden. "Für die breite Bevölkerung ist eine Auffrischimpfung aufgrund der aktuellen Datenlage derzeit nicht zugelassen und auch nicht empfohlen", so das Bundesamt.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) eine dritte Corona-Impfung für alle Menschen ab 70 Jahren sowie unter anderem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Die Infektionszahlen steigen seit der vergangenen Woche in der Schweiz. Der im Bundesamt für Krisenbewältigung zuständige Patrick Mathys sprach von einer "ungünstigen" epidemischen Situation. Innerhalb von 24 Stunden wurden am Dienstag 1.491 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet. Eine Woche zuvor waren es 1.240.

18.08 Uhr: China schickt Millionenmetropole Lanzhou in Corona-Lockdown

Als Reaktion auf einen neuen Ausbruch des Coronavirus hat China in der Vier-Millionen-Metropole Lanzhou eine strenge Ausgangssperre verhängt. Die Bewohner der Stadt in der Provinz Gansu wurden am Dienstag dazu aufgefordert, ihre Wohnblocks nur noch in Notfällen oder zum Kauf von Lebensmitteln zu verlassen. Ein- und Ausgänge sollten überwacht werden. Insgesamt meldete China am Dienstag 29 neue lokale Corona-Infektionen, sechs davon in der Provinz Gansu.

Die chinesische Regierung verfolgt eine strikte «Null-Covid Strategie». Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Jedoch kommt es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen, die dann mit großem Aufwand unter Kontrolle gebracht werden müssen.

Wie Staatsmedien berichteten, wurde die aktuelle Welle durch eine Einschleppung aus dem Ausland ausgelöst. Eine chinesische Reisegruppe, die in mehreren Provinzen unterwegs war, verbreitete das Virus dann seit vergangener Woche im Land. Seitdem wurden rund 180 Infektionen gefunden. Mittlerweile sind mindestens elf Provinzen von dem Ausbruch betroffen. Auch Peking verzeichnete einige Fälle. Bereits am Montag war im Norden Chinas der Landkreis Ejin mit über 30.000 Einwohner abgeriegelt worden.

17.35 Uhr: Corona-Pandemie bleibt "Notlage von internationaler Tragweite"

Die Corona-Pandemie bleibt für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "Notlage von internationaler Tragweite" (PHEIC). Dies beschloss WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag auf Empfehlung des unabhängigen Notfallausschusses, der sich alle drei Monate trifft, um die Lage neu zu beurteilen.

Mit der Erklärung einer Notlage sind unter anderem besondere Meldepflichten der Mitgliedsländer verbunden. "Eine Analyse der derzeitigen Situation und Prognosemodelle legen nahe, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei ist", teilte der Ausschuss mit.

Er rief alle Länder auf, weiterhin sämtliche Schutzmaßnahmen anzuwenden. Die Pandemie habe Auswirkungen auf humanitäre Einsätze, Massenmigration, Bevölkerungsverschiebungen und andere Krisen. Die Länder sollten Vorbereitungen treffen, um sich darauf einzustellen und ihre Hilfsbudgets anpassen. Er appellierte an die Länder, das Ziel der WHO zu unterstützen, dass bis Ende des Jahres 40 Prozent der Bewohner jedes Landes auf der Welt gegen das Virus geimpft sind.

Das scheitert bislang daran, dass für viele Länder vor allem in Afrika nicht genügend Impfstoff zur Verfügung steht. Der Ausschuss rief Länder mit guter Impfstoffversorgung auf, Impfdosen abzugeben.

16.44 Uhr: DIHK: Lage auf dem Ausbildungsmarkt erholt sich langsam

Der deutsche Ausbildungsmarkt erholt sich langsam von den Folgen der Corona-Krise. In Handel, Handwerk und Freien Berufen wurden bis Ende September 435.383 Ausbildungsverträge geschlossen, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag in Berlin mitteilte. Das entspreche einem Anstieg von rund zwei Prozent im Vergleich zu 2020.

Im Corona-Jahr war die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um etwa 11,5 Prozent zum Vorjahr auf 426.707 gefallen. Im Jahr 2019 vor Ausbruch der Pandemie wurden demnach noch 482.062 Verträge geschlossen.

Die Bewältigung der Pandemie ist laut DIHK aber nicht die einzige Herausforderung für Ausbildungsbetriebe. Ein Problem sei auch die mangelnde Popularität der Berufsausbildung bei jungen Menschen. Voraussichtlich gebe es im Jahr 2021 zum vierzehnten Mal in Folge mehr freie Stellen als Bewerber ohne Ausbildungsplatz. "Mein Appell an alle noch unentschlossenen Jugendlichen ist: Wir brauchen Euch in den Betrieben", so DIHK-Präsident Peter Adrian.

15.51 Uhr: Corona-Lage in Russland: Mehr als 90 Prozent der Klinikbetten belegt

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Russland kommen immer mehr Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Rund 90 Prozent der für Corona-Patienten geschaffenen Betten seien belegt, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. In einigen Regionen seien die Kapazitäten noch einmal erhöht worden. Landesweit stünden damit 292.000 Klinik-Betten bereit, sechs Prozent mehr als eine Woche zuvor. Jeder zehnte Patient befinde sich in einem ernsten Zustand.

Am Dienstag wies die offizielle Statistik einen neuen Negativstand aus: 1.106 Menschen starben demnach innerhalb eines Tages mit dem Virus - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Binnen 24 Stunden wurden 36.400 Neuinfektionen registriert. Aktuell seien mehr als 1,3 Millionen Menschen in dem flächenmäßig größten Land der Erde mit rund 146 Millionen Einwohnern erkrankt, sagte Muraschko.

15.01 Uhr: Mehr als 90 Prozent der Bundesliga-Spieler sind geimpft

Der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zufolge liegt die Corona-Impfquote unter den Spielern, Trainern und Betreuern der 36 Klubs, die in der Bundesliga und 2. Bundesliga spielen, bei mehr als 90 Prozent. Das teilte die DFL am Dienstag mit. Grundlage für diese Zahl seien freiwillige Angaben der Klubs im Rahmen einer entsprechenden Abfrage der DFL. Bezüglich einzelner Personen lägen keine Informationen vor, so die DFL. Zuletzt hatte Nationalspieler Joshua Kimmich, der beim FC Bayern München spielt, eine Debatte über die Impfbereitschaft im Profifußball losgetreten. Kimmich ist nicht geimpft und gibt an, Vorbehalte aufgrund möglicher Langzeitfolgen der Impfungen zu haben.

14.37 Uhr: Nach Insolvenz: Ungenannte Investoren retten Schuhbeck

Eine ungenannte Investorengruppe will die Firmen des insolventen Starkochs Alfons Schuhbeck und einen Großteil der Arbeitsplätze retten. Schuhbecks Münchner Restaurant "Südtiroler Stuben", der Partyservice und der Gewürzhandel bleiben erhalten, wie Insolvenzverwalter Max Liebig am Dienstag in München mitteilte. Geschlossen wird Schuhbecks zweites Restaurant "Orlando". Von den 120 Mitarbeitern sollen 90 weiter beschäftigt werden.

Dazu zählt auch Schuhbeck selbst, den die Investoren nicht aus dem Unternehmen verbannen. "Seine Person und seine Marke waren und sind auch in Zukunft Basis der geschäftlichen Aktivitäten der nun übertragenen Gesellschaften", sagte Liebig laut Mitteilung. Die Investoren wollen die Schuhbeck-Firmen zum 1. November übernehmen und in einem neuen Unternehmen fusionieren - der Schuhbeck's Company GmbH. Bisher betrieb Schuhbeck eine Holding und mehrere Tochtergesellschaften.

Damit zeichnet sich ein schnelles Ende des Insolvenzverfahrens ab. Schuhbeck hatte im Juli seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben und ausgebliebene staatliche Corona-Hilfen dafür verantwortlich gemacht. Allerdings war die finanzielle Lage seines Firmengeflechts schon Jahre vor Corona sehr schwierig, wie aus den im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsberichten bis 2016 hervorgeht.

Gegen Alfons Schuhbeck laufen seit Längerem Steuerermittlungen. Außerdem geht das Bundesamt für Justiz gegen Schuhbeck vor, weil er für seine Firmen seit 2016 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht hat.
Gegen Alfons Schuhbeck laufen seit Längerem Steuerermittlungen. Außerdem geht das Bundesamt für Justiz gegen Schuhbeck vor, weil er für seine Firmen seit 2016 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht hat. © Andreas Gebert/dpa

13.49 Uhr: Afrika bekommt bis zu 110 Millionen Moderna-Dosen geliefert

Die Afrikanische Union erhält bis zu 110 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs vom US-Konzern Moderna. Bis Jahresende sollen die ersten 15 Millionen davon ausgeliefert sein. Der Corona-Beauftragte der Afrikanischen Union (AU), Strive Masiyiwa, begrüßte die Ankündigung am Dienstag als großen Schritt vorwärts.

