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Deutschland & Welt

Mit Antikörpertest reicht eine Impfung für Corona-Infizierte

Voller Schutz einfacher nachzuweisen, Köpping besucht Impfzentrum nach Anschlag, Inzidenz in Sachsen stagniert, Nena sagt Tour ab - unser Newsblog.

Wer unbemerkt an Corona erkrankt war, braucht mit einem Antikörpertest nur eine Impfung für den vollen Schutz,
Wer unbemerkt an Corona erkrankt war, braucht mit einem Antikörpertest nur eine Impfung für den vollen Schutz, © Sina Schuldt/dpa (Symbolbild)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.25 Uhr: Spahn: Mit Antikörpertest genügt Corona-Infizierten eine Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Bürgern nach einer unbemerkten Corona-Infektion ermöglichen, dass ein Antikörpertest und eine Impfung bereits als Nachweis für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. "Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). "Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen." Die Impfverordnungen müssten dafür nicht angepasst werden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Die neue Regel solle in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben werden. Bezahlt werden muss der Antikörpertest (circa 20 bis 25 Euro) allerdings selbst. Für den Status "Genesen", für den keine Impfung erforderlich ist, sei nach wie vor ein positiver PCR-Test als Nachweis erforderlich. Der Status gilt für sechs Monate nach der Infektion - danach ist auch für diese Menschen eine Impfung nötig, um als geschützt zu gelten.

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20.11 Uhr: Corona-Regeln bei Reisen nach England werden für Geimpfte vereinfacht

Die britische Regierung hat die Corona-Regeln für Geimpfte bei Reisen nach England gelockert. Wer vollständig geimpft ist, muss demnach vom 4. Oktober an bei der Einreise in den größten britischen Landesteil keinen Nachweis über einen negativen Test mehr vorlegen. Auch der bislang notwendige PCR-Test am zweiten Tag nach der Ankunft soll ab Ende Oktober durch einen Antigen-Test ersetzt werden können, teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag mit.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Reisen aus Ländern, die im bisherigen Ampelsystem der britischen Regierung nicht unter die Kategorie Rot fallen. Die Kategorien Grün und Orange, unter denen bislang alle EU-Länder geführt werden, sollen zudem zu einer einzigen zusammengefasst werden. Als geimpft gilt, wer in Großbritannien, der EU, den USA und einer Reihe von anderen Ländern eines der im Vereinigten Königreich zugelassenen Präparate gespritzt bekommen hat. Reisende auf der roten Liste müssen weiterhin auf eigene Kosten in Hotelquarantäne. Shapps sprach von einem "Schub für die Reiseindustrie".

London: Soldaten der Grenadier Guards der Nijmegen Company bei der von vielen Touristen beobachteten Wachablösung auf dem Vorplatz des Buckingham Palace.
London: Soldaten der Grenadier Guards der Nijmegen Company bei der von vielen Touristen beobachteten Wachablösung auf dem Vorplatz des Buckingham Palace. © Yui Mok/PA Wire/dpa

19.33 Uhr: Bayern-Basketballer verzichten auf Turnier

Die Basketballer des FC Bayern verzichten wegen positiver Corona-Tests im Team und im Umfeld der Mannschaft auf die Teilnahme an einem Turnier in Bayreuth. Bei engmaschigen internen Tests hatte es positive Ergebnisse gegeben, wie die Münchner am Freitagabend mitteilten. Als Vorsichtsmaßnahme und um weitere Tests durchführen zu können, nehme der Pokalsieger nicht wie geplant an dem Turnier am Wochenende teil. Der "expert Jakob Cup" mit ursprünglich vier Teams findet am Samstag und Sonntag in Bayreuth statt. Die Bayern hatten vor ihrer Absage die Veranstalter und das Gesundheitsamt München über die positiven Test-Ergebnisse informiert. Der Titel-Mitfavorit startet am übernächsten Sonntag (26. September) gegen ratiopharm Ulm in die neue Saison in der Basketball-Bundesliga.

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18.57 Uhr: Nena sagt 2022-Tour wegen Corona-Auflagen ab

Popsängerin Nena hat ihre für das kommende Jahr geplante Konzert-Tour abgesagt. "Ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben", postete die 61-Jährige am Freitag bei Instagram. Als Grund nannte sie die coronabedingten Einschränkungen: «Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind ALLE MENSCHEN WILLKOMMEN. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit.» Tickets könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden.

Die in Hamburg lebende Sängerin hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel «Danke Kassel», nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste sie mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle.

17.49 Uhr: Köpping zum Anschlag auf Impfzentrum: "Schockiert nach der Tat"

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat den Anschlag auf das Impfzentrum in Treuen (Vogtland) bei einem Besuch vor Ort erneut verurteilt. Man könne von Glück reden, dass keine Menschen zu Schaden gekommen seien und die Einrichtung nicht abgebrannt sei, sagte die SPD-Politikerin am Freitagnachmittag in Treuen. Eine solche Tat sei nicht «akzeptabel». Menschen, die hätten helfen wollen, seien in Gefahr gebracht worden. Als sie von dem Anschlag erfahren habe, sei sie schockiert gewesen, so Köpping. "Impfteams und Impfzentren leisten seit Wochen eine tolle Arbeit." Auch andere Teams würden von Beschimpfungen und verbalen Drohungen erzählen.

Unbekannte hatten am Dienstagabend gegen ein Rolltor des Impfzentrums in Treuen drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit geworfen. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Es gebe keine Impflicht in Sachsen, betonte die Gesundheitsministerin. Gleichwohl appelliere die Regierung an die Menschen, sich impfen zu lassen. Die bisherige Impfquote sei nicht ausreichend für eine weitgehende Aufhebung der Corona-Beschränkungen. In Sachsen sind derzeit 53,6 Prozent der Menschen vollständig geimpft - damit liegt der Freistaat im bundesweiten Vergleich auf dem letzten Platz.

Köpping sprach den Mitarbeitern in Treuen ihren Dank für das Engagement in den vergangenen Monaten aus. Ende September schließen die 13 Impfzentren in Sachsen. Seit Wochen liege die Auslastung in den Impfzentren zwischen 18 bis 20 Prozent, deswegen könnten sie nicht länger betrieben werden, begründete Köpping die Schließung. Künftig sollen die Aufgabe vor allem niedergelassene Ärzte und Impfteams übernehmen.

17.25 Uhr: Gemeinde in Nordrhein-Westfalen hat Inzidenz über 1.000

Nach einer rechnerischen Sieben-Tage-Inzidenz in Augustdorf von über 1.000 haben der Kreis Lippe und die Gemeinde Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen der Infektionszahlen angekündigt. Infizierten und Kontaktpersonen sollen umfangreicher informiert werden, welche Schritte erforderlich sind, teilte der Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen am Freitag mit. Auch sollen mehrsprachige Flyer verteilt werden, die über das Thema Impfen und das Verhalten in Quarantäne informieren. Daneben würden auch Schwerpunkttestungen erwogen.

Es gebe in der Gemeinde Augustdorf ein diffuses Infektionsgeschehen gerade in Familienverbünden, erläuterte ein Sprecher des Kreises. Das Gesundheitsamt bewerte das Infektionslage noch detaillierter. Zudem solle noch stärker auf Impfangebote hingewiesen werden. Der Kreis Lippe habe darüber hinaus nach derzeitigem Stand der Verordnungen keine rechtliche Handhabe, um erweiterte Schutzmaßnahmen anzuordnen, wie es vor Monaten noch durch Allgemeinverfügungen möglich war, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Lippe am Freitag weiter.

16.30 Uhr: Viele Kinder in Österreich wegen Corona von Schule abgemeldet

In Österreich hat sich die Zahl der Schulabmeldungen angesichts der Corona-Pandemie verdreifacht. Insgesamt 7.515 Kinder bis zum neunten Schuljahr sind im neuen Schuljahr in häuslichem Unterricht, wie aus Zahlen des Bildungsministeriums hervorgeht. Im Vorjahr waren es rund 2.600. In Österreich gilt keine Schul-, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Ein Hausunterricht kann nur untersagt werden, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die Gleichwertigkeit des Unterrichtes nicht gegeben ist. Am Ende des Schuljahrs ist an einer Schule eine sogenannte Externistenprüfung über den Unterrichtsstoff zu absolvieren. Das Bildungsministerium will künftig die Regeln für häuslichen Unterricht verschärfen. Obendrein hatte es die Eltern mehrfach darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur Phase des generellen Fernunterrichts nun das Lernen zu Hause nicht mehr durch die Lehrer unterstützt wird.

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15.18 Uhr: Sechs weitere Corona-Tote in Sachsen

Sachsens Gesundheitsamt hat am Freitag 213 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl an Infektionen im Freistaat auf 293.627. Vor genau einer Woche, am 10. September, waren es 265 Fälle gewesen. Außerdem wurden sechs an oder mit einer Corona-Infektion Gestorbene gezählt, vier davon in der Landeshauptstadt Dresden. Das Dresdner Gesundheitsamt meldet in einem etwas anderes Zählzeitraum sogar auf fünf Tote. Alles zur Corona-Lage in der Landeshauptstadt lesen Sie hier.

14.55 Uhr: Stiko rät Schwangeren und Stillenden zur Corona-Impfung

Schwangere, Stillende und Frauen im gebärfähigen Alter sollten sich der Ständigen Impfkommission (Stiko) zufolge grundsätzlich gegen Corona impfen lassen. Nach einem sogenannten Stellungnahmeverfahren hat das Robert Koch-Institut am Freitag die endgültige Empfehlung veröffentlicht. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Bislang war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen. Auch ungeimpften Stillenden empfiehlt die Stiko eine Impfung, zudem rät sie "allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen Corona, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht".

Die Ständige Impfkommission empfiehlt nun endgültig die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt nun endgültig die Corona-Schutzimpfung für Schwangere und Stillende. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

14.05 Uhr: Wales führt Nachweispflicht über Test oder Impfung für Nachtclubs ein

Nachtschwärmer im britischen Landesteil Wales müssen künftig vor Betreten von Nachtclubs und größeren Events einen Corona-Impf- oder Testnachweis vorlegen. Das teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am Freitag mit. Angesichts hoher Fallzahlen in dem Landesteil mit rund 3,1 Millionen Einwohnern rief der Labour-Politiker die Menschen auch dazu auf, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.

Die Regel tritt vom 11. Oktober an in Kraft und gilt für alle Erwachsenen. "Das letzte was wir wollen, sind weitere Lockdowns, und dass Geschäfte ihre Türen wieder schließen müssen", sagte Drakeford der Mitteilung zufolge. Deswegen müssten nun kleine, aber bedeutungsvolle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Für Corona-Maßnahmen sind in Großbritannien die einzelnen Landesteile zuständig. Für England entscheidet die Zentralregierung in London. Premierminister Boris Johnson hatte sich in dieser Woche weitere Maßnahmen wie Impfpässe für Nachtclubs und Großveranstaltungen zunächst nur als "Plan B" vorbehalten.

12.51 Uhr: Rund 1.400 Aktionen bei bundesweiter Corona-Impfwoche

Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1.400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden. Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer."

Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert. Er bekräftigte erneut: "Die Bundesregierung hat eine allgemeine Impfpflicht immer abgelehnt, und da gibt es auch keine veränderte Position." Für die am Montag gestartete Aktionswoche hatten Bund und Länder alle Akteure vor Ort dazu aufgerufen, unkomplizierte Impfangebote zu organisieren - etwa bei Vereinen, Feuerwehren, Kulturveranstaltern oder Unternehmen.

12.32 Uhr: Ischgl-Prozess um Covid-Opfer: Staat Österreich lehnt Vergleich ab

Beim ersten Prozess um den folgenschweren Corona-Ausbruch im Tiroler Skiort Ischgl hat der österreichische Staat eine einvernehmliche Lösung und Vergleichsverhandlungen abgelehnt. Die Republik vertritt die Auffassung, dass Regierung und Behörden mit dem damaligem Wissen über das Virus richtig handelten und die Klage deshalb grundlos ist - dies wurde zum Auftakt des Verfahrens am Freitag deutlich. Vor dem Wiener Landgericht fordern die Witwe und der Sohn eines an Covid-19 gestorbenen Österreichers, der sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt haben soll, rund 100.000 Euro Schadenersatz vom Staat.

Der auch bei Deutschen beliebte Ski- und Partyort wurde im März 2020 wegen steigender Fallzahlen plötzlich geschlossen. Reiserückkehrer trugen das Virus in viele Heimatländer weiter. Laut Klägeranwalt Alexander Klauser reagierten Behörden aber zu spät auf die ersten Infektionen und setzten Gesundheitsmaßnahmen nicht ausreichend um. Außerdem habe Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am 13. März eine Quarantäne für Ischgl ohne Vorbereitungen verkündet. Tausende Urlauber seien dadurch unkontrolliert und dicht an dicht gedrängt geflohen.

Bei dem Gericht sind bislang 15 Klagen zu Ischgl eingegangen. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV), der die Klagen unterstützt, rechnet jedoch damit, dass insgesamt bis zu 3.000 Ansprüche an den Staat gestellt werden.

12.11 Uhr: Ausnahmslose Impfpflicht auf einigen Kreuzfahrtrouten von Aida

Die Rostocker Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises bietet einige Reisen ihres Winterfahrplans nur ausnahmslos Menschen mit Corona-Impfung an. Auf Reisen in die Karibik, den Orient oder nach Norwegen gibt es laut Aida keine Ausnahmen etwa für ungeimpfte Kinder, so dass diese nicht mitreisen können. Das Unternehmen habe die Gäste am Donnerstag informiert, sagte eine Sprecherin am Freitag. Zuerst hatte die "Ostsee-Zeitung" berichtet. Auch für Reisen etwa zu den Kanaren, im Mittelmeer sowie Städtetouren ab Hamburg gilt laut Unternehmen eine Impfpflicht. Für Kinder bis zwölf Jahren ist hier allerdings ein negativer Corona-Test ausreichend.

Maßgeblich für die Regelungen seien im Wesentlichen die Vorgaben der Zielländer, sagte die Sprecherin. Von Corona Genesene und Geimpfte werden den Vorgaben entsprechend nicht gleichgesetzt. Auch Genesene müssen demnach vor oder nach der Genesung eine Impfdosis erhalten haben. Unabhängig von Impfungen sind weiterhin Corona-Tests vor Reiseantritt vorgesehen und je nach Route auch während der Reise. Masken sollen in Innenbereichen des Schiffes getragen werden, außer etwa beim Essen oder beim Sport.

11.50 Uhr: Zypern und ganz Portugal keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht Zypern und die Algarve ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Damit verschwindet das auch bei Urlaubern beliebte Portugal nun ganz aus dieser Kategorie, wie am Freitag aus einer Mitteilung des Robert Koch-Institutes hervorging.

Nach Aufenthalten in Hochrisikogebieten gilt: Rückkehrer nach Deutschland, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Welche Länder noch von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden, lesen Sie im Artikel Weitere Länder verschwinden von Corona-Risiko-Liste.

