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Deutschland & Welt

Geimpfte: Mehrheit steht hinter weiteren Lockerungen

Zwei Drittel der Deutschen dafür, 1.188 neue Fälle in Sachsen, Polen bald kein Hochinzidenzgebiet mehr, Ansturm auf Impftermine in Sachsen - unser Newsblog.

Wer vollständig geimpft ist, soll weitere Vorteile haben, findet eine Mehrheit der Deutschen.
Wer vollständig geimpft ist, soll weitere Vorteile haben, findet eine Mehrheit der Deutschen. © Christopher Neundorf/dpa (Symbolfoto)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.04 Uhr: Dresdner Ostrale plant Kunstausstellung ab Juli

Trotz aktueller Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie bereitet das Zentrum für zeitgenössische Kunst Ostrale seine Biennale 2021 vor. Die von einem internationalen Team kuratierte 13. Ausgabe der Kunstausstellung solle vom 3. Juli bis 1. Oktober in Dresden stattfinden, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Hauptort sei die ehemalige Kantine des DDR-Kombinats Robotron, einem verfallenden Pavillon der Ostmoderne. Unter dem Titel "Atemwende" sollen 557 Werke aller Genres von 138 Künstlern aus 34 Ländern gezeigt werden - darunter auch Aserbaidschan, Bangladesch, Peru, Singapur oder Togo. Sie wurden aus 1.114 Bewerbungen ausgewählt.

In der "Robotron-Kantine" stehen rund 3.500 Quadratmeter für die Biennale zur Verfügung, sagte Ostrale-Chefin Andrea Hilger. Sie werde damit auch "auf ihre Eignung für ein neues Leben als Kulturstätte" in der Stadt getestet. Dazu kommen, wie schon 2019, weitere Ausstellungsorte wie das Deutsche Hygiene-Museum und das Ostrale Zentrum im Westen der Stadt. Die Biennale erforscht den Angaben nach "am Tor einer neuen, post-pandemischen Ära, wie wir mit unseren Mitmenschen, Tieren und unserer komplexen Umwelt zusammenleben".

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Eine Mitarbeiterin bessert die Ostrale-Wegweiser mit roter Farbe aus.
Eine Mitarbeiterin bessert die Ostrale-Wegweiser mit roter Farbe aus. © SZ/Thomas Lehmann (Archiv)

20.48 Uhr: WHO: Anderen Ländern droht gleiche Corona-Krise wie Indien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor dem Risiko weiterer verheerender Corona-Ausbrüche nach dem Muster Indiens. In mehreren anderen Ländern fehlten die richtigen Vorkehrungen, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. "Dieses Virus hat eine enorme Bewegungsenergie", sagte Ryan. "Es hat massive Infektionskraft, und wir müssen die Ausbreitung verlangsamen." In manchen Ländern entwickele sich die Lage schon ähnlich wie in Indien, sagte Ryan, ohne Namen zu nennen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte später die angespannte Lage in Brasilien und Nepal. Weitere Länder könnten bald in eine ähnliche Notlage kommen.

Noch seien die Impfungen allein nicht die ausreichende Antwort, sagte Ryan mit Verweis auf die viel zu kleine Produktion und die ungleiche Verteilung der Impfstoffe in der Welt. Nach Angaben der WHO wurden weltweit 1,2 Milliarden Impfdosen verabreicht, aber mehr als 80 Prozent davon in reichen Ländern. Nur ein Bruchteil, fünf Millionen, ging demnach in die ärmsten Länder. Tedros appellierte an die reichen Länder, mehr Impfdosen zu spenden. Das sei kein Akt der Nächstenliebe, sondern im Interesse der reichen Länder, weil sich sonst anderswo Varianten entwickeln können, die global neue Infektionswellen auslösen können.

20.27 Uhr: London fordert Verlegung des Champions-League-Finals aus der Türkei

Weil die britische Regierung Reisen in die Türkei wegen der dortigen Corona-Lage verbietet, hat der englische Fußballverband die UEFA um eine Verlegung des Champions-League-Finales aus Istanbul nach Großbritannien gebeten. Verkehrsminister Grant Shapps sagte am Freitag in London, die Türkei werde auf die sogenannte rote Liste gesetzt. Wer aus solchen Ländern nach Großbritannien einreist, muss sich auf eigene Kosten für zehn Tage in Hotel-Quarantäne begeben. Am 29. Mai treffen in Istanbul die englischen Erstligisten FC Chelsea und Manchester City aufeinander. "Zuallererst bedeutet dies, dass Fans nicht wegen der Champions League in die Türkei reisen sollten", sagte Shapps. Er sagte, dass der Verband FA Gespräche mit der UEFA führe.

Die Europäische Fußball-Union bestätigte am Abend die Kenntnis darüber, dass die Türkei auf der "roten Liste" stehe. "Wir brauchen etwas Zeit, um über das Thema nachzudenken", hieß es auf Anfrage von der UEFA dazu. Shapps verwies darauf, dass in Großbritannien bereits Spiele vor Publikum stattgefunden haben. "Wir sind sehr offen für die Ausrichtung des Finales, aber letztendlich ist es eine Entscheidung der UEFA." Die Fanvereinigung Chelsea Supporters' Trust kündigte an, sich mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zu treffen und eine Verlegung zu fordern. Als Ausweichort war zuletzt das Stadion von Erstligist Aston Villa in Birmingham im Gespräch. Allerdings hatte die UEFA noch vor einigen Tagen betont, sie wolle an Istanbul als Ausrichtungsort festhalten.

Die britische Regierung ist gegen ein Champions League-Finale in der Türkei.
Die britische Regierung ist gegen ein Champions League-Finale in der Türkei. © Marius Becker/dpa (Symbolfoto)

19.56 Uhr: Bremer Verfassungsschutz stuft "Querdenken 421" als Verdachtsfall ein

Das Landesamt für Verfassungsschutz in Bremen hat die Gruppierung "Querdenken421" als sogenannten Verdachtsfall eingestuft. Dies teilte das Innenressort am Freitag mit. Demnach liegen dem Verfassungsschutz Anhaltspunkte vor, dass die Gruppierung Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung hat. Mit der Einstufung als Verdachtsfall kann der Bremer Verfassungsschutz die Gruppe unter strengen Voraussetzungen systematisch beobachten und nachrichtendienstliche Mittel einsetzen, wie die Sprecherin des Innenressorts sagte.

Das Innenressort verwies darauf, dass unter den Anhängern der sogenannten Querdenken-Bewegung Rechtsextremisten und Personen aus dem Spektrum der "Reichsbürger" seien. "Wesentlich für die "Querdenken"-Bewegung" ist ein grundsätzliches Misstrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates sowie der Gebrauch antisemitisch besetzter Verschwörungsideologien", hieß es. Legitime Proteste und Kundgebungen werden demnach durch extremistische Akteure instrumentalisiert.

19.33 Uhr: England hebt striktes Reiseverbot Mitte Mai auf

Nach mehr als vier Monaten striktem Ausreiseverbot dürfen die Menschen in England ab Mitte Mai unter strengen Auflagen wieder ins Ausland reisen. "Wir müssen sicherstellen, dass die Länder, mit denen wir uns wieder verbinden, sicher sind", sagte der britische Verkehrsminister Grant Shapps, der die Lockerung ab dem 17. Mai am Freitag bestätigte. Ein Ampelsystem bestimmt je nach Infektionslage einzelner Länder, welche Regeln bei der Einreise beziehungsweise Rückkehr nach England gelten. So müssen Rückkehrer und Einreisende aus "gelben Ländern", zu denen zunächst auch Deutschland gehört, vor ihrer Einreise sowie am Tag zwei und acht nach ihrer Ankunft einen Test machen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Wer aus "roten Ländern" einreist, muss sogar auf eigene Kosten für zehn Tage in ein Quarantäne-Hotel.

Nur Einreisenden aus "grünen Ländern" bleibt die Quarantäne erspart - auch sie müssen sich jedoch testen lassen. Zu Beginn gehören nur zwölf Länder zu jenen mit grünem Status, darunter Portugal, Israel, Island und Australien. In regelmäßigen Abständen soll die Einstufung je nach Infektionslage angepasst werden. Die Engländer sollen außerdem ab Mitte Mai mithilfe einer App des Gesundheitsdienstes ihren Impfstatus nachweisen könne. Die neuen Regeln gelten nur für England. Schottland, Wales und Nordirland, die ihre eigenen Corona-Maßnahmen machen, haben noch kein Datum für den Neustart internationaler Reisen bekanntgegeben.

Vielleicht bereitet sich dieser Frau, die sich in London die Haare schneiden lässt, schon auf die nächste Reise vor?
Vielleicht bereitet sich dieser Frau, die sich in London die Haare schneiden lässt, schon auf die nächste Reise vor? © Frank Augstein/AP/dpa

19.12 Uhr: Mehrheit der Deutschen für weitere Lockerung für Geimpfte

Knapp zwei Drittel der Deutschen befürworten laut einer Umfrage eine weitere Lockerung der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene. So finden es 64 Prozent der Befragten richtig, wenn Hotels, Gaststätten, Theater oder Kinos für diese Gruppen wieder aufmachen, wie aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage für die Mediengruppe RTL hervorgeht. Gut ein Drittel (33 Prozent) lehnt das ab. Eine sehr große Mehrheit sieht in der unterschiedlichen Lage von Menschen mit und ohne vollständigem Impfschutz eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Dass der Zusammenhalt dadurch "etwas" gefährdet wird, denkt den Ergebnissen zufolge knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent); ein Drittel (32 Prozent) geht demnach sogar von einer "starken" Gefahr aus. An keine Beeinträchtigung glauben laut Umfrage nur 19 Prozent. Ab dem Wochenende gelten für Geimpfte und Genesene Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, wie etwa Kontaktbeschränkungen oder Ausgangssperren, laut Verordnung nicht mehr. Nach der Zustimmung des Bundesrats, könne die Verordnung der Bundesregierung nun "am Sonntag in Kraft treten", kündigte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) an.

18.51 Uhr: Lettland meldet höchste Corona-Zahl seit Februar - Gastronomie öffnet

In Lettland hat die Anzahl an Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag erstmals seit Februar wieder die 1.000er-Marke überschritten. Mit 1.036 Fällen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Gesundheitsbehörde in Riga am Freitag den höchsten Stand seit 20. Februar. In dem EU-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 122.000 Corona-Fälle registriert. Etwa 2.200 Menschen starben.

Zugleich dürfen in Lettland seit Freitag gastronomische Betriebe nach halbjähriger Zwangspause unter strengen Auflagen wieder öffnen. Bis 21 Uhr dürfen Restaurants und Cafes Essen und Trinken im Freien und auf Außenterrassen servieren. Gäste dürfen maximal zu viert an einem Tisch sitzen - mit mindestens zwei Meter Abstand zu Personen an Nebentischen. In Innenräumen darf weiter nicht bedient werden.

18.22 Uhr: Sächsischer Verband: Familien systemrelevant und müssen in den Fokus

Die Corona-Pandemie zeigt aus Sicht des Deutschen Familienverbandes Sachsen die Systemrelevanz von Familien. "Ohne die Mitwirkung von Müttern, Vätern und Kindern können Maßnahmen der Pandemiebekämpfung nicht greifen", sagte Landesvorsitzende Eileen Salzmann am Freitag in Dresden. Familien übernähmen Verantwortung, hielten zusammen und kümmerten sich um andere, der Staat müsse ihre Last mindern. "Familien gehören in den Mittelpunkt des politischen Handelns", forderte Salzmann. Das gelte grundsätzlich, aber vor allem in dieser Krise. Für alle Familien müssten gerechte Finanzlasten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung, Gesundheitsschutz, Erholung sowie Wertschätzung gewährleistet werden. "Hier gibt es viel Nachholbedarf."

Salzmann verwies darauf, dass Eltern und Kinder seit über einem Jahr unter Dauerbelastung lebten. Bei Vielen seien die Kraftreserven erschöpft und das Verständnis für die Corona-Politik des Landes und des Bundes schwinde zunehmend. Es sei für Familien besonders schwer zu verstehen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse nur wenig Beachtung fänden, obwohl sie entscheidend zu deren Bewältigung beitragen. "Es wird ständig über Familien in der Krise gesprochen, aber nur selten mit ihnen", sagte Salzmann. Ein Landesfamiliengipfel sei daher überfällig. "Wer Akzeptanz für Regeln will, darf nicht an den Familien vorbei regieren."

17.59 Uhr: Ende von Corona-Notstand sorgt in Spanien für Chaos

Das Ende des sechsmonatigen Corona-Notstands an diesem Wochenende in Spanien sorgt in vielen Regionen für Verwirrung. Vielerorts gab es am Freitag Streit darüber, welche alten oder neuen Einschränkungen von Sonntag an noch gelten. Ärger droht auch auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca. Dort kündigten Gastwirte eine Art Aufstand gegen Pläne der Regionalregierung an. Die Zeitung "El País" sprach von "Chaos". Auf Mallorca erklärten mehrere Gastronomen, entgegen einer Anordnung der Regionalregierung die Innenräume von Restaurants, Bars und Kneipen noch in der Nacht zu Sonntag wieder zu öffnen. Die angeordnete Zwangsschließung von Innenräumen für weitere zwei Wochen sei illegal, heißt es in Mitteilungen verschiedener Gastronomen-Verbände. Man werde "alle Kunden bewirten, die unsere Lokale aufsuchen wollen".

Dabei war die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse der Regionalregierung erst am Donnerstag vom Oberlandesgericht in Palma bestätigt worden. Mit drei Ja- und zwei Gegenstimmen fiel die Entscheidung allerdings denkbar knapp aus. Ähnliche Streitigkeiten gibt es auch in anderen Regionen. Im Baskenland kippte das Oberlandesgericht etwa am Freitag den Beschluss zur Aufrechterhaltung der nächtlichen Ausgangssperre. Spaniens Zentralregierung hatte per Dekret entschieden, das Oberste Gericht in Madrid solle bei Streitigkeiten das letzte Wort haben. Doch die Richter sind damit nicht zufrieden. Der staatliche Fernsehsender RTVE zitierte einen Richter mit den Worten: "Die Politiker drücken sich vor ihrer Verantwortung."

Eine Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung geht an einem der Graffiti von Diego As im spanischen Lugo vorbei.
Eine Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung geht an einem der Graffiti von Diego As im spanischen Lugo vorbei. © Carlos Castro/EUROPA PRESS/dpa

17.37 Uhr: WHO-Notfallzulassung für chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm eine Notfallzulassung erteilt, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf sagte. So können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen.

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17.30 Uhr: Merkel: Corona-Impfung für Jüngere soll schnell kommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bekräftigt, dass Kinder und Jugendliche nach Zulassung von Corona-Impfstoffen für ihre Altersgruppe beim Impfen schnell an die Reihe kommen sollen. "Wir wollen ja sowieso dann ab Anfang Juni die Priorisierung aufheben. Aber wir werden auch mit den Ländern darüber sprechen: "Wie können wir möglichst sicherstellen, dass dann die jungen Leute auch schnell drankommen?"", sagte Merkel am Freitag bei einer Online-Diskussion im Rahmen von sogenannten Jugendpolitiktagen.

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten kürzlich bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA die Zulassung ihres Präparats für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Merkel zeigte sich sehr zuversichtlich: "Das wird sicherlich sehr zeitnah passieren." Gerade junge Menschen hätten "eine große Mobilität und einen berechtigten Anspruch darauf, sich zu bewegen und auch sicher zu sein", betonte die Kanzlerin. "Deshalb werden wir alles daran setzen - in Abhängigkeit natürlich von den verfügbaren Impfdosen -, diese Gruppe nicht aus dem Auge zu verlieren." Merkel warnte aber auch davor, Ältere zu vergessen, die noch nicht geimpft sind.

17.09 Uhr: Polizei fahndet nach Gewalttäter von Corona-Demonstration

Mit Fahndungsfotos sucht die Berliner Polizei nach einem Gewalttäter von der großen Corona-Protestdemonstration am 18. November. Der Mann soll gegen Mittag in der Ebertstraße am Brandenburger Tor einen Polizisten umgeworfen und dann auf ihn eingetreten haben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Anschließend soll er versucht haben, den Polizisten in die gewalttätige Menschenmenge zu ziehen. Als weitere Polizisten eingriffen, zog er sich zurück. Der Angriff ereignete sich, als die Polizei die Menschenmenge von der Straße schieben wollte. Der verdächtige Mann auf den Bildern hat einen langen dunkelblonden Zopf und einen langen Bart, an den Seiten des Kopfes sind die Haare abrasiert. Auf seiner schwarzen Jacke steht hinten "Lotus Renault".

Bei der Demonstration mit 9.000 Teilnehmern hatte es heftige Angriffe auf die Polizei gegeben. 77 Polizisten wurden verletzt, 365 Menschen vorläufig festgenommen. Weil die Demonstranten gegen die Corona-Auflagen verstießen, löste die Polizei die Demonstration nach und nach mit Wasserwerfern auf.

Fahndungsfoto des gesuchten Mannes
Fahndungsfoto des gesuchten Mannes © Polizei Berlin

16.52 Uhr: Indische Corona-Variante gilt in England nun als "besorgniserregend"

Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617.2 gilt in England nun als "besorgniserregend". Man habe diese Variante als "Variant of Concern" eingestuft, da sie sich als ansteckender erwiesen habe als andere, erklärte Susan Hopkins von der Gesundheitsbehörde Public Health England am Freitag in London. Es gebe allerdings noch keine ausreichenden Daten dazu, ob die Variante auch schwerere Erkrankungen auslöse oder die Wirkung von Impfstoffen schwäche.

Derzeit sind in Großbritannien 520 Fälle der Variante bekannt, in der vergangenen Woche waren es noch 202. Zwei weitere in Indien entdeckte Varianten - B.1.617.1. und B.1.617.3 - bleiben in England weiterhin unter Beobachtung.

16.29 Uhr: Polen bald kein Hochinzidenzgebiet mehr

Das Nachbarland Polen wird am Sonntag auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet heruntergestuft. Damit entfällt die Corona-Testpflicht vor der Einreise auf dem Landweg. Es reicht dann wieder, wenn man sich bis zu 48 Stunden nach der Einreise testen lässt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Polen-Beauftragter der Bundesregierung, zeigte sich erfreut über die kommenden Erleichterungen."

