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Deutschland & Welt

8.000 Menschen bei Corona-Protesten in Berlin

Polizei beginnt Auflösung: keine Abstände und Masken, Inzidenz in Sachsen sinkt auf 201, Sachsen: Freitag wieder neue Impftermine - unser Newsblog.

Zahlreiche Menschen protestieren gegen die Corona-Beschränkungen und die Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Der Bundestag befasst sich mit diesem Thema in seiner heutigen Sitzung und will eine bundesweite Corona-Notbremse beschließen.
Zahlreiche Menschen protestieren gegen die Corona-Beschränkungen und die Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Der Bundestag befasst sich mit diesem Thema in seiner heutigen Sitzung und will eine bundesweite Corona-Notbremse beschließen. © Jörg Carstensen/dpa

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

12.54 Uhr: Polizei: Mehr als 8.000 demonstrieren in Berlin gegen Corona-Politik

An Protestdemos gegen die Corona-Politik in Berlin haben sich nach Schätzungen der Polizei am Mittwoch im Regierungsviertel mindestens 8.000 Menschen beteiligt. Der Sprecher der Polizei, Thilo Cablitz, sagte, Schwerpunkt sei rund um die Straße des 17. Juni. Die Polizei kündigte die Auflösung der Versammlung an. Es sei bedauerlich, dass die Menschen es nicht einsähen, dem Infektionsschutz genüge zu tun, sagte der Sprecher.

Laut Polizei wurden die wegen der Pandemie gebotenen Mindestabstände immer wieder missachtet und die Teilnehmer trugen zum großen Teil auch kein Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot von rund 2.200 Beamten im Einsatz. Das Reichstagsgebäude sowie das Brandenburger Tor wurden weiträumig abgesperrt.

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Unterdessen berät der Bundestag über eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse.
Unterdessen berät der Bundestag über eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse. © Kay Nietfeld/dpa

12.28 Uhr: FDP droht mit Verfassungsbeschwerde gegen Corona-Notbremse

Die FDP hat ihre Ankündigung bekräftigt, gegen die mit der Corona-Notbremse vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen Verfassungsbeschwerde einzulegen. "Die vorgesehenen Ausgangssperren sind keine geeigneten Maßnahmen", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, am Mittwoch bei der Schlussberatung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag. "Sie schränken nur in unzulässiger Weise die Grundrechte ein und treiben die Menschen in den privaten Bereich." Die Alternativen zur geplanten Bundes-Notbremse seien gesteigertes Impfen und Testen sowie eine bessere Aufklärung über Kontaktvermeidung. Die FDP will den Gesetzentwurf ablehnen und legte mehrere Änderungsanträge vor. Wenn

11.49 Uhr: Putin ruft eindringlich zu Impfungen gegen Coronavirus auf

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Bevölkerung zu Impfungen gegen das Coronavirus aufgerufen. "Nur so kann die tödliche Krankheit besiegt werden. Es gibt keinen anderen Weg", sagte der Kremlchef am Mittwoch in seiner Rede an die Nation in Moskau. "Lassen Sie sich bitte impfen." Putin sprach vor Hunderten Vertretern der politischen Elite des Landes, vor Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Religion. Fast niemand trug den in Russland bei solchen Massenveranstaltungen vorgeschriebenen Mund- und Nasenschutz.

Der 68-Jährige hatte in der vergangenen Woche nach eigenen Angaben die zweite Impfung gegen das Virus erhalten. Zugleich forderte Putin, dass der Impfstoff flächendeckend in Russland verfügbar sein müsse. Es gibt immer wieder Berichte, dass Menschen in vielen Regionen lange auf eine Impfung warten müssen. Dagegen können sich die Moskauer sogar in großen Einkaufszentren spritzen lassen.

11.30 Uhr: Corona verfestigt Zinsflaute - Altersvorsorge unter Druck

Der Druck auf die Pensionskassen in der Zinsflaute wächst. Im vergangenen Jahr hätten rund 30 Pensionskassen finanzielle Unterstützung von ihren Trägerunternehmen oder Aktionären erhalten, die in der Regel auf mehrere Jahre gestreckt würden, berichtete Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund am Mittwoch. "Es bleibt aber abzuwarten, wie leistungsfähig die Trägerunternehmen selbst in der Corona-Krise bleiben." Die Finanzaufsicht Bafin hält derzeit rund 40 der mehr als 130 Pensionskassen und rund 20 von 80 Lebensversicherern unter verschärfter Beobachtung.

Corona habe die größte Herausforderung für Pensionskassen und Lebensversicherer - das Niedrigzinsumfeld - noch verfestigt, sagte der Bafin-Exekutivdirektor bei der Online-Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht. Erst jüngst hatte die Finanzaufsicht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis entzogen, weil diese die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllten und ihre Finanzierungspläne zur Beseitigung der Unterdeckung unzureichend seien. Die Untersagung war bereits 2018 angeordnet worden, nach einem Widerspruchsverfahren wurde sie am 1. Januar 2021 rechtskräftig.

11.18 Uhr: Proteste gegen Infektionsschutz-Novelle - großes Polizeiaufgebot

Hunderte Menschen protestieren in der Hauptstadt gegen die Corona-Politik. Auf der Straße des 17. Juni versammelten sich am Mittwochvormittag immer mehr Demonstranten, während der Bundestag über das geänderte Infektionsschutzgesetz beriet. Die Polizei sprach von einer Teilnehmerzahl im unteren vierstelligen Bereich, es strömten weitere Demonstranten hinzu. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot von rund 2.200 Beamten im Einsatz. Das Reichstagsgebäude sowie das Brandenburger Tor wurden weiträumig abgesperrt. Wasserwerfer stünden bereit und könnten "im "Bedarfsfall eingesetzt" werden, sagte ein Polizeisprecher.

Polizisten mit Hunden standen in der Nähe der Demonstranten. Auch Beamte auf Pferden waren zu sehen. Die Berliner Polizei wird von der Bundespolizei sowie Beamten aus mehreren Bundesländern unterstützt. Demonstranten skandierten Rufe wie "Friede, Freiheit, keine Diktatur". Auf einem Plakat stand: "Nein zum Bürgerentmächtigungsgesetz". Trillerpfeifen und Trommeln waren zu hören. Die Polizei rief per Lautsprecher immer wieder zur Einhaltung der Corona-Hygieneregeln auf. Es habe einige, vorübergehende Festnahmen wegen Nichttragens von Mund-Nasen-Schutz gegeben, so die Polizei. Es habe bundesweite Aufrufe im Internet gegeben, nach Berlin zu reisen und dort auf die Straße zu gehen.

Rund um das Regierungsviertel waren für den Mittwoch mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen angemeldet worden. Vier davon seien verboten worden, sagte ein Polizeisprecher. Darunter ist demnach auch ein Aufzug, der ursprünglich in der Nähe des Reichstagufers mit 2000 Teilnehmern stattfinden sollte. Am Nachmittag sollte noch eine Demonstration in der Nähe von Schloss Bellevue starten.

Ein doppelter Zaun ist seit dem frühen Morgen vor dem Reichstagsgebäude aufgebaut. Für heute ist eine Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen angekündigt.
Ein doppelter Zaun ist seit dem frühen Morgen vor dem Reichstagsgebäude aufgebaut. Für heute ist eine Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen angekündigt. © Jörg Carstensen/dpa

11.04 Uhr: Rekord: 295.000 Neuinfektionen in Indien - Gesundheitswesen kollabiert

Indien hat so viele Corona-Tagesneuinfektionen und -Tote registriert wie noch nie in der seit mehr als einem Jahr währenden Pandemie. 295.000 Infektionen und 2.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 meldete das Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Die Coronazahlen nehmen in Indien seit Wochen immer schneller zu. Schuld daran dürfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein. Es gab lange Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiöse Feste, bei denen Menschen keine Masken tragen und keinen Abstand halten. Auch Virusmutationen dürften eine Rolle spielen.

In absoluten Zahlen ist das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land mit mehr als 15 Millionen erfassten Infektionen nach den USA am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 180.000 Menschen starben in Verbindung mit dem Coronavirus. In sozialen Netzwerken suchen Menschen verzweifelt nach Krankenhausbetten, medizinischem Sauerstoff, Arzneimitteln und Plasma von Genesenen. Aus mehreren Gebieten gibt es Berichte, wonach Krematorien überlastet sind. Gleichzeitig hatte Premier Narendra Modi am Dienstagabend die Bundesstaaten angewiesen, Lockdowns nur als letzte Option zu betrachten und stattdessen auf kleinräumige Eindämmung zu setzen.

10.43 Uhr: Dänemark stellt Schleswig-Holstein 55.000 Astrazeneca-Dosen bereit

Schleswig-Holstein bekommt von Dänemark 55.000 Dosen des Impfstoffes des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca. Wie die dänische Regierung am Dienstagabend mitteilte, ist dies eine Art Darlehen. Die Impfdosen sollen nach einem vereinbarten Zeitraum zurückerstattet werden. Allerdings hat sich Dänemark entschieden, den Astrazeneca-Impfstoff Vaxzevria wegen der Gefahr von Blutgerinnseln selbst nicht mehr zu verwenden.

Die Regierung hat noch nicht entschieden, was mit ihren anderen gekauften Astrazeneca-Dosen geschehen soll. Gesundheitsminister Magnus Heunicke sagte, er sei im Dialog mit mehreren Ländern. "Wenn wir mit einigen Ländern einen Tauschhandel machen können, bei dem wir Astrazeneca-Impfstoffe an sie senden und einige ihrer Pfizer-Impfstoffe zurückbekommen, ist das natürlich äußerst interessant", sagte Heunicke. Diskutiert wird auch, ob es möglich ist, Vaxzevria an Freiwillige zu verabreichen. 270.000 Dosen sind zurzeit in Dänemark eingelagert, im Mai würden 350.000 weitere Dosen erwartet, berichtete die dänische Agentur Ritzau.

Schleswig-Holstein bekommt von Dänemark den dort ausgesetzten Corona-Impfstoff von Astrazeneca.
Schleswig-Holstein bekommt von Dänemark den dort ausgesetzten Corona-Impfstoff von Astrazeneca. © Nicolas Armer/dpa (Symbolbild)

10.27 Uhr: Am Freitag gibt es wieder neue Impftermine für Sachsens Impfzentren

Wenn ab diesem Mittwochabend Menschen, die zur sogenannten Prioritätengruppe 3 zählen, im sächsischen Terminbuchungsportal nach freien Zeitfenstern in den Impfzentren suchen, werden sie kaum etwas finden. Der Grund: Die Termine richten sich nach der Verfügbarkeit von Impfstoff. Für die Menge, die seit der letzten Lieferung vorrätig ist, konnte das DRK derzeit nur bis 30. April vorausplanen.

Bereits unter der Woche hatte DRK-Sprecher Kai Kranich gegenüber Sächsische.de erklärt, dass bald eine größere Menge Impfstoffe eintreffen werde. Jetzt ist klar, wann sich das auf die Termine auswirkt. Dazu äußert sich Knut Köhler, Sprecher der Landesärztekammer: "Ab Freitag werden neue Termine verfügbar sein." Die genau Zahl Termine wolle das DRK im Laufe des Tages offiziell mitteilen.

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10.13 Uhr: Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag zum EU-Wiederaufbaufonds ab

Deutschland kann das Finanzierungssystem der EU bis zum Jahr 2027 und den darin enthaltenen 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds mit auf den Weg bringen. Das Bundesverfassungsgericht wies einen gegen die Ausfertigung des Ratifizierungsgesetzes gerichteten Eilantrag ab, wie am Mittwoch in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Über die eigentliche Verfassungsbeschwerde ist damit noch nicht entschieden.

10.07 Uhr: Tierwunsch in der Pandemie: Drohungen und Bestechungsversuche

In der Corona-Pandemie stellen Tierheime in Deutschland eine deutlich gestiegene Nachfrage fest - aber auch Bedrohungen und Bestechungsversuche. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sähen sich immer wieder Anfeindungen oder Bestechungsversuchen ausgesetzt, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine verbandsinterne Umfrage. Offensichtlich verbänden viele Menschen mit dem Tierheim-Besuch die Erwartung, sofort ein Tier mit nach Hause nehmen zu können.

Aber: "Ein Tierheim ist kein Supermarkt, in dem man Hund, Katze und Co. einfach so mitnehmen kann", erklärte Schröder. Die Helfer in den Einrichtungen müssten sorgfältig abwägen, wem sie Tiere anvertrauten. Mit einer Zurückweisung wiederum kämen nicht alle Interessenten klar. Der Umfrage zufolge hätten die Tierheime gemeldet, der Unmut reiche von Drohungen mit dem Anwalt oder der Anwendung von Gewalt bis hin zu tatsächlichen Handgreiflichkeiten, berichtete die Zeitung online. Der Tierschutzbund spricht dem Bericht zufolge von einer regelrechten Gier vor allem nach Welpen.

