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Deutschland & Welt

Corona: Bundestag beschließt Erleichterungen für Geimpfte

Corona-Beschränkungen entfallen für Geimpfte, Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen bei 179,9, Spahn will Astrazeneca-Priorisierung aufheben - unser Newsblog.

: Eine Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus.
: Eine Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus. © Archiv/Christoph Schmidt/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

  • Bundestag beschließt Ausnahmen für Geimpfte und Genesene
  • Bundesverfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangsbeschränkungen ab
  • Verzögerungen bei Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer bei Sachsens Hausärzten
  • Spahn will Astrazeneca-Impfstoff für alle freigeben
  • Nach Kritik: Impfzentren bleiben in Sachsen länger offen
  • Das sind die neuen Corona-Regeln für Sachsen
  • Impftermine in Sachsen: Alle wichtigen Infos
  • Covid-19-Patienten in Sachsen auf Normalstationen (Stand 5. Mai): 1.121 (69,9 % Auslastung, Vortag: 70,7 %)
  • Corona in Sachsen (Stand 5. Mai): 268.876 bestätigte Infektionsfälle (+2.034 zum Vortag), 9.198 Todesfälle (+29 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 179,9 (Mittwoch: 177,3)
  • Corona in Deutschland (Stand 6. Mai): 3.473.503 Infizierte (+21.953 zum Vortag), 84.126 Tote (+250 zum Vortag), 7-Tage-Inzidenz: 129,1 (Vortag: 132,8)

14.02 Uhr: Dresdens Gastronomie hofft auf Himmelfahrt

Nach monatelangem Stillstand - seit November ist die komplette Branche geschlossen - zeichnet sich nun ab, dass die Gastwirte in Dresden zumindest ihre Außenbereiche für die Gäste öffnen dürfen. Voraussetzung: Fünf Tage infolge muss die Wochen-Inzidenz in Dresden unter 100 liegen. Es sieht gut aus, dass diese Grenze in den kommenden Tagen unterschritten wird. "Wir rechnen damit, dass wir zu Himmelfahrt öffnen können", sagt Gastronom Jürgen Sommer.

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Zukunftskonzept des städtischen Klinikums
Zukunftskonzept des städtischen Klinikums

Das am 10. Juni 2021 erwartete Votum des Stadtrates stellt für das Städtische Klinikum Dresden entscheidende Weichen bis zum Jahr 2035.

Zum Feiertag am Donnerstag in der kommenden Woche sind in Sachsen zudem viele Männergruppen unterwegs, um in den Biergärten den Männertag zu begießen. Ganz ohne Corona-Regeln wird das allerdings nicht ablaufen. Wer in den gastronomischen Außenbereichen Platz nehmen will, muss diesen vorher reservieren.

Was Jürgen Sommer und andere Gastonomen in Dresden weiter umtreibt, lesen Sie hier

Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann.
Jürgen Sommer betreibt Sommers Wirtshaus im Volkshaus Laubegast und hofft, dass er zumindest auf seiner Terrasse bald wieder Gäste bewirten kann. © Sven Ellger

13.40 Uhr: Pfizer und Biontech spenden Corona-Impfstoff für Olympia-Athleten

Das deutsche Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer spenden Corona-Impfstoff für Athleten, Trainer und Betreuer, die an den Olympischen Spielen und den anschließenden Paralympics in Tokio teilnehmen. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee am Donnerstag mit. Im Rahmen der Vereinbarung werden sich die Unternehmen und das IOC mit den Nationalen Olympischen Komitees auf der ganzen Welt abstimmen, um den lokalen Bedarf an Impfstoffdosen für nationale Olympia-Delegationen zu ermitteln und zu decken, hieß es in der IOC-Mitteilung.

"Die Auslieferung der ersten Dosen an die teilnehmenden Delegationen soll nach Möglichkeit Ende Mai beginnen, um sicherzustellen, dass die Delegationen die zweiten Dosen vor der Ankunft in Tokio erhalten", teilte das IOC mit. Diese gespendeten Impfdosen würden zusätzlich zu denen bereitgestellt, die im Rahmen von Vereinbarungen mit Regierungen weltweit geliefert werden.

13.12 Uhr: Bundestag beschließt Erleichterungen für Geimpfte

Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die schwarz-rote Koalition, Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen. Wenn an diesem Freitag auch der Bundesrat zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten.

Für Geimpfte und Genesene sollen auch automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Coronatests vorbehalten sind. Vorgesehen ist, dass sich vollständig geimpfte oder genesene Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpften treffen.

12.40 Uhr: Lambrecht: Beschränkungen werden für Geimpfte nicht mehr gelten

Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen Corona werden für vollständig Geimpfte und für von Covid-19 genesene Menschen in Deutschland künftig nicht mehr gelten. Das sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) bei der Beratung einer entsprechenden Verordnung am Donnerstag im Bundestag. Es gehe zum Beispiel darum, dass Menschen in Pflegeheimen nun lange alleine in ihren Zimmern essen mussten und in Zukunft wieder im Speisesaal essen können oder Geschwister zu Muttertag auch zusammen ihre Mütter besuchen können.

Nach dem Bundestag will an diesem Freitag der Bundesrat der Verordnung zustimmen. Die Erleichterungen könnten somit am Wochenende in Kraft treten.
Lambrecht verwies auf das Bundesverfassungsgericht, das am Vortag Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt hatte. Sie sagte, Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen. Die Einschränkungen müssten aber auch wieder entfallen - "nämlich dann, wenn dieser gute Grund wegfällt". Geimpfte und Genesene könnten andere nur noch in deutlich geringerem Maß gefährden.

Christine Lambrecht (SPD)
Christine Lambrecht (SPD) © dpa

12.37 Uhr: Mehr als 120 Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 123 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 29.112 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Zwei weitere Menschen verstarben - seit Pandemiebeginn sind 1.054 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Zudem wurden zwei Patienten ins Krankenhaus eingewiesen. Als genesen gelten mittlerweile 26.440 Dresdner - 157 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank nach Berechnungen des städtischen Gesundheitsamtes seit dem Vortag von 126,4 auf 125,2. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 108,8, am Mittwoch waren es 106,1. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.08 Uhr: Augustusburgs Bürgermeister will Modellprojekt fortsetzen

Dirk Neubauer, Bürgermeister von Augustusburg, spricht im CoronaCast über den Stopp des Modellprojekt in seiner Stadt, und dass er vorhat, es wieder zu beleben. "Das habe ich bei der Landesregierung beantragt. Wir wollen weitermachen, sobald es möglich ist", so Neubauer in dem Podcastgespräch bei Sächsische.de. Außerdem erläutert der Politiker die genauen Hintergründe, die zu seinem Austritt aus der SPD geführt haben. Nur kurz nach dem Stopp des Modellversuchs Ende April hatte Neubauer den Entschluss für diesen Schritt öffentlich gemacht. Das Gespräch hören Sie über den hier eingebetteten Player.

Weitere Hintergründe und zusätzliche Abspielmöglichkeiten erfahren Sie in diesem Artikel: Geht das Augustusburger Projekt weiter?

Dirk Neubauer ist Bürgermeister von Augustusburg. Im CoronaCast spricht er über ein gestopptes Modellprojekt und seinen Austritt aus der SPD.
Dirk Neubauer ist Bürgermeister von Augustusburg. Im CoronaCast spricht er über ein gestopptes Modellprojekt und seinen Austritt aus der SPD. © [M] dpa/Sächsische.de

11.40 Uhr: Bundesnotbremse greift vor allem bei nächtlicher Mobilität

Die mit der Bundesnotbremse eingeführte nächtliche Ausgangssperre in Städten und Kreisen mit einer hohen Zahl von Coronainfektionen zeigt Auswirkungen auf die nächtliche Mobilität. Eine totale Nachtruhe herrscht aber nicht auf den Straßen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes ging die nächtliche Mobilität in der Zeit vom 24. April bis 1. Mai in Kreisen mit Ausgangssperre im Vergleich zum Jahr 2019 durchschnittlich um zwölf Prozentpunkte stärker zurück als in Kreisen ohne Ausgangssperre.

Ehe die Maßnahmen des Bundes in Kraft traten, betrug der Unterschied der nächtlichen Mobilität in Kreisen mit und ohne regionale Ausgangssperre nur drei Prozentpunkte. Vom 24. April an sei der Unterschied mit einem 12 Prozentpunkte stärkeren Rückgang in Kreisen mit Ausgangssperre also viermal so groß wie vorher gewesen.

11.10 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen in Dänemark

Die Dänen können jetzt wieder ins Kino und Theater gehen oder ihre Homeoffice-Kilos im Fitnessstudio abtrainieren. All diese Einrichtungen durften am Donnerstag gemäß dem dänischen Plan zur schrittweisen Abkehr von den geltenden Corona-Maßnahmen erstmals seit Monaten wieder öffnen. Alle Schüler bis zur achten Klasse sowie die Abschlussklassen kehren nun komplett zum Präsenzunterricht zurück.

Als Voraussetzung für einen Besuch im Kino, Theater oder Fitnessstudio gilt, dass man per App in seinem Corona-Pass einen maximal 72 Stunden alten negativen Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion vorweisen kann. In den bereits vor zwei Wochen geöffneten Restaurants und Kneipen fällt darüber hinaus die Vorgabe weg, dass die Gäste bis zu 30 Minuten vorher einen Tisch bestellen müssen. Die Versammlungsgrenze in geschlossenen Räumen wurde nun zudem auf 25 Teilnehmer angehoben, draußen liegt sie jetzt bei 75.

10.40 Uhr: Wissenschaftler Lehr wirbt für weitere Beobachtung von Geimpften

Der Saarbrücker Wissenschaftler Thorsten Lehr plädiert für eine weitere Überwachung von gegen das Coronavirus geimpften Menschen auf mögliche Infektionen. "Die Frage wird sein: Gibt es dort vielleicht noch Infektionen mit Varianten, die eben dieser Impfung entfliehen können?", sagte der Professor für Klinische Pharmazie der Universität des Saarlandes am Donnerstag im WDR5-"Morgenecho". An Geimpfte appellierte er, "noch eine gewisse Vorsichtsmaßnahme" mit zutreffen und zu bedenken, dass der Impfschutz erst wirke, wenn die zweite Impfung abgeschlossen sei. Lehr hatte gemeinsam mit seinem Team und Forscherkollegen das mathematische Modell für einen Covid-Simulator entwickelt, der Vorhersagen für das gesamte Bundesgebiet liefert.

10.17 Uhr: Mehr als 30 Prozent in Deutschland erstgeimpft

In Deutschland haben 30,6 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor (Stand: 6. Mai, 9.45 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang 8,6 Prozent der Bevölkerung.

Am Mittwoch wurden demnach rund 1,1 Millionen (1.092.765) Impfungen gemeldet. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, sei das nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland der zweite Tag, an dem die Zahl der verabreichten Impfdosen siebenstellig sei. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden.

9.49 Uhr: Von der Leyen: EU offen für Debatte über Impfstoff-Patente

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zeigt sich offen für eine Debatte über den US-Vorstoß zur Aussetzung von Corona-Impfstoffpatenten. "Die Europäische Union ist bereit, jeden Vorschlag zu diskutieren, der diese Krise wirksam und pragmatisch angeht", sagte von der Leyen am Donnerstag. Man müsse sehen, wie der US-Vorschlag diesem Ziel dienen könne. "Kurzfristig rufen wir jedoch alle Länder mit Impfstoffproduktion auf, Exporte zu erlauben und alles zu vermeiden, was Lieferketten stören könnte."

9.23 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen mit ganz leichtem Anstieg

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist am Donnerstag in Sachsen erneut leicht nach oben gegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 179,9 an, nachdem sie am Mittwoch bei 177,3 gelegen hatte. Am Dienstag waren es noch 204,2 und am Montag 215,5 gewesen. Noch immer trägt Thüringen unter den Bundesländern mit 206,7 die rote Laterne. Bundesweit sank die Inzidenz leicht auf 129,1.

Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie labortechnisch nachgewiesenen Coronainfektionen in Sachsen erreichte nach Angaben des RKI 268.896. An oder mit Covid-19 starben 9.207 Menschen im Land. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 303,3, der Landkreis Zwickau mit 625,1 und der Landkreis Mittelsachsen mit 255,8. Den niedrigsten Wert in Sachsen verzeichnet jetzt die Stadt Leipzig mit einem Wert von 103,5, dicht gefolgt von Dresden mit einer Inzidenz von 108,8.

9.02 Uhr: Corona: Ansturm auf die Schulden-Berater

Die Folgen der Pandemie bringen auch im Landkreis Bautzen immer mehr Menschen in Notlagen. So sitzen bei Schuldnerberater Jürgen Sedlmeir in Kamenz immer mehr Menschen am Beratungstisch. Menschen, denen ihre Schulden über den Kopf wachsen. Das Phänomen habe sich im Corona-Jahr eher noch verstärkt, schätzt der Berater ein.

Was der Fachmann betroffenen Personen in solch einer Situation empfiehlt, lesen Sie hier.

8.36 Uhr: Lehrerverband: Eine Milliarde Euro für Nachhilfe reicht nicht

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hält das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Corona-"Aufholprogramm" zur Finanzierung von Nachhilfestunden für "absolut unzureichend". Vorgesehen ist dafür eine Milliarde Euro. "Ohne eine massive Aufstockung dieser Mittel durch zusätzliche Länderprogramme in mindestens gleicher, am besten aber dreifacher Höhe, werden die Fördermaßnahmen nicht wirklich greifen können", sagte der Verbandschef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Jetzt seien die Bundesländer in der Pflicht, sehr schnell ergänzende Maßnahmenpakete zu verabschieden.

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-"Aufholprogramm" für Kinder und Jugendliche beschlossen. Das Programm besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro sollen in Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gesteckt werden. Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Projekte vorgesehen, die Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen, um auch in diesem Bereich Krisenfolgen abzufedern. Das Geld soll in diesem und im nächsten Jahr fließen und die Folgen der Corona-Maßnahmen bestmöglich abfedern.

8.06 Uhr: Studie zeigt Corona-Risiko bei Vorerkrankungen

Chronisch Kranke und Ältere sind oft in Sorge, dass sie bei einer Coronainfektion schwerer als andere erkranken, dass sie intensivmedizinische Behandlung oder gar Beatmung benötigen. Doch welche Erkrankungen und Faktoren das Risiko in welchem Maße erhöhen, konnte noch nicht vollständig nachgewiesen werden. Eine neue Studie von Robert Koch-Institut (RKI), mehreren gesetzlichen Krankenkassen und Forschungseinrichtungen hat diese Zusammenhänge jetzt untersucht. Es ist die bislang größte Studie dieser Art. „Die Daten erlauben uns, stark gefährdete Patientengruppen noch besser zu identifizieren“, sagt Professor Jochen Schmitt vom Universitätsklinikum Dresden, der an der Studie mitgewirkt hat.

Krebskranke haben ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf.
Krebskranke haben ein hohes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf. © 123rf

7.47 Uhr: Zalando profitiert von Online-Boom

Der Online-Modehändler Zalando profitiert weiter vom durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend zum Internetkauf. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um fast 47 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen bei der Vorlage endgültiger Zahlen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Netto verdiente Zalando 34,5 Millionen Euro. Neben der hohen Nachfrage spielten auch geringere Retouren dem Berliner Unternehmen in die Karten. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 86,4 Millionen Euro angefallen. In dem schwachen Vorjahresquartal hatte die Corona-Krise erstmals zugeschlagen und kurzzeitig die Kauflust der Verbraucher getrübt. Zudem hatten Sonderabschreibungen auf den Warenbestand belastet.

7.21 Uhr: WHO bezeichnet US-Entscheidung zu Corona-Patenten als "historisch"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Unterstützung der US-Regierung für die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe als "historische Entscheidung" begrüßt. Dies sei ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie, erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Entscheidung sei ein eindrucksvolles Beispiel der amerikanischen Führungsrolle in Fragen der globalen Gesundheit, schrieb er bei Twitter. Damit könne die globale Ungleichheit bei den Impfstoffen bekämpft werden, um gemeinsam daran zu arbeiten, "diese Pandemie zu beenden".

Die US-Regierung hatte unmittelbar zuvor bekanntgegeben, dass sie sich im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für ein Abkommen zur zeitweisen Aussetzung der Patente stark machen will. Mehr als 100 WTO-Mitgliedsländer wollen die Rechte am geistigen Eigentum für die Impfstoffe aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Staaten Impfstoffe herstellen können. Wichtige Herkunftsländer der Pharmaindustrie wie die USA blockierten das von Südafrika und Indien angestoßene Vorhaben bislang. Die Pharmaindustrie wehrte sich auch dagegen.