11.31 Uhr: Zusehends mehr Corona-Auffrischungsimpfungen

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland gibt es mehr und mehr Auffrischungsimpfungen für ältere und besonders gefährdete Menschen. Am Mittwoch und Donnerstag waren es erstmals jeweils mehr als 40.000 am Tag, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervorgeht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten kürzlich vereinbart, das Angebot zu Impf-Auffrischungen zu erweitern: Neben Pflegeheimbewohnern können sich unter anderem auch Menschen ab 60 Jahre mit ärztlicher Beratung dafür entscheiden, wenn die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

Insgesamt sind nun 52,2 Millionen Menschen oder 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 55,7 Millionen Menschen oder 67,0 Prozent aller Einwohner.

11.12 Uhr: Bundesrat stimmt schärferen Transparenzregeln für Abgeordnete zu

Der Bundesrat hat den verschärften Transparenzregeln für Bundestagsabgeordnete zugestimmt. Damit hatte das Parlament die Konsequenzen aus der sogenannten Maskenaffäre gezogen. Der bereits im Juni vom Bundestag beschlossene gemeinsame Gesetzentwurf von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken sieht höhere Strafen bei Bestechung vor, er verbietet die Annahme von Geldern und weitet die Pflichten zur Offenlegung von Nebeneinkünften aus.

Mit der Reform wird im Strafgesetzbuch das Strafmaß für Abgeordnete, die sich bestechen lassen und umgekehrt für Personen, die Abgeordnete bestechen, deutlich hochgesetzt. Künftig wird dies mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und bis zu zehn Jahren geahndet. Bislang drohte in solchen Fällen eine Freiheitsstrafe von maximal fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Im Frühjahr hatten mehrere Unionsabgeordnete ihr Bundestagsmandat niedergelegt. Es ging um Provisionen für die Vermittlung von Corona-Schutzmasken und den Verdacht bezahlter Einflussnahme zugunsten der Kaukasus-Republik Aserbaidschan.

10.40 Uhr: Homeoffice-Angebot in Stellenanzeigen hat sich verdreifacht

Der Anteil von Online-Stellenanzeigen mit Option auf Homeoffice ist bis März 2021 auf 12 Prozent gestiegen und hat sich damit seit 2019 mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Auswertung von 35 Millionen Stellenanzeigen durch das ifo-Institut und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hervor. "Der Anstieg der Homeoffice-Option in Stellenausschreibungen zeigt sich über alle Wirtschaftssektoren hinweg", sagte ifo-Forscher Jean-Victor Alipour am Freitag. Auch ländliche Regionen holten beim Homeoffice deutlich auf.

Computerkenntnisse würden in Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option doppelt so oft gefordert wie in Stellenanzeigen, die kein Homeoffice erwähnen. Auch Anpassungsfähigkeit an Veränderung und Teamfähigkeit würden häufiger verlangt.

10.14 Uhr: Offenbar gehäufte Impfdurchbrüche bei Impfstoff von Johnson-&-Johnson

Experten und Behörden fallen vermehrte Impfdurchbrüche beim Impfstoff von Johnson-&-Johnson auf. Bislang erkrankten in 6.106 Fällen Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht. Laut RKI haben bislang gut drei Millionen Menschen eine Johnson-&-Johnson-Impfung bekommen. Auf eine Million Geimpfte kämen demnach grob überschlagen 2.000 Impfdurchbrüche. Zum Vergleich: Beim am häufigsten in Deutschland verwendeten Impfstoff - Biontech/Pfizer - sind es diesen Zahlen zufolge rund 640 Durchbrüche pro eine Million vollständig Geimpfte.

Das Vakzin von Johnson-&-Johnson ist der einzige bisher in der EU zugelassene Corona-Impfstoff, bei dem es laut EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nur eine Dosis braucht.

Nach dieser Impfung dauere es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet hätten, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur. Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Impfung also deutlich schlechter, sagte Watzl. Vor einer schweren Corona-Erkrankung schütze das Vakzin aber sehr wohl, betonte er. Mehr dazu lesen Sie hier.

9.37 Uhr: Kindeswohlgefährdung: Halb so viele Meldungen an Schulen im Lockdown

Während des Corona-Lockdowns haben Schulen und Kitas deutlich weniger Fälle von Kindeswohlgefährdung gemeldet. Im Frühjahr 2020 - als viele Einrichtungen geschlossen waren - meldeten Schulen halb so viele Fälle wie im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Bei den Kitas ging die Zahl der Meldungen zeitgleich um etwa ein Drittel zurück.

Im gesamten Corona-Jahr 2020 stellten die Jugendämter in Deutschland bei 60.551 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung fest. Bei weiteren 66.557 Minderjährigen kamen die Behörden zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorlag, aber Hilfe- oder Unterstützung nötig war. In 15 Prozent der Fälle kam der Hinweis von einer Schule oder Kindertagesstätte.

Fachleute hatten vor dem ersten Corona-Lockdown im Jahr 2020 davor gewarnt, dass ein Teil der Kinderschutzfälle durch die Schul- und Kitaschließungen unentdeckt bleiben könnte. Die Aufschlüsselung nach Monaten zeigt nach Einschätzung der Statistiker nun, dass die Meldungen tatsächlich stark zurückgingen.

8.58 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen kaum verändert

Die Corona-Inzidenz in Sachsen stagniert. Am Freitag gab das Robert Koch-Institut die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit 37,9 an (Vortag: 38,0). Bundesweit lag die Inzidenz am Freitag bei 74,7 (Mittwoch: 76,3.)

Die höchste Ansteckungsrate hat in Sachsen derzeit der Erzgebirgskreis (53,3), gefolgt von Dresden (52,1). Die niedrigste meldete das RKI für den Landkreis Nordsachsen (18,2). Für den gesamten Freistaat registrierte das RKI am Freitag 277 neue Infektionen und zwei weitere Todesfälle.

8.29 Uhr: Boom in Bootsbranche hält auch im zweiten Pandemie-Jahr an

Der Corona-Boom bei deutschen Bootsbauern hält auch im zweiten Pandemie-Jahr an. "Im Moment sind die Verkäufe so gut, dass es eine Weile dauert, bis man sein Wunschboot bekommt", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbau-Verbands mit Sitz in Hamburg, Claus-Ehlert Meyer. Die große Nachfrage ziehe sich durch fast alle Bereiche: "Was an gängigen Booten zur Verfügung steht, wird gehandelt."

Wie lange der Boom anhalte, sei schwer zu sagen, sagte Meyer. "Wir haben jetzt noch die Interboot, dann muss man mal sehen. Aber auf absehbare Zeit sieht es gut aus." Bei der Messe Interboot in Friedrichshafen am Bodensee präsentieren von Samstag bis 26. September nach Angaben der Veranstalter rund 280 Aussteller aus 13 Ländern Neuheiten und Trends zu Booten, Zubehör und Wassersport.

7.47 Uhr: Nach möglichen Kochsalz-Injektionen Entschädigung für Betroffene

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt. Dafür müsse ein Antrag gestellt und die Nachholimpfung nachgewiesen werden. Die Kosten übernehme das Land. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

7.11 Uhr: Erster Prozess um Coronaausbruch in Ischgl beginnt

Mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern haben sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in Ischgl und anderen Tiroler Urlaubsorten mit dem Coronavirus angesteckt - am Freitag (10.00 Uhr) startet in Wien der erste Zivilprozess gegen die österreichischen Behörden. Dabei geht es um das Schicksal eines 72-jährigen ehemaligen Journalisten und leidenschaftlichen Skifahrers, der nach dem Ischgl-Urlaub an Covid-19 starb. Seine Witwe fordert 100.000 Euro Schadensersatz von Österreich.

Es ist die erste von 15 Klagen von Österreichern und Deutschen, die den Behörden schwere Fehler im Umgang mit der Pandemie vorwerfen. Diese hätten dazu geführt, dass Ischgl und Umgebung gleich zu Beginn der Pandemie Anfang März 2020 zu einem Corona-Hotspot wurden. Die österreichischen Behörden weisen die Vorwürfe zurück.

6.39 Uhr: Neuseeland setzt Reisekorridor mit Australien weitere zwei Monate aus

Wegen der noch immer hohen Corona-Zahlen in Australien setzt Neuseeland den Reisekorridor mit dem Nachbarland um weitere zwei Monate aus. Die beiden Inselstaaten hatten sich im April auf eine Regelung zum quarantänefreien Reisen der Bürger zwischen den Ländern geeinigt. Die so genannte "Trans-Tasman bubble" wurde aber im Juli wieder gestoppt, nachdem Australien wegen der Ausbreitung der Delta-Variante steigende Fallzahlen meldete.

Auch Neuseeland kämpfte zuletzt mit einem Ausbruch in der Metropole Auckland, hat diesen aber wieder weitgehend unter Kontrolle gebracht. "Neuseeland vor einer möglichen weiteren Verbreitung der Delta-Variante zu schützen, hat für uns absolute Priorität", sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Freitag. "Das quarantänefreie Reisen mit Australien zu diesem Zeitpunkt wieder einzuführen, könnte unsere Fortschritte gefährden."

Im November will die Regierung in Wellington die Lage neu bewerten. Bis dahin seien voraussichtlich bei den Impfkampagnen Fortschritte gemacht worden, hieß es. Beide Länder hatten lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt und ihre Außengrenzen für internationalen Reiseverkehr weitgehend geschlossen. Die Impfungen schritten aber lange nur schleppend voran.

6.09 Uhr: Arbeitgeberpräsident kann sich Impfprämie vorstellen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen. Im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: "Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren."

Die Corona-Impfkampagne stockt bereits seit einiger Zeit, Grund ist die mangelnde Nachfrage in der Bevölkerung. Niedrigschwellige Angebote wie Impfungen auf Supermarktparkplätzen sollen die Impfquote erhöhen, zum Teil wird zum Beispiel auch mit Freifahrten oder Bratwürsten geworben. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hatte sich zuletzt für eine Impfprämie von 50 Euro ausgesprochen.

5.21 Uhr: "Mutter Beimer" ruft zum Impfen auf: "Das ist umsonst!"

Schauspielerin Marie-Luise Marjan, berühmt geworden als "Mutter Beimer" aus der Fernsehserie "Lindenstraße" (1985-2020), hat zum Impfen gegen das Coronavirus aufgerufen. Corona habe viele Pläne durcheinander gebracht, erklärte die 81-Jährige am Rande der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln. "Man kann nur bitten, dass die Leute sich impfen lassen. Damit wir nicht schon wieder irgendeine große Beschränkung bekommen", sagte sie.

Sie verstehe nicht, warum man "das Angebot einer Regierung oder auch der Wissenschaftler und Ärzte, die sich Gedanken darüber" gemacht hätten, nicht annehme. "Das ist umsonst! Meine Damen, meine Herren, liebe Kinder. Nun nehmt es doch an." Sie selbst sei schon seit mehreren Monaten geimpft.

Freitag, 5 Uhr: RKI registriert 11.022 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 74,7

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am vierten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagtagmorgen mit 74,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 76,3 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12´.969 Ansteckungen gelegen.

Aus Sicht des Saarbrücker Experten für Corona-Prognosen, Thorsten Lehr, beruhen die seit einiger Zeit stagnierenden oder leicht sinkenden Zahlen auf mehreren Effekten: Zum einen ebbe die Zahl der Reiserückkehrer langsam ab – und damit auch die eingeschleppter Infektionen, sagte er kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Zum anderen seien in vielen Bundesländern nach den Sommerferien die gemeldeten Infektionszahlen bei Schülern unter anderem aufgrund der Tests in Schulen zunächst explosionsartig angestiegen. Durch das kontinuierliche Testen und Quarantänemaßnahmen komme es vielerorts nun zu einer Stagnation oder sogar Abnahme der Zahlen in dieser Altersgruppe. Auch 2020 sei die Inzidenz um diese Zeit leicht abgesunken beziehungsweise auf konstantem Niveau verharrt, bevor sie Ende September stark angestiegen sei.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 20 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 55 gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 125 878 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,87 an (Mittwoch: 1,88). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.873.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.857.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: 3.000 Gesundheitskräfte wegen Impfpflicht in Frankreich suspendiert

Mit Start der Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Frankreich sind rund 3.000 Angestellte vorläufig suspendiert worden. Sie hätten am Mittwoch noch keine erste Impfung gegen das Coronavirus vorweisen können, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag. Er gehe aber davon aus, dass die Angestellten, die etwa in Bereichen wie Küche oder Wäscherei arbeiteten, die Impfung schnell nachholten. "Alle, die mit kranken und schwachen Menschen in Kliniken oder Heimen arbeiten, sind jetzt geimpft", betonte der Minister in einem TV-Interview. Es habe nur wenige Dutzend Kündigungen von Beschäftigten gegeben, die mit der Impfpflicht gar nicht einverstanden seien.

Betroffen von der Impfpflicht in Frankreich sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte, überwiegend im Gesundheitssektor, auch aber Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie Gendarmen. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern. Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht gehört, führen seit Wochen zu Demonstrationen, die Teilnehmerzahl sinkt aber beständig.

Eine Frau mit einem Aufkleber gegen den Gesundheitspass auf dem Arm demonstriert in Paris gegen die Corona-Regeln.
Eine Frau mit einem Aufkleber gegen den Gesundheitspass auf dem Arm demonstriert in Paris gegen die Corona-Regeln. © Adrienne Surprenant/AP/dpa

21.42 Uhr: Salzburg wird in Österreich zum Höchstrisikogebiet

Das Salzburger Land ist in Österreich als Gebiet mit sehr hohem Corona-Risiko eingestuft worden. Die nationale Corona-Kommission setzte Salzburg am Donnerstag als einziges Bundesland auf die höchste Stufe der fünfstufigen nationalen Corona-Skala. Im Rest Österreichs besteht hohes oder mittleres Risiko. Die Mitglieder der Kommission aus Medizin und Verwaltung argumentierten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Salzburg mit rund 180 Infizierten besonders hoch sei, während die Impfrate und die Kontaktnachverfolgung hinterherhinkten. Die österreichweite Inzidenz lag zuletzt bei 164. Die Salzburger Behörden kündigten keine unmittelbaren Maßnahmen als Reaktion auf die Einstufung an.

21.34 Uhr: WHO kritisiert Horten von Impfdosen in reichen Ländern

Die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, wirft reichen Staaten das Horten von Impfdosen vor. Dadurch würden viele Menschen in armen afrikanischen Ländern vom Zugang zu den lebensrettenden Wirkstoffen ausgeschlossen, kritisierte Moeti am Donnerstag in Brazzaville. Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika verlangte von den reichen Ländern, ihre Überschüsse dem internationalen Programm Covax zu übergeben. Nach ihren Angaben sind bislang nur 50 Millionen oder 3,6 Prozent der Bevölkerung Afrikas gegen den Erreger von Covid-19 vollständig geimpft. In vielen reichen Ländern sind bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung immunisiert. Moetis Angaben zufolge sind inzwischen acht Millionen Covid-19-Fälle in Afrika erfasst worden.

In der neunten aufeinanderfolgenden Woche seien die Covid-19-Fallzahlen zurückgegangen. Die WHO weist jedoch regelmäßig daraufhin, dass die Dunkelziffern in Afrika weitaus höher seien. Das liege vor allem an den mangelnden Testkapazitäten und der Weigerung vieler Menschen, sich untersuchen zu lassen. Im Covax-Programm haben sich mehrere internationale Organisationen wie die WHO, das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi zusammengeschlossen, um eine gleichmäßigere Verteilung von Corona-Impfstoffen zu gewährleisten.