Bisher seien insgesamt 17 Millionen Dosen von Corona-Impfstoffen ausgeliefert worden, in den kommenden drei Wochen werde man auf 35,2 Millionen Dosen kommen, sagte er auf einer Pressekonferenz der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC. Die AU kauft die Impfstoffe zentral für die Länder der Union, die Bestellungen aufgeben müssen.

Die Mastercard-Stiftung werde zudem die Kosten für die Lieferung von knapp 17 Millionen Dosen übernehmen, die im November ausgeliefert werden sollen. In Afrika mit seiner Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen sind bisher erst rund fünf Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Um rund 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werden Schätzungen zufolge etwa 1,6 Milliarden Dosen benötigt. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC knapp 8,6 Millionen Covid-Infektionen dokumentiert, von denen knapp 217.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen.

13.23 Uhr: Wer entscheidet über Corona-Impfung für Kind, wenn Eltern uneins sind?

Können sich gemeinsam sorgeberechtigte Eltern nicht über eine Schutzimpfung für ihr Kind einigen, kann das Gericht einem Elternteil die Entscheidungsbefugnis übertragen. Ausschlaggebend dabei ist, welcher Elternteil sich an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) orientiert. Über eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az: 6 UF 120/21) informiert die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Im konkreten Fall lebt der 16-jährige Sohn überwiegend bei der Mutter. Da er unter anderem an Adipositas leidet, bestand die medizinische Indikation für eine Impfung gegen das Coronavirus. Während Vater und Sohn die Impfung befürworteten, lehnte die Mutter das ab. Aus ihrer Sicht sei die Impfung eine "Gentherapie", die mehr Todesfälle nach sich ziehe als die Corona-Erkrankung.

Das Gericht übertrug dem Vater die Befugnis, allein über die Impfung des Sohns zu entscheiden. Die Entscheidungskompetenz sei dem Elternteil zu übertragen, dessen Lösungsvorschlag dem Wohl des Kindes besser gerecht wird, so die Richter. Auch weil er die Impfung entsprechend den Empfehlungen der Stiko befürworte. Die Empfehlungen der Stiko habe der Bundesgerichtshof als medizinischen Standard anerkannt. Darüber hinaus müsse auch der Willen des Kinds beachtet werden.

12.55 Uhr: Wieder mehr als tausend Klinik-Patienten mit Corona in Tschechien

In Tschechien ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Krankenhauspatienten erstmals seit Mai wieder über die Tausendermarke gestiegen. Von den 1.055 Patienten waren 156 in einem ernsten Zustand oder mussten beatmet werden, wie am Dienstag aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Zur gleichen Zeit vor einem Jahr waren es rund fünfmal so viele Menschen gewesen. Landesweit waren in den Kliniken noch ausreichend Kapazitäten an Allgemein- und Intensivbetten frei.

Der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech warnte vor einer "Pandemie der Ungeimpften". Wer sich noch impfen lassen wolle, solle nicht zögern und dies lieber heute als morgen tun. Zuletzt stieg das Interesse sprunghaft an. Am Montag wurden 29.072 Spritzen verabreicht – doppelt so viele an einem Tag wie eine Woche zuvor.

Nach den aktuellen Zahlen gab es innerhalb von sieben Tagen 217 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am stärksten betroffen war die östliche Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien an der Grenze zu Polen, am geringsten die westliche Karlsbader Region, wo die Zahl bei 70 lag.

12.25 Uhr: RKI registriert 10.473 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 113,0

Der nun schon fast zwei Wochen anhaltende Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland setzt sich fort. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagvormittag (Datenstand: 26.10., 00.00 Uhr) mit 113,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 110,1 gelegen, vor einer Woche bei 75,1. Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 10.473 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6.771 gelegen.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.245 (Vortag: 95 117). Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.483.203 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Dienstag mit 2,95 (Montag: 2,77) an. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

12.10 Uhr: 66,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Rund 55,1 Millionen Deutsche, also 66,3 Prozent der Bevölkerung, sind vollständig geimpft, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Demnach haben 76,8 Prozent aller Erwachsenen und 40,3 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 den vollen Impfschutz. Fast 57,5 Millionen Menschen oder 69,2 Prozent der Gesamtbevölkerung wurden mindestens einmal gegen Corona geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben bislang 1,6 Millionen Menschen erhalten.

In Sachsen sind 56,4 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Das betrifft etwa 2,3 Millionen Personen. Zudem wurden 58,8 Prozent der Sachsen mindestens einmal geimpft.

Durchschnittlich wurden in den vergangenen sieben Tagen etwa 125.000 Covid-Schutzimpfungen pro Tag in Deutschland vorgenommen – am Montag waren es 96.000, darunter rund 38.000 Zweitimpfungen und 36.000 Auffrischungen.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu fünf Prozentpunkte höher sein dürfte.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 70, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten, Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben und für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

11.10 Uhr: AfD-Landesgruppe Sachsen protestiert gegen 3G im Bundestag

Die erste Sitzung des neuen Bundestags ist gestartet. Die AfD-Landesgruppe Sachsen sitzt zur konstituierenden Sitzung nicht im Plenarsaal des Reichtags, sondern auf der Besuchertribüne. Damit wollen die sächsischen Politiker gegen die geltende 3G-Regel protestieren. Denn die Sitzung des Bundestags findet unter 3G-Bedingungen statt. Nur Abgeordnete, die geimpft, genesen oder frisch getestet sind, bekommen Zugang zum eigentlichen Plenarsaal. Wer dies nicht nachweisen kann oder will, kann allenfalls auf einer dafür vorgesehenen Zuschauertribüne Platz nehmen.

AfD-Abgeordnete, die nicht geimpft, genesen, getestet (3G) sind, verfolgen die konstituierende Sitzung des neuen Bundestags von der Tribüne aus.
AfD-Abgeordnete, die nicht geimpft, genesen, getestet (3G) sind, verfolgen die konstituierende Sitzung des neuen Bundestags von der Tribüne aus. © Kay Nietfeld/dpa

10.57 Uhr: EU-Behörde empfiehlt Booster-Impfung mit Moderna

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Moderna ermöglicht. Eine Booster-Impfung mit Spikevax könnte Menschen über 18 Jahren sechs bis acht Monate nach der zweiten Dosis gegeben werden, teilte die Behörde am Montagabend in Amsterdam mit. Bei Erwachsenen, bei denen der Schutz abgenommen hatte, waren die Werte der Antikörper den Experten zufolge durch den Booster gestiegen.

Die Experten der EMA hatten Daten aus Studien des Herstellers geprüft. Eine Auffrischungsimpfung oder ein Booster enthält nach Empfehlung der EMA nur die Hälfte einer gewöhnlichen Impfdosis. Das Risiko möglicher Nebenwirkungen entspreche dem bei der zweiten Dosis des Moderna-Präparates.

Eine Entscheidung über eine Booster-Impfung treffen die nationalen Behörden, wie die EMA betonte. Die Experten hatten zuvor bereits die Auffrischungsimpfung mit dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech ermöglicht.

10.52 Uhr: Mittelständler belastet die Corona-Krise auch in diesem Jahr

Nach milliardenschweren Umsatzausfällen 2020 hinterlässt die Corona-Krise auch im laufenden Jahr tiefe Spuren bei Deutschlands Mittelständlern. Jedes dritte Unternehmen erwartet weitere Umsatzrückgänge, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Befragung der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Es wäre den Angaben zufolge das erste Mal seit Erhebung des KfW-Mittelstandspanels 2003, dass die Erlöse zwei Jahre in Folge sinken.

Dennoch ist der Mittelstand in seiner Gesamtheit nach Einschätzung der KfW bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. "Dank ihrer soliden, in den Jahren zuvor aufgebauten Eigenkapitalausstattung und ihrer Fähigkeit, schnell und flexibel auf die veränderten Anforderungen in der Krise zu reagieren, sind die kleinen und mittelgroßen Unternehmen trotz empfindlicher Umsatzrückgänge einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen", resümierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Geschäftsschließungen, Kontaktverbote, Hygienevorschriften oder Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie hinterließen allerdings Spuren. Nach KfW-Berechnungen verringerte sich der Umsatz der kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland in Summe im vergangenen Jahr um 277 Milliarden Euro oder rund 6 Prozent auf 4349 Milliarden Euro. Die Einschnitte waren der KfW zufolge zwar heftig, aber im Vergleich zur Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 überschaubar. Das gelte auch für die Beschäftigung: Der Stellenabbau im Mittelstand sei moderat geblieben. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel.