6.52 Uhr: Filmnächte finden statt - ohne Silbermond

Zwar kündigten am Mittwoch die Macher der Dresdner Filmnächte am Elbufer an, auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen zu wollen. Gleichzeitig wurde jedoch ein für diesen Standort geplantes Doppelkonzert ins nächste Jahr verschoben. So wird die aus Bautzen stammende Band Silbermond nicht in diesem Sommer spielen, sondern erst am 12. und 13. August 2022.

Als Grund für diese Verlegung nannten die Veranstalter, die Dresdner Agentur Aust Kulturmanagement GmbH, die anhaltend unsichere Situation; Pandemiebedingt sei die Durchführung von Großkonzerten weiterhin nicht möglich.

Welche Konzerte stattfinden und welche verschoben wurden, lesen Sie hier.

Stefanie Kloß und Silbermond kommen erst 2022 wieder nach Dresden.
Stefanie Kloß und Silbermond kommen erst 2022 wieder nach Dresden. © Ronald Bonß

6.35 Uhr: Tui: Inlandsurlaub hat nach Öffnung auch an Küsten gute Chancen

Die geplanten stufenweisen Lockerungen im Deutschland-Tourismus könnten nach Einschätzung von Tui noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen. "Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben", glaubt die Managerin Nicole Sohnrey, die bei dem Konzern aus Hannover unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig ist. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein "starker Sommer" erwartet.

Wichtigste Urlaubsgegend hierzulande dürfte demnach 2021 wieder die Ostseeküste werden. In den touristischen Modellregionen Schleswig-Holsteins hätten die Buchungen schon zuletzt deutlich angezogen, man liege hier gut 70 Prozent über dem Vorjahr. Aber auch das Interesse an Ferien in Ostfriesland, auf der mecklenburgischen Seenplatte, im Schwarzwald oder in Bayern sei hoch, berichtete Tui.

6.17 Uhr: Moderna: Impfauffrischung wirkt ersten Daten zufolge gegen Varianten

Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch Daten aus einer laufenden Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen - einerseits mit dem bereits in vielen Ländern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einer auf Basis der zuerst in Südafrika identifizierten Virus-Variante entwickelten Booster-Dosis.

Beide hätten die Entwicklung von Antikörpern gegen diese Virus-Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virus-Variante bewirkt - die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die Südafrika-Variante noch deutlicher. Zudem seien beide Booster-Dosen gut vertragen worden. Weitere Daten zu der Studie will das Unternehmen demnächst veröffentlichen.

6.04 Uhr: EU verteidigt höhere Zahlung für nächste Biontech-Impfstofflieferung

Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante nächste Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hieß es am Mittwochabend aus Behördenkreisen. So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen, andere Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffes an neue Coronavirus-Varianten. Außerdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle.

Die "Welt" hatte zuvor unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet, dass die EU-Kommission für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation einen deutlichen Preisaufschlag zahlen werde.

Demnach verpflichtet sich Deutschland, für die anteilig zustehenden 165 Millionen Dosen aus dem EU-Kontingent 3,83 Milliarden Euro zu zahlen. Statt der bislang abgerechneten 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich daraus rein rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro pro Dosis. Der dritte Vertrag der Kommission mit Biontech/Pfizer sei fertig verhandelt, heißt es laut "Welt" in dem Schreiben.

5.50 Uhr: Bundestag entscheidet über Ausnahmen für Geimpfte

Der Bundestag entscheidet heute über die von der Bundesregierung vorgelegte Verordnung, die Geimpfte und Covid-19-Genesene von Pandemiebeschränkungen ausnehmen soll. Sie sollen negativ Getesteten etwa beim Einkauf gleichgestellt werden. Zudem sollen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Quarantänepflichten für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten. Die Pflicht zum Maskentragen und Abstandhalten bleibt für sie aber bestehen.

5.37 Uhr: Gastwirte in Sachsens Großstädten hoffen auf Außengastronomie

Gastwirte in Dresden und Leipzig hoffen angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen auf eine baldige Wiedereröffnung der Terrassen und Biergärten. "Viele Betriebe und Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und freuen sich, überhaupt wieder arbeiten zu können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Sachsen, Axel Klein, der Deutschen Presse-Agentur. Nach monatelanger Corona-Zwangspause sei die wirtschaftliche Lage katastrophal. Eine Wiedereröffnung der Außengastronomie sei wirtschaftlich dennoch schwierig und könne die Verluste der Betriebe kaum ausgleichen, warnte der Dehoga-Chef.

Die neue Corona-Schutzverordnung, die ab 10. Mai in Sachsen gilt, sieht vorsichtige Lockerungen vor: Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einer Region an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt, sind Übernachtungen auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen erlaubt. Gastronomiebetriebe dürfen ihre Außenanlagen öffnen - mit Terminvergabe und Kontakterfassung sowie Negativtests, wenn mehr als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen. Derzeit kommen aber nur Leipzig und Dresden in die Nähe dieser Grenze. Am Mittwoch lag die Wocheninzidenz in beiden Großstädten laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 106 - sachsenweit waren es 177,3.

5.16 Uhr: RKI registriert 21.953 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21.953 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.736 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 129,1 (Vortag: 132,8; Vorwoche: 154,9). Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 264 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.473.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.107.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.126.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Mittwoch, 5 Uhr: Lockerungen für Geimpfte: Psychologen sehen Risiko für Unmut

Die vom Bundeskabinett beschlossenen Lockerungen für Geimpfte könnten aus Sicht einiger Psychologinnen und Psychologen auch für Unmut sorgen. Zu Schwierigkeiten bei der Akzeptanz der Beschlüsse könne es etwa kommen, wenn Geimpfte bei den Urlaubsplänen bevorzugt behandelt werden, sagte Ernst Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. Sollten Bundestag und Bundesrat bis Freitag zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten.

Der Sozialpsychologe Ulrich Wagner von der Uni Marburg sieht vor allem den geplanten Wegfall der Impfpriorisierung im Sommer kritisch. "Wird die Priorisierung aufgegeben oder ist es nicht mehr erkennbar, nach welcher Maßgabe geimpft wird, dann entsteht ein Gefühl der Ungerechtigkeit". Dieses Risiko sei schon bei der Impfung durch Hausärzte gegeben.

Ein weiterer Kritikpunkt Wagners ist, dass es noch keinen digitalen Impfpass gibt. Mit ihm sollen sich vollständig Geimpfte ausweisen können. Wagner fragt sich, wie die Ordnungskräfte die neuen Regelungen effektiv kontrollieren sollen. Der Sozialpsychologe sieht jedoch nicht alles kritisch. So hält er es für richtig, dass auch in der absehbaren Zukunft Geimpfte weiter Masken tragen und Abstand halten müssen. Es gehe darum, eine allgemeingültige Norm aufrecht zu erhalten, die auch kontrolliert werden könne.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.59 Uhr: Mehrheit der Deutschen hält sich an Corona-Ausgangssperre

Die meisten Deutschen halten sich nach eigenen Angaben an die in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 geltende Corona-Ausgangssperre. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Civey-Umfrage für das Magazin "Business Insider" gaben mehr als 77 Prozent der Befragten an, dass sie sich strikt an die seit Ende April in entsprechenden Landkreisen geltende Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr halten würden. Etwa zwei Drittel hielten sich den Angaben nach sogar sehr strikt daran. Nur eine Minderheit gab an, sich weniger strikt (4,7 Prozent) oder gar nicht (8,7 Prozent) daran zu halten. Die restlichen Befragten gaben an, nicht von der Regelung betroffen zu sein oder keine Antwort zu wissen.

Ausgewertet nach den Wahlabsichten der Befragten zeigte sich, dass fast 43 Prozent der AfD-Anhänger angaben, sich weniger an die Ausgangssperre zu halten oder sie ganz zu missachten. Bei der FDP waren es demnach knapp 21 Prozent, bei den Linken rund 15. Bei CDU, SPD und Grünen waren es laut der Umfrage jeweils nur unter zehn Prozent der Befragten.

Kaum ein Passant ist während der nächtlichen Ausgangssperre am Hauptbahnhof Hannover unterwegs.
Kaum ein Passant ist während der nächtlichen Ausgangssperre am Hauptbahnhof Hannover unterwegs. © Ole Spata/dpa

21.43 Uhr: USA unterstützen Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe

Für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie unterstützt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe. Die USA stünden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die außerordentliche Schritte erfordere, erklärte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai am Mittwoch. Die USA würden sich im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für die Erstellung eines entsprechenden Abkommens einsetzen. Wegen des Konsensprinzips und der Komplexität der Materie könnte dies zeitaufwendig werden, hieß es.

Das Ziel der US-Regierung sei es, "so viele sichere und wirksame Impfungen so schnell wie möglich zu so vielen Menschen wie möglich zu bringen", erklärte Tai. Mehr als 100 WTO-Mitgliedsländer wollen die Patente für die Impfstoffe aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Staaten Impfstoffe herstellen können. Wichtige Herkunftsländer der Pharmaindustrie wie die USA sowie Unternehmensvertreter blockierten das von Südafrika und Indien angestoßene Vorhaben aber bislang.

21.31 Uhr: Serbien bietet rund 25 Euro für Corona-Impfungen

Um die weit verbreitete Impfskepsis in der Bevölkerung des Balkanlandes zu überwinden, will Serbien den Bürgern Geld für eine Corona-Impfung zahlen. Wer sich bisher impfen ließ oder bis zum 31. Mai eine Impfung erhält, soll eine einmalige Unterstützung in Höhe von 3.000 Dinar (25 Euro) erhalten, gab Präsident Aleksandar Vucic am Mittwoch in Belgrad bekannt. Durchschnittlich verdienen die Serben derzeit 520 Euro im Monat. Diskriminierende Einschränkungen für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, kämen nicht infrage, sagte Vucic dem regierungsnahen privaten Fernsehsender Pink. Er halte es für "verantwortungslos und egoistisch", wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte. "Deshalb haben wir darüber nachgedacht, wie wir Menschen belohnen können, die Verantwortung an den Tag legen."

In Serbien haben derzeit rund 30 Prozent der Menschen zumindest eine Corona-Impfung erhalten. Das Land setzt seit Dezember auch Impfstoffe aus Russland und China ein, die in der EU nicht zugelassen sind. Anfangs erzielte Belgrad damit beachtliche Ergebnisse. In den vergangenen zwei Wochen stieg der Anteil der Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten haben, aber nur noch um zwei Prozentpunkte.

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21.15 Uhr: Zufriedenheit bei Corona-Bekämpfung gesunken

Die Zufriedenheit mit dem staatlichen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ist in Deutschland laut einer internationalen Umfrage wie in anderen Demokratien deutlich gesunken. Während im Frühjahr 2020 noch 71 Prozent der deutschen Befragten der Meinung gewesen seien, dass ihr Land gut auf die Pandemie reagiere, seien nun nur noch 48 Prozent dieser Ansicht. Das teilte die Demokratie-Organisation des Ex-Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, die Alliance of Democracies, am Mittwoch in Kopenhagen mit. Der Rückgang entspreche einem allgemeinen Trend in Europa, sei aber deutlich größer als im globalen Durchschnitt.

Fast die Hälfte aller Deutschen (48 Prozent) sei zudem der Meinung, dass die Bundesregierung die Freiheiten der Bürger in der Pandemie zu weit eingeschränkt habe, erklärte die Organisation. 31 Prozent hielten die Einschränkungen dagegen für angemessen. Auch diese Zahlen lagen im europäischen Durchschnitt. Für die jährliche Studie zur Wahrnehmung der Demokratie, den "Democracy Perception Index", hat das Marktforschungsinstitut Latana im Auftrag der Alliance of Democracies insgesamt mehr als 50.000 Menschen in 53 Ländern befragt, in denen mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung leben. In Deutschland nahmen 1.009 Menschen teil.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, heißen es durchschnittlich 58 Prozent der international Befragten gut, wie ihre Regierung auf die Pandemie reagiert - ein Jahr zuvor waren es noch 70 Prozent gewesen. Besonders hoch ist die Zufriedenheit heute demnach in asiatischen Ländern wie Vietnam und China, am niedrigsten in Lateinamerika und Europa, dort besonders in Brasilien, Peru, Polen, Frankreich und Italien. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) meint, dass ihre Freiheiten in der Corona-Krise übermäßig eingeschränkt worden seien. "Wir müssen jetzt aus der Covid-19-Pandemie herauskommen, indem wir den Menschen mehr Demokratie und Freiheit liefern", erklärte Fogh Rasmussen.

Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht hängt auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden.
Ein Hinweisschild auf die Maskenpflicht hängt auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden. © Archiv/Sebastian Kahnert/dpa

21.03 Uhr: Spahn will für Astrazeneca Priorisierung aufheben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben. "Wir werden generell - und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden - bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der Sendung "Aktuelle Stunde" des WDR-Fernsehens. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden.

Auf die Nachfrage, ab wann das gelten solle, sagte Spahn: "Für Astrazeneca jetzt schon sofort, das ist mein Vorschlag." Für die anderen Impfstoffe bekräftigte er die bisherige Aussage, dass die Priorisierung voraussichtlich im Juni beendet werden könne, "wenn die Lieferungen weiter so kommen, wovon ich ausgehe". Bisher werden Alte, Vorerkrankte sowie besonders gefährdete oder systemrelevante Berufsgruppen vorrangig geimpft. Ihre Reihenfolge ist in drei Vorrangstufen geregelt.

Zugleich plädierte Spahn für mehr zeitliche Flexibilität bei der Verabreichung der nötigen zweiten Astrazeneca-Impfung. "Das Zulassungsintervall, der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung, ist vier bis zwölf Wochen. Wir haben jetzt regelhaft zwölf Wochen gemacht, weil die Wirksamkeit höher ist. Wir werden aber deutlich mehr Flexibilität jetzt möglich machen." Er wisse aus Erfahrungen im eigenen Bekanntenkreis: "Die Zweitimpfung haben jetzt viele lieber früher, auch mit Blick auf den Sommer - das geht mit Astrazenca auch innerhalb der Zulassung."

20.35 Uhr: Verschwörungsmythen befeuern Geschichtsrevisionismus

Anhänger von Verschwörungsmythen sind laut einer Untersuchung historisch oft weniger gut informiert und neigen stärker zu revisionistischen Perspektiven auf die Zeit des Nationalsozialismus. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch in Berlin vorgestellte "Multidimensionale Erinnerungsmonitor MEMO 2021" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Der Konfliktforscher und einer der Studienautoren, Andreas Zick, von der Universität Bielefeld betonte, "dass Menschen, die Verschwörungserzählungen glauben, eher die Bevölkerung während der NS-Zeit von Verantwortung entlasten, das Leiden der NS-Opfer mit dem der Täter gleichsetzen und an der Verfolgung der Jüdinnen und Juden zweifeln".

Angesichts der Corona-Pandemie und der damit im Zusammenhang kursierenden Verschwörungserzählungen seien Corona-Leugner und andere Gruppen "eine neue Herausforderung für die Erinnerungs- und Gedenkkultur", sagte Zick. So lehnen laut der Studie in Deutschland zwar drei Viertel (75,2 Prozent) der Befragten die Aussage ab, dass es berechtigt sei, das Leiden der deutschen Bevölkerung während der Corona-Pandemie mit dem Leid von Menschen während der NS-Zeit zu vergleichen. Allerdings stimmten 3,9 Prozent der Befragten dieser Aussage zu. Weitere 6,1 Prozent lehnten sie zumindest nicht ausdrücklich ab. Der Erinnerungsmonitor MEMO untersucht seit 2017 anhand jährlicher repräsentativer Umfragen den Zustand der Erinnerungskultur in Deutschland. Für den Erinnerungsmonitor 2021 wurden zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 insgesamt 1.000 Menschen zwischen 16 und 87 Jahren befragt.

19.59 Uhr: Verfassungsgericht lehnt Eilanträge gegen Ausgangsbeschränkungen ab

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge gegen die vom Bund mit der "Corona-Notbremse" festgelegten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen abgelehnt. In einer Mitteilung des Gerichts von Mittwochabend heißt es, die Ausgangsbeschränkungen seien nicht offensichtlich materiell verfassungswidrig und dienten grundsätzlich einem legitimen Zweck. Die Karlsruher Richter betonen aber zugleich, dass mit der Ablehnung der Eilanträge noch nicht endgültig entschieden sei, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Diese Prüfung bleibe den Hauptsacheverfahren vorbehalten. Der Ausgang dieser Verfahren sei offen, heißt es in der Mitteilung des höchsten deutschen Gerichts.

Bei einem offenen Ausgang müsse das Bundesverfassungsgericht eine Folgenabwägung vornehmen: "Wird die Aussetzung des Vollzugs eines Gesetzes begehrt, gelten dafür besonders hohe Hürden, weil dies einen erheblichen Eingriff in die originäre Zuständigkeit des Gesetzgebers darstellt", heißt es zur Begründung der Ablehnung der Eilanträge. Gegen die Ausgangsbeschränkungen hatten unter anderem die FDP und die Freien Wähler unmittelbar nach der Verabschiedung von Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch Bundestag und Bundesrat geklagt.

19.31 Uhr: 2.034 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

Die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 innerhalb der vergangenen 24 Stunden hat Sachsens Gesundheitsministerium am Mittwoch mit 2.034 angegeben, vor einer Woche waren es 2.249. Bereits in den Vortagen lagen die aktuellen Werte unter denen vor jeweils einer Woche. Seit Dienstag gab es im Freistaat zudem weitere 29 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen jetzt 9.198 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle erhöht sich auf 268.876. Geschätzt gelten 241.450 Menschen inzwischen als genesen.

Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Sachsen deutlich gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 177,3 an - am Vortag waren es noch 204,2. Bundesweit sank die Inzidenz auf 132,8. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis (299,4) und der Landkreis Mittelsachsen (260,8). Den niedrigsten Wert verzeichnen in Sachsen die Städte Leipzig und Dresden mit einer Inzidenz von 106,4 und 106,1.

19.16 Uhr: Lokalbesuch trotz Ausgangssperre: Slowakische Politiker treten zurück

Zwei führende Politiker der slowakischen Regierungspartei "Für die Menschen" haben am Mittwoch ihren Rücktritt erklärt, weil sie von Journalisten trotz geltender Corona-Ausgangssperre bei einem unerlaubten Lokalbesuch ertappt worden waren. Die Boulevardzeitung "Plus7dni" veröffentlichte Fotos, die belegten, dass sich Vize-Parlamentspräsident Juraj Seliga und seine Parteikollegin Jana Zitnanska während der nächtlichen Ausgangssperre mit dem liberalen Präsidenten der Region Bratislava in einer Kneipe getroffen hatten, die einem politisch nahestehenden Journalisten gehört. Seliga habe auf dem Nachhauseweg betrunken gewirkt, berichtete das Medium.

Seliga war als führender Kopf der Demonstrationsbewegung "Für eine anständige Slowakei" bekannt geworden, die nach dem Mord am Investigativjournalisten Jan Kuciak im Februar 2018 entstanden war. Dank dieser Popularität wurde er 2020 ins Parlament in Bratislava gewählt und kandidierte sogar für den Chefsessel in der kleinsten der vier Koalitionsparteien gegen die letztlich siegreiche Vize-Regierungschefin Veronika Remisova. Die ehemalige EU-Abgeordnete Zitnanska wiederum war gemeinsam mit dem ehemaligen Staatspräsidenten Andrej Kiska Mitgründerin dieser konservativen Partei und zuletzt Vorsitzende des Sozialausschusses im Parlament in Bratislava.

18.39 Uhr: Wie ansteckend sind Geimpfte?

Leipziger Mediziner haben an geimpften Krankenhausmitarbeitern untersucht, wie leicht sie sich auch nach der Immunisierung anstecken und das Virus weitergeben können. Das Ergebnis: Das Coronavirus kann sich trotz Impfung noch in den Rachenschleimhäuten vermehren, dort fanden die Forscher auch nach der Impfung kaum Antikörper. "Das sogenannte Schleimhaut-Immunsystem wird durch die Impfung wahrscheinlich nicht so aktiviert, wie man sich das wünschen würde", erklärt der Oberarzt des Leipziger St. Georgs-Klinikums Stephan Borte im Gespräch mit MDR aktuell. Das Virus könnte sich also im Rachen von Geimpften weiterhin vermehren und so auch übertragen werden.

Borte schließt aus den nun vorliegenden Daten, dass Öffnungsschritte erst ab einer Impfquote von etwa 50 Prozent der Bevölkerung denkbar seien. Dann seien "gut durchdachte Öffnungsszenarien und großräumige Pilotversuche sinnvoll". Bis dahin müssten auch Geimpfte weiterhin Masken tragen und die Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Auch sei es weiterhin sinnvoll, sie weiterhin regelmäßig zu testen. Die Untersuchung zeigte jedoch auch, dass Geimpfte selbst gut gegen die Viren geschützt sind. Um die Immunisierung auch in den Schleimhäuten zu erreichen, arbeiten Forscher derzeit an einer Corona-Schluckimpfung.

18.30 Uhr: Laufzeit von Grünem Pass in Israel wird verlängert

Die Laufzeit des Grünen Passes für alle Menschen in Israel, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, wird bis Jahresende verlängert. Dies teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mit. Der Pass war für Geimpfte bislang ein halbes Jahr gültig, beginnend ab dem siebten Tag nach der Zweitimpfung. Unklar blieb bislang, ob anschließend eine Folgeimpfung notwendig ist. Auch Genesene können sich in dem Land mittlerweile impfen lassen.

Der Impfstoff scheine mindestens bis Jahresende zu wirken, erklärte der Generaldirektor des Ministeriums, Chesi Levy, zur Verlängerung der Laufzeit. Er mahnte, weiter Distanz zu halten und in Innenräumen Masken zu tragen.In Israel hatte kurz vor Weihnachten eine erfolgreiche Impfkampagne begonnen. Die Zahl der Infektionen und schweren Erkrankungen fiel in den vergangenen Wochen stark. Viele Corona-Restriktionen wurden wieder aufgehoben. Geimpfte und Genesene mit Grünem Pass konnten leichter und schneller wieder Grundrechte wahrnehmen.

18.12 Uhr: AfD scheitert mit Eilantrag gegen Testpflicht an Schulen

Die AfD-Landtagsfraktion in Brandenburg ist mit einem Eilantrag gegen die Testpflicht an Schulen vor dem Landesverfassungsgericht gescheitert. Der Antrag auf Aussetzung des Zutritt-Verbots an Schulen ohne gültiges Testergebnis wurde am Mittwoch abgelehnt, wie das Gericht mitteilte (VfGBbg 8/21 EA). Die 23 Mitglieder des Landtags hatten eine Normenkontrolle zur Verfassungsmäßigkeit der dem Zutrittsverbot zugrundeliegenden Regelung der Eindämmungsverordnung eingereicht. Danach dürfen nur Personen, die einen negativen Schnelltest oder Selbsttest, bei Minderjährigen mit Unterschrift der Erziehungsberechtigten, nachweisen, die Schulen betreten. Die Mitglieder sahen laut Gericht dadurch das Recht auf Bildung, körperliche Unversehrtheit und das Recht auf Datenschutz verletzt.

Die Landesregelung sei durch die Bundesregelung, die seit dem 23. April gilt und die ebenfalls eine Testpflicht in Schulen anordne, überholt, so das Gericht. Darüber hinaus überwiege das Interesse am Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit der Bevölkerung durch die Verhinderung weiterer Virus-Übertragungen den eher als gering zu bewertenden Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und dem Recht auf Datenschutz durch die Selbsttests, so die Richter.

Ein Schüler führt in einer Klasse einen Corona-Schnelltest an sich selbst durch. Die Pflicht dazu wollten AfD-Politiker verhindern, scheiterten aber vor Gericht,
Ein Schüler führt in einer Klasse einen Corona-Schnelltest an sich selbst durch. Die Pflicht dazu wollten AfD-Politiker verhindern, scheiterten aber vor Gericht, © Sebastian Gollnow/dpa

17.58 Uhr: Kanada lässt Biontech-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige zu

In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Dies teilte die federführende Gesundheitsbehörde Health Canada am Mittwoch "nach eingehender und unabhängiger wissenschaftlicher Prüfung" mit. Sie bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Laut Biontech ist Kanada eines der ersten Länder weltweit, in dem der Impfstoff für diese Altersgruppe eingesetzt werden darf. Zuvor galt für das Vakzin ein Mindestalter von 16 Jahren.

Biontech und Pfizer hatten Mitte April einen Zulassungsantrag bei Health Canada eingereicht. Die nun erteilte Zulassung ist laut der Behörde an die Bedingung geknüpft, dass Pfizer/Biontech nach der Markteinführung weitere Angaben zur Sicherheit, Effektivität und Qualität des Impfstoffs in dieser Altersgruppe nachliefern.

17.46 Uhr: Sven Schulzes Vorhaben als offizieller OB von Chemnitz

Nach der Corona-Krise sieht der neue Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) die Stärkung der Wirtschaft als zentrale Aufgabe der nächsten Jahre. "Unsere Zukunft liegt in Technologiefeldern wie der Mikrosystemelektronik, der Sensorik, dem autonomen Fahren, Age Tech, Künstlicher Intelligenz und Wasserstofftechnologie", sagte Schulze am Mittwoch in seiner Antrittsrede. Auch richtete er den Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025, für das im Stadtrat eine weitere Entscheidung anstand. Ziel müsse sein, Unternehmen, die sich ansiedeln oder expandieren wollen, unbürokratisch zu unterstützen. Dabei gehe es nicht nur um große Unternehmen, sondern auch um den Mittelstand, Einzelhandel, Gastronomie und Kreativwirtschaft, betonte Schulze.

Sven Schulze (SPD), designierter Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen RathausesGerade Handel, Kreative und Gastronomie gelte es zu unterstützen, da sich deren Lage durch die Corona-Pandemie verschärft habe. Er stellte den Erlass von Gebühren in Aussicht, aber auch Veranstaltungen städtischer und privater Kultureinrichtungen im Stadtzentrum, sobald das möglich sei. Schulze hatte sich im Oktober bei der Oberbürgermeisterwahl im zweiten Wahlgang mit fast 35 Prozent der Stimmen gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. Eine Klage hatte aber die offizielle Amtseinführung zunächst verhindert, so dass er die Geschäfte an der Rathausspitze nur als sogenannter Amtsverweser führen konnte. Erst am Mittwoch wurde er nun feierlich ins neue Amt eingeführt.

Sven Schulze (SPD), Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen Rathauses
Sven Schulze (SPD), Oberbürgermeister von Chemnitz, steht im Wandelgang des Neuen Rathauses © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa (Archiv)

17.32 Uhr: Sachsens Koalition einigt sich: Abgeordnetendiäten werden nicht erhöht

Die sächsischen Koalitionsfraktionen haben sich darauf verständigt, bei den Abgeordnetendiäten in diesem Jahr nochmals eine Nullrunde einzulegen. Die geplante Diätenerhöhung sei wegen der Corona-Pandemie auf den 1. April 2022 verschoben worden, teilten die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD am Mittwoch mit. "Den Bürgern in Sachsen wurde und wird durch die Pandemie auch in finanzieller Weise sehr viel abverlangt", erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Sören Voigt. Die Koalition habe schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass sie bei der Anpassung der Abgeordnetenbezüge die Entwicklung der Pandemie stets im Blick behalten werde, fügte Valentin Lippmann, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen hinzu. Mehr dazu lesen Sie hier.

17.15 Uhr: Verzögerte Zweitimpfung bei Sachsens Hausärzten

Wer bereits seine erste Biontech-Impfung beim Hausarzt bekommen hat, muss möglicherweise länger auf die Zweitimpfung warten. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat am Mittwoch in einem Rundschreiben an alle Hausärzte darum gebeten, das Intervall zwischen den beiden nötigen Impfungen von drei auf sechs Wochen auszudehnen. Zur Begründung wird in dem Schreiben auf anhaltende Lieferprobleme bei Biontech verwiesen, meldete die Freie Presse Chemnitz.

Parallel dazu soll demnach geprüft werden, ob die Verteilung der Impfstoffmengen zwischen den Impfzentren und den Vertragsärzten angepasst werden kann. "Notfalls müssen in den Impfzentren die Erstimpfungen eine Zeit lang zurückgefahren bzw. ganz ausgesetzt werden", heißt es in dem in der Zeitung zitierten Brief.

Patienten von Hausärzten müssen teilweise länger auf ihre Zweitimpfung warten.
Patienten von Hausärzten müssen teilweise länger auf ihre Zweitimpfung warten. © dpa/Christian Charisius

17.02 Uhr: Früherer Bischof arbeitet als Impfhelfer

Der frühere Berliner Bischof Markus Dröge arbeitet aktuell ehrenamtlich in einem Impfzentrum der Hauptstadt mit. Er habe sich als Freiwilliger beim Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe gemeldet, nachdem er kurz vor Weihnachten vom Aufbau der Impfzentren in Berlin erfahren habe, sagte der 66-Jährige der evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche" (Ausgabe vom 9. Mai). Anschließend sei er online geschult worden und habe eine eintägige Einführung vor Ort im Berliner Velodrom bekommen.

Sein Engagement erklärte Dröge mit den Worten: "Wir müssen es in unserer Stadt und unserem Land schaffen, so zügig wie möglich mit dem Impfen voranzukommen." Bürgerschaftliches Engagement gehöre dazu. Seine Aufgaben im Impfzentrum reichten vom Empfang der Impflinge, die Begleitung vor Ort, den Mobility-Service für Menschen im Rollstuhl bis zur Dokumentation der Impfungen. Der Altbischof schätzt vor allem die persönlichen Begegnungen, sagte er der "Kirche". Pro Sechs-Stunden-Schicht werde er unter der Maske ein bis zweimal erkannt. Er finde es aber eigentlich ganz gut, nicht so oft erkannt zu werden: "Auf diese Weise kann ich ganz unbefangen Gespräche mit Menschen führen, denen ich im Bischofsamt nie begegnet bin."

16.41 Uhr: Kretschmer: Chance auf freien und fröhlichen Sommer 2021

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Hoffnungen auf Lockerungen für Gastronomie, Tourismus und Kultur geschürt: "Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels und das wird deutlicher und heller", sagte er am Mittwoch bei einem Besuch in Zwickau.
Es sei wichtig, in den nächsten Wochen weiter konsequent und klug zu handeln. "Wir werden eine realistische Chance haben, dass der Sommer 2021 genauso frei, dynamisch, fröhlich wird für den Tourismus, für die Kultur, für die Gastronomie wie das im vergangenen Jahr gewesen ist." Schon zu Pfingsten halte er Lockerungen in der Gastronomie für möglich. Mehr dazu im Artikel Diese Bundesländer öffnen für Touristen

16.18 Uhr: Bundesregierung warnt vor Verwenden gefälschter Impfpässe

Die Bundesregierung hat die Bürger davor gewarnt, sich gefälschte Impfpässe zu beschaffen, um so vorzeitig in den Genuss von Erleichterungen etwa bei Kontaktbegrenzungen oder bei Urlaubsreisen zu kommen. Dies sei kein Kavaliersdelikt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in der Bundespressekonferenz. "Wer so etwas tut, gefährdet die Gesundheit anderer Menschen. Das ist das eine. Er macht sich aber auch strafbar. Das ist ganz klar eine nach dem Strafgesetzbuch strafbewehrte Urkundenfälschung. Und strafbare Handlungen werden verfolgt."

Es gebe immer ein Missbrauchsrisiko, sagte Seibert weiter. Deshalb wolle die Bundesregierung den digitalen Weg gehen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist geplant, dass der Impfnachweis sowohl auf der Corona-Warn-App wie auch auf einer Extra-App digital gespeichert werden kann. Dies soll in der zweiten Hälfte des laufenden Quartals möglich werden. Die Menschen erhielten dann unmittelbar beim Impfen einen QR-Code, den sie mit ihrem Smartphone scannen könnten. Wer bereits jetzt geimpft sei, könne den Nachweis aus dem Impfpass vom Arzt oder Apotheker übertragen lassen.

15.59 Uhr: Auch Saarland plant Sonderimpfungen in sozialen Brennpunkten

Auch das saarländische Gesundheitsministerium plant Sonderimpfungen in sozialen Brennpunkten. Diese sollten in Abstimmung mit den Gemeinwesenprojekten erfolgen, teilte das Ministerium am Mittwoch in Saarbrücken mit. Seit Anfang der Woche gehen beispielsweise in Köln mobile Impfteams in Stadtteile mit sozialen Brennpunkten wie Chorweiler, um gezielt zu impfen. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte für das Pilotprojekt zunächst 1.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung dagegen plant keine Sonderimpfaktionen mobiler Teams in speziellen Stadtteilen. "Angebote zur gesundheitlichen Versorgung sollen für alle zugänglich sein und dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen", teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Die Bundesimpfverordnung trage diesem Grundsatz Rechnung und Rheinland-Pfalz setze diese um.

Menschen stehen für eine Impfung an. Die Stadt Köln hat im Stadtteil Chorweiler mit Impfungen in sozialen Brennpunkten begonnen.
Menschen stehen für eine Impfung an. Die Stadt Köln hat im Stadtteil Chorweiler mit Impfungen in sozialen Brennpunkten begonnen. © Oliver Berg/dpa

15.41 Uhr: 3.500 Menschen im Landkreis Bautzen in Quarantäne

Insgesamt 225 neue Corona-Fälle sind im Landkreis Bautzen am Mittwoch registriert worden. 272 weitere Infizierte gelten als genesen. 1.943 Personen tragen das Virus aktuell in sich. In Quarantäne befinden sich 3.520 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut bei 192,8; am Dienstag betrug der Wert 278,6. Zwei Patienten sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steigt im Landkreis damit auf 868. In den Kliniken im Kreis werden derzeit 133 Corona-Patienten behandelt, 31 davon auf einer Intensivstation. Mehr zur Corona-Situation in und um Bautzen erfahren Sie hier.

15.27 Uhr: Berlin bekommt Pandemiefrühwarnzentrum der WHO

In Berlin entsteht eine Art Pandemiefrühwarnzentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Zentrum soll im Herbst an den Start gehen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch zusammen mit WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ankündigte. Es soll die Kooperation unter Ländern und Wissenschaftsinstituten in aller Welt stärken und helfen, früh Hinweise auf mögliche Pandemieausbrüche zu erkennen." Eine Lektion aus der Covid-19-Pandemie ist, dass die Welt einen bedeutenden Sprung in der Datenanalyse machen muss, damit Politiker auf dieser Basis Entscheidungen zur öffentlichen Gesundheit treffen können", sagte Tedros. Die Anschubfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Euro kommt von der Bundesregierung.

"Eine wesentliche Grundlage des Kampfes gegen künftige Pandemien sind Daten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videobotschaft. "Daten, die, wenn man sie bündelt und mit den richtigen Analysewerkzeugen verarbeitet, Erkenntnisse hervorbringen, die wir alleine, jeder für sich, niemals oder zumindest niemals so schnell entdecken könnten. Diese technischen Möglichkeiten wird der WHO Hub in Berlin nutzen und die Erkenntnisse mit allen Staaten teilen." Das Zentrum soll keine neue Behörde werden, wie WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan betonte. Vielmehr wolle die WHO mit Unterstützung Deutschlands eine Plattform und Werkzeuge zur Verfügung stellen, die es Wissenschaftlern aus aller Welt ermöglicht, Daten auszuwerten. Es soll Modelle entwerfen, mit denen Risiken besser eingeschätzt werden können.

15.09 Uhr: Weniger Emissionen, saubere Luft: Was Lockdowns für die Zukunft zeigen

Krisen sind manchmal auch ein Katalysator für Veränderungen. Für die Forscher des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig aber noch mehr. "Uns hat Corona mit dem Lockdown im Frühjahr 2020 ein Fenster geöffnet, das uns einen Blick in eine Zukunft mit geringeren Emissionen erlaubt", sagt Dominik van Pinxteren im CoronaCast, dem Podcast von Sächische.de zur Pandemie. Der Athmosphärenchemiker befasst sich bei Tropos mit wissenschaftlichen Fragen zur Luftreinheit.

Als Ende März vergangenen Jahres Deutschland zur Ruhe gekommen war, beobachten er und seine Kollegen anhand von Werten von Messtationen in Leipzig, wie sich die Luft in der Großstadt veränderte. Anhand eines Algorithmus' konnten die Forscher errechneten die Forscher, dass während des Lockdowns etwa 30 Prozent weniger Schadstoffe als unter normalen Umständen in der Luft waren.

Diese Erkenntnisse hätten gezeigt, dass es sich lohnt, wenn Menschen schadstoffarm unterwegs sind. Damit ein solcher Effekt langfristig spürbar sei, müssten vor allem im Straßenverkehr Emissionen merklich reduziert werden. Das Gespräch mit dem Forscher hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Weitere Hintergründe zum Thema und zusätzliche Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: So stark verändern Lockdowns die Luft

14.53 Uhr: Gesundheitsministerium bekommt weitere 3,8 Milliarden für Impfstoffe

Das Gesundheitsministerium soll zur Beschaffung von Corona-Impfstoff weitere 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bekommen. Es geht dabei um Impfstoff für die Jahre 2022 und 2023, also vor allem für Auffrischungsimpfungen und Impfungen gegen mutierte Coronaviren. Das geht aus einem Schreiben des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

Demnach zeichnen sich Vertragsabschlüsse der Europäischen Kommission ab, "um eine ausreichende Versorgung mit adäquaten Impfstoffen gegen COVID-19 auch für die kommenden Jahre sicherzustellen". Der Preis werde aber "zu erheblichen Teilen" erst 2022 und 2023 fällig. Außerdem stehe ein Vertrag kurz vor dem Abschluss, bei dem es auch um angepasste Impfstoffe für Kinder gehe. Deutschland müsse jetzt Zahlungsverpflichtungen eingehen, damit entsprechend viel Impfstoff bestellt werde.

14.40 Uhr: SPD befürwortet weitere Corona-Bundeshilfe für den ÖPNV

Die SPD im Bundestag befürwortet einen zweiten Rettungsschirm für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise. "Die Länder werden die durch den dritten Lockdown verursachten Mehrkosten im ÖPNV nicht alleine stemmen können", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Barto. "Der Bund muss mit bis zu einer Milliarde Euro helfen, wenn die Länder ihre Hälfte der Schäden zahlen." Es wäre fatal, wenn sich die Einbrüche bei den Passagierzahlen verfestigten und der ÖPNV so kaputtgespart würde. "Der Nahverkehr ist das Rückgrat der Verkehrswende, der ÖPNV muss daher aus der Krise herauswachsen."

Die Union dringt ebenfalls auf weitere Finanzhilfen des Bundes für dieses Jahr. Der CDU-Chef und nordrein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet forderte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) auf, dafür jetzt die Finanzmittel freizugeben. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) forderte nochmals eine Milliarde Euro für dieses Jahr. Der Bund hatte im vergangenen Jahr schon 2,5 Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt - über die Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen.

Corona ist auf einem Bildschirm in einer Dresdner Straßenbahn in den Grenzen Sachsens zu sehen.
Corona ist auf einem Bildschirm in einer Dresdner Straßenbahn in den Grenzen Sachsens zu sehen. © Robert Michael/dpa-Zentralbild (Archiv)

14.22 Uhr: Norwegen lockert Corona-Maßnahmen für Geimpfte und Genesene

Norwegen lockert seine Maßnahmen für Corona-Geimpfte und -Genesene. Wer einen Schutz gegen Covid-19 habe, dem rate die Regierung nicht länger von unnötigen Reisen innerhalb Norwegens ab, teilte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Als geschützt gelten dabei von nun an neben vollständig Geimpften auch diejenigen, deren erste Corona-Impfung mehr als drei Wochen her ist, sowie Personen, die in den vergangenen sechs Monaten an Covid-19 erkrankt gewesen sind. Auch für private Zusammenkünfte gelten für diese drei Gruppen gewisse Lockerungen.

14.03 Uhr: Bundesregierung sieht "deutliche Umkehr" durch Corona-Notbremse

Die bundesweit verbindlichen Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen bei hohem Infektionsgeschehen zeigen aus Sicht der Bundesregierung Wirkung. "Seitdem wir die Notbremse in Kraft gesetzt haben, sehen wir jetzt eine deutliche Umkehr", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Mittwoch in der Regierungsbefragung im Bundestag. Es zeige sich "momentan wirklich eine extrem schnelle Entlastung von den Infektionszahlen, was uns auch die Hoffnung gibt, dass das Gesundheitswesen seine Überlastung reduziert".

Die von Bundestag und Bundesrat beschlossene einheitliche "Notbremse" greift seit 24. April in vielen Teilen Deutschlands. Sie muss gezogen werden, wenn an drei folgenden Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wurde. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner es binnen einer Woche gab.

13.40 Uhr: Astrazeneca bleibt liegen - Arzt bietet Termine via Ebay-Kleinanzeigen an

Um den Impfstoff von Astrazeneca nicht verfallen zu lassen, hat ein Hausarzt aus Ostwestfalen einen ungewöhnlichen Weg über Ebay-Kleinanzeigen gewählt. "Es wäre Wahnsinn, den zuverlässigen und wirksamen Impfstoff verkommen zu lassen", sagte der Allgemeinmediziner und Kardiologe Peter Weitkamp aus Kirchlengern am Mittwoch. Zwei Tage lang habe er nun über die Internet-Plattform Impftermine mit Astrazeneca "zu verschenken" an Menschen über 60 Jahre angeboten. Er habe 80 bis 90 Impfdosen übrig. Ab der kommenden Woche werde er seine Astrazeneca-Restbestände denen verabreichen, die sich auf sein Ebay-Angebot hin meldeten.

13.03 Uhr: Studie: Einkaufsverhalten hat sich durch Corona deutlich verändert

Das Einkaufsverhalten der Verbraucher in Deutschland hat sich im ersten Jahr der Corona-Krise deutlich verändert. Die Menschen gingen seltener einkaufen, gaben dafür aber mehr Geld pro Einkauf aus und zahlten seltener bar. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI.

"Die Pandemie hat die Kundschaft vielfach zu Vorratskäufern gemacht, die durch eine Reduzierung ihrer Einkaufsfrequenz unnötige Kontakte vermeiden möchten. Diese Einkäufe bezahlen sie häufiger per Karte", berichtete das EHI. Das bargeldlose Zahlen sei gerade zu Beginn der Pandemie als besonders hygienisch propagiert worden.

Die Zahl der Einkäufe in deutschen Einzelhandelsgeschäften sank demnach 2020 um fast zwei Milliarden auf gut 18 Milliarden. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Einkaufsbetrag aber von 22,09 Euro auf 24,04 Euro - ein Plus von knapp 9 Prozent.

12.35 Uhr: Mit Fake-Maske zum Einkauf: Influencerin aus Bali abgeschoben

Ein russische Influencerin hat auf der indonesischen Insel Bali mit einer aufgemalten blauen Gesichtsmaske einen Supermarkt betreten und zusammen mit ihrem Freund ein Video von der Aktion in sozialen Netzwerken gepostet. Nun wurde die 25-jährige Leia Se abgeschoben. Die junge Frau werde mit einer Maschine der Airline Garuda Indonesia nach Moskau geflogen, berichtete das Nachrichtenportal "Radar Bali" am Mittwoch. Ihr Partner, der aus Taiwan stammende Youtube-Star Josh Paler Lin, der die Szene filmte und veröffentlichte, darf hingegen bleiben.

Als das Video im April viral ging, schritt die Polizei ein und beschlagnahmte die Pässe der beiden. Eine Lokalpolitikerin sagte, sie habe kein Mitleid für Menschen, die über Covid-19 Witze machten. "Die Menschen hier kämpfen verzweifelt darum, einen Weg aus der Pandemie zu finden", erklärte Niluh Djelantik. Die bei Urlaubern in aller Welt beliebte Insel Bali leidet extrem unter dem fehlenden Tourismus.

12.11 Uhr: Zwei weitere Todesopfer in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 170 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 28.989 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Zwei weitere Patienten verstarben - seit Pandemiebeginn gibt es nun 1.052 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung. Zudem wurden acht Menschen ins Krankenhaus eingewiesen. Als genesen gelten mittlerweile 26.283 Dresdner - 188 mehr als am Dienstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank laut Berechnungen des städtischen Gesundheitsamtes seit dem Vortag von 133,1 auf 126,4. Für die Grenzwerte nach der Bundes-"Notbremse" sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 106,1, tags zuvor waren es 116,2. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

11.45 Uhr: Ab Freitag neue Impftermine in Sachsen

Am Montag hatte das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen 3.800 zusätzliche Termine für Erstimpfungen in sechs Impfzentren vergeben. Nach 15 Minuten waren alle vergeben. Um die Terminvergabe besser planbar zu machen, will das DRK bei verlässlicher Impfstofflieferungen kontinuierlich weitere Impftermine einstellen. Von Freitag an bis zum 17. Mai werden 25.000 Erstimpftermine für alle sächsischen Impfzentren für den Zeitraum 17. bis 31. Mai freigegeben. Die Termine seien sowohl über die Hotline als auch online buchbar.

Im Einzelnen will das DRK Termine wie folgt freigeben:

  • Freitag, den 7. Mai, Erstimpftermine für den 17. – 19. Mai
  • Montag, den 10. Mai, Erstimpftermine für den 20. – 22. Mai
  • Mittwoch, den 12. Mai, Erstimpftermine für den 23. – 25. Mai
  • Freitag, den 14. Mai, Erstimpftermine für den 26. – 28. Mai
  • Montag, den 17. Mai, Erstimpftermine für den 29. – 31. Mai

Das DRK teilte am Mittwoch auf Twitter mit, dass es am Freitag 5.000 neue Termine geben wird.

11.28 Uhr: FDP wird sich bei Abstimmung über Corona-Verordnung enthalten

Die FDP will sich am Donnerstag bei der Abstimmung über die Corona-Verordnung im Bundestag enthalten. In dem Vorhaben der Bundesregierung sei nicht ausreichend berücksichtigt, dass Geimpfte keine Gefahr mehr seien, sagte Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP im Bundestag, am Mittwoch. Zudem sei in wesentlichen Fragen der Verwirklichung von Grundrechten ein Gesetz nötig. "Von der Sache her geht die Verordnung in die richtige Richtung, weil sie eben Ausnahmen von Grundrechtseinschränkungen für Genesene und Geimpfte vorsieht. Sie sind aber nicht konsequent zu Ende gedacht", sagte er.

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte am Dienstag den Weg für einen schnellen Beschluss in Bundestag und Bundesrat zu Erleichterungen für vollständig Geimpfte und Genesene freigemacht. Wenn Bundestag und Bundesrat am Donnerstag und Freitag wie geplant zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Samstag gelten.

11.01 Uhr: Kabinett beschließt Corona-"Aufholprogramm"

Mit zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung die Folgen der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche abmildern. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch ein "Aktionsprogramm Aufholen" auf den Weg. Eine Milliarde Euro ist für Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler gedacht, die Lernrückstände aufholen müssen. Eine weitere Milliarde Euro soll in soziale Maßnahmen investiert werden, um auch die psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Hier geht es um eine Aufstockung von bestehenden Programmen im Bereich frühkindlicher Bildung, in der Schulsozialarbeit und im Freizeitbereich.

Geplant ist auch eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Eine Auszahlung könnte nach dpa-Informationen im August erfolgen.

10.37 Uhr: Fast 30 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gegen Corona erstgeimpft

In Deutschland haben 29,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor (Stand: 5. Mai, 10.00 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang 8,3 Prozent der Bevölkerung.

Am Dienstag wurden demnach 813.290 Impfspritzen gesetzt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, sei das nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland der dritte Tag, an dem mehr als 800.000 Impfspritzen gesetzt worden seien. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am vergangenen Mittwoch mit mehr als einer Million Impfungen erreicht worden.

10.02 Uhr: Reiseunternehmen für Verlängerung der Überbrückungshilfen

Reisebüros und Veranstalter rechnen angesichts der Corona-Zwangspause auch im laufenden Tourismusjahr mit einem massiven Geschäftseinbruch. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, weniger als 50 Prozent der Umsätze aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 erzielen zu können, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Reiseverbandes DRV hervorgeht. Mehr als zwei Drittel erwarten sogar weniger als 25 Prozent und damit einen neuerlichen Umsatzverlust von mindestens 75 Prozent. Im vergangenen Tourismusjahr war der Umsatz mit organisierten Reisen wegen der Corona-Krise um 65 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro eingebrochen.

Die große Mehrheit der im April befragten 450 Reiseunternehmen fordert von der Politik ein Konzept für einen Restart. Zudem halten 90 Prozent eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für notwendig. Mehr als zwei Drittel sprachen sich auch für eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes aus, um die Belegschaften zu halten.

9.35 Uhr: Spahn zu Lockerungen: "Zuversicht paaren mit Umsicht und Vorsicht"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf die Rücknahme von Grundrechtseinschränkungen bei Geimpften und Genesenen in der Corona-Pandemie zu Umsicht und Vorsicht aufgerufen. "Wir haben Anlass zu viel Zuversicht und Perspektive, die Zahl der Impfungen steigt, wir können Lockerungen machen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im "ZDF"-Morgenmagazin. "Aber wir sind auch noch in der dritten Welle", ergänzte er. Die Zahlen gingen runter, aber seien noch nicht tief genug, die Intensivstationen seien noch stark belastet. "Zuversicht paaren mit Umsicht und Vorsicht" sei das Gebot der Stunde.

Die Erfahrungen anderer Länder auf der Welt hätten gezeigt: "Wer zu schnell öffnet, den kann das auch sehr sehr schnell wieder einholen", mahnte Spahn. "Wir machen das eben Schritt für Schritt mit Augenmaß, aber auch mit einem Verständnis dafür, dass es hier um Grundrechte und Freiheiten geht." Für Öffnungsschritte in Regionen mit Inzidenzen unter 100 verwies er auf den Beschluss von Bund und Länder vom 3. März: Die Länder sollten sich vor allem auf die Bereiche draußen, etwa die Außengastronomie, konzentrieren.

9.02 Uhr: Grünen-Parteitag kann erneut nur digital stattfinden

Der Bundesparteitag der Grünen vom 11. bis 13. Juni kann wegen der weiter angespannten Pandemie-Situation nicht als Präsenz-Veranstaltung stattfinden. Das sagte der politische Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, dem Tagesspiegel. „Angesichts der Pandemielage ist eine solche Großveranstaltung für uns nicht zu verantworten. Wenn das ganze Leben digital ist, gilt das auch für die Politik.“

Stattdessen soll der Parteitag nun vom Sendezentrum Berlin zu den Mitgliedern und Delegierten nach Hause übertragen werden. Kellner bedauerte die Entscheidung: „Es ist einfach etwas komplett anderes, ob man mit hunderten Menschen vor Ort debattiert oder nur in eine Kamera redet.“ Auf dem Parteitag im Juni wollen die Grünen Parteichefin Annalena Baerbock offiziell zur Kanzlerkandidatin küren und ihr Wahlprogramm verabschieden.

8.37 Uhr: Höchstwert bei täglichen Corona-Todeszahlen in Indien

Indien hat an einem Tag so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Land erfasst wie nie davor. In den vergangenen 24 Stunden starben 3.780 Menschen, wie das indische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. 382.000 Menschen haben sich im selben Zeitraum in Indien nachweislich neu mit Sars-CoV-2 angesteckt. In absoluten Zahlen ist Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mit insgesamt mehr als 20,6 Millionen erfassten Corona-Infektionen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl deutlich über den offiziellen Zahlen liegt. In Teilen des Landes ist es Berichten zufolge schwierig, überhaupt auf das Coronavirus getestet zu werden. Besonders in ländlichen Gebieten sterben viele Menschen zu Hause - nicht alle dieser Fälle tauchen letztlich in der Statistik auf.

8.03 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen sinkt wieder

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist am Mittwoch in Sachsen wieder gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 177,3 an - am Vortag waren es noch 204,2. Negativ-Spitzenreiter unter den Bundesländern ist weiterhin Thüringen mit 209,7. Bundesweit sank die Inzidenz auf 132,8.

Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis (299,4) und der Landkreis Bautzen (278,6). Den niedrigsten Wert verzeichnen in Sachsen die Städte Leipzig und Dresden mit einer Inzidenz von jeweils 106.

7.32 Uhr: Virologin Ciesek "optimistisch", dass sich Corona-Situation entspannt

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ist zuversichtlich, dass sich die Corona-Situation in Deutschland entspannt. "Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstagabend im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Das Impftempo sei schneller als vorhergesagt, bis zu eine Million Impfungen pro Tag seien eine gute Zahl. "Ich bin optimistisch: Wenn wir es schaffen, weiter schnell und gezielt zu impfen und vielleicht in vier Wochen schon die Hälfte der Erwachsenen die erste Dosis bekommen haben, dass sich die Situation dann weiter entspannen wird."

Das Impftempo spiele "eine entscheidende Rolle", sei aber nicht der einzige Grund. Auch das veränderte Verhalten der Menschen spiele eine Rolle, ebenso wie der beginnende Sommer. "Das ist immer ein Zusammenspiel."

Zu den geplanten Lockerungen sagte Ciesek, man müsse unterscheiden, wer auf wen treffe: Eine Gruppe vollständig geimpfter Personen sei nahezu vollständig geschützt. "Hier kann es zu einer Lockerung kommen." Anders sehe es in der Öffentlichkeit aus, wo ganz viele noch nicht geimpft sind. "Da muss man noch vorsichtig sein und als Geimpfter noch Rücksicht nehmen auf die, die nicht geimpft sind."

Sandra Ciesek, Medizinerin und Virologin
Sandra Ciesek, Medizinerin und Virologin © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

7.02 Uhr: Fotos von Impfnachweisen im Netz - Experten raten zur Vorsicht

Datenschützer sehen Fotos von Impfpässen, die etwa aus Freude über Corona-Schutzimpfungen auf sozialen Netzwerken und in Chats geteilt werden, mit Sorge. "Wenn geimpfte Personen ein Foto ihres Impfpasses im Internet veröffentlichen, dann kann das Kriminellen als Vorlage dienen", sagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar. Betrüger könnten demnach die Chargennummern, Stempel und Arzt-Unterschriften nutzen, um gefälschte Impfpässe herzustellen, die dann auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden.

Zuletzt wurden immer wieder Berichte über gefälschte Impfausweise bekannt - vergangene Woche machte etwa das Landeskriminalamt (LKA) in Niedersachsen einen Fall publik. Den Angaben zufolge, werden Pässe für 99 bis 250 Euro etwa über den Messengerdienst Telegram angeboten.

Das Bundesgesundheitsministerium und Datenschützer raten daher zur Vorsicht, Impfpass-Fotos über das Internet zu teilen. "Überlegen Sie es sich gut, was Sie wirklich teilen möchten, bevor Sie einen Post absetzen. Was einmal im Internet oder in Sozialen Medien steht, lässt sich in der Regel nicht wieder zurückholen", sagte die niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte, Barbara Thiel.

6.38 Uhr: Till Brönner verteidigt #allesdichtmachen

Der Jazz-Musiker Till Brönner hat den Schauspielerprotest #allesdichtmachen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Schutz genommen. "Man kann Menschen wie Ulrich Tukur oder Jan-Josef Liefers nicht unterstellen, dass sie alle abgedriftet sind, sondern darf durchaus neugierig sein, warum gerade sie mit von der Partie waren", sagte der Trompeter.

Die Kritik an den satirisch gemeinten Clips habe ein Ausmaß angenommen, "das menschlich erschrecken muss und nicht mal vor Morddrohungen zurückschreckte." Dabei sei eine Debatte über die Frage, was 50 unzweifelhaft demokratische Künstler sagen wollten, hinter dem "absurden Verdacht" der Verhöhnung der Corona-Toten in den Hintergrund geraten. "Für demokratische Grautöne war aber offenbar kein Platz mehr und die Clips allein blieben die Pointe auch ein wenig schuldig, wenn wir ehrlich sind", sagte Brönner.

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Nach heftiger Kritik und teils Zustimmung aus dem rechten Lager distanzierten sich mehrere Teilnehmer mittlerweile von ihren Beiträgen.

Till Brönner
Till Brönner © dpa

6.21 Uhr: Jeder vierte Ferienhausvermieter denkt ans Aufgeben

Das monatelange Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Pandemie bedroht einer Umfrage zufolge die Existenz vieler Ferienhausvermieter in Deutschland. Angesichts aufgebrauchter Ersparnisse und laufender Kosten überlegt jeder Vierte die Ferienhausvermietung aufzugeben, wie aus der Umfrage des Deutschen Ferienhausverbands und des Deutschen Tourismusverbands hervorgeht. Sollte der Tourismus erst im Juni wieder anlaufen, wäre das demnach für weitere 36,9 Prozent schwer zu verkraften. Befragt wurden im April 10.528 private und gewerbliche Vermieter.

In den ersten drei Monaten des Jahres verzeichneten 81,4 Prozent der Befragten Buchungsrückgänge im Vergleich zum Vorkrisenzeitraum 2020. Bei jedem Dritten brachen die Buchungen um mehr als die Hälfte ein.

Dabei sind die Einnahmen aus der Vermietung für viele Besitzer von Ferienimmobilien den Angaben zufolge existenziell. Der Studie zufolge lebt rund jeder Fünfte von den Ferienhauseinnahmen. Weiteren 31,5 Prozent dient die Ferienimmobilie als Altersvorsorge. Hier seien die Mieteinnahmen "ein wichtiger Grundstock für den Erhalt der Ferienimmobilie". Lediglich 15,5 Prozent der Ferienhausvermieter und Agenturen konnten den Angaben zufolge staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Das Gros der Ferienhausvermieter gehe leer aus, weil sie privat vermieteten oder im Nebenerwerb, beklagte der Verband.

5.58 Uhr: Hausärzte wollen Rechtssicherheit für Nutzung siebter Biontech-Dosis

Der Deutsche Hausärzteverband fordert Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte, die pro Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer sieben statt sechs Dosen verabreichen wollen. "Es kann nicht sein, dass täglich in Deutschland Impfdosen weggeworfen werden", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Im Umgang mit der siebten Impfdosis brauche es bundesweit Rechtssicherheit. Dass Hausärztinnen und Ärzte, die mit dem vorhandenen Impfstoff so viele Menschen so schnell wie möglich impfen wollten, riskierten, "mit einem Bein im Gefängnis zu stehen", dürfe nicht sein, betonte Weigeldt.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich demnach für Rechtssicherheit für die Nutzung der siebten Biontech-Dosis aus. Bei dem Impfstoff seien nur sechs Dosen pro Ampulle zugelassen – die siebte zu verwenden, sei nicht verboten, aber rechtlich nicht abgesichert. "Ich verstehe, dass viele Ärzte aus Angst vor dem Haftungsrisiko die siebte Dosis des Biontech-Impfstoffs wegwerfen", sagte Lauterbach den Zeitungen und forderte: "Der Staat muss das Haftungsrisiko übernehmen."

5.31 Uhr: RKI registriert 18.034 Corona-Neuinfektionen und 285 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.034 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert bei 22.231 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.451.550 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.084.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.876.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

5.16 Uhr: Scheuer dringt auf weitere Corona-Milliardenhilfe für den ÖPNV

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dringt auf weitere Finanzhilfen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise für dieses Jahr. "Mit noch einmal einer Milliarde Euro können wir den umweltfreundlichen ÖPNV weiter leistungsfähig und zuverlässig am Laufen halten", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Dies stärke das Vertrauen und mache das System insgesamt zukunftsfest.

Angesichts deutlich gesunkener Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen machen den Verkehrsanbietern starke Einnahmeausfälle zu schaffen. Der Bund hatte im vergangenen Jahr schon 2,5 Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt - über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen. Mit dem Geld können Länder und Verkehrsverbünde Verkehrsangebote bestellen. Die Länder haben bereits gefordert, den "Rettungsschirm" für den ÖPNV zu verlängern und um eine Milliarde Euro aufzustocken.

Scheuer sagte, auch Klimaschutz im Verkehr beginne vor der Haustür beim Einsteigen in den öffentlichen Nahverkehr. Ein gutes ÖPNV-Angebot sei dafür eines der wichtigsten Instrumente.

Mittwoch, 5 Uhr: FDP-Fraktionsvize: Familien durch Corona-Tests Urlaub ermöglichen

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr hat weitgehende Lockerungen nicht nur für Geimpfte, sondern auch für Menschen mit negativem Corona-Test gefordert. Kinder und Schwangere hätten in nächster Zeit keine Aussicht auf eine Impfung, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn nur Geimpfte ihre Freiheiten zurückbekommen, könnten Familien mit kleineren Kindern im Sommer womöglich gar keinen Urlaub machen." Gerade sie, die sich über Monate solidarisch mit den Älteren gezeigt hätten, dürften aber jetzt nicht benachteiligt werden.

Daher müssten Getestete mit Geimpften gleichgesetzt werden, forderte Dürr. "Wer einen negativen Test hat, sollte innerhalb der nächsten 24 Stunden genauso am gesellschaftlichen Leben teilhaben dürfen, wie jemand, der geimpft wurde."

Die Bundesregierung will die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene lockern - idealerweise schon ab dem Wochenende. Für sie sollen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wegfallen, die Maskenpflicht soll aber weiter gelten. Eine Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen nur für Geimpfte war in der geplanten Verordnung des Bundes zunächst nicht vorgesehen.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

22.00 Uhr: Corona-Impfstoff bringt Pfizer Milliardenumsatz extra

Der US-Pharmakonzern Pfizer hebt nach einem überraschend starken Jahresstart seine Ziele für das Jahr 2021 deutlich an. Im ersten Quartal hatten die Amerikaner in hohem Maße von ihrer gemeinsam mit der deutschen Biontech vermarkteten Corona-Impfung profitiert, wuchsen aber auch mit anderen Produkten, etwa gegen Krebs. Der Corona-Impfstoff Comirnaty spülte Pfizer allein 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,9 Mrd Euro) in die Kassen, wie das Unternehmen am Dienstag in New York mitteilte. Die Aktien legten im vorbörslichen US-Handel um 1,8 Prozent zu.

Konzernweit stieg der Umsatz im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent auf knapp 14,6 Milliarden Dollar, der Gewinn unter dem Strich kletterte im selben Maße auf knapp 4,9 Milliarden Dollar.

Das Management um Konzernchef Albert Bourla erwartet nun auch aufgrund der überarbeiteten Erwartungen für Comirnaty für das Gesamtjahr einen Umsatzanstieg auf 70,5 bis 72,5 Milliarden Dollar. Zuvor standen noch maximal 61,4 Milliarden Dollar im Plan. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 3,55 bis 3,65 Dollar herauskommen, nachdem bislang bestenfalls 3,20 Dollar in Aussicht gestellt worden waren.

21.35 Uhr: Lindsey Vonn: Pandemie eines der besten Dinge, die mir passiert sind

Für die ehemalige Weltklasse-Skirennfahrerin Lindsey Vonn ist die Corona-Pandemie nach eigenen Angaben ein Glücksfall. "Ich denke, die Pandemie war eines der besten Dinge, die mir passiert sind, weil es mich dazu gebracht hat, runterzufahren und wirklich Zeit mit mir selbst und meinen Gedanken zu verbringen und damit, was ich mit meinem Leben anfangen will", sagte die erfolgreichste Frau der Weltcup-Geschichte am Dienstag in Sevilla nach Bekanntgabe ihrer Ernennung zum Mitglied für die Laureus Academy. "Ich arbeite immer, ich bin so eine ehrgeizige Person, dass ich in meiner Arbeit stecke und vergesse, was mir wichtig ist und was mich glücklich macht."

In den vergangenen Monaten habe sie diese Zeit gehabt. "In der Pandemie habe ich gelernt, was mich glücklich macht und was mich motiviert. Ich habe das Gefühl ich bin so glücklich wie noch nie in meinem Leben. Dafür bin ich sehr dankbar", sagte die amerikanische Olympiasiegerin.

Die inzwischen 36-Jährige hat ihre aktive Karriere als Sportlerin 2019 nach zahlreichen Verletzungen beendet. "Heute stelle ich mich als Geschäftsfrau vor", sagte sie. "Manche Leute wissen nicht, dass ich Ski gefahren bin und wenn sie fragen, was ich mache, sage ich, ich bin Geschäftsfrau, Investorin und Unternehmerin. Manchmal stolpere ich noch und weiß nicht genau, was ich sagen soll, aber Geschäftsfrau ist so etwas wie mein neuer Titel."

20.02 Uhr: 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA sollen bis 4. Juli geimpft sein

Bis Anfang Juli sollen nach dem Willen der US-Regierung rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen im Land mindestens die erste Corona-Impfung erhalten haben. Dies sei Präsident Joe Bidens neues Ziel, erklärte das Weiße Haus am Dienstag. Zudem sollen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 160 Millionen Menschen bereits vollständig geimpft sein. Bislang haben Daten der Gesundheitsbehörde CDC zufolge 56 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten. 105 Millionen Menschen sind voll geimpft.

Um das neue Ziel zu erreichen, müssten in den nächsten 60 Tagen fast 100 Millionen zusätzliche Impfungen erfolgen, erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses. Die Regierung werde dafür unter anderem die Apotheken anweisen, künftig auch Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung zu ermöglichen. Rund 40.000 Apotheken in den USA bekommen ihren Impfstoff direkt von der Regierung.

Biden hatte den Amerikanern zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, dass die massive Impfkampagne bis zum 4. Juli eine gewisse Rückkehr zur Normalität ermöglichen werde. Zudem hat er in Aussicht gestellt, dass die USA schon Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen haben werden. In den USA werden vor allem die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer eingesetzt, bei denen jeweils zwei Spritzen nötig sind. Zudem wird das Präparat von Johnson & Johnson eingesetzt, das bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

19.29 Uhr: Deutsches Eishockey-Team bricht nach Corona-Verdacht WM-Training ab

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft am Dienstag ihr Training in der WM-Vorbereitung abgebrochen. Assistenztrainer Matt McIlvane wurde zweimal positiv auf das Virus getestet. Alle Spieler, Trainer und Betreuer hätten sich umgehend auf ihre Hotelzimmer in Nürnberg begeben und würden vorerst dort bleiben, teilte der Deutsche Eishockey-Bund am Dienstag mit. McIlvane war vor seinem positiven Test wie der Rest der Delegation mehrmals negativ getestet worden, der Amerikaner hat laut DEB zudem bereits eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Das nächste Eistraining soll es nun wie ohnehin geplant erst am Donnerstag geben, bis zur Klärung des Sachverhaltes werden sich die Spieler mit Online-Training und Übungen auf ihren Zimmern fit halten. Die DEB-Auswahl hatte in Nürnberg am Dienstag die dritte Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft begonnen, die am 21. Mai in Lettlands Hauptstadt Riga beginnt. Am Freitag und Samstag sind nach insgesamt vier Niederlagen gegen die Slowakei und Tschechien die abschließenden Testspiele gegen Belarus in Nürnberg angesetzt. Erster WM-Gegner ist Außenseiter Italien.

Die deutsche Mannschaft beim Länderspiel gegen Tschechien: Frederik Tiffels (M) jubelt mit seinen Kollegen Marcel Brandt (2.v.l), Justin Schütz (3.v.l), Sebastian Uvira (M.r) und Korbinian Holzer (r) über seinen Treffer zum 2:0.
Die deutsche Mannschaft beim Länderspiel gegen Tschechien: Frederik Tiffels (M) jubelt mit seinen Kollegen Marcel Brandt (2.v.l), Justin Schütz (3.v.l), Sebastian Uvira (M.r) und Korbinian Holzer (r) über seinen Treffer zum 2:0. © Daniel Karmann/dpa

19.13 Uhr: Kirchen: Kritik an Corona-Maßnahmen nicht vorschnell abtun

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) wendet sich dagegen, Kritik an Corona-Maßnahmen vorschnell als unsolidarisch abzutun. Die Kirchen erhöben "Einspruch gegen die falsche binäre Logik, wonach das Hinterfragen von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen und die Einforderung von Diskurs über Alternativen als unsolidarisch diskreditiert werden", heißt es in der vom GEKE-Ethikbeirat entworfenen Schrift "Gemeinsam Kirche sein in einer Pandemie - Reflexionen aus evangelischer Perspektive", die am Dienstag von der GEKE in Wien und dem Brüsseler Büro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) online vorgestellt wurde.

Die Kirchen riefen nicht zu zivilem Ungehorsam gegen staatliche Anti-Corona-Maßnahmen auf, verlangten aber einen "demokratischen Diskurs über angemessene alternative Maßnahmen", heißt es in dem Papier. Die GEKE wertet zugleich die Einschränkung der gemeinschaftlichen Religionsausübung im Rahmen der Pandemiebekämpfung nicht als religiöse Diskriminierung. Man erkenne vielmehr "ein berechtigtes Abwägen zum Schutz der Verletzlichsten in der Gesellschaft". Allerdings stelle man die Frage, ob die staatlichen Beschränkungen für Gottesdienste stets verhältnismäßig waren.

18.57 Uhr: Männer schlagen und treten Laden-Mitarbeiter nach Corona-Hinweis

Zwei junge Männer haben in Berlin-Mitte einen Sicherheitsmitarbeiter eines Supermarktes zusammengeschlagen, der sie auf Hygienevorschriften hingewiesen hatte. Der "im Gesicht erheblich verletzte" 42-jährige Mitarbeiter kam am Montagabend ins Krankenhaus, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Demnach hatten zwei Männer und eine Frau den Laden in der Annenstraße ohne Einkaufswagen oder -korb betreten. Von einem Mitarbeiter darauf angesprochen, soll der eine Mann unvermittelt mit Fäusten zugeschlagen haben. Der andere habe den Mitarbeiter getreten, als er bereits am Boden lag. Die Frau habe laut geschrien, dann seien die drei geflüchtet. Alarmierte Einsatzkräfte suchten sie zunächst erfolglos. Mehrere Zeugen sollen die Szene beobachtet haben, auch Videoaufzeichnungen wurden gesichert. Ermittelt wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

18.41 Uhr: DRK Sachsen bietet 25.000 zusätzliche Impftermine an

Am Montag hatte das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen 3.800 zusätzliche Termine für Erstimpfungen in sechs Impfzentren vergeben. Nach 15 Minuten waren alle vergeben. Um die Terminvergabe für die, die zum Teil verzweifelt einen Termin suchen, besser planbar zu machen, will das DRK bei verlässlicher Impfstofflieferungen kontinuierlich weitere Impftermine einstellen. Von Freitag an bis zum 17. Mai werden 25.000 Erstimpftermine für alle sächsischen Impfzentren für den Zeitraum 17. bis 31. Mai freigegeben, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Die Termine seien sowohl über die Hotline als auch online buchbar.

Im Einzelnen will das DRK Termine wie folgt freigeben:

  • Freitag, den 7. Mai, Erstimpftermine für den 17. – 19. Mai
  • Montag, den 10. Mai, Erstimpftermine für den 20. – 22. Mai
  • Mittwoch, den 12. Mai, Erstimpftermine für den 23. – 25. Mai
  • Freitag, den 14. Mai, Erstimpftermine für den 26. – 28. Mai
  • Montag, den 17. Mai, Erstimpftermine für den 29. – 31. Mai

In dem Zusammenhang weist das DRK darauf hin, dass die Hotline nur benutzen soll, wer wirklich keinen Termin online buchen kann oder technische Probleme hat. "Wenn Sie online keinen Termin finden, dann werden Sie auch über die Hotline keinen Termin bekommen können", hieß es in der Mitteilung. Wann genau die Termine jeweils online buchbar sind, kann noch nicht konkret gesagt werden. Das will das DRK kurzfristig bekannt geben.

Für den Monat Mai stehen dem Deutschen Rote Kreuz Sachsen nach eigenen Angaben insgesamt 470.750 Impfdosen für Erst- und Zweitimpfungen in den Impfzentren und für die mobilen Teams zur Verfügung. Bereits durchgeführt oder verplant hiervon seien 446.604 Impfungen. Die anderen etwa 25.000 Impfdosen seien für noch zu vergebende Erstimpftermine in den Impfzentren vorgesehen.

Das Symbol einer Spritze ist auf dem Boden der Muldentalhalle in Grimma aufgeklebt. Dort wird ein Impfzentrum betrieben.
Das Symbol einer Spritze ist auf dem Boden der Muldentalhalle in Grimma aufgeklebt. Dort wird ein Impfzentrum betrieben. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

18.24 Uhr: Sachsens Gesundheitsministerin begrüßt Weiterbetrieb der Impfzentren

Petra Köpping (SPD) erklärt zum Kabinettsbeschluss, die Impfzentren auch nach dem 30. Juni 2021 weiterzubetreiben: "Ich freue mich, dass die Impfzentren nach der heutigen Kabinettsbefassung bis mindestens Ende Juli in Betrieb bleiben. Es war auch vor einer Woche mein Vorschlag, dass wir in möglichst vielen Impfzentren auch dem 30. 6. weiterimpfen. Inzwischen haben sich viele Voraussetzungen positiv entwickelt. Auch deswegen war der heutige Beschluss nötig. Ich danke für die Verständigung mit DRK, Landräten und dem Landtag. Wir brauchen die Impfzentren als starke Säule neben den Hausärzten. Wenn demnächst größere Impfstofflieferungen kommen, eventuell Kinder ab 12 Jahren impfberechtigt sind und die Impfpriorisierung aufgehoben wird, müssen wir viele Orte haben, an denen geimpft wird. Damit wollen wir auch gewährleisten, dass die jetzt noch langen Wartezeiten in den Impfzentren und Arztpraxen abgebaut werden."

17.52 Uhr: Messi und Kollegen droht Ärger wegen Grillparty

Die spanische Fußball-Liga hat einem Medienbericht zufolge Vorermittlungen gegen Lionel Messi und andere Spieler des FC Barcelona wegen eines möglichen Verstoßes gegen Corona-Beschränkungen während einer Grillparty eröffnet. Die Spieler hatten sich am Montag nach dem Training im Haus Messis in Castelldefels bei Barcelona getroffen, wie die Zeitung "Mundo Deportivo" am Dienstag berichtete. Das wäre nicht unbedingt ein Verstoß gegen die Corona-Regeln, nach denen sich auch mehr als sechs Personen treffen dürfen, wenn sie zur selben sogenannten Blase oder Lebensgemeinschaft gehören. Die Spieler würden auch sonst oft zusammen essen, schrieb die Zeitung.

Aber diesmal seien auch Ehefrauen dabei gewesen, was nach Ansicht der Liga nicht erlaubt sei. Auch die Regionalregierung teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Ob es zu einem Disziplinarverfahren durch die Liga und zu Bußgeldern kommen würde, war zunächst unklar.

Lionel Messi und seinen Mitspielern vom FC Barcelone droht wegen einer Grillparty Ärger.
Lionel Messi und seinen Mitspielern vom FC Barcelone droht wegen einer Grillparty Ärger. © Joan Monfort/AP/dpa (Symbolfoto/Archiv)

17.30 Uhr: Uffizien mit 14 neuen Sälen nach Corona-Schließung wiedereröffnet

Die Florentiner Uffizien sind am Dienstag nach der Corona-bedingten Schließung mit einer Reihe von neuen Sälen wiedereröffnet worden. In den zusätzlichen Ausstellungsräumen seien Neuerwerbungen aus der Renaissance, aber auch erstmals Selbstbildnisse von Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Marc Chagall zu sehen, teilte das Museum in Florenz mit. "Diese Wiedereröffnung wird das Publikum mit einer Reihe von noch nie gesehenen Meisterwerken überraschen", sagte der Leiter der Uffizien, der deutsche Kunsthistoriker Eike Schmidt. Die zusätzlichen Säle erweitern die Ausstellungsfläche um 2.000 Quadratmeter.

Trotz Reisebeschränkungen vor allem für Touristen aus dem Ausland verzeichnete das Museum bereits für den ersten Tag mehr als 700 angemeldete Besucher. Es gebe einen großen Kulturhunger, sagte der Leiter des Museums angesichts von 1.000 Online-Reservierungen pro Tag.

17.17 Uhr: Jeder zweite Deutsche macht in Pandemie weniger Sport

Knapp die Hälfte der Deutschen treibt einer Umfrage zufolge in der Corona-Pandemie weniger Sport als zuvor. Mehr als 48 Prozent der Ende Februar 2021 Befragten gaben an, dass sie seltener trainieren als früher, wie die AOK Rheinland/Hamburg am Dienstag mitteilte. Die Krankenkasse hatte die Umfrage unter mehr als 10.000 Menschen in Auftrag gegeben. Noch deutlicher zeige sich die größere Zurückhaltung beim Sporttreiben bei den Jüngeren: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sagten sogar 56 Prozent, dass sie aktuell körperlich weniger aktiv seien als vor der Pandemie.

Der Krankenkasse appellierte, sich auch im Lockdown viel zu bewegen: Es sei wichtig aktiv zu bleiben, sagte Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. "Bereits geringe körperliche Aktivitäten wie kleine Spaziergänge haben einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit", betonte er. Tatsächlich sind Spaziergänge laut Umfrage bei vielen in der Corona-Zeit beliebter geworden: 43 Prozent der Deutschen gehen nun mehr spazieren als früher.

In der Corona-Pandemie machen viel weniger Menschen Sport.
In der Corona-Pandemie machen viel weniger Menschen Sport. ©  dpa/Sebastian Gollnow (Symbolbild)

16.56 Uhr: Einkommensungleichheit in Corona-Krise leicht verringert

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen vor allem Selbstständige finanziell hart. Die Kluft zwischen Menschen mit geringerem Einkommen und Gutverdienern in Deutschland hat sich nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dadurch insgesamt etwas verringert. "Schon in der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass sich die Einkommensungleichheit in Krisenzeiten reduziert, weil die oberen Einkommen stärker sinken als diejenigen der unteren Einkommensgruppen", erläuterte Studienautor und DIW-Experte Markus Grabka. "In der Corona-Pandemie wirken sich die rückläufigen Einkommen von Selbstständigen besonders auf die Verteilung aus." Selbstständige zählen vor allem zur oberen Hälfte der Einkommensgruppen.

Die sinkende Ungleichheit sei allerdings nur eine Momentaufnahme. "Zieht sich die Pandemie noch weit in das Jahr hinein und verschärfen sich die Eindämmungsmaßnahmen noch einmal, könnte dies mit steigenden Insolvenzzahlen und zunehmender Arbeitslosigkeit einhergehen und auch die Einkommenssituation in der Breite treffen", warnte Grabka. Der Studie zufolge verringerten sich die monatlichen Haushaltsnettoeinkommen der Selbstständigen im zweiten Lockdown um durchschnittlich 16 Prozent oder 460 Euro gegenüber dem Jahr 2019.

16.43 Uhr: Breite Zustimmung zur längeren Impfzentrum-Öffnungen in Sachsen

CDU und SPD begrüßen die längere Öffnung der Impfzentren. CDU-Fraktionschef Christian Hartmann sagte, dass man die die Entscheidung des Kabinetts begrüße. "Gleichzeitig unterstützen wir die verstärkte Einbindung von Haus- und Betriebsärzten." SPD-Gesundheitspolitikerin Simone Lang äußerte sich ähnlich. "So lange die Impfzentren für den Erfolg der sächsischen Impfkampagne notwendig sind, sollten sie auch geöffnet bleiben. Am Geld darf das Impfen nicht scheitern."

Die Grünen begrüßten, dass Sachsen mit der neuen Schutzverordnung den Einsatz der Corona-Warn-App und anderen digitalen Anwendungen zur Verfolgung der Kontakte empfiehlt. Sachsen gehe einen mutigen Schritt nach vorn und ermögliche als erstes Bundesland den rechtssicheren Einsatz der Corona-Warn-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung, hieß es in einer Mitteilung.

Kritik kam hingegen von der AfD. "Es ist unzumutbar, dass die CDU-geführte Staatsregierung den Bürgern erneut keine konkrete Perspektive für rasche Öffnungen bietet. Der Endlos-Lockdown geht bereits seit November und soll nun anscheinend bis in den Sommer hinein fortgeführt werden", hieß es in einer AfD-Mitteilung.

16.30 Uhr: Knapp 1.000 neue Corona-Infektionen in Sachsen gemeldet

991 neue Infektionen mit Covid-19 hat Sachsens Gesundheitsministerium am Dienstag innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es 1.511, also 520 mehr gewesen. Seit Montag gab es im Freistaat zudem weitere 38 Todesfälle, insgesamt sind in Sachsen jetzt 9.169 Menschen mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Infektionsfälle erhöht sich auf 266.842. Geschätzt gelten 239.500 Menschen inzwischen als genesen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen ist erneut gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Montag mit 204,2 an, nach 215,5 am Montag. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen es binnen einer Woche je 100.000 Einwohner gegeben hat. Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis (335,6) und der Landkreis Mittelsachsen (332,5). Den niedrigsten Wert verzeichnet weiterhin die Stadt Leipzig mit einer Inzidenz von 111,6. In Dresden ist die Inzidenz am Dienstag auf 116,2 gefallen. Am Montag lag sie noch bei 144,9.

16.34 Uhr: SPD: Union blockiert erneute Verlängerung beim Insolvenzschutz

Im Ringen um den Schutz von Unternehmen vor Insolvenzen wegen der Corona-Krise sieht die SPD kaum noch Chancen auf eine Einigung. "Wir wollen die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht verlängern, rechnen aber nicht mehr mit der Zustimmung der Union", erklärte der Rechtspolitiker der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, am Dienstag. CDU und CSU betrieben "scheinheilige Ablenkungsmanöver", wollten die erneute Sonderregelung aber offenkundig nicht. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht soll verhindern, dass durch die Pandemie unverschuldet in Not geratene Unternehmen pleite gehen und verschwinden. Normalerweise muss der Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden.

Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung bis Ende April die Meldepflichten für überschuldete Firmen ausgesetzt, die beantragte Staatshilfen noch nicht ausbezahlt bekommen hatten. Seit Wochenbeginn ist die normale Insolvenzregelung wieder in Kraft. "Viele Unternehmen, die sich bisher wacker durch die Krise gekämpft haben, müssen jetzt Insolvenz anmelden, nur weil staatliche Hilfen noch nicht ausbezahlt sind", kritisierte Fechner. Diese Firmen seien unverschuldet in die Krise geraten und hätten Anspruch auf staatliche Hilfen. "Wir hätten diese Unternehmen gerne vor der Pleite bewahrt", betonte er. "Die Firmen und Arbeitsplätze, die jetzt verloren gehen, hat die Union auf dem Gewissen."

SPD sieht kaum noch Chancen, den Insolvenzschutz wegen der Corona-Auswirkungen erneut zu verlängern.
SPD sieht kaum noch Chancen, den Insolvenzschutz wegen der Corona-Auswirkungen erneut zu verlängern. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

16.13 Uhr: Merkel sieht bei Corona "Licht am Ende des Tunnels"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag. Die Kanzlerin verwies auf sinkende Fallzahlen und eine leichte Entspannung in der Intensivmedizin. Zugleich mahnte Merkel nach diesen Angaben, je sorgsamer man jetzt vorgehe, umso schneller würden alle von Lockerungen profitieren können. Das Kabinett hatte zuvor im Umlaufverfahren eine Verordnung beschlossen, mit der schon ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein sollen.

15.42 Uhr: Deutlich höhere Sterblichkeit in Tschechien im ersten Quartal

In Tschechien sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich mehr Menschen gestorben als üblich. Von Anfang Januar bis Ende März wurden 43.100 Todesfälle verzeichnet, wie die Statistikbehörde CSU am Dienstag mitteilte. In den ersten zwölf Wochen der letzten zehn Jahre waren es nie mehr als 30.100 gewesen. Zu den Gründen machte die Statistikbehörde keine Angaben, der Anstieg fällt aber zeitlich mit einem Höhepunkt der Corona-Pandemie in Tschechien zusammen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben im ersten Vierteljahr nachweislich 14.639 Menschen, die zuvor positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden waren.

Die Corona-Pandemie hatte das Gesundheitssystem in Tschechien an seine Grenzen gebracht. Von Ende Dezember bis Anfang April waren planbare Operationen aufgeschoben worden, um Kapazitäten freizuhalten Nach Einschätzung von Medizinern dürfte es bis zu zwei Jahre dauern, den Rückstand wieder einzuholen. Inzwischen hat sich die Corona-Lage dramatisch gebessert. Mehr als eine Million Menschen sind vollständig geimpft. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen 131 Menschen je 100.000 Einwohner an. In Deutschland lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 141.

15.27 Uhr: Leipziger Zoo darf wieder öffnen

Nach 189 Tagen Schließzeit und unter strengen Hygieneauflagen darf der Leipziger Zoo am 10. Mai wieder öffnen. Besucherinnen und Besucher müssen einen negativen Corona-Test vorweisen und vorab ein Online-Ticket kaufen, wie die Leipziger Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Tierhäuser und Shops bleiben zunächst geschlossen, an Engstellen gilt eine Maskenpflicht. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, erklärte Zoodirektor Jörg Junhold. "Wir sind erleichtert und freuen uns tierisch auf die Rückkehr unserer Gäste", betonte er: "Mehr als sechs Monate mussten wir den Alltag ohne sie meistern."

Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) sprach von einem "Hoffnungssignal, dass in naher Zukunft auch Museen und dann weitere Kultureinrichtungen unserer Stadt wieder Publikum begrüßen dürfen". "In der Corona-Pandemie ist dem Zoo sein Erfolg auf die Füße gefallen", erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). "Seine Anziehungskraft über die Stadtgrenzen hinaus ist so groß, dass wir Sorgen hatten, die Inzidenzen in Leipzig könnten mit einer Zoo-Öffnung steigen und wir würden Schulen und Kitas gefährden", sagte er. Wegen der stabilen Infektionslage halte er die Öffnung der Zoo-Außenbereiche nun aber für verantwortbar.

15.16 Uhr: 150 Millionen Covid-Impfungen in der EU

In der Europäischen Union sind inzwischen 150 Millionen Impfungen gegen Covid-19 verabreicht worden. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag auf Twitter. Das Impftempo ziehe überall in der EU an. "Ein Viertel der Europäerinnen und Europäer hat schon die erste Dosis erhalten", schrieb von der Leyen. "Im Juli werden genug Dosen da sein, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen." In den 27 EU-Staaten leben etwa 450 Millionen Menschen. 70 Prozent der Erwachsenen entspricht nach Angaben der EU-Kommission etwa 266 Millionen Menschen.

15 Uhr: Männer greifen bei Demo in Zwönitz Polizisten an - Verstöße in sächsischen Orten

Bei einer nicht genehmigten Demonstration von Corona-Maßnahmen-Kritikern haben zwei Männer Polizisten angegriffen. Zudem beleidigte der Ältere der beiden am Montag in Zwönitz (Erzgebirgskreis) die eingesetzten Beamten, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Einsatzkräfte hatten den Aufzug mit rund 100 Menschen gestoppt und umschlossen, um die Identitäten der Teilnehmer festzustellen. Dabei kam es zu den tätlichen Angriffen durch die 40 und 54 Jahre alten Männer.

Auch in Freiberg kamen bis zu 820 Menschen bei einer verbotenen Versammlung zusammen. In Chemnitz stellten Einsatzkräfte eine Gruppe von etwa 50 Personen fest, die sich in Richtung Stadtzentrum bewegte. Diese wurden wiederholt auf die geltenden Corona-Bestimmungen hingewiesen. Letztlich wurden den Angaben zufolge 13 Verstöße gegen die Infektionsschutzbestimmungen festgestellt. Bei sieben angezeigten Versammlungen in Hainichen, Geringswalde, Döbeln, Hartha, Roßwein, Leisnig und Annaberg wurden die Auflagen, insbesondere zum Infektionsschutz, zum überwiegenden Teil eingehalten. Insgesamt wurden bei den sieben Versammlungen sowie 14 sogenannten "Spaziergängen" rund 2.000 Teilnehmer gezählt. Die Polizei war mit fast 400 Beamten im Einsatz.

14.52 Uhr: Kretschmann: Bundesrat wird Lockerungen für Geimpfte beschließen

Die Bundesländer werden die vom Bund geplanten schnellen Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene nach Darstellung Baden-Württembergs mittragen. "Ich denke, dass wir das am Freitag im Bundesrat beschließen werden", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Niemand wolle dieses Verfahren jetzt noch aufhalten. Die Bundesregierung hat am Dienstag beschlossen, dass für Geimpfte und Genesene Eingriffe in Grundrechte wie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen zurückgenommen werden sollen. Wenn Bundestag und Bundesrat diese Woche zustimmen, könnten die Lockerungen schon am Wochenende gelten.

Kretschmann sagte: "Es handelt sich nicht um Sonderrechte. Wir können diesen Menschen begründet bestimmte Rechte nicht mehr entziehen. Auch wenn das Nicht-Geimpfte als ungerecht empfinden." Der Regierungschef wandte aber ein, dass es für die Behörden nicht leicht sei, bei den Ausgangsbeschränkungen zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften zu unterscheiden.

Der Bundesrat will sich nicht gegen mehr Rechte und Lockerungen für Geimpfte stellen.
Der Bundesrat will sich nicht gegen mehr Rechte und Lockerungen für Geimpfte stellen. © Wolfgang Kumm/dpa (Symbolfoto)

14.46 Uhr: Erhebung: Corona-Pandemie bedroht Freiheitsrechte weltweit

Die Corona-Pandemie bedroht weltweit massiv die Freiheitsrechte. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten "Atlas der Zivilgesellschaft 2021" des evangelischen Hilfswerks "Brot für die Welt" und des internationalen Netzwerks Civicus hervor. Demnach lebten 2020 fast 90 Prozent der Weltbevölkerung in Staaten, wo die Räume für gesellschaftspolitisches Engagement beschränkt, unterdrückt oder gar geschlossen sind - fünf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump rutschten auch die USA in die Kategorie "beschränkt" ab. F

ast jeder vierte Erdbewohner, insgesamt zwei Milliarden weltweit, lebt den Angaben nach in einem Staat, der erst gar keine zivilgesellschaftlichen Aktivitäten zulässt, der Raum dafür also "geschlossen" ist. "Die Entwicklung der Freiheitsrechte zeigt seit Jahren vor allem nach unten - und das vergangene Jahr markiert einen neuen Tiefpunkt", erklärte "Brot für die Welt"-Präsidentin Dagmar Pruin. So hätten repressive Regierungen die Pandemie genutzt, um "unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes Kritiker mundtot zu machen".

14.28 Uhr: Tirol: Keine Ausreise-Testpflicht mehr ab Donnerstag

Die Ausreisebeschränkungen für das österreichische Bundesland Tirol werden wegen der nun stabilen Corona-Lage beendet. Ab Donnerstag ist beim Verlassen der Region kein negativer Testnachweis mehr nötig. Das gab die Landesregierung in Innsbruck am Dienstag bekannt. Ein wichtiger Grund für diesen Schritt sei auch der Rückgang einer Virusvariante, die sich aus der britischen Variante entwickelt habe, sagte Tirols Pandemie-Einsatzleiter Elmar Rizzoli.

Die Testpflicht war Ende März eingeführt worden. Sie wurde danach immer wieder verlängert, um diese ansteckendere Corona-Variante einzudämmen. Die Zahl der damit infizierten aktiven Covid-19-Fälle sank in den vergangenen zwei Wochen von rund 950 auf 240. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt stabil bei 175, über dem bundesweiten Wert von 147.

13.55 Uhr: Bundeskabinett beschließt Erleichterungen für Corona-Geimpfte

Die Bundesregierung hat den Weg frei gemacht für rasche Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene. Das Kabinett habe eine entsprechende Verordnung am Dienstag beschlossen, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Grundrechtseinschränkungen wie Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sollten zurückgenommen werden.

Noch in dieser Woche sollen Bundestag und Bundesrat endgültig darüber entscheiden. "Ein wichtiger Schritt hin zur Normalität", sagte Lambrecht. Wenn alles beschlossen werde, wie geplant, könnten die Lockerungen schon am Wochenende gelten. Mehr erfahren Sie im Artikel Lockerungen für Geimpfte auf dem Weg

13.48 Uhr: Sachsen stellt geimpfte Menschen mit negativ Getesteten gleich

Vollständig gegen Corona geimpfte Menschen sowie Genesene ab dem 10. Mai in vielen Punkten mit negativ Getesteten gleichgestellt, teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag mit. Für Geimpfte und Genesene soll konkret in vielen Situationen die Testpflicht entfallen. Als vollständig geimpft gelten Menschen 14 Tage nach ihrer zweiten Impfung. Ausnahmen gelten in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Eine Befreiung von der Testpflicht soll es auch für Menschen geben, die nach einer Corona-Erkrankung genesen sind. Dies gelte aber nur für sechs Monate - ab dem Zeitpunkt der Infektion.

13.38 Uhr: Impfzentren in Sachsen bleiben länger geöffnet

Sachsens Impfzentren bleiben bis 31. Juli geöffnet. Das bestätigte Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer gegenüber der SZ. Zuvor plante der Freistaat, alle zentralen Impfzentren zum 30. Juni zu schließen. Ausnahmen sollten die Zentren in Chemnitz, Leipzig und Dresden sein.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bestätigte am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden die Pläne. Mit Blick auf die Impfzentren in Sachsen betonte sie: „Das ist eine wunderbare Organisation. Die Menschen fühlen sich gut aufgehoben und gut informiert“, begründete die Ministerin den Schritt der längeren Öffnung. Zugleich dankte sie den Hausärzten für ihr Engagement. 26,1 Prozent der Menschen in Sachsen haben eine Erstimpfung bekommen. Mit 10,5 Prozent sei man besonders bei den Zweitimpfungen erfolgreich. Laut Köpping wird mittlerweile in rund 2.100 von etwa 2.500 Arztpraxen in Sachsen geimpft. Vergangene Woche waren es noch 1.800.

Künftig sollen für Sachsens Impfzentren konstanter neue Termine freigeschaltet werden, teilte Rüdiger Unger, Vorsitzender des Vorstands vom DRK Landesverband Sachsen, am Dienstag mit. Dies habe man aufgrund der relativ stabil verfügbaren Impfstoffmengen entschieden. So sollen künftig immer montags, mittwochs und freitags neue Impftermine freigeschalten werden. An diesem Freitag sollen 3.000 neue Termine für den Zeitraum zwischen dem 17. und 19. Mai verfügbar sein.

13.20 Uhr: Neue Corona-Schutzverodnung für Sachsen vorgestellt

Sachsen hat seine neue Corona-Schutzverordnung verständlicher gemacht und die Inhalte neu sortiert. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) stellte am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden die neue Verordnung vor. Sie gilt vom 10. bis 30. Mai.

Die neue Verordnung werde nach Lebensbereichen - etwa nach Sport und Freizeit - gegliedert und soll vom 10. bis 30. Mai gelten. Sie sei eine Ergänzung zu den verschärften Bundesregelungen des Infektionsschutzes: "Das heißt: Alles, was unterhalb der Sieben-Tage-Inzidenz von 100 ist, wollen wir in dieser Corona-Schutzverordnung regeln."

Das ist neu geregelt:

  • Bei Teilnahme von mehr als zehn Personen an Beerdigungen benötigen alle Anwesenden einen Negativtest.
  • Testpflichten für Belegschaft und Inhaber von Friseurbetrieben und Fußpflege gelten weiterhin. Sonstige körpernahe Dienstleistungen müssen zusätzlich eine Kontaktdaten-Nachverfolgung gewährleisten.
  • Bis zu einem Inzidenzwert von 165 kann Einzelunterricht in Tanz- und Musikschulen erfolgen, wenn die Daten für eine Kontaktnachverfolgung erhoben werden, sich Beschäftigte testen lassen und die Schüler einen negativen Test haben
  • Private Zusammenkünfte von Angehörigen zweier Hausstände sind mit maximal fünf Personen in geschlossenen Räumen bzw. zehn Personen insgesamt zulässig, wobei Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht mitgezählt werden.
  • Eheschließungen sind auf max. 20 Teilnehmende beschränkt. Bei mehr als zehn Personen müssen alle Beteiligten einen tagesaktuellen Test vorweisen und der Mindestabstand von 1,5m ist einzuhalten.
  • Im ÖPNV ist entweder eine medizinische, FFP-2- oder vergleichbaren Maske Pflicht.
  • Die bisherigen Testpflichten bleiben bestehen.
  • Neben der Abholung und Lieferung von Speisen kann der Außenbereich von Gastronomiebetrieben mit Terminbuchung, Kontakterfassung und mit tagesaktuellen Test, wenn mehr als zwei als zwei Hausstände an einem Tisch sitzen, genutzt werden.
  • Campingplätze und Ferienwohnungen unterliegen nicht dem Beherbergungsverbot, eine Kontakterfassung ist erforderlich.
  • Zu den bisher bei dieser Öffnungsstufe zulässigen Kulturstätten können Open Air-Veranstaltungen mit Terminbuchung, Kontakterfassung und Testpflicht stattfinden.
  • Für Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten sind zusätzlich zu den sonstigen Hygieneregelungen eine Kontaktdatenerfassung einzuführen und Besucher benötigen einen tagesaktuellen Nachweis über einen negativen Test
  • Fitnessstudios dürfen für medizinisch notwendigen Behandlungen und kontaktfreien Sport öffnen. Bei nicht medizinisch notwendigem Sport in Fitnessstudios benötigen die Sportler einen tagesaktuellen negativen Test und eine Kontakterfassung ist vorzusehen.
  • Gruppentraining von bis 20 Minderjährigen ist im Außenbereich möglich sowie kontaktfreier Sport im Innenbereich. Mit tagesaktuellem negativen Test und Kontaktverfolgung ist zudem Kontaktsport im Außenbereich zulässig
  • Schwimmunterricht in der Primarstufe ist möglich.
  • Außenbereich der Gastronomie
  • Zoologische und botanische Gärten
  • kontaktfreien Sport auf Innen- und Außensportanlagen; im Außenbereich und –sportanlagen zudem bei kontaktfreien Sport in kleinen Gruppen von maximal 20 Personen.

12.50 Uhr: Baumarkt-Gartencenter in Sachsen bleiben offen

Gartenbereiche in den Baumärkten in Sachsen dürfen offen bleiben. Das sagt jetzt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) der SZ. Der Blick in andere Bundesländer zeige, Gartenbereiche dürfen überall geöffnet bleiben. "Das wird jetzt in Sachsen auch so gehandhabt", so Michael Kretschmer.

Sachsen hatte die Bundes-Notbremse in diesem Bereich strenger ausgelegt als andere Bundesländer. So durften Gartencenter öffnen, die Gartenabteilungen in Baumärkten hingegen mussten bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 150 schließen. Am Sonntag hatten aus Protest Händler Kompost und Blumen vor dem Gesundheitsministerium ausgekippt.

12.17 Uhr: Spahn weiter für Vorsicht - Impfungen für alle in erster Juni-Hälfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht gemahnt. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin beim digitalen Ärztetag. "Die Zahlen sinken, das ist ermutigend." Sie seien aber noch nicht stark genug gesunken. Es sei zu sehen, wie sich das Reduzieren von Kontakten bewähre. Zugleich beginne das Impfen, Schritt für Schritt einen Unterschied zu machen.

Spahn verwies auf das deutlich höhere Impftempo und konkretisierte die Aussicht auf Impfmöglichkeiten für alle Bürger dank erwartungsgemäß wachsender Impfstoffmengen. "Das macht es uns möglich, in der ersten Hälfte des Junis die Priorisierung aufzugeben." Die Bundesregierung hatte ein Ende der festgelegten Impf-Reihenfolge mit einem Vorrang für Risikogruppen schon grundsätzlich für Juni in Aussicht gestellt. Es werde aber natürlich auch noch Wartezeiten geben, sagte Spahn.

11.53 Uhr: Pink hat während Corona-Erkrankung Testament geschrieben

Die US-Sängerin Pink hat nach eigenen Angaben während ihrer Corona-Erkrankung im vergangenen Jahr ihr Testament neu aufgesetzt. „Es war sehr, sehr beängstigend und sehr schlimm“, sagte die 41-Jährige dem amerikanischen Sender Extra in einem Interview. Sie und ihr Sohn Jameson Moon (4) seien beide im März 2020 schwer erkrankt, während ihre Tochter Willow Sage (9) und Ehemann Carey Hart (45) vom Coronavirus offenbar verschont worden waren. „An einem Punkt, an dem ich dachte, es sei für uns vorbei, rief ich meine beste Freundin an und sagte: „Du musst Willow sagen, wie sehr ich sie geliebt habe“.“

Inzwischen geht es Pink und auch ihrem Sohn jedoch offensichtlich wieder gut. Auf Instagram hat die „Stupid Girls“-Sängerin, die mit Geburtsnamen Alecia Moore heißt, in den vergangenen Monaten mehrere Bilder von sich und ihrer Familie gepostet, die alle bei guter Gesundheit zeigen. Im Januar hatten sie und ihr Ehemann den 15. Hochzeitstag gefeiert.

Die Sängerin Pink und ihr Sohn Jameson Moon (4) seien beide im März 2020 schwer an Corona erkrankt, während ihre Tochter Willow Sage (9) und Ehemann Carey Hart (45) vom Virus offenbar verschont worden waren.
Die Sängerin Pink und ihr Sohn Jameson Moon (4) seien beide im März 2020 schwer an Corona erkrankt, während ihre Tochter Willow Sage (9) und Ehemann Carey Hart (45) vom Virus offenbar verschont worden waren. © Ian West/PA Wire/dpa (Archiv)

11.34 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Sachsen sinkt wieder

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist am Dienstag in Sachsen wieder gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Morgen mit 204,2 an, nachdem sie am Vortag bei 215,5 gelegen hatte. Negativ-Spitzenreiter unter den Bundesländern ist weiterhin Thüringen mit 217,2. Bundesweit sank die Inzidenz leicht auf 141,4.

Corona-Hotspots in Sachsen sind der Erzgebirgskreis (335,6) und der Landkreis Mittelsachsen (332,5). Den niedrigsten Wert verzeichnet in Sachsen weiterhin die Stadt Leipzig mit einer Inzidenz von 111,6.

11.20 Uhr: Kretschmann dämpft Hoffnung auf baldige Reisen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat trotz leicht sinkender Corona-Infektionszahlen die Hoffnung vieler Menschen auf baldige Reisen gedämpft. „Das sehe ich erstmal nicht. Dazu müssten die Inzidenzen drastisch runtergehen, bevor wir sowas ins Auge fassen können“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vor Beginn der letzten Sitzung seiner grün-schwarzen Landesregierung in dieser Wahlperiode.

Wegen der immer wieder neu auftretenden Mutanten sei die Lage noch unsicher. Es sei zu früh, wegen der leicht sinkenden Zahlen von einer Trendwende zu sprechen. Zudem gehöre Reisen zu den „ganz problematischen Dingen, weil das Virus wird ja verbreitet durch Reisen“, es sei durch Reisen überhaupt erst auf der ganzen Welt verbreitet worden. „Da ist große Vorsicht geboten.“

10.49 Uhr: 20 Millionen Corona-Fälle in Indien

Indien hat seit Pandemiebeginn mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen erfasst. Das zeigen Zahlen des Gesundheitsministeriums am Dienstag. In den vergangenen 24 Stunden haben sich demnach mehr als 357.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 3.449 Menschen seien im selben Zeitraum mit oder an der Krankheit gestorben. In absoluten Zahlen ist die größte Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich über den offiziellen Zahlen liegt. Es werde vergleichsweise wenig getestet und besonders in ländlichen Gebieten würden viele zu Hause sterben und nicht in der Statistik erscheinen.

Inzwischen sind Flugzeuge mehrerer Länder mit Hilfslieferungen in Indien angekommen. Doch die Not ist groß. Der deutsche Botschafter Walter Lindner sagte am Dienstag im Bayerischen Rundfunk: "Es gibt 20, 30 Krankenhäuser und überall fehlen Betten. Und selbst, wenn noch irgendwo eines frei wäre, dann gibt es keine Sauerstoff-Versorgung. Das alles geht nicht über Nacht zu reparieren, da müssen Sie viel Hilfe reinbringen."

Inzwischen gibt es in mehreren Bundesstaaten einen Lockdown. Am Dienstag kündete etwa der arme Bundesstaat Bihar einen solchen an. Die hohen Corona-Zahlen haben das Gesundheitssystem und die Krematorien des Landes ans Limit gebracht. Mit dem schnellen Anstieg werden verbreitete Sorglosigkeit noch vor einigen Wochen, große religiöse Feste und Wahlkampfveranstaltungen sowie Virusmutationen in Verbindung gebracht.

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens pausiert in einer Corona-Teststation, wo Nasenabstriche entnommen werden. Die Corona-Zahlen in Indien steigen seit Wochen schnell an, Krankenhäuser sind nach wie vor überfüllt und Sauerstoff rar.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens pausiert in einer Corona-Teststation, wo Nasenabstriche entnommen werden. Die Corona-Zahlen in Indien steigen seit Wochen schnell an, Krankenhäuser sind nach wie vor überfüllt und Sauerstoff rar. © Mahesh Kumar A/AP/dpa

10.22 Uhr: Ärzte für Untersuchung zu Gesundheitseffekten von Corona-Maßnahmen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung gesundheitlicher Auswirkungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen gefordert. Diese "Kollateraleffekte" beim Kampf gegen die Pandemie seien lange unterschätzt worden, sagte der Chef der Bundesärztekammer am Dienstag beim digitalen Ärztetag. Er verwies etwa auf dringend notwendige Behandlungen, die nicht begonnen worden seien, und ausgesetzte Früherkennungsuntersuchungen. Vor allem Auswirkungen auf Kinder bedürften einer besonderen Betrachtung. Dabei gehe es neben schulischen Bildungsdefiziten darum, dass viele Kinder wichtige Entwicklungsphasen in sozialer Isolation erlebt hätten.

Die Pandemie hinterlasse in vielen Bereichen Spuren, sagte Reinhardt - etwa auch bei Menschen in Heimen, die oft monatelang keinen Besuch empfangen durften, oder verunsicherten Patienten in Praxen.

Die Pandemie habe aber auch Defizite offengelegt, sagte Reinhardt. Er verwies auf eine unzureichende personelle und technische Ausstattung der Gesundheitsämter, Meldestrukturen, den digitalen Ausbau und die Finanzierung der Kliniken. Dort sei der Arbeitsdruck für Ärzte und Pflegekräfte auch schon vor Corona enorm hoch gewesen.

9.50 Uhr: Lauterbach warnt vor schneller Öffnung von Gastronomie und Hotels

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Corona-Pandemie vor einer zu schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels für Geimpfte gewarnt. Zwar sei es "eine notwendige und gute Entscheidung", die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen. "Was nicht geht, ist, dass Geschäfte oder Restaurants geöffnet werden nur für diejenigen, die geimpft sind. Das würde zu Spannungen führen, die man kaum ertragen könnte", sagte Lauterbach am Dienstag im Deutschlandfunk.

Lauterbach sagte, es bestehe eine Gefahr, wenn Geimpfte und Nicht-Geimpfte aufeinander träfen und sich dann Nicht-Geimpfte infizieren oder die Geimpften ohne vollständigen Immunschutz anstecken. Eine flächendeckende Kontrolle bei den Öffnungen sei schwierig und es gelte jetzt, den ausgewiesenen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie zu sichern. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt einen schnellen, frühen Rückfall zu riskieren", sagte Lauterbach. "Wir sind noch sehr weit von der Herdenimmunität entfernt."

9.15 Uhr: Jeder vierte Kreis in Deutschland unter Inzidenz-Marke von 100

Jeder vierte Landkreis in Deutschland hat mittlerweile wieder eine 7-Tage-Inzidenz von weniger als 100. So lagen 103 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen unter dieser politisch gesetzten Marke. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren nur 57 Kreise unter der 100er-Schwelle. Liegt die Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greift die sogenannte Bundes-Notbremse. Damit gelten automatisch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen.

Die Infektionslage ist in den Ländern recht unterschiedlich. So gab das RKI die Inzidenz in Schleswig-Holstein am Dienstag mit 57 an. Auch Hamburg und Niedersachsen lagen als Bundesland unter der Marke von 100. Thüringen (217) und Sachsen (204) lagen hingegen bei über 200. Auf Kreisebene sieht es in Flensburg (32) besonders gut aus, der Saale-Orla-Kreis (557) in Thüringen ist Schlusslicht.

Bundesweit betrachtet weisen mehrere Kennzahlen zum Infektionsgeschehen in Richtung Entspannung. Das kann am Verhalten der Menschen liegen, aber auch am Fortschritt beim Impfen. Für deutliche Effekte der Bundes-Notbremse ist es wohl noch zu früh.

8.55 Uhr: Ärztepräsident hält frühere Impfung von Jugendlichen für sinnvoll

Der Präsident der Bundesärztekammer hält im Kampf gegen das Coronavirus eine frühere Impfung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für sinnvoll. Auf die Frage, welche Gruppen bei der Impfung priorisiert werden könnten, sagte Klaus Reinhardt im "ZDF"-Morgenmagazin am Dienstag: "Ich finde die Vorstellung, darüber nachzudenken, dass man Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene, die sich in Ausbildung befinden und die einen hohen Grad an Mobilität haben oder haben müssen, unter epidemiologischen Gesichtspunkten jetzt auch mitimpft - nicht ausschließlich und prioritär - aber mitimpft, eine durchaus sinnvolle und vernünftige Idee".

Am Dienstag berät der Deutsche Ärztetag unter anderem über die Lehren aus der Corona-Pandemie. Dazu sagte Reinhardt, man müsse mit Blick auf den Anfang der Corona-Pandemie künftig Schutzkleidung in ausreichender Menge vorhalten, für den Krisenfall Ablaufpläne und definierte Krisenstäbe formulieren, den öffentlichen Gesundheitsdienst "wieder ausreichend ausrüsten" und sich Gedanken machen, wie man leistungsfähige Krankenhäuser erhalten kann.

7.56 Uhr: Anti-Corona-Demo in Meißen läuft aus dem Ruder

Es war ein Regelverstoß mit Ansage: Tagelang wurde mit Flyern für den Tanz in den Mai auf dem Heinrichsplatz in der Meißner Altstadt geworben. Genehmigt war zwar nur eine Veranstaltung mit Abstand und Mundschutz. Doch statt Redner haben die Veranstalter Musiker eingeladen. Und wenige Stunden später werden in den sozialen Netzwerken Videos geteilt, die bundesweit - je nach persönlicher Einstellung zur Coronapolitik - für Begeisterung und Fassungslosigkeit sorgen. Erst sind es Aufnahmen ausgelassener Paartänze, die schließlich in einer schunkelnden Polonaise über den ganzen Heinrichsplatz gipfeln. Warum die Polizei die Versammlung nicht auf gelöst hat und wie die Stadt Meißen auf die Vorfälle reagiert, lesen Sie hier.

6.54 Uhr: US-Medien: Impfstoffzulassung für 12- bis 15-Jährige in wenigen Tagen

Die US-Arzneimittelbehörde FDA könnte US-Medienberichten zufolge den Corona-Impfstoff des deutschen Impfstoffherstellers Biontech und seines US-Partner Pfizer bereits in wenigen Tagen für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zulassen. Noch Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche könnte die bereits bestehende Notfallzulassung für Menschen ab 16 Jahre dementsprechend angepasst und erweitert werden, berichtete unter anderem die "New York Times" am Montag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Bundesbeamte.

Vor rund einem Monat hatten Biontech/Pfizer einen entsprechenden Antrag bei der FDA eingereicht. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ein solcher Antrag. Zuvor hatten die Unternehmen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen.

5.55 Uhr: Mehrheit hat keine Angst vor Corona-Impfung

Die große Mehrheit der Deutschen hat einer Umfrage zufolge keine Bedenken gegen eine Corona-Impfung. 83 Prozent gaben in einer Forsa-Erhebung für die Techniker Krankenkasse (TK) an, überhaupt keine oder eher keine Angst davor zu haben. Der Aussage "Ich habe Angst vor der Impfung gegen Corona" stimmten nur 16 Prozent "eher" oder "voll und ganz" zu.

Ältere sind demnach besonders gelassen: 90 Prozent der Befragten ab 60 gaben an, dass sie keine oder eher keine Angst vor einer Corona-Impfung haben, bei den 18- bis 39-Jährigen war der Anteil mit 76 Prozent etwas geringer. "Die Zahlen zeigen, dass das Vertrauen in die Corona-Impfung insgesamt groß ist", sagte TK-Vorstandschef Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK und promovierter Arzt. "Das ist ein gutes Signal, denn die Impfung ist für uns der einzige Ausweg aus der Pandemie."

5.28 Uhr: RKI registriert 7.534 Corona-Neuinfektionen und 315 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7.534 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05:08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Dienstag vor einer Woche hatte der Wert bei 10.976 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 141,4 (Vortag: 146,9; Vorwoche: 167,6)

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 315 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 344 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.433.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.061.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.591.

Dienstag, 5 Uhr: Amtsärzte gegen Abschaffung der Testpflicht für Geimpfte

Die Amtsärzte haben die geplanten Ausnahmeregelungen für gegen Corona geimpfte Menschen kritisiert. "Geimpfte müssen unbedingt weiterhin getestet werden. Es wäre fatal, wenn Geimpfte und Genesene künftig von allen Testpflichten etwa bei der Einreise ausgenommen würden", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass bei Einreisen nach Deutschland künftig ein vollständiger Impfnachweis anstelle eines Tests ausreichen soll.

Teichert meinte aber: "Ohne umfassende Tests verlieren wir den Überblick über das Infektionsgeschehen - gerade auch mit Blick auf Virusvarianten." Wenn Reiserückkehrer nicht mehr getestet würden, wisse man nicht, ob sie Mutanten einschleppten.

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Sie kritisierte zudem, dass die Bundesregierung Geimpften Rechte zurückgeben wolle, bevor ein einheitlicher Nachweis für den Impfstatus zur Verfügung stehe. "Die Politik darf nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen: Bevor es bundesweit Erleichterungen für Geimpfte gibt, muss ein einheitliches Zertifikat als Impfnachweis eingeführt werden", sagte sie. Das Zertifikat müsse digital und in Papierform zur Verfügung stehen und unbedingt fälschungssicher sein.

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