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Deutschland & Welt

Corona: Inzidenz in Deutschland sinkt weiter

Bundesweit 774 Neuinfektionen, ein Drittel der Deutschen komplett geimpft, Reise zu EM-Spiel Deutschland gegen England nicht möglich - der Newsblog.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle in Deutschland sinkt weiter.
Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle in Deutschland sinkt weiter. © dpa/Bernd Weissbrod

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

5.11 Uhr: RKI registriert 774 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 774 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1076 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,2 an (Vortag: 6,6; Vorwoche: 10,3). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 62 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 91 Tote.

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Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.725.580 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.616.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.678 angegeben. Den Sieben-Tage-R-Wert gab das RKI am Donnerstagabend mit 0,75 (Vortag: 0,72) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 75 weitere Menschen anstecken.

Freitag, 4.55 Uhr: RKI-Chef Wieler sieht K.o.-Spiele in London kritisch

Lothar Wieler sieht die K.o.-Spiele der Fußball-Europameisterschaft in London weiterhin kritisch. "Aus infektionsmedizinischer Sicht ist das keine gute Idee", sagte der Präsident des Robert Koch-Institutes in einem Interview der "Rheinischen Post". In Großbritannien breitet sich die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante des Coronavirus stark aus und ist dort für die Mehrzahl der aktuellen Infektionen verantwortlich.

Wenig Verständnis hat Wieler unter dem Gesichtspunkt des Infektionsschutzes auch für volle Stadien und umherreisende Fußball-Anhänger. Unter diesem Aspekt sei er darüber nicht glücklich und Reisen von Fans kreuz und quer durch Europa seien natürlich nicht sinnvoll. "Im Münchner Stadion gibt es immerhin ein Hygienekonzept, das den Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete erlaubt und auch die Anreise regelt", sagte der RKI-Chef.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.03 Uhr: Corona-Krise in Portugal spitzt sich zu: Lockerungen ausgesetzt

Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante und einer Zunahme der Infektionsfälle hat die Regierung Portugals die für Montag vorgesehenen Lockerungen der Corona-Einschränkungen für weite Teile des Landes ausgesetzt. "Wir befinden uns in einer kritischen Phase", erklärte Präsidentschafts- Ministerin Mariana Vieira da Silva am Donnerstag in Lissabon.

Mit 1556 neuen Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde am Donnerstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC hat Portugal inzwischen mit einer 14-Tage-Inzidenz von gut 124 den höchsten Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: Deutschland weist 25 auf.

Besonders schlecht ist die Lage im Großraum Lissabon sowie in Sesimbra und Albufeira, die alle 14-Tage-Inzidenzen von mehr als 240 aufweisen. Dort werden die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie deshalb sogar verschärft. Gastronomiebetriebe und Einzelhandel (Lebensmittelläden ausgenommen) müssen dort etwa an den Wochenenden und Feiertagen wieder bereits um 15.30 schließen.

Lissabon - wo die Delta-Variante bereits mehr als 70 Prozent aller Fälle ausmacht - wird wieder zwischen Freitagnachmittag und dem frühen Montagmorgen abgeriegelt. Allerdings dürfen die gut 2,8 Millionen Bewohner anders als vor einer Woche den Großraum «Area Metropolitana» diesmal nicht nur aus «triftigem Grund» wie etwa Arbeit oder Arztbesuch verlassen. Man darf auch dann raus, wenn man einen negativen Test, einen Nachweis über eine vollständige Immunisierung oder über eine Genesung von der Krankheit vorlegt.

21.15 Uhr: Weiter keine Einreise von Deutschland nach Großbritannien

Trotz niedriger Fallzahlen müssen Reisende aus Deutschland in Großbritannien weiterhin in Quarantäne gehen. Das geht aus der Aktualisierung der Corona-Reiseliste der britischen Regierung vom Donnerstag hervor. Die Bundesrepublik bleibt demnach im britischen Ampelsystem weiterhin auf der gelben Liste, für die eine zehntägige Quarantäne und zwei Coronatests vorgeschrieben sind.

Fußball-Fans aus Deutschland haben damit keine Chance mehr, das EM-Achtelfinalspiel zwischen der deutschen Nationalelf und den englischen Three Lions am kommenden Dienstag im Londoner Wembley-Stadion zu verfolgen. Es sei denn, sie halten sich bereits in Großbritannien auf.

Obwohl der Druck auf die Regierung von Premierminister Boris Johnson zunimmt, die strengen Quarantäne-Vorschriften für beliebte Urlaubsländer in Europa aufzuheben, wurde die grüne Liste am Donnerstag nur um einzelne Regionen ergänzt. Dazu gehören unter anderem die Balearischen Inseln Mallorca und Ibiza sowie das zu Portugal gehörende Madeira und die Mittelmeerinsel Malta. Rückkehrer von dort müssen vom 30. Juni an nicht mehr in Quarantäne. Die Regierung bestätigte jedoch auch Pläne, wonach die Pflicht zur Selbstisolation für zweifach geimpfte Reiserückkehrer aus Ländern der gelben Liste zu einem späteren Zeitpunkt im Sommer aufgehoben werden soll. Details dazu sollen im Juli bekannt gegeben werden.

Keine Einreise nach Großbritannien für Deutsche - für Fans der Deutschen Nationalmannschaft die sich das Spiel im Wembley-Stadion anschauen wollen, gilt weiterhin Quarantänepflicht.
Keine Einreise nach Großbritannien für Deutsche - für Fans der Deutschen Nationalmannschaft die sich das Spiel im Wembley-Stadion anschauen wollen, gilt weiterhin Quarantänepflicht. © dpa/ Bradley Collyer

20.27 Uhr: 24 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsämter haben am Donnerstag 24 Neuinfektionen in 24 Stunden gemeldet. Im gleichen Zeitraum starben 14 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Damit steigt die Gesamtzahl der Infektionen auf 285.773 und die der Todesfälle auf 10.059. 275.130 Sachsen gelten derweil als Genesen, die 7-Tage-Inzidenz beträgt im ganzen Freistaat vier.

19.53 Uhr: Hunderte Schüler bei Klassenfahrten auf Mallorca mit Corona infiziert

Hunderte Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Teilen Spaniens haben sich offenbar auf Abschlussfahrten Mitte Juni auf Mallorca mit dem Coronavirus infiziert. Allein in Madrid seien mindestens 245 Jugendliche betroffen, teilten die regionalen Behörden am Donnerstag mit. Zuvor hatte das Baskenland von 49, die Region Valencia von 32 und Murcia von 18 Fällen berichtet. Es wird vermutet, dass praktisch alle betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren und sich vom 12. bis 18. Juni auf der Mittelmeerinsel aufhielten. Alle Schüler hätten sich mit der britischen Variante des Virus infiziert.

19.33 Uhr: Nordländer wollen erneute Schließungen verhindern

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie und dabei insbesondere gegen die sich weiter ausbreitende Delta-Variante wollen die fünf norddeutschen Bundesländer auf erneute Schließungen verzichten. Stattdessen müssten die Impfungen forciert werden, um eine Durchimpfung der Bevölkerung und damit die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag zum Abschluss einer Konferenz der Ministerpräsidenten und Bürgermeister der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Parallel dazu müssten die in einigen Bereichen bestehenden Maßnahmen wie Masken- oder Testpflicht die Menschen weiter schützen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Delta-Variante wie die britische Variante die Corona-Infektion übernehmen wird." Schwesig appellierte an die Bürger, das Impfangebot zu übernehmen.

19.00 Uhr: Kretschmann: Staat sollte im Pandemiefall härter durchgreifen dürfen

Im Kampf gegen Pandemien sollte der Staat nach Meinung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drastischer als bisher in Freiheitsrechte der Bürger eingreifen dürfen. Der Grünen-Politiker sagte im Interview mit "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten": "Meine These lautet: Wenn wir frühzeitige Maßnahmen gegen die Pandemie ergreifen können, die sehr hart und womöglich zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gegenüber den Bürgern sind, dann könnten wir eine Pandemie schnell in die Knie zwingen." Dann müsse man nicht monatelang und in Wellen Grundrechtseinschränkungen machen, mit erheblichen negativen Folgen für die ganze Gesellschaft. "Wir sollten also einmal grundsätzlich erwägen, ob wir nicht das Regime ändern müssen, so dass harte Eingriffe in die Bürgerfreiheiten möglich werden, um die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen."

17.30 Uhr: Bald sind 60 Prozent aller EU-Erwachsenen geimpft

Bis Sonntag sollen 220 Millionen Europäer mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft sein - rund 60 Prozent der Erwachsenen in der EU. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag beim EU-Gipfel. Für Juli erwartet die Kommission dann noch einmal die Lieferung von mindestens 90 Millionen Impfdosen von Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. Hinzu kommen könnten mehr als 30 Millionen Dosen von Astrazeneca, was aber nicht bestätigt sei.