10.24 Uhr: Intensivmediziner: 4.000 Intensivbetten weniger seit Jahresbeginn

Deutschland hat seit Jahresbeginn nach Angaben von Medizinern etwa 4.000 Intensivbetten verloren. Grund dafür sei, dass viele Pflegekräfte wegen der Belastungen ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Dienstag bei "MDR Aktuell". Man werde zwar alle Covid-19-Patienten versorgen können. "Aber wenn die Zahlen wieder deutlich nach oben gehen, werden wir wieder Operationen absagen. Das ist natürlich nicht das, was wir wollen."

Mit etwa 1.600 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sei die Lage derzeit bewältigbar, sagte Marx weiter. Man wisse aber, dass sich das Virus im Herbst und Winter wieder ausbreiten wird. Entsprechend rechne man mit einer Zunahme im Winter. "Das macht uns schon Sorge." Bereits am Donnerstag hatte die Divi mitgeteilt, derzeit seien 22.207 Intensivbetten als betreibbar gemeldet, zu Jahresbeginn seien es 26.475 gewesen.

Mit Blick auf das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angepeilte Auslaufen der Corona-Notlage in Deutschland sagte Marx: "Es gibt schon ein hohes Risiko, dass die Geschwindigkeit der Infektionen sich deutlich erhöhen kann." Daher brauche es auf jeden Fall entsprechende Maßnahmen. Diese müssten politisch entschieden werden. Die wichtigsten Maßnahmen, die die Bürger umsetzen könnten, seien nach wie vor "Impfen, Abstand, Hygieneregeln".

9.55 Uhr: Ist Olbersdorfs Bürgermeister ein Impfgegner?

Mit Drohungen und 2G lassen sich die Zögerlichen nicht von der Corona-Impfung überzeugen, findet Olbersdorfs Bürgermeister Andreas Förster. Er macht keinen Hehl daraus, dass er immer noch zu den Zögerlichen gehört: 60 Jahre alt, Diplom-Agraringenieur und überzeugtes FDP-Mitglied, hat sich – noch – nicht gegen Corona impfen lassen. Die Betonung, betont Förster, liegt auf "noch". Er sei weder ein Querdenker, noch ein Verschwörungstheoretiker, noch wähle er AfD. Aber, so erklärt er, bevor er sich endgültig für die Impfung entscheide, habe er da noch ein paar Fragen. Darum gehört Förster zu den Unentschlossenen.

9.08 Uhr: Ebersbacher erhält nun schnelle Hilfe beim Impftermin

Ein 88-jähriger Ebersbacher wollte sich impfen lassen. Seine Tochter Dagmar Kaulfuß versuchte mehrere Monate vergeblich, einen Impftermin zu bekommen. Doch ihr Vater kommt nur per Fahrdienst zum Termin. Den wollte die Krankenkasse nicht zahlen. Saechsische.de berichtete darüber. Nach der Veröffentlichung des Artikels überschlugen sich am Freitag vergangener Woche die Ereignisse, erzählt die Ebersbacherin. Nun hat es eine Lösung für ihren Vater gegeben.

8.22 Uhr: Stiko-Chef Mertens: "Debatte um Kimmich ist ein grenzenloser Unfug"

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält die öffentliche Diskussion um den Impfstatus von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich für überzogen. "Es ist die persönliche Entscheidung von Kimmich, und die soll es auch bleiben! Die Debatte um Kimmich ist ein grenzenloser Unfug", sagte der 71-Jährige der "Bild". Man würde niemals über private medizinische Entscheidungen von Kimmich diskutieren, "wäre er als Fußball-Profi nicht derart exponiert", erklärte der Stiko-Vorsitzende. Das 18-köpfige Expertengremium spricht die Empfehlungen für die Anwendung von Impfstoffen in Deutschland aus.

Bayern-Profi Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, bislang nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein und damit für eine emotionale Debatte gesorgt. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", hatte Kimmich erklärt. Er sage nicht kategorisch, dass er sich "überhaupt nicht impfen lasse". Es sei "auch sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse", betonte Kimmich.

Die Bedenken Kimmichs hatte Mertens im Interview der Deutschen Presse-Agentur zurückgewiesen und unter Verweis auf Zulassungsstudien erklärt, dass es bisher nur "zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind."

In der Wissenschaft sei man sich einig, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" gewesen seien. "Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar", hatte Mertens gesagt.

8.05 Uhr: RKI-Meldung der täglichen Corona-Zahlen verzögert sich

Die Meldung der Corona-Zahlen am Dienstag verzögert sich derzeit. Denn die Daten werden noch aktualisiert, laut RKI-Dashboard. Sobald es aktuelle Zahlen gibt, lesen Sie diese wie gewohnt in unserem Newsblog.

7.21 Uhr: Homeoffice während der Pandemie: Fluch oder Segen?

Zur Morgenkonferenz im Pyjama, mittags auf die Yoga-Matte statt in die Kantine und ein früher Feierabend im Kreis der Familie: Mit diesem Ideal vom Homeoffice hat die Realität der meisten Menschen wenig gemein. Nach gut anderthalb Jahren Corona-Pandemie zeichnen Studien und Umfragen stattdessen ein differenziertes Bild der psychologischen und körperlichen Folgen des Arbeitens zu Hause. Wer profitiert, und wer leidet, lesen Sie im Artikel.

6.10 Uhr: Mehr Dresdner Wirte und Veranstalter setzen auf 2G

In vielen Dresdner Bars, Clubs und sogar manchen Cafés gilt die 2G-Regel. Das heißt, nur Genesene und Geimpfte dürfen eintreten. Bei 2G-Veranstaltungen gelten keine Abstandsregeln, Maskenpflicht und Einlassbeschränkung. Das hat für den Betreibenden organisatorische und wirtschaftliche Vorteile: Einlassstopp gilt erst, wenn die normale Besucherzahlgrenze erreicht ist, die Kosten für den Club sinken, und Veranstalter haben Planungssicherheit. Denn die Bedingungen für 3G-Veranstaltungen können sich kurzfristiger ändern als bei 2G-Partys. Die Entscheidung der Betreibenden polarisiert bei Dresdnerinnen und Dresdnern.

In der Café-Bar Laika in der Dresdner Neustadt gilt seit Anfang Oktober 2G. Auf dem Schild am Einlass setzt der Betreiber auf Humor: "Lieber gechipt ein Bier in der Hand als bei Xavier am rechten Rand."
In der Café-Bar Laika in der Dresdner Neustadt gilt seit Anfang Oktober 2G. Auf dem Schild am Einlass setzt der Betreiber auf Humor: "Lieber gechipt ein Bier in der Hand als bei Xavier am rechten Rand." © SZ/Dominique Bielmeier

5.35 Uhr: Arbeitsrechtler: Kimmich kann auch ohne Impfung im Stadion spielen

Der Impfstatus von Nationalspieler Joshua Kimmich wird den Bayern-Star nach Einschätzung des Arbeitsrechtlers Gregor Thüsing nicht daran hindern, weiter im Profifußball anzutreten. Zwar müsse sich der 26-Jährige vor den Partien auf Corona testen lassen, für eine Impfung bestehe aber keine rechtliche Verpflichtung, sagte der Professor für Arbeitsrecht an der Universität Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Anders sei das etwa bei Zuschauern. Ihnen kann nach aktueller Gesetzeslage der Zutritt zum Stadion verweigert werden, wenn sie weder genesen noch geimpft sind.

Mittelfeldspieler Kimmich hatte am Samstag nach dem Heimsieg der Bayern gegen Hoffenheim im TV-Sender Sky bestätigt, dass er noch ungeimpft sei. Es gebe "ein paar Bedenken - gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", erklärte der Profi des FC Bayern München. Fachleute halten diese für unbegründet. Gleichzeitig schloss Kimmich eine Impfung nicht grundsätzlich aus. Es sei "sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse", sagte er.

"Er wäre freilich ein Vorbild, wenn er das tun würde. Aber Vorbild zu sein, ist nun mal keine Rechtsverpflichtung, sondern eine eher moralische Verpflichtung", sagte Thüsing. Auch nach Einschätzung des Arbeits- und Sportrechtlers Martin Schimke fehlt den Vereinen die Rechtsgrundlage, um ihre Profis zur Impfung zu verpflichten. Das könne sich erst im Fall einer gesetzlichen Impfpflicht oder zumindest einer Pflicht für die entsprechende Berufsgruppe ändern.