Trotz einiger Probleme in der praktischen Umsetzung, die ich für die Betroffenen sehr bedaure, ist es uns und Polen in den vergangenen Wochen gut gelungen, den Grenzverkehr offen zu halten", teilte Woidke am Freitag mit. "Unser Ziel war und ist Grenzschließungen, wie noch letztes Jahr, unbedingt zu verhindern. Das muss auch künftig gelten." Er freue sich, wenn mit weiter sinkenden Corona-Inzidenzwerten das gute nachbarschaftliche und freundschaftliche Miteinander möglichst bald wieder auflebe.

16.07 Uhr: Comeback nach Corona-Infektion: Jauch ist "schon erleichtert"

Moderator Günther Jauch (64) ist nach seiner überstandenen Corona-Infektion zurück bei der Arbeit - und erleichtert. Vor einigen Tagen wurde die Show "5 gegen Jauch" aufgezeichnet, die am Samstag (8. Mai, 20.15 Uhr) ausgestrahlt wird - nach RTL-Angaben war es Jauchs erste Sendung nach der Quarantäne. "Für mich war die Auszeit schon sehr ungewohnt", sagte Jauch in Köln. In den vergangenen 45 Jahren sei bei ihm nie eine Sendung wegen Krankheit ausgefallen - nun seien es gleich drei gewesen. "Da war ich schon erleichtert, als ich wieder in den Normalmodus schalten konnte", sagte Jauch über sein Comeback.

Anfang April war bekannt geworden, dass sich Jauch mit Corona infiziert hatte. Er verpasste wegen der Infektion drei Ausgaben der Live-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert", in der er normalerweise mit Barbara Schöneberger (47) und Thomas Gottschalk (70) auftritt. Regelmäßig ließ er sich allerdings live zuschalten. Bei "5 gegen Jauch" spielt der "Godfather des deutschen Quiz" nun in der ersten neuen Folge gegen Schlagersänger Mickie Krause, Schauspieler Jimi Blue Ochsenknecht, Komiker Wigald Boning, Komikerin Ilka Bessin und Tänzerin Christina Luft. Moderiert wird der Abend von Oliver Pocher.

Der Moderator Günther Jauch ist nach seiner Corona-Erkrankung zurück im Sendestudio.
Der Moderator Günther Jauch ist nach seiner Corona-Erkrankung zurück im Sendestudio. © Henning Kaiser/dpa (Archiv)

15.48 Uhr: Nach Impfung mit Kochsalzlösung: Polizei prüft politische Motive

Im Fall der examinierten Krankenschwester des Deutschen Roten Kreuzes, die in sechs Fällen im Impfzentrum Friesland den Biontech-Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht haben soll, ermittelt nun auch der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz der Polizeiinspektion Wilhelmshaven. Die Polizei sei bei den Ermittlungen auf eine "einstellige Zahl coronakritischer Posts" der Frau bei Facebook gestoßen, bestätigte am Freitag eine Sprecherin. Zuerst hatte der Spiegel (online) am Freitag über die Ermittlungen berichtet.

Die Polizei gehe weiterhin davon aus, dass die Frau die Spritzen ohne Impfstoff verwendet habe, um zu vertuschen, dass ihr eine Ampulle zu Bruch gegangen sei, sagte die Sprecherin. Trotz der Facebook-Posts und auch einer per WhatsApp verschickten Karikatur "erkennen wir keinen politischen Zusammenhang, was die Tat angeht", sagte die Sprecherin. Es handele sich eher um formale Ermittlungen, "weil Corona auch ein politisches Thema" sei. In einem ersten Schritt hatten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits wegen einer möglicher Körperverletzung ermittelt. Die Beschuldigte hatte bei einer Vernehmung umfänglich ausgesagt und den Vorfall eingeräumt. Der festangestellten Krankenschwester war daraufhin seitens ihres Arbeitgebers fristlos gekündigt worden.

15.33 Uhr: Wie soll der digitale Impfpass der EU funktionieren?

Das Impftempo in Deutschland zieht deutlich an. Rund 25 Millionen Menschen haben bereits eine erste Dosis bekommen, etwas mehr als sieben Millionen gelten als vollständig gegen Corona geimpft. Zudem hat an diesem Freitag der Bundesrat den Weg dafür frei gemacht, dass Geimpfte wieder mehr Freiheiten zurückerhalten sollen. Spätestens an diesem Punkt drängt sich die Frage auf, wie soll verlässlich und vor allem fälschungssicher dokumentiert werden, wer geimpft ist und wer nicht?

Eine Schlüsselfunktion kann da dem von der EU entwickelten digitalen Impfpass beikommen. Bei diesem Impfpass, der auch als "grünes Zertifikat" bezeichnet wird, handelt es sich um einen QR-Code, den man in einer App auf seinem Handy speichert oder auf Papier ausgedruckt bei sich tragen kann. Johannes Bahrke, Sprecher für Digitales bei der EU-Kommission in Brüssel, erklärt im CoronaCast bei Sächsische.de die wichtigsten Fragen zu Technik, Recht und Datensicherheit.Den Podcast hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Weitere Hintergründe und Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: So soll der digitale Impfpass funktionieren

15.16 Uhr: Sachsen-Anhalt öffnet unter Auflagen Gastronomie, Sport und Kultur

Sachsen-Anhalt lockert ab dem Wochenende die Corona-Regeln für Landkreise und kreisfreie Städte, deren Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt. Die Außengastronomie soll dann wieder öffnen können, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag mitteilte. Bestimmte Veranstaltungen im Freien sollen ebenso wie touristische Aufenthalte möglich sein. Maßgabe ist ein negativer Corona-Test, dazu kommen Hygieneregeln und Zugangsbegrenzungen.

Die Verordnung trete am Samstag in Kraft und ende am 24. Mai - somit falle in Magdeburg zum Sonntag bereits die Bundes-Notbremse, erläuterte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Die Landeshauptstadt weist seit fünf Tagen eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen auf. Konkret ergeben sich so eine Vielzahl an Öffnungen wie im Falle von Schwimmbädern und Badeanstalten (Außenbereich) oder auch Training mit bis zu 25 Menschen im Freien. In der geöffneten Außengastronomie ist die Zahl der Gäste an einem Tisch auf sechs begrenzt.

15.04 Uhr: Bachfest Leipzig 2021 wird auf Digital-Ausgabe beschränkt

Nach der Absage 2020 hatten die Veranstalter des Bachfestes Leipzig in diesem Jahr unbedingt wieder ein Festival mit Publikum organisieren wollen. Doch seit Freitag steht fest: Das Bachfest 2021 muss digital stattfinden. Das Programm wird dafür eingedampft. Statt mehr als 100 geplanten Veranstaltungen werde es zwölf gestreamte Konzerte mit Werkeinführungen und Gesprächsreihen geben, teilte die Veranstalter mit. Je nach Pandemie-Lage könne zum Online-Zyklus "Bachs Messias" eventuell kurzfristig ein kleines Publikum zugelassen werden.

Bis Ende April habe das Team noch "mit unerschütterlichem Optimismus" ein Präsenzfestival vom 11. bis 20. Juni geplant, erklärte Intendant Michael Maul. Aber wegen der Pandemie-Regeln im Inland und der Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr erscheine das nicht realistisch. Die Inzidenzzahlen in Leipzig ließen zwar womöglich bald Konzerte zu. Aber eine Öffnung der Hotels sei noch nicht absehbar. Im Rahmen des Online-Zyklus sollen die Konzerte live aus den beiden Leipziger Bach-Kirchen gestreamt werden.

14.50 Uhr: Impfampullen des vorzeitigen Halberstädter Impfstarts im Museum

Mit dem vorzeitigen Corona-Impfstart am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte Halberstadt bundesweit für Schlagzeilen gesorgt - jetzt kommen einige der ersten Ampullen ins Museum. Das Ameos-Klinikum übergab sie am Freitag an die städtische Sammlung Halberstadt. Am 26. Dezember war in Halberstadt öffentlichkeitswirksam als erste die 101-jährige Pflegeheimbewohnerin Edith Kwoizalla geimpft worden, es folgten weitere Bewohner und Personal. Die Impfampullen sollen nun in der historischen Apotheke des städtischen Museums stehen. Besucher können sie durch eine Glasscheibe sehen, wenn das Haus nach der coronabedingten Schließung wieder geöffnet ist. Die Stadt betonte, zu den Aufgaben der städtischen Sammlung gehöre nicht nur, das Alte zu bewahren, sondern auch zeithistorische Dokumente und Objekte mit besonderer Bedeutung aufzunehmen.

Klaus Begall, Professor am Ameos-Klinikum in Halberstadt, zeigt eine leere Ampulle, in der einst Dosen des Impfstoffs von Biontech-Pfizer waren, die am 26. Dezember 2021 verimpft wurden.
Klaus Begall, Professor am Ameos-Klinikum in Halberstadt, zeigt eine leere Ampulle, in der einst Dosen des Impfstoffs von Biontech-Pfizer waren, die am 26. Dezember 2021 verimpft wurden. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

14.35 Uhr: Vogtland rechnet für nächste Woche mit Corona-Lockerungen

Das Vogtland bereitet sich angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen auf Lockerungen vor. In der nächsten Woche könnte es Erleichterungen für Bürger geben, teilte das Landratsamt in Plauen am Freitag mit. Blieben die Zahlen stabil, könnten voraussichtlich ab Mittwoch (12.5.) Schulen im Wechselunterricht sowie Kitas im Landkreis wieder öffnen. Das Vogtland rechnet mit der Möglichkeit, vom nächsten Freitag an Shopping mit Terminvergabe zu ermöglichen. Genaueres will das Landratsamt nächsten Dienstag bekannt geben.

Am Freitag gab das Robert-Koch-Institut (RKI) die Wocheninzidenz für den Vogtlandkreis mit 137,2 an. Laut Bundes-Notbremse dürfen Schulen im Wechselunterricht sowie Kitas öffnen, wenn der Wert stabil unter 165 liegt. Das Vogtland - mit vielen Einpendlern aus Tschechien - galt wochenlang als Corona-Hotspot.

14.21 Uhr: 1.188 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

Am Freitag hat Sachsens Gesundheitsministerium die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 innerhalb der vergangenen 24 Stunden mit 1.188 angegeben, vor genau einer Woche waren es 1.273. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle erhöht sich auf 271.624. Seit Donnerstag gab es im Freistaat zudem weitere 34 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen jetzt 9.259 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Geschätzt gelten 244.700 Menschen inzwischen als genesen.

Bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche hat die Stadt Leipzig mit 97,3 erstmals wieder einen Wert unter 100 und damit den niedrigsten unter den 13 Großstädten und Landkreisen Sachsens. Der Landeswert indes ist im Vergleich zum Vortag erneut gestiegen - von 179,9 auf 184,3. Am Dienstag waren es noch 204,2 und am Montag sogar 215,5 gewesen. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 305,7, der Landkreis Mittelsachsen mit 273,2 und der Landkreis Zwickau mit 262,5. In Dresden stieg die Inzidenz laut RKI leicht auf 112,8.

14 Uhr: Aus Vorsicht: Briten unter 40 bekommen Alternative zu Astrazeneca

Wegen der Gefahr seltener Blutgerinnsel sollen Menschen unter 40 Jahren in Großbritannien künftig bevorzugt eine Alternative zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Das teilten die britische Impfkommission JCVI und die Arzneimittelbehörde MHRA am Freitag mit. Jüngsten Zahlen zufolge sind in Großbritannien bis Ende April 49 Menschen infolge von seltenen Blutgerinnseln in Verbindung mit einer geringen Zahl an Blutplättchen nach einer Astrazeneca-Impfung gestorben. Insgesamt traten die Symptome bei 242 Menschen nach einer ersten Impfung mit Astrazeneca auf.

Bis Ende April erhielten laut Behördenangaben in Großbritannien 22,6 Millionen Menschen eine erste Impfung mit Astrazeneca. Wie die Arzneimittelbehörde weiter mitteilte, gibt es nun auch in Großbritannien Hinweise, dass Frauen stärker von den Blutgerinnseln betroffen sind als Männer. Auch dort zeigt sich nun, dass die Fälle häufiger bei jüngeren Menschen auftreten als bei Älteren. Das müsse berücksichtigt werden beim Einsatz des Mittels, hieß es in einem MHRA-Bericht.

13.44 Uhr: Impfpass-Kontrollen - Versäumnisse bei digitalem Nachweis

Angesichts der beschlossenen Lockerung von Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene hat der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) Versäumnisse bei der Digitalisierung kritisiert. "Wir halten es für ein Versäumnis der auf europäischer und nationaler Ebene Verantwortlichen, dass nicht schon längst ein digitaler Nachweis zur Immunisierung eingeführt wurde", sagte SSG-Geschäftsführer Mischa Woitschek.

Die Polizei in Sachsen unterstützt bei den Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln weiterhin die Ordnungsämter im Land. Laut Innenministerium gibt es Kontrollen unter anderem dort, wo mit "verstärkter Publikumsverkehr" zu rechnen ist - etwa in Parkanlagen. "Es wird dabei auf die jeweilige Lageentwicklung reagiert und Kräfte dann entsprechend eingesetzt", hieß es.

Allerdings sei die Umsetzbarkeit mit den neuen Lockerungen für Geimpfte und Genesene teilweise schwierig. So gebe es etwa keine Pflicht zum Mitführen des Impfpasses, erklärte ein Sprecher. Gebe es Anhaltspunkte für Verstöße, könne zunächst eine Ordnungswidrigkeit eingeleitet werden und sich der Beschuldigte im Nachhinein erklären - etwa durch das Nachreichen des Impfpasses. "Wir setzen auf einen kommunikativen Ansatz", betonte der Sprecher.

Ein Problem bei der Gleichstellung Geimpfter und Getesteter: Es gibt keine Pflicht, den Impfausweis mitzuführen.
Ein Problem bei der Gleichstellung Geimpfter und Getesteter: Es gibt keine Pflicht, den Impfausweis mitzuführen. © Christin Klose/dpa

13.22 Uhr: Polen ab Sonntag nur noch Risikogebiet

Die Bundesregierung streicht am Sonntag weitere beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen stark sinkender Infektionszahlen von der Corona-Risikoliste. Wer aus Malta oder von der portugiesische Algarve nach Deutschland einreist, muss dann nicht mehr in Quarantäne. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite bekannt. Für die Algarve sind die Auswirkungen aber zunächst gering, weil dort für deutsche Touristen wegen der hohen Infektionszahlen hierzulande ein Einreiseverbot gilt.

Das Nachbarland Polen wird am Sonntag vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet heruntergestuft. Damit entfällt die Corona-Testpflicht vor Einreise auf dem Landweg. Es reicht dann wieder, wenn man sich bis zu 48 Stunden nach Einreise testen lässt.

13.02 Uhr: Spahn: Dritte Corona-Welle scheint gebrochen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich vorsichtig optimistisch zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland geäußert. "Die dritte Welle scheint gebrochen", sagte er am Freitag in Berlin. Die Neuinfektions-Zahlen gingen zurück, seien aber nach wie vor auf hohem Niveau. Diesen positiven Trend gelte es nun zu verstetigen. Das gehe aber nicht mit vorschnellen Lockerungen, fügte Spahn hinzu und betonte: "Zu viele öffnen gerade ziemlich viel."

Er rief die Menschen auf, noch bis Ende Mai durchzuhalten. Die Impfkampagne habe an Fahrt aufgenommen: So seien 26,2 Millionen Menschen inzwischen mindestens einmal geimpft worden. Das seien 31,5 Prozent der Bevölkerung. 8,8 Prozent hätten bereits den vollen Schutz.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, wies darauf hin, dass auf den Intensivstationen noch keine Entspannung sichtbar sei. Es gebe derzeit nur einen Rückgang bei den leichteren Fällen. Die Zahl der Patienten mit invasiver Beatmung steige wiederum zum Teil noch an. Mehr als 70 Prozent der Intensivbereiche meldeten, dass Kapazitäten begrenzt oder sogar ausgelastet seien. "Das sind Höchstwerte", betonte er.

12.40 Uhr: Merkel gegen Aufhebung von Impfstoff-Patenten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist skeptisch gegenüber einer Aufhebung der Patente für Corona-Impfstoffe. "Der US-Vorschlag für eine Aufhebung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe hat erhebliche Implikationen für die Impfstoffproduktion insgesamt", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. Limitierende Faktoren seien die Produktionskapazitäten und die hohen Qualitätsstandards, "nicht die Patente", sagte Demmer.

Die Bundesregierung arbeite daran, in Deutschland, der EU und weltweit Produktionskapazitäten zu verbessern. "Der Schutz von geistigen Eigentum ist Quelle von Innovation und sollte es auch in Zukunft bleiben", sagte Demmer.

Am Mittwoch hatten die USA Unterstützung für die Forderung armer Länder nach einer Aussetzung des internationalen Patentschutzes auf Impfstoffe und Medikamente im Kampf gegen Covid-19 signalisiert.

12.20 Uhr: Mehr als 100 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 112 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 29.224 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Ein weiterer Patient verstarb - seit Pandemiebeginn sind 1.055 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Neun Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Als genesen gelten mittlerweile 26.589 Dresdner - 149 mehr als am Donnerstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 125,2 auf 129,1. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 112,4, am Donnerstag waren es 108,8. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.00 Uhr: DRK Sachsen stellt 36.000 Impftermine ins Buchungsportal - alle weg

Das DRK Sachsen, das die Impfzentren im Freistaat organisiert, hat die Terminbuchung modifiziert. Künftig kann man immer jeden Montag, Mittwoch und Freitag mit neuen Terminen rechnen. Ursprünglich sollte es heute losgehen mit 5.000 Terminen. "Wir können aber deutlich mehr anbieten. Es wurden 36.000 Termine online gestellt", sagt DRK-Sprecher Kai Kranich gegenüber Sächsische.de. Grund dafür sei eine veränderte Vorgabe hinsichtlich der Zurückhaltung von Impfdosen für die Zweitimpfung. "Für Moderna müssen wir nicht mehr wie zuvor 50 Prozent der Lieferungen zurückhalten, sondern nur noch 10 Prozent." Laut DRK werden in den kommenden Wochen konstant hohe Liefermengen erwartet, weshalb es auch zu dieser Entscheidung kam.