21.17 Uhr: Pandemie: Ost-West-Schere bei Inzidenzen

In der Corona-Pandemie zeigt sich in Deutschland ein weiteres deutliches Ost-West-Gefälle: Die 7-Tages-Inzidenz, die im Labor bestätigte Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche anzeigt, ist in mehreren östlichen Bundesländern rasant gestiegen. Im Westen der Republik blieb sie dagegen entweder ähnlich hoch oder nahm ab, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. Im Osten Deutschlands liegen auch die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen.

Der Vergleich der 7-Tage-Inzidenz des RKI bezieht sich auf die erste und zweite Septemberwoche. Danach stiegen die Werte für Sachsen und Thüringen von der 35. auf die 36. Meldewoche um jeweils 40 Prozent an, gefolgt von Brandenburg (plus 19 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 17 Prozent). Allein in Mecklenburg-Vorpommern verlief der Anstieg mit sieben Prozent eher moderat. Am deutlichsten fielen die Inzidenzen dagegen im Saarland (minus 26 Prozent), Schleswig-Holstein (minus 15 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (minus 14 Prozent). Bundesweit gingen die 7-Tages-Inzidenzen damit sogar leicht um fünf Prozent zurück. Diese Entwicklung könnte auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der diagnostizierten Infektionen beim Schulanfang sowie auf die breite Einführung der 2G- oder 3G-Regeln zurückzuführen sein, heißt es im Wochenbericht.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gingen die Sommerferien erst Anfang September zu Ende. Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind aber auch bundesweit die Schlusslichter beim Impfen. Die 7-Tages-Inzidenz gilt als ein Frühwarnindikator für den weiteren Verlauf der Pandemie. Stark steigende Werte können insbesondere in ungeimpfen Risikogruppen zwei bis drei Wochen später zu mehr Klinikeinweisungen und auch zu mehr Todesfällen führen.

20.52 Uhr: Infektionsmediziner: Schulen "uneingeschränkt" offen halten

Experten für Infektionskrankheiten bei Kindern und Krankenhaushygiene-Fachleute haben dazu aufgerufen, Schulen und Kitas für Kinder unter zwölf Jahren "uneingeschränkt und unabhängig von der regionalen Inzidenz im Regelbetrieb" offen zu halten. Das gelte auch für alle anderen Bereiche des sozialen Lebens, wie Jugendarbeit, Sportvereine, Musikschulen oder Schwimmkurse, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI).

"Gemeinschaftseinrichtungen tragen in der jetzigen Situation (keine Lockdown-Maßnahmen mehr im öffentlichen und privaten Bereich) nicht wesentlich zur Gesamtausbreitung des Erregers in der Gruppe der nicht geimpften Kinder und Jugendlichen bei", heißt es in dem Papier. Die weit überwiegende Zahl infizierter Kinder sei asymptomatisch oder erkranke mild.

Die Fachgesellschaften sprechen sich auch dafür aus, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren im Regelbetrieb offen zu halten und lehnen regelmäßige Tests asymptomatischer Kinder und Jugendlicher ab. Kinder, die sich solchen Tests unterziehen müssten, würden dadurch auch psychologisch grundsätzlich als "potenzielle Gefährder" eingestuft, heißt es zur Begründung. "Falsch positive Antigen-Testergebnisse lösten eine Kaskade schwerwiegender Interventionen aus, die sich im Nachhinein als nutzlos erweisen."

20.30 Uhr: Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Corona-Tests vor

Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den "Grünen Pass" umfangreich auszuweiten. Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft. Das neue Dekret setzte Draghi trotz der Proteste der Gewerkschaften und Teile der rechten Parteien durch.

Diese hatten in den Beratungen mit dem Regierungschef erfolglos gefordert, dass Covid-Tests als Alternativen zu Impfungen kostenlos bleiben müssten. Es dürfe nicht sein, dass man bezahlen müsse, um arbeiten zu gehen, hieß es. Draghis Kabinett aber beschloss lediglich Preisdeckelungen: Erwachsene dürfen pro Test höchstens 15 Euro zahlen, Kinder 8 Euro. Verstöße gegen die Regeln sollen scharf geahndet werden: Wer keinen Grünen Pass - dazu zählt auch der EU-Corona-Zertifikat - hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, darf ohne Bezahlung freigestellt werden - in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort.

20.11 Uhr: Facebook löscht "Querdenken"-Kanäle als "schädliches Netzwerk"

Facebook hat knapp 150 Konten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Internetkonzern der umstrittenen "Querdenker"-Bewegung zuordnet. Es sei weltweit die erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die einen "koordinierten sozialen Schaden" (Coordinated Social Harm) hervorrufe, teilte Facebook am Donnerstag mit. Betroffen seien auch die Accounts von "Querdenker"-Gründer Michael Ballweg. Mehr zum Facebook-Vorgehen erfahren Sie hier.

19.55 Uhr: Weidel: Lage für Covid-Maßnahmen-Gegner und Putin-Gegner vergleichbar

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat die Drangsalierung der Kreml-Gegner vor der Parlamentswahl in Russland mit dem Umgang von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Deutschland verglichen. "Schauen Sie mal auf unsere eigenen Straßen. Gegner der Corona-Maßnahmen werden hier massiv bedrängt. Demonstrationen von Regierungskritikern werden verboten. Wir sollten tunlichst vermeiden, mit dem Finger auf andere Staaten zu zeigen bei den Grundrechtseinschränkungen, die hier durchgesetzt werden", sagte Weidel dem Badischen Tagblatt (Freitag).

Auf Nachfrage ergänzte sie: "Vom Prinzip her, von der Verächtlichmachung und Drangsalierung der Kritiker her, lässt sich das durchaus vergleichen, aber natürlich." Rund 110 Millionen Russen sind von Freitag an zur Wahl ihres neuen Parlaments aufgerufen. Ein Sieg der Kremlpartei Geeintes Russland gilt als sicher. Echte Oppositionsparteien haben kaum Chancen auf einen oder mehrere der insgesamt 450 Sitze in der Staatsduma. Unterstützer des im Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny wurden nicht als Kandidaten zugelassen. Sie warnen vor massiven Stimmenfälschungen.

19.26 Uhr: OECD: Unterricht an zwei von drei Schultagen während Corona gestört

Der Unterricht für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland war nach einer OECD-Erhebung seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum Auslaufen der Schulschließungen im Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen gestört. Das sind zwei Drittel der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021. Demnach waren etwa Grundschulen im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet, also beispielsweise im sogenannten Wechselbetrieb. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Kitas waren im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 61 Tage vollständig geschlossen. Zahlen zum Teilbetrieb bei Kitas liegen nicht vor.

Die OECD legte die Daten am Donnerstag im Rahmen ihrer jährlich veröffentlichten Erhebung "Bildung auf einen Blick" vor. In der mehr als 500-seitigen Studie werden die Bildungssysteme der 38 OECD- und weiterer Länder miteinander verglichen. Unter anderem wird untersucht, wie viel Geld die Länder für Bildung ausgeben oder wie Schulen und Kitas personell aufgestellt sind. Hervorgehoben wird für Deutschland, dass sowohl in der Altersgruppe unter drei Jahren als auch im vorschulischen Bereich mehr Kinder an frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung teilnähmen als im OECD-Durchschnitt.

Schulunterricht gab es in der Lockdown-Zeit sehr oft nicht in der Schule.
Schulunterricht gab es in der Lockdown-Zeit sehr oft nicht in der Schule. © Annette Riedl/dpa

18.52 Uhr: 83 Infizierte nach 2G-Party - Bisher keine Verstöße bei Impfnachweis

Nach einer Clubparty nur für Geimpfte und Genesene in Münster ist die Zahl der mit Corona infizierten Besucher auf 83 gestiegen. Bis Donnerstag seien 59 Impfnachweise eingereicht und überprüft worden, teilte die Stadt mit. "Bisher ist kein Verstoß bei den Impfnachweisen festgestellt worden." Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die sogenannte 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen.

Die Betroffenen zeigten weiterhin nur milde oder gar keine Symptome, teilte die Stadt weiter mit. Bereits am Dienstag hieß es, dass die meisten infizierten Gäste aus Münster kommen, die übrigen Personen in der erweiterten Region wohnen. Auch ein Mitarbeiter des Clubs sei infiziert.

18.28 Uhr: Spahn: Gratis-Tests für 12- bis 17-Jährige noch bis Jahresende

Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch "bis Ende des Jahres" kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. "Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen", sagte der CDU-Politiker der "Welt". Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll. "Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig", sagte Spahn. Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. "Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen."

Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren. Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von 12 bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten.

17.52 Uhr: Mehr als jeder Dritte hat privat oder im Job Impf-Streit erlebt

Die Impfung gegen das Coronavirus ist ein Thema, das im Job und auch im privaten Umfeld manchmal zu Konflikten führt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hat das mehr als jeder Dritte (37 Prozent) schon persönlich erlebt. Rund 15 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Familie sei über die Impfung gestritten worden. Zwölf Prozent der Deutschen ab 18 Jahren haben einen solchen Streit am Arbeitsplatz erlebt - allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten derzeit ohnehin im Home Office arbeitet.

23 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage unter Wahlberechtigten gaben an, in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis habe es schon Streit um die Impfung gegeben. Bei der Beantwortung der Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Eine Mehrheit von 59 Prozent gab an, in ihrem direkten Umfeld habe es bislang keinen Streit darüber gegeben, ob man sich impfen lassen sollte oder nicht. Vier Prozent der Befragten antworteten mit "weiß nicht".

17.22 Uhr: Millionen Corona-Hilfen erschlichen - Hausdurchsuchungen

Polizeibeamte sind am Donnerstagmorgen gegen mutmaßliche Betrüger vorgegangen, die sich in der Corona-Pandemie mehrere Millionen Euro an Überbrückungshilfen erschlichen haben sollen. Fast 200 Beamte des Landeskriminalamts, der Steuerfahndung und des Zolls hätten am Donnerstagmorgen im ganzen Stadtgebiet insgesamt 17 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht und diverse Unterlagen und Speichermedien beschlagnahmt, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen richten sich demnach gegen zehn Personen, die sich 16 Millionen Euro an Überbrückungshilfen erschlichen haben sollen. Hauptbeschuldigter ist ein Rechtsanwalt. Er steht im Verdacht, für verschiedene Unternehmen betrügerische Anträge in Höhe von insgesamt 21 Millionen Euro gestellt zu haben. Ein Großteil der erschlichenen Gelder soll allerdings bereits wieder sichergestellt worden sein.

17.00 Uhr: Corona-Pandemie: Skoda drosselt Produktion wegen Chipmangels

Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda setzt die Produktion wegen des Mangels an Halbleitern in zwei Werken für einen kurzen Zeitraum aus. Im Stammwerk in Mlada Boleslav sowie in Kvasiny stehen die Fließbänder vom 27. September an für eine Woche still, wie Sprecherin Kamila Biddle am Donnerstag sagte. Ein Teil der von Kunden bestellten Fahrzeuge werde damit verspätet ausgeliefert. Hintergrund der Lieferschwierigkeiten bei den Chips seien unter anderem gestiegene Corona-Zahlen in Produktionsländern wie Malaysia, hieß es.

Bis zum Jahresende rechne man mit einer gewissen Verbesserung bei den Lieferketten. Derzeit leidet die gesamte Automobilbranche an einem Mangel an Halbleitern. Der Skoda-Vorstandsvorsitzende Thomas Schäfer hatte vor wenigen Tagen der "Augsburger Allgemeinen" gesagt, dass die VW-Tochter wegen fehlender Halbleiter in diesem Jahr 100.000 Autos nicht werde bauen können. "Der Chipmangel schmerzt enorm, auch weil die Nachfrage nach unseren Autos weiterhin sehr hoch ist", sagte der 51-Jährige. Im vorigen Jahr hatte Skoda trotz der negativen Folgen der Corona-Pandemie mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert.

16.33 Uhr: Vierte Corona-Welle in Teilen Afrikas - erst 3,6 Prozent geimpft

In Afrika sind erst 3,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Corona-Virus geimpft, obwohl sich Teile des Kontinents bereits im Griff einer vierten Infektionswelle befindet. Betroffen sind vor allem Länder im Norden des Kontinents wie Algerien, Ägypten oder Tunesien, aber auch Staaten wie Benin im Westen oder Kenia und Somalia im Osten. "Wir sind noch nicht aus dem Gröbsten raus", sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC, am Donnerstag. Er betonte erneut, dass Afrika unbedingt Zugang zu mehr Impfstoffen benötige.

Allerdings zeigt der Trend bei der Zahl der Neuinfektionen auf Europas Nachbarkontinent nun deutlich nach unten. Gegenüber der Vorwoche sank sie um 20 Prozent, bei der Zahl der Todesfälle um 26 Prozent. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC rund 8 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 204.000 tödlich waren - weltweit entspricht das einem Anteil von 4,4 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen allerdings höher liegen.

Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren. Bisher hat Afrika laut CDC rund 167 Millionen Impfdosen beschafft und mehr als 69 Millionen Tests durchgeführt. "Zugang zu Tests ist kein Problem mehr", sagte Nkengasong mit Blick auf den Kontinent.

15.56 Uhr: Biontech-Chef Sahin: Lieblingslehrerin hat Anteil am Corona-Impferfolg

Biontech-Chef Ugur Sahin hat seiner früheren Kölner "Lieblingslehrerin" in einer persönlichen Videobotschaft zum 80. Geburtstag gratuliert und ihren Matheunterricht als wichtigen Beitrag bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs bezeichnet. "Es ist auch Ihrem Unterricht und Ihnen persönlich zu verdanken, dass wir im Januar letzten Jahres mit aller Entschlossenheit begonnen haben, den Impfstoff zu entwickeln", sagte Sahin in seiner Gratulation an Gisela Seulen, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

Die damalige Schlussfolgerung, dass sich das Coronavirus vom chinesischen Wuhan aus in die ganze Welt verbreiten werde, sei "nicht komplexer als Oberstufen-Mathe" gewesen. Die Mathematik helfe ihm, "biologische Mechanismen zu verstehen oder die Zusammenhänge zwischen Krankheiten und der Entwicklung von wirksamen Therapieverfahren", sagte Sahin weiter. Seulen sagte der Zeitung, sie fühle sich von Sahins Botschaft "natürlich gebauchpinselt".

Der Vorstandschef und Mitgründer des Mainzer Unternehmens Biontech war im Alter von vier mit seiner Familie nach Köln gezogen, machte dort Abitur und studierte Medizin. An diesem Freitag zeichnet die Uni Köln ihn und seine Frau, die Forscherin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci, mit der Ehrendoktorwürde aus.

Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech.
Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech. © Andreas Arnold/dpa (Archiv)

15.22 Uhr: Schutz vor Gesundheitskrisen - Neue EU-Behörde geht an den Start

Die geplante EU-Behörde zur Vorsorge von Gesundheitskrisen wie der Corona-Pandemie soll Anfang 2022 voll einsatzfähig sein. Schon jetzt nimmt die Behörde namens Hera (Health Emergency Preparedness and Response Authority) ihre Arbeit auf, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Sie soll gesundheitliche Notstände in Zukunft verhindern, gefährliche Erreger schneller entdecken sowie zügig und grenzüberschreitend darauf reagieren. Bis 2027 stehen Hera sechs Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung. Die Behörde bekommt keinen eigenen Sitz, sondern wird innerhalb der EU-Kommission angesiedelt.