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich © Sven Hoppe/dpa

5.00 Uhr: US-Experten beraten über Biontech für Kinder

Ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA soll am Dienstag (zwischen 14.30 und 23.00 Uhr MESZ) über eine mögliche Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer bei Kindern diskutieren. Die Empfehlung für eine Verwendung bei Fünf- bis Elfjährigen ist für die endgültige Entscheidung zwar nicht bindend, die FDA folgt den Fachleuten aber in der Regel. Die endgültige Entscheidung der FDA könnte innerhalb von Stunden oder Tagen nach der Empfehlung der Berater folgen. Im Anschluss muss sich formell auch noch die Gesundheitsbehörde CDC damit befassen.

Eine Impfkampagne für die etwa 28 Millionen betroffenen Kinder in den USA könnte nach Angaben des Weißen Hauses schon im November starten. Die Regierung werde innerhalb weniger Tage nach einer Zulassung 15 Millionen Dosen Impfstoff an Kinderärzte, Kliniken und Apotheken ausliefern, hieß es.

Auch in Europa haben Biontech und Pfizer eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder dieser Altersgruppe beantragt, wie sie Mitte Oktober mitteilten. Demnach übermittelten sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten.

Eine klinische Studie zeigte nach Angaben von Biontech/Pfizer, dass der Impfstoff für Kinder dieser Altersgruppe "gut verträglich" sei und eine "starke Immunantwort" einen Monat nach der zweiten Dosis hervorrufe. Verglichen mit Erwachsenen und Jugendlichen wurde den Fünf- bis Elfjährigen eine deutlich geringere Dosis des Vakzins verabreicht. Den zweiten notwendigen Piks erhielten sie nach 21 Tagen. An der Studie nahmen 2268 Kinder der Altersgruppe teil.

Für Deutschland sei die Frage der Bewertung des Impfstoffs für Kinder noch offen, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben noch keine Datengrundlage für unsere Bewertung und Empfehlung." Erst einmal sei die Zulassung durch die EMA wichtig, der Zeitpunkt sei noch offen. "Die Stiko hat die Daten aus der Zulassungsstudie zur Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht gesehen und bewertet." Klar sei aber, dass eine solche Studie mit weniger als 3.000 Probanden das Risiko seltener Nebenwirkungen nicht erfassen könne.

Corona-Pandemie: Das passierte am Montag

20.51 Uhr: USA-Reisen ab November möglich nach Impfung mit anerkannten Stoffen

Ab dem 8. November können jene Ausländer wieder in die USA einreisen, die mit bislang international anerkannten Präparaten vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Akzeptiert würden dabei Impfstoffe, die eine Zulassung oder Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommen hätten, teilte das Weiße am Montag in Washington mit. Dies gilt derzeit für die Präparate von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna, Johnson&Johnson, Sinopharm und Sinovac. Reisende müssten ihren Impfstatus der jeweiligen Airline nachweisen, bevor sie ein Flugzeug in die USA besteigen, hieß es weiter. Voraussetzung sei eine komplette Impfung gegen das Coronavirus.

Als vollständig geimpft gelten Menschen demnach mindestens zwei Wochen nach Erhalt ihrer letzten erforderlichen Spritze. Das Weiße Haus betonte, auch eine Kombination von zwei verschiedenen Impfstoffen werde hier akzeptiert - sofern die Präparate von der FDA oder der WHO zugelassen seien.

Es gelten nur wenige Ausnahmen von der Impfpflicht für internationale Reisende, zum Beispiel für Kinder oder Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. US-Bürger sind ohnehin von den Impf-Vorgaben für eine Einreise ausgenommen.

20.16 Uhr: Kahn betont klare Bayern-Haltung zum Impfen: Kein Druck auf Kimmich

Die Vereinsführung des FC Bayern München will keinen öffentlichen Druck auf ungeimpfte Fußball-Profis wie Nationalspieler Joshua Kimmich ausüben. Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainen betonten am Montagabend in München aber zugleich die klare Corona-Position des deutschen Rekordmeisters.

"Zunächt einmal ist es wichtig, dass wir eine klare Haltung haben, dass wir es allen nur empfehlen können, sich zu impfen. Das haben wir unterstrichen durch mehrere Aktionen", sagte Kahn vor der Premiere der Doku-Serie "FC Bayern - Behind The Legend", die vom 2. November an exklusiv bei Prime Video zu sehen ist, in einem Münchner Kino.

"Letztendlich muss man das respektieren, wenn der eine oder andere eben eine andere Meinung hat", ergänzte Kahn konkret zu Kimmich. "Es ist ganz wichtig - und es ist unsere Pflicht als Verein -, ständig Aufklärungsleistung zu zeigen."

Vereinspräsident Hainer betonte ebenfalls einmal mehr die Bedeutung einer hohen Impfquote zur Bewältigung der Corona-Pandemie. "Der FC Bayern unterstützt die Impfaktion nachhaltig. Am Ende des Tages gibt es keinen Impfzwang bei uns. Es ist die Entscheidung eines jeden einzelnen, und das muss man akzeptieren", sagte Hainer.

19.47 Uhr: Tschechien liefert Biontech-Impfstoff an Hausärzte aus

In Tschechien können nun auch Hausärzte den Biontech-Impfstoff gegen Corona verabreichen. Die Auslieferung der ersten rund 39.000 Einzeldosen an knapp 900 Arztpraxen begann am Montag und soll bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Bisher waren nur die Wirkstoffe von Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson außerhalb der großen Impfzentren verfügbar.

Das Interesse am Impfen ist in Tschechien nach Behördenangaben in den letzten Tagen sprunghaft gestiegen. Hintergrund dürfte die Entscheidung sein, präventive Tests vom 1. November an für Erwachsene kostenpflichtig zu machen. Die Menschen können sich vielerorts spontan für den schützenden Piks entscheiden, zum Beispiel in Bahnhöfen und Einkaufszentren.

Die Regierung in Prag erwägt, nach dem Vorbild Italiens die sogenannte 3G-Regel am Arbeitsplatz einzuführen. 3G steht für genesen, geimpft oder getestet. Dazu sei eine interministerielle Arbeitsgruppe gegründet worden, sagte Innenminister Jan Hamacek am Montag. Die Lage verschlechtere sich, die Zahl der Hospitalisierten steige aber viel weniger stark als in früheren Wellen.

18.57 Uhr: Flughafenverband rechnet erst 2025 mit voller Erholung in Europa

Der Flughafenverband ACI Europe rechnet erst in vier Jahren, also 2025, mit einer vollständigen Erholung des Flugverkehrs vom Corona-Einbruch. Auch im kommenden Jahr werde das Passagieraufkommen in Europa wohl noch rund ein Drittel unter dem Niveau von 2019, also vor der Corona-Pandemie, liegen, berichtete der Verband am Montag in Genf. Dort beginnt am Dienstag das Jahrestreffen des Verbandes.

In diesem Jahr waren es nach Angaben des ACI bis Ende September minus 62 Prozent, das heißt, es flogen 1,26 Milliarden Passagiere weniger als im gleichen Zeitraum 2019. "Es dauert noch lange, bis ein uneingeschränkter weltweiter Reiseverkehr wieder hergestellt ist", sagte ACI-Generaldirektor Olivier Jankovec. Viel hänge vom Fortgang der Impfungen und der Entwicklung des Virus ab.

In den EU-Ländern sowie Großbritannien, Norwegen, Island und der Schweiz sei die Entwicklung besonders schleppend, mit minus 69 Prozent der Passagiere bis Ende September, verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2019. An den anderen europäischen Flughäfen sei die Erholung deutlich bessergewesen, mit minus 34 Prozent gegenüber 2019.

Der Verband hat mehr als 500 Flughäfen aus 55 Ländern als Mitglieder und repräsentiert nach eigenen Angaben 90 Prozent des kommerziellen Luftverkehrs in Europa.

17.42 Uhr: Moderna berichtet von guter Wirksamkeit bei kleinen Kindern

Der US-Impfstoffhersteller Moderna hat sein Vakzin gegen Covid-19 eigenen Angaben zufolge erfolgreich bei Kindern getestet. Die Ergebnisse einer Phase 2/3-Studie mit 4.753 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen sechs und elf Jahren zeigten eine "robuste" Anzahl an Antikörpern, wie Moderna am Montag mitteilte. Komplette Datensätze wurden nicht veröffentlicht, außerdem wurde die Studie noch in keinem Fachmagazin vorgestellt.

Modernas Corona-Impfstoff ist in den USA ab 18 Jahren zugelassen, in der EU bereits für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. In den USA können ältere Kinder und Jugendliche bisher nur mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer immunisiert werden. Am Dienstag wird zudem ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde über eine Zulassung von abgeschwächten Dosen von Biontech/Pfizer für Fünf bis Elfjährige beraten.

16.47 Uhr: SPD-Fraktion peilt neue Basis für Corona-Maßnahmen an

Die SPD peilt eine neue rechtliche Basis für Anti-Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln an. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich verwies am Montag in Berlin auf die derzeit wieder steigenden Infektionszahlen. Mit den möglichen künftigen Koalitionspartnern sei die SPD im Gespräch über neue Regelungen im Infektionsschutzgesetz, sagte Mützenich vor einer Fraktionssitzung mit Blick auf die Gespräche mit Grünen und FDP über die Regierungsbildung.