Am Mittag waren alle 36.000 Termine vergeben, sagte Kranich. Auf Twitter teilte das DRK mit, dass zwischen 8 und 9 Uhr fast 400.000 Besucher auf Portal unterwegs gewesen seinen. Pro Stunde wurden rund 10.000 Termine vergeben.

Das DRK teilte weiter mit, dass es am Samstag von 15 bis 23 Uhr nicht möglich sein werde sich auf dem Impfportal neu zu registrieren. Grund sei eine Serverwartung des Einwohnermeldeamtes.

11.30 Uhr: Fernsehen auch in Corona-Zeiten bei Kindern beliebter als Internet

Kinder in Deutschland verbringen laut einer aktuellen Erhebung mehr Zeit mit Fernsehen als im Internet. Die Corona-Pandemie hat daran kaum etwas geändert. Dies ergab die neue KIM-Studie (Kindheit, Information, Medien), die die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg am Freitag in Stuttgart veröffentlichte. Demnach sehen 70 Prozent der 6- bis 13-Jährigen täglich fern - im Durchschnitt 68 Minuten lang. Die Internetnutzung kommt dagegen nur auf 46 Minuten am Tag.

Für die repräsentative Studie wurden rund 1200 Kinder und deren Eltern vom 31. August bis zum 14. Oktober 2020 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich trotz Corona nur wenige Änderungen. Allerdings nahm beim Fernsehen die Nutzung von Streamingdiensten wie Netflix deutlich zu. Die bei Kindern beliebteste Internetseite ist demnach Youtube.

11.10 Uhr: Spahn: Kommende Woche eine Million Astrazeneca-Dosen ohne Priorität

In der kommenden Woche sollen eine Million Astrazeneca-Dosen an die Arztpraxen in Deutschland geliefert werden, die dann ohne Priorisierung vergeben werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin an. Am Vortag hatten Bund und Länder die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste für diesen Impfstoff aufgehoben. Künftig ist es dem Arzt in Absprache mit dem Impfling auch freigestellt, den Abstand für eine Astrazeneca-Zweitimpfung von zwölf auf bis zu vier Wochen zu verkürzen.

Spahn betonte: "Die Wirksamkeit ist umso höher, desto länger der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung ist." Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liegt laut Studien bei 50,4 Prozent, bei zwölf und mehr Wochen bei bis zu 82,4 Prozent. Auf die Frage, ob mit einer Verkürzung des Intervalls die Urlaubsplanung von Impfwilligen zulasten der Wirksamkeit unterstützt werden soll, verteidigte Spahn den Schritt: Viele wollten sich augenscheinlich derzeit nicht mit Astrazeneca impfen lassen, weil sie dann erst im August den vollen Impfschutz bekommen. Da auch die Erstimpfung schon gegen das Virus schütze, sei so eine geringere Akzeptanz aber für die Pandemiebekämpfung insgesamt nicht gut. "In dieser Phase der Pandemie haben wir ein großes Interesse daran, dass viele Menschen sich impfen lassen."

11.05 Uhr: Japan verlängert erneut Notstand für Olympia-Stadt Tokio

Japan hat den Corona-Notstand für die Olympia-Stadt Tokio weniger als drei Monate vor Beginn der Sommerspiele abermals verlängert. Der Notstand für Tokio und Osaka werde bis zum 31. Mai dauern und auf die Präfekturen Aichi und Fukuoka ausgeweitet, entschied Ministerpräsident Yoshihide Suga am Freitag. Die Regierung hatte erst kürzlich den Notstand bis zum 11. Mai ausgedehnt. Angesichts der weiter angespannten Lage sei eine Verlängerung "notwendig", hatte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike erklärt.

10.25 Uhr: Epidemiologe: Kontaktbeschränkung begleiten uns noch länger

Der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb begrüßt die Fortschritte beim Impftempo, warnt aber davor, sich in der Corona-Krise zu sehr auf das Ziel der sogenannten Herdenimmunität zu konzentrieren. Es sei eine Illusion zu glauben, das Virus werde sich nicht weiter verbreiten, wenn ein bestimmter Prozentsatz der deutschen Bevölkerung geimpft sei. Bei der derzeit vorherrschenden Mutation B.1.1.7 liege dieser Wert rechnerisch etwa bei 75 bis 80 Prozent. Selbst wenn dieser Wert erreicht würde, blieben weitere Unsicherheitsfaktoren.

Dazu gehöre etwa die Lage in anderen Ländern, die Frage, wer tatsächlich wie lange immun ist und welche Mutationen noch auftauchen, erläuterte Zeeb. "Wir müssen damit leben, dass wir immer wieder mit Corona-Ausbrüchen konfrontiert werden können und dass uns Masken und Abstandhalten noch länger begleiten."

9.56 Uhr: Stadt Leipzig mit Sieben-Tage-Inzidenz unter 100

Die Stadt Leipzig hat wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 und weiterhin die niedrigste unter den Großstädten und Landkreisen Sachsens. Nach der Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche dort am Freitag bei 97,3. Der Landeswert indes ist im Vergleich zum Vortag erneut gestiegen - von 179,9 auf 184,3. Damit hat Sachsen nach Thüringen (198,0) die zweithöchste Wocheninzidenz in Deutschland. Bundesweit lag diese inzwischen bei 125,7.

9.45 Uhr: Corona-Regeln werden für Geimpfte und Genesene gelockert

Für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene werden die Corona-Regeln gelockert. Einen Tag nach dem Bundestag passierte die entsprechende Verordnung am Freitag auch den Bundesrat.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt und einem rechtsstaatlichen Gebot. Da nach wissenschaftlicher Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI) Geimpfte und Genesene andere Menschen zumindest in deutlich geringerem Maße infizieren könnten, falle der Grund für Grundrechtseinschränkungen weg.

9.25 Uhr: Altmaier stimmt aus Versehen für Patentfreigabe von Impfstoffe

Als einziges Mitglied seiner Fraktion und der Bundesregierung hat der CDU-Abgeordnete und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Donnerstag für die Patentfreigabe bei Impfstoffen gestimmt - und damit gegen eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses. Wie Altmaier am Freitagmorgen auf Twitter mitteilte, handelte es sich dabei um ein Versehen. "Richtigstellung: Es handelt sich offenbar um einen Irrtum. Ich teile in dieser Frage die einhellige Haltung meiner Fraktion", schrieb der Bundeswirtschaftsminister auf Twitter. Anträge der Linken lehne er grundsätzlich ab. "Möglicherweise habe ich eine falsche Karte in die Urne geworfen", schrieb Altmaier weiter. Er werde den Vorgang klären.

9.15 Uhr: Umfrage: Mehrheit gegen sofortige Lockerungen für Geimpfte

Der Abstimmung im Bundesrat über Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene blicken die Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge mit gemischten Gefühlen entgegen. 40 Prozent der Befragten finden es grundsätzlich falsch, wenn Menschen, die vollständig geimpft sind oder bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, von Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren befreit werden. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend.

55 Prozent hingegen finden, dass solche Lockerungen in die richtige Richtung gehen. Sie sind allerdings den Angaben zufolge geteilter Meinung, was den Zeitpunkt angeht: Von den Lockerungs-Befürwortern finden es demnach 48 Prozent richtig, dass die Aufhebungen sofort gelten sollen. 51 Prozent sind allerdings der Meinung, dass die Freiheiten erst wieder greifen sollten, wenn mehr Menschen die Chance auf eine Corona-Impfung haben.

8.59 Uhr: Russland: 20 Millionen weltweit mit Sputnik V gegen Corona geimpft

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen inzwischen weltweit mehr als 20 Millionen Menschen mindestens eine Dosis des russischen Impfstoffs Sputnik V injiziert bekommen haben. Das teilte der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF mit, der das Vakzin im Ausland vermarktet. Sputnik V besteht aus zwei Komponenten und ist nach Angaben aus Moskau in mehr als 60 Ländern zugelassen, in denen insgesamt 3,2 Milliarden Menschen leben. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden weltweit bereits mehr als eine Milliarde Dosen verschiedener Impfstoffe verabreicht.

Nach Putins Angaben steht in Russland nun ein weiterer Impfstoff bereit: quasi die "Light-Version" von Sputnik V, mit der man nur eine Injektion benötigt. Dem Direktinvestmentfonds zufolge hat das Vakzin eine Wirksamkeit von fast 80 Prozent. Nach früheren Angaben soll "Sputnik Light" zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. Der Wirkstoff werde dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus durch eine schnellere Immunisierung größerer Bevölkerungsgruppen zu verhindern, teilte das Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie mit.

8.02 Uhr: Akademie-Präsident fand #allesdichtmachen-Videos "ausgezeichnet"

Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Winfried Nerdinger, sorgt sich in der Corona-Krise um die Debattenkultur in Deutschland. "Das ist eine der schlimmen Erfahrungen der Pandemie. Kritische Stimmen verschwinden schnell aus der Öffentlichkeit. Gerade die Reaktionen auf die Aktion #allesdichtmachen haben mich sehr betroffen gemacht", sagte er. "In ihren Videos haben Künstler auf eine künstlerische Art und Weise auf die Pandemie reagiert. Man kann immer über Kunst streiten, aber ich fand einen Großteil der Videos ganz ausgezeichnet."

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirisch gemeinten Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Nach heftiger Kritik - und teils Zustimmung aus dem rechten Lager - distanzierten sich einige der Teilnehmer schnell wieder von der Aktion.

"Wenn man die Schauspieler und die Macher der Aktion so niederbügelt, wie es geschehen ist - zum Teil durch Kollegen, zum Teil durch Medien - dann wird das Wesen der Kunst entweder nicht verstanden, oder es soll ganz bewusst außer Kraft gesetzt werden", so Nerdinger.

Winfried Nerdinger
Winfried Nerdinger © dpa

7.35 Uhr: In den USA bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne in den USA Mitte Dezember sind bereits mehr als 250 Millionen Impfungen verabreicht worden. Rund 57 Prozent aller Erwachsenen bekamen bislang mindestens eine Impfdosis, 42 Prozent sind bereits vollständig geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigten. In der Gruppe der über 65-Jährigen sind demnach bereits 70 Prozent der Menschen abschließend geimpft.

In den Vereinigten Staaten ist neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen je zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson im Einsatz. Dieser entfaltet bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung.

US-Präsident Joe Biden hat diese Woche als neues Ziel der Impfkampagne erklärt, bis Anfang Juli sollten rund 70 Prozent aller Erwachsenen im Land mindestens die erste Impfung erhalten haben. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein.

7.10 Uhr: Sächsische Landkreise hoffen auf Öffnung von Schulen und Kitas

Sinkende Corona-Infektionszahlen in Sachsen nähren die Hoffnung, Schulen und Kitas in einzelnen Landkreisen wieder zu öffnen. Derzeit sind die Einrichtungen nur in den Städten Leipzig und Dresden sowie im Landkreis Leipzig geöffnet. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist zwar am Freitag in Sachsen auf 184,3 angestiegen, am Donnerstag lag die Inzidenz bei 179,9.

Mit den Landkreisen Nordsachsen und Vogtland befinden sich jedoch zwei weitere Regionen unter dem für Schul- und Kitaöffnungen nötigen Grenzwert von 165. Laut Bundes-"Notbremse" muss die Inzidenz fünf Werktage in Folge unter dem Wert 165 liegen, damit am übernächsten Tag die Schulen im Wechselunterricht starten dürfen und die Kitas in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen dürfen. In Nordsachsen und im Vogtland könnte es bei stabilen Werten unter 165 am Mittwoch soweit sein.

Corona-Hotspots in Sachsen sind derweil der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 305,7, der Landkreis Mittelsachsen mit 273,3 und der Landkreis Zwickau mit 262,5. Den niedrigsten Wert in Sachsen verzeichnet jetzt die Stadt Leipzig mit einem Wert von 97,3 gefolgt von Dresden mit einer Inzidenz von 112,4.

6.40 Uhr: Bundesregierung steht Freigabe von Impfpatenten skeptisch gegenüber

Die Bundesregierung steht einer Freigabe von Impfstoff-Patenten skeptisch gegenüber. "Der Schutz von geistigem Eigentum ist Quelle von Innovation und muss es auch in Zukunft bleiben", sagte eine Regierungssprecherin. Der limitierende Faktor bei der Herstellung von Impfstoffen seien die Produktionskapazitäten und die hohen Qualitätsstandards, nicht die Patente an sich. Die Bundesregierung arbeite in vielerlei Hinsicht daran, "wie wir innerhalb Deutschlands und innerhalb der Europäischen Union, aber auch weltweit die Kapazitäten für die Produktion verbessern können und dies tun auch die betroffenen Unternehmen", so die Sprecherin.

Die US-Regierung hatte vorgeschlagen, dass der Patentschutz von Pharmafirmen auf ihre Corona-Impfstoffe vorübergehend entfallen soll. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben. Die Pharmafirmen lehnen den Vorschlag ab.

6.20 Uhr: Italien will kleine Inseln coronafrei bekommen

Vor der nahenden Urlaubssaison will Italien die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln coronafrei bekommen. Ab Freitag sollen Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia, südwestlich der toskanischen Stadt Livorno, und den Äolischen Inseln, nordwestlich der sizilianischen Stadt Messina, beginnen, wie aus dem Plan des außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall hervorgeht. Insgesamt will die Regierung Menschen auf etwa dreißig dieser kleineren Inseln impfen.

Wie auf Capraia, wo nur etwa 330 Menschen leben, sind die Bewohnerzahlen vieler dieser Inseln und auch die örtlichen Gesundheitseinrichtungen klein. Außerdem sind die oft beliebten Urlaubsziele schwer zu erreichen. Ziel ist es deshalb, möglichst wenige Impfstoff-Lieferungen dorthin unternehmen zu müssen, wie der Corona-Kommissar weiter mitteilte. Unterstützt werden die Einsätze vom Militär und der Zivilschutzbehörde.

Größere Inseln wie Capri sind bereits weiter in der Impfkampagne. Dort sind nach Berichten der Nachrichtenagentur Ansa beinahe 80 Prozent der über 16-Jährigen immunisiert. Um die Impfung für alle Altersgruppen auf Inseln wie Capri oder Ischia hatte es zuvor immer wieder Streit gegeben. Urlaubsgegenden auf dem Festland sahen sich mit Blick auf den Tourismus benachteiligt, wenn die Inseln vor ihnen als coronafrei gelten würden. Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an. Wie genau die Regelungen für Einreisende, auch für Geimpfte, im Juni aussehen werden, ist noch nicht ganz klar.

5.54 Uhr: Städtetag sieht Rücknahmen von Corona-Beschränkungen entspannt

Der Deutsche Städtetag blickt möglichen Kontrollen der Corona-Beschränkungen infolge der geplanten Rücknahmen für vollständig Geimpfte und Genesene entspannt entgegen. "Mit der neuen Verordnung gelten zwar neue Regeln, die kontrolliert werden müssen. Das ist aber keine völlig neue Situation", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, auf dpa-Anfrage. So hätten die Städte in den vergangenen Monaten etwa das Personal aufgestockt. "Ordnungsbehörden und Polizei nehmen ihre Kontrollpflicht sehr ernst."

Am Freitag stimmt der Bundesrat über die Rücknahme vieler Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte und genesene Menschen ab. Die entsprechende Verordnung könnte nach Zustimmung der Länderkammer bereits am Wochenende in Kraft treten. "Es ist gut, dass geimpften und genesenen Menschen wieder mehr Freiheitsrechte eingeräumt werden", sagte Dedy. "Wir halten es auch für richtig, dass die Verordnung sowohl geimpften, genesenen und negativ getesteten Menschen wieder ermöglicht, einzukaufen oder Theater und Kinos zu besuchen."

Laut Verordnung sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene wegfallen. Aber auch Geimpfte und Genesene müssen weiter Masken an bestimmten Orten tragen und Abstandsregeln befolgen.

5.32 Uhr: RKI registriert 18.485 Corona-Neuinfektionen und 284 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7 (Vortag: 129,1; Vorwoche: 153,4).

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 306 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.491.988 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.128.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.410.

5.23 Uhr: Handel fordert Wiedereröffnung aller Geschäfte

Angesichts sinkender Corona-Inzidenzzahlen und einer wachsenden Zahl an Geimpften hat der Handelsverband Deutschland (HDE) eine rasche Wiedereröffnung aller Geschäfte gefordert. Es gebe keinen Grund mehr für weitere Einschränkungen oder Schließungen im Einzelhandel, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag. "Jetzt muss die Politik den nächsten Schritt machen und den Einzelhandel wieder komplett öffnen." In Gebieten, in denen sich in sieben Tagen weniger als 100 Menschen je 100.000 Einwohner neu anstecken, müsse zudem die Testpflicht vor dem Einkauf entfallen.

Der HDE verwies darauf, dass zahlreiche Händler ums Überleben kämpften. Bei einer HDE-Umfrage Ende April hätten zwei Drittel der befragten Bekleidungshändler die eigene Lage als existenzbedrohend eingeschätzt. "Insgesamt könnten durch die Coronakrise bis zu 120.000 Geschäfte verschwinden", warnte der HDE. Bis zu 250.000 Jobs könnten verloren gehen und ganze Innenstädte in Gefahr geraten.

Freitag, 5 Uhr: US-Forscher schätzen Corona-Todesfälle weltweit auf 6,9 Millionen

Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus als offizielle Zahlen wiedergeben. Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass weltweit 6,9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray am Donnerstag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Coronatoten am selben Tag mit rund 3,2 Millionen an.

In fast jedem Land der Welt gebe es signifikante Lücken bei der Erfassung der Todesfälle, es gebe aber deutliche Unterschiede zwischen den Ländern, erklärte das Institut. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Deutschland rund 120.700 Menschen infolge einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben. Die WHO gibt die Zahl mit über 84.000 an. Global betrachtet stehe Deutschland mit Blick auf die Erfassung nicht schlecht da, sagte Murray.