Mit den Prognosen liegt die Kommission auf Kurs für ihr Impfziel: Bis Ende Juli soll so viel Impfstoff ausgeliefert sein, dass 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Spritze bekommen können. Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass dies zur Eindämmung der Pandemie nicht reicht. Zum einen sind für eine Immunisierung bei fast allen Impfstoffen zwei Spritzen nötig. Zum anderen muss ein möglichst hoher Anteil der Gesamtbevölkerung erreicht werden und nicht nur der Erwachsenen.

"Jetzt gilt es, das Tempo der Impfkampagnen in den Mitgliedstaaten zu erhöhen", schrieb von der Leyen auf Twitter. Die Impfstofflieferungen sollen im zweiten Halbjahr wachsen. So sollen von Anfang Juli bis Ende September 497 Millionen Dosen kommen, von Oktober bis Ende Dezember weitere 399 Millionen Dosen. Bisher wurden seit Beginn der Impfkampagne nach Angaben der Kommission insgesamt 424 Millionen Dosen geliefert.

17.05 Uhr: Schüler können ausgefallenen Schwimmunterricht im Sommer nachholen

Nach der Corona-Pandemie soll Sport und Bewegung an Kitas und Schulen stärker gefördert werden. "Bewegung macht Kindern und Jugendlichen nicht nur Spaß, sie ist auch unverzichtbar für ihre Entwicklung", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag im Landtag in Dresden. Zuvor stimmte der Landtag einem Antrag der schwarz-grün-roten Regierungsfraktionen zu. Demnach soll nicht nur die aktuelle Situation in Kitas und Schulen geprüft, sondern auch etwa Konzepte erarbeitet werden, um künftig im eingeschränkten Regelbetrieb mehr Bewegung zu ermöglichen und Sportangebote stärker in Ganztagsangeboten zu verankern.

Um den coronabedingt ausgefallenen Schwimmunterricht nachzuholen, soll es in den Sommerferien Kurs-Angebote geben, erklärte Piwarz. Die Teilnahme ist freiwillig. Laut Grünen im Landtag bedürfe es dazu verstärkte Kooperationen mit außerschulischen Partnern - etwa zur Nutzung von weiteren Wasserflächen. Zudem fordern die Grünen mehr Möglichkeiten in höheren Jahrgangsstufen, um das Schwimmen zu festigen. Bisher ist es Bestandteil des Unterrichts in der zweiten Klasse.

16.38 Uhr: US-Experten: Seltene Fälle von Herzentzündungen nach Corona-Impfung

Experten der US-Gesundheitsbehörde CDC sehen einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen und selten auftretenden Herzmuskelentzündungen bei jüngeren Männern. Seit April habe es in den Vereinigten Staaten mehr als 1000 gemeldete Fälle von Myokarditis oder Perimyokarditis gegeben, teilte die CDC am Mittwoch mit. Die Behörde betonte dabei jedoch, dass das Auftreten der Erkrankungen mit knapp 13 Fällen auf einer Million gering sei und empfiehlt das Impfen nachdrücklich. "Die bekannten und potenziellen Vorteile einer Covid-19-Impfung überwiegen die bekannten und potenziellen Risiken, einschließlich des möglichen Risikos einer Myokarditis oder Perimyokarditis", hieß es. Auch seien die meisten Patienten schnell wieder vollständig genesen, Todesfälle habe es nicht gegeben. Ein gehäuftes Auftreten nach einer Impfung mit einem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer oder Moderna habe es Untersuchungen zufolge dabei nur in den Altersklassen von 12 bis 29 Jahren gegeben.

16.00 Uhr: Curevac sieht sich inzwischen als kommerzielles Pharma-Unternehmen

Die Tübinger Firma Curevac sieht sich mittlerweile mehr als kommerzielles Pharma-Unternehmen - und weniger als vorrangig durch Forschung geprägte Biotech-Firma. Gründe dafür seien vor allem die zahlreichen Kooperationen mit großen Pharma-Unternehmen etwa bei der Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion von Corona-Impfstoffen, wie Vorstandschef Franz-Werner Haas bei der Online-Hauptversammlung mit Investoren am Donnerstag in Tübingen sagte.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Start-up gegründet und hat sich auf die sogenannte mRNA-Technologie spezialisiert. Neben Corona-Impfstoffen entwickelt Curevac etwa auch Impfstoffe gegen Tollwut oder Gelbfieber sowie Mittel zur Krebsbekämpfung. Der Vorstandsvorsitzende Haas erläuterte den Investoren erneut, welch herausfordernden Bedingungen für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs erster Generation aus Sicht des Unternehmens bestehen. Zugleich betonte er die Bedeutung der Vorauszahlung von 450 Millionen Euro hierfür der Europäischen Kommission für die aus seiner Sicht gute finanzielle Lage des Unternehmens. Die EU hat sich laut Curevac bis zu 225 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs erster Generation gesichert sowie eine Option auf weitere 180 Millionen Dosen. Eine Zulassung des Impfstoffs steht bislang aus.

© dpa

14.24 Uhr: Bund verlängert Antragsfrist für Corona-Nothilfen in Profi-Ligen

Vereine aus den deutschen Profiligen mehrerer Sportarten können noch bis zum Ende des Jahres Corona-Soforthilfen beantragen. Der Bund verlängerte die Frist nach Angaben des CDU-Sportpolitikers Frank Steffel vom Donnerstag. Insgesamt 325 Millionen Euro stehen den Clubs für 2021 noch zur Verfügung. Da die allgemeinen Wirtschaftshilfen Ende September ausliefen, wertete Steffel die Fristverlängerung als "Beweis für die Bedeutung des Sports in unserer Gesellschaft".

Im vergangenen Jahr waren von den vorgesehenen 200 Millionen Euro laut Steffel nur 75 Millionen Euro abgerufen worden. Die verbliebenen 125 Millionen Euro wurden auf die 200 Millionen Euro für dieses Jahr aufgeschlagen. Abrufen können die Gelder Vereine aus den jeweils ersten drei Ligen im Volleyball, Handball, Basketball und Eishockey, der drei höchsten Fußball-Ligen der Frauen sowie der 3. Fußball-Liga der Männer. Ausgenommen sind die 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Männer.

13.54 Uhr: Highfield-Festival erneut abgesagt

Das Highfield-Festival am Störmthaler See bei Leipzig fällt auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. "Trotz sinkender Inzidenzen waren wir letztlich erneut zu einer Verschiebung gezwungen, da die Situation unter anderem wegen der Delta-Variante nach wie vor unvorhersehbar ist", sagte Veranstalter Stephan Thanscheidt von FKP Scorpio am Donnerstag. Zum Schutz der Gesundheit der Gäste und der Teams sei dieser Schritt notwendig.

Ursprünglich war das Festival vom 13. bis 15. August geplant. Im kommenden Jahr soll es vom 19. bis 21. August 2022 stattfinden, alle Tickets behalten nach Angaben des Veranstalters ihre Gültigkeit.

13.47 Uhr: Jeder Dritte in Deutschland ist nun vollständig geimpft

Jeder Dritte ist in Deutschland nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind 27,8 Millionen Menschen, ihre Quote hat damit die Drittelmarke knapp überschritten (33,5 Prozent). Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor. Mehr als 43,4 Millionen Menschen (52,2 Prozent) haben demnach bisher mindestens eine Impfung bekommen. Allein am Mittwoch wurden 1.267.717 Impfdosen verabreicht.

Laut RKI werden jeden Tag mehr als 800 000 Corona-Schutzimpfungen deutschlandweit verabreicht. Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 59,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Zwölf weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Nur Hamburg (49,5 Prozent), Bayern (49,3 Prozent) und Sachsen (46,4 Prozent) haben diese Marke noch nicht überschritten. Das Saarland zählt mit 40,0 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 30,9 Prozent am Ende der Rangliste.

13.30 Uhr: Bundespräsident Steinmeier dankt Bundeswehr für Hilfe in der Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Bundeswehr für ihre Unterstützung bei der Eindämmung der Corona-Pandemie gedankt. Deren Hilfe war vielfältiger als einer breiten Öffentlichkeit bewusst sei, sagte Steinmeier am Donnerstag beim Besuch Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Das Staatsoberhaupt hat sich dort über die Arbeit des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr informiert. Es wird aktiv, wenn zivile Behörden bei der Bundeswehr wie jetzt während der Pandemie Unterstützung anfordern.