"Wir müssen für die nächste Gesundheitskrise bereit sein", sagte die zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides. Es müsse sichergestellt sein, dass die Bürgerinnen und Bürger schnell und effektiv geschützt werden. Zuvor hatte die EU-Kommission bereits vorgeschlagen, die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sowie die Europäische Arzneimittel-Agentur zu stärken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte Hera im Frühjahr angekündigt, nachdem sie teils heftig für die EU-Corona-Impfstoffstrategie kritisiert worden war. Hera soll künftig in zwei Modi arbeiten: im Vorbereitungs- und im Krisenmodus.

Zu ersterem gehören nach Angaben der EU-Kommission Risikoeinschätzungen, die Unterstützung der Entwicklung von Arzneimitteln sowie der Ausbau von Industriekapazitäten. Hera soll mit der Industrie im Austausch stehen, eine Strategie für Produktionskapazitäten sowie gezielte Investitionen erarbeiten und Engpässe in der Produktion angehen. Vor allem zu Beginn der Corona-Krise war medizinische Ausrüstung wie Masken und Schutzanzüge EU-weit knapp, später fehlten Rohmaterialien für Impfstoffe.

14.58 Uhr: Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen bis Jahresende möglich

Angesichts der weiter angespannten Corona-Lage bleiben Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden bis Jahresende auch telefonisch und ohne Besuch einer Arztpraxis möglich. Die Sonderregelung wird nochmals um drei Monate bis 31. Dezember verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag beschloss. Dies solle wegen der leichter übertragbaren Delta-Virusvariante und langsam voranschreitender Impfungen weiterhin helfen, Kontakte zu vermeiden und Infektionsrisiken zu minimieren. Telefonische Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können ebenfalls telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Ärztinnen und Ärzte müssen sich dafür durch "eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen.

In den Krankenhäusern soll eine Corona-Sonderregelung auslaufen. Ab 1. Oktober sollen ausgesetzte Vorgaben zu einer Mindestbesetzung mit Pflegefachkräften in bestimmten Stationen wieder greifen. Diese Mindestausstattung solle gerade in kritischen Bereichen wie der Versorgung Frühgeborener und von Kindern nach einer Herzoperation oder einer Krebsbehandlung wieder gewährleistet sein.

14.35 Uhr: 277 Corona-Neuinfektionen in Sachsen gemeldet

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Donnerstag 277 Neuinfektionen im Freistaat gemeldet, die meisten wurden mit 56 in der Stadt Dresden registriert. Vor einer Woche waren es mit 320 neuen Infektionen deutlich mehr. Mit den aktuellen Meldungen steigt die absolute Zahl der Infektion in Sachsen auf 293.414. Ein neuer Todesfall wurde nicht gemeldet. Damit liegt die Zahl der an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen bei 10.182.

Die Inzidenz in Sachsen steigt unterdessen wieder an, von 36,8 am Mittwoch auf aktuell 38,0. Am Dienstag wurden noch 40,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. Mit 52 weist der Landkreis Erzgebirge derzeit die höchste Inzidenz unter den 13 Regionen im Freistaat auf, gefolgt vom Landkreis Zwickau mit 49,5 und der Landeshauptstadt Dresden mit 49,2. Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Görlitz mit 19,4.

14.17 Uhr: Kein 2G-Optionsmodell für Sachsens Einzelhandel

Entgegen erster Vermutungen plant Sachsens Regierung doch nicht, ein generelles 2G-Optionsmodell einzuführen. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstag mit. Für die neue Corona-Schutz-Verordnung, die kommenden Dienstag beschlossen werden soll, gibt es für den Einzelhandel nicht die Möglichkeit, nur Genesene und Geimpfte Zugang zu ihren Einrichtungen und Angeboten zu gewähren. Das Sozialministerium stellt wegen anderslautender Medienberichte klar, dass für den Zugang zu Geschäften, Supermärkten und Einkaufszentren weiterhin die Hygienekonzepte mit der Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nase-Bedeckung gelten.

In anderen Bereichen, soll es dagegen die Möglichkeit "einer optionalen Zugangsbeschränkung allein für Genesene und Geimpfte" geben, das 2G-Optionsmodell, dass dann Getestete ausschließen würde. Laut Sozialministerium wird diese Option, zwischen 2G und 3G zu entscheiden, für folgende Bereich diskutiert:

  • den Zugang zur Innengastronomie,
  • die Teilnahme an Veranstaltungen und Festen in Innenräumen,
  • die Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen und Prostitution,
  • den Sport im Innenbereich,
  • den Zugang zu Hallenbädern und Saunen aller Art,
  • den Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Innenbereich,
  • den Zugang zu Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen im Innenbereich,
  • die Teilnahme an touristischen Bahn- und Busfahrten, auch im Gelegenheits- und Linienverkehr,
  • den Zugang zu Diskotheken, Clubs und Bars im Innenbereich,
  • den Zugang zu Großveranstaltungen bis zu einer maximalen Besucherzahl von 5.000 Personen.

Für den Zugang oder die Nutzung dieser Angebote wird bislang bei Überschreitung der 7-Tage-Inzidenz von 35 eine Impf-, Genesenen- oder negativer Testnachweis benötigt (3G).

Allerdings ist bisher die neue Corona-Schutz-Verordnung noch nicht beschlossen, hieß es in der Mitteilung. Derzeit sei das Anhörungsverfahren sowie dessen Auswertung noch nicht abgeschlossen. Die endgültigen Regelungen werden am 21. September im Anschluss an die Kabinettssitzung in einer Pressekonferenz vorgestellt.

13.56 Uhr: Corona-Spürhunde sollen bei Konzerten Infizierte erschnüffeln

Bei einer Konzertreihe in Hannover wird erstmals der Einsatz ausgebildeter Corona-Spürhunde erprobt. Die Tiere sollen beim Einlass infizierte Menschen erschnüffeln. "Ich freue mich, dass die Machbarkeitsstudie jetzt an den Start geht", sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstag. "Es wird Zeit etwas mehr Normalität zu wagen", fügte Thümler hinzu. "Die Studie könnte einen Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler bedeuten. Aktueller kann Forschung kaum sein." Das vom Ministerium mit 1,3 Millionen Euro unterstützte Projekt "Back to Culture" ist eine Gemeinschaftsinitiative der Tierärztlichen Hochschule Hannover und von Konzertveranstaltern der Landeshauptstadt.

Die Corona-Hunde sollen bei vier Konzerten eingesetzt werden: Die Rockband "Fury in the Slaughterhouse" spielt am 19. September, der Sänger Bosse am 27. September, der DJ "Alle Farben" am 2. Oktober und der Rapper Sido am 9. Oktober. "Wir hoffen sehr, mit dem Projekt auch in einer Realsituation bestätigen zu können, dass gut trainierte Hunde mit ihrer hohen Leistungsfähigkeit in der Lage sind, coronapositive Menschen zu erkennen", sagte der Präsident der Tierärztlichen Hochschule, Gerhard Greif. "Damit hätten wir eine sehr gute Ergänzung zu bisherigen Maßnahmen."

Eine Pilotstudie der Hochschule hatte gezeigt, dass die Corona-Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben von infizierten und gesunden Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind.

Der belgische Schäferhund Filou schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) an einer Trainingsmaschine für Corona Spürhunde. Die Hunde sind in der Lage Speichelproben von SARS-CoV-2-infizierter Menschen zu erkennen
Der belgische Schäferhund Filou schnüffelt in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) an einer Trainingsmaschine für Corona Spürhunde. Die Hunde sind in der Lage Speichelproben von SARS-CoV-2-infizierter Menschen zu erkennen © Ole Spata/dpa

13.30 Uhr: Gremium zurückhaltend bei Nutzen von Corona-Medikament

Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat sich zurückhaltend zum Nutzen des Medikaments Remdesivir bei der Behandlung von Covid-Patienten geäußert. Erwachsene Erkrankte mit noch nicht sehr schwerer Lungenentzündung könnten davon profitieren, teilte das oberste Entscheidungsgremium des deutschen Gesundheitswesens mit. Das Ausmaß des Zusatznutzens werde aber nur als gering eingestuft. Für schwerer erkrankte Erwachsene und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren habe kein Zusatznutzen festgestellt werden können.

Remdesivir war vom US-Pharmakonzern Gilead ursprünglich für die Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt worden. Nach Ausbruch der Pandemie galt es eine Zeit lang als Hoffnungsträger. Es erhielt im Juli 2020 als erstes Mittel in der EU eine Zulassung unter Auflagen zur Behandlung bestimmter Patienten.

Eine Ampulle mit dem Medikament Remdesivir
Eine Ampulle mit dem Medikament Remdesivir © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

13.09 Uhr: Studie: Biontech-Booster erhöht Corona-Schutz bei Senioren deutlich

Eine Corona-Auffrischungsimpfung bei Menschen über 60 Jahren erhöht die Schutzwirkung des Biontech-Mittels einer Studie zufolge beträchtlich. So habe es bei zweifach Geimpften in Israel mehr als 10 Mal so viele nachgewiesene Infektionen und knapp 20 Mal mehr schwere Erkrankungen gegeben als bei 3-fach-Geimpften, schreiben israelische Forscher im "New England Journal of Medicine".

In Israel haben mittlerweile alle Geimpften die Möglichkeit, frühestens fünf Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung zu bekommen. In der Studie wurden Daten von insgesamt mehr als einer Million Senioren in Israel berücksichtigt. Mehr zu der Studie im Artikel Booster erhöht Corona-Schutz bei Senioren

12.54 Uhr: Putin: "Einige Dutzend" Corona-Fälle in persönlichem Umfeld

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach eigener Aussage vor Beginn seiner Selbstisolation Kontakt zu mehreren Dutzend corona-infizierten Menschen gehabt. In seinem direkten Umfeld habe es mehrere Fälle gegeben, sagte Putin am Donnerstag bei einer Videoschalte. "Und das waren nicht einer oder zwei, sondern einige Dutzend Menschen." Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass es sich um Mitarbeiter handele, die für Putins Sicherheit und seine Lebenshaltung zuständig seien.

Der russische Präsident werde nun mindestens eine Woche lang in Selbstisolation verbringen. Nach Angaben des Kremls waren alle betroffenen Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft. Der 68-jährige Putin hatte am Dienstag angekündigt, auf persönliche Treffen zu verzichten. Seine Amtsgeschäfte führt er aus der Isolation heraus weiter.

Putin rief seine Landsleute auch zur Wahl einer neuen Staatsduma auf. Viele hätten in Corona-Zeiten die Möglichkeit einer Online-Abstimmung. Die Technologie sei sicher und verlässlich. Die Parlamentswahl im flächenmäßig größten Land der Erde beginnt an diesem Freitag und endet am Sonntag. Putin werde seine Stimme selbst nicht in einem Wahllokal abgeben, um nicht gegen die Quarantänevorschriften zu verstoßen, teilte Peskow mit. Womöglich gebe Putin seine Stimme online ab. Dafür sei er angemeldet.

12.37 Uhr: Dresden meldet knapp 80 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 77 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.260 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.520 als wieder genesen - 69 mehr als am Mittwoch. Die Behörden meldeten zudem drei weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind nach wie vor 1.111 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 53,9 gemeldet, sind es nun 49,3. Alle Zahlen aus Dresden im Überblick finden Sie hier.

12.10 Uhr: Thüringen für bundesweite Regelung bei Quarantäne-Entschädigung

In der Diskussion um Entschädigungen bei Verdienstausfällen durch behördlich angeordnete Quarantäne für Ungeimpfte hofft Thüringen auf eine bundesweit einheitliche Regelung. Das Thema werde derzeit auf Staatssekretärsebene zwischen Ländern und Bund beraten, sagte eine Sprecherin des Thüringer Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Erfurt. "Es wird ein bundeseinheitliches Vorgehen angestrebt und dem würden wir uns dann sicherlich anschließen", so die Sprecherin.

In der Debatte geht es um Entschädigungen, die bisher geleistet werden, wenn Beschäftigte in vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne müssen und dadurch Verdiensteinbußen erleiden. Bisher können auch Ungeimpfte mit dieser Entschädigung rechnen. Fraglich ist, ob das so bleibt.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Thüringer SPD-Fraktion, Cornelia Klisch, positionierte sich gegen die Idee, keine Entschädigung mehr bei vermeidbarer Quarantäne zu zahlen. "Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne müssen Beschäftigte entschädigt werden. Ob ein Beschäftigter geimpft ist oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen", erklärte Klisch.

Eine Streichung der Entschädigung würde Druck ausüben, argumentierte Klisch. Auch angesichts der Impfquoten in Thüringen sei ein solcher Schritt "zu früh", wie sie sagte. Vielmehr müsse man noch mehr für Impfungen werben und niedrigschwellige Angebote machen.

11.20 Uhr: Gut 52 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 55,6 Millionen Menschen oder 66,9 Prozent der Bevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. «Die Impfung verhindert schon jetzt viel Leid und Krankheit», schrieb er bei Twitter. Aber auf den Intensivstationen lägen quasi nur Ungeimpfte. "Das wäre nicht nötig. Impfen schützt jetzt!"

10.48 Uhr: Studie: Pandemie verändert auch das Onlineshopping

Die Corona-Pandemie beeinflusst deutlich die Art der Waren, die Kundinnen und Kunden online einkaufen. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschers "Heute und Morgen" im Auftrag des IT-Dienstleisters Adesso hervor. So seien die Online-Lebensmittelkäufe der Befragten im Vergleich zur Zeit vor Corona um 46 Prozent angestiegen. Bei den Kategorien Drogerie-, Kosmetik- und Hygiene-Artikeln sowie Haushalts-, Garten- und Baumarkt-Waren liege der Zuwachs bei jeweils 39 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gab auch an, innerhalb der letzten drei Monaten bei Haushalts-, Garten- und Baumarkt-Waren einen "Click & Collect"-Service genutzt zu haben, also die Möglichkeit, etwas online zu bestellen und dann im Geschäft abzuholen.

10.13 Uhr: Nach Anschlag auf Impfzentrum: Polizei erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Nach dem Brandanschlag auf das Impfzentrum in Treuen (Vogtlandkreis) hat die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen an Impfzentren und an Schulen, an denen es ein Impfangebot gibt, verstärkt. Rund um Zwickau fahre die Polizei häufiger Streife und habe ihre Präsenz ingesamt erhöht, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts Sachsen am Donnerstag. Das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) des LKA hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen, weil eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Ermittler wandten sich am Donnerstag mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Wer Hinweise zu dem Anschlag geben könne, solle sich bei der Polizei Zwickau oder an jede andere Polizeistelle melden, hieß es. Unbekannte hatten am Dienstagabend gegen ein Rolltor des Impfzentrums in Treuen drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit geworfen. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Laut Polizei gibt es keinen nennenswerten Schaden. Das Impfzentrum war am Mittwoch regulär im Betrieb.

Die Polizei sichert am Mittwoch Spuren nach einem versuchten Brandanschlag auf das Impfzentrum in Treuen im Vogtland.
Die Polizei sichert am Mittwoch Spuren nach einem versuchten Brandanschlag auf das Impfzentrum in Treuen im Vogtland. © David Rötzschke/B&S/dpa

9.56 Uhr: Öffentliches Finanzvermögen erstmals über einer Billion Euro

Das öffentliche Finanzvermögen von Bund, Ländern, Gemeinden und der Sozialversicherung ist im vergangenen Jahr erstmals über die Grenze von einer Billion Euro gestiegen. Grund für den Höchstwert von 1029,3 Milliarden Euro seien insbesondere nicht abgeflossene Mittel aus Kreditaufnahmen des Bundes in der Corona-Krise, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im Vorjahresvergleich betrug der Anstieg 5,7 Prozent.