Im Fall von Russland unterscheiden sich die offiziellen Angaben (WHO: rund 112.000) besonders stark von der Schätzung des Instituts (rund 593.600 Tote). In den USA schätzen die Forscher die Zahl der Toten auf rund 905.300 (WHO: rund 573.000). Im Fall von Indien gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten mit rund 654.400 fast dreimal so hoch ist wie erfasst (WHO: rund 230.000). Die Forscher leiteten ihre Schätzungen aus der Übersterblichkeit ab: Die ergibt sich, wenn man die erwarteten Todesfälle durch alle Ursachen in einem bestimmten Zeitraum vor der Pandemie mit den tatsächlichen Todesfällen in der Pandemie vergleicht.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.58 Uhr: Bundesrat stimmt über Lockerungen für Geimpfte ab

Nur einen Tag nach dem Bundestag stimmt am Freitagvormittag auch der Bundesrat über die Rücknahme vieler Corona-Beschränkungen für vollständig geimpfte und genesene Menschen ab. Die entsprechende Verordnung könnte nach Zustimmung der Länderkammer bereits am Wochenende in Kraft treten. Dann fielen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für beide Gruppen weg. Bei Treffen mit anderen Personen würden sie nicht mehr mitgezählt und müssten in Läden oder beim Friseur keinen Test mehr machen. Auch die Quarantäne nach einer Reise fiele in den meisten Fällen weg.

Auch Geimpfte und Genesene müssen aber weiter Masken an bestimmten Orten tragen und Abstandsregeln befolgen. Der Bundesrat stimmt auch über ein Gesetz ab, das verhindern soll, dass Immobilieninvestoren die Grunderwerbsteuer umgehen. Weiteres Thema sind schärfere Strafen bei sexuellem Missbrauch von Kindern. Kindesmissbrauch soll künftig mit Haftstrafen von bis zu 15 statt 10 Jahren geahndet werden. Auch bei Verbreitung und Besitz von Fotos und Videos von sexuellem Missbrauch an Kindern - also Kinderpornografie - drohen härtere Strafen.

21.35 Uhr: Frankreich weitet Zugang zu Corona-Impfungen deutlich aus

Frankreich beschleunigt seine Impfkampagne und weitet dabei den Zugang zu Impfungen gegen Covid-19 deutlich aus. Ab kommenden Mittwoch könnten alle Erwachsenen einen Impftermin buchen, wenn noch Dosen verfügbar seien, kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag bei der Eröffnung eines neuen Impfzentrums in Paris an.

Geplant sei, dass man online einsehen könne, ob im Wohnort noch Dosen vom Vortag verfügbar und Termine entsprechend nicht gebucht worden seien, so Macron. Wenn das der Fall sei, könne man ohne Altersbeschränkung einen Term buchen. Es handle sich dabei um "ein etwas ungewöhnliches Mittel", aber es solle keine Impfdosis verschwendet werden. Macron kündigte außerdem an, dass sich bereits ab kommenden Montag alle Menschen über 50 Jahre impfen lassen könnten. Eigentlich war das erst für den 15. Mai vorgesehen.

Der französische Staatschef sprach sich für eine Aufhebung von Patenten für Corona-Impfstoffe aus. Bei Impfstoff handle es sich um ein globales öffentliches Gut. Was heute die Impfungen erschwere, sei Technologietransfer und die Fähigkeit zu produzieren, sagte er. In Frankreich hat rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung mindestens eine erste Corona-Impfung erhalten.

21.13 Uhr: 412.000 Neuinfektionen in Indien - Internationale Hilfe läuft an

In Indien ist ein weltweiter Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Es wurden mehr als 412.000 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigten. Demnach starben 3.980 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen - auch weil es in Teilen des Landes schwer ist, getestet zu werden und besonders in ländlichen Regionen viele zu Hause sterben und nicht immer in der Statistik auftauchen.

Nach Kritik an der Geschwindigkeit und Transparenz der Verteilung der internationalen Hilfe im Land, bat der deutsche Botschafter Walter J. Lindner um Geduld. Gegenüber der Zeitung "The Hindu" sagte er: "Wenn man ankommende internationale Hilfe hat, gibt es immer eine Zeitverzögerung bevor man Resultate sieht. Man muss Freigaben erhalten, dann muss man die Geräte manchmal auspacken und wiederverpacken, um sie zu nutzen. Das dauert ein paar Tage."

Nach Angaben indischer Behörden haben mehr als 40 Länder Hilfslieferungen unter anderem in Form von Beatmungsgeräten und Sauerstoffkonzentratoren versprochen. Deutschland schickt eine große Sauerstoffgewinnungsanlage sowie 120 Beatmungsgeräte.

Ein Gesundheitsarbeiter reinigt den Boden in einem Covid-Versorgungszentrum in Neu Delhi. Nach offiziellen Zahlen sind in ganz Indien in den vergangenen Tagen täglich weit mehr als 3.000 Menschen mit oder an Corona gestorben. Aber viele gehen davon aus, d
Ein Gesundheitsarbeiter reinigt den Boden in einem Covid-Versorgungszentrum in Neu Delhi. Nach offiziellen Zahlen sind in ganz Indien in den vergangenen Tagen täglich weit mehr als 3.000 Menschen mit oder an Corona gestorben. Aber viele gehen davon aus, d © Naveen Sharma/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

20.48 Uhr: Fecht-EM wegen Corona-Pandemie verschoben

Die vom 15. bis 20. Juni geplanten Fecht-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw werden wegen der Corona-Pandemie verschoben. Das teilte der internationale Verband Fie am Donnerstag mit. Die kontinentalen Titelkämpfe sollten die Generalprobe für die Olympischen Spiele vom 23. Juli bis 8. August in Tokio sein. Die EM soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

20.31 Uhr: EU verlängert Exportkontrolle von Corona-Impfstoff

Die Europäische Union verlängert die Exportkontrolle von Corona-Impfstoffen bis Ende Juni. Die EU-Staaten hätten zugestimmt der Verlängerung zugestimmt, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Angesichts knappen Impfstoffs und ausfallender Lieferungen hatte die EU-Kommission den Mechanismus am 1. Februar eingeführt. Seitdem müssen Impfstoff-Exporte aus EU-Staaten in viele Länder angemeldet und genehmigt werden. Im März wurde das Instrument verschärft. In bestimmten Fällen kann die Ausfuhr untersagt werden.

Nach Angaben der Sprecherin ist dies bislang nur einmal geschehen. Anfang März wurde eine Lieferung über 250.000 Astrazeneca-Dosen aus Italien nach Australien blockiert. Zugleich seien bis Anfang der Woche 854 Anträge zur Lieferung von insgesamt 178 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an 45 Länder genehmigt worden. 72 Millionen Dosen seien nach Japan, 18.5 Millionen nach Großbritannien und 18.4 Millionen nach Kanada gegangen.

20.10 Uhr: Bund und Länder bereiten Impfungen für Kinder über 12 vor

Bund und Länder wollen mögliche Corona-Impfungen für Kinder im Alter über 12 Jahren während der Sommerferien vorbereiten. Stand heute sei eine EU-Zulassung des bisher ab 16 Jahre freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige im Juni wahrscheinlich, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin nach Beratungen mit seinen Länder-Kollegen. Unter dieser Voraussetzung wollten die Länder jeweils für sich Konzepte erstellen, wie bis Ende August allen 12- bis 18-Jährigen eine erste Impfungen angeboten werden könne.

Der Bund wolle sicherstellen, dass dafür die nötigen Impfdosen für diese Altersgruppe auch verfügbar sind. "Gerade die Eltern und die Kinder dürfen erwarten, dass wir diese Frage bestmöglich vorbereiten", sagte Spahn. Sie litten wie viele andere auch seit Monaten unter dieser Pandemie. Es gehe auch darum, "ob und wie Schule wieder losgehen kann nach den Sommerferien". Spahn betonte mit Blick auf den Zeitplan ausdrücklich, dass eine Impfstoff-Zulassung für Kinder über 12 Jahre im Juni wahrscheinlich sei, sie liege aber nicht bei 100 Prozent.

In Kanada darf der Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. In den USA könnte die Zulassung ab 12 schon in den kommenden Tagen erfolgen. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA hatte eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt.

19.43 Uhr: Kölner können sich am Wochenende in Zentralmoschee impfen lassen

Kölner Bürgerinnen und Bürger können sich am Wochenende in der Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld gegen Corona impfen lassen. Das Angebot richtet sich vorrangig an Bewohner aus den umliegenden Stadtteilen und aus Kölner Hotspots, in denen die Inzidenz über 300 liegt, teilte der Ditib-Bundesverband am Donnerstag in Köln mit. Die Impfung ist ohne Anmeldung mit dem Vakzin von Astrazenca möglich. Auch für die zweite Impfung könnten Teilnehmer der Impfaktion am 31. Juli und 1. August in die Moschee kommen, hieß es.

Die Stadt Köln und die Kassenärztliche Vereinigung Köln hätten die Impfaktion zusammen mit der Gemeinde organisiert, sagte Kazim Türkmen, Vorsitzender des Ditib-Bundesverbands und Hausherr der Zentralmoschee in Köln. "Als Religionsgemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander und miteinander", sagte Türkmen. Die Ditib empfehle ihren Mitglieder, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der oberste Religionsrat der Ditib erklärte laut Mitteilung, dass das Impfen auch während des Fastens möglich sei. Gläubige könnten sich im heiligen Monat Ramadan auch vor dem Sonnenuntergang impfen lassen.

Wo sich sonst Muslime zum gebet versammeln, können Kölner zum Impfen hinkommen.
Wo sich sonst Muslime zum gebet versammeln, können Kölner zum Impfen hinkommen. © Henning Kaiser/dpa

19.22 Uhr: Rotes Kreuz sieht rasche Fortschritte bei deutscher Impfkampagne

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, sieht die Covid-19-Impfkampagne nach dem schwierigen Start inzwischen auf einem sehr guten Weg. Sie erwarte, "dass wir Mitte, Ende Juni einen Großteil der Bevölkerung geimpft haben werden", sagte Hasselfeldt in Berlin. Generalsekretär Christian Reuter sagte, das DRK habe auch mobile Impfteams im Einsatz. Den Vorschlag, dies zu verstärken, um etwa Menschen in sozialen Brennpunkten besser zu erreichen, unterstütze das Rote Kreuz ausdrücklich. Er betonte: "Wir müssen alle in unserer Gesellschaft mit Impfangeboten erreichen."

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht des DRK gezeigt, dass die staatlichen Mittel für den Bevölkerungsschutz bei weitem nicht ausreichen. Statt der derzeit vorgesehenen 700.000 Millionen Euro sollten im Haushalt für diese wichtige Aufgabe mindestens zwei Milliarden Euro jährlich vorgesehen werden, forderte Reuter. Er sei überzeugt, "dass das alternativlos ist". Dabei gehe es nicht nur um Pandemien. Deutschland müsse sich etwa auch auf die Bewältigung von größeren Cyberattacken und einen möglichen Ausfall kritischer Infrastruktur einstellen. Der DRK-Generalsekretär sprach sich außerdem dafür aus, Erste Hilfe in den Lehrplänen der Schulen zu verankern.

18.58 Uhr: EU-Kommission will bis Oktober drei neue Medikamente gegen Covid-19

Im Kampf gegen Covid-19 will die EU-Kommission die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente zügig vorantreiben. Impfstoffe könnten nicht die einzige Antwort auf die Krankheit sein, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel. Es gebe in der Europäischen Union zwar vier zugelassene Corona-Impfstoffe, aber mit Remdesivir nur ein Medikament. "Wir müssen stärker auf Behandlungen setzen, damit die Krankenhäuser weniger Menschen stationär aufnehmen müssen, die Erkrankten schneller genesen und die Sterblichkeit gesenkt wird", sagte die EU-Kommissarin aus Zypern.

Als Ziel nannte sie, dass bis Oktober drei Medikamente entwickelt und zugelassen werden sollten. Bis Ende des Jahres sollten möglicherweise zwei weitere hinzukommen. Die Strategie der EU-Kommission sieht vor, Studien und klinische Prüfungen mit Millionenbeträgen zu fördern und vielversprechende Vorhaben zu koordinieren. Auch solle Geld bereitgestellt werden, um etwa Produktionskapazitäten und Lieferketten zu analysieren. Bis Juni sollten fünf vielversprechende Therapeutika ermittelt werden.

18.43 Uhr: Logistiker mit Transport von Corona-Impfstoffen zufrieden

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sehen sich die Logistikriesen in einer guten Position, um die ganze Welt mit genügend Impfstoff zu versorgen. Man habe schon mehr als 170 Millionen Impfstoffdosen transportiert, sagte Post-Chef Frank Appel am Donnerstag auf der Online-Hauptversammlung des Bonner Konzerns. "Wir sind ein wesentlicher Bestandteil der Lösung des Covid-19-Problems." Die DHL-Sendungen gingen in 120 Staaten, darunter Deutschland. Finanzvorständin Melanie Kreis hatte bereits vor dem Aktionärstreffen von steigenden Mengen berichtet: "Wir sehen einen deutlichen Hochlauf in dem, was wir transportieren."

Auch der Konkurrent Kühne + Nagel ist in dem Geschäft tätig. Während sich die Zahlen von DHL auf den Zeitraum bis Ende April beziehen, hat das Schweizer Unternehmen nur Zahlen bis Ende März veröffentlicht - bis dahin waren es rund 50 Millionen transportierter Impfstoffdosen. Aber auch K+N macht Tempo: Im zweiten Quartal (April bis Juni) rechnet die Firma mit der fünf- bis siebenfachen Menge, also 250 und 350 Millionen Dosen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die pandemische Phase der Impfstoffverteilung noch mindestens ein Jahr dauert. Der weltweite Bedarf liege insgesamt zunächst bei 11 bis 15 Milliarden Dosen, danach wären Folgeimpfungen gefragt. Auch andere Wettbewerber mischen beim Transport mit, darunter Fedex und UPS.

18.29 Uhr: Schweden übersteigt Marke von einer Million Corona-Infektionen

Seit Pandemiebeginn haben sich in Schweden insgesamt mehr als eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das skandinavische EU-Land mit seinem viel beachteten Sonderweg kam am Donnerstagnachmittag auf mittlerweile 1.002.121 bestätigte Corona-Fälle, was einem Anstieg um rund 6.500 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag entsprach. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet hat das Zehn-Millionen-Einwohnerland damit bislang mehr als doppelt so viele Infektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet als Deutschland. Auch die aktuelle Inzidenz liegt bei mehr als dem Doppelten des Wertes der Bundesrepublik.

Schweden ist in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise wenigen und milden Beschränkungen sowie stärkeren Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Aber auch in dem skandinavischen Land wurden bestimmte Corona-Maßnahmen eingeführt, allerdings bei Weitem nicht so weitreichende wie in Deutschland und in anderen EU-Ländern.

18.10 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff wird ohne Prioritäten freigegeben

Die Menschen in Deutschland können sich in ihrer Arztpraxis künftig ohne Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Bund und Länder beschlossen am Donnerstag die Aufhebung der Bevorzugung von Risikogruppen bei diesem Impfstoff, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin mitteilte. Jeder, der sich beim Hausarzt mit Astrazeneca impfen lassen will, könne das tun.

Beim Impfstoff von Astrazeneca war nach seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen nach der Impfung die Impfempfehlung geändert worden. Das Mittel soll vor allem an über 60-Jährige verabreicht werden, weil die seltene Nebenwirkung vor allem bei Jüngeren und dabei vor allem Frauen aufgetreten war. Auch Jüngere können sich aber nach Rücksprache mit dem Arzt mit Astrazeneca impfen lassen. Einige Bundesländer hatten die Priorisierung für den Impfstoff bereits aufgegeben, darunter auch Sachsen beim Impfen bei Hausärzten.

18.02 Uhr: Schweizer Infektionszahlen fallen trotz Lockerungen deutlich

In der Schweiz gehen die gemeldeten Corona-Infektionen trotz weitreichender Lockerungen der Coronamaßnahmen zurück. In der Woche vom 26. April bis 2. Mai nahm die Zahl der gemeldeten Infektionen um rund 18 Prozent ab, wie das Bundesamt für Gesundheit am Donnerstag berichtete. Die Inzidenz pro 10. 000 Einwohner sank von 168,8 auf 137,8 Ansteckungen, zugleich stieg aber die Zahl der Todesfälle von 50 auf 59. Das Amt legt täglich Zahlen zu den neu gemeldeten Infektionen vor, berechnet aber tagesaktuell nur die 14-Tage-Inzidenz. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird einmal pro Woche errechnet. Am Donnerstag wurden insgesamt 1.687 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es 2.066 gewesen.

Anfang März waren in der Schweiz Geschäfte, Theater, Kinos, Zoos, Fitnesscenter und Freizeiteinrichtungen wieder geöffnet worden, Mitte April auch die Restaurantterrassen. Überall gelten Hygienekonzepte mit Regeln wie Abstand halten, Maske tragen und Höchstgrenzen für Besucher.

17.41 Uhr: Harry und Meghan rufen an Archies Geburtstag zu Corona-Spenden auf

Zum zweiten Geburtstag ihres Sohnes Archie haben Prinz Harry (36) und Herzogin Meghan (39) am Donnerstag zu Spenden für Corona-Impfungen in ärmeren Ländern aufgerufen. "Wir können uns keine passendere Weise vorstellen, den Geburtstag unseres Sohnes zu begehen", schrieben die beiden auf der Webseite ihrer gemeinnützigen Organisation Archewell.

Während für manche Menschen bereits ein Stück Normalität zum Greifen nahe sei, müssten die Impfkampagnen in Entwicklungsländern erst noch richtig anlaufen, so das Paar weiter. So seien von rund einer Milliarde Impfdosen bislang 80 Prozent in wohlhabenderen Ländern verabreicht worden. Für Archie ist es der letzte Geburtstag als Einzelkind. Im Sommer erwarten Meghan und Harry die Geburt eines Mädchens. Das Paar hatte sich vor etwas mehr als einem Jahr vom engeren Kreis der britischen Königsfamilie losgesagt und seinen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlegt.