Steinmeier erinnerte an den bislang größten Hilfseinsatz der Bundeswehr im Innern, bei dem Soldaten während der vergangenen rund 15 Monate unter anderem bei der Kontaktnachverfolgung in Gesundheitsämtern, in Impfzentren und bei Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen geholfen haben. Dass die Pandemie inzwischen erheblich an Dramatik verloren habe, wäre ohne die Bundeswehr nicht möglich gewesen, sagte Steinmeier nach einem Rundgang durch die Operationszentrale

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) besucht das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin und lässt sich über die zahlreichen Hilfseinsätze informieren.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) besucht das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin und lässt sich über die zahlreichen Hilfseinsätze informieren. © Bernd von Jutrczenka/dpa

13.15 Uhr: Was mit Delta auf Deutschland zukommt

Die Corona-Lage in Deutschland wirkt so entspannt wie lange nicht. Aber trügt der Schein? Die in Indien entdeckte Virusvariante Delta legt anteilsmäßig in Deutschland deutlich zu. Manche fürchten: Was passiert erst, wenn die Schulen nach den Ferien wieder öffnen? "Delta ist so ernst wie es nur geht", schrieb der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding kürzlich. Dazu gibt es hier Fragen und Antworten.

13.02 Uhr: Sommerurlaub in Europa: Was geht und was nicht?

In zwei Bundesländern haben die Sommerferien schon begonnen, weitere folgen. Also: Wohin in den Urlaub? Viel Grün, viel Orange und wenig Rot. Die Corona-Lage in Europa stellt sich auf der Übersicht der EU-Gesundheitsagentur verhältnismäßig entspannt dar. Einem Sommerurlaub im europäischen Ausland steht somit nicht mehr allzu viel im Weg. Doch einige Hürden sind - je nach Region - zu beachten. Einen Überblick gibt es hier.

Spanien, Barcelona: Ein Paar küsst sich am Strand. Die Pandemie-Lage in Spanien bleibt entspannt.
Spanien, Barcelona: Ein Paar küsst sich am Strand. Die Pandemie-Lage in Spanien bleibt entspannt. © Emilio Morenatti/AP/dpa

12.46 Uhr: Dresden meldet sechs Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag sechs weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.632 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Davon gelten 29.436 als wieder genesen - 24 mehr als am Mittwoch. Die Behörden meldeten weder neune Krankenhauseinweisungen noch weitere Todesfälle. Seit Pandemiebeginn sind damit weiterhin 1.102 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben der Lokalbehörden seit dem Vortag von 7,2 auf 6,1. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 6,1, tags zuvor waren es noch 6,5. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen manchmal von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

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12.32 Uhr: Menschen vertrauen sich im Miteinander in der Pandemie mehr

Das zwischenmenschliche Vertrauen in Deutschland ist einer Studie zufolge in der Corona-Krise gewachsen. "Bereits im Frühjahr 2020 war ein im Vergleich zu 2018 deutlich größerer Anteil der Bevölkerung der Meinung, dass die meisten Leute in unserer Gesellschaft vertrauenswürdig sind", erklärte Stefan Liebig vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Dieses Vertrauen sei bis zum Januar 2021 noch weiter gestiegen. Zu diesem Zeitpunkt waren es demnach rund 81 Prozent der Westdeutschen und 76 Prozent der Ostdeutschen, die ihren Mitmenschen vertrauten. Die Kurve von 2018 bis 2021 zeigt nach oben.

Grundlage sind Daten des "Sozio-oekonomischen Panels" (SOEP). Die jährliche Befragung von Privathaushalten ist den Angaben zufolge die größte Langzeitstudie zur gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Mehr als 6500 Teilnehmende der Studie wurden im April und Juni 2020 sowie im Januar 2021 zusätzlich zu ihrer Lebenssituation in der Pandemie befragt. Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen Vertrauen im Miteinander und der Pandemie. "Wir würden das als Effekt der Corona-Zeit interpretieren", sagte Liebig. Bei den repräsentativen Umfragen des Panels werden seit 1984 auch Aspekte der Lebenszufriedenheit regelmäßig abgefragt. Die Antworten aus der Zusatzstudie in der Corona-Krise werden in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld ausgewertet.

12.17 Uhr: Renten dürften im kommenden Jahr wieder steigen

Nach der Renten-Nullrunde in diesem Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr voraussichtlich wieder auf steigende Bezüge einstellen. "Steigen die Löhne in diesem Jahr wie erwartet, wird es im nächsten Jahr voraussichtlich wieder eine positive Rentenanpassung geben", sagte die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Anja Piel, am Donnerstag bei einer Bundesvertreterversammlung. Genaueres wisse man derzeit aber noch nicht. "Die Höhe steht erst im Frühjahr 2022 fest", sagte Piel. Aufgrund des Corona-Einbruchs stagnieren die Renten in diesem Jahr im Westen. In den neuen Bundesländern steigen die Renten zum 1. Juli um 0,7 Prozent.

Die Einnahmen der Rentenversicherung aus Beiträgen stiegen im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent. Nach den aktuellen Schätzungen dürften sich die Pflichtbeiträge im Jahr 2021 um 1,9 Prozent erhöhen. Diese Entwicklung weise auf eine langsame Normalisierung hin, so Piel.

Nach den aktuellen Vorausberechnungen bleibe der Beitragssatz mindestens noch 2022 konstant. "2023 könnte eine kleine Anhebung auf 18,7 Prozent erforderlich sein", so Piel. Im Oktober 2020 war für 2023 noch ein Beitragssatz von 19,3 Prozent prognostiziert worden. Der laut Gesetz maximale Beitragssatz von 20 Prozent werde bis 2025 aus heutiger Sicht nicht erreicht.

In Deutschland werden die Renten nach einer Nullrunde im Coronajahr wieder steigen.
In Deutschland werden die Renten nach einer Nullrunde im Coronajahr wieder steigen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolfoto)

12.02 Uhr: Moderna will Corona-Impfstoff an Deutschland früher liefern

Der Europa-Chef des US-Konzerns Moderna, Dan Staner, will den versprochenen Corona-Impfstoff für Deutschland früher als geplant liefern. "Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen", sagte Staner der "Wirtschaftswoche". Einen konkreten Termin nannte er nicht. Staner versicherte aber, dass die für 2021 geplante Liefermenge von rund 80 Millionen Dosen auf jeden Fall bereitgestellt werde.

Unterdessen arbeitet der Konzern unter Hochdruck an Auffrischungsimpfungen, die auch gegen neue Virus-Varianten schützen sollen. "Die stärkste Wirkung zeigt derzeit unser Booster-Impfstoff gegen die Beta-Variante. Wir erwarten, dass unser multivalenter Booster-Impfstoff auch gegen das ursprüngliche Virus und die bedenklichen Varianten schützt", sagte Staner. Im Herbst könnte dieser Impfstoff dann bei denjenigen eingesetzt werden, die "im Januar und Februar dieses Jahres mit einem mRNA-Vakzin erst- oder zweitgeimpft wurden."

11.46 Uhr: Schülervertreter sind für Festhalten an der Testpflicht

Das neue Schuljahr nach den Sommerferien mit Test- und Maskenpflicht beginnen zu lassen, ist aus Sicht der Berliner Schülervertreter vernünftig. "Ich glaube, dass das eine gute Regelung ist, eine mit Augenmaß", sagte der Sprecher des Landesschülerausschusses, Rufus Franzen. "Testen ist für uns der Ausweg aus dem Homeschooling. War es schon immer und wird es noch länger bleiben", so der Oberstufenschüler. "Die Testpflicht sollte eines der Mittel sein, das als letztes aufgehoben wird und definitiv auch nach der Maskenpflicht."

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11.27 Uhr: Scholz: Europäische Zusammenarbeit macht großen Aufschwung möglich

SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht in der gemeinsamen europäischen Reaktion auf die Corona-Krise die Grundlage für eine zügige wirtschaftliche Erholung. "Alles was dabei rausgekommen ist, ist ein Aufschwung, den wir in Deutschland und Europa haben, ein Aufschwung der wahrscheinlich größer sein wird, als wir ihn heute vorausberechnen können - und das ist das Ergebnis der gemeinsamen Krisenbekämpfung", sagte Scholz am Donnerstag im Bundestag in seiner Antwort auf eine Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Er begrüßte die gemeinsame Aufnahme von Krediten in der EU, um Aufbauprogramme der EU-Staaten zu finanzieren. "Keine selbstverständliche Entscheidung. Was für aufgeregte Debatten sind zu diesem Thema in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Europa geführt worden und auch hierzulande", sagte Scholz. Die gemeinsame Kreditaufnahme bezeichnet er als einen "Erkenntnisfortschritt". In einer Welt von bald zehn Milliarden Einwohnern und mit vielen starken wirtschaftlichen Mächten "wird es nicht möglich sein, dass jedes europäische Land für sich alleine zurechtkommt", sagte Scholz. Deswegen seien "starke Instrumente" nötig, um gemeinsam handeln zu können.