In Corona-Zeiten steigt der Wunsch nach einem Haustier stark an, was auch Tierheime zu spüren bekommen, aber nicht immer positiv.
In Corona-Zeiten steigt der Wunsch nach einem Haustier stark an, was auch Tierheime zu spüren bekommen, aber nicht immer positiv. © Karl-Ludwig Oberthuer (Symbolfoto)

9.52 Uhr: Corona-Warn-App 2.0 mit Check-in-Funktion veröffentlicht

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist um eine Check-in-Funktion erweitert worden. Die neue Version 2.0 wurde am Mittwoch im App-Store von Apple und dem Play-Store von Google veröffentlicht. Mit der neuen Funktion sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden. Bislang erfasst die Tracing-App nur Personen, die sich für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger befunden haben, als Risikokontakte.

Bei der Analyse von Infektionsketten stellte sich aber heraus, dass dies nicht ausreicht. Denn: In geschlossenen Räumen wie Restaurants, Kaufhäusern oder Kirchen verbreiten sich die gefährlichen Luftpartikel auch über größere Entfernungen hinweg. Außerdem sind Aerosole, die von Infizierten ausgeatmet werden, auch dann noch eine Zeit lang in einer gefährlichen Konzentration vorhanden, wenn die Person den Raum bereits verlassen hat. Diese Erkenntnisse werden nun in der neuen App-Version berücksichtigt.

Für die Erkennung von "Clustern" in Räumen können die Anwender der App durch das Einscannen eines QR-Codes einchecken, ähnlich wie bei der privaten Luca-App. In der App kann man die Klötzchengrafik für private Treffen auch selbst erstellen und ausdrucken. In künftigen Versionen soll - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können.

9.36 Uhr: Sachsen gehen in Gesundheitsfragen immer öfter online

Die Menschen in Sachsen greifen in Gesundheitsfragen immer öfter auf Online-Angebote zurück. In der Corona-Pandemie seien die digitalen Angeboten häufiger als zuvor genutzt worden, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Mittwoch als Ergebnis einer Umfrage mit. Vor allem Internetrecherche, Onlinekurse und Krankenkassen-Services seien häufiger genutzt worden. Dagegen blieben Videosprechstunden noch die Ausnahme, obwohl es inzwischen deutlich mehr Interesse als Angebote gebe.

"Die Corona-Krise hat der Digitalisierung in vielen Gesundheitsbereichen einen enormen Schub verschafft", sagte DAK-Vorstandchef Andreas Storm. Während sich vor der Pandemie etwa ein Viertel der Menschen in Sachsen regelmäßig oder gelegentlich auf Internetportalen informierte, sei es inzwischen die Hälfte. Anliegen mit der Krankenkasse erledigen aktuell 35 Prozent der Befragten auf digitalem Wege - vier Prozentpunkte mehr im Vergleich zur Zeit vor der Krise. Fortan wollen diesen Service zwei von drei Sachsen nutzen.

Dagegen hatten nur sieben Prozent der Befragten seit Beginn der Pandemie wenigstens einmal per Video-Chat Kontakt zum Arzt oder zur Psychotherapie gehalten. Diese Möglichkeit nutzt die Generation der über 60-Jährigen genauso oft wie die der unter 30-Jährigen. Zwar sei allein bei der DAK in Sachsen die Zahl der abgerechneten Videosprechstunden im Vergleich vom vierten Quartal 2019 zum zweiten Quartal 2020 regelrecht explodiert. Doch in der gesamten Bevölkerung blieben Videosprechstunden offenbar noch die Ausnahme, hieß es.

9.22 Uhr: Städte- und Gemeidebund begrüßt "Corona-Notbremse"

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht die bundeseinheitliche "Corona-Notbremse" als wichtig für stärkere Akzeptanz der Regeln. "Das schafft Klarheit und Transparenz", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). "Wichtig ist es, dass es nun bundeseinheitliche Regelungen gibt, was bei welcher Infektionslage geschehen muss. Dies ist vor allem für die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidend", erklärte er.

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sei geeignet, die Infektionszahlen wieder zu drücken und "dazu beitragen, die Reaktionsgeschwindigkeiten vor Ort zu erhöhen". Klar sei, dass ein entschlossenes Handeln nötig sei. Die Infektionszahlen seien zu hoch, die Lage in den Krankenhäusern spitze sich zu. "Wir werden die Pandemie nur in den Griff bekommen, wenn die Menschen sich an die Regeln halten und alle gemeinsam daran arbeiten, die Infektionszahlen wieder zu senken", betonte Landsberg. Eine Abstimmung über die bundeseinheitliche "Corona-Notbremse" im Bundestag stand für Mittwoch an.

9.07 Uhr: Wocheninzidenz in Sachsen fällt weiter deutlich

Eine positive Entwicklung in Sachsen gibt es: Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus hat in Sachsen den zweiten Tag in Folge deutlich abgenommen, auch wenn er noch immer auf einem hohen Niveau liegt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Mittwochmorgen bei 200,8. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor (Stand: 08.50 Uhr). Am Dienstag lag der Wert bei 220,9, am Montag noch bei 236,5.

Sachsen zählt bundesweit mit dieser Inzidenz aber weiterhin zu den am stärksten betroffenen Bundesländern. Nur in Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher (240,2). In Deutschland gibt es aktuell nur ein Bundesland mit einer Inzidenz unter dem Grenzwert von 100: Schleswig-Holstein wird mit 71,9 in der RKI-Statistik geführt. Bundesweit ist die Inzidenz nach 165 am Montag und 162,4 am Dienstag jetzt auf 160,1 gesunken.

Am stärksten von Corona betroffen ist in Sachsen der Erzgebirgskreis mit einer aktuellen Inzidenz von 322,1, gefolgt vom Landkreis Zwickau mit 303,5. Über einer 7-Tage-Inzidenz von 200 liegen Mittelsachsen (271,6), die Stadt Chemnitz (265,5) sowie das Vogtland (253,1). Mit aktuell 118,5 weist die Landeshauptstadt Dresden den niedrigsten Wert im Freistaat auf, gefolgt von der Stadt Leipzig mit einer Inzidenz von 124,1.

8.34 Uhr: Corona bremst Provenienzforschung

Die coronabedingten Einschränkungen in den Museen erschweren die sogenannte Provenienzforschung, also die Herkunftsrecherche zu Objekten in den Sammlungen. Der Dresdner Kunsthistoriker Gilbert Lupfer, Vorstand beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, sieht sie "momentan stark behindert". Abstand und Zugangsbeschränkungen in Büros seien eine Herausforderung, im Homeoffice seien nur Datenpflege und Bildbearbeitung möglich. "Und wichtige externe Archive, für die Recherche etwa im NS-Bereich unverzichtbar, sind schwerer zugänglich."

Die Termin-Warteliste im Bundesarchiv reiche schon bis 2022, weil die Plätze in den Lesesälen coronabedingt reduziert sind. "Das ist ein Problem, da vieles an Akten noch nicht digitalisiert ist."Dabei ist laut Lupfer das Bewusstsein für die Aufgabe bei öffentlichen Institutionen in der Vergangenheit gewachsen. Das zeige sich auch im Interesse am "Erstcheck"-Angebot des Zentrums, dem national und international zentralen Ansprechpartner zu unrechtmäßigen Entziehungen von Kulturgut in Museen, Bibliotheken und Archiven. Damit können sich kleinere Museen oder Bibliotheken einen groben Überblick über ihren Bestand verschaffen.

8.11 Uhr: Kliniken warnen vor Versorgungsengpässen

Ärzte und Kliniken warnen angesichts der hohen Zahl von Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen vor verschärften Engpässen bei der Versorgung anderer Patienten. "Wenn sich die Infektionslage in den nächsten Wochen nicht entspannt, werden viele Kliniken an den Punkt kommen, dass sie Operationen nicht nur um ein paar Wochen, sondern um Monate verschieben müssen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gernot Gaß. Ähnlich äußerte sich die Deutsche Krebsgesellschaft. Wo und warum welche Eingriffe verschoben werden und werlche Folgen das hat, lesen sie hier.

7.44 Uhr: Klinikarzt begrüßt Johnson&Johnson-Zulassung trotz Risiken

Der Infektiologe Clemens Wendtner hat die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) begrüßt, dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson erneut grünes Licht zu geben. "Das ist erstmal eine vernünftige Abwägung", sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing. Die EMA-Experten hatten das Präparat wegen einiger Fälle spezieller Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA nochmals geprüft. "Es gibt kein Nullrisiko", sagte Wendtner. "Und manche Menschen vergessen, wie tödlich Covid-19 ist."

Er verwies darauf, dass während der Epidemie bislang etwa einer von 1.000 Menschen in Deutschland im Zusammenhang Corona gestorben sei. "Wir sehen, dass die meisten direkt an Covid-19 gestorben sind", betonte er mit Blick auf Erfahrungen in seiner Klinik. Risiken für sogenannte Hirnvenenthrombosen gebe es bei allen aktuellen Corona-Impfstoffen, sagte Wendtner unter anderem mit Verweis auf eine Studie der Universität Oxford. Diesen Forschern zufolge haben Menschen mit einer Corona-Diagnose ein mehrfach höheres Risiko für diese Thrombose als solche, die gegen Covid-19 geimpft wurden.

7.21 Uhr: Wie sich die Corona-Vorschriften auf Friseur-Buchungen in Dresden auswirken

Friseure und Kosmetiker dürfen nur am Kunden arbeiten, wenn sich die Salonbetreiber an ein strenges Hygienekonzept halten. Einige der Regeln galten bereits im vergangenen Jahr: Abstand halten - deshalb dürfen weniger Kunden gleichzeitig im Salon sein, Maskenpflicht für jeden, die Terminvergabe ist nur telefonisch oder online möglich. Die Kunden und Mitarbeiter müssen im Geschäft eine OP- oder FFP2-Maske tragen. Außerdem ist nun vorgeschrieben, dass sich die Salonbetreiber und alle Mitarbeiter regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

Für alle Kunden gilt: Ein Termin ist nur mit einem tagesaktuellen, negativen Testergebnis möglich. Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Vorgelegt werden muss der Nachweis auch für den Friseurbesuch und weitere körpernahen Dienstleistungen, sofern sie nicht medizinisch notwendig sind. Wie sich das auf das Buchungsverhalten der Kunden auswirkt, erfahren Sie im Artikel Corona: "Die Kunden buchen, aber verhaltener"

7.02 Uhr: Bundesgartenschau-Öffnung trotz Pandemie noch möglich

Kurz vor dem geplanten Start der Bundesgartenschau (Buga) in Erfurt am Freitag stehen die Chancen für eine grundsätzliche Öffnung trotz Corona-Krise gut. Eine Öffnung zumindest der Außenbereiche sollte einer Beschlussempfehlung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes nach möglich sein, so die Einschätzung der Thüringer Staatskanzlei. Im Beschlussentwurf für eine bundeseinheitliche Notbremse heißt es unter anderem, dass die Außenbereiche von Zoos und botanischen Gärten geöffnet werden dürfen, "wenn angemessene Schutz- und Hygienekonzepte eingehalten werden und durch die Besucherin oder den Besucher ein negatives Ergebnis einer innerhalb von 24 Stunden vor Beginn des Besuchs mittels eines anerkannten Tests durchgeführten Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorgelegt wird."

Ob die Gesetzesänderung so kommt und wann sie in Kraft tritt, ist noch unklar. Denkbar wäre etwa auch, dass sie erst am Montag gültig wird. Dann könnte die Buga in Erfurt zunächst drei Tage lang unter Auflagen der Thüringer Corona-Regeln öffnen. Diese sehen zwar immer noch viele Einschränkungen und Hygieneauflagen auch für die Besucher selbst vor; ein negativer Corona-Test würde damit nach aktuellem Rahmen aber noch keine Voraussetzung für den Einlass an einem der zwei umzäunten Hauptstandorte in Erfurt sein.

Stiefmütterchen blühen auf einer bepflanzten Insel am Domplatz in Erfurt und sollen für die BUGA werben.
Stiefmütterchen blühen auf einer bepflanzten Insel am Domplatz in Erfurt und sollen für die BUGA werben. © Michael Reichel/dpa

6.46 Uhr: Deutsche Bahn plant zehn Impfzentren für eigene Mitarbeiter

Die Deutsche Bahn bereitet sich auf Impfungen im eigenen Unternehmen vor. An mindestens zehn Standorten in Deutschland wolle der Konzern Impfzentren einrichten, an denen die Beschäftigten von den Betriebsärzten geimpft werden sollen, teilte eine Sprecherin mit. "Die ersten entstehen jetzt in München und Nürnberg." Weitere Orte wurden zunächst nicht bekannt. Welcher Impfstoff zum Einsatz komme, stehe noch nicht fest. Sobald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, sollten so viele "systemrelevante Mitarbeitende wie möglich ein Impfangebot von ihrem Arbeitgeber erhalten".

Der Konzern geht davon aus, dass ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland als systemrelevant eingestuft sind. Viele von ihnen gehören demnach zur Gruppe 3 in der Corona-Impfverordnung des Bundes. Darunter fallen unter anderem 60- bis 70-Jährige sowie medizinisch vorbelastete Menschen.