Der britische Prinz Harry (l), Herzog von Sussex, und seine Frau Meghan, Herzogin von Sussex, mit Sohn Archie während eines Treffens mit Erzbischof am 29.09.2019 in Südafrika.
Der britische Prinz Harry (l), Herzog von Sussex, und seine Frau Meghan, Herzogin von Sussex, mit Sohn Archie während eines Treffens mit Erzbischof am 29.09.2019 in Südafrika. © Toby Melville/PA Wire/dpa (Archivbild)

17.27 Uhr: Impfprogramm Covax bekommt 350 Millionen Dosen Novavax-Impfstoff

Die Impfallianz Gavi hat einen Vorvertrag über die Lieferung von 350 Millionen Impfdosen an das internationale Corona-Impfprogramm Covax abgeschossen. Die Impfdosen des US-Herstellers Novavax sollen zwischen Juli und September geliefert werden, wie Gavi am Donnerstag in Genf mitteilte. Voraussetzung ist allerdings, dass der Impfstoff eine Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhält. Solche Zulassungen liegen bislang für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Johnson & Johnson und Moderna vor.

Die Novavax-Impfdosen werden an alle 190 Teilnehmer von Covax verteilt, die Interesse anmelden. Darunter sind sowohl Länder, die den Kauf selbst finanzieren als auch 92 ärmeren Länder, deren Kosten von anderen getragen werden.

17.14 Uhr: EU-Einreisestopp gilt nicht mehr für Israel

Reisende aus Israel können künftig wieder problemlos in die Europäische Union einreisen. Aufgrund der verbesserten Corona-Lage gilt für das Land eine Ausnahme der zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstag mitteilte. Die Einschränkungen für Reisende aus Israel sollten schrittweise aufgehoben werden.

Auf der Liste jener Staaten, aus denen die Einreise möglich ist, stehen neben Israel sechs weitere Länder: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet. Auf den Einreisestopp hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie verständigt.

17 Uhr: Deutsche Pharma-Firmen lehnen Patentfreigabe ab

Deutsche Pharma-Firmen lehnen es ab, Impfstoffpatente vorübergehend freizugeben. "Zur Überwindung der Pandemie bringen Patentfreigaben gar nichts", teilte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller am Donnerstag mit. Niemand könne in weniger als sechs Monaten eine Produktion hochziehen. "Und im nächsten Jahr werden die jetzigen Hersteller schon nach heutigem Planungsstand mehr Impfstoff-Dosen produzieren, als die Weltbevölkerung benötigt", sagte Verbandspräsident Han Steutel. Zuletzt hatte die US-Regierung vorgeschlagen, dass Pharmafirmen vorübergehend den Patentschutz auf ihre Corona-Impfstoffe verlieren. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben.

Ähnlich skeptisch wie der Verband reagierte am Donnerstag auch der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech. "Der Herstellungsprozess von mRNA ist ein komplexer Prozess, der über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt wurde", teilte das Unternehmen mit. Es brauche erfahrenes Personal und Rohmaterialien, die beschafft und für die Verwendung qualifiziert werden müssten. Wenn eine dieser Anforderungen nicht erfüllt sei, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs weder vom Hersteller noch vom Entwickler gewährleistet werden. "Dies könnte die Gesundheit der Geimpften gefährden."

16.52 Uhr: Montgomery fordert freiwilligen Verzicht auf Impfmittelpatente

Nach dem Vorstoß von US-Präsident Joe Biden hat der Vorsitzende des Weltärztebundes die Hersteller von Corona-Impfstoffen aufgefordert, Patente eigenständig freizugeben. "Die Pharmaindustrie könnte jetzt die ganze Menschheit voranbringen, wenn sie freiwillig auf die Ausübung ihrer Patentrechte für die Impfstoffe verzichtet", sagte Frank Ulrich Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Freiwilligkeit wäre auch der Schlüssel zur Vermeidung drastischerer Maßnahmen durch Regierungen und Welthandelsorganisation". "Die Gewinne der Pharmaindustrie waren in den letzten Jahren exorbitant hoch", betonte der Vorsitzende. Die Präparate seien "mit riesigen Investitionen und finanziellen Zusagen durch Regierungen" entwickelt worden. "Das ist - neben der Genialität mancher Wissenschaftler - der Motor und das Geheimnis der schnellen Entwicklung gewesen", betonte Montgomery.

Die USA hatten ihren Widerstand gegen die Patentaufweichung am Mittwoch aufgegeben. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, sagte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai. Auch die EU, die Schweiz und andere Länder mit größerer Pharmaindustrie waren bislang gegen die Aufhebung des Patentschutzes. In Genf streiten Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) seit Wochen über das Thema. Am Donnerstag standen weitere Beratungen an.

16.37 Uhr: Maas will Sommerurlaub in der Türkei ermöglichen

Bundesaußenminister Heiko Maas will mit der Türkei an Regelungen arbeiten, um deutschen Touristen sicheren Urlaub in beliebten Ferienregionen des Landes zu ermöglichen. "Wir wollen, dass im Sommer so viel Urlaub möglich ist, wie eben verantwortbar ist", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu. "Daran werden wir weiter arbeiten auf der Basis dessen, was wir im letzten Jahr schon einmal intensiv miteinander besprochen haben und, wie ich finde, auch sehr erfolgreich umgesetzt haben."

Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für die beliebten türkischen Urlaubsregionen am Mittelmeer im August vergangenen Jahres nach langem Drängen der türkischen Regierung aufgehoben. Voraussetzung dafür war ein spezielles Tourismus- und Hygienekonzept. Mitte November wurde die Reisewarnung für die ganze Türkei aber wieder in Kraft gesetzt, weil die Bundesregierung die Transparenz bei den Infektionszahlen nicht mehr als gegeben ansah.

Der türkische Minister warb trotz derzeit hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich für Urlaub in der Türkei. Man habe alle Maßnahmen getroffen, "damit unsere Freunde ihren Urlaub sicher verbringen können", sagte Cavusoglu am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin. So würden Beschäftigte im Tourismussektor mit Priorität geimpft, sagte er. Hotels seien wie auch im vergangenen Jahr in ein Zertifizierungsprogramm für sicheren Tourismus eingebunden. Dies sei auf kleinere Einrichtungen ausgeweitet worden, die regelmäßig überprüft würden.

16.25 Uhr: Russland: 20 Millionen weltweit mit Sputnik V gegen Corona geimpft

Im Kampf gegen das Coronavirus haben weltweit mehr als 20 Millionen Menschen mindestens eine Injektion mit dem russischen Impfstoff Sputnik V bekommen. Das teilte der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF am Donnerstag mit, der das Vakzin im Ausland vermarktet. Sputnik V besteht aus zwei Komponenten und ist nach Angaben aus Moskau in mehr als 60 Ländern zugelassen, in denen insgesamt 3,2 Milliarden Menschen leben. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden weltweit bereits mehr als eine Milliarde Impfdosen verschiedener Wirkstoffe verabreicht.

Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte sich offen, den Patentschutz auf Impfstoffe auszusetzen. Diese Idee verdiene Beachtung, sagte er der Agentur Interfax zufolge. "Eine Pandemie ist ein Notfall." Die USA hatten zuletzt die Debatte angeheizt, dass Pharmafirmen vorübergehend den Patentschutz verlieren sollen. Nach Putins Angaben steht in Russland nun ein weiterer Impfstoff bereit: die "Light-Version" von Sputnik V, mit der man nur eine Injektion benötigt. Dem Direktinvestmentfonds zufolge hat das Vakzin eine Wirksamkeit von fast 80 Prozent.

Nach früheren Angaben soll "Sputnik Light" zwar weniger lange Schutz bieten, dafür aber schneller wirksam sein. Der Wirkstoff werde dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus durch eine schnellere Immunisierung größerer Bevölkerungsgruppen zu verhindern, teilte das Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie mit.

Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V steht in einem Flugzeug der argentinischen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas.
Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V steht in einem Flugzeug der argentinischen Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas. © ---/telam/dpa

16.08 Uhr: Bund schlägt Astrazeneca-Freigabe vor - Impfungen ab zwölf geplant

Impfwillige in Deutschland sollen sich nach einem Vorschlag der Bundesregierung künftig ohne die gültige Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen können. Außerdem soll als Ziel festgeschrieben werden, dass allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gemacht werden soll.

Das geht aus Beschlussentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums für Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern an diesem Donnerstag hervor. Mit einer Zulassung des bisher erst ab 16 freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet. Die Entwürfe lagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Das Onlineportal Business Insider berichtete auch darüber.

15.54 Uhr: Zweiter deutscher Hilfsflieger kommt in Indien an

Ein zweites Flugzeug mit deutschen Corona-Hilfslieferungen ist in Neu Delhi angekommen. Dies teilte die Luftwaffe am Donnerstag mit. Sie brachte damit Bauteile einer Sauerstoffgewinnungsanlage nach Indien, das gerade unter einer heftigen zweiten Welle leidet und wo Krankenhäusern angesichts der vielen Kranken immer wieder der medizinische Sauerstoff ausgeht. Die restlichen Teile der deutschen Anlage sollen am Freitag in einem weiteren Transportflieger in Indien ankommen. 13 deutsche Sanitätssoldatinnen und Sanitätssoldaten sollen sie aufbauen und Personal des örtlichen Roten Kreuzes einweisen. Die Anlage macht Außenluft zu medizinischem, hochprozentigem Sauerstoff, der anschließend abgefüllt werden kann. Sie soll bei einem Corona-Krankenhaus in der Hauptstadt stehen.

Seit Tagen erfasst Indien immer wieder weltweite Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich über den offiziellen Statistiken liegt. Menschen sterben vor überfüllten Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin und auch die Krematorien sind überfüllt. Lockdowns in mehreren Bundesstaaten haben es bislang nicht geschafft, die Infektionswelle zu brechen. Insgesamt haben mehr als 40 Länder Indien Unterstützung zugesagt, heißt es von Behördenseite. Die USA wollen Hilfsgüter im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar schicken. Auch Indien selbst will nach Angaben der Regierung daran arbeiten, Sauerstoff von den Herstellungsorten schneller dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird.

15.41 Uhr: Tausende starten trotz Corona Auslandsstudium

Trotz weltweiter Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sind tausende junge Menschen aus Deutschland auch in diesem Jahr für einen Studienaufenthalt ins Ausland gegangen. Wie der Deutsche Akademische Austauschdienst am Donnerstag mitteilte, haben seit Jahresbeginn rund 9.000 Studenten über das europäische Austauschprogramm Erasmus einen Auslandsaufenthalt begonnen.

Zum Stichtag Ende April seien es trotz Corona rund 75 Prozent der Erasmus-Auslandsaufenthalte im Vergleich zu diesem Zeitraum im Vor-Corona-Jahr 2019 gewesen. "Das Interesse an einem Auslandsaufenthalt im europäischen Ausland ist ungebrochen groß. Unsere Mitgliedshochschulen und die Studierenden haben sich dabei schnell und verantwortungsvoll an die äußerst herausfordernde Pandemiesituation angepasst", sagte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee.

15.28 Uhr: Zahl der Fahrraddiebstähle in Deutschland leicht gesunken

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Deutschland nach Angaben der Versicherer leicht gesunken. Insgesamt rund 145.000 versicherte Fahrräder wurden im vergangenen Jahr demnach gestohlen, das waren 5.000 weniger als im Jahr 2019, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)am Donnerstag mit. Den Rückgang führt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen auf die Corona-Pandemie zurück: "Aufgrund von Corona blieben viele Menschen zu Hause. Die Fahrräder waren seltener im Freien unbeaufsichtigt abgestellt. Somit haben sich auch weniger Gelegenheiten zum Diebstahl eröffnet."

Im Durchschnitt erhielten die bestohlenen Versicherten im vergangenen Jahr eine Entschädigung pro Rad in Höhe von 730 Euro (2019: 720 Euro). Vor zehn Jahren zahlten die Versicherer nach Angaben des GDV 400 Euro. Die Gesamtschadenssumme betrug 2020 demnach 110 Millionen Euro. "Der Erfolg der E-Bikes dürfte die Schadenssumme in Zukunft weiter ansteigen lassen", sagte Asmussen.

Betrachtet man auch die Zahl der unversicherten Fahrräder, sind im Jahr 2020 laut Polizeilicher Kriminalstatistik insgesamt rund 261.000 Fahrräder gestohlen worden, das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Der GDV geht nach eigenen Angaben von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus, da Diebstähle häufig nicht angezeigt würden. Infos zur Situation der Fahrraddiebstähle in Sachsen erfahren Sie hier.

In Deutschland ist die Zahl der Fahrraddiebstähle Dank Corona leicht gesunken.
In Deutschland ist die Zahl der Fahrraddiebstähle Dank Corona leicht gesunken. © Andreas Gebert/dpa (Symbolfoto)

15.18 Uhr: Milliardenhilfen für Busse und Bahnen

Busse und Bahnen bekommen wegen ihrer Einnahmeausfälle in der Corona-Krise neue Milliardenhilfen. "Wir brauchen auch langfristig einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr, und dafür tun wir auch was", sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Bund und Länder nähmen deshalb in diesem Jahr noch mal jeweils eine Milliarde Euro in die Hand. "Das sind gute Nachrichten für die Pendler und für das Klima", betonte Scholz. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über die Einigung zwischen Finanz- und Verkehrsministerium berichtet.

Am Mittwoch waren in der Politik wie in der Verkehrsbranche Forderungen nach neuen Hilfen für Busse und Bahnen laut geworden. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte betont, mit einer Milliarde könne der umweltfreundliche ÖPNV leistungsfähig und zuverlässig am Laufen gehalten werden. SPD-Fraktionsvize Sören Bartol sagte, die Länder könnten die durch den dritten Lockdown verursachten Mehrkosten im Nahverkehr nicht alleine stemmen. Es wäre fatal, wenn sich die Einbrüche bei den Passagierzahlen verfestigten und der ÖPNV so kaputtgespart würde.

15.05 Uhr: 1.560 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 innerhalb der vergangenen 24 Stunden hat Sachsens Gesundheitsministerium am Donnerstag mit 1.560 angegeben, vor einer Woche waren es 1.522. Seit Mittwoch gab es im Freistaat zudem weitere 29 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen jetzt 9.198 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle erhöht sich auf 270.436. Geschätzt gelten 243.050 Menschen inzwischen als genesen.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist am Donnerstag in Sachsen erneut leicht nach oben gegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 179,9 an, nachdem sie am Mittwoch bei 177,3 gelegen hatte. Am Dienstag waren es noch 204,2 und am Montag 215,5 gewesen.

Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 303,3, der Landkreis Zwickau mit 625,1 und der Landkreis Mittelsachsen mit 255,8. Den niedrigsten Wert in Sachsen verzeichnet jetzt die Stadt Leipzig mit einem Wert von 103,5, dicht gefolgt von Dresden mit einer Inzidenz von 108,8.

14.50 Uhr: Gericht: Pflicht von Lehrern zur Aufsicht von Selbsttests rechtens

Lehrerinnen und Lehrer dürfen verpflichtet werden, an Schulen Corona-Tests zu beaufsichtigen. Dies hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Donnerstag veröffentlichten Eilbeschluss entschieden (Az.: 5 L 276/21 vom 3. Mai). Geklagt hatte eine im Kreis Coesfeld tätige Lehrerin. Sie hatte sich gegen ihre Verpflichtung gewehrt, die Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule bei der Anwendung von Selbsttests anzuleiten und zu beaufsichtigen. Sie hatte laut Gericht argumentiert, damit zu einer Tätigkeit verpflichtet zu werden, die außerhalb ihrer Ausbildung, ihres Berufsbildes und ihrer Qualifikation liege. Vielmehr sei dies als Tätigkeit auf dem allgemeinen staatlichen Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege anzusehen. Auch sei sie nicht geimpft und deshalb bei der Aufsicht einer ihr nicht zumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt.

Das Gericht sah das anders. Die Anweisung zur Beaufsichtigung der Schüler verletze die Lehrerin nicht in ihren Rechten. Aus dem beamtenrechtlichen Anspruch auf Fürsorge durch den Dienstherrn ergebe sich kein Anspruch darauf, an der Schule eine "Nullrisiko-Situation" anzutreffen. Ein allumfassender Gesundheitsschutz während einer pandemischen Lage könne nicht sichergestellt werden. Die Lehrerin habe außerdem nicht glaubhaft gemacht, dass sie bei der Aufsicht einer ihr nicht zumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt sei.

14.34 Uhr: Neuer Rekord beim Impfen in Sachsen

Das Impfquoten-Monitoring des Robert-Koch-Instituts hat am Donnerstag einen neuen Höchstwert bei den Corona-Schutzimpfungen in Sachsen registriert. Danach wurden in den Impfzentren und mobilen Teams am Vortag rund 18.700 sowie bei den niedergelassenen Ärzten rund 31.000 Erst- und Zweitimpfungen gemeldet. Möglicherweise enthalten die Zahlen Nachmeldungen aus den vergangenen Tagen. Die Impfquote bei Erstimpfungen beträgt in Sachsen 27,5, bei Erstimpfungen 11,2.

Das Deutsche Rote Kreuz wird nach Angaben von Sprecher Kai Kranich an diesem Freitag um 8 Uhr etwa 5.000 neue Impftermine im Terminbuchungsportal freischalten. Weitere freie Termine stehen am Montag ab 12 Uhr sowie am Mittwoch (8 Uhr) und am Freitag (18 Uhr) zur Verfügung.

14.19 Uhr: Sonnenlandpark Lichtenau öffnet wieder - zumindest teilweise

Der Sonnenlandpark in Lichtenau hat seit sechs Monaten wegen Corona geschlossen. Nun öffnet er wieder, ab 8. Mai. Und auch nicht der gesamte Park wird zugänglich sein. Nach Angaben des Parks hat das Wildgehege mit mehr als 200 Tieren von Rothirsch bis Damwild, Mufflons, Sikahirsche sowie Alpensteinböcke, Zwergziegen, Kamerunschafe und Esel geöffnet. Auch botanischer Garten, Schaukel Kletterparadies, Matsch-Spielplatz sowie Hüpfkissen und der Strand könnten genutzt werden - allerdings unter Auflagen, sagt Sprecherin Anita Müller. So sei eine Online-Reservierung vorab notwendig. Außerdem müsse ein gültiger Corona-Negativtest vorgelegt werden. Wer ohne Test kommt, kann ihn auch direkt vor dem Freizeitpark mittels Spucktest an einem Drive-In-Testcenter machen.