11.08 Uhr: Kerkeling: Menschen öffnen sich durch Corona schneller

Hape Kerkeling spürt eine neue Offenheit im menschlichen Miteinander infolge der Corona-Pandemie. "Wenn ich jetzt Menschen treffe, ist man sehr schnell beim Eingemachten", sagte Kerkeling dem Magazin "stern". Die Menschen berichteten von Ängsten, und wann es ihnen nicht gut gegangen sei. "Und wenn etwas gut war an dieser Pandemie: dann das", bilanzierte der 56 Jahre alte Schauspieler, Entertainer und Buchautor. Für sich selbst wählte er einen drastischen Vergleich zur Beschreibung seiner Empfindungen während der Zeiten harter Kontaktbeschränkungen. Es sei schrecklich gewesen, 13 Monate in Bonn ans Haus gefesselt gewesen zu sein : "Totensonntag in der DDR mit den Möglichkeiten von Silicon Valley. Ganz schrecklich."

Hape Kerkeling, Entertainer, Komiker, Autor und Schauspieler, signiert seinen Fans Autogramme während er zur Gala und Preisverleihung "Men of the Year" des Magazins GQ 2019.
Hape Kerkeling, Entertainer, Komiker, Autor und Schauspieler, signiert seinen Fans Autogramme während er zur Gala und Preisverleihung "Men of the Year" des Magazins GQ 2019. © Annette Riedl/dpa (Archiv)

10.53 Uhr: Delta-Variante: Montgomery warnt vor Reisen zu EM-Spielen nach London

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rät wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante von Reisen zu EM-Spielen nach England ab. "Schon ein Geimpfter, der die Abstandsregeln einhält und dort ins Stadion pilgert, geht ein begrenztes Risiko ein", sagte er der "Passauer Neuen Presse" mit Blick auf womöglich 60.000 Zuschauer bei den EM-Endrunden-Spielen. Auch geimpfte Stadionbesucher könnten das Coronavirus mitbringen und andere anstecken. "Wer ungeimpft ist, handelt verantwortungslos angesichts der in Großbritannien vorherrschenden Delta-Variante und ihrer Ansteckungsgefahr", sagte Montgomery zu einem Stadionbesuch in London.

Am kommenden Dienstag trifft Deutschland im Londoner Wembley-Stadion im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft auf England. In Großbritannien ist die Delta-Variante inzwischen vorherrschend und hat die 7-Tage-Inzidenz wieder auf über 100 getrieben. Montgomery appelliert trotz der aktuell sehr niedrigen Inzidenz in Deutschland an die Menschen, weiter die AHA-Regeln einzuhalten. Dann werde die ansteckendere Delta-Variante im Sande verlaufen. Auch bei den persönlichen Kontakte sollte man noch vorsichtig sein. In absehbarer Zeit werde man dann die Corona-Pandemie mithilfe des Impfens im Griff haben. "Es liegt an uns, wie es weitergeht", mahnte Montgomery.

10.34 Uhr: Ifo-Geschäftsklima steigt auf höchsten Stand seit November 2018

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni erneut deutlich verbessert. Der Index für das Geschäftsklima stieg um 2,6 Punkte auf 101,8 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag bekanntgab. Dies ist der höchste Stand seit November 2018.Analysten hatten mit einem schwächeren Zuwachs auf 100,7 Punkte gerechnet. Sowohl die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen als auch die Lagebeurteilung hellten sich deutlich auf. "Die deutsche Wirtschaft schüttelt die Coronakrise ab", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

10.16 Uhr: Weniger Inobhutnahmen im Corona-Jahr 2020

Die Jugendämter in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 weniger Kinder und Jugendliche in Obhut genommen als im Jahr davor. Die Zahl der Inobhutnahmen sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag um acht Prozent auf rund 45.400. "Anders als in den beiden Vorjahren war dafür im Corona-Jahr 2020 jedoch nicht allein die sinkende Zahl der Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise verantwortlich", berichteten die Statistiker. "Noch deutlicher war der Rückgang in Fällen von dringender Kindeswohlgefährdung."

Auch die Zahl der Selbstmeldungen von Jungen und Mädchen habe abgenommen. "Inwieweit diese Entwicklungen in Zusammenhang mit den Lockdowns und den Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie stehen, lässt sich anhand der vorliegenden Ergebnisse nicht beantworten", heißt es in Wiesbaden. Studien wiesen jedoch darauf hin, "dass ein Teil der Kinderschutzfälle coronabedingt unentdeckt geblieben und das Dunkelfeld somit gewachsen sein könnte".

9.57 Uhr: Merkel verteidigt Patentschutz für Corona-Impfstoffe

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut klar gegen eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. In ihrer Regierungserklärung im Bundestag plädierte sie am Donnerstag im Bundestag dafür, die Produktion von Impfstoffen für ärmere Länder über eine verstärkte Lizenzvergabe zu erhöhen. "Eine politisch erwirkte Freigabe der Patente halte ich dagegen für den falschen Weg", sagte die CDU-Politikerin. Die weitere Entwicklung von Impfstoffen werde nur gelingen, wenn der Schutz geistigen Eigentums nicht außer Kraft gesetzt werde. Die USA hatten die Aussetzung der Patente ins Gespräch gebracht, um die Produktion von Impfstoffen für ärmere Länder zu erhöhen. Neben Deutschland sind auch Großbritannien und die EU-Kommission dagegen.

Drei der derzeit in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe: Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca.
Drei der derzeit in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe: Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca. © Luka Dakskobler/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa (Sym

9.36 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen weiter unter dem Bundesdurchschnitt

Die Corona-Inzidenz ist in Sachsen erneut leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte den Wert am Donnerstag mit 4,0 - so niedrig war der Wert seit 10. September 2020 nicht mehr. Am Mittwoch hatte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 4,1 gelegen. Sachsen liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt, den das RKI am Donnerstag mit 6,6 angab.

Sachsenweit ist die Inzidenz mit 1,3 im Landkreis Bautzen am niedrigsten. Den höchsten Wert erreicht der Erzgebirgskreis mit 7,8. In Dresden liegt der Wert bei 6,1. Die Grenze von 10 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in sieben Tagen wird in keinem der 13 Landkreise und kreisfreien Städte überschritten.

9.17 Uhr: Mehrheit der Deutschen lehnt 60.000 Fans bei EM-Finale in London ab

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist gegen die geplante Zulassung von 60.000 Zuschauern zu den Halbfinals und dem Finale der laufenden Fußball-Europameisterschaft. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 1.623 Personen ab 18 Jahren hervor. Demnach lehnen 57 Prozent der Befragten die Entscheidung ab, die abschließenden drei Partien des paneuropäischen Events in London vor jeweils 60.000 Fans auszutragen. 22 Prozent befürworten es, 20 Prozent machen keine Angabe.

Die britische Regierung und die Europäische Fußball-Union UEFA hatten sich am Dienstag darauf geeinigt, für die beiden Halbfinals sowie das Endspiel im Wembley-Stadion 75 Prozent der Zuschauer-Kapazität auszuschöpfen. Damit dürfen mehr als 60.000 Fans zu den Partien am 6., 7. und 11. Juli kommen. Zuvor war die Zahl der Zuschauer auf 40.000 begrenzt worden.

Bei bisherigen EM-Spielen, wie der von England gegen Kroatien, waren im Wembley Stadion in London 40.000 Zuschauer zugelassen, zu den nächsten sollen es 60.000 sein.
Bei bisherigen EM-Spielen, wie der von England gegen Kroatien, waren im Wembley Stadion in London 40.000 Zuschauer zugelassen, zu den nächsten sollen es 60.000 sein. © Martin Rickett/PA Wire/dpa

9.00 Uhr: "Mein Sohn liegt oft lethargisch im Bett"

Lokale waren zu, die meisten Läden geschlossen: In der Pandemie haben wohl alle Dresdner gelitten. Auch und vor allem die Familien. In der jüngsten Sozialausschusssitzung ist nun einstimmig beschlossen worden, weitere soziale Projekte zu finanzieren. In einer Online-Diskussionsrunde mit Linken-Stadträtin Pia Barkow wurde auch klar, wie wichtig der genaue Blick auf die Familien in der Stadt ist. Und die Folgen, die das monatelange Homeschooling und die fehlende Kitabetreuung hinterlassen haben.