Zum öffentlichen Finanzvermögen zählen unter anderem Bargeld, Einlagen und Wertpapiere. Es wird abgegrenzt vom nicht-öffentlichen Bereich, dazu gehören etwa Kreditinstitute und private Unternehmen.

Das Finanzvermögen des Bundes stieg 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 22,8 Prozent auf 400,5 Milliarden Euro, wie das Bundesamt mitteilte. Dies sei insbesondere durch die erhöhte Kreditaufnahme des Bundes für die Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie verursacht worden.

Die Länder wiesen im Vergleich zum Vorjahr ein nahezu identisches Finanzvermögen in Höhe von 260,6 Milliarden Euro nach. Dabei zeigten sich den Angaben zufolge große Unterschiede in den einzelnen Ländern: Bremen verzeichnete mit 55,8 Prozent den größten prozentualen Anstieg, den größten Rückgang gab es wegen eines Sondereffektes in Bayern mit minus 27,1 Prozent.

9.14 Uhr: Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Slowenien

In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist es am Mittwochabend bei Protesten von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen gekommen. Vor dem Gebäude des Parlaments warfen Demonstranten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper gegen Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, wie das Nachrichtenportal 24ur.com am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei berichtete. Slowenien hat innerhalb der EU derzeit die Ratspräsidentschaft inne.

Der Protest hatte sie sich an strengeren Corona-Maßnahmen entzündet, die seit Mittwoch in Kraft sind. Insbesondere hatte die Regierung die 3G-Regelung (Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete) auf alle Geschäfte außer Lebensmittelläden sowie auf die meisten öffentlichen Gebäude ausgeweitet. In Slowenien steigt aktuell die Zahl der Neuansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - liegt bei 303,6. Nur 45 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

8.54 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen wieder leicht gestiegen

Nachdem die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen einige Tage lang gesunken war, hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag erneut einen leichten Anstieg verzeichnet. Demnach lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen bei 38,0 - nach 36,8 am Mittwoch. Bundesweit lag die Inzidenz am Donnerstag bei 76,3 (Mittwoch: 77,9.)

Die höchsten Ansteckungsraten haben in Sachsen derzeit der Erzgebirgskreis (52,1) und der Landkreis Zwickau (49,7). Am niedrigsten ist die Ansteckungsrate derzeit im Landkreis Leipzig (19,4). Für den gesamten Freistaat registrierte das RKI am Donnerstag 354 neue Infektionen und einen Todesfall.

8.28 Uhr: Gilt 3G auch im Wahllokal?

Wenn die 3G-Regel etwa in Restaurants oder im Fitnessstudio gilt, müssen alle Besucherinnen und Besucher geimpft, genesen oder getestet sein. Wie sieht es aber beim Wählen aus?

  • BEHAUPTUNG: In Wahllokalen gilt 3G: Wer sich nicht daran hält, darf nicht wählen.
  • BEWERTUNG: Falsch.
  • FAKTEN: "Wählen im Wahllokal ist ohne Corona-Impfung oder -Test möglich", teilt die Bundesregierung über ihren offiziellen Facebook-Kanal mit. Demnach können auch Ungeimpfte und Ungetestete am 26. September vor Ort ihre Stimmen abgeben.

Das geht auch aus Corona-Verordnungen der Länder hervor: Im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwa sind bei "öffentlichen Wahlen" keine 3G-Nachweise notwendig. In einem Informationsblatt antwortet die Landeswahlleiterin Berlin auf die Frage "Gilt die 3G-Regel für den Zutritt zum Wahllokal?" mit: "Nein, es besteht lediglich die Pflicht zum Tragen einer Maske."

Auch der Bundeswahlleiter verweist darauf, dass je nach Infektionslage in den einzelnen Bundesländern eine Maskenpflicht (medizinisch oder FFP2) beim Gang zur Urne gelten könne.

8.03 Uhr: Immobilienpreise steigen nach Corona noch schneller

Konnte die Corona-Krise dem Immobilienmarkt in Deutschland schon nichts anhaben, so rechnen Experten nun mit Nachholeffekten und weiter steigenden Preisen. Laut einer Prognose des Hamburger Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung wird der Immobilien-Gesamtumsatz im laufenden Jahr um 6,3 Prozent auf 311,1 Milliarden Euro steigen. Im bisherigen Rekordjahr 2020 hatte der Umsatz knapp 293 Milliarden Euro betragen.

Treiber seien vor allem die Wohnimmobilien, deren Volumen vom Vorjahr voraussichtlich um 7,5 Prozent auf 237,7 Milliarden Euro wächst. Das geht aus der aktuellen Gewos-Prognose hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Gleichzeitig werde die Zahl der Transaktionen nur leicht um 1,4 Prozent steigen. Der Durchschnittspreis pro Kauffall steigt weiter.

Das bestätigt Gewos-Experte Sebastian Wunsch mit Zahlen aus 2020: "Die Preisdynamik im Bereich des selbst genutzten Wohneigentums hat sich im Zuge der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt. Mit 10,8 Prozent bei Eigenheimen und 7,2 Prozent bei Eigentumswohnungen haben wir in 2020 die stärksten Preiszuwächse seit Beginn unserer Aufzeichnungen in den 80er-Jahren festgestellt." Das hohe Transaktionsaufkommen halte seit der zweiten Jahreshälfte 2020 an.

7.28 Uhr: Gesundheitsminister - Minaj-Tweet zu Impf-Folgen auf Trinidad ist „falsch“

Der Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago hat einem viel diskutierten Tweet der US-Rapperin Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen einer Corona-Impfung widersprochen. Die 38-Jährige hatte am Montag geschrieben, einem Freund ihres Cousins auf Trinidad sei nach der Impfung gegen das Coronavirus der Hoden angeschwollen und er sei impotent geworden. Der Minister des Karibikstaates, Terrence Deyalsingh, sagte am Mittwoch, es gebe keine Berichte über einen solchen Fall. „Leider haben wir gestern so viel Zeit damit verschwendet, dieser falschen Behauptung nachzugehen“, sagte er.

Minaj, die auf Trinidad geboren wurde und in New York aufwuchs, hatte zunächst am Montag auf Twitter erklärt, sie werde sich nicht für die Met-Gala impfen lassen. Der Modeausstellung in New York am Montag, bei der ein Impfzwang galt, blieb sie fern. Kurz nach diesem Tweet folgte die Anekdote über ihren Cousin. Minaj riet dabei auch ihren mehr als 22 Millionen Followern, sich die Entscheidung zur Impfung gut zu überlegen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Dafür erntete der Popstar viel Spott und Kritik - auch offline. Großbritanniens oberster medizinischer Regierungsberater, Chris Whitty, sagte am Dienstag, Minaj solle sich schämen. Es gebe Menschen, die Unwahrheiten über die Impfung verbreiteten, obwohl sie es besser wüssten.

Ihr Tweet lieferte vor allem in den USA auch deshalb Gesprächsstoff, weil der einflussreiche rechte TV-Moderator Tucker Carlson ihn in seiner Sendung bei Fox News als „vernünftig“ lobte. Carlson sät immer wieder Zweifel an der Notwendigkeit und der Sicherheit der Impfstoffe gegen das Coronavirus.

Minaj hatte zuletzt auch getwittert, sie werde sich wahrscheinlich irgendwann impfen lassen. Am Mittwoch schrieb sie, sie sei ins Weiße Haus eingeladen worden. Dort werde sie im Namen der Menschen, die dafür verspottet worden seien, einfach nur menschlich zu sein, Fragen stellen.

6.43 Uhr: 20 Prozent sind gegen Privilegien für Geimpfte und Genesene

20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesene. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Nach Ansicht des Zukunftsforschers Horst Opaschowski (80) kann davon ausgegangen werden, dass sich viele Ungeimpfte und Impfgegner weiterhin gegen ihre Freiheitsbeschränkungen wehren werden. "Vielleicht verbergen sich hinter der stabilen 20-Prozent-Ablehnungsquote viele politisch Unzufriedene, die sich als Verlierer der Krise fühlen und Anlass zu sozialen Konflikten und Spannungen in der Gesellschaft geben", vermutet Opaschowski. "Das Ausgeschlossensein von der Teilnahme an Sport-, Kultur- und Eventveranstaltungen empfinden viele wie einen verordneten Hausarrest."

6.18 Uhr: Baden-Württemberg will Testpflicht für Beschäftigte mit Außenkontakt

Baden-Württemberg macht sich für eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten und Selbstständigen ohne Impf- oder Genesenennachweis stark, wenn sie im Publikumsverkehr tätig sind. Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher müssten in fast allen Innenräumen etwa der Gastronomie, in Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus vorlegen, heißt es in einem Antrag Baden-Württembergs für die Gesundheitsministerkonferenz, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Für Beschäftigte der jeweiligen Branchen gelten jedoch weiterhin keine 3G-Pflichten", so der Antrag.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hätten Beschäftigten jenseits vom Homeoffice zwar mindestens zweimal pro Woche Tests anzubieten. Die Mitarbeitenden müssten das Angebot aber nicht annehmen. Gerade bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten mit von der 3G-Pflicht Betroffenen Kontakt hätten, gebe es "ein Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen". Der Antrag soll zunächst auf einer Amtschefkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Würzburg beraten werden. Eine entsprechende Regelung wurde für das Land bereits beschlossen.

5.32 Uhr: Nach Impfzentrum-Attacke warnen Politiker vor radikalen Impfgegnern

Nach einem versuchten Brandanschlag auf ein sächsisches Impfzentrum haben Innenpolitiker des Bundestags vor einer Radikalisierung der Impfgegner gewarnt. "Die zunehmende Gewalt aus der so genannten Querdenker-Szene gegen öffentliche Institutionen und Gesundheitseinrichtungen ist zutiefst besorgniserregend", sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Radikale Impfgegner und Querdenker seien eine Gefahr für die Gesellschaft und trügen durch Falschinformationen und Verunsicherung dazu bei, dass sich weniger Menschen impfen ließen.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Irene Mihalic, sagte, seit Monaten beobachte man eine Radikalisierung der Szene. Der Unionsinnenpolitiker Mathias Middelberg (CDU) forderte eine konsequente Aufklärung durch Polizei und Justiz. Der Verfassungsschutz müsse bei der Szene weiter genau hinsehen.

Im sächsischen Vogtlandkreis hatten Unbekannte am Dienstagabend drei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen ein Rolltor an einem Impfzentrum geworfen. Die Brandsätze zündeten nicht, weswegen kein Feuer ausbrach.

Donnerstag, 5 Uhr: RKI registriert 12.925 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 76,3

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Donnerstagmorgen bei 76,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 50 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.114.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,88 an (Dienstag: 1,86). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.863.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.837.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.58 Uhr: Sachsens Pressefoto 2021 zeigt Mini-Corona-Konzert vor Senioren-Tagespflege

Vier Musikerinnen des MDR-Sinfonieorchesters spielen während der Corona-Pandemie vor einer Tagespflege in Limbach-Oberfrohna. Diese Aufnahme der freien Fotografin Kristin Schmidt ist zum besten sächsischen Pressefoto 2020 gekürt worden. Das Mini-Konzert fand im Rahmen der Aktion "MDR Lieder-Lieferdienst" statt. Die Musikerinnen stehen auf einer grünen Wiese, ihr Publikum schaut von den Balkonen der Einrichtung, neben ihnen weht weiße Wäsche im Wind.

Kristin Schmidt nahm die Auszeichnung am Mittwochabend in Dresden entgegen. Sie gewann den Preis zum zweiten Mal, nachdem sie bereits 2012 für ein Foto des Schwimmers Swen Michaelis geehrt wurde. Den zweiten Platz beim "Pressefoto des Jahres" belegte Matthias Rietschel. Sein Bild zeigt Mitarbeiter des Krematoriums Meißen, bei denen sich kurz vor Weihnachten Särge Corona-Infizierter stapelten. Dritter wurde Florian Gaertner mit einer Aufnahme, die die Wiederöffnung der Grenze zwischen Görlitz und Zgorzelec im Juli 2020 dokumentiert.

Vier Musikerinnen des MDR-Sinfonieorchesters spielen vor Senioren und Mitarbeitern einer Tagespflege in Limbach-Oberfrohna.
Vier Musikerinnen des MDR-Sinfonieorchesters spielen vor Senioren und Mitarbeitern einer Tagespflege in Limbach-Oberfrohna. © Kristin Schmidt

21.34 Uhr: Deutschland unterstützt Palästinenser gegen Pandemie-Folgen

Deutschland unterstützt nach eigenen Angaben in den kommenden zwei Jahren neue Projekte in der palästinensischen Wirtschaft mit 100 Millionen Euro. Ziel sei unter anderem, die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern und jungen Menschen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, hieß es in einer Mitteilung des deutschen Vertretungsbüros in Ramallah vom Mittwoch. Außerdem sollen Gemeinden bei Verwaltungsreformen unterstützt werden. Auf die Entwicklungszusammenarbeit habe man sich bei virtuellen Regierungsverhandlungen geeinigt, hieß es. Die palästinensische Seite wurde durch Ministerpräsident Mohammed Schtaje von der Autonomiebehörde in Ramallah im Westjordanland vertreten.

21.19 Uhr: 2G möglicherweise auch für Geschäfte und Unternehmen

Das kürzlich vorgestellte 2G-Optionsmodell Sachsens könnte auch für den Einzelhandel und Unternehmen gelten. So steht es in einem Entwurf der neuen Corona-Schutzverordnung, die der Leipziger Volkszeitung vorliegt. Das Modell sieht vor dass, wenn sich die betroffenen Veranstalter und Unternehmen dafür entscheiden, nur noch Geimpfte und Genesene zuzulassen, sie auf Maskenpflicht und Abstand verzichten können. Dazu müssen weniger als 5.000 Personen anwesend sein. Ob die Koalition dem Entwurf zustimmt, ist unklar.

20.45 Uhr: Die letzte Spritze im Impfzentrum Kamenz

Genau 17.40 Uhr am Mittwoch hat Mike Berger den letzten Termin für das Kamenzer Corona-Impfzentrum im Computer geplant. Der DRK-Mitarbeiter ist stellvertretender Leiter des Impfzentrums für den Kreis Bautzen. Es ist die letzte Spritze, die in der Sporthalle am Flugplatz zum Schutz gegen das Corona-Virus verabreicht wird, acht Monate war das Impfzentrum in Betrieb - von Mitte Januar bis Mitte September. Wie die letzten Stunden im Impfzentrum waren, erfahren Sie hier im Artikel.

In den letzten Tagen vor Schließung des Kamenzer Impfzentrums war der Andrang eher moderat
In den letzten Tagen vor Schließung des Kamenzer Impfzentrums war der Andrang eher moderat © Matthias Schumann

19.51 Uhr: Demonstration gegen Impfaktion eskaliert

Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es am Mittwoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule in Bayern versammelt. Sie seien "das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen". Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden.