Tierparks an sich dürfen in Sachsen schon länger öffnen. Aber: "Uns waren vorher die Gegebenheiten zu heiß. Man hat es ja gesehen: es war geöffnet, dann drei Tage später musste geschlossen werden. Wir haben gesagt, wir warten mal ab", sagte Müller. Allerdings gebe es für Freizeitparks noch gar keine Öffnungsperspektive, auch nicht bei niedrigen Inzidenzen. Daher wolle das Sonnenland wenigstens die Tiere zeigen und Spielplätze öffnen.

14.02 Uhr: Dresdens Gastronomie hofft auf Öffnungen

Nach monatelangem Stillstand - seit November ist die komplette Branche geschlossen - zeichnet sich nun ab, dass die Gastwirte in Dresden zumindest ihre Außenbereiche für die Gäste öffnen dürfen. Voraussetzung: Fünf Tage infolge muss die Wochen-Inzidenz in Dresden unter 100 liegen. Es sieht gut aus, dass diese Grenze in den kommenden Tagen unterschritten wird. "Wir rechnen damit, dass wir zu Himmelfahrt öffnen können", sagt Gastronom Jürgen Sommer.

Zu Himmelfahrt selbst sind aber noch keine Öffnungen möglich, frühestens ein Tag danach. Ganz ohne Corona-Regeln wird es dann allerdings nicht ablaufen. Wer in den gastronomischen Außenbereichen Platz nehmen will, muss diesen vorher reservieren.

Was Jürgen Sommer und andere Gastonomen in Dresden weiter umtreibt, lesen Sie hier

Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann.
Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann. © Sven Ellger

13.40 Uhr: Pfizer und Biontech spenden Corona-Impfstoff für Olympia-Athleten

Das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer spenden Corona-Impfstoff für Athleten, Trainer und Betreuer, die an den Olympischen Spielen und den anschließenden Paralympics in Tokio teilnehmen. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee am Donnerstag mit. Im Rahmen der Vereinbarung werden sich die Unternehmen und das IOC mit den Nationalen Olympischen Komitees auf der ganzen Welt abstimmen, um den lokalen Bedarf an Impfstoffdosen für nationale Olympia-Delegationen zu ermitteln und zu decken, hieß es in der IOC-Mitteilung.

"Die Auslieferung der ersten Dosen an die teilnehmenden Delegationen soll nach Möglichkeit Ende Mai beginnen, um sicherzustellen, dass die Delegationen die zweiten Dosen vor der Ankunft in Tokio erhalten", teilte das IOC mit. Diese gespendeten Impfdosen würden zusätzlich zu denen bereitgestellt, die im Rahmen von Vereinbarungen mit Regierungen weltweit geliefert werden.

13.12 Uhr: Bundestag beschließt Erleichterungen für Geimpfte

Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die schwarz-rote Koalition, Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen. Wenn an diesem Freitag auch der Bundesrat zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten.

Für Geimpfte und Genesene sollen auch automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Coronatests vorbehalten sind. Vorgesehen ist, dass sich vollständig geimpfte oder genesene Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpften treffen.

12.40 Uhr: Lambrecht: Beschränkungen werden für Geimpfte nicht mehr gelten

Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen Corona werden für vollständig Geimpfte und für von Covid-19 genesene Menschen in Deutschland künftig nicht mehr gelten. Das sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) bei der Beratung einer entsprechenden Verordnung am Donnerstag im Bundestag. Es gehe zum Beispiel darum, dass Menschen in Pflegeheimen nun lange alleine in ihren Zimmern essen mussten und in Zukunft wieder im Speisesaal essen können oder Geschwister zu Muttertag auch zusammen ihre Mütter besuchen können.

Nach dem Bundestag will an diesem Freitag der Bundesrat der Verordnung zustimmen. Die Erleichterungen könnten somit am Wochenende in Kraft treten.
Lambrecht verwies auf das Bundesverfassungsgericht, das am Vortag Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt hatte. Sie sagte, Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen. Die Einschränkungen müssten aber auch wieder entfallen - "nämlich dann, wenn dieser gute Grund wegfällt". Geimpfte und Genesene könnten andere nur noch in deutlich geringerem Maß gefährden.

Christine Lambrecht (SPD)
Christine Lambrecht (SPD) © dpa

12.37 Uhr: Mehr als 120 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 123 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 29.112 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Zwei weitere Menschen verstarben - seit Pandemiebeginn sind 1.054 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Zudem wurden zwei Patienten ins Krankenhaus eingewiesen. Als genesen gelten mittlerweile 26.440 Dresdner - 157 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank nach Berechnungen des städtischen Gesundheitsamtes seit dem Vortag von 126,4 auf 125,2. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 108,8, am Mittwoch waren es 106,1. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.08 Uhr: Augustusburgs Bürgermeister will Modellprojekt fortsetzen

Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg, spricht im CoronaCast über den Stopp des Modellprojekt in seiner Stadt, und dass er vorhat, es wieder zu beleben. "Das habe ich bei der Landesregierung beantragt. Wir wollen weitermachen, sobald es möglich ist", so Neubauer in dem Podcastgespräch bei Sächsische.de. Außerdem erläutert der Politiker die genauen Hintergründe, die zu seinem Austritt aus der SPD geführt haben. Nur kurz nach dem Stopp des Modellversuchs Ende April hatte Neubauer den Entschluss für diesen Schritt öffentlich gemacht. Das Gespräch hören Sie über den hier eingebetteten Player.

Weitere Hintergründe und zusätzliche Abspielmöglichkeiten erfahren Sie in diesem Artikel: Geht das Augustusburger Projekt weiter?

Dirk Neubauer ist Bürgermeister von Augustusburg. Im CoronaCast spricht er über ein gestopptes Modellprojekt und seinen Austritt aus der SPD.
Dirk Neubauer ist Bürgermeister von Augustusburg. Im CoronaCast spricht er über ein gestopptes Modellprojekt und seinen Austritt aus der SPD. © [M] dpa/Sächsische.de

11.40 Uhr: Bundesnotbremse greift vor allem bei nächtlicher Mobilität

Die mit der Bundesnotbremse eingeführte nächtliche Ausgangssperre in Städten und Kreisen mit einer hohen Zahl von Coronainfektionen zeigt Auswirkungen auf die nächtliche Mobilität. Eine totale Nachtruhe herrscht aber nicht auf den Straßen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ging die nächtliche Mobilität in der Zeit vom 24. April bis 1. Mai in Kreisen mit Ausgangssperre im Vergleich zum Jahr 2019 durchschnittlich um zwölf Prozentpunkte stärker zurück als in Kreisen ohne Ausgangssperre.

Ehe die Maßnahmen des Bundes in Kraft traten, betrug der Unterschied der nächtlichen Mobilität in Kreisen mit und ohne regionale Ausgangssperre nur drei Prozentpunkte. Vom 24. April an sei der Unterschied mit einem 12 Prozentpunkte stärkeren Rückgang in Kreisen mit Ausgangssperre also viermal so groß wie vorher gewesen.

11.10 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen in Dänemark

Die Dänen können jetzt wieder ins Kino und Theater gehen oder ihre Homeoffice-Kilos im Fitnessstudio abtrainieren. All diese Einrichtungen durften am Donnerstag gemäß dem dänischen Plan zur schrittweisen Abkehr von den geltenden Corona-Maßnahmen erstmals seit Monaten wieder öffnen. Alle Schüler bis zur achten Klasse sowie die Abschlussklassen kehren nun komplett zum Präsenzunterricht zurück.

Als Voraussetzung für einen Besuch im Kino, Theater oder Fitnessstudio gilt, dass man per App in seinem Corona-Pass einen maximal 72 Stunden alten negativen Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion vorweisen kann. In den bereits vor zwei Wochen geöffneten Restaurants und Kneipen fällt darüber hinaus die Vorgabe weg, dass die Gäste bis zu 30 Minuten vorher einen Tisch bestellen müssen. Die Versammlungsgrenze in geschlossenen Räumen wurde nun zudem auf 25 Teilnehmer angehoben, draußen liegt sie jetzt bei 75.

10.40 Uhr: Wissenschaftler Lehr wirbt für weitere Beobachtung von Geimpften

Der Saarbrücker Wissenschaftler Thorsten Lehr plädiert für eine weitere Überwachung von gegen das Coronavirus geimpften Menschen auf mögliche Infektionen. "Die Frage wird sein: Gibt es dort vielleicht noch Infektionen mit Varianten, die eben dieser Impfung entfliehen können?", sagte der Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes am Donnerstag im WDR5-"Morgenecho". An Geimpfte appellierte er, "noch eine gewisse Vorsichtsmaßnahme" mit zutreffen und zu bedenken, dass der Impfschutz erst wirke, wenn die zweite Impfung abgeschlossen sei. Lehr hatte gemeinsam mit seinem Team und Forscherkollegen das mathematische Modell für einen Covid-Simulator entwickelt, der Vorhersagen für das gesamte Bundesgebiet liefert.

10.17 Uhr: Mehr als 30 Prozent in Deutschland erstgeimpft

In Deutschland haben 30,6 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor (Stand: 6. Mai, 9.45 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang 8,6 Prozent der Bevölkerung.

Am Mittwoch wurden demnach rund 1,1 Millionen (1.092.765) Impfungen gemeldet. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, sei das nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland der zweite Tag, an dem die Zahl der verabreichten Impfdosen siebenstellig sei. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden.

9.49 Uhr: Von der Leyen: EU offen für Debatte über Impfstoff-Patente

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigt sich offen für eine Debatte über den US-Vorstoß zur Aussetzung von Corona-Impfstoffpatenten. "Die Europäische Union ist bereit, jeden Vorschlag zu diskutieren, der diese Krise wirksam und pragmatisch angeht", sagte von der Leyen am Donnerstag. Man müsse sehen, wie der US-Vorschlag diesem Ziel dienen könne. "Kurzfristig rufen wir jedoch alle Länder mit Impfstoffproduktion auf, Exporte zu erlauben und alles zu vermeiden, was Lieferketten stören könnte."

9.23 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen mit ganz leichtem Anstieg

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist am Donnerstag in Sachsen erneut leicht nach oben gegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 179,9 an, nachdem sie am Mittwoch bei 177,3 gelegen hatte. Am Dienstag waren es noch 204,2 und am Montag 215,5 gewesen. Noch immer trägt Thüringen unter den Bundesländern mit 206,7 die rote Laterne. Bundesweit sank die Inzidenz leicht auf 129,1.

Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie labortechnisch nachgewiesenen Coronainfektionen in Sachsen erreichte nach Angaben des RKI 268.896. An oder mit Covid-19 starben 9.207 Menschen im Land. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 303,3, der Landkreis Zwickau mit 625,1 und der Landkreis Mittelsachsen mit 255,8. Den niedrigsten Wert in Sachsen verzeichnet jetzt die Stadt Leipzig mit einem Wert von 103,5, dicht gefolgt von Dresden mit einer Inzidenz von 108,8.

9.02 Uhr: Corona: Ansturm auf die Schulden-Berater

Die Folgen der Pandemie bringen auch im Landkreis Bautzen immer mehr Menschen in Notlagen. So sitzen bei Schuldnerberater Jürgen Sedlmeir in Kamenz immer mehr Menschen am Beratungstisch. Menschen, denen ihre Schulden über den Kopf wachsen. Das Phänomen habe sich im Corona-Jahr eher noch verstärkt, schätzt der Berater ein.

Was der Fachmann betroffenen Personen in solch einer Situation empfiehlt, lesen Sie hier.

8.36 Uhr: Lehrerverband: Eine Milliarde Euro für Nachhilfe reicht nicht

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Corona-"Aufholprogramm" zur Finanzierung von Nachhilfestunden für "absolut unzureichend". Vorgesehen ist dafür eine Milliarde Euro. "Ohne eine massive Aufstockung dieser Mittel durch zusätzliche Länderprogramme in mindestens gleicher, am besten aber dreifacher Höhe, werden die Fördermaßnahmen nicht wirklich greifen können", sagte der Verbandschef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Jetzt seien die Bundesländer in der Pflicht, sehr schnell ergänzende Maßnahmenpakete zu verabschieden.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-"Aufholprogramm" für Kinder und Jugendliche beschlossen. Das Programm besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro sollen in Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gesteckt werden. Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Projekte vorgesehen, die Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen, um auch in diesem Bereich Krisenfolgen abzufedern. Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr fließen und die Folgen der Corona-Maßnahmen bestmöglich abfedern.

8.06 Uhr: Studie zeigt Corona-Risiko bei Vorerkrankungen

Chronisch Kranke und Ältere sind oft in Sorge, dass sie bei einer Coronainfektion schwerer als andere erkranken, dass sie intensivmedizinische Behandlung oder gar Beatmung benötigen. Doch welche Erkrankungen und Faktoren das Risiko in welchem Maße erhöhen, konnte noch nicht vollständig nachgewiesen werden. Eine neue Studie von Robert Koch-Institut (RKI), mehreren gesetzlichen Krankenkassen und Forschungseinrichtungen hat diese Zusammenhänge jetzt untersucht. Es ist die bislang größte Studie dieser Art. „Die Daten erlauben uns, stark gefährdete Patientengruppen noch besser zu identifizieren“, sagt Professor Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden, der an der Studie mitgewirkt hat.

Krebskranke haben ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf.
Krebskranke haben ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf. © 123rf

7.47 Uhr: Zalando profitiert von Online-Boom

Der Online-Modehändler Zalando profitiert weiter vom durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend zum Internetkauf. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um fast 47 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen bei der Vorlage endgültiger Zahlen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Netto verdiente Zalando 34,5 Millionen Euro. Neben der hohen Nachfrage spielten auch geringere Retouren dem Berliner Unternehmen in die Karten. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 86,4 Millionen Euro angefallen. In dem schwachen Vorjahresquartal hatte die Corona-Krise erstmals zugeschlagen und kurzzeitig die Kauflust der Verbraucher getrübt. Zudem hatten Sonderabschreibungen auf den Warenbestand belastet.

7.21 Uhr: WHO bezeichnet US-Entscheidung zu Corona-Patenten als "historisch"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Unterstützung der US-Regierung für die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe als "historische Entscheidung" begrüßt. Dies sei ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Entscheidung sei ein eindrucksvolles Beispiel der amerikanischen Führungsrolle in Fragen der globalen Gesundheit, schrieb er bei Twitter. Damit könne die globale Ungleichheit bei den Impfstoffen bekämpft werden, um gemeinsam daran zu arbeiten, "diese Pandemie zu beenden".

Die US-Regierung hatte unmittelbar zuvor bekanntgegeben, dass sie sich im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für ein Abkommen zur zeitweisen Aussetzung der Patente stark machen will. Mehr als 100 WTO-Mitgliedsländer wollen die Rechte am geistigen Eigentum für die Impfstoffe aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Staaten Impfstoffe herstellen können. Wichtige Herkunftsländer der Pharmaindustrie wie die USA blockierten das von Südafrika und Indien angestoßene Vorhaben bislang. Die Pharmaindustrie wehrte sich auch dagegen.

6.52 Uhr: Filmnächte finden statt - ohne Silbermond

Zwar kündigten am Mittwoch die Macher der Dresdner Filmnächte am Elbufer an, auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen zu wollen. Gleichzeitig wurde jedoch ein für diesen Standort geplantes Doppelkonzert ins nächste Jahr verschoben. So wird die aus Bautzen stammende Band Silbermond nicht in diesem Sommer spielen, sondern erst am 12. und 13. August 2022.

Als Grund für diese Verlegung nannten die Veranstalter, die Dresdner Agentur Aust Kulturmanagement GmbH, die anhaltend unsichere Situation; Pandemiebedingt sei die Durchführung von Großkonzerten weiterhin nicht möglich.

Welche Konzerte stattfinden und welche verschoben wurden, lesen Sie hier.

Stefanie Kloß und Silbermond kommen erst 2022 wieder nach Dresden.
Stefanie Kloß und Silbermond kommen erst 2022 wieder nach Dresden. © Ronald Bonß

6.35 Uhr: Tui: Inlandsurlaub hat nach Öffnung auch an Küsten gute Chancen

Die geplanten stufenweisen Lockerungen im Deutschland-Tourismus könnten nach Einschätzung von Tui noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen. "Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben", glaubt die Managerin Nicole Sohnrey, die bei dem Konzern aus Hannover unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig ist. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein "starker Sommer" erwartet.

Wichtigste Urlaubsgegend hierzulande dürfte demnach 2021 wieder die Ostseeküste werden. In den touristischen Modellregionen Schleswig-Holsteins hätten die Buchungen schon zuletzt deutlich angezogen, man liege hier gut 70 Prozent über dem Vorjahr. Aber auch das Interesse an Ferien in Ostfriesland, auf der mecklenburgischen Seenplatte, im Schwarzwald oder in Bayern sei hoch, berichtete Tui.

6.17 Uhr: Moderna: Impfauffrischung wirkt ersten Daten zufolge gegen Varianten

Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch Daten aus einer laufenden Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen - einerseits mit dem bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einer auf Basis der zuerst in Südafrika identifizierten Virus-Variante entwickelten Booster-Dosis.

Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Virus-Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virus-Variante bewirkt - die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die Südafrika-Variante noch deutlicher. Zudem seien beide Booster-Dosen gut vertragen worden. Weitere Daten zu der Studie will das Unternehmen demnächst veröffentlichen.

6.04 Uhr: EU verteidigt höhere Zahlung für nächste Biontech-Impfstofflieferung

Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante nächste Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hieß es am Mittwochabend aus Behördenkreisen. So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen, andere Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffes an neue Coronavirus-Varianten. Außerdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle.

Die "Welt" hatte zuvor unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet, dass die EU-Kommission für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation einen deutlichen Preisaufschlag zahlen werde.