Eine weitere Verlängerung der "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" um drei Monate werde nicht angepeilt. Mit neuen Regelungen sollten die Länder in die Lage versetzt werden, weiter auf die Herausforderungen reagieren zu können. "Wir wollen dies im Infektionsschutzgesetz abbilden." Ferner solle in dieser Legislaturperiode das Infektionsschutzgesetz auch an anderen Stelle geändert werden. Die Pandemie habe gezeigt, dass es "Nachbesserungsbedarf" gebe.

Der Bundestag hatte die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" Ende August für weitere drei Monate verlängert. Sie läuft automatisch Ende November aus, wenn das Parlament sie nicht erneut verlängert. Die festgestellte Sonderlage ist laut derzeitigem Infektionsschutzgesetz eine Basis für Verordnungen zu Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstands- und Kontaktbeschränkungen oder zur Impfstoffbeschaffung.

16.18 Uhr: Olympia-Macher veröffentlichen Corona-Regeln für Winterspiele

Die Olympia-Macher von Peking haben die strengen Corona-Richtlinien für alle Beteiligten der Winterspiele 2022 veröffentlicht. In den detaillierten Handbüchern für Athleten, Offizielle, Medien und Helfer sind wie angekündigt tägliche Coronatests, eine strikte Maskenpflicht und eine auf Unterkünfte und olympische Anlagen beschränkte Bewegungsfreiheit vorgesehen. Ausländische Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen mindestens zwei Wochen vor der Einreise nach China vollständig geimpft sein, um eine dreiwöchige Quarantäne bei Ankunft vermeiden zu können.

Nach den Diskussionen um die Quarantänehotels für positiv getestete Sportler bei den Sommerspielen in Tokio sind in den am Montag veröffentlichten Playbooks auch konkrete Bedingungen für diese Einrichtungen in Peking genannt. Demnach gibt es drei Mahlzeiten pro Tag, freies Wlan und Zugangsmöglichkeiten für das Team der Betroffenen. Das Personal in den Quarantänehotels werde Englisch sprechen, psychologische Unterstützung stehe bereit. Das Verlassen der Einrichtung während der Quarantäne sei nicht möglich.

Bei Olympia in Tokio hatten mehrere Athleten wie der deutsche Radprofi Simon Geschke die Umstände ihrer Isolation beklagt und damit für Kritik an den Organisatoren gesorgt. Für den Fall von Verstößen gegen die Corona-Richtlinien drohen die Peking-Macher mit Sanktionen bis hin zu Geldbußen und dem Entzug der Akkreditierung. Wie schon in Tokio sind auch in China alle Athletinnen und Athleten aufgefordert, das Land spätestens 48 Stunden nach ihrem letzten Wettkampf wieder zu verlassen. Eine zweite Version der Corona-Handbücher für die Winterspiele ist für Dezember angekündigt. Die Spiele in Peking sollen am 4. Februar eröffnet werden. Einen Monat später finden die Paralympics statt.

Eine Mitarbeiterin mit Mund-Nasen-Schutz lässt sich während Testrennen im Yanqing National Sliding Center fotografieren.
Eine Mitarbeiterin mit Mund-Nasen-Schutz lässt sich während Testrennen im Yanqing National Sliding Center fotografieren. © Mark Schiefelbein/AP/dpa

15.41 Uhr: Steigende Corona-Zahlen in Dänemark

Das von allen inländischen Corona-Beschränkungen abgekehrte Dänemark erlebt seit einigen Tagen wieder steigende Neuinfektionszahlen. Am Montag meldete das staatliche Gesundheitsinstitut SSI 1.411 neue Corona-Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Zum Vergleich: Seit Ende August waren täglich lediglich einige Hundert Fälle verzeichnet worden, seit knapp einer Woche liegt die Tageszahl wieder im vierstelligen Bereich.

Der Wert vom Montag entsprach der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge der höchsten registrierten Tageszahl seit Januar. Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen in dem Fünf-Millionen-Einwohnerland stieg dabei um 19 auf 186. Todesfälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen verzeichnete das SSI diesmal nicht.

Dänemark hatte am 10. September die letzten in der Pandemie eingeführten Corona-Beschränkungen im Land aufgehoben. Die Regierung in Kopenhagen hatte das mit den hohen dänischen Impfzahlen und auch damit begründet, dass man die Pandemie unter Kontrolle habe. Die Neuinfektionszahlen waren trotz der vollständigen Lockerung bis in den Oktober hinein nicht stärker angestiegen.

15.02 Uhr: Sachsen meldet 430 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle

Sachsen Gesundheitsministerium meldet am Montag 430 Neuinfektionen in 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf 316.573. Insgesamt 10.281 sind an oder mit dem Virus gestorben, das sind zwei mehr als am Vortag.

Der Hotspot im Freistaat bleibt der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 297,1 - bundesweit Platz 15 bei den Landkreisen und Städten mit den höchsten Ansteckungswerten. Den niedrigsten Wert weist in Sachsen der Vogtlandkreis mit 78,6 auf, gefolgt von Leipzig mit 90,4. Sieben Landkreise und die Landeshauptstadt befinden sich jenseits der 200er Marke. In Dresden liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 227,2. Deutschlandweit stieg der Wert erstmals seit Mai wieder über 110 und liegt aktuell bei 110,1, Tendenz steigend.

14.48 Uhr: Coronatest: Kostenübernahme durch Arbeitgeber abgabefrei

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind verpflichtet, regelmäßig einen negativen Corona-Test vorzuweisen, um ihre Tätigkeit weiter ausüben zu dürfen. Seit dem 11. Oktober 2021 sind diese Tests jedoch nur noch in Ausnahmefällen kostenlos.

Übernimmt ein Arbeitgeber die Kosten für diese Corona-Tests, wird von einem überwiegend betrieblichen Interesse durch den Arbeitgeber ausgegangen. "Das heißt, die Kostenübernahme stellt für den Arbeitnehmer keinen Arbeitslohn dar und unterliegt weder der Steuer- noch der Sozialversicherungspflicht", erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Dies gilt für Schnelltests sowie für PCR- und Antikörper-Tests.

Auch wenn Atemschutzmasken durch den Arbeitgeber zur beruflichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden, führt das für die Arbeitnehmer weiterhin nicht zu Arbeitslohn. "Arbeitnehmer müssen sich diesbezüglich also keine Sorgen machen, dass dadurch finanzielle Belastungen drohen", sagt Bauer.

14.12 Uhr: Caritas: Psychische Corona-Folgen für Kinder nehmen stark zu

Fast jedes dritte Kind leidet nach Angaben der Caritas enorm unter den Folgen der Corona-Pandemie und zeigt psychische Auffälligkeiten. Deshalb forderte der katholische Wohlfahrtsverband am Montag in Berlin den Ausbau unterstützender Angebote, um psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken.

Die Kinder litten an Angst, Einsamkeit, Depressionen, Ess- und Schlafstörungen und Suizidalität, erklärte der Verband. „Viele Kinder sind am Limit - das ist der Corona-Befund der kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen der Caritas - die damit selbst ans Limit kommen.“

„Die jungen Menschen brauchen umgehend Hilfe“, sagte Eva Maria Welskop-Deffaa, die neue Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. „Unsere psychologischen Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern schlagen Alarm.“ Der tägliche Blick der Politik auf die Inzidenzzahlen verstelle den Blick darauf, dass die psychischen Folgen der Corona-Maßnahmen ein drängendes Problem seien. Die Caritas fordere ein entschlossenes Gegensteuern. Es gehe um niedrigschwellig erreichbare Hilfe, hieß es weiter. Die Angebote der Erziehungs-, Familien-, Lebens- und Migrationsberatung sowie der Jugendberatung müssten ausgebaut werden, sagte Welskop-Deffaa. Notwendig seien außerdem mehr Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit und sozialpädagogische Begleitung.

„Digitale Angebote wie beispielsweise die U25-Online-Suizidpräventionsberatung haben in und nach der Pandemie große Nachfrage erfahren“, sagte Welskop-Deffaa. So sei im Zeitraum des zweiten Lockdowns vor knapp einem Jahr das Kontaktaufkommen bei der Suizidpräventionsberatung um 30 Prozent gestiegen. Das sei „ein deutliches Anzeichen des großen Hilfebedarfs von jungen Menschen in Deutschland“.