19.00 Uhr: Radebeul will beim Weinfest 3G umgehen

Bis zum diesjährigen Herbst- und Weinfest in Radebeul bleiben keine zweieinhalb Wochen mehr Zeit für die Vorbereitung. Daher haben in den vergangenen Tagen im städtischen Kulturamt die Köpfe mächtig gequalmt. Denn es galt die Frage zu klären, wie die dreitägige Sause vom1. bis zum 3. Oktober 2021 steigen soll. Nun steht das Konzept und Kulturamtsleiterin Gabriele Lorenz verriet Sächsische.de erste Details. Die Einzelheiten zum Fest erfahren Sie hier.

Das Theaterkarussell ist auch in diesem Jahr wieder beim Herbst- und Weinfest dabei, bekommt aber einen neuen Standort.
Das Theaterkarussell ist auch in diesem Jahr wieder beim Herbst- und Weinfest dabei, bekommt aber einen neuen Standort. © André Wirsig ( Archiv)

18.17 Uhr: Frankfurter Buchmesse plant weiter mit bis zu 25.000 Teilnehmern

Die Veranstalter der Frankfurter Buchmesse sind weiter zuversichtlich, die diesjährige Veranstaltung weitgehend in Präsenz abhalten zu können. Nach heutigem Stand gehe man davon aus, dass die Buchmesse vom 20. bis 24. Oktober als physische Veranstaltung mit digitalen und hybriden Programmangeboten stattfinden könne, teilte Sprecherin Kathrin Grün am Mittwoch mit. Sie verwies auf eine Sondergenehmigung des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt am Main, wonach die Buchmesse täglich 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen dürfe.

Voraussetzung dafür seien nach derzeitigem Stand die Einhaltung des vorliegenden Hygienekonzeptes und der 3G-Regel, erklärte Grün. Zutritt haben also nur jene, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Die Veranstalter beobachteten die Lage und stimmten sich sehr eng mit dem Gesundheitsamt ab, sagte die Sprecherin. Für die 73. Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Kanada haben sich den Angaben zufolge Verlage, Unternehmen und Literaturagenturen aus mehr als 60 Ländern angemeldet.

17.28 Uhr: Bundesweite Aktionswoche: Für die Corona-Spritze ein Döner-Gutschein

Nach der Corona-Spritze gibt es einen Döner-Gutschein: Seit dem frühen Mittwochnachmittag bekommen Menschen nach einer Corona-Impfung in der Nähe eines Berliner Döner-Imbisses einen kostenlosen Döner. "Der Döner ist ein beliebtes Fast-Food-Essen in Deutschland, aber das Thema ist nicht nur der Döner, sondern es geht darum, sich impfen zu lassen", sagte der Geschäftsführer des Imbisses, Remzi Kaplan, am Mittwoch. Zusammen mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sei man auf diese ungewöhnliche Idee gekommen.

Seit Anfang der Woche gibt es im Rahmen der laufenden, bundesweiten Aktionswoche in der Hauptstadt viele niedrigschwellige Angebote. So können sich Interessierte an bestimmten Tagen unter anderem im Zoo, beim nächsten Hertha-BSC-Spiel im Olympiastadion, in der Eishockey-Halle beim Spiel der Berliner Eisbären oder auch vor dem Dönerladen impfen lassen. Nach den ersten zwei Stunden wurde das Angebot augenscheinlich gut angenommen: Zwischen 50 und 60 Leute ließen sich mit dem Vakzin von Moderna spritzen.

17.09 Uhr: Deutsche trinken während Pandemie so viel Tee wie nie

Die Bundesbürger haben im Corona-Jahr 2020 so viel Tee getrunken wie noch nie. Der Pro-Kopf-Konsum von Schwarz-, Grün-, Kräuter- und Früchtetee in Deutschland stieg auf rund 70 Liter, wie aus dem am Mittwoch in Hamburg veröffentlichten Tee Report 2021 hervorgeht. Das seien rund zwei Liter mehr als im Rekordjahr 2019. Während der Konsum in coronabedingt geschlossenen Hotels, Gaststätten und Kantinen eingebrochen sei, sei der Absatz im Fachhandel, in Drogeriemärkten und im Lebensmitteleinzelhandel gestiegen. Mit 300 Litern Schwarztee pro Kopf seien erneut die Ostfriesen Weltmeister im Teetrinken, gefolgt von den Iren mit 222 Litern und den Briten mit 177 Litern.

Insgesamt seien 60.604 Tonnen Tee verkauft worden. Das sei ein Zuwachs um drei Prozent. 41.081 Tonnen entfielen dabei auf Kräuter- und Früchtetees und 19.523 Tonnen auf Schwarz- und Grüntees. 2019 lag das Verhältnis bei 40.000 zu 19.200 Tonnen. Vor allem Kräuter- und Früchtetees erfreuen sich steigender Beliebtheit und erzielten ein Absatzplus von vier Prozent. Gleich um 46 Prozent - allerdings bei einer im Vergleich deutlich geringeren Gesamtmenge von knapp 5.000 Tonnen - stieg der Absatz bei Mate.

16.40 Uhr: Nach einem Jahr Corona-Pause wieder Messe in Chemnitz

Nach einem Jahr pandemiebedingter Unterbrechung beginnt in der kommenden Woche wieder der Messebetrieb in Chemnitz. Am 22. und 23. September präsentiert sich zum zweiten Mal die regionale Fachmesse für Industrieautomation "all about automation", wie die Messe Chemnitz am Mittwoch mitteilte. Mehr als 150 Aussteller zeigen Systeme, Komponenten, Software und Engineering für industrielle Automation und Kommunikation. Der Zutritt ist Geimpften, Genesenen und Getesteten möglich. Auf dem Messegelände ist ein Testzentrum.

15.58 Uhr: Viele positive Corona-Tests: In Sachsen schließt erste Schule wieder

Wegen vieler positiver Corona-Test ist Sachsens erste Schule wieder dicht. Die Oberschule Wilsdruff hat ihre Lehrer und fast 500 Schüler nach Hause geschickt. Der Grund: 18 Schnelltestes sind positiv ausgefallen, 16 bei Schülern und zwei bei Lehrern. Die Ergebnisse der sofort angeordneten PCR-Tests liegen dem Kultusministerium noch nicht vor, hieß es. Der Präsenzunterricht in der Schule wurde ausgesetzt, Schüler sollen jetzt erst einmal über die Plattform LenSax den Unterricht virtuell fortführen.

Sachsens Corona-Schutzverordnung verpflichtet alle Schulen in den ersten beiden Schulwochen nach den Ferien zu drei Schnelltests pro Lehrer und Schüler in der Woche. Bislang traten nach Angaben des Kultusministeriums keine derart gehäuften Corona-Infektionen auf, wie in Wilsdruff. Mehr lesen Sie im Artikel Wilsdruff: Oberschule wegen gehäufter Corona-Fälle geschlossen

Die Oberschule Wilsdruff hat am Mittwoch den Schulbetrieb eingestellt. Der Grund: Es gibt zu viele Corona-Erkrankte unter den Schülern.
Die Oberschule Wilsdruff hat am Mittwoch den Schulbetrieb eingestellt. Der Grund: Es gibt zu viele Corona-Erkrankte unter den Schülern. © Karl-Ludwig Oberthuer

15.36 Uhr: EU-Impfnachweise in immer mehr Ländern gültig

In immer mehr Ländern können frische Corona-Tests, Impfungen und Genesungen mit den digitalen EU-Corona-Zertifikaten nachgewiesen werden. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, sind nun Albanien, Andorra, die Färöer Inseln, Israel, Monaco, Marokko und Panama an die notwendige Technik angeschlossen. Auch die dort ausgestellten Zertifikate werden den Angaben zufolge in der EU anerkannt. Diese gegenseitigen Anerkennungen gelten nun für insgesamt 15 Länder außerhalb der EU. "Seit Juni wurden mehr als 420 Millionen EU-Zertifikate ausgestellt", teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders mit.

Das Dokument, das zum Digitalen EU-Impfnachweis gehört.
Das Dokument, das zum Digitalen EU-Impfnachweis gehört. © Christophe Gateau/dpa

15.11 Uhr: 350 Corona-Neuinfektionen in Sachsen gemeldet

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Mittwoch 350 Neuinfektionen im Freistaat gemeldet, die meisten wurden mit 91 in der Stadt Leipzig registriert. Vor einer Woche waren es mit 437 neuen Infektionen deutlich mehr als aktuell. Mit den aktuellen Meldungen steigt die absolute Zahl der Infektion in Sachsen auf 293.137. Zudem wurde ein Todesfall gemeldet. Damit liegt die Zahl der an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen bei 10.182.

Die Inzidenz in Sachsen sinkt aktuell weiter und liegt jetzt bei 36,8. Am Dienstag wurden noch 40,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. Mit 53,9 weist die Landeshauptstadt Dresden unter den Region die höchste Inzidenz in Sachsen auf. Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Görlitz mit 17,6.

14.48 Uhr: Frankfurter Flughafen mottet neues Terminal wegen Pandemie ein

Der Frankfurter Flughafen mottet das erste Teilstück seines neuen Passagier-Terminals wegen fehlender Nachfrage erst einmal ein. Der Flugsteig G werde dem Betreiber Fraport in der ersten Hälfte des kommenden Jahres schlüsselfertig übergeben, erklärte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Der Zeitpunkt zur Inbetriebnahme hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und der daraus folgenden Nachfrage nach Flugreisen ab. Spätestens werde Flugsteig G gemeinsam mit den übrigen Teilen des neuen Terminals 3 im Frühjahr 2026 in Betrieb genommen, so der Sprecher.

Fraport baut im Süden des bisherigen Flughafens mit einem Aufwand von 4 Milliarden Euro einen neuen Gebäudekomplex, der im Endausbau rund 25 Millionen Passagiere fassen soll. Das entspricht dem Fluggastaufkommen von Düsseldorf im Vorkrisenjahr 2019. Frankfurt hatte mit seinen beiden bestehenden Terminals in dem Jahr 70,5 Millionen Passagiere gezählt. In der Corona-Krise hatte sich Fraport dagegen entschieden, den Bau von Terminal 3 zu unterbrechen.

Eine Schülerin macht vor Unterrichtsbeginn einen Corona-Antigen-Schnelltest.
Eine Schülerin macht vor Unterrichtsbeginn einen Corona-Antigen-Schnelltest. © Marius Becker/dpa (Symbolfoto)

14.30 Uhr: Bundesregierung strebt Corona-Schulstudie an

Die Rolle von Schulen in der Pandemie soll nach dem Willen der Bundesregierung durch eine Studie näher untersucht werden. "Die Bundesregierung strebt an, eine mit der Corona-Kita-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich aufzulegen", heißt es in einem gemeinsamen Bericht von Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium, mit dem sich das Bundeskabinett am Mittwoch befasst hat.

Für den Bericht hatte eine Arbeitsgruppe beider Häuser unter Mitwirkung von Experten die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona untersucht. In dem 21-seitigen Papier werden Empfehlungen für Maßnahmen gegeben, um künftige Belastungen für Kinder und Jugendliche möglichst zu vermeiden.

Mit der angedachten Schulstudie sollen die Wirksamkeit von Infektionsschutzmaßnahmen an den Einrichtungen und auch die Belastung bei Schulkindern in den Blick genommen werden. An den Kitas läuft seit dem vergangenen Jahr bereits eine größer angelegte Studie, die vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert Koch-Institut umgesetzt wird. Sie erforscht, welche Rolle Kinder und Kitas bei der Verbreitung von Corona spielen.

14.07 Uhr: Biontech mit mRNA-Technik für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Das Mainzer Unternehmen Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer als eines der ersten weltweit einen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht hat, ist für den Deutschen Zukunftspreis 2021 nominiert. Weitere für den Preis nominierte Teams haben eine neuartige Technik für bessere Computertomographie-Bilder entwickelt und alternativen Kautschuk hergestellt.

Die drei Forscherteams stellten ihre Entwicklungen am Mittwoch im Deutschen Museum in München vor. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 17. Dezember in Berlin. Sie zählt zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen in Deutschland.

13.23 Uhr: 62,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als 62 Prozent aller Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 51,9 Millionen Menschen (62,4 Prozent), wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch via Twitter mitteilte. 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen Menschen sind demnach mindestens einmal geimpft.

Der CDU-Politiker warb erneut für die Impfung. "Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen. Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote." Bis Sonntag läuft eine bundesweite Aktionswoche in der Impfungen zum Beispiel in speziellen Bussen auf Parkplätzen oder in einer Berliner S-Bahn angeboten werden.

13.05 Uhr: Dresden meldet mehr als 30 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 31 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.183 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.451 als wieder genesen - 39 mehr als am Dienstag. Die Behörden meldeten aber keine neuen Krankenhauseinweisungen, auch weitere Todesfälle wurden nicht bekannt. Seit Pandemiebeginn sind damit weiter 1.111 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts an: Wurde am Dienstag noch ein Wert von 50,5 gemeldet, sind es nun bereits 53,9.

12.35 Uhr: Köpping verurteilt Anschlag auf sächsisches Impfzentrum

Sachsens Sozialministerim Petra Köpping hat den versuchten Brandanschlag auf ein Impfzentrum im vogtländischen Treuen verurteilt. Auf dem Twitterprofil ihres Ministeriums schrieb die Sozialdemokratin von einer neuen Eskalationsstufe: "Es ist eine persönliche Sache, sich nicht impfen zu lassen. Aber andere Menschen und Gebäude anzugreifen, um die Impfkampagne insgesamt zu stören, ist nach meiner Auffassung ein krimineller Akt und gehört hart bestraft."

Köpping zeigte sich erleichtert, dass niemand verletzt wurde. Unbekannte hatten in der Nacht zum Mittwoch Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit auf die Einrichtung im Ortsteil Eich geworfen. Die Linksfraktion im Landtag reagierte auf Twitter ebenfalls mit Unverständnis. Es müsse auch in Sachsen möglich sein, "sich ohne Furcht impfen zu lassen".

12.20 Uhr: Familienministerin fordert bei 2G-Regeln Rücksicht auf Kinder

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat dazu aufgerufen, bei der Umsetzung sogenannter 2G-Regeln in der Corona-Pandemie Rücksicht auf Familien mit Kindern zu nehmen. Familien dürften hier nicht noch einmal zusätzlich belastet werden, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin.

Hintergrund sind geplante Regeln in Berlin. Der Senat hatte die Einführung eines 2G-Optionsmodells in der Hauptstadt beschlossen: Für etliche Bereiche können die Betreiber künftig selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu Innenräumen wie bisher Geimpften, Genesenen und Getesteten (3G) erlauben oder unter Wegfall etwa der Maskenpflicht und mit mehr Teilnehmern nur noch Geimpften und Genesenen (2G). Kinder, von denen die meisten bisher nicht geimpft werden, wären dann außen vor. Nun wird nach breitem Protest über Ausnahmen für Kinder beraten, wie die Berliner Gesundheitsverwaltung am Mittwochmorgen ankündigte.

Lambrecht verwies auf Hamburg. Die Stadt habe bei ihren 2G-Regelungen vorgemacht, dass Kinder nicht ausgeschlossen würden. Sie verwies auf die Möglichkeit zusätzlicher Tests. Sie könne nachvollziehen, dass es um die Sicherheit der Gäste gehe. "Aber es geht auch darum, dass Familien, gerade da wo die Eltern geimpft sind und die Kinder sich nicht impfen lassen können, nicht noch einmal eine zusätzliche Belastung erfahren." Lambrecht forderte eine "vernünftige Lösung", die das berücksichtige.

10.58 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Sachsen sinkt weiter

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Sachsen weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage- Inzidenz am Mittwoch mit 36,8 an. Am Dienstag lag sie bei 40,1, am Montag bei 43,6. Der Wert gibt an, wie viele neue Infektionen es je 100.000 Einwohner binnen einer Woche gibt. Bundesweit lag die Inzidenz am Mittwoch bei 77,9 (Dienstag: 81,1.)
Die höchsten Ansteckungsraten haben in Sachsen derzeit die Stadt Dresden mit 53,9 und der Erzgebirgskreis mit 49,7. Die geringsten Werte verzeichnen die Landkreise Görlitz (17,6) und Leipzig (18,2).

10.15 Uhr: Von der Leyen: Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Bewältigung der Corona-Pandemie in der EU als Erfolg gewürdigt - zugleich jedoch zu weiteren Anstrengungen aufgerufen. Mit mehr als 70 Prozent vollständig Geimpften unter der erwachsenen Bevölkerung sei die EU allen Kritikern zum Trotz unter den weltweit führenden, sagte von der Leyen am Mittwoch in Straßburg in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Zudem habe die EU als einzige Region weltweit mehr als 700 Millionen Impfstoffdosen an mehr als 130 Länder weltweit weitergegeben. "Wir haben es richtig gemacht, weil wir es auf die europäische Weise gemacht haben."

Zugleich verwies von der Leyen mit Blick auf die Impfquoten auf weltweite Ungerechtigkeit. Priorität müsse sein, das Impfen weltweit zu beschleunigen. Das Ausmaß an Ungerechtigkeit sei offensichtlich. Die deutsche Politikerin kündigte an, die EU werde bis Mitte 2022 weitere 200 Millionen Impfstoff-Dosen spenden. "Corona-Zeiten sind nicht vorbei", sagte von der Leyen. "Eine Pandemie ist ein Marathon, kein Sprint."
Um sicherzustellen, dass ein Virus künftig nicht mehr zur Pandemie werde, schlug von der Leyen vor, in den kommenden sechs Jahren 50 Milliarden Euro in die Gesundheitsvorsorge der gesamten EU zu investieren.

9.39 Uhr: Neuauflage der Fusion kann wieder mit Zulassung rechnen

Der Verein Kulturkosmos (Berlin) kann auch für das dritte "Plan:et C"-Festival ab 17. September mit einer Genehmigung rechnen. Wie eine Sprecherin des zuständigen Amtes Röbel/Müritz am Mittwoch sagte, hat das Kreisgesundheitsamt grünes Licht gegeben. Einige Details würden derzeit noch mit dem Veranstalter abgestimmt, so dass die schriftliche Genehmigung noch nicht vorliege. Damit werden an diesem Wochenende im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte wieder etwa 10.000 Besucher erwartet.

In Lärz fand sonst immer das alternative Fusion-Festival mit bis zu 70 000 Gästen statt. Dies wurde im Frühsommer, wegen der Coronalage, wie 2020 abgesagt. Stattdessen gab es seit Mitte August bereits zwei "Plan:et C"-Festivals mit je etwa 10.000 Besuchern und einem strengen Corona-Hygienekonzept mit PCR-Tests.

Am 21. August gab es in Lärz eines von drei Festivals.
Am 21. August gab es in Lärz eines von drei Festivals. © dpa-Zentralbild

8.58 Uhr: Berliner Corona-Zahlen deutlich über Bundesdurchschnitt

Die Berliner Corona-Zahlen übertreffen den bundesweiten Durchschnitt inzwischen deutlich. In den vergangenen sieben Tagen steckten sich in der Stadt 85,3 von 100.000 Menschen mit dem Virus an, wie das Robert Koch-Institut am Mittwoch mitteilte. Am Mittwoch vergangener Woche waren es 81 gewesen.

8.20 Uhr: Feuer in Impfzentrum im Vogtlandkreis - Hintergründe unklar

Im sächsischen Vogtlandkreis hat es nach Angaben der Polizei einen Brandanschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Drei Unbekannte sollen am Dienstagabend Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit auf das Gebäude in Treuen geworfen haben, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte. Es wurde den Angaben zufolge niemand verletzt, einen größeren Schaden gab es ebenfalls nicht. Laut Zeugen sollen die Täter in einem roten Auto geflüchtet sein. Die Hintergründe der Tat sowie weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Polizisten suchen das Areal um das Impfzentrum nach Spuren ab.
Polizisten suchen das Areal um das Impfzentrum nach Spuren ab. © dpa

7.50 Uhr: Impfpflicht gilt nun in Frankreich für bestimmte Berufsgruppen

In Frankreich gilt von diesem Mittwoch an für bestimmte Berufsgruppen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Bei Missachtung droht eine Suspendierung ohne Fortzahlung des Lohns. Mindestens eine erste Impfung müssen nun Beschäftigte nachweisen, die im Krankenhaus- und Pflegebereich arbeiten, aber auch Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie die Beamten der Gendarmerie. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern, hieß es.

Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht für bestimmte Berufe gehört, hatten in Frankreich seit dem Sommer großen Protest ausgelöst, auch am vergangenen Wochenende gingen Zehntausende auf die Straße. Aufschub von der Suspendierung können Betroffene erhalten, wenn sie freie Tage oder Urlaub nehmen. Sobald sie die Impfung erhalten haben, endet auch die Sanktion, betonten die Behörden. Eine Entlassung wegen einer fehlenden Corona-Impfung sei nicht möglich, hieß es.

7.02 Uhr: Corona-Welle in China weitet sich aus

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in der südostchinesischen Provinz Fujian weiter aus. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wurden in der Provinz 50 weitere Infektionen entdeckt. Seit dem Ausbruch der Delta-Variante am vergangenen Freitag gab es damit 152 Infizierte. In zwei Großstädten der Provinz, Putian und Xiamen, war daraufhin ein Lockdown angeordnet worden.

Die chinesische Regierung verfolgt eine "Null-Covid-Strategie". Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff.

6.03 Uhr: Verdi-Chef kritisiert Pläne zum Ende von Entgeltersatz

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat das Vorhaben vieler Bundesländer kritisiert, bald keine Entschädigung für Verdienstausfälle mehr zu zahlen, wenn Ungeimpfte in Quarantäne müssen. Aus Sicht der Gewerkschaft sei es falsch zu versuchen, eine "Impfpflicht durch die Hintertür einzuführen", sagte Gewerkschaftschef Frank Werneke den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Politik steht im Wort, dass Impfen freiwillig bleiben soll."

In ersten Bundesländern sollen Nicht-Geimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben. Über einen bundesweit einheitlichen Umgang damit wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch kommender Woche beraten. Dies sieht das Bundesinfektionsschutzgesetz bereits vor, wenn eine Absonderung hätte vermieden werden können, indem man eine empfohlene Schutzimpfung in Anspruch nimmt.

5.21 Uhr: Neue Corona-Kriterien und Impfstatus-Auskunft in Kraft getreten

Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie im Herbst und Winter sind am Mittwoch mehrere Neuregelungen in Kraft getreten. Dabei geht es unter anderem um Bewertungskriterien der Pandemielage und Auskünfte zum Impfstatus von Beschäftigten. Sie waren am Dienstag im Bundesgesetzblatt verkündet worden.

Wesentliche Messlatte zur Lage-Einschätzung soll demnach die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken sein. Diese soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts der Impfungen nicht mehr als so aussagekräftig gelten. Berücksichtigt werden sollen aber auch "weitere Indikatoren". Die Länder sollen dann jeweils festlegen können, wo kritische Schwellen liegen, ab denen weitergehende Alltagsbeschränkungen greifen.

Zudem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind.

Mittwoch, 5 Uhr: RKI registriert 12.455 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 77,9

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist etwas gefallen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 77,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,1 gelegen, vor einer Woche bei 82,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.455 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.38 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 13.565 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 83 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.101.931 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 1,86 an (Freitag: 1,79). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.852.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.769.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

19.59 Uhr: Niederlande schafft Abstands-Regel ab - Corona-Pass für Gastronomie

Nach rund 18 Monaten machen die Niederlande in der Corona-Pandemie einen großen Schritt zurück zur Normalität. Der verpflichtende Sicherheitsabstand von 1,5 Meter werde ab dem 25. September abgeschafft, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag an. Zugleich wird aber ein sogenannter Corona-Pass für Gaststätten, Sportveranstaltungen und Kultur eingeführt. Besucher müssen nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind.

Premier Rutte ermahnte aber weiterhin zur Vorsicht. «Das ist nicht der Tag, an dem alles wieder so sein wird wie vor Corona, dafür gibt es noch zu viele Infektionen und werden noch zu viele Menschen in Krankenhäuser eingeliefert." Die Unsicherheit über die Entwicklung im Herbst bleibe weiter groß, so der rechtsliberale Premier. Viele Maßnahmen bleiben weiterhin, darunter die Maskenpflicht für Busse, Bahnen, Züge und auf Flughäfen. Diskotheken und Clubs dürfen zwar wieder öffnen, müssen aber wie alle anderen Gaststätten um Mitternacht schließen.

18.40 Uhr: Umfrage: Corona verändert Einkauf von Lebensmitteln

In der Coronakrise haben die Menschen in Deutschland auch Lebensmittel häufiger online eingekauft. Das geht aus den Zahlen einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Danach bestellen derzeit 26 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest hin und wieder Lebensmittel im Internet - vor Beginn der Pandemie waren es erst 16 Prozent.

Besonders bei Jüngeren sei der digitale Einkauf beliebt: Unter den 16- bis 29-Jähringen bestellt knapp ein Drittel (32 Prozent) häufig oder zumindest hin und wieder Essen, Snacks oder Getränke im Netz, unter den 30- bis 49-Jährigen sind es mit 36 Prozent etwas mehr. Bei den älteren Menschen nimmt die Bereitschaft, Lebensmittel im Web zu ordern, dann ab: Unter Personen zwischen 50 und 64 Jahren nutzen 26 Prozent den Online-Weg, in der Gruppe ab 65 Jahren sind es dann nur noch 8 Prozent.

Populär sind Online-Hofläden und Abos für Gemüsekisten mit jeweils zehn Prozent. Acht Prozent kaufen in Online-Supermärkten wie rewe.de, bringmeister.de oder Amazon Fresh. Sieben Prozent der Befragten bestellen Lebensmittel auf Plattformen wie Ebay. Genauso viele (7 Prozent) nutzen bereits Lieferdienste mit Sofortservice wie Gorillas und Flink, auch wenn diese wegen der schlechten Arbeitsbedingungen für die Fahrer immer wieder kritisiert werden.

18.05 Uhr: WHO-Chef prangert Mangel an Impfungen gegen Covid-19 in Afrika an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die schleppende Versorgung Afrikas mit Impfstoffen gegen Covid-19 angeprangert. Der eklatante Mangel an Vakzindosen schade nicht nur Afrika, sondern der ganzen Welt, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Je länger Menschen einer Region der Größe Afrikas nur ungenügenden Zugang zu den Wirkstoffen gegen das Coronavirus hätten, desto größer sei das Risiko von Mutationen und Übertragungen. Von den weltweit 5,7 Milliarden verabreichten Impfdosen seien bislang nur zwei Prozent in Afrika verimpft worden. In Afrika leben rund 1,3 Milliarden Menschen.

Tedros rief die reichen Länder mit Überschüssen an Impfdosen dazu auf, die Vakzine dem internationalen Programm Covax zu übergeben. Bislang habe Covax mehr als 260 Millionen Dosen an 141 Staaten ausgeliefert, die meisten davon Entwicklungsländer. Im Covax-Programm haben sich mehrere internationale Organisationen wie die WHO, das Kinderhilfswerk Unicef und die Impfallianz Gavi zusammengeschlossen, um eine gleichmäßigere Verteilung von Corona-Impfstoffen zu gewährleisten. Fast alle Länder beteiligen sich an dem Programm.

17.41 Uhr: Grüne Woche 2022 wieder mit Besuchern geplant

Die Agrarmesse Grüne Woche öffnet im Januar wieder für Besucher. Nach einer reinen Online-Ausgabe 2021 soll es wieder ein "Publikums-Highlight" in den Messehallen geben, teilte die Messe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir werden im neuen Jahr endlich wieder live unsere Gäste auf dem Messegelände begrüßen", kündigte Grüne-Woche-Chef Lars Jäger an.

Wie vor der Corona-Pandemie seien vom 21. bis 30 Januar zehn Messetage geplant. Die Schutz- und Hygienemaßnahmen für die 87. Ausgabe der Messe orientierten sich an den gesetzlichen Vorgaben und sollen fortlaufend mit den Behörden abgestimmt werden. Zur Grünen Woche kamen vor Corona regelmäßig mehr als 400.000 Besucher in die Messehallen am Berliner Funkturm. Sie gilt als wichtigstes Schaufenster für Landwirtschaft und Ernährungsindustrie und als Podium für die Branche und ihre Kritiker.

Der Berliner Senat hatte am Dienstag beschlossen, ein 2G-Optionsmodell einzuführen. Veranstalter können entscheiden, ob sie Zutritt nur Geimpften oder Genesenen (2G) oder auch Getesteten (3G) erlauben. Bei 2G könnten Messebesucher auf Masken verzichten und es wären auch mehr Teilnehmer möglich.

17.10 Uhr: AfD lässt 3G-Regel vom Verfassungsgerichtshof überprüfen

Die AfD im Sächsischen Landtag lässt die sogenannte 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) in der Corona-Pandemie juristisch überprüfen. Ein Eilantrag betreffe die unverzügliche Aufhebung etlicher Testpflichten, teilte die AfD-Fraktion am Dienstag in Dresden mit. Eine entsprechende Normenkontrolle beim Verfassunsgericht in Leipzig sei bereits am 10. September eingereicht worden. Es gehe darum, die "Diskriminierung von Ungeimpften" zu beenden, wie sie es nannte.

"Die sogenannte 3G-Regel ist aus unserer Sicht verfassungswidrig. Wir erwarten deshalb, dass sie vom Verfassungsgerichtshof bereits innerhalb der nächsten zwei Wochen vorläufig außer Kraft gesetzt wird", erklärte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban. Indem sich Ungeimpfte vor dem Besuch bestimmter Einrichtungen testen lassen müssten, würden sie gegenüber Geimpften benachteiligt. Das gelte in besonderem Maße, da die Tests bald kostenpflichtig sein werden.

16.52 Uhr: Kölner Dom aus Impffläschchen

Der Kölner Dom ist schon aus Streichhölzern, Legosteinen und Bierkästen nachgebaut worden - und nun auch aus 220 leeren Impffläschchen. Als er die leeren Flaschen gesehen habe, habe er gedacht "das ist doch schade", berichtete der Kölner Hausarzt Bastian Kirsch. Dann habe er die Eingebung mit dem Dom gehabt.

Die Rückmeldungen seiner Patientinnen und Patienten seien durchweg positiv. Es gehe ihm mit der Aktion darum, die Impfwilligkeit zu steigern. Die 220 Flaschen hätten insgesamt 1.500 Impfdosen enthalten.

Der Kölner Arzt Bastian Kirsch neben seinem Dom-Modell aus leeren Impfflaschen
Der Kölner Arzt Bastian Kirsch neben seinem Dom-Modell aus leeren Impfflaschen © dpa/Henning Kaiser

16.28 Uhr: Aufregung um Roland-Kaiser-Konzert in Riesa

Kurz vor dem Tourstart von Roland Kaiser in der Riesaer Sachsenarena gibt es große Aufregung unter den Fans: Am Montagnachmittag war bekannt geworden, dass für den Auftritt am 17. September in der Sachsenarena ein PCR-Test vorzulegen ist - von Besuchern, die weder einen Corona-Impfnachweis haben oder eine Bescheinigung, die sie als genesen ausweist. Mehr dazu im Artikel Aufregung um Roland-Kaiser-Konzert in Riesa

16.17 Uhr: Brandenburg führt Corona-Warnampel ein

In Sachsens Nachbarland Brandenburg gilt ab Donnerstag eine Corona-Warnampel mit der Zahl der Krankenhauspatienten als wichtigster Messlatte. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in Potsdam. Wenn der Wert der Neuaufnahmen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Land größer als zwölf ist, steht die Ampel künftig auf Rot und zeigt Alarm. Das Kabinett muss dann über neue Beschränkungen beraten. Derzeit liegt der Wert bei 0,75. Ein Alarm wird auch ausgelöst, wenn mehr als 20 Prozent der verfügbaren Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Die bekannte Sieben-Tage-Inzidenz der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bleibt als Wert auf kommunaler Ebene erhalten - wenn sie größer als 200 ist, gilt Rot.

15.54 Uhr: Göttlich mahnt Impf-Empfehlung für Fußball-Profis durch die DFL an

Oke Göttlich hat von der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine Impf-Empfehlung für die Profis zum Schutz vor Corona gefordert. Er denke, "dass die DFL eine dringende Empfehlung geben muss, dass auch auf dem Spielfeld 2G herrschen muss. Und zwar als Empfehlung. Die gibt es bisher in der Deutlichkeit noch nicht", sagte der Präsident des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli in der Sendung "Doppelpass 2. Bundesliga" bei Sport1. Jeder Mensch dürfe selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht, betonte Göttlich. Es sei aber wichtig, den Spielbetrieb zu erhalten.

Der Hamburger Zweitligist setzt im Heimspiel am Sonntag gegen den FC Ingolstadt auf die 2G-Regel und will 15.000 geimpfte und genesene Fans in das Millerntor-Stadion lassen. "Wir stellen gesellschaftlich fest, dass die Impfung der beste Schutz ist", sagte Göttlich: "Wir haben es lang diskutiert und ich bin froh, dass die Mitglieder dafür gestimmt haben.

Oke Göttlich, Präsident des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli
Oke Göttlich, Präsident des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli © Axel Heimken/dpa

15.33 Uhr: Ministerium dementiert „Geheimpapier“ der Bild-Zeitung

Die Bundesregierung will in der Corona-Pandemie ein zusätzliches Absicherungsinstrument für Messen und Ausstellungen schaffen - plant aber nach Darstellung des Wirtschaftsministeriums keinen neuen Teil-Lockdown. Eine Sprecherin sagte am Dienstag in Berlin, Messebauer und Aussteller müssten mit langen Planungs- und Vorlaufzeiten agieren und seien weiterhin mit Einschränkungen für ihren Geschäftsbetrieb konfrontiert. "Hier will die Bundesregierung ein zusätzliches Absicherungsinstrument schaffen."

"Bild" hatte über ein "Geheimpapier" des Finanzministeriums berichtet. Konkret handelt es sich um ein Schreiben der Parlamentarischen Staatssekretärin im Finanzministerium, Bettina Hagedorn, an den Haushaltsausschuss des Bundestags, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Demnach beantragt das Wirtschaftsministerium für mögliche Mehrausgaben im Zusammenhang mit einem geplanten Ausfallabsicherungsinstrument für Messen und Ausstellungen Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro. In dem Schreiben heißt es, der Mehrbedarf ergebe sich daraus, dass aufgrund der aktuell wieder stark ansteigenden Inzidenzen und der stagnierenden Impfbereitschaft sowie dem Beginn der kühleren Jahreszeit mit leichterer Virusverbreitung weiterhin ein großes Ausfallrisiko für Messen und Ausstellungen aufgrund coronabedingter Beschränkungen bestehe.

Die "Bild"-Zeitung hatte dazu geschrieben, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechne mit einem möglichen Teil-Lockdown bei großen Veranstaltungen und bereite sich auf die finanziellen Folgen für die Branche vor. Dazu sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums: "Das ist Quatsch. Die Bundesregierung plant keinen neuen Teil-Lockdown."

15.07 Uhr: Corona und die Folgen lassen Zuwanderung sinken

Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Zuwanderung nach Deutschland. In den Jahren 2019 und 2020 kamen deutlich weniger Migranten, und die bereits seit 2016 rückläufige Nettozuwanderung sank noch einmal deutlich, wie aus dem am Dienstag in Köln vorgestellten Malteser Migrationsbericht hervorgeht.

Demnach lag der sogenannte Wanderungssaldo 2019, dem Beginn der Pandemie, bei 400.000. So viele Menschen kamen mehr nach Deutschland, als aus dem Land wegzogen. Im Jahr 2020 halbierte sich der Wert dann auf 200.000. Ursache seien Reisebeschränkungen und wirtschaftliche Pandemie-Folgen. "Trotz der jüngsten Entwicklungen bleibt Deutschland aber ein Einwanderungsland", sagte der Direktor des Walter-Eucken-Instituts, Lars Feld, dessen Institut den Bericht im Wesentlichen erstellt hat.

Auch die Zahl der Asylanträge sank 2020 mit 122.000 auf den niedrigsten Stand seit 2013. Der Bericht geht aber nicht davon aus, dass es sich bei den Rückgängen um einen Trend handelt. Wegen des Fachkräftemangels bleibe Zuwanderung bedeutsam. Insgesamt hatten 2019 dem Bericht zufolge 21,2 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Zugleich hatten 52 Prozent dieser Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit. 65 Prozent der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben europäische Wurzeln.

14.35 Uhr: Sachsen führt 2G-System als Optionsmodell ein

Sachsen will mit der neuen Corona-Schutzverordnung das sogenannte 2G-System als Optionsmodell einführen und damit Hamburg folgen. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5.000 Menschen erhalten, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) am Dienstag in Dresden bekannt.

Im Gegenzug bestehe die Möglichkeit, Beschränkungen wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot aufzuheben. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Unklar ist bisher, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen einen Test benötigen. Mehr zu den Planungen in Sachsen

Hörtipp: 3G, 2G und die möglichen Entwicklungen im Herbst in Sachsen waren auch Thema in unserem Corona-Padcast:

14.19 Uhr: Schulimpfungen: Impfgegner-Randale in Zittau

In diesen Tagen finden an zahlreichen sächsischen Schulen Impfaktionen für Schüler ab zwölf Jahren statt. Am Dienstag machte ein mobiles Impfteam des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Station in der Aula des Beruflichen Schulzentrum an der Hochwaldstraße in Zittau. Dort kam es zu Auseinandersetzungen mit Impfgegnern. Die Polizei musste zu der Schule ausrücken. Mehr dazu im Artikel Eskalation bei Schüler-Impfung in Zittau

13.55 Uhr: Zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft

Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland sind nach offiziellen Angaben jetzt mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Zumindest eine erste Spritze bekommen haben inzwischen 55,4 Millionen Menschen oder 66,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent aller Einwohner.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief auch mit Blick auf eine noch bis diesen Sonntag laufende bundesweite Aktionswoche dazu auf, viele einfach zu nutzende Impfgelegenheiten anzunehmen. "Jede Impfung mehr macht einen Unterschied für Herbst und Winter", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben laut RKI mittlerweile rund 207.000 Menschen bekommen.

13.35 Uhr: Neue Corona-Kriterien und Impfstatus-Auskunft treten in Kraft

Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie im Herbst und Winter können jetzt weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Von Bundestag und Bundesrat beschlossene Neuregelungen zu den Bewertungskriterien der Pandemielage und zu Auskünften zum Impfstatus von Beschäftigten wurden am Dienstag im Bundesgesetzblatt verkündet und treten damit an diesem Mittwoch in Kraft.

Wesentliche Messlatte zur Lage-Einschätzung soll demnach die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken sein. Diese soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts der Impfungen nicht mehr als so aussagekräftig gelten. Berücksichtigt werden sollen aber auch "weitere Indikatoren". Die Länder sollen dann jeweils festlegen können, wo kritische Schwellen liegen, ab denen weitergehende Alltagsbeschränkungen greifen. Zudem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind.

12.52 Uhr: Stiko-Chef: Gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe möglich

Gleichzeitige Impfungen gegen die Grippe und Corona sind laut Einschätzung des Chefs der Ständigen Impfkommission (Stiko) unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens "MDR Aktuell". "Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig." Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen. Wenn es in diesem Jahr weniger Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wie Maskenpflicht und Abstandhalten gebe, seien die Menschen besonders gefährdet. "Insofern ist eine Grippeimpfung sinnvoll für diese erwähnten Risikogruppen."

Der Stiko-Chef reagierte auch auf Befürchtungen, dass der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr einen geringeren Schutz bieten könnte, weil sich in der vergangenen Saison weniger Menschen mit Grippe ansteckten und Daten fehlen könnten. Diese Angst halte er für unbegründet, sagte Mertens. Auf der ganzen Welt untersuchten Laboratorien das gesamte Jahr Influenza-Viren. Das sei die Grundlage für die Zusammensetzung der Impfstoffe.

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission
Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission ©  dpa/Kay Nietfeld

12.24 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin begibt sich in Selbstisolation

Der russische Präsident muss sich in Quarantäne begeben. "Wladimir Putin sagte, dass er wegen identifizierter Coronavirus-Fälle in seinem Umfeld das Regime der Selbstisolation für eine bestimmte Zeit einhalten muss“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur TASS einen Sprecher des Kreml. Ob sich Putin mit dem Virus angesteckt hat, wird nicht näher beschrieben. Der Präsident gilt als vollständig geimpft, nachdem er sich im Frühjahr mit dem russischen Impfstoff Sputnik V hat impfen lassen.

Ebenfalls unklar ist bislang, welche Kontaktpersonen des Präsidenten infiziert waren. Am Montag hatte Putin unter anderem den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und mehrere russische Sportler getroffen. Eine Reise nach Tadschikistan, die an diesem Dienstag begonnen hätte, wurde abgesagt.

12.11 Uhr: Viele neue Fälle in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 90 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 32.152 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 30.412 als wieder genesen - 38 mehr als am Montag. Die Behörden meldeten zudem zwei weitere Krankenhauseinweisungen, Todesfälle gab es aber nicht. Seit Pandemiebeginn sind damit weiterhin 1.111 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben des Robert Koch-Instituts stark an: Wurde am Montag noch ein Wert von 59 gemeldet, sind es nun 50,5.

11.51 Uhr: Spahn kündigt gemeinsame Linie bei Lohnersatz für Ungeimpfte an

Im Streit um Quarantäne-Entschädigungen für Ungeimpfte streben Bund und Länder nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine gemeinsame Regelung an. "Wir versuchen, mit den Ländern eine gemeinsame Linie bei der Lohnersatzleistung zu finden", sagte Spahn. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern kommen am 22. September zu Beratungen zusammen. Das Thema stehe dabei auf der Tagesordnung der derzeit von Bayern angeführten Gesundheitsministerkonferenz.

Mehrere Bundesländer haben angekündigt, keine Entschädigungen mehr für Verdienstausfälle von Ungeimpften zu zahlen, die in Corona-Quarantäne müssen. Sie berufen sich dabei auf einen Passus im Infektionsschutzgesetz, wonach der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können. Eine Umfrage unter den Bundesländern Anfang September hatte ergeben, dass seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt wurden.

11.36 Uhr: Corona-Einschränkungen: Tourismus bricht in Thüringen immer weiter ein

Thüringens Fremdenverkehr leidet weiter unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Die Hotels und Pensionen mit mindestens zehn Betten hätten im ersten Halbjahr 2021 einen Rückgang bei den Übernachtungen auf rund 423.000 Gäste verzeichnet, teilte das Landesamt für Statistik am Dienstag in Erfurt mit. Das sei mehr als die Hälfte weniger als im Vergleichszeitraum 2020. Die Zahl der Übernachtungen sei um ein gutes Drittel (36,2 Prozent) auf 1,6 Millionen geschrumpft. Den einzigen Lichtblick sahen die Statistiker bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Sie habe mit 3,8 Tagen sehr deutlich über dem Wert von 2,8 Tagen der ersten sechs Monate 2020 gelegen.

Bad Tabarz: Ein paar Ausflügler spazieren auf dem Rennsteig, der über das Inselsberg Plateau führt.
Bad Tabarz: Ein paar Ausflügler spazieren auf dem Rennsteig, der über das Inselsberg Plateau führt. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild

11.07 Uhr: Geringe Infektionsrate bei Schülern und Lehrkräften in Sachsen

Die Infektionsraten fallen nach Angaben des Kultusministeriums bei Schülerinnen und Schülern sowie dem Schulpersonal auch nach den Sommerferien sehr gering aus. Das sei das Ergebnis der Antigen-Selbsttests, die an den Schulen in der ersten Schulwoche durchgeführt wurden. Insgesamt wurden 1.070.564 Tests durchgeführt, darunter waren 219 positive Ergebnisse, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Das entspreche einer Infektionsrate von 0,02 Prozent. Unter Lehrern und Erziehern wurden 43.719 Tests durchgeführt, davon waren 22 positiv, was den Angaben nach einer Infektionsrate von 0,05 entspricht. Die Infektionsraten seien damit ähnlich niedrig wie vor den Sommerferien gewesen.

Schulkinder und Schulpersonal sind die einzigen Bevölkerungsgruppen, die so umfangreich getestet werden. Derzeit müssen sie sich dreimal wöchentlich testen, bis auf vollständig geimpfte oder genesene Personen.

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10.30 Uhr: Neuer Corona-Ausbruch in China: Metropole Xiamen im Lockdown

Ein neuer Ausbruch der Delta-Variante des Coronavirus hat für Menschen im Südosten Chinas weitreichende Einschränkungen zur Folge. Die Behörden der Küstenmetropole Xiamen in der Provinz Fujian forderten Bewohner am Dienstag dazu auf, die Stadt nicht mehr zu verlassen. Großveranstaltungen wurden abgesagt, Restaurants und Einkaufszentren angewiesen, die Zahl der Besucher zu reduzieren. Schulen schwenkten auf Online-Unterricht um. Die Maßnahmen erfolgten, nachdem in der Stadt am Montag 32 neue Corona-Fälle entdeckt worden waren, womit die Zahl der Infektionen in der Provinz Fujian seit der vergangenen Woche auf über 100 angestiegen ist.

Es wurde vermutet, dass ein Familienvater nach seiner Rückkehr aus Singapur das Virus eingeschleppt hat. Der Mann war am 4. August zurück nach China gereist, verbrachte 21 Tage in Quarantäne und war neun Mal negativ auf das Virus getestet worden. Am vergangenen Freitag fiel ein Test dann aber positiv aus. Die chinesische Regierung verfolgt eine "Null-Covid-Strategie". Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff.

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