Demnach verpflichtet sich Deutschland, für die anteilig zustehenden 165 Millionen Dosen aus dem EU-Kontingent 3,83 Milliarden Euro zu zahlen. Statt der bislang abgerechneten 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich daraus rein rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro pro Dosis. Der dritte Vertrag der Kommission mit Biontech/Pfizer sei fertig verhandelt, heißt es laut "Welt" in dem Schreiben.

5.50 Uhr: Bundestag entscheidet über Ausnahmen für Geimpfte

Der Bundestag entscheidet heute über die von der Bundesregierung vorgelegte Verordnung, die Geimpfte und Covid-19-Genesene von Pandemiebeschränkungen ausnehmen soll. Sie sollen negativ Getesteten etwa beim Einkauf gleichgestellt werden. Zudem sollen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Quarantänepflichten für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten. Die Pflicht zum Maskentragen und Abstandhalten bleibt für sie aber bestehen.

5.37 Uhr: Gastwirte in Sachsens Großstädten hoffen auf Außengastronomie

Gastwirte in Dresden und Leipzig hoffen angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen auf eine baldige Wiedereröffnung der Terrassen und Biergärten. "Viele Betriebe und Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und freuen sich, überhaupt wieder arbeiten zu können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Sachsen, Axel Klein, der Deutschen Presse-Agentur. Nach monatelanger Corona-Zwangspause sei die wirtschaftliche Lage katastrophal. Eine Wiedereröffnung der Außengastronomie sei wirtschaftlich dennoch schwierig und könne die Verluste der Betriebe kaum ausgleichen, warnte der Dehoga-Chef.

Die neue Corona-Schutzverordnung, die ab 10. Mai in Sachsen gilt, sieht vorsichtige Lockerungen vor: Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einer Region an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, sind Übernachtungen auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen erlaubt. Gastronomiebetriebe dürfen ihre Außenanlagen öffnen - mit Terminvergabe und Kontakterfassung sowie Negativtests, wenn mehr als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen. Derzeit kommen aber nur Leipzig und Dresden in die Nähe dieser Grenze. Am Mittwoch lag die Wocheninzidenz in beiden Großstädten laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 106 - sachsenweit waren es 177,3.

5.16 Uhr: RKI registriert 21.953 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.953 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.736 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 129,1 (Vortag: 132,8; Vorwoche: 154,9). Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 264 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.473.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.107.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.126.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Mittwoch, 5 Uhr: Lockerungen für Geimpfte: Psychologen sehen Risiko für Unmut

Die vom Bundeskabinett beschlossenen Lockerungen für Geimpfte könnten aus Sicht einiger Psychologinnen und Psychologen auch für Unmut sorgen. Zu Schwierigkeiten bei der Akzeptanz der Beschlüsse könne es etwa kommen, wenn Geimpfte bei den Urlaubsplänen bevorzugt behandelt werden, sagte Ernst Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. Sollten Bundestag und Bundesrat bis Freitag zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten.

Der Sozialpsychologe Ulrich Wagner von der Uni Marburg sieht vor allem den geplanten Wegfall der Impfpriorisierung im Sommer kritisch. "Wird die Priorisierung aufgegeben oder ist es nicht mehr erkennbar, nach welcher Maßgabe geimpft wird, dann entsteht ein Gefühl der Ungerechtigkeit". Dieses Risiko sei schon bei der Impfung durch Hausärzte gegeben.

Ein weiterer Kritikpunkt Wagners ist, dass es noch keinen digitalen Impfpass gibt. Mit ihm sollen sich vollständig Geimpfte ausweisen können. Wagner fragt sich, wie die Ordnungskräfte die neuen Regelungen effektiv kontrollieren sollen. Der Sozialpsychologe sieht jedoch nicht alles kritisch. So hält er es für richtig, dass auch in der absehbaren Zukunft Geimpfte weiter Masken tragen und Abstand halten müssen. Es gehe darum, eine allgemeingültige Norm aufrecht zu erhalten, die auch kontrolliert werden könne.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.59 Uhr: Mehrheit der Deutschen hält sich an Corona-Ausgangssperre

Die meisten Deutschen halten sich nach eigenen Angaben an die in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 geltende Corona-Ausgangssperre. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" gaben mehr als 77 Prozent der Befragten an, dass sie sich strikt an die seit Ende April in entsprechenden Landkreisen geltende Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr halten würden. Etwa zwei Drittel hielten sich den Angaben nach sogar sehr strikt daran. Nur eine Minderheit gab an, sich weniger strikt (4,7 Prozent) oder gar nicht (8,7 Prozent) daran zu halten. Die restlichen Befragten gaben an, nicht von der Regelung betroffen zu sein oder keine Antwort zu wissen.

Ausgewertet nach den Wahlabsichten der Befragten zeigte sich, dass fast 43 Prozent der AfD-Anhänger angaben, sich weniger an die Ausgangssperre zu halten oder sie ganz zu missachten. Bei der FDP waren es demnach knapp 21 Prozent, bei den Linken rund 15. Bei CDU, SPD und Grünen waren es laut der Umfrage jeweils nur unter zehn Prozent der Befragten.

Kaum ein Passant ist während der nächtlichen Ausgangssperre am Hauptbahnhof Hannover unterwegs.
Kaum ein Passant ist während der nächtlichen Ausgangssperre am Hauptbahnhof Hannover unterwegs. © Ole Spata/dpa

21.43 Uhr: USA unterstützen Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe

Für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie unterstützt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, erklärte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai am Mittwoch. Die USA würden sich im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für die Erstellung eines entsprechenden Abkommens einsetzen. Wegen des Konsensprinzips und der Komplexität der Materie könnte dies zeitaufwendig werden, hieß es.

Das Ziel der US-Regierung sei es, "so viele sichere und wirksame Impfungen so schnell wie möglich zu so vielen Menschen wie möglich zu bringen", erklärte Tai. Mehr als 100 WTO-Mitgliedsländer wollen die Patente für die Impfstoffe aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Staaten Impfstoffe herstellen können. Wichtige Herkunftsländer der Pharmaindustrie wie die USA sowie Unternehmensvertreter blockierten das von Südafrika und Indien angestoßene Vorhaben aber bislang.

21.31 Uhr: Serbien bietet rund 25 Euro für Corona-Impfungen

Um die weit verbreitete Impfskepsis in der Bevölkerung des Balkanlandes zu überwinden, will Serbien den Bürgern Geld für eine Corona-Impfung zahlen. Wer sich bisher impfen ließ oder bis zum 31. Mai eine Impfung erhält, soll eine einmalige Unterstützung in Höhe von 3.000 Dinar (25 Euro) erhalten, gab Präsident Aleksandar Vucic am Mittwoch in Belgrad bekannt. Durchschnittlich verdienen die Serben derzeit 520 Euro im Monat. Diskriminierende Einschränkungen für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, kämen nicht infrage, sagte Vucic dem regierungsnahen privaten Fernsehsender Pink. Er halte es für "verantwortungslos und egoistisch", wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte. "Deshalb haben wir darüber nachgedacht, wie wir Menschen belohnen können, die Verantwortung an den Tag legen."

In Serbien haben derzeit rund 30 Prozent der Menschen zumindest eine Corona-Impfung erhalten. Das Land setzt seit Dezember auch Impfstoffe aus Russland und China ein, die in der EU nicht zugelassen sind. Anfangs erzielte Belgrad damit beachtliche Ergebnisse. In den vergangenen zwei Wochen stieg der Anteil der Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten haben, aber nur noch um zwei Prozentpunkte.

21.15 Uhr: Zufriedenheit bei Corona-Bekämpfung gesunken

Die Zufriedenheit mit dem staatlichen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ist in Deutschland laut einer internationalen Umfrage wie in anderen Demokratien deutlich gesunken. Während im Frühjahr 2020 noch 71 Prozent der deutschen Befragten der Meinung gewesen seien, dass ihr Land gut auf die Pandemie reagiere, seien nun nur noch 48 Prozent dieser Ansicht. Das teilte die Demokratie-Organisation des Ex-Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, die Alliance of Democracies, am Mittwoch in Kopenhagen mit. Der Rückgang entspreche einem allgemeinen Trend in Europa, sei aber deutlich größer als im globalen Durchschnitt.

Fast die Hälfte aller Deutschen (48 Prozent) sei zudem der Meinung, dass die Bundesregierung die Freiheiten der Bürger in der Pandemie zu weit eingeschränkt habe, erklärte die Organisation. 31 Prozent hielten die Einschränkungen dagegen für angemessen. Auch diese Zahlen lagen im europäischen Durchschnitt. Für die jährliche Studie zur Wahrnehmung der Demokratie, den "Democracy Perception Index", hat das Marktforschungsinstitut Latana im Auftrag der Alliance of Democracies insgesamt mehr als 50.000 Menschen in 53 Ländern befragt, in denen mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung leben. In Deutschland nahmen 1.009 Menschen teil.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, heißen es durchschnittlich 58 Prozent der international Befragten gut, wie ihre Regierung auf die Pandemie reagiert - ein Jahr zuvor waren es noch 70 Prozent gewesen. Besonders hoch ist die Zufriedenheit heute demnach in asiatischen Ländern wie Vietnam und China, am niedrigsten in Lateinamerika und Europa, dort besonders in Brasilien, Peru, Polen, Frankreich und Italien. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) meint, dass ihre Freiheiten in der Corona-Krise übermäßig eingeschränkt worden seien. "Wir müssen jetzt aus der Covid-19-Pandemie herauskommen, indem wir den Menschen mehr Demokratie und Freiheit liefern", erklärte Fogh Rasmussen.

Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht hängt auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden.
Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht hängt auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden. © Archiv/Sebastian Kahnert/dpa

21.03 Uhr: Spahn will für Astrazeneca Priorisierung aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben. "Wir werden generell - und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden - bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der Sendung "Aktuelle Stunde" des WDR-Fernsehens. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden.

Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte Spahn: "Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag." Für die anderen Impfstoffe bekräftigte er die bisherige Aussage, dass die Priorisierung voraussichtlich im Juni beendet werden könne, "wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe". Bisher werden Alte, Vorerkrankte sowie besonders gefährdete oder systemrelevante Berufsgruppen vorrangig geimpft. Ihre Reihenfolge ist in drei Vorrangstufen geregelt.

Zugleich plädierte Spahn für mehr zeitliche Flexibilität bei der Verabreichung der nötigen zweiten Astrazeneca-Impfung. "Das Zulassungsintervall, der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung, ist vier bis zwölf Wochen. Wir haben jetzt regelhaft zwölf Wochen gemacht, weil die Wirksamkeit höher ist. Wir werden aber deutlich mehr Flexibilität jetzt möglich machen." Er wisse aus Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis: "Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer - das geht mit Astrazenca auch innerhalb der Zulassung."

20.35 Uhr: Verschwörungsmythen befeuern Geschichtsrevisionismus

Anhänger von Verschwörungsmythen sind laut einer Untersuchung historisch oft weniger gut informiert und neigen stärker zu revisionistischen Perspektiven auf die Zeit des Nationalsozialismus. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch in Berlin vorgestellte "Multidimensionale Erinnerungsmonitor MEMO 2021" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Der Konfliktforscher und einer der Studienautoren, Andreas Zick, von der Universität Bielefeld betonte, "dass Menschen, die Verschwörungserzählungen glauben, eher die Bevölkerung während der NS-Zeit von Verantwortung entlasten, das Leiden der NS-Opfer mit dem der Täter gleichsetzen und an der Verfolgung der Jüdinnen und Juden zweifeln".

Angesichts der Corona-Pandemie und der damit im Zusammenhang kursierenden Verschwörungserzählungen seien Corona-Leugner und andere Gruppen "eine neue Herausforderung für die Erinnerungs- und Gedenkkultur", sagte Zick. So lehnen laut der Studie in Deutschland zwar drei Viertel (75,2 Prozent) der Befragten die Aussage ab, dass es berechtigt sei, das Leiden der deutschen Bevölkerung während der Corona-Pandemie mit dem Leid von Menschen während der NS-Zeit zu vergleichen. Allerdings stimmten 3,9 Prozent der Befragten dieser Aussage zu. Weitere 6,1 Prozent lehnten sie zumindest nicht ausdrücklich ab. Der Erinnerungsmonitor MEMO untersucht seit 2017 anhand jährlicher repräsentativer Umfragen den Zustand der Erinnerungskultur in Deutschland. Für den Erinnerungsmonitor 2021 wurden zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 insgesamt 1.000 Menschen zwischen 16 und 87 Jahren befragt.

19.59 Uhr: Verfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangsbeschränkungen ab

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge gegen die vom Bund mit der "Corona-Notbremse" festgelegten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen abgelehnt. In einer Mitteilung des Gerichts von Mittwochabend heißt es, die Ausgangsbeschränkungen seien nicht offensichtlich materiell verfassungswidrig und dienten grundsätzlich einem legitimen Zweck. Die Karlsruher Richter betonen aber zugleich, dass mit der Ablehnung der Eilanträge noch nicht endgültig entschieden sei, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Diese Prüfung bleibe den Hauptsacheverfahren vorbehalten. Der Ausgang dieser Verfahren sei offen, heißt es in der Mitteilung des höchsten deutschen Gerichts.

Bei einem offenen Ausgang müsse das Bundesverfassungsgericht eine Folgenabwägung vornehmen: "Wird die Aussetzung des Vollzugs eines Gesetzes begehrt, gelten dafür besonders hohe Hürden, weil dies einen erheblichen Eingriff in die originäre Zuständigkeit des Gesetzgebers darstellt", heißt es zur Begründung der Ablehnung der Eilanträge. Gegen die Ausgangsbeschränkungen hatten unter anderem die FDP und die Freien Wähler unmittelbar nach der Verabschiedung von Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch Bundestag und Bundesrat geklagt.

19.31 Uhr: 2.034 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 innerhalb der vergangenen 24 Stunden hat Sachsens Gesundheitsministerium am Mittwoch mit 2.034 angegeben, vor einer Woche waren es 2.249. Bereits in den Vortagen lagen die aktuellen Werte unter denen vor jeweils einer Woche. Seit Dienstag gab es im Freistaat zudem weitere 29 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen jetzt 9.198 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle erhöht sich auf 268.876. Geschätzt gelten 241.450 Menschen inzwischen als genesen.

Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Sachsen deutlich gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 177,3 an - am Vortag waren es noch 204,2. Bundesweit sank die Inzidenz auf 132,8. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis (299,4) und der Landkreis Mittelsachsen (260,8). Den niedrigsten Wert verzeichnen in Sachsen die Städte Leipzig und Dresden mit einer Inzidenz von 106,4 und 106,1.

19.16 Uhr: Lokalbesuch trotz Ausgangssperre: Slowakische Politiker treten zurück

Zwei führende Politiker der slowakischen Regierungspartei "Für die Menschen" haben am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt, weil sie von Journalisten trotz geltender Corona-Ausgangssperre bei einem unerlaubten Lokalbesuch ertappt worden waren. Die Boulevardzeitung "Plus7dni" veröffentlichte Fotos, die belegten, dass sich Vize-Parlamentspräsident Juraj Seliga und seine Parteikollegin Jana Zitnanska während der nächtlichen Ausgangssperre mit dem liberalen Präsidenten der Region Bratislava in einer Kneipe getroffen hatten, die einem politisch nahestehenden Journalisten gehört. Seliga habe auf dem Nachhauseweg betrunken gewirkt, berichtete das Medium.

Seliga war als führender Kopf der Demonstrationsbewegung "Für eine anständige Slowakei" bekannt geworden, die nach dem Mord am Investigativjournalisten Jan Kuciak im Februar 2018 entstanden war. Dank dieser Popularität wurde er 2020 ins Parlament in Bratislava gewählt und kandidierte sogar für den Chefsessel in der kleinsten der vier Koalitionsparteien gegen die letztlich siegreiche Vize-Regierungschefin Veronika Remisova. Die ehemalige EU-Abgeordnete Zitnanska wiederum war gemeinsam mit dem ehemaligen Staatspräsidenten Andrej Kiska Mitgründerin dieser konservativen Partei und zuletzt Vorsitzende des Sozialausschusses im Parlament in Bratislava.

18.39 Uhr: Wie ansteckend sind Geimpfte?

Leipziger Mediziner haben an geimpften Krankenhausmitarbeitern untersucht, wie leicht sie sich auch nach der Immunisierung anstecken und das Virus weitergeben können. Das Ergebnis: Das Coronavirus kann sich trotz Impfung noch in den Rachenschleimhäuten vermehren, dort fanden die Forscher auch nach der Impfung kaum Antikörper. "Das sogenannte Schleimhaut-Immunsystem wird durch die Impfung wahrscheinlich nicht so aktiviert, wie man sich das wünschen würde", erklärt der Oberarzt des Leipziger St. Georgs-Klinikums Stephan Borte im Gespräch mit MDR aktuell. Das Virus könnte sich also im Rachen von Geimpften weiterhin vermehren und so auch übertragen werden.

Borte schließt aus den nun vorliegenden Daten, dass Öffnungsschritte erst ab einer Impfquote von etwa 50 Prozent der Bevölkerung denkbar seien. Dann seien "gut durchdachte Öffnungsszenarien und großräumige Pilotversuche sinnvoll". Bis dahin müssten auch Geimpfte weiterhin Masken tragen und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Auch sei es weiterhin sinnvoll, sie weiterhin regelmäßig zu testen. Die Untersuchung zeigte jedoch auch, dass Geimpfte selbst gut gegen die Viren geschützt sind. Um die Immunisierung auch in den Schleimhäuten zu erreichen, arbeiten Forscher derzeit an einer Corona-Schluckimpfung.

18.30 Uhr: Laufzeit von Grünem Pass in Israel wird verlängert

Die Laufzeit des Grünen Passes für alle Menschen in Israel, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, wird bis Jahresende verlängert. Dies teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mit. Der Pass war für Geimpfte bislang ein halbes Jahr gültig, beginnend ab dem siebten Tag nach der Zweitimpfung. Unklar blieb bislang, ob anschließend eine Folgeimpfung notwendig ist. Auch Genesene können sich in dem Land mittlerweile impfen lassen.