13.25 Uhr: EU-Behörde prüft neues Covid-Medikament

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren für ein neues Medikament gegen Covid-19 in Gang gesetzt. Die Experten bewerten nun die Daten aus Studien zur Wirkung des antiviralen Mittels Molnupiravir, wie die EMA am Montag in Amsterdam mitteilte. Das Medikament, das geschluckt werden soll, wird von den Pharmaunternehmen Merck Sharp & Dohme gemeinsam mit Ridgeback Biotherapeutics hergestellt.

Nach ersten Testergebnissen soll das Präparat die Wirkung des Corona-Virus im Körper abschwächen. Dadurch könnten stationäre Behandlungen und auch Todesfälle verhindert werden. Die EMA-Experten prüfen nun Daten zur Qualität des Medikaments, Sicherheit und Wirksamkeit. Sobald die Testreihen abgeschlossen sind, kann der Hersteller einen Antrag auf Zulassung in der EU stellen. Die EMA nannte dafür keinen Zeitrahmen.

Bisher ist in der EU erst ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 zugelassen, für fünf weitere wurden Zulassungsanträge gestellt, vier Präparate werden derzeit geprüft.

13.14 Uhr: Zwei weitere Corona-Todesfälle in Dresden gemeldet

Die Inzidenz-Kurve der Landeshauptstadt weist weiter steil nach oben. Der Wert liegt jetzt bei 227,2. Am Montag meldete die Stadt 482 Neuinfektionen. Zudem starben zwei weitere Personen an einer Infektion mit dem Coronavirus. Alle Corona-Zahlen für Dresden finden Sie hier.

12.45 Uhr: Immer neue Corona-Höchststände - Putin ordnet schärfere Maßnahmen an

Angesichts immer neuer Corona-Höchststände hat Russlands Präsident Wladimir Putin weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. So müssen künftig Restaurants, Bars und Clubs nachts zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr schließen, wie aus einem Dokument auf der Kreml-Homepage hervorgeht. Vor dem Hintergrund einer weiterhin recht niedrigen Impfquote ordnete Putin zudem zwei freie Tage für Arbeitnehmer an, die sich eine Injektion verabreichen lassen.

In sechs Regionen - darunter in Perm und in Woronesch - begannen unterdessen am Montag arbeitsfreie Tage, die zunächst bis zum 7. November angesetzt sind. Russlandweit soll am Samstag eine arbeitsfreie Woche beginnen. Mit dieser Maßnahme soll der zuletzt dramatischen Entwicklung bei Corona-Neuinfektionen und Todesfällen entgegengewirkt werden. Viele Arbeitnehmer befürchten jedoch, dass sie in dieser Zeit - anders als von Putin in Aussicht gestellt - ihren Lohn nicht weitergezahlt bekommen.

Laut offizieller Statistik zählten die russischen Behörden am Montag mehr als 37.900 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie noch nie. Im selben Zeitraum starben demnach 1.069 Menschen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen. Vollständig geimpft sind im größten Land der Erde erst knapp 34 Prozent der 146 Millionen Menschen.

12.32 Uhr: Leipzigs Marsch: Je mehr geimpft sind, umso geringer wird die Gefahr

In der Diskussion um Impfungen gegen das Coronavirus nach den Aussagen von Bayern Münchens Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich hat RB Leipzigs Trainer Jesse Marsch seinen Standpunkt deutlich gemacht. Eine Impfpflicht gibt es auch bei dem sächsischen Bundesligisten nicht, bei dem der US-Amerikaner seit diesem Sommer Chefcoach ist. Er sei geimpft, weil er der Meinung ist, dass es sehr wichtig auch für die ganze Welt sei, gesund zu sein.

Die Mannschaft habe auch eine sehr, sehr hohe Impfquote, hieß es des Weiteren vom Verein. Deswegen würden sich die Probleme bei RB nicht stellen wie möglicherweise bei anderen Vereinen.

"Je mehr geimpft sind, umso weniger wird die Gefahr des Virus", sagte Marsch am Montag bei einer Pressekonferenz in Leipzig zum DFB-Pokalspiel an diesem Dienstag (18.30 Uhr) beim SV Babelsberg 03. Sie hätten im Verein ein offenes Gespräch zu dem Thema geführt. "Sicher ist es besser für uns, wenn wir die ganze Gruppe ein bisschen mehr schützen, als einen positiven Test zu haben", betonte Marsch.

Bayern-Profi Kimmich hatte am Wochenende seine Impf-Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien bei den Vakzinen öffentlich gemacht.

"Je mehr geimpft sind, umso weniger wird die Gefahr des Virus", sagt Leipzigs Trainer Jesse Marsch.
"Je mehr geimpft sind, umso weniger wird die Gefahr des Virus", sagt Leipzigs Trainer Jesse Marsch. © dpa-Zentralbild

11.51 Uhr: Impfquote im Tennis: Rund ein Drittel der Profis nicht geimpft

Rund ein Drittel der Tennisprofis sind nach Angaben der Profiorganisationen nicht gegen das Coronavirus geimpft. Der Anteil der geimpften Spieler betrage momentan rund 65 Prozent, teilte die ATP, die Profiorganisation im Herren-Tennis, auf Anfrage mit. Die WTA erklärte, dass bei den Damen "mehr als 60 Prozent" der Spielerinnen den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus hätten.

Der Impfstatus im Tennis ist insbesondere wegen der strikten Corona-Regeln in Australien ein Dauerthema. In Melbourne soll vom 17. bis zum 30. Januar 2022 das erste Grand-Slam-Turnier der neuen Saison ausgetragen werden.

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hatte seine Teilnahme an den Australian Open wegen der zu erwartenden Restriktionen offen gelassen. Der Titelverteidiger aus Serbien war im vergangenen Jahr mit dem Coronavirus infiziert. Ob Djokovic geimpft ist, ist offen.

11.18 Uhr: 66,2 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

66,2 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind rund 55,07 Millionen Menschen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervorgeht. Demnach haben 76,8 Prozent aller Erwachsenen und 40,1 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 den vollen Impfschutz. Fast 57,5 Millionen Menschen oder 69,1 Prozent der Gesamtbevölkerung wurden mindestens einmal gegen Corona geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben bislang 1,57 Millionen Menschen erhalten.

Durchschnittlich wurden in den vergangenen sieben Tagen 122.338 Covid-Schutzimpfungen pro Tag in Deutschland vorgenommen - am Sonntag waren es allerdings nur 12.615, darunter rund 5.200 Zweitimpfungen und 3.400 Auffrischungen.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Menschen ab 70, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten, Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben und für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

10.53 Uhr: Bahn will in Weihnachtszeit Zehntausende mehr Sitzplätze anbieten

Rund um die Feiertage sollen in Deutschland viel mehr Züge fahren als bislang. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kündigte eine deutliche Ausweitung des Bahnverkehrs an. "Im Weihnachtsfernverkehr 2021 bietet die Bahn 510.000 Sitzplätze pro Tag und damit 50.000 Plätze mehr als im Vorjahr", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). Darüber hinaus plant die Bahn für die Tage des Weihnachtsverkehrs sogenannte Verstärkerzüge einzusetzen. Dies führe nochmal zu "mehreren tausend Sitzplätzen pro Tag", kündigte Scheuer an.

Ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember steige das Angebot der Bahn um elf Prozent, heißt es. Die Bahn richtet etwa neue Verbindungen mit dem ICE-Sprinter (Schnellzug, der kaum hält) zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin sowie zwischen München und Nordrhein-Westfalen ein. Außerdem soll eine neue IC-Linie zwischen Frankfurt und Münster beziehungsweise Dortmund entstehen.

Das Bahn-Angebot wächst nicht nur im Vergleich zum ersten Corona-Winter, sondern auch zur Vor-Corona-Zeit. Laut Verkehrsministerium werden im Dezember 2021 rund 63.000 Sitzplätze pro Tag mehr angeboten als im Dezember 2019.

9.40 Uhr: Ed Sheeran positiv auf Corona getestet

Wenige Tage vor dem Erscheinen seines neuen Albums ist der britische Popstar Ed Sheeran nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei in Quarantäne und folge den Richtlinien der Regierung, teilte der 30 Jahre alte Sänger auf Instagram mit. Daher könne er vorerst keine Termine persönlich wahrnehmen, sondern werde einige geplante Interviews und Auftritte von zu Hause aus machen. "Passt alle auf euch auf", schrieb Sheeran.

Ed Sheeran
Ed Sheeran © Joel C Ryan/Invision/AP/dpa

8.44 Uhr: Lauterbach sieht "riesige Baustellen" im Gesundheitswesen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht "riesige Baustellen" im deutschen Gesundheitswesen. In den vergangenen zwei Jahren seien sehr viele Probleme coronabedingt nicht angefasst worden, sagte der Sozialdemokrat dem "Kölner Stadt-Anzeiger/Leverkusener Anzeiger" (Montag) vor dem Start der Arbeitsgruppen zur Vorbereitung einer Ampel-Koalition am Mittwoch. "Die Krankenhäuser sind stark defizitär, insbesondere die Unikliniken.