6.32 Uhr: Der unbekannte sächsische Covid-19-Patient

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Politiker und Ärzte nicht die Alarmglocken läuten. Sie warnen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems und dabei vor allem der Intensivstationen (ITS). Und sie verknüpfen dies mit der Forderung nach sofortigem Lockdown. Zwar haben sich die entsprechenden Zahlen in der letzten Woche insgesamt weniger dramatisch entwickelt als befürchtet. Mit Sorge wird aber immer wieder darauf verwiesen, dass die Patienten auf den ITS inzwischen deutlich jünger sind als in der zweiten Welle. Vergangene Woche sprach der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Professor Gernot Marx, von immer mehr Patienten im Alter von 40 bis 70 Jahren.

Corona kann jeden treffen, heißt es. Wer sind die Kranken auf Sachsens Intensivstationen? Und was hat sich in der dritten Welle verändert? Die Antworten und Einordnungen finden Sie hier.

6.10 Uhr: Wissenschaftler: Pandemie-Bewertung anhand von Klinik-Neuaufnahmen

Zur Bewertung der Pandemie-Lage bringen Experten als Orientierungswert die Zahl der Intensivstation-Neuaufnahmen binnen sieben Tagen ins Spiel. Die Inzidenz, also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, korreliere bereits jetzt nicht gut mit der Lage, bekräftigte der Epidemiologe Gérard Krause am Dienstag in einer Video-Schalte des Science Media Center (SMC). Der Wert könne Risiken sowohl über- als auch unterschätzen. Gebraucht würden mehrere Indikatoren, um die Lage sachgerecht abzubilden und gezielte Maßnahmen zu treffen, so der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Das Robert Koch-Institut (RKI) liefere zwar eine Vielzahl an Daten, die aber leider nicht berücksichtig würden bei der Entscheidungsfindung, so Krause. "Wenn man gezwungen ist, sich auf nur einen Messwert zu beschränken - und das scheint so zu sein -, dann wäre die Zahl der Neuaufnahmen auf Intensivstationen das, was der Situation am ehesten gerecht wird."

Einen Fokus auf schwer Erkrankte zu setzen, werde künftig noch wichtiger, da sich die Sieben-Tage-Inzidenz zunehmend von der eigentlichen gesundheitlichen Lage entkoppele, sagte Krause. Grund seien zwei an sich erwünschte Effekte: zunehmende Tests, etwa an Schulen, und Impfungen der Risikogruppen, die hoffentlich die gesundheitliche Belastung sinken ließen. Die Zahl der Ansteckungen werde allerdings nicht in demselben Maße abnehmen. Damit sei die Sieben-Tage-Inzidenz "kein guter Orientierungspunkt mehr". Weil zwischen Ansteckung und Intensivstation einige Tage vergehen, gilt die Inzidenz als Indikator, der frühzeitig anzeigt, wie sich die Lage entwickelt. Aus Sicht von Christian Karagiannidis aus der wissenschaftlichen Leitung des Divi-Intensivregisters wären zeitlich Einbußen aber zu verschmerzen: Der Vorteil der Intensivbetten-Zahlen sei die größere Robustheit.

Wissenschaftler plädieren dafür, die Aufnahme von Corona-Patienten auf Intensivstationen als Maß der Pandemieentwicklung zu nehmen.
Wissenschaftler plädieren dafür, die Aufnahme von Corona-Patienten auf Intensivstationen als Maß der Pandemieentwicklung zu nehmen. © Symbolfoto: dpa/Jens Büttner

5.43 Uhr: RKI registriert 24.884 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 24.884 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten am Montagabend und Dienstag nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 331 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 21.693 Corona-Neuinfektionen und 342 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 162,4 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.188.192 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.824.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.634.

5.19 Uhr: Gesundheitsministerium beschafft weiteres Antikörper-Medikament

Angesichts möglicher Resistenzen setzt das Bundesgesundheitsministerium bei Antikörper-Medikamenten gegen Covid-19 auf eine Kombination solcher Präparate. Dies basiert auf einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). Man beschaffe derzeit ein weiteres Antikörper-Medikament, das voraussichtlich ab Ende April zur Verfügung stehe, teilte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit.

Monoklonale Antikörper-Präparate haben in Europa noch keine Zulassung, die Prüfverfahren bei der Arzneimittelbehörde EMA laufen. In Deutschland werden die Wirkstoffe nach Entscheidung eines Arztes bereits in Einzelfällen bei Patienten eingesetzt, die ein Risiko für einen schweren Verlauf haben. Bisherige Studiendaten weisen darauf hin, dass eine Therapie im frühen Krankheitsstadium die Viruslast reduzieren könnte.

Die gentechnologisch hergestellten Antikörper imitieren die Fähigkeit des Immunsystems, Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 abzuwehren. Sie zielen auf bestimmte Stellen des Virus ab. Ein einzelnes Präparat kann jedoch unwirksam werden, wenn sich durch Mutationen die Andockstelllen für die Antikörper ändern.

Mittwoch, 5 Uhr: Schäuble verteidigt nächtliche Ausgangssperren

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die geplanten nächtlichen Ausgangssperren in Regionen mit hohen Corona-Zahlen als verhältnismäßig verteidigt. "Der Blick ins Ausland zeigt, dass alle Länder, die hohe Infektionszahlen wieder in den Griff bekommen haben, phasenweise zu Ausgangsbeschränkungen gegriffen haben", sagte Schäuble dem Berliner "Tagesspiegel".

Der Bundestag will an diesem Mittwoch bundesweit einheitliche Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beschließen. Geplant sind unter anderem Ausgangsbeschränkungen von 22 Uhr bis 5 Uhr, wie aus dem Entwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes hervorgeht. Erlaubt bleibt demzufolge das Joggen und Spazieren bis Mitternacht, sofern man alleine ist. Die Bundes-Notbremse soll gezogen werden, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen.

Kritik an den Durchgriffsrechten des Bundes wies Schäuble zurück. "Vergleiche mit Weimar, die Einzelne anstellen, halte ich für völlig falsch", sagte der CDU-Politiker. Das Gesetz sei zeitlich befristet. Auch künftig brauche die Bundesregierung für weitergehende Maßnahmen die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Von einer Selbstermächtigung könne nicht die Rede sein. Das Gesetz sei bei der aktuellen Lage geboten, sagte Schäuble.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

20.51 Uhr: Metro verringert wegen Corona-Maßnahmen Jahresziele

Der Großhandelskonzern Metro senkt angesichts der verlängerten Lockdowns in der Corona-Pandemie seine Geschäftsjahresziele. Weil die Regierungen in vielen Zielmärkten das öffentliche Leben einschränkten, sei mit weniger Umsatz und Betriebsgewinn im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 zu rechnen, teilte der SDax-Konzern am Dienstagabend mit. In den sechs Monaten bis März ging der Gesamtumsatz laut vorläufigen Zahlen währungsbereinigt um 11,5 Prozent zurück.

Metro erwartet nun nun in den zwölf Monaten bis September 2021 einen Rückgang des flächenbereinigten Umsatzes und des Gesamtumsatzes um drei bis sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bislang wurde ein Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau von knapp 26 Milliarden Euro erwartet. Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet Metro jetzt einen Rückgang um 50 bis 175 Millionen Euro, nachdem bislang ein Ergebnisrückgang im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert worden war. Im Geschäftsjahr 2019/20 betrug das Ebitda 1,11 Milliarden Euro.

20.17 Uhr: Tschechen vergeht in der Corona-Krise der Bierdurst

Die Corona-Krise hat das traditionsreiche Bierland Tschechien spürbar getroffen. Der Pro-Kopf-Verbrauch sei im vorigen Jahr um sieben Liter auf 135 Liter zurückgegangen, teilte der Brauereiverband CSPS am Dienstag in Prag mit. Das sei der niedrigste Wert seit den 1960-er Jahren. Hintergrund ist die coronabedingte monatelange Schließung der Gastronomie. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es den Kneipen und Restaurants jemals so schlecht gegangen wäre", sagte der Verbandsvorsitzende Frantisek Samal. Während in Tschechien 2019 noch jedes dritte Bier - meist frisch gezapft - in einer Gaststätte getrunken wurde, war es ein Jahr später noch jedes vierte.

Die Gesamtproduktion des Gerstensaftes sank im Jahresvergleich um 1,5 Millionen auf 20,1 Millionen Hektoliter. Davon entfielen rund fünf Millionen Hektoliter auf den Export, der damit erstmals seit neun Jahren zurückging. Am stärksten war der Einbruch beim Fassbier, während Dosenbier seinen Marktanteil ausbauen konnte. Der Brauereiverband forderte die baldige Öffnung zumindest der Außengastronomie. Mit diesem Schritt könne eine Reihe von Kneipen vor der Schließung gerettet werden, hieß es. Das Bierbrauen hat in Tschechien eine lange Tradition. Im westböhmischen Pilsen wurde 1842 das Lagerbier nach Pilsner Brauart erfunden. In den vergangenen Jahren sind zudem zahlreiche Minibrauereien entstanden.

19.43 Uhr: Argentinien startet Produktion von Sputnik V

Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien mit der Herstellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Der Pharmahersteller Laboratorios Richmond produziert nun zunächst eine erste Tranche, die dann zur Qualitätskontrolle zum Gamaleja-Institut in Moskau geschickt wird, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Juni wird die Produktion im großen Stil anlaufen. Der in Argentinien hergestellte Impfstoff soll später in andere lateinamerikanische Länder exportiert werden. In Argentinien wird auch das Vakzin des Herstellers Astrazeneca produziert, das zur Abfüllung nach Mexiko geschickt wird. In der Impfkampagne in Argentinien kommt aber vor allem Sputnik V zum Einsatz. Bislang haben 12,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten, 1,8 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

19.13 Uhr: Corona-Impfstoff: Johnson & Johnson setzt Marktstart in Europa fort

Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) dem Präparat grünes Licht gegeben hatte.

18.39 Uhr: Streaming-Plattformen wachsen um mehr als 30 Prozent

Boom im Corona-Jahr: Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video werden in deutschen Wohnzimmern immer beliebter. Der Umsatz mit den Abos der Video-on-Demand-Plattformen in Deutschland habe im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro zugelegt, heißt es in einer am Dienstag vorgelegten Studie im Auftrag der Filmförderungsanstalt (FAA). Streaming-Dienste haben demnach einen Anteil von 60 Prozent an den den häuslichen Videoangeboten, gefolgt DVD/Blue Ray mit einem Anteil von 20 Prozent und dem Einzelabruf von Filmen oder Serien mit elf Prozent.

Insgesamt verzeichnete die Home-Video-Branche 2020 bei einem Umsatz von 2,59 Milliarden Euro ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnerisch haben fast vier von zehn Deutschen im vergangenen Jahr einen Film entweder als DVD oder als Einzelabruf gekauft oder für ein Streaming-Abo bezahlt. Für die Studie hatte die GfK rund 20.000 Nutzer ab 10 Jahren befragt und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

18.15 Uhr: NRW will Notbremse nicht aufhalten

Nordrhein-Westfalen wird das Infektionsschutzgesetz mit der umstrittenen Bundes-Notbremse in dieser Woche voraussichtlich im Bundesrat passieren lassen. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Düsseldorf am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr, will NRW keinen Antrag auf ein Vermittlungsverfahren stellen, falls die Novelle doch nicht als Einspruchs-, sondern als Zustimmungsgesetz beraten werden sollte. Offiziell äußert sich die NRW-Regierung grundsätzlich nicht zu ihrem Abstimmungsverhalten im Bundesrat.

17.35 Uhr: Impfangebot für Abgeordnete und Mitarbeiter im Sächsischen Landtag

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat ein Impfangebot für den Sächsischen Landtag unterbreitet. Die Erstimpfung soll am 22. und 23. April erfolgen, die Zweitimpfung am 13. und 14. Mai, wie der Landtag am Dienstag mitteilte. Neben den Abgeordneten erhalten die Mitarbeiter der Landtagsverwaltung, die Polizei des Parlaments sowie die Richter des Sächsischen Verfassungsgerichtshofes und auch die Mitarbeiter der Fraktionen ein Impfangebot. Der Landtag gehört laut Coronavirus-Impfverordnung als Verfassungsorgan des Freistaates zum Personenkreis mit erhöhter Priorität beim Anspruch auf eine Schutzimpfung.

Der Landtag sei für das Funktionieren des Freistaates systemrelevant, betonte Landtagspräsident Matthias Rößler. "Das Parlament steckt mitten in den Beratungen über den Landeshaushalt 2021/2022. Der Etat muss zwingend im Mai verabschiedet werden, damit Sachsen handlungsfähig bleibt und überall im Land Gelder ausgezahlt werden können", erläuterte der CDU-Politiker. Das DRK Sachsen habe eine Impfung mit dem Vakzin von Biontech angekündigt, hieß es.

16.59 Uhr: Schwesig: Wer Astrazeneca nicht verimpft, bekommt kein Biontech

Zur Erhöhung des Impftempos in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Regierung den Druck auf die Landkreise und kreisfeien Städte. Wer bis kommenden Freitag seinen Überhang an Astrazeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat Biontech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an. Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) liegen in den Impfzentren noch rund 3.000 Astrazeneca-Impfdosen aus bisherigen Lieferungen. Vor zwei Wochen waren es noch rund 53.000 gewesen. Mit mehreren Sonder-Aktionen gelang es, den Berg weitgehend abzutragen.

16.40 Uhr: Sachsen meldet "Gesprächsbedarf" beim Infektionsschutzgesetz an

Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) hofft auf Nachbesserungen beim Infektionsschutzgesetz des Bundes. "Es gibt noch erheblichen Gesprächsbedarf", sagte der Minister am Dienstag im Landtag. Klug wäre es gewesen, wie Schenk sagte, wenn Erfahrungen von Ländern und Kommunen bei der Bekämpfung der Coronapandemie stärkere Berücksichtigung erfahren hätten. Der Chef der Staatskanzlei kritisierte die Konzentration im Gesetz auf Inzidenzen. Diese verlören bei zunehmenden Impfungen an Aussagekraft. Sachsen berücksichtige daher in seiner Verordnung auch die Bettenauslastung. "So etwas brauchen wir für ganz Deutschland", sagte Schenk.

Er zeigte sich zudem offen für Ausgangsbeschränkungen: "Die zweite Welle konnten wir damit reduzieren." Allerdings verwies er auf "große rechtliche Unsicherheiten", sollten diese an eine Inzidenz von 100 gekoppelt werden. Auch inzidenzabhängige Schulschließungen kritisierte der Minister und verwies auf das sächsische Konzept aus Impfen von Lehrern und engmaschigen Testungen auch bei Schülern. Der Bundesrat befasst sich am Donnerstag mit dem Gesetz. Bereits vor der Landtagssitzung hatte Schenk angekündigt, Sachsens Kritik in einer Protokollnotiz zu hinterlegen. Auf dieses Verfahren wies im Parlament auch die CDU-Fraktion hin. Mehr zur Debatte im Landtag

Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk.
Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk. © dpa

16.24 Uhr: EU-Behörde erlaubt Johnson & Johnson-Impfstoff

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson kann in der EU nach Prüfung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) uneingeschränkt verwendet werden. Der Wirkstoff könne in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit.

16.20 Uhr: Sachsen bekommt Härtefall-Fonds

Das sächsische Kabinett hat den Bund-Länder-Fonds zu Härtefällen in der Corona-Pandemie abgesegnet. Er ist für Firmen vorgesehen, die bei Förderprogrammen bisher durchs Raster fielen. Der Fonds mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro soll zu gleichen Teilen vom Bund und den Ländern getragen werden. Wie Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden sagte, entfallen auf Sachsen 37,4 Millionen Euro Bundesgeld, das in gleicher Höhe nun von Sachsen komplettiert wird.

Wie das Geld verteilt werden soll, lesen Sie hier: Sachsen legt Härtefallprogramm auf.

16.00 Uhr: Corona-Krise bringt Milliarden-Einbußen für Flugzeugbauer

Der Einbruch des Luftverkehrs 2020 hat die Flugzeugbauer und Zulieferer in Deutschland hart getroffen. Der Branchenumsatz in der zivilen Luftfahrt brach um rund ein Drittel ein und erreichte noch knapp 22 Milliarden Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie am Dienstag mitteilte.

"8.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits heute ihren Arbeitsplatz verloren", erklärte Vize-Präsident Reiner Winkler. Er erwarte, dass in diesem und im nächsten Jahr weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Ohne die Kurzarbeit wäre die Situation noch schwieriger, sagte Winkler.

Stabil liefen dagegen die Geschäfte in der militärischen Luftfahrtindustrie, während auch in der Raumfahrt als kleinstem Branchensegment die Umsätze sanken. Insgesamt führte das zu einem Branchenumsatz von rund 31 Milliarden Euro, 10 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten sank insgesamt um 9000 auf 105 000.

15.36 Uhr: Südtirol will Gastronomie innen mit Corona-Pass erlauben

In Südtirol sollen ab kommender Woche Restaurantgäste auch innen essen und trinken dürfen, wenn sie einen Nachweis etwa über eine Corona-Impfung oder einen negativen Corona-Test haben. Es sei geplant, dass der Nachweis unter anderem per Handy-App mit dem Corona-Pass Südtirol vorgelegt werden könne, sagte der Landeshauptmann der Autonomen Provinz, Arno Kompatscher, am Dienstag in Bozen. Voraussetzung ist demnach, dass Bozen-Südtirol in die gelbe Corona-Risikozone mit moderaten Beschränkungen fällt. Mit Blick auf die Infektionslage ging Kompatscher am Dienstag auch davon aus.

Die Verordnung für diese Pläne soll am Freitag beschlossen werden. Ab Montag soll dem Vorhaben der Regierung in Rom zufolge in den italienischen Regionen, die zu den gelben Zonen zählen, die Außengastronomie wieder möglich sein. In Südtirol will die Landesregierung mit vielen Corona-Tests und -Impfungen vermeiden, dass nach wenigen Tagen oder Wochen Schließungen folgen, wie Kompatscher weiter erklärte. Im Schnitt verzeichnen die Gesundheitsbehörden dort täglich 80 Corona-Neuinfektionen. Für den Präsenzunterricht an Schulen sind Tests verpflichtend. Am Montag wurden dort knapp 35 000 davon gemacht und 28 positive Fälle entdeckt.

15.20 Uhr: Protest gegen Schließung des Pirnaer Impfzentrums

Mit einem Brief an Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (beide CDU) gegen eine Schließung des Pirnaer Impfzentrums noch im Juni ausgesprochen. Laut Ruckhs Kenntnisstand sei geplant, das Impfzentrum in Pirna zum 30. Juni schließen. Dies hätte jedoch schon erheblich früher Auswirkungen auf die Impftermine, rechnet der Sebnitzer OB vor.

Um das Gebäude des Impfzentrums im früheren Aldi-Markts in Pirna Jessen fristgerecht zu beräumen, müsste der letzte Impftag der 20. Juni sein. Daraus wiederum ergebe sich, dass schon am 30. Mai die letzten Erstimpfungen mit Biontech erfolgen könnten.

15.05 Uhr: Erneut alle Tests bei Dynamo negativ

Die positive Nachricht von Dynamo kommt am Dienstagmittag. 13.50 Uhr meldet der Verein auf seiner Internetseite: "Erste PCR-Testreihe negativ". Die am Montag bei Spielern sowie dem Trainer- und Betreuerstab durchgeführten Abstriche ergaben somit keinen weiteren Corona-Fall.

Außerdem war um 9.30 Uhr wie geplant neben einem Schnelltest eine zweite PCR-Testreihe durchgeführt worden. Während der Schnelltest bei allen negativ war und die Profis des Fußball-Drittligisten dadurch erneut ein Individualtraining absolvieren konnten, werden die Ergebnisse der PCR-Tests spätestens am Mittwochmorgen erwartet.

Wenn auch diese zweite PCR-Testreihe negativ ist und das Dresdner Gesundheitsamt anschließend die Zustimmung erteilt, darf die Mannschaft am Mittwoch in Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen den Halleschen FC wieder trainieren, heißt es vom Verein.

Die Dynamo-Profis dürfen derzeit nur einzeln auf dem Geländer der Trainingsakademie im Sportpark Ostra trainieren.
Die Dynamo-Profis dürfen derzeit nur einzeln auf dem Geländer der Trainingsakademie im Sportpark Ostra trainieren. © dpa/Robert Michael

14.38 Uhr: Mehr als 1.500 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Dienstagnachmittag binnen eines Tages 1.521 Neuinfektionen sowie 46 weitere Todesfälle registriert. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 1.477 Neuinfektionen, am 20. März 1.129. Seit Beginn der Pandemie gibt es insgesamt 248.041 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 8.786 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 219.200 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Besonders von der Pandemie betroffen ist aktuell der Landkreis Zwickau, wo es innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner 322,5 Neuinfektionen gab. Der niedrigste Wert dieser Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell in der Stadt Dresden (121,4). Für den gesamten Freistaat wird die Inzidenz mit 220,9 (Vortag: 236,5) beziffert, deutschlandweit beträgt sie laut Robert Koch-Institut (RKI) durchschnittlich 162,4. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

14.19 Uhr: Dutzende Protestversammlungen gegen Corona-Maßnahmen in Sachsen

In zahlreichen sächsischen Städten hat es am Montagabend Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. Die Zahl der Teilnehmer reichte laut Polizei von 30 in Königsbrück bis zu rund 500 in Freiberg. Die Polizeidirektionen berichteten am Dienstag, dass häufig gegen die Maskenpflicht und die Abstandsregeln verstoßen worden sei. Es seien viele Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung gestellt worden. In Freiberg sei die Polizei aggressiv angegangen worden, als sie einen Demonstrationszug verhindert habe.

In einer Demo in Meißen mit rund 270 Teilnehmern sei Pyrotechnik gezündet worden. Nach einer Versammlung mit etwa 90 Menschen in Leisnig nahm der Staatsschutz der Chemnitzer Polizei Ermittlungen gegen einen noch unbekannten Redner auf. Es bestehe der Verdacht der Volksverhetzung. In Annaberg-Buchholz versammelten sich laut Polizei 220 Menschen auf dem Markt, obwohl wegen der hohen Inzidenzen im Erzgebirge jenseits der 300er-Marke derzeit nur maximal 10 Teilnehmer erlaubt sind.

13.50 Uhr: Knapp 5.000 Covid-19-Fälle auf Intensivstationen bundesweit

Die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 auf deutschen Intensivstationen nähert sich der Marke von 5.000. In den Kliniken bundesweit werden nun 4.966 solche Fälle behandelt, das sind 34 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des Divi-Intensivregisters vom Dienstag hervorgeht. So hoch war die Auslastung zuletzt Mitte Januar.

Einer der wissenschaftlichen Leiter des Intensivregisters, Christian Karagiannidis (Klinikum Köln-Merheim), zeigte sich in einer Video-Schalte des Science Media Centers (SMC) sehr beunruhigt durch die "enorme Belastung" für Ärzte und Pflegekräfte. Nur ein Drittel der Intensivstationen könne noch "einfach so" Patienten aufnehmen. Hunderten Kliniken mangele es an Personal, viele führten nur noch eingeschränkt planbare Operationen durch.

13.33 Uhr: Schulen ab Montag in vielen Landkreisen Sachsens womöglich wieder zu

Sachsen sieht die geplante bundesweite Schließung von Schulen und Kitas ab einem Corona-Inzidenzwert von 165 kritisch. Das neue Bundesgesetz habe "erhebliche Auswirkungen für den Schulbetrieb im Freistaat", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden. Tritt das Gesetz wie erwartet am Montag in Kraft, müssten Schulen in vielen sächsischen Landkreisen schließen.
Präsenzunterricht sei dann nicht mehr möglich, auch nicht an den Grundschulen, sagte Piwarz. Kitas gingen in den Notbetrieb über. Es gebe keinerlei Ermessensspielraum in den Ländern. Damit regiere der Bund "in einen Bereich hinein, wo er keine inhaltliche Kompetenz hat", sagte Piwarz. Ein Konzept werde "völlig ohne Not aufgezwungen".
Am Dienstag waren sachsenweit nur Dresden, Leipzig und der Landkreis Leipzig unter einer Inzidenz von 165. Schulschließungen greifen, wenn an drei Tagen hintereinander ein Wert von 165 und mehr verzeichnet wird. Piwarz sprach von "dunklen Wochen für den Schulbetrieb in Sachsen".

Der Freistaat hatte nach dem Lockdown zügig Schulen wieder geöffnet und in festen Gruppen beziehungsweise Wechselmodellen unterrichten lassen. Ein etabliertes System müsse nun komplett neu geordnet werden, sagte Piwarz. Ausgenommen von den Schließungen seien aber weiterhin Abschlussklassen und Förderschulen.

Das neue Bundesinfektionsschutzgesetz soll befristet bis zum 30. Juni gelten. Geregelt sind darin unter anderem auch nächtliche Ausgangssperren. Der Corona-Inzidenzwert lag am Dienstag in Sachsen bei 220 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

13.20 Uhr: Impftermine für 3. Priorisierungsgruppe in Sachsen ab Mittwoch

„Sachsen ist nach wie vor eines der bundesweit am stärksten betroffenen Bundesländer“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage. Die niedrigste Inzidenz in Sachsen habe derzeit die Stadt Dresden. Schwerpunkt für Mutationen sei in dieser Woche das Vogtland.
„Wir kommen in Sachsen, was das Impfen betrifft, gut voran“, so Köpping. Der Rekordwert an Impfungen pro Tag in Sachsen lag in der vergangenen Woche bei 39.000. Bei den Zweitimpfungen liege man mit einer Quote von 7,3 Prozent auf bundesweit auf Platz vier.

Im Laufe dieser Woche werde die Prioritätengruppe 3 geöffnet, erneuerte Köpping ihre Ankündigung aus der vergangenen Woche. Ab Mittwoch um etwa 18 Uhr seien für diese Gruppe Termine über das Impfportal buchbar.

"Das hohe Infektionsgeschehen in Sachsen macht eine breite Durchimpfung nötig." Bislang gebe es kein anderes Bundesland, das Impfungen für die Prioritätengruppe 3 im ganzen Bundesland geöffnet habe.

"Neu ist, dass bei Astrazeneca die Priorisierung in den Arztpraxen komplett aufgehoben ist. Auch jüngere Menschen können sich ab sofort nach einer ordentlichen Beratung in der Arztpraxis mit Astrazeneca impfen lassen", erklärte Köpping. Dies gelte jedoch ausschließlich für die Arztpraxen und nicht die Impfzentren, weil hier eine ausführliche Beratung nötig sei.

Die Testpflicht für vollständig Geimpfte soll etwa für den Friseurbesuch künftig entfallen. Dies finde Eingang in die kommende Corona-Schutzverordnung Sachsens, sagte Köpping. Die aktuelle Verordnung gilt bis zum 9. Mai.

13.08 Uhr: Sachsen bringt Härtefallprogramm auf den Weg

Sachsen will von Anfang Mai an Härtefallhilfen an Unternehmen zahlen, die bisher von Corona-Geldern ausgeschlossen waren. Dafür stehen insgesamt 75 Millionen Euro bereit, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Dienstag in Dresden. 37,43 Millionen Euro kommen vom Bund. Pro Unternehmen könnten bis zu 100.000 Euro bewilligt werden.

Es werde nicht mit einer Flut von Anträgen gerechnet, sagte Dulig, doch jeder einzelne Fall zähle. Wie viele Betriebe in Sachsen insolvent sind, könne derzeit nicht gesagt werden. Die Insolvenzmeldepflicht sei coronabedingt ausgesetzt. Bisher wurden laut Dulig rund 608 Millionen Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen in Sachsen ausgezahlt.

Die Härtefallhilfen sollen einen Leistungszeitraum Juni 2020 bis Juni 2021 umfassen. Voraussetzungen sind eine pandemiebedingte Existenzbedrohung des Antragstellers. Die Gelder sollen etwa für betrieblichen Fixkosten in Anlehnung an die Überbrückungshilfen gezahlt werden.

Insgesamt stellt der Bund den Ländern für Härtefälle einmalig 750 Millionen Euro zur Verfügung. Die Länder müssen die Hilfen mitfinanzieren.

12.50 : Mehr als 20 Prozent gegen Corona geimpft

20,2 Prozent der Bevölkerung sind Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 20. April hervor (Stand: 8 Uhr). Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz bekommen. Innerhalb eines Tages wurden 381.095 weitere Impfungen verabreicht.
Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

12.36 Uhr: Weiterer Todesfall in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 175 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 27.118 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen seit Pandemiebeginn stieg um ein Opfer auf insgesamt 1.013. Binnen eines Tages wurden weitere 21 Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 24.303 Dresdner - 142 mehr als am Montag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sank seit dem Vortag von 153,5 auf 144. Für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 121,4, tags zuvor waren es noch 153,4. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.22 Uhr: Landrat fordert Impffreigabe für alle Einwohner im Kreis Zwickau

Angesichts der hohen Infektionszahlen im Landkreis Zwickau hat Landrat Christoph Scheurer (CDU) gefordert, die Impfung gegen das Coronavirus für alle Bewohner sofort freizugeben. "Jeder Geimpfte trägt zur Entspannung der Situation bei", betonte er am Dienstag in einer Mitteilung. Dabei verwies er auf den Vogtlandkreis, wo sich schon länger alle Erwachsenen impfen lassen können. Die Entscheidung für die Freigabe liege jedoch beim Gesundheitsministerium, betonte Scheurer.

Der Christdemokrat sprach von einem "dramatischen Infektionsgeschehen" in seinem Landkreis. Die Wocheninzidenz sei dort in jüngster Zeit enorm gestiegen. Grund dafür sei vor allem die Nähe zum Vogtland, erklärte Scheurer. Das Robert Koch-Institut wies am Dienstag mehr als 1.000 bestätigte Neuinfektionen innerhalb einer Woche für den Landkreis aus. Die Wocheninzidenz wurde auf 322,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beziffert.

Aus Sicht Scheurers müssten unbedingt weitere Berufsgruppen wie Busfahrer, Lehrer, Postangestellte und Verkäufer beschleunigt geimpft werden. Sie setzten sich täglich einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus. "Ich wünsche mir, dass mobile Impfteams sie an ihren Arbeitsplätzen aufsuchen und auch Hausärzte stärker in die Impfungen eingebunden werden."

Zwickaus Landrat Christoph Scheurer will ohne Priorität alle Bewohner impfen lassen.
Zwickaus Landrat Christoph Scheurer will ohne Priorität alle Bewohner impfen lassen. © privat

12.10 Uhr: Mit Bundes-Notbremse-Gesetz auch mehr Kinderkrankentage

Mit der geplanten Verabschiedung der sogenannten Bundes-Notbremse an diesem Mittwoch soll auch eine weitere Aufstockung der Kinderkrankentage beschlossen werden. Viele Familien litten unter der Doppelbelastung von Homeoffice und Homeschooling, schrieb SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich in einem Brief an die Mitglieder der SPD-Fraktion. "Um hier etwas Erleichterung zu schaffen, weiten wir den Rechtsanspruch auf Kinderkrankentagegeld aus." Das Bundeskabinett hatte den Schritt vor einer Woche auf den Weg gebracht.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt demnach noch einmal von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage. Für Alleinerziehende wird der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Wegen coronabedingter Einschränkungen an Kitas und Schulen war die Anzahl der Krankentage Anfang des Jahres bereits pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt worden, für Alleinerziehende von 20 auf 40 Tage. Eltern können die Tage nutzen, wenn sie sich für die Kinder von der Arbeit freistellen lassen müssen, weil diese pandemiebedingt nicht in der Kita oder Schule betreut werden. Das ausgezahlte Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

11.52 Uhr: Städtetag betont: Bundes-Notbremse nur vorübergehend

Der Deutsche Städtetag sieht in der geplanten Notbremse des Bundes die Chance, verloren gegangenes Vertrauen der Bevölkerung in die Corona-Politik zurückzugewinnen. Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) betonte zugleich, er halte es für wichtig, dass die schärferen Regeln nur vorübergehend gelten sollten. "Das Durcheinander mit unterschiedlichen Lösungen in den Ländern bei der Notbremse hat in den vergangenen Wochen Vertrauen gekostet", sagte der Leipziger Oberbürgermeisterr. "Wir brauchen jetzt vorübergehend einen gemeinsamen bundeseinheitlichen Rahmen, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen. Dabei ist es gut, dass die bundeseinheitliche Notbremse bis Ende Juni befristet werden soll.

"Klar sei, die Städte könnten erst dann Öffnungsschritte gehen und Modellprojekte vor Ort ausprobieren, wenn die Zahlen wieder sinken, sagte Jung nach einem Gespräch von rund 150 Oberbürgermeistern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag. Im Moment sei die Lage so schwierig, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten könne. "Wir appellieren deshalb an Bundestag und Bundesrat, nun rasch das Infektionsschutzgesetz zu ändern. Nach den Beschlüssen muss die Notbremse dann konsequent angewandt werden. Und wir brauchen eine gute Kommunikation von Bund und Ländern, damit die Menschen mitziehen."

11.14 Uhr: Zelt einer Corona-Teststelle in Brand

In Berlin-Marzahn ist in der Nacht zu Dienstag eine Corona-Teststelle durch einen Brand beschädigt worden. Nach Angaben der Polizei löschten gegen 2.20 Uhr Einsatzkräfte der Feuerwehr den vor einer Apotheke in der Havemannstraße aufgestellten Zeltpavillon. Das Feuer beschädigte den Angaben zufolge die Seitenwände. Verletzt wurde niemand. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes habe die Ermittlungen übernommen.

10.55 Uhr: Homeschooling-Tablets aus Grundschule gestohlen - Anklage

Knapp drei Monate nach dem Diebstahl von 242 neuen Tablets aus einer Berliner Grundschule hat die Staatsanwaltschaft einen 26-Jährigen angeklagt. Ihm werde Diebstahl zur Last gelegt, teilte die Anklagebehörde am Dienstag mit. Die Geräte im Wert von knapp 97.000 Euro sind nicht wieder aufgetaucht. Laut Staatsanwaltschaft soll der mutmaßliche Dieb Ende Januar mit einem Generalschlüssel aus dem Lagerraum der Schule im Ortsteil Gesundbrunnen die hochwertigen Tablets entwendet haben. Den Schlüssel bekam der Mann von einer Reinigungskraft. Die Geräte sollten laut Mitteilung Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien für das Homeschooling während des Corona-Lockdowns bekommen.

10.34 Uhr: Ifo gibt Schulen auch im zweiten Lockdown schlechte Noten

Die Schulschließungen zu Jahresbeginn haben bei Kindern und Jugendlichen nach einer Untersuchung des Ifo-Instituts tiefe Spuren hinterlassen. Im Schnitt gingen ihnen pro Tag mehr als drei Stunden Lernzeit verloren, wie eine am Dienstag veröffentlichte Befragung durch das Münchner Forschungsinstitut zeigt. Statt 7,4 Stunden pro Tag lernten die Schüler nur noch 4,3 Stunden - das ist weniger Zeit als sie mit Computerspielen, sozialen Netzwerken oder ihrem Handy verbrachten. Die Forscher stellen der Schulpolitik in ihrer Studie kein gutes Zeugnis aus - auch weil sie nur relativ geringe Verbesserungen zum ersten Lockdown feststellten.

Auch mit "langer Vorlaufzeit und nach eindringlichen Appellen von Eltern und Wissenschaft" sei es nicht gelungen, eine angemessene Beschulung aller Kinder im Distanzunterricht sicherzustellen. Die Ergebnisse seien "ernüchternd". Unter anderem beklagen die Forscher, dass zu wenige Kinder regelmäßigen Video-Unterricht haben. Bei 39 Prozent der Kinder war dies maximal ein Mal pro Woche der Fall. "Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. "Die Coronakrise ist eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder."

10.15 Uhr: Unternehmen können neuen Eigenkapitalzuschuss beantragen

In der Corona-Krise können besonders belastete Unternehmen seit Dienstag einen neuen Eigenkapitalzuschuss beantragen. "Die Corona-Lage ist weiter ernst. Daher brauchen unsere Unternehmerinnen und Unternehmer auch weiterhin unsere Unterstützung", teilte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin mit. Firmen könnten den neuen Zuschuss seit Dienstag mit ihrem Erstantrag auf die Überbrückungshilfe III beantragen. Anspruchsberechtigt seien Firmen mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in mindestens drei Monaten im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021. Unternehmen, die bereits einen Erstantrag auf Überbrückungshilfe III gestellt hätten, könnten den neuen Eigenkapitalzuschuss mit einem Änderungsantrag ab Ende April beantragen.

Der Zuschuss richtet sich nach dem Betrag, den ein Betrieb bei der Überbrückungshilfe III für Fixkosten erstattet bekommt - das sind etwa Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen für Kredite, Ausgaben für Strom und Versicherungen. Der Zuschuss beträgt bis zu 40 Prozent des Betrags, den ein Unternehmen für die förderfähigen Fixkosten erhält. Die Bundesregierung hatte in der Krise umfassende Hilfsprogramme beschlossen. Besonders belastete Branchen wie das Gastgewerbe oder der Einzelhandel forderten aber immer wieder Nachbesserungen.

9.53 Uhr: Lehrerverband für Distanzunterricht ab Inzidenz von 100

Der deutsche Lehrerverband fordert, Schüler im Kampf gegen die Corona-Pandemie früher in den Distanzunterricht zu schicken als vorgesehen. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 als Maßstab für Schulschließungen, wie sie ursprünglich in der Notbremse des Bundes vorgesehen war, sei viel zu hoch. "Es ist deswegen ein Fortschritt, wenn die Grenze jetzt auf 165 gesenkt werden soll", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch." Man dürfe nicht vergessen, dass die bundesweite Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren bereits jetzt deutlich höher liege. "Um eine Ausbreitung des Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet werden", forderte Meidinger.

Er habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Bund und Länder wollen mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes einheitliche Regelungen im Kampf gegen die dritte Corona-Welle festschreiben. Das gilt auch für die Schulen. Im ersten Entwurf des Bundes war vorgesehen, dass Schulen in den Distanzunterricht wechseln müssen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz auf 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner steigt. Dieser Schwellenwert soll nun aber gesenkt werden.

Nach der Beschlussempfehlung des maßgeblichen Gesundheitsausschusses, sollen Schulen schon bei einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht wechseln. Abschlussklassen und Förderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden können. In vielen Regionen liegt die Inzidenz zurzeit deutlich höher. Die Notbremse soll am Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden. Der Bundesrat will sich am Donnerstag damit befassen.