Der Impfstoff scheine mindestens bis Jahresende zu wirken, erklärte der Generaldirektor des Ministeriums, Chesi Levy, zur Verlängerung der Laufzeit. Er mahnte, weiter Distanz zu halten und in Innenräumen Masken zu tragen.In Israel hatte kurz vor Weihnachten eine erfolgreiche Impfkampagne begonnen. Die Zahl der Infektionen und schweren Erkrankungen fiel in den vergangenen Wochen stark. Viele Corona-Restriktionen wurden wieder aufgehoben. Geimpfte und Genesene mit Grünem Pass konnten leichter und schneller wieder Grundrechte wahrnehmen.

18.12 Uhr: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Testpflicht an Schulen

Die AfD-Landtagsfraktion in Brandenburg ist mit einem Eilantrag gegen die Testpflicht an Schulen vor dem Landesverfassungsgericht gescheitert. Der Antrag auf Aussetzung des Zutritt-Verbots an Schulen ohne gültiges Testergebnis wurde am Mittwoch abgelehnt, wie das Gericht mitteilte (VfGBbg 8/21 EA). Die 23 Mitglieder des Landtags hatten eine Normenkontrolle zur Verfassungsmäßigkeit der dem Zutrittsverbot zugrundeliegenden Regelung der Eindämmungsverordnung eingereicht. Danach dürfen nur Personen, die einen negativen Schnelltest oder Selbsttest, bei Minderjährigen mit Unterschrift der Erziehungsberechtigten, nachweisen, die Schulen betreten. Die Mitglieder sahen laut Gericht dadurch das Recht auf Bildung, körperliche Unversehrtheit und das Recht auf Datenschutz verletzt.

Die Landesregelung sei durch die Bundesregelung, die seit dem 23. April gilt und die ebenfalls eine Testpflicht in Schulen anordne, überholt, so das Gericht. Darüber hinaus überwiege das Interesse am Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit der Bevölkerung durch die Verhinderung weiterer Virus-Übertragungen den eher als gering zu bewertenden Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und dem Recht auf Datenschutz durch die Selbsttests, so die Richter.

Ein Schüler führt in einer Klasse einen Corona-Schnelltest an sich selbst durch. Die Pflicht dazu wollten AfD-Politiker verhindern, scheiterten aber vor Gericht,
Ein Schüler führt in einer Klasse einen Corona-Schnelltest an sich selbst durch. Die Pflicht dazu wollten AfD-Politiker verhindern, scheiterten aber vor Gericht, © Sebastian Gollnow/dpa

17.58 Uhr: Kanada lässt Biontech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige zu

In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Dies teilte die federführende Gesundheitsbehörde Health Canada am Mittwoch "nach eingehender und unabhängiger wissenschaftlicher Prüfung" mit. Sie bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Laut Biontech ist Kanada eines der ersten Länder weltweit, in dem der Impfstoff für diese Altersgruppe eingesetzt werden darf. Zuvor galt für das Vakzin ein Mindestalter von 16 Jahren.

Biontech und Pfizer hatten Mitte April einen Zulassungsantrag bei Health Canada eingereicht. Die nun erteilte Zulassung ist laut der Behörde an die Bedingung geknüpft, dass Pfizer/Biontech nach der Markteinführung weitere Angaben zur Sicherheit, Effektivität und Qualität des Impfstoffs in dieser Altersgruppe nachliefern.

17.46 Uhr: Sven Schulzes Vorhaben als offizieller OB von Chemnitz

Nach der Corona-Krise sieht der neue Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) die Stärkung der Wirtschaft als zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. "Unsere Zukunft liegt in Technologiefeldern wie der Mikrosystemelektronik, der Sensorik, dem autonomen Fahren, Age Tech, Künstlicher Intelligenz und Wasserstofftechnologie", sagte Schulze am Mittwoch in seiner Antrittsrede. Auch richtete er den Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025, für das im Stadtrat eine weitere Entscheidung anstand. Ziel müsse sein, Unternehmen, die sich ansiedeln oder expandieren wollen, unbürokratisch zu unterstützen. Dabei gehe es nicht nur um große Unternehmen, sondern auch um den Mittelstand, Einzelhandel, Gastronomie und Kreativwirtschaft, betonte Schulze.

Sven Schulze (SPD), designierter Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen RathausesGerade Handel, Kreative und Gastronomie gelte es zu unterstützen, da sich deren Lage durch die Corona-Pandemie verschärft habe. Er stellte den Erlass von Gebühren in Aussicht, aber auch Veranstaltungen städtischer und privater Kultureinrichtungen im Stadtzentrum, sobald das möglich sei. Schulze hatte sich im Oktober bei der Oberbürgermeisterwahl im zweiten Wahlgang mit fast 35 Prozent der Stimmen gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. Eine Klage hatte aber die offizielle Amtseinführung zunächst verhindert, so dass er die Geschäfte an der Rathausspitze nur als sogenannter Amtsverweser führen konnte. Erst am Mittwoch wurde er nun feierlich ins neue Amt eingeführt.

Sven Schulze (SPD), Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen Rathauses
Sven Schulze (SPD), Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen Rathauses © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa (Archiv)

17.32 Uhr: Sachsens Koalition einigt sich: Abgeordnetendiäten werden nicht erhöht

Die sächsischen Koalitionsfraktionen haben sich darauf verständigt, bei den Abgeordnetendiäten in diesem Jahr nochmals eine Nullrunde einzulegen. Die geplante Diätenerhöhung sei wegen der Corona-Pandemie auf den 1. April 2022 verschoben worden, teilten die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD am Mittwoch mit. "Den Bürgern in Sachsen wurde und wird durch die Pandemie auch in finanzieller Weise sehr viel abverlangt", erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Sören Voigt. Die Koalition habe schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass sie bei der Anpassung der Abgeordnetenbezüge die Entwicklung der Pandemie stets im Blick behalten werde, fügte Valentin Lippmann, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen hinzu. Mehr dazu lesen Sie hier.

17.15 Uhr: Verzögerte Zweitimpfung bei Sachsens Hausärzten

Wer bereits seine erste Biontech-Impfung beim Hausarzt bekommen hat, muss möglicherweise länger auf die Zweitimpfung warten. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat am Mittwoch in einem Rundschreiben an alle Hausärzte darum gebeten, das Intervall zwischen den beiden nötigen Impfungen von drei auf sechs Wochen auszudehnen. Zur Begründung wird in dem Schreiben auf anhaltende Lieferprobleme bei Biontech verwiesen, meldete die Freie Presse Chemnitz.

Parallel dazu soll demnach geprüft werden, ob die Verteilung der Impfstoffmengen zwischen den Impfzentren und den Vertragsärzten angepasst werden kann. "Notfalls müssen in den Impfzentren die Erstimpfungen eine Zeit lang zurückgefahren bzw. ganz ausgesetzt werden", heißt es in dem in der Zeitung zitierten Brief.

Patienten von Hausärzten müssen teilweise länger auf ihre Zweitimpfung warten.
Patienten von Hausärzten müssen teilweise länger auf ihre Zweitimpfung warten. © dpa/Christian Charisius

17.02 Uhr: Früherer Bischof arbeitet als Impfhelfer

Der frühere Berliner Bischof Markus Dröge arbeitet aktuell ehrenamtlich in einem Impfzentrum der Hauptstadt mit. Er habe sich als Freiwilliger beim Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe gemeldet, nachdem er kurz vor Weihnachten vom Aufbau der Impfzentren in Berlin erfahren habe, sagte der 66-Jährige der evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche" (Ausgabe vom 9. Mai). Anschließend sei er online geschult worden und habe eine eintägige Einführung vor Ort im Berliner Velodrom bekommen.

Sein Engagement erklärte Dröge mit den Worten: "Wir müssen es in unserer Stadt und unserem Land schaffen, so zügig wie möglich mit dem Impfen voranzukommen." Bürgerschaftliches Engagement gehöre dazu. Seine Aufgaben im Impfzentrum reichten vom Empfang der Impflinge, die Begleitung vor Ort, den Mobility-Service für Menschen im Rollstuhl bis zur Dokumentation der Impfungen. Der Altbischof schätzt vor allem die persönlichen Begegnungen, sagte er der "Kirche". Pro Sechs-Stunden-Schicht werde er unter der Maske ein bis zweimal erkannt. Er finde es aber eigentlich ganz gut, nicht so oft erkannt zu werden: "Auf diese Weise kann ich ganz unbefangen Gespräche mit Menschen führen, denen ich im Bischofsamt nie begegnet bin."

16.41 Uhr: Kretschmer: Chance auf freien und fröhlichen Sommer 2021

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Hoffnungen auf Lockerungen für Gastronomie, Tourismus und Kultur geschürt: "Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels und das wird deutlicher und heller", sagte er am Mittwoch bei einem Besuch in Zwickau.
Es sei wichtig, in den nächsten Wochen weiter konsequent und klug zu handeln. "Wir werden eine realistische Chance haben, dass der Sommer 2021 genauso frei, dynamisch, fröhlich wird für den Tourismus, für die Kultur, für die Gastronomie wie das im vergangenen Jahr gewesen ist." Schon zu Pfingsten halte er Lockerungen in der Gastronomie für möglich. Mehr dazu im Artikel Diese Bundesländer öffnen für Touristen

16.18 Uhr: Bundesregierung warnt vor Verwenden gefälschter Impfpässe

Die Bundesregierung hat die Bürger davor gewarnt, sich gefälschte Impfpässe zu beschaffen, um so vorzeitig in den Genuss von Erleichterungen etwa bei Kontaktbegrenzungen oder bei Urlaubsreisen zu kommen. Dies sei kein Kavaliersdelikt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in der Bundespressekonferenz. "Wer so etwas tut, gefährdet die Gesundheit anderer Menschen. Das ist das eine. Er macht sich aber auch strafbar. Das ist ganz klar eine nach dem Strafgesetzbuch strafbewehrte Urkundenfälschung. Und strafbare Handlungen werden verfolgt."

Es gebe immer ein Missbrauchsrisiko, sagte Seibert weiter. Deshalb wolle die Bundesregierung den digitalen Weg gehen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist geplant, dass der Impfnachweis sowohl auf der Corona-Warn-App wie auch auf einer Extra-App digital gespeichert werden kann. Dies soll in der zweiten Hälfte des laufenden Quartals möglich werden. Die Menschen erhielten dann unmittelbar beim Impfen einen QR-Code, den sie mit ihrem Smartphone scannen könnten. Wer bereits jetzt geimpft sei, könne den Nachweis aus dem Impfpass vom Arzt oder Apotheker übertragen lassen.

15.59 Uhr: Auch Saarland plant Sonderimpfungen in sozialen Brennpunkten

Auch das saarländische Gesundheitsministerium plant Sonderimpfungen in sozialen Brennpunkten. Diese sollten in Abstimmung mit den Gemeinwesenprojekten erfolgen, teilte das Ministerium am Mittwoch in Saarbrücken mit. Seit Anfang der Woche gehen beispielsweise in Köln mobile Impfteams in Stadtteile mit sozialen Brennpunkten wie Chorweiler, um gezielt zu impfen. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte für das Pilotprojekt zunächst 1.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung dagegen plant keine Sonderimpfaktionen mobiler Teams in speziellen Stadtteilen. "Angebote zur gesundheitlichen Versorgung sollen für alle zugänglich sein und dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen", teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Die Bundesimpfverordnung trage diesem Grundsatz Rechnung und Rheinland-Pfalz setze diese um.

Menschen stehen für eine Impfung an. Die Stadt Köln hat im Stadtteil Chorweiler mit Impfungen in sozialen Brennpunkten begonnen.
Menschen stehen für eine Impfung an. Die Stadt Köln hat im Stadtteil Chorweiler mit Impfungen in sozialen Brennpunkten begonnen. © Oliver Berg/dpa

15.41 Uhr: 3.500 Menschen im Landkreis Bautzen in Quarantäne

Insgesamt 225 neue Corona-Fälle sind im Landkreis Bautzen am Mittwoch registriert worden. 272 weitere Infizierte gelten als genesen. 1.943 Personen tragen das Virus aktuell in sich. In Quarantäne befinden sich 3.520 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut bei 192,8; am Dienstag betrug der Wert 278,6. Zwei Patienten sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steigt im Landkreis damit auf 868. In den Kliniken im Kreis werden derzeit 133 Corona-Patienten behandelt, 31 davon auf einer Intensivstation. Mehr zur Corona-Situation in und um Bautzen erfahren Sie hier.

15.27 Uhr: Berlin bekommt Pandemiefrühwarnzentrum der WHO

In Berlin entsteht eine Art Pandemiefrühwarnzentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Zentrum soll im Herbst an den Start gehen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch zusammen mit WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ankündigte. Es soll die Kooperation unter Ländern und Wissenschaftsinstituten in aller Welt stärken und helfen, früh Hinweise auf mögliche Pandemieausbrüche zu erkennen." Eine Lektion aus der Covid-19-Pandemie ist, dass die Welt einen bedeutenden Sprung in der Datenanalyse machen muss, damit Politiker auf dieser Basis Entscheidungen zur öffentlichen Gesundheit treffen können", sagte Tedros. Die Anschubfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Euro kommt von der Bundesregierung.

"Eine wesentliche Grundlage des Kampfes gegen künftige Pandemien sind Daten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videobotschaft. "Daten, die, wenn man sie bündelt und mit den richtigen Analysewerkzeugen verarbeitet, Erkenntnisse hervorbringen, die wir alleine, jeder für sich, niemals oder zumindest niemals so schnell entdecken könnten. Diese technischen Möglichkeiten wird der WHO Hub in Berlin nutzen und die Erkenntnisse mit allen Staaten teilen." Das Zentrum soll keine neue Behörde werden, wie WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan betonte. Vielmehr wolle die WHO mit Unterstützung Deutschlands eine Plattform und Werkzeuge zur Verfügung stellen, die es Wissenschaftlern aus aller Welt ermöglicht, Daten auszuwerten. Es soll Modelle entwerfen, mit denen Risiken besser eingeschätzt werden können.

15.09 Uhr: Weniger Emissionen, saubere Luft: Was Lockdowns für die Zukunft zeigen

Krisen sind manchmal auch ein Katalysator für Veränderungen. Für die Forscher des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig aber noch mehr. "Uns hat Corona mit dem Lockdown im Frühjahr 2020 ein Fenster geöffnet, das uns einen Blick in eine Zukunft mit geringeren Emissionen erlaubt", sagt Dominik van Pinxteren im CoronaCast, dem Podcast von Sächische.de zur Pandemie. Der Athmosphärenchemiker befasst sich bei Tropos mit wissenschaftlichen Fragen zur Luftreinheit.

Als Ende März vergangenen Jahres Deutschland zur Ruhe gekommen war, beobachten er und seine Kollegen anhand von Werten von Messtationen in Leipzig, wie sich die Luft in der Großstadt veränderte. Anhand eines Algorithmus' konnten die Forscher errechneten die Forscher, dass während des Lockdowns etwa 30 Prozent weniger Schadstoffe als unter normalen Umständen in der Luft waren.

Diese Erkenntnisse hätten gezeigt, dass es sich lohnt, wenn Menschen schadstoffarm unterwegs sind. Damit ein solcher Effekt langfristig spürbar sei, müssten vor allem im Straßenverkehr Emissionen merklich reduziert werden. Das Gespräch mit dem Forscher hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Weitere Hintergründe zum Thema und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: So stark verändern Lockdowns die Luft

14.53 Uhr: Gesundheitsministerium bekommt weitere 3,8 Milliarden für Impfstoffe

Das Gesundheitsministerium soll zur Beschaffung von Corona-Impfstoff weitere 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bekommen. Es geht dabei um Impfstoff für die Jahre 2022 und 2023, also vor allem für Auffrischungsimpfungen und Impfungen gegen mutierte Coronaviren. Das geht aus einem Schreiben des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

Demnach zeichnen sich Vertragsabschlüsse der Europäischen Kommission ab, "um eine ausreichende Versorgung mit adäquaten Impfstoffen gegen COVID-19 auch für die kommenden Jahre sicherzustellen". Der Preis werde aber "zu erheblichen Teilen" erst 2022 und 2023 fällig. Außerdem stehe ein Vertrag kurz vor dem Abschluss, bei dem es auch um angepasste Impfstoffe für Kinder gehe. Deutschland müsse jetzt Zahlungsverpflichtungen eingehen, damit entsprechend viel Impfstoff bestellt werde.

14.40 Uhr: SPD befürwortet weitere Corona-Bundeshilfe für den ÖPNV

Die SPD im Bundestag befürwortet einen zweiten Rettungsschirm für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise. "Die Länder werden die durch den dritten Lockdown verursachten Mehrkosten im ÖPNV nicht alleine stemmen können", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Barto. "Der Bund muss mit bis zu einer Milliarde Euro helfen, wenn die Länder ihre Hälfte der Schäden zahlen." Es wäre fatal, wenn sich die Einbrüche bei den Passagierzahlen verfestigten und der ÖPNV so kaputtgespart würde. "Der Nahverkehr ist das Rückgrat der Verkehrswende, der ÖPNV muss daher aus der Krise herauswachsen."

Die Union dringt ebenfalls auf weitere Finanzhilfen des Bundes für dieses Jahr. Der CDU-Chef und nordrein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet forderte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf, dafür jetzt die Finanzmittel freizugeben. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) forderte nochmals eine Milliarde Euro für dieses Jahr. Der Bund hatte im vergangenen Jahr schon 2,5 Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt - über die Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen.

Corona ist auf einem Bildschirm in einer Dresdner Straßenbahn in den Grenzen Sachsens zu sehen.
Corona ist auf einem Bildschirm in einer Dresdner Straßenbahn in den Grenzen Sachsens zu sehen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild (Archiv)

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Norwegen lockert seine Maßnahmen für Corona-Geimpfte und -Genesene. Wer einen Schutz gegen Covid-19 habe, dem rate die Regierung nicht länger von unnötigen Reisen innerhalb Norwegens ab, teilte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Als geschützt gelten dabei von nun an neben vollständig Geimpften auch diejenigen, deren erste Corona-Impfung mehr als drei Wochen her ist, sowie Personen, die in den vergangenen sechs Monaten an Covid-19 erkrankt gewesen sind. Auch für private Zusammenkünfte gelten für diese drei Gruppen gewisse Lockerungen.

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