Der Ausbau der Digitalisierung ist ins Stocken geraten, sowohl in den Praxen als auch in Krankenhäusern. Die Krankenkassen machen zweistellige Milliardendefizite. Es gibt erhebliche Probleme in der Vorbeugemedizin", zählte Lauterbach auf. Zu seinen eigenen Ambitionen, Gesundheitsminister zu werden, äußerte sich Lauterbach zurückhaltend: "Man darf sich selbst auch nicht überschätzen", sagte er. Personalfragen würden ganz zum Schluss entschieden. Jetzt gehe es erst einmal um die Richtung, die das Gesundheitssystem in den nächsten vier Jahren einschlage.

8.31 Uhr: Mehr Corona-Ansteckungen: Inzidenz in Sachsen steigt auf fast 200

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nimmt in Sachsen weiter stetig zu. Die aktuelle Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) wies den Inzidenzwert am Montagmorgen mit 196,8 aus, nach 178 am Vortag. Damit liegt der Freistaat deutlich über dem Bundeswert und hat die zweithöchste Wocheninzidenz nach Thüringen (224,3). Vor einer Woche hatte die Inzidenz in Sachsen noch bei 123,3 gelegen.

Der Hotspot im Freistaat bleibt der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 297,1 - bundesweit Platz 15 bei den Landkreisen und Städten mit den höchsten Ansteckungswerten. Den niedrigsten Wert weist in Sachsen der Vogtlandkreis mit 78,6 auf, gefolgt von Leipzig mit 90,4. Sieben Landkreise und die Landeshauptstadt befinden sich jenseits der 200er Marke. In Dresden liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 227,3. Deutschlandweit stieg der Wert erstmals seit Mai wieder über 110 und liegt aktuell bei 110,1, Tendenz stiegend.

Unterdessen füllen sich die Krankenhäuser weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden mit Stand Sonntag (12.30 Uhr) 391 Covid-19-Patienten auf Normal- und 124 auf Intensivstationen behandelt. Diese sind damit zu 62,2 Prozent und 63,3 Prozent ausgelastet. Die Hospitalisierungsrate liegt bei 3,99, noch unter dem Grenzwert zur Vorwarnstufe (7). Sie und die Bettenbelegung sind entscheidend für Beschränkungen in der Corona-Pandemie.

8.13 Uhr: Rückkehr in die Kinos: Dokumentarfilm-Festival DOK Leipzig beginnt

Nach einem coronabedingt eingeschränkten Format im vergangenen Jahr kehrt das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK) vollständig zurück: Am Montagabend wird das DOK feierlich eröffnet. Bis zum 31. Oktober dürfen sich Filmfans in Leipzig auf 162 Filme aus 51 Ländern freuen. Ein Teil der Filme wird im Anschluss an das analoge Festival online gestreamt. Im vergangenen Jahr fand das Festival in hybrider Form statt: Neben den Vorführungen mit begrenzten Platzkapazitäten wurden die Filme parallel online gezeigt.

Eröffnet wird das Festival in diesem Jahr mit dem Film "Der Rhein fließt ins Mittelmeer" von Offer Avnon. Der Regisseur, selbst Sohn eines polnischen Holocaust-Überlebenden, reflektiert in dem Film seine Eindrücke aus Deutschland und behandelt Traumata und Mechanismen der Verdrängung in Deutschland, Polen und Israel. Andere Themen, die beim diesjährigen DOK behandelt werden, sind Flucht und Migration sowie postkoloniale Perspektiven. Im Rennen um den Internationalen Wettbewerb für lange Dokumentar- und Animationsfilme stehen 14 Filme, von denen 12 beim DOK laut Festivalangaben ihre internationale Premiere feiern.

7.40 Uhr: Corona-Beschränkungen: Südkorea kündigt Rückkehr zur Normalität an

Südkoreas Präsident Moon Jae In kündigte für November eine "allmähliche Rückkehr zum normalen Leben" nach der Pandemie an. Während einer Haushaltsrede im Parlament am Montag sagte Moon, dass der Schulunterricht in Klassenzimmern wieder vollständig aufgenommen werde und auch Gemeinschaftszentren für Senioren auf Normalbetrieb umstellen würden. Gleichzeitig betonte der 68-Jährige, dass einige epidemiologische Maßnahmen auf absehbare Zeit weiterhin in Kraft bleiben werden, darunter die Maskenpflicht. Am Samstag hatten Südkoreas Gesundheitsbehörden verkündet, über 70 Prozent der Bevölkerung von rund 52 Millionen vollständig geimpft zu haben.

Die im Februar begonnene Impfkampagne lief zunächst schleppend an, nahm jedoch aufgrund gestiegener Impfstofflieferungen in den letzten Monaten deutlich Fahrt auf. Südkorea ist bislang im internationalen Vergleich gut durch die Pandemie gekommen. Die täglichen Infektionszahlen blieben dank vieler Tests und schneller Kontaktverfolgung der Behörden durchgehend niedrig, ohne dass jemals flächendeckende Lockdowns verhängt wurden. Seit diesem Sommer jedoch kämpft das Land mit einer vierten Corona-Welle, im Zuge derer sich die täglichen Infektionszahlen wieder deutlich erhöht haben. Am Montag meldeten die Behörden 1.423 Ansteckungen und 21 Todesfälle.

7.11 Uhr: Spahn bleibt dabei: "Epidemische Lage" bei Corona kann auslaufen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ein Auslaufen der sogenannten epidemischen Lage nationaler Tragweite in der Corona-Pandemie weiter für angebracht - trotz großer Kritik an dieser Haltung. Im ZDF "heute-journal" sagte er am Sonntag: "Der Ausnahmezustand, vom Bundestag festgestellt, der kann aus meiner Sicht beendet werden, weil vier von fünf Erwachsenen geimpft sind." Seit Tagen wird über dieses Thema kontrovers diskutiert, auch angesichts der derzeit steigenden Infektionszahlen in Deutschland. Kritiker befürchten einen "Flickenteppich" an Maßnahmen und Regelungen, wenn die "epidemische Lage nationaler Tragweite" ausläuft. Das Robert Koch-Institut hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche erstmals seit Mai wieder klar dreistellig angegeben.

Spahn sagte, mit dem Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite werde nicht die Pandemie für beendet erklärt. "Auch ich sage beständig, wie viele andere auch, wir brauchen in Herbst und Winter weiterhin Vorsichtsmaßnahmen, vor allem 3G - geimpft, genesen, getestet - im Innenraum, vor allem medizinische Schutzmasken, AHA-Regeln, in Bus und Bahnen, im Einzelhandel." Durch eine Rechtsänderung sei es möglich, dass die Länder und die Behörden vor Ort diese Maßnahmen losgelöst von dem Ausnahmezustand ergreifen könnten.

6.44 Uhr: Halloween und Corona: Umherziehen erlaubt - aber mit Rücksicht

Sie klingeln an den Haustüren und fordern: "Süßes oder Saures!" Zu Halloween am 31. Oktober wollen wieder viele kleine Hexen und Monster umherziehen. Aber viele Eltern fragen sich: Ist das angebracht? Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei und nicht jeder dürfte sich angesichts dessen über spontane Besuche an der Haustür freuen.

Aus Sicht von Fachleuten spricht aber nichts gegen das Umherziehen - mit der nötigen Umsicht und Rücksichtnahme. Das bedeutet: Abstand halten, Husten und Niesen in die Armbeuge und dort, wo es angebracht ist, Maske tragen - in engen Treppenhäusern etwa. Wobei viele Kinder ohnehin hinter Gruselmasken stecken. Und außerdem: Akzeptieren, wenn eine Tür geschlossen bleibt. Was zu Halloween wegen Corona noch zu beachten ist, erfahren Sie hier im Artikel.

6.15 Uhr: Stiko-Chef Mertens kritisiert Kimmichs Impf-Bedenken

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat die Bedenken von Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich wegen fehlender Langzeitstudien bei Impfstoffen zurückgewiesen. "Joshua Kimmich ist sicher ein ausgewiesener Fachmann in Fragen des Fußballs, aber kein Fachmann in Fragen der Impfung und der Impfstoffe. Dennoch hat er mit seinen Bedenken einem Problem Ausdruck verliehen, das sicher bei manchen Menschen in unserer Gesellschaft so gesehen wird", sagte Mertens.