Wenn es nach dem Lehrerverband geht, würden Schüler bereits ab einer Inzidenz von mehr als 100 wieder zu Hause statt in der Schule lernen.
Wenn es nach dem Lehrerverband geht, würden Schüler bereits ab einer Inzidenz von mehr als 100 wieder zu Hause statt in der Schule lernen. © Rolf Vennenbernd/dpa

9.31 Uhr: Kommunen begrüßen Änderungen an Corona-Notbremse

Die Kommunen haben die geplanten Änderungen an der sogenannten Corona-Notbremse des Bundes begrüßt. "Es ist richtig, die Ausgangsbeschränkungen erst ab 22 Uhr vorzusehen. Andernfalls wären die Menschen alle zur selben Zeit abends noch in die Lebensmittelgeschäfte geströmt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag).Am Montag hatten sich die Regierungsfraktionen von Union und SPD geeinigt, bei den im Kampf gegen die Corona-Pandemie geplanten Ausgangsbeschränkungen noch einmal nachzusteuern: Bürger sollen das Haus von 22 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens nur in Ausnahmefällen verlassen dürfen - bis Mitternacht wäre es aber zumindest erlaubt, alleine zu joggen oder spazieren zu gehen. Nach dem ursprünglichen Plan sollten die Ausgangsbeschränkungen schon um 21 Uhr beginnen.

Für Schulen ist nach den überarbeiteten Plänen Distanzunterricht ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 verpflichtend. Im ursprünglichen Entwurf war ein Schwellenwert von 200 Neuinfektionen genannt. Die Notbremse soll am Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden. Der Bundesrat will sich am Donnerstag damit befassen.

Geschäfte sollen während der Notbremse geschlossen bleiben, bis auf die Möglichkeit von Click & Collect
Geschäfte sollen während der Notbremse geschlossen bleiben, bis auf die Möglichkeit von Click & Collect © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

9.07 Uhr: Freitaler Stadtratsbeschluss zu Corona-Tests wieder gekippt

Das hat Brisanz. Der Freitaler Stadtrat beschließt per Eilantrag mit der Mehrheit aus AfD, Konservativer Mitte, Freier Wähler und dem inzwischen parteilosen Ex-CDU Oberbürgermeister, dass sich die Stadt gegen die Testpflicht an Grundschulen wehren soll. Zweieinhalb Wochen später pfeift die Kommunalaufsicht des Landrates die Stadträte zurück. Der Inhalt des Antrages sei rechtswidrig, heißt es aus der übergeordneten Behörde. Für so manchen Stadtrat wenig überraschend. Mehr dazu im Artikel Hickhack um Freitaler Corona-Beschluss

8.44 Uhr: Testpflicht für Unternehmen tritt heute in Kraft

Ab sofort müssen alle Arbeitgeber in Deutschland ihren Beschäftigten regelmäßig Corona-Tests anbieten. Für alle Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, muss es einmal pro Woche ein Test-Angebot geben; für besonders gefährdete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernahe Dienstleistungen ausführen, mindestens zweimal pro Woche. Auch Beschäftigte, die vom Arbeitgeber in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, müssen zweimal wöchentlich ein Testangebot erhalten.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte die Verordnung am vergangenen Dienstag vom Kabinett absegnen lassen, sie tritt nun fünf Tage nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Welche Tests unter welchen Umständen gemacht werden müssen, erfahren Sie hier.

8.30 Uhr: Wocheninzidenz in Sachsen fällt auf 221

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus hat in Sachsen deutlich abgenommen, liegt aber noch immer auf einem hohen Niveau. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Dienstagmorgen bei 220,9. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor (Stand: 08.15 Uhr). Am Montag lag der Wert noch bei 236,5.

Sachsen zählt bundesweit damit aber weiterhin zu den am stärksten betroffenen Bundesländern, nur in Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher (246,3). In Deutschland gibt es aktuell nur ein Bundesland mit einer Inzidenz unter dem Grenzwert von 100: Schleswig-Holstein wird mit 72,4 in der RKI-Statistik geführt. Bundesweit ist die Inzidenz nach 165 am Montag jetzt leicht auf 162,4 gesunken.

8.11 Uhr: Pandemie-Oscars: Stars teils mit und teils ohne Maske

Die Teilnehmer der Oscar-Verleihung müssen während der Gala vor der Kamera keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Produzenten der 93. Academy Awards gaben am Montag (Ortszeit) in einer Videoschalte mit den Nominierten und ihren Vertretern bekannt, dass während Drehpausen Masken getragen werden müssen - etwa während der Werbeunterbrechungen, oder wenn eine Person gerade nicht gefilmt wird, wie das Branchenblatt "Variety" berichtete.

Die Zeremonie im Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station werde wie ein Filmdreh organisiert, hieß es. Für alle Gäste ist demnach eine Temperaturmessung vor der Gala verpflichtend. Zudem müssten Teilnehmer mindestens drei negative Corona-Tests vorlegen. 170 Plätze gibt es im Publikum; je nach Kategorie werden die Nominierten im Saal wechseln. Die traditionelle Glamour-Show mit Starrummel auf dem rotem Teppich vor Hollywoods Dolby Theatre fällt in diesem Jahr aus, stattdessen soll die Zeremonie auf mehreren Bühnen spielen. Neben dem neuen Standort Los Angeles Union Station sind Schalten aus London und von anderen Schauplätzen geplant. Wegen der Corona-Pandemie war die Trophäen-Show vom üblichen Termin im Februar auf Ende April verschoben worden. Mehr dazu im Artikel Spannung kurz vor der Oscar-Verleihung

7.48 Uhr: Corona-Warn-App wird mit Check-in-Funktion und Impfpass ausgebaut

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird mit neuen Funktionen zur Pandemiebekämpfung ausgebaut. So wird die neueste Version 2.0 der Smartphone-App, die spätestens am Mittwoch zum Download bereit stehen wird, um eine Check-in-Funktion erweitert. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden. In künftigen Versionen soll - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests erscheinen können. Mehr zu den neuen App-Funktionen erfahren Sie hier.

7.31 Uhr: Kreis Bautzen: Keine Hilfe an der Corona-Hotline

Der Corona-Selbsttest oder Schnelltest positiv - und dann? Vor allem kurz vorm Wochenende kann das zum Problem werden. Nicole Busack aus Kamenz hat es erlebt. "Tage, die man nicht braucht", beschreibt sie ihr vorletztes Wochenende. Busack ist Bäckereifachverkäuferin, sie muss sich regelmäßig testen. Und tut das immer dienstags und freitags. Als sie am 9. April einen Termin im Testzentrum des Gesundheitsamtes in Kamenz wahrnimmt, ist das für sie also Routine. Nach dem Mittag ruft sie das Ergebnis per QR-Code ab: Positiv! Jetzt muss sie am Freitagnachmittag einen PCR-Test machen.

Aber was ist los mit dem Krisen-Management des Landratsamtes? Erst am Sonnabendvormittag gibt es für drei Stunden wieder die Chance, an der Corona-Hotline jemanden zu erreichen. Doch das gelingt trotz 16 Versuchen nicht. Wie die lange Odyssee für die Frau ausgeht warum es kein besseres Krisenmanagement gibt, erfahren Sie hier.

7.14 Uhr: „Querdenker“: Ermittlungen wegen illegaler Versammlung in Dresden

Nachdem die Polizei am Sonnabend mit einem Großaufgebot verbotene Versammlungen in der Innenstadt verhindert hatte, eskalierte es abends am Postplatz. Uniformierte nahmen dort – recht ruppig – einen 52-Jährigen fest, der zuvor dort aus dem Grundgesetz vorgelesen hatte. Der Mann ist kein Unbekannter. Seit einem knappen Jahr liest er vor, aus Sorge um die Grundrechte im Zusammenhang mit den Pandemieauflagen. Polizeisprecher Marko Laske bestätigt den Einsatz. Der Verdächtige sei vorläufig festgenommen worden, er soll Wort- oder Rädelsführer einer verbotenen Versammlung gewesen sein. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier

Polizisten sperren am Samstag die Brühlschen Terrassen. Gegen Abend kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen.
Polizisten sperren am Samstag die Brühlschen Terrassen. Gegen Abend kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen. © dpa-Zenralbild

6:58 Uhr: Corona-Pandemie ist Gift für die Integration

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gefährden die Integration von Zuwanderern in Deutschland massiv. Zu diesem Schluss kommen Expertinnen in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Petra Bendel und ihre Mitautorinnen warnen: "Errungenschaften, die wir in den vergangenen sechs, sieben Jahren erzielt haben, drohen zu versanden, wenn wir nicht entsprechend gegensteuern."

Der Zugang zu Schulbildung, Sprach- und Integrationskursen sei für Eingewanderte und ihre Nachkommen besonders schwierig, zumal es vielfach an WLAN, Tablets oder Computern fehle und die Unterstützung durch Ehrenamtliche bedingt durch die Pandemie stark zurückgegangen sei. Dies gelte besonders für geflüchtete Kinder, die in Gemeinschaftsunterkünften lebten und dort mehrheitlich keinen Schreibtisch für sich hätten. Wo immer möglich solle eine dezentrale Unterbringung angestrebt werden - auch um das Ansteckungsrisiko zu senken. Grundsätzlich könnten "Anti-Diskriminierungsmaßnahmen" dazu beitragen, Migranten und Flüchtlinge "beim Zugang zu einem weiter zu fördernden Wohnungsmarkt besser zu unterstützen".

Gläubige Moslems lassen sich vor der Dar-as-Salam-Moschee in Berlin auf Corona testen, bevor sie den Gebetsraum betreten.
Gläubige Moslems lassen sich vor der Dar-as-Salam-Moschee in Berlin auf Corona testen, bevor sie den Gebetsraum betreten. © Wolfgang Kumm/dpa

6.43 Uhr: Bundesbürger kaufen wegen Corona deutlich weniger ein

Die Verbraucher in Deutschland haben im Coronajahr 2020 nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt mindestens 1.250 Euro weniger für den privaten Konsum ausgegeben als im Jahr vor der Krise. In der Summe entspreche das einem Rückgang der Konsumausgaben um 116 Milliarden Euro, heißt es in einer Untersuchung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts. Im Vergleich mit dem Jahr 2019 sei der Konsum um 6,1 Prozent eingebrochen – so stark wie seit 70 Jahren nicht. Für das erste Quartal 2021 beziffern die Forscher den Konsumausfall auf weitere 40 bis über 60 Milliarden Euro.

Besonders wenig hätten die Bundesbürger 2020 kurzlebige Konsumgüter wie Kleidung oder Schuhe gekauft, betonen die Autoren der Studie. Der Kauf langlebiger Konsumgüter wie Autos oder Möbel sei im Zuge des ersten Lockdowns zwar auch zurückgegangen, die Nachfrage habe aber im zweiten Halbjahr 2020 um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt – was der Studie zufolge auch an der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung gelegen haben dürfte. Der Einbruch bei Dienstleistungen sei um ein Vielfaches höher gewesen. Im gesamten Jahr 2020 habe sich der Rückgang auf 78 Milliarden Euro summiert. In Kauflaune seien die Verbraucher weiter nicht.

6.27 Uhr: Abitur in Corona-Zeiten - Prüfungen in Sachsen stehen an

Für tausende Abiturienten stehen in den nächsten Tagen die Abschlussprüfungen an. Los geht es mit dem Abitur im Fach Religion an diesem Freitag (23. April) - später folgen Fächer wie Deutsch (30. April) und Mathe (4. Mai). Um Nachteile für die Schülerinnen und Schüler in der Corona-Krise auszugleichen, sieht das Kultusministerium unter anderem 30 Minuten mehr Zeit für sämtliche Prüfungen sowie das mögliche Ausweichen auf einen Zweittermin vor. Die Zweit- und Drittkorrekturen finden an der jeweiligen Schule statt. Das soll eine faire Benotung sichern, falls Inhalte coronabedingt nicht ausreichend behandelt werden konnten, heißt es.

Nach Einschätzung des Landesschülerrates waren die Vorbereitungen in den vergangenen Monaten nicht einfach: "Wir mussten uns zum Großteil selber kümmern", sagte Vorsitzende Joanna Kesicka. Im Dezember seien die Abiturienten mehrere Wochen zu Hause gewesen, auch danach mussten viele wegen Quarantäne am heimischen Schreibtisch lernen. "Das ist gerade für Prüflinge und Abiturienten tragisch." Daher stand vor einigen Wochen noch die Frage im Raum: Sollen Abiturprüfungen notfalls ausfallen?

6.14 Uhr: Ministerium: Knapp 1,6 Milliarden Euro für Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium. Das Geld für die Corona-Forschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge zusätzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verfügung. Wer die Hauptakteure in der Forschung sind und wie das uns allen nützen soll, erfahren Sie hier.

Forscher haben mit mikroskopischen Fotos sichtbar gemacht, wie der Astrazeneca-Impfstoff in menschlichen Zellen wirkt (künstlerische Darstellung). Die mikroskopischen Bilder haben gezeigt, wie der Impfstoff Zellen in "kleine Fabriken" verwandelt, um das V
Forscher haben mit mikroskopischen Fotos sichtbar gemacht, wie der Astrazeneca-Impfstoff in menschlichen Zellen wirkt (künstlerische Darstellung). Die mikroskopischen Bilder haben gezeigt, wie der Impfstoff Zellen in "kleine Fabriken" verwandelt, um das V © University Of Southampton/PA Media/dpa

5.58 Uhr: Corona-Variante aus Indien: Wie schlimm ist B.1.617?

Eine aus Indien bekannte Corona-Variante sorgt für Aufsehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Robert Koch-Institut (RKI) und andere Experten bewerten die Variante B.1.617 derzeit zurückhaltend, SPD-Gesundheitsfachmann Karl Lauterbach jedoch wittert Gefahr. In Indien sind die Fallzahlen geradezu explodiert, mit zuletzt rund 270.000 registrierten Neuinfektionen pro Tag. Die Variante B.1.617 stehe derzeit unter Beobachtung, für eine Einstufung als "besorgniserregend" fehle bislang "die entsprechende Evidenz", teilte eine RKI-Sprecherin mit. "In Deutschland sind insgesamt acht aus dem März stammende Sequenzen der Linie B.1.617 identifiziert worden."

Die Variante trage zwei Mutationen an einem Oberflächenprotein, die von anderen unter Beobachtung stehenden Linien bekannt seien, erläuterte das RKI weiter. Beide würden «mit einer reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen in Verbindung gebracht, deren Umfang nicht eindeutig ist». Das heißt: Möglicherweise könnten Geimpfte und Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante weniger gut geschützt sein.

Auch bei den in Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) entdeckten Varianten wird diese Eigenschaft befürchtet. Beide hat die WHO als besorgniserregend eingestuft - als "Variant of Concern". Das gilt auch für die sehr ansteckende, Ende 2020 in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7, die inzwischen auch in Deutschland die dominierende Variante ist.

5.31 Uhr: RKI registriert 9.609 Corona-Neuinfektionen und 297 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.609 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 297 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.09 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Dienstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 162,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 165,3 angegeben.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.163.308 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.803.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.303.

5.19 Uhr: Aerosol-Experte: Spricht nichts gegen Sport im Freien

Beim kontaktlosen Sporttreiben im Freien ist das Risiko einer Corona-Ansteckung nach Ansicht des Präsidenten der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) äußerst gering. "Im Freien gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben", sagte GAeF-Präsident Christof Asbach im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Gesellschaft an die Politik appelliert, aus der Erkenntnis, dass Infektionen in Innenräumen stattfinden, ein praktisches Handeln abzuleiten.

"Wir haben damit einen Grundstein zum Verständnis gelegt, dass draußen sehr wenig passieren kann. Das bezieht den Sport natürlich mit ein", sagte Asbach. "Wenn wir nicht über Zweikampfsportarten wie Ringen oder Judo reden, sondern über Mannschaftssportarten oder Tennis, das auch nicht erlaubt war und bei dem man sich ohnehin nicht nahekommt. Da sehen wir ein extrem geringes Infektionsrisiko." Das hätte man auch deutlich früher so kommunizieren können, meinte der GAeF-Chef. Obwohl der Sport zeitig für jede Sportart spezielle Hygienekonzepte entwickelt hat, ist er weitgehend stillgelegt. Für Asbach ist das nicht verständlich.

Dienstag, 5 Uhr: Lehrerverband für Distanzunterricht ab Inzidenz von 100

Der deutsche Lehrerverband fordert, Schüler im Kampf gegen die Corona-Pandemie früher in den Distanzunterricht zu schicken als vorgesehen. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 200 als Maßstab für Schulschließungen, wie sie ursprünglich in der Notbremse des Bundes vorgesehen war, sei viel zu hoch. "Es ist deswegen ein Fortschritt, wenn die Grenze jetzt auf 165 gesenkt werden soll", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch."

Man dürfe nicht vergessen, dass die bundesweite Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren bereits jetzt deutlich höher liege. "Um eine Ausbreitung des Virus in den Schulen wirksam zu stoppen, muss der Präsenzunterricht bereits ab einer Inzidenz von 100 beendet werden", forderte Meidinger. Er habe kein Verständnis dafür, warum man bei Schulen einen anderen, gröberen Maßstab anlege als in anderen Bereichen der Gesellschaft.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

21.50 Uhr: Epidemiologe: Covid-Erkrankungen wichtiger als Neuansteckungen

Der Epidemiologe am Braunschweiger Helmholtz-Institut, Gérard Krause, hält die Zahl der Covid-Erkrankten für relevanter als die Zahl der Corona-Infizierten. "Wegen der Zunahme an Testaktivität, die ja erwünscht ist, und auch der Zunahme der Impfungen, die ebenfalls erwünscht ist, werden wir zwar weiterhin viele Infektionen sehen, aber hoffentlich deutlich weniger Erkrankungen", sagte Krause am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Insbesondere die Neuaufnahme von Covid-Patienten auf Intensivstationen bilde "sehr zeitnah und sehr gut die Dynamik der Pandemie ab".

Ein zusätzlicher Effekt durch die geplanten Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr sei nicht sehr groß, betonte Krause weiter. "Gerade aus Frankreich gibt es entsprechende Beobachtungen, dass Menschen dann vor der Ausgangssperre sich gegenseitig besuchen und möglicherweise die ganze Nacht auf improvisiertem, verengtem Raum miteinander verbringen." Man dürfe sich keinen allzugroßen zusätzlichen Effekt von Ausgangssperren erhoffen. Auch von einer Aufweichung der Impfpriorisierung hält der Epidemiologe nicht viel. "Wir kennen noch viel zu viele Menschen, die hochbetagt sind oder gesundheitliche Risikofaktoren haben, die gerne geimpft würden, aber noch keine Impfung bekommen haben", sagte Krause. Diese Menschen sollten auch weiterhin den Vortritt haben.

20.31 Uhr: Polizist erklärt "Querdenkern" das Prinzip christlicher Nächstenliebe

Der Chef der Polizeiinspektion Worms, Thomas Lebkücher, hat mit seinem couragierten Auftreten bei einer Versammlung von Corona-Leugnern einen Hit im Internet gelandet. Ein am Sonntag bei Twitter veröffentlichtes Video zeigt den Beamten in einem kurzen Gespräch mit "Querdenkern", die am Rande der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Auftritt vor dem Reichstag in Worms eine als Gottesdienst getarnte Demonstration abhalten wollten.

Lebkücher dringt in dem Gespräch auf die Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften. "Sie haben ein Recht zu demonstrieren, andere haben ein Recht auf Leben." Zudem bittet er die Gruppe, an das christliche Gebot der Nächstenliebe zu denken. Auf die Nachfrage eines Mannes, ob Jesus heute das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und eine Corona-Impfung empfehlen würde, antwortet der Polizist: "Der würde sagen: Betet so, dass ihr keinem anderen schadet."

20.00 Uhr: 200 Menschen protestieren an Freitaler Hauptstraße

An der Dresdner Straße in Freital findet derzeit eine Plakataktion gegen die Corona-Maßnahmen statt. Unter den Protestierenden sind hauptsächlich Eltern die sich mit Plakaten gegen die Test- und Maskenpflicht wenden. Immer wieder wird auf einen wahrgenommenen grundrechts-Entzug verwiesen. Derzeit beteiligen sich etwa 200 Menschen an der nicht angemeldeten Versammlung.

Mehr zum Thema: Corona-Protest an Dresdner Straße.

19.30 Uhr: Noch nie so viele Todesfälle an einem Tag in der Türkei

Die Türkei hat die höchste Zahl an Todesfällen an einem Tag im Zusammenhang mit Covid-19 seit Beginn der Pandemie gemeldet. Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, 341 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an oder mit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 36.267. Die Behörden meldeten am Montag zudem rund 55.000 Neuinfektionen an einem Tag, die Gesamtzahl der Infizierten in dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern stieg damit auf rund 4,3 Millionen.

Die Regierung hatte die Corona-Restriktionen Anfang März zunächst gelockert, damals lag die Zahl der Neuinfektionen zeitweise unter 10.000 täglich. In den vergangenen Wochen hat das Infektionsgeschehen aber wieder stark zugenommen und neue Einschränkungen wie verschärfte Ausgangsbeschränkungen wurden erlassen. Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen haben zurzeit die westtürkische Provinz Canakkale mit rund 963 Fällen pro 100.000 Einwohnern und die Millionenmetropole Istanbul mit rund 921 Fällen.

Bis vor wenigen tagen noch konnten die Menschen in Istanbul am Ufer vom Goldenen Horn auf dem Eminonu Markt Essen gehen. Inzwischen wurden die Lockerungen wieder zurückgenommen.
Bis vor wenigen tagen noch konnten die Menschen in Istanbul am Ufer vom Goldenen Horn auf dem Eminonu Markt Essen gehen. Inzwischen wurden die Lockerungen wieder zurückgenommen. © Emrah Gurel/AP/dpa

19.16 Uhr: Bundesregierung fördert Tierheime in der Corona-Krise

Von der Pandemie betroffene Tierheime können ab Samstag eine finanzielle Hilfe des Bundes beantragen. Wie das Bundesumweltministerium am Montag in Berlin mitteilte, können dann alle Tierschutzvereine, die Träger von Tierheimen sind, auf Antrag einen einmaligen Betriebskostenzuschuss von 7.500 Euro erhalten. Die Förderung soll die Folgen der Corona-Pandemie für die Tierheime abfedern.

Die Krise stelle die Tierschutzvereine "in einem bislang noch nicht abzusehenden Ausmaß vor große finanzielle Probleme", schrieb das Ministerium. In vielen Fällen würden Spenden derzeit wegfallen. Auch die Vermittlungsmöglichkeiten seien in der Krise weggebrochen, dadurch ergebe sich für die Tierheime ein größerer Betreuungsbedarf. Der Bundestag hatte im Dezember 2020 eine Förderung für die Tierheime beschlossen und im Haushalt des Bundesumweltministeriums Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro dafür vorgesehen. Die zur Auszahlung nötige Förderrichtlinie ist nun in Kraft getreten.

19.04 Uhr: Fitnessstudios verlieren im Lockdown massiv Mitglieder

Die Fitnessstudios in Deutschland haben in der Corona-Krise massiv Mitglieder verloren. Im vergangenen Jahr hat die Branche dem Arbeitgeberverband für Fitness- und Gesundheitsanlagen DSSV zufolge wegen der langen Schließungen rund 11,6 Prozent ihrer Kunden verloren. Von den 10,3 Millionen Mitgliedern Anfang dieses Jahres büßte sie bis Ende März noch einmal 13 Prozent ein, wie den Angaben zufolge aus einer Befragung von über 2.600 Fitness- und Gesundheitsanlagen hervorging.

Seit Anfang 2021 wurden demnach kaum neue Verträge abgeschlossen. "Das zentrale Problem der Branche ist die sehr schlechte Perspektive für den Kundenbestand", sagte DSSV-Präsidentin Birgit Schwarze der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Die Politik ignoriere unterdessen die Nöte der Branche, so Schwarze weiter: "Wir schreiben seit zwölf Monaten alle zuständigen Ministerien an, und wir haben alle unsere Hygienekonzepte - doch das interessiert die nicht." Die Regierenden wollten die Betriebe in jedem Fall noch geschlossen halten.

Ein Transparent weist auf den Räumungsverkauf im wegengeschlossenen Fitnessstudio "fit" in Limbach-Oberfrohna hin. Nach mehr als 20 Jahren am Markt macht das Fitnessstudio coronabedingt dicht. Die Geschäftsführerin beklagt Perspektivlosigkeit für die Bran
Ein Transparent weist auf den Räumungsverkauf im wegengeschlossenen Fitnessstudio "fit" in Limbach-Oberfrohna hin. Nach mehr als 20 Jahren am Markt macht das Fitnessstudio coronabedingt dicht. Die Geschäftsführerin beklagt Perspektivlosigkeit für die Bran © Jan Woitas/dpa-Zentralbild

18.43 Uhr: Sondersitzung des Sächsischen Landtages zum Infektionsschutzgesetz

Der Sächsische Landtag befasst am Dienstag (15.00) mit den geplanten Änderungen am Infektionsschutzgesetz des Bundes. Die Sondersitzung war von der AfD-Fraktion beantragt worden und steht unter dem Titel "Föderalismus erhalten - Nein zum Verlust der Länderkompetenzen durch das Infektionsschutzgesetz". AfD-Fraktionschef Jörg Urban hatte der Bundesregierung vorgeworfen, die Länder entmachten zu wollen.

Mit dem Antrag wird die sächsische Regierung unter anderem aufgefordert, den Gesetzentwurf ergebnisoffen im Bundesrat zu diskutieren und sich um eine Klärung im Vermittlungsausschuss zu bemühen. Nach der Geschäftsordnung des Landtages hat der Präsident auf Verlangen eines Viertels der Abgeordneten das Parlament unverzüglich zu einer Sitzung einzuladen. Die AfD hatte in der Corona-Krise wiederholt von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

18.28 Uhr: Kretschmer für baldige Aufhebung der Impfprioritäten

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine baldige Aufhebung der Prioritäten bei Corona-Schutzimpfungen ausgesprochen. "Ich wäre sehr dafür, wenn wir das jetzt möglichst schnell beenden würden", sagte er am Montag bei einer Podiumsdiskussion zum Sächsischen Apothekertag, der virtuell stattfand. Man habe jetzt diesen Punkt erreicht. Möglicherweise werde das noch nicht in den nächsten zehn Tagen so weit sein, aber spätestens danach.

"Wir haben jetzt in den Arztpraxen so viel Impfstoff liegen", stellte Kretschmer fest. Wenn man die Priorisierung abschaffe, gebe es bei den Impfungen einen neuen Schwung. Man müsse nun den niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten mehr Verantwortung übergeben. Je eher das passiere, desto schneller komme man zu höheren Impfzahlen. Dafür, dass Sachsen derzeit wieder von hohen Inzidenzen betroffen ist, nannte der Regierungschef mehrere Gründe. So verwies er etwa auf die Situation in den Nachbarländern: In Tschechien habe die Inzidenz mancherorts zeitweilig über 1.000 betragen, in Polen über 400. Das habe Folgen für Sachsen gehabt.

Zudem haben man ein Phänomen beobachten können, das schon bei früheren Pandemien aufgetreten sei: In Regionen, die am Anfang einer Pandemie weniger betroffen sind, gehe man offenbar laxer mit Regeln um und sei dann in der zweiten und dritten Welle stärker betroffen. Im Vogtland hat sich die Einstellung zur Pandemie nach Kretschmers Einschätzung inzwischen geändert - sie werde ernster genommen.

18 Uhr: Neuer Impfgipfel von Bund und Ländern am nächsten Montag

Bund und Länder wollen in der nächsten Woche erneut über den Stand der Corona-Impfungen in Deutschland beraten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) teilte am Montag in Potsdam mit, er freue sich über die "Einladung zum Impfgipfel am kommenden Montag aus dem Kanzleramt". "Ganz klar: Impfen ist der einzige Weg aus der Pandemie", betonte Woidke.

Er hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) - als Chef der Ministerpräsidentenkonferenz - um einen erneuten Impfgipfel gebeten. Im Februar und März hatten sich Merkel und die Ministerpräsidenten bereits zum Thema Impfen zusammengeschaltet. Dabei ging es auch um die stärkere Einbeziehung von Arztpraxen. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) haben bis Sonntag 16,4 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten, mehr als 5,5 Millionen sind vollständig geimpft.

17.39 Uhr: Greta Thunberg spendet für bessere Corona-Impfstoffverteilung

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg will über ihre Stiftung 100.000 Euro spenden, damit mehr Corona-Impfstoffe für ärmere Länder gekauft werden können. Das Geld soll über die Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an die solidarische Impfinitiative Covax gehen, wie die 18-jährige Schwedin als Gast von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus an Montag bei einer Online-Pressekonferenz verkündete.

"Die Welt muss mehr gegen die Tragödie der ungleichen Impfstoffverteilung tun", sagte Thunberg. "Wie in der Klimakrise müssen wir denen zuerst helfen, die am stärksten gefährdet sind." Nach WHO-Angaben hat in vielen reicheren Ländern schon jeder vierte Einwohner eine erste Impfdosis erhalten. In Ländern mit niedrigen Einkommen sei es erst jeder 500ste.

17.24 Uhr: Ausbruch trotz Schnelltest: Besucher trägt Coronavirus in Klinik

Ein Besucher mit falsch-negativem Schnelltest-Ergebnis hat im Klinikum Dortmund einen Corona-Ausbruch ausgelöst. Mittlerweile seien 26 Infektionen - 18 Patienten und acht Mitarbeiter - auf den Vireneintrag zurückzuführen, sagte ein Sprecher des Klinikums am Montag. Die Infizierten seien jedoch alle bisher entweder symptomlos oder durchlebten milde Verläufe. Die "Ruhr Nachrichten" hatten zuvor berichtet. Der Besucher hatte den Angaben zufolge vor mehr als einer Woche für einen Patientenbesuch ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorgelegt, sich aber anschließend als ansteckend mit dem Coronavirus erwiesen. 300 Patienten und Mitarbeiter waren in der Folge getestet worden.

Die Klinik warnt in diesem Zusammenhang davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen: "So ein negatives Schnelltestergebnis ist kein Freifahrtschein. Es gelten weiterhin Maskenpflicht und Abstandsregeln, um genau so etwas zu vermeiden", sagte der Sprecher. Es sei aber nicht immer allen Besuchern vermittelbar, dass man auch mit negativem Schnelltest durchaus infektiös sein könne und daher eben nicht Vorsichtsmaßnahmen über Bord werfen dürfe.

17.02 Uhr: Tui Cruises verlangt zwei Corona-Tests - nicht mehr kostenlos

Vor einer Kreuzfahrt mit Tui Cruises sind bald zwei Corona-Tests für die Passagiere verpflichtend - und diese müssen von den Reisenden künftig selbst bezahlt werden. Ab dem 13. Mai mit Beginn der Griechenland-Saison der "Mein Schiff 5" benötige jeder Gast für den Reiseantritt zwei negative Testergebnisse, erklärt die Reederei - einen PCR-Test und einen Antigen-Schnelltest. Zuerst hatte das Portal "Cruisetricks.de" darüber berichtet. Der PCR-Test für Passagiere ab sechs Jahren, der frühestens 72 Stunden vor Reisebeginn gemacht werden darf, ist bereits Pflicht.

Für mehr Sicherheit soll nun ein zusätzlicher Antigen-Schnelltest für Personen ab vier Jahren kurz vor dem Beginn der Reise sorgen, also frühestens am Abend vor dem Abflug. Dieser zweite Test werde im Gesundheitsfragebogen abgefragt, ein schriftlicher Nachweis sei aber nicht nötig. Ein Selbsttest ist möglich. Die Pflicht zum doppelten Test gilt auch dann, wenn die Urlauberin oder der Urlauber bereits geimpft ist.

Tui Cruises verlangt von Passagieren seiner Schiffe jetzt zwei Corona-Tests, die auch nicht mehr im Reisepreis enthalten sind.
Tui Cruises verlangt von Passagieren seiner Schiffe jetzt zwei Corona-Tests, die auch nicht mehr im Reisepreis enthalten sind. © Daniel Bockwoldt/dpa (Symbolfoto)

16.45 Uhr: Corona trifft Städte wirtschaftlich besonders hart

Städte leiden wirtschaftlich besonders stark unter der Corona-Krise. In ihnen stieg die Arbeitslosigkeit schneller und das Geschäftsklima verschlechterte sich stärker als andernorts, wie eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts ergab. "Der soziale Konsum spielt in den Städten eine größere Rolle. Hier schlagen die Auswirkungen der Pandemie besonders ins Kontor", sagte Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Zudem fehlt den Städten ein wichtiger Treiber der Erholung: "Weil in Städten weniger Industrie angesiedelt ist, haben sie zudem weniger von der Erholung des verarbeitenden Sektors in der zweiten Jahreshälfte 2020 profitiert", sagt Peichl.

In der Studie untersuchten die Forscher vier Gruppen von Städten und Landkreisen. Eine umfasste Städte, eine norddeutsche Gebiete mit niedrigen Inzidenzen, eine Süd- und Westdeutschland außerhalb der Städte und eine ostdeutsche Gebiete mit hohen Inzidenzen. Obwohl die Gruppe der Städte nicht die höchsten Inzidenzwerte im Vergleich hatte, stieg in ihr die Arbeitslosenquote mit Abstand am stärksten. Von Januar 2020 bis August 2020 legte sie um knapp 1,5 Prozentpunkte zu. In den anderen Gruppen ging es nur um 0,3 bis 0,8 Punkte nach oben. Bis zum Ende des Beobachtungszeitraums im Dezember 2020 hatte sich die Lage zwar etwas entspannt, die Städte standen allerdings immer noch klar am schlechtesten da. Ob die Städte auch langfristig Verlierer der Corona-Krise sein werden, sei noch nicht zu beurteilen.

Städte wie Erfurt sind besonders auf privaten Konsum angewiesen. Weil der im Lockdown schwer funktioniert, leiden Großstädte besonders in der Corona-Pandemie.
Städte wie Erfurt sind besonders auf privaten Konsum angewiesen. Weil der im Lockdown schwer funktioniert, leiden Großstädte besonders in der Corona-Pandemie. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

16.24 Uhr: Dynamo Dresden nimmt nach negativen Tests Individualtraining auf

Dynamo Dresden hat nach vier Tagen Quarantäne wieder das Individualtraining aufgenommen. Wie der Fußball-Drittligist am Montag bekanntgab, wurden zuvor alle Spieler sowie das Trainer- und Betreuer-Team einem Schnell- und einem PCR-Test unterzogen. Da alle Schnelltests negativ waren, konnte individuell trainiert werden. Der Verein erwartet für Dienstag alle Ergebnisse der PCR-Tests. Fallen diese sowie die einer weiteren Testreihe negativ aus und das Dresdner Gesundheitsamt stimmt zu, kann Dynamo ab Mittwoch das reguläre Mannschaftstraining wieder aufnehmen.

Wegen zweier positiver Tests im Spielerkader in der vergangenen Woche wurde die gesamte Mannschaft in Quarantäne geschickt. Die Partien gegen den MSV Duisburg am vergangenen Samstag sowie gegen den KFC Uerdingen an diesem Dienstag wurden daraufhin vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgesagt.

16.12 Uhr: Betriebsärzte sollen ab Juni in Corona-Impfungen einsteigen

In die Corona-Impfungen sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Juni auch Betriebsärzte einsteigen. "Wie angekündigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit", sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna. Dazu würden noch Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen. "Damit erhalten Arztpraxen und Länder mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren."

Biontech will laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet. Von Biontech sollen Arztpraxen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen Dosen bekommen, im Juni jeweils mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche. In der letzten April-Woche sollen die Praxen den Planungen zufolge von Biontech knapp 2,1 Millionen Dosen bekommen. Daneben sind für die regionalen Impfzentren der Länder 1,9 Millionen Dosen von Biontech, Astrazeneca und Moderna vorgesehen.

15.54 Uhr: Lindner: FDP wird Bundes-Notbremse so nicht zustimmen

Die FDP hat weiter grundsätzliche Bedenken auch gegen die neue Version von Änderungen am Infektionsschutzgesetz. "So, wie jetzt das Gesetz geändert wird, werden wir trotz leichter Verbesserungen noch nicht zustimmen können", sagte FDP-Chef Christian Lindner am Montag in Berlin. Seine Partei werde deswegen eigene Änderungsanträge einbringen. "Ausgangssperre ist immer noch unvollkommen geregelt, man braucht sie in der Form nicht", sagte Lindner. "Und auch bei der Inzidenzzahl 165: Das ist gegriffen, nur ein Indikator überhaupt, die Inzidenz." Es gebe "kein Set von Indikatoren, kein testweises Öffnen in Modellvorhaben."

Zuvor hatten sich die Regierungsfraktionen von Union und SPD geeinigt, die geplanten Ausgangsbeschränkungen noch einmal anzupassen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

15.40 Uhr: Sachsen öffnet Impftermine bald für die nächste Gruppe

In der vergangenen Woche haben Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Öffnung der dritten Priorisierungsgruppe bei der Corona-Impfung angekündigt. Entgegen anderslautender Medienberichte am Montag hat das Sozialministerium das nun noch einmal bestätigt. Auf Anfrage von Sächsische.de heißt es: "Im Laufe dieser Woche werden für die Priorität drei die Termine freigeschaltet. Die Vorbereitungen laufen in Abstimmung mit dem DRK, wir informieren rechtzeitig." Das genaue Datum wird noch nicht bekannt gegeben. Jedoch ist damit zu rechnen, dass es wohl gegen Ende der Woche passieren wird. Mehr dazu um Artikel Corona: Priorität 3 kommt diese Woche

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Mehr als jeder Fünfte in Deutschland gegen Corona geimpft

Rund 21 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben inzwischen mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor (Stand: 21.4., 09.10 Uhr). So verabreichten die Impfzentren, mobilen Teams, Krankenhäuser sowie die Hausärzte bislang knapp 17,3 Millionen Erstimpfungen und weitere gut 5,6 Millionen Zweitimpfungen. Demnach lag die Quote der einmal Geimpften bei 20,8 Prozent und die der vollständig Geimpften bei 6,8 Prozent. In Sachsen wurden bisher 20,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal und 7,4 Prozent sind vollständig geimpft - das ist der vierthöchste Wert der deutschen Bundesländer.

Am Dienstag (20.4.) wurden 535.198 weitere Impfungen verabreicht. Die bisher meisten Impfungen gab es am 14. April mit insgesamt 770.046 Dosen. Alle Bundesländer bis auf Baden-Württemberg und Hessen liegen nun beim Bevölkerungsanteil über der 20-Prozent-Marke. Die höchte Quote hat Bremen mit 23,5 Prozent, die niedrigste hat nach wie vor Hessen mit 18,8 Prozent. Bis zum 18. April wurden 25,5 Millionen Dosen Impfstoff nach Deutschland geliefert. 90 Prozent davon wurden bis zum 20. April verimpft.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

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