"Mein 14-jähriger Sohn hatte eh schon so wenig Lust auf Schule und muss immer wieder motiviert werden. Durch das seit Monaten schon andauernde Homeschooling hab ich Angst, dass er dann gar nicht mehr in die Schule gehen wird", berichtete eine Mutter. "Wie sollen wir ihn denn nach diesem Jahr dazu bringen, wieder jeden Morgen früh aufzustehen und in die Schule zu gehen?" Eine andere Dresdnerin erzählte, dass sie zwei Kinder im Grundschulalter hat, alleinerziehend ist und unter Depressionen leidet. Wie Dresdner Familien Lockdown und Homeschooling erlebt haben.

8.37 Uhr: Lambrecht: Pandemie-Folgen für Ältere nicht aus Blick verlieren

Die psychischen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie für Ältere dürfen nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) nicht unterschätzt werden. Derzeit werde viel über Kinder, Jugendliche und Familien gesprochen, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Doch darüber dürfe die Gruppe der Älteren nicht aus dem Blick verloren werden, "nur weil sie nicht lautstark auftritt".

Die Pandemie habe viele alte Menschen sehr einsam gemacht. "Viele haben sich zurückgezogen, viele waren isoliert, weil sich niemand um sie kümmern konnte", sagte die Ministerin. "Wir müssen diesen älteren Menschen Angebote machen, um ihnen wieder mehr Kontakte und soziales Leben zu ermöglichen." Dazu werde sie Teilhabemöglichkeiten vor Ort ausbauen, zum Beispiel in Mehrgenerationenhäusern, kündigte Lambrecht an.. Zudem würden neu gestartete Modellvorhaben gefördert, die helfen sollen, Einsamkeit vorzubeugen und sie zu bekämpfen.

8.15 Uhr: Einreise nach Polen: Weiter nur mit Test?

Polen lockert weiter seine Corona-Beschränkungen. Die aktuellen Regelungen gelten noch bis zum Freitag. Die Frage war, ob sich mit weiteren Lockerungen ab Sonnabend auch Änderungen an der Grenze ergeben, etwa für den kleinen Grenzverkehr zwischen Görlitz und Zgorzelec oder Urlauber, die aus Sachsen nach Polen einreisen. Nach jetzigem Stand sieht es nicht danach aus. Mehrere Medien, darunter der brandenburgische rbb, meldeten, dass Polen seine Einreisebeschränkungen bis Ende August verlängert. Nach wie vor gebe es keine festen Grenzkontrollen, sondern Stichproben-Kontrollen. Mehr zur Situation an der Grenze und der Einreise nach Polen.

Die Bedingungen zur Einreise nach Polen ist derzeit noch nicht ganz klar.
Die Bedingungen zur Einreise nach Polen ist derzeit noch nicht ganz klar. © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa (Symbolbild)

7.57 Uhr: Coronabedingt: Schostakowitsch-Festival 2021 in Dresden statt Gohrisch

Bis Sonntag füllt Musik des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) das Dresdner Festspielhaus Hellerau. Ein Kammerabend mit Streichquartetten eröffnet dort am Freitag die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch, die coronabedingt 2021 in die Landeshauptstadt ausweichen mussten. Der Umbau ihres angestammten Domizils in der Sächsischen Schweiz, die Konzertscheune, und die nötige Platzbeschränkung hätten ein zu großes finanzielles Defizit bedeutet.

Zu sechs Konzerten werden prominente Solisten wie die Geiger Gidon Kremer und Dmitry Sitkovetsky ebenso erwartet wie die Pianisten Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev, die Ensembles Quatuor Danel, Borodin Quartett und Kapelle21 unter der Leitung von Petr Popelka. Es gibt mehrere Ur- und Erstaufführungen von Werken des Komponisten. Das Festival erinnert an die beiden Aufenthalte von Schostakowitsch in einem Gästehaus der DDR-Regierung in Gohrisch, in dem er auch komponierte.

7.35 Uhr: Die Normalität kehrt zurück in den Landkreis Meißen

Die Inzidenzen sinken, so langsam kehrt die Normalität zurück. Dies zeigt sich auch daran, dass Corona-Testzentren in den Gemeinden nach und nach schließen und Verwaltungen für die Bürger wieder öffnen. Seit Anfang dieser Woche ist auch das Niederauer Corona-Testzentrum, das sich im Vereinshaus in Oberau befand, geschlossen. Und seit diesem Tag können Einwohner auch wieder in der Gemeindeverwaltung vorsprechen. Bisher war das nur telefonisch möglich. Eigentlich sollte die Verwaltung bis 30. Juni für Besucher geschlossen bleiben. "Die neue Corona-Schutzverordnung gibt aber eine Öffnung her bei Inzidenzen unter zehn. Wir in Niederau liegen bei null. Es gibt daher keinen Grund mehr für diese Einschränkungen", sagt Bürgermeister Steffen Sang (parteilos). Er will nun auch die Maskenpflicht bei Gemeinderatssitzungen aufheben. Mehr zur Situation erfahren Sie hier.

7.13 Uhr: Lena Meyer-Landrut wurde während Corona "Geltungsangst" bewusst

Sängerin Lena Meyer-Landrut (30, "Satellite") muss sich an volle Straßen und Cafés erst noch gewöhnen. "Ich bin ehrlich gesagt etwas überfordert und fühle mich wie jemand, der zum ersten Mal in einen Freizeitpark kommt", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin in den letzten eineinhalb Jahren ein bisschen zur Sozialphobikerin geworden und muss mich wirklich wieder an das normale Leben gewöhnen." In der Corona-Zeit war es um die 30-Jährige musikalisch ruhig geworden. Sie habe die Zeit genutzt, um eine echte Pause einzulegen.

"Mir ist in dieser Zeit bewusst geworden, wie sehr ich mich im Job unter Druck setze, abzuliefern und immer da zu sein. Ich habe dadurch einen inneren Stress verspürt, aber auch eine Geltungsangst. Dass ich irgendwann nicht mehr gewollt bin, mich keiner mehr hören will und ich irrelevant werde, wenn ich nicht verfügbar bin. Das ist eigentlich totaler Quatsch, aber das hat sich bei mir festgesetzt." Inzwischen hat die Sängerin ihren neuen Song "Strip" veröffentlicht und die Kollektion ihres neuen Modelabels "A lot less" präsentiert.

Die Sängerin Lena Meyer-Landrut gibt beim Launch ihres Modelabels "a lot less" beim Fashion-Onlinehändler About You ein Live-Konzert.
Die Sängerin Lena Meyer-Landrut gibt beim Launch ihres Modelabels "a lot less" beim Fashion-Onlinehändler About You ein Live-Konzert. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild

6.52 Uhr: Sachsens Gesundheitsministerium rechnet mit Schließungen von Testzentren

Das Gesundheitsministerium rechnet mit Schließungen von Corona-Testzentren in Sachsen in der nahen Zukunft. Die Anzahl werde sich dem Bedarf anpassen, erklärte das Ministerium auf Anfrage. Mit zunehmenden Lockerungen, sinkenden Infektionszahlen und immer mehr Geimpften sind Tests in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nicht mehr notwendig. "Damit werden eine ganze Reihe von Testzentren schließen", sagte Ministerin Petra Köpping (SPD). Sie verwies auf nach wie vor zahlreiche Testmöglichkeiten etwa in Apotheken. Falls im Herbst nötig könnten zügig wieder auch Testmöglichkeiten geschaffen werden. Sie jetzt vorzuhalten oder gar zu finanzieren, sei kaum möglich, betonte Köpping.

Noch rund 900 Testzentren sind derzeit auf der Übersichtskarte des Gesundheitsministeriums sachsenweit registriert. Seit Anfang März können sich alle Bürger mehrfach pro Woche kostenlos testen lassen. Der Bund übernimmt die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Bürger und Woche.Wegen sinkender Nachfrage geht auch der Sächsische Apothekerverband davon aus, dass ein Teil der Apotheken das derzeitige Testangebot einschränkt oder ganz streicht. Wie in den vergangenen Monaten werden die Apotheken aber bei einer möglichen vierten Welle ihren entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten, betonte Sprecherin Kathrin Quellmalz. Dann könnten Testangebote wieder hochgefahren werden.

6.25 Uhr: Corona macht Gebrauchtwagen teuer

Gebrauchtwagen sind derzeit teuer. Insbesondere Diesel kosteten im Mai mehr als vor einem Jahr, wie aktuelle Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand zeigen. Und auch der Autohandel berichtet von höheren Preisen. Der Grund ist - über Umwege - die Corona-Krise, die für Nachholbedarf bei den Käufern und ein geringeres Angebot im Handel gesorgt hat. "Die Autos werden teurer, weil es eine Verknappung gibt", sagt Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Wellergruppe, die jedes Jahr auch mehrere Zehntausend Gebrauchte verkauft. Auf fünf bis sieben Prozent schätzt er den Anstieg. "Unsere Bestände waren noch nie so niedrig" und es sei noch nie so schnell gegangen, die Autos zu verkaufen.

Normalerweise kommen viele der relativ jungen Gebrauchten, die in den markengebundenen Autohäusern verkauft werden, aus Dienstwagen- und Vermieterflotten. Doch die Vermieter, die die Autos meist nur wenige Monate halten, hatten ihre Flotten in der Corona-Krise stark eingedampft und bauen sie erst seit kurzem wieder aus. Zudem kamen Dienstwagen teils noch nicht zum Händler zurück, weil sie weniger gefahren wurden, wie sowohl Weller als auch Thomas Peckruhn, Eigentümer der Autohaus Liebe Gruppe und stellvertretender Präsident des Zentralverbands des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK), erzählen. "Die waren ja alle im Homeoffice und sind nur wenig gefahren", sagt Peckruhn. Außerdem habe es in der Zeit des Lockdowns auch weniger Tageszulassungen gegeben. "Gebrauchte sind momentan ein knappes Gut" sagt der ZDK-Vize. Daher müsse man sie auch nicht billig machen, um sie zu verkaufen.

6.08 Uhr: Pumpen in der Pandemie - Sachsens Fitnessstudios sehen Erholung

Nach monatelangen Schließungen haben die Fitnessstudios in Sachsen mit einem Rückgang ihrer Mitgliederzahlen zu kämpfen. "Wir haben aufgrund von Corona überdurchschnittlich viele Mitglieder verloren", sagte eine Sprecherin der Kette FitX, die im Freistaat vier Anlagen betreibt. Auch wenn sich die Besuchszahlen unter dem Niveau der Zeit vor der Pandemie bewegten, sei man insbesondere mit den Neuanmeldungen zufrieden. "Entsprechend optimistisch blicken wir in die Zukunft. Bis die Corona-Effekte aufgeholt sind, wird es aber natürlich noch etwas dauern." Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) gab es 2020 in Sachsen insgesamt 361 Fitnessstudios mit 380.000 Mitgliedern. Das sind 91.000 weniger als im Vorjahr.

Im Bundesdurchschnitt verloren die Fitness- und Gesundheitseinrichtungen 2020 laut DSSV-Angaben zwölf Prozent ihrer Mitglieder. "Bei weiteren Lockerungen und konstantem Betrieb der Unternehmen erwarten wir, 2023 ein vergleichbares Niveau wie vor der Pandemie erreichen zu können", sagte ein Sprecher. Positiv stimmt die Betreiber, dass bei vielen Menschen eine neue Wertschätzung für die eigene Gesundheit zu beobachten sei. Mehr zur Corona-Situation in Fitness-Studios erfahren Sie hier.

5.50 Uhr: Tourismusverband: An der Küste und Richtung Alpen wird es voll

Die Nachfrage nach Sommerurlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen brummt. "An der Küste und Richtung Alpen wird es voll werden", sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, der Deutschen Presse-Agentur nach dem Start der Sommerferien in den ersten Bundesländern. Aber auch andere Regionen profitierten. "Beliebt ist insbesondere alles, was mit Natur zu tun hat, zum Beispiel Wandern oder Fahrradfahren." Eher verhalten sei allerdings die Nachfrage nach Städtetourismus. Grundsätzlich sieht Meyer große Chancen für den Deutschland-Tourismus. Die Menschen hätten gerade in der Pandemie die Erfahrung gemacht, dass Deutschland als Reiseland viel zu bieten habe.

5.11 Uhr: RKI registriert 1.008 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.008 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.330 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,6 an (Vortag: 7,2; Vorwoche: 11,6). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 105 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.724.806 nachgewiesene Corona-Infektionen, 3.614.500 davon gelten als genesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Infektion mit dem Virus gestorben sind, wird nun mit 90.616 angegeben.

Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Mittwochabend mit 0,72 (Vortag: 0,68) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken.

Donnerstag, 4.55 Uhr: Spahn warnt vor "Sorgenherbst" nach Urlaubssommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger aufgefordert, auch beim Reisen die Corona-Pandemie weiter im Blick zu behalten. "Ich appelliere an alle Reisenden, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen", sagte Spahn dem "Handelsblatt". "So führt der Urlaubssommer nicht zu einem Sorgenherbst." Auf die Frage, ob die Menschen trotz Delta-Variante sorglos ihren Urlaub buchen könnten, sagte er: "Grundsätzlich ja. Bei Reiseländern, die von der Delta-Variante bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus." Dort sei das Risiko, sich anzustecken und die Virusvariante nach Hause zu bringen, deutlich höher.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

22.28 Uhr: Unwetter ziehen über Südwesten hinweg - Impfzentrum unter Wasser

Schwere Unwetter mit Starkregen und Hagel sind am Mittwochabend über den Südwesten Deutschlands gezogen und haben für überflutete Straßen und umgestürzte Bäume gesorgt. Besonders betroffen waren laut Polizei mehrere Regionen im Süden Stuttgarts. In Tübingen lief das Kreisimpfzentrum mit Wasser voll. Wie eine Sprecherin des Landratsamts mitteilte, mussten alle Corona-Impftermine für Mittwochabend und diesen Donnerstag abgesagt werden. Der Landkreis wollte im Laufe des Donnerstags informieren, wie es im Impfzentrum weiter gehen kann. Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Abend und die Nacht auf Donnerstag für weite Teile Baden-Württembergs vor schweren Gewittern mit Starkregen und Hagel gewarnt.

21.47 Uhr: Indiens Gesundheitsministerium besorgt über "Delta Plus"-Variante

Das indische Gesundheitsministerium ist besorgt über eine sogenannte "Delta Plus"-Variante und will sie stärker untersuchen. Die Variante soll besonders ansteckend sein und stärker an Lungenzellen binden, hieß es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums in Neu Delhi. Wissenschaftler sagen allerdings, dass es noch wenig Daten gebe. Inzwischen seien rund 40 "Delta Plus"-Fälle in drei indischen Bundesstaaten sowie weitere Fälle in neun anderen Ländern erfasst worden, teilte der Gesundheitsminister am Mittwoch mit. Genannt wurden unter anderem die USA, China und Russland sowie die Schweiz, Polen, Portugal und Großbritannien, aber nicht Deutschland.

Bei der auch als B.1.617.2.1 oder AY.1 benannten Variante handelt es sich um die Delta-Variante mit der zusätzlichen Spike-Mutation K417N, die auch in der zunächst in Südafrika entdeckten Beta-Variante vorgekommen ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt "Delta Plus" derzeit als Teil der Delta-Variante. Noch scheine diese Variante demnach nicht verbreitet zu sein.

21.19 Uhr: Drei Delta-Befunde nach EM-Spiel in Kopenhagen - 4.000 zum Massentest

Bei drei Stadionzuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien ist die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4.000 Zuschauer aus sechs bestimmten Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen. Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

Die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante B.1.617.2 gilt als ansteckender als andere Corona-Varianten. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC geht davon aus, dass sie Ende August 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in Europa ausmachen wird. Seit Anfang April sind davon in Dänemark 247 Fälle nachgewiesen worden.

20.52 Uhr: EU-Kommission stellt knapp 90 Millionen für Kulturbranche bereit

Europäische Kulturschaffende sollen angesichts der Corona-Pandemie mit knapp 90 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt werden. Im Rahmen des Programms Kreatives Europa werden für dieses Jahr 88 Millionen Euro bereitgestellt, "um Künstler, Autoren und Interpreten dabei zu unterstützen, wieder ein Publikum in ganz Europa zu erreichen", wie die zuständige EU-Kommissarin Marija Gabriel am Mittwoch mitteilte.

Damit sollen unter anderem europäische Kooperationsprojekte sowie Ausbildungs- und Auftrittsmöglichkeiten für junge Musikerinnen und Musiker gefördert werden. Bewerbungen können den Angaben zufolge ab sofort eingereicht werden. Je nach Ausschreibung reichten die Fristen von Ende August bis Ende September.

20.36 Uhr: Gefühlte Belastung durch Corona in Mitteldeutschland am größten

Die Mitteldeutschen fühlen sich laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) im bundesweiten Vergleich durch die Corona-Pandemie besonders belastet. Fast sechs von zehn befragten Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt (57 Prozent) sagten, dass die Situation sie stark oder sehr stark belaste, erklärte eine Sprecherin der Kasse am Mittwoch in Erfurt. Das stelle bei einem Bundesdurchschnitt von 42 Prozent die gefühlt stärkste Belastung dar, gefolgt von Baden-Württemberg (50 Prozent) und dem Norden Deutschlands (46 Prozent).

Bei einer Befragung zu Beginn der Pandemie im Mai 2020 hatte die Krankenkasse nach ihren Angaben noch deutliche bessere Werte ermittelt. Damals hätten nur vier von zehn Befragten (42 Prozent) in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von einer starken oder sehr starken Belastung gesprochen. Das entspreche einem Anstieg von mehr als einem Drittel der Befragten.

Die psychische Belastung in Thüringen sei vermutlich deswegen besonders hoch, weil es vergleichsweise viele Familien gebe, in denen beide Eltern voll berufstätig sind, sagte Guido Dressel, der Leiter der TK-Landesvertretung. Gerade Kita- und Schulschließungen hätten so für besonderen Druck gesorgt.

Zudem werde die Wirtschaft des Freistaates von Handwerksunternehmen und kleineren Firmen geprägt, in denen ein Arbeiten von Zuhause kaum oder nur eingeschränkt möglich sei. "Die meisten Thüringerinnen und Thüringer konnten ihre physischen Kontakte also nicht durch Homeoffice reduzieren und sich so vor Ansteckung schützen", erklärte Dressel.

20.15 Uhr: London: Impfungen haben bereits mehr als 14.000 Leben gerettet

Der britischen Regierung zufolge sind in der Corona-Pandemie bereits mehr als 14.000 Leben in dem Land mit Hilfe der Impfstoffe gerettet worden. Allein im größten Landesteil England seien damit zudem 44.500 Krankenhauseinweisungen verhindert worden, sagte der britische Impf-Staatssekretär Nadhim Zahawi am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street.

In Großbritannien haben nach Angaben der Regierung inzwischen mehr als 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine Impfdosis erhalten. 60 Prozent der Erwachsenen wurden bereits zwei Mal geimpft. Obwohl die Infektionszahlen in dem Land wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante inzwischen wieder deutlich steigen, bleibt die Zahl der Krankenhauseinweisungen und jene der Todesfälle bislang auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die Regierung führt das auf den Erfolg der Impfkampagne zurück. Sowohl das Präparat von Biontech/Pfizer als auch der Astrazeneca-Impfstoff hätten sich als sehr wirksam gegen die zuerst in Indien entdeckte Variante erwiesen.

19.44 Uhr Anteil von Delta-Variante auf 15 Prozent fast verdoppelt

Trotz weiter rückläufiger Sieben-Tage-Inzidenz wächst in Deutschland der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Delta-Variante deutlich. Er verdoppelte sich in einer Stichprobe im Vergleich zur Vorwoche fast auf nun 15,1 Prozent, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend hervorgeht. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 7. bis 13. Juni. Die Werte für die Woche zuvor wurden wegen Nachmeldungen rückwirkend von etwa sechs auf acht Prozent korrigiert. In den Daten ist damit nun in der dritten Woche in Folge eine ungefähre Verdopplung des Delta-Anteils abzulesen: von 4 auf 8 auf 15 Prozent. Dieses Tempo hatten Fachleute befürchtet.

Das RKI schreibt: "Diese starke Zunahme der Anteile geht mit einer leichten Zunahme der Delta-Fallzahlen im Vergleich zur Vorwoche bei weiterhin abnehmender Inzidenz einher." Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland zeige, dass damit zu rechnen sei, dass Delta sich gegenüber den anderen Varianten durchsetzen werde. Noch dominiert die in Großbritannien entdeckte Variante Alpha (B.1.1.7) das Infektionsgeschehen, der Anteil an den positiven Fällen in der Stichprobe ist nun jedoch nach Wochen mit Werten von um 90 Prozent auf 74 Prozent geschrumpft.

19.33 Uhr: Wohnungsunternehmen verzeichnen trotz Corona kaum Mietausfälle

Mieterinnen und Mieter in Deutschland haben trotz der Pandemie größtenteils weiter ihre Miete gezahlt. Seit der Corona-Krise lägen die Mietausfälle bei den Wohnungsunternehmen zwischen null und zwei Prozent, teilte der Dachverband Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) am Mittwoch in Berlin mit. Das sei eine ähnliche Quote wie in den Jahren zuvor. Der ZIA ist ein Wirtschaftsverband, der nach eigenen Angaben aktuell rund 37.000 Unternehmen aus der gesamten Immobilienwirtschaft vertritt.

Als Grund für die wenigen Mietausfälle sieht der Berliner Mieterverein die Angst vor Wohnungslosigkeit. "Wenn die Leute ihre Mieten nicht zahlen können, riskieren sie, aus ihrer Wohnung zu fliegen", sagte Geschäftsführer Reiner Wild. Schließlich gebe es keinen erweiterten Kündigungsschutz mehr. Viele Mieter hätten daher ihre Altersvorsorge aufgelöst, um weiter die Wohnung bezahlen zu können.

19.02 Uhr: Kabinett billigt strengere Kontrollvorgaben für Testzentren

Nach Verdachtsfällen auf Abrechnungsbetrug in Corona-Testzentren sollen künftig strengere Kontrollvorgaben greifen. Darauf zielt eine Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), mit der sich am Mittwoch das Bundeskabinett befasst hat. Unter anderem sollen private Testzentren nur noch nach Einzelprüfung zugelassen werden können. Die Möglichkeit von Sammelabrechnungen für mehrere Teststellen etwa für überregionale Betreiber soll wegfallen.

Die für die Abrechnungen zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen in den Ländern sollen zusätzliche Prüfungen vornehmen, bei Bedarf auch vertiefte oder Prüfungen vor Ort. Teststellenbetreiber müssen ihnen dafür Auskünfte und Dokumentationen bereitstellen.

Zudem werden Vergütungen gesenkt, die bisher inklusive Sachkosten für das Testmaterial bei bis zu 18 Euro pro Test lagen. Für Sachkosten sollen statt bis zu 6 Euro ab 1. Juli pauschal 3,50 Euro gezahlt werden - der bisherige Höchstbetrag soll "aufgrund der Manipulationsanfälligkeit der tatsächlichen Kosten" wegfallen. Für die Abnahme der Tests sollen künftig 8 Euro vergütet werden. Bisher waren es 12 Euro bei nichtärztlichen Anbietern. Bundesweit gibt es 15.000 Teststellen verschiedener Betreiber.

18.40 Uhr: UEFA-Ermittlung gegen Nordmazedonien wegen möglichen Corona-Verstoßes

Nordmazedonien droht eine Strafe wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Corona-Regeln der Europäischen Fußball-Union UEFA bei der EM. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, teilte der Kontinentalverband am Mittwoch mit. Es gehe dabei um ein angebliches Fehlverhalten und einen potenziellen Verstoß gegen das so genannte "Return to Play Protokoll" der UEFA durch Spieler während der Corona-Tests am vergangenen Samstag in Amsterdam. Nordmazedonien hatte am Montag gegen die Niederlande mit 0:3 auch sein drittes Gruppenspiel verloren, bereits zuvor hatte der EM-Neuling das Weiterkommen verpasst.

18.26 Uhr: Israel verschiebt wegen Delta-Variante Einreiserlaubnis für geimpfte Touristen

Wegen eines Anstiegs von Corona-Neuinfektionen verschiebt Israel die geplante pauschale Einreiseerlaubnis für geimpfte Individualtouristen um einen Monat. Erst ab 1. August sollen Urlauber ohne vorherige Genehmigung ins Land kommen dürfen, wie eine Sprecherin des Tourismusministeriums am Mittwoch bestätigte. Noch am Sonntagabend hatte Innenministerin Ajelet Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei auf Facebook geschrieben, geimpfte Individualtouristen dürften ab 1. Juli einreisen.

Am Montag stieg allerdings die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 100 innerhalb von 24 Stunden - das erste Mal seit zwei Monaten. Die meisten davon stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus. Diese war zuerst in Indien entdeckt worden und gilt als besonders ansteckend. Unter den Neuinfizierten in Israel sind viele jüngere Menschen. Ministerpräsident Naftali Bennett sprach von einem „neuen Ausbruch“ des Coronavirus im Land.

In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Das Mittelmeerland hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie hat stark unter den Folgen der Corona-Krise gelitten.

18.04 Uhr: Frankreich bekommt Corona-Hilfen von fast 40 Milliarden Euro

Nach Deutschland und anderen EU-Partnern hat nun auch Frankreich grünes Licht aus Brüssel für seinen milliardenschweren Wiederaufbauplan erhalten. Ein Schwerpunkt des Plans zur Überwindung der coronabedingten Wirtschaftskrise sei der Klimaschutz, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch. Sie überbrachte Staatschef Emmanuel Macron das positive Votum persönlich. "Alles in allem wird der französische Plan Frankreich helfen, seine Eigenständigkeit und seine Führungsrolle zu behalten", sagte sie vor dem Pariser Élyséepalast.

Die Brüsseler Behörde billigte für Frankreich eine EU-Finanzierung in Höhe von 39,4 Milliarden Euro. Insgesamt hat der Wiederaufbauplan der französischen Regierung einen Umfang von rund 100 Milliarden Euro. Paris will nach EU-Angaben für knapp sechs Milliarden Euro Gebäude renovieren, um sie energieeffizienter zu machen. Mit über vier Milliarden Euro soll das Eisenbahnnetz modernisiert werden.

17.27 Uhr: Weitere Lockerungen in Schleswig-Holstein

Vor dem Hintergrund niedriger Corona-Zahlen setzt Schleswig-Holstein seinen Öffnungskurs fort. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte am Mittwoch weitere Lockerungen an. Von kommendem Montag an sollen größere Veranstaltungen möglich sein und in Außenbereichen wie auch in Kinos und Theatern soll die Maskenpflicht entfallen. Lediglich auf dem Weg zum Platz besteht sie weiter. Auf Wochenmärkten sind Abstände einzuhalten.

Die Richtschnur für viele Veranstaltungen ist künftig: Drinnen sind 1.250 Personen möglich, draußen 2.500. Das gilt beispielsweise für Konzerte, das Theater oder Kino sowie Gottesdienste, Flohmärkte und Messen. Beim Hotelbesuch will es die Landesregierung zwar bei der Testpflicht vor der Anreise belassen, zusätzlich ist aber künftig nur noch einmalig nach 72 Stunden ein Test notwendig. Bei Festen und Empfängen sollen ab Montag in geschlossenen Räumen 250 Gäste und draußen 500 erlaubt sein.

Im Einzelhandel sowie in Kultur- und Freizeiteinrichtungen entfällt die Quadratmeter-Begrenzung. An der Testpflicht beispielsweise beim Besuch eines Restaurants im Innenbereich, beim Krankenhausbesuch oder bei Veranstaltungen im Innenbereich hält die Regierung trotz niedrigen Infektionsgeschehens aber vorerst fest.

16.53 Uhr: EU-Kommissar rechnet mit guten Nachrichten für Reisen in die USA

Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Margaritis Schinas ist optimistisch, dass touristische Reisen in die USA bald vereinfacht werden. „Wir sind hoffnungsvoll, dass es bald gute Nachrichten von dieser Front geben wird“, sagte er am Mittwoch. In Gesprächen habe man den transatlantischen Verbündeten Argumente geliefert. So sei Europa etwa der meistgeimpfte Kontinent weltweit und es gebe EU-weit gültige Zertifikate, die nachwiesen, dass Reisende keine Gefahr für andere darstellten. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Touristen aus den USA wieder einfacher nach Europa einreisen können sollen.

EU-Handelskommissar Thierry Breton beklagte, dass man derzeit nicht sehe, dass die USA Europa gleich behandelten. So arbeite er seit Monaten daran, dass in der EU genügend Impfstoff produziert werden könne, aber es gebe von US-Seite beispielsweise immer noch Exportbeschränkungen für Komponenten der Impfstoffe, die die Produktion in der EU bremsen. Man erwarte, dass so schnell wie möglich gleiche Bedingungen geschaffen werden.

16.26 Uhr: Merkel warnt vor Corona-Rückschlägen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu weiterer Vorsicht in der Corona-Krise aufgerufen, sich aber zuversichtlich für eine wirtschaftliche Erholung gezeigt. „Auch wenn die dritte Welle eindrucksvoll gebrochen ist - vorbei ist die Pandemie noch nicht“, sagte Merkel am Mittwoch bei ihrer letzten Regierungsbefragung im Bundestag. „Wir bewegen uns immer noch auf dünnem Eis.“ Das geringe Infektionsgeschehen sei ermutigend und lasse Öffnungen zu. Es gelte aber, dabei mit Augenmaß vorzugehen.

Abstand, Hygiene und Maskenpflicht in bestimmten Situationen seien weiter wichtige Schutzmaßnahmen, die eingehalten werden sollten. Merkel verwies auf Gefahren durch die Verbreitung besorgniserregender Mutationen des Coronavirus. Dies werde in Ländern mit einem hohen Anteil der Delta-Variante schon mit stark steigenden Neuansteckungen spürbar, etwa in Russland oder Portugal. „Das sollte uns Warnung und Auftrag zugleich sein“, sagte die Kanzlerin mit Blick auf den auch in Deutschland zunehmenden Anteil der Delta-Variante.

Merkel bekräftigte die Zusage, allen Bürgern bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen. Dass die Überlastung des Gesundheitswesens in allen drei Corona-Wellen verhindert worden sei, habe nicht nur der Gesundheit gedient, sondern allen anderen Bereichen wie Kultur und Wirtschaft. Dies werde daran sichtbar, dass inzwischen Wirtschafts- und Arbeitsmarktprognosen gut seien, „und wir vor einem kräftigen Wachstum stehen“.

16.11 Uhr: Gericht lehnt Eilanträge gegen Masken- und Testpflicht in Schulen ab

Das Verwaltungsgericht Hannover hat zwei Eilanträge von Schülern gegen die Masken- und Corona-Testpflicht und das Einhalten des Abstandsgebotes an Schulen abgelehnt. Die beiden Schüler hatten erreichen wollen, dass ihre Schule verpflichtet wird, ihnen den Schulbesuch auch ohne Maske und negativen Corona-Test zu erlauben, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Auch einen Abstand von ihren Mitschülern von mindestens 1,5 Metern wollten sie nicht einhalten. Zur Begründung hätten sie sich im Wesentlichen auf gesundheitliche Einschränkungen berufen. Der eine führte eine Pollenallergie an, der andere eine Lernbehinderung. (AZ: 6 B 4210/21 und 6 B 3723/21)

Das Gericht urteilte, die Pflicht zur Vorlage eines negativen Corona-Selbsttests sei nicht zu beanstanden und wahre den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Es sei Aufgabe und Pflicht der Eltern, die Schülerinnen und Schüler über eigenverantwortliches Handeln bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie aufzuklären und sie bei den Selbsttests anzuleiten und zu begleiten. Darüber hinaus könnten die Schüler sich von der Verpflichtung zum Präsenzunterricht befreien lassen und so der Testpflicht entgehen. Auch bezüglich der Maskenpflicht und des Abstandsgebots hatten die Richter keine rechtlichen Bedenken. Das Infektionsrisiko könne dadurch erheblich reduziert werden.

Die Antragsteller hätten kein ärztliches Attest vorgelegt, nach der ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus medizinischen Gründen nicht möglich sei. Das Abstandsgebot sei ein verhältnismäßig mildes Mittel. Auch der derzeit sinkende Inzidenzwert rechtfertige aktuell keine andere Entscheidung. Die Beteiligten können Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einlegen.

15.56 Uhr: Corona: Das ist bei Inlandsreisen derzeit möglich

Wandern in den Alpen, baden an der Nordsee oder ein Städte-Trip? Die Corona-Zahlen sinken, die Urlaubslust steigt. In den ersten Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. Doch was ist angesichts bundesweit niedriger Inzidenzen überhaupt erlaubt? Und welche Einschränkungen gelten weiter? Ein Überblick über die Bundesländer.

Dank gelockerter Corona-Maßnahmen ist ein entspannter Urlaub im Inland fast überall möglich.
Dank gelockerter Corona-Maßnahmen ist ein entspannter Urlaub im Inland fast überall möglich. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolfoto)

15.37 Uhr: Freie Termine in allen Impfzentren in Sachsen

In allen sächsischen Impfzentren sind laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zurzeit Impftermine frei. "Wir sind froh, dass wir endlich in der Situation sind, jeder impfwilligen Bürgerin und jedem impfwilligen Bürger in Sachsen ein Impfangebot in einem der dreizehn sächsischen Impfzentren unterbreiten zu können", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des DRK. Die Möglichkeit, sich bei Haus- und Betriebsärzten gegen Corona impfen zu lassen, entlaste die Zentren spürbar. Zugleich gebe es durch die Ausweitung der Serverkapazitäten für das Buchungsportal keine Warteräume mehr. Auch bei der Hotline kommen Impfwillige laut DRK sofort durch.

15.01 Uhr: Krankenkasse: Jüngster Lockdown war besonders belastend

Der Lockdown im März hat die Deutschen offenbar weitaus stärker belastet als der Lockdown ein knappes Jahr zuvor. Nach einer am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