Bayern-Profi Kimmich hatte am Samstag eingeräumt, dass er sich bislang nicht gegen Corona impfen ließ. Er habe "persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht". Wenn ein Impfstoff zur Verwendung an Menschen freigegeben wird, gebe es begleitende Studien, die genau untersuchten, ob es bei der Anwendung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen könne, erwiderte Mertens. "Man muss bedenken, dass mittlerweile sieben Milliarden Dosen an Menschen mit Covid-19-Impfstoff verimpft worden sind", sagte er. "Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar." Das gelte aber nicht nur für jeden anderen Impfstoff auch, der neu angewendet werde, sondern auch für jedes neue Medikament. "

Neben den Zulassungsstudien wissen wir aus den begleitenden Studien, dass es nur zu einigen Nebenwirkungen gekommen ist, die alle recht kurze Zeit nach der Impfung aufgetreten sind", sagte der Stiko-Chef. In der Wissenschaft sei man sich einig, dass spät auftretende Nebenwirkungen nach einer Impfung "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" gewesen seien.

Fußball-Profi Joshua Kimmich will sich nicht gegen Corona impfen lassen.
Fußball-Profi Joshua Kimmich will sich nicht gegen Corona impfen lassen. © dpa/Christian Charisius (Archiv)

5.41 Uhr: RKI registriert 6.573 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 110,1

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland hat den Wert von 110 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 110,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 106,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6.573 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.056 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 10 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.472.730 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. In Sachsen stieg die Inzidenz nach RKI-Angaben auf 196,8, den zweithöchsten Wert aller Bundesländer. Nur in Thüringen ist der Wert noch höher.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Am Wochenende werden keine Zahlen dazu bekannt gegeben. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.215.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 95.117.

Montag, 5.00 Uhr: Lauterbach erwartet deutlich mehr Corona-Ausbrüche in Schulen

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vor stark steigenden Corona-Infektionszahlen bei Kindern. "Wir werden nach den Herbstferien deutlich mehr Ausbrüche in den Schulen erleben, weil die Kinder nicht mehr lange lüften können", sagte er mit Blick auf den heranziehenden Winter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Auch in den Betrieben wird es Ansteckungsketten geben.

Dasselbe gilt für Bars und Restaurants. Wir haben einen kontinuierlichen Anstieg zu erwarten." Lauterbach schlug folgendes Vorgehen an Schulen vor: "Dreimal in der Woche testen, das wäre mein Vorschlag, morgens mit Antigen-Tests, weil diese die vorherrschende Delta-Variante sehr zuverlässig erfassen." Dazu solle es fünf Testtage hintereinander für Kontaktpersonen von Infizierten geben. "So könnten wir die unkontrollierte Pandemie an den Schulen praktisch beenden."

Ihm täten die Kinder leid, die jetzt dem Long-Covid-Risiko ausgesetzt seien. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, meinte: "Bundesweit betrachtet sind die Schulen in diesem Herbst in Sachen Gesundheitsprävention besser aufgestellt als vor einem Jahr, die Impfquote unter den Beschäftigten in den Schulen ist außerordentlich hoch." Sie kritisierte aber, dass viele Schulen immer noch nicht mit Luftfiltern ausgestattet seien. "Hier herrscht dringender Handlungsbedarf", sagte sie.

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

18.50 Uhr Tschechien verschärft Corona-Regeln

Tschechien reagiert auf die steigenden Infektionszahlen und verschärft die Corona-Maßnahmen. Wie die Freie Presse berichtet sind ab November die Wirte selbst für die Kontrolle der 3G-Regeln verantwortlich - das soll deren Überprüfung gewährleisten. Einreisen sind weiterhin mit digitaler Anmeldung, gültigem Test und fünf Tagen Quarantäne möglich - ausgenommen sind Geimpfte, Genesene und Kinder unter 12 Jahren. Der kleine Grenzverkehr (Einreise mit weniger als 24 Stunden Dauer) bleibt unverändert möglich. Die Regierung beschloss zudem eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in allen Innenräumen. Neu gilt das auf der Arbeit. Einzige Ausnahmen sind bisher die Klassenräume in Schulen.

18.30 Uhr: Kommentar: Die Zahlen müssen stimmen

Wie soll man Bürgerinnen und Bürger von der Notwendigkeit überzeugen, sich ipfen zu lassen, wenn man nicht weiß wo man steht, fragt sich SZ-Politikchefin Annette Binninger. Es ist nur sehr schwer zu verstehen, aber kein bisschen zu akzeptieren, warum es noch immer so viele Ungenauigkeiten bei der statistischen Erfassung der Impfungen in Deutschland gibt. So riskiert man auch diejenigen zu verlieren, die sich jetzt noch an die Regeln halten.

Zum Kommentar: Die Zahlen müssen stimmen

17.15 Uhr: 927 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsen Gesundheitsministerium meldet am Sonntag 927 Neuinfektionen in 24 Stunden. Damit steigt die Gesamtzahl der Infizierten auf 316.143. Insgesamt 10.279 sind an oder mit dem Virus gestorben, das sind einer mehr als am Vortag. Sachsens Hotspot ist der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 263,6, gefolgt von Bautzen (240,9), Mittelsachsen (215,9) und der Stadt Dresden (212).

14.06 Uhr: Fahrgastzahlen im Fernverkehr erholen sich

In den Fernzügen der Deutschen Bahn ist es wieder merklich voller. "Wir fahren derzeit täglich 300.000 Reisende durch Deutschland und angrenzende Nachbarländer", sagte der Fernverkehrschef des Konzerns, Michael Peterson, der "Wirtschaftswoche". "Damit liegen wir im Fernverkehr bei Fahrgästen und Umsatz bereits bei drei Viertel im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit 2019." In der Pandemie war die Zahl der Fahrgäste stark eingebrochen. 1,4 Milliarden Euro Verlust fuhr der Gesamtkonzern deswegen auch in den ersten sechs Monaten 2021 ein. Mit Blick auf die allmähliche Rückkehr der Reisenden will die Bahn im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

13.39 Uhr: Sachsen bei Inzidenz wieder bundesweit Platz zwei

Sachsen hat noch immer die zweithöchste Inzidenz in Deutschland. Am Sonntag kletterte die Anzahl der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner auf 178. Nur Thüringen hat mit einer Inzidenz von 219,7 ein noch stärkeres Infektionsgeschehen. Auf Platz drei steht ein anderer Freistaat: Bayern mit einer Inzidenz von 172,7. Am niedrigsten sind die Zahlen derzeit im Saarland (Inzidenz: 53,4) und in Schleswig-Holstein (56,6).

13.22 Uhr: Immer mehr Corona-Fälle in Österreich

In Österreich hat sich der Trend zu deutlich steigenden Corona-Zahlen fortgesetzt. Binnen 24 Stunden wurden 3.624 Neuinfektionen gezählt, wie das Innen- und Gesundheitsministerium am Sonntag berichteten. Das bedeutet ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 255. Zugleich blieb die Lage in den Krankenhäusern stabil. Auf den Intensivstationen liegen rund 220 Menschen, das entspricht dem Niveau vor einer Woche. Ab einer Belegung von 600 Betten durch Covid-Patienten dürfen nach den Plänen der Regierung Ungeimpfte ihr Zuhause nur noch aus triftigem Grund verlassen.

11.05 Uhr: Inzidenz erstmals seit Mitte Mai über 100

Weiterführende Artikel

Muss ich mir als Geimpfter jetzt Sorgen machen?

Muss ich mir als Geimpfter jetzt Sorgen machen?

Das Coronavirus breitet sich in Sachsen rasant aus – zu allermeist unter Menschen ohne Impfschutz. Es gibt aber Ausnahmen. Die Fakten und Zahlen im Überblick.

Corona-Ausbruch auf Schiff - Passagiere auf dem Weg nach Leipzig

Corona-Ausbruch auf Schiff - Passagiere auf dem Weg nach Leipzig

Auf einem Kreuzfahrtschiff ist knapp die Hälfte der Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Passagiere kommen nach Leipzig.

Was gilt bei Erreichen der Vorwarnstufe in Sachsen?

Was gilt bei Erreichen der Vorwarnstufe in Sachsen?

Steigt die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern, gelten in Sachsen wieder schärfere Regeln. Ein Überblick.

Vierte Corona-Welle: "Wir sind alle niedergeschmettert"

Vierte Corona-Welle: "Wir sind alle niedergeschmettert"

Dresdens Kliniken werden schneller voll als gedacht. Der Medizinische Direktor des Städtischen Klinikums erklärt, was das für den Krankenhausbetrieb bedeutet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit exakt 106,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei exakt 100 gelegen, vor einer Woche bei 72,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.732 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.26 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8.682 Ansteckungen gelegen.

In Sachsen ist die Inzidenz am Sonntag ebenfalls angestiegen, sogar deutlich stärker als bundesweit. Sie liegt nun bei 178, am Samstag war sie noch mit 159 angegeben worden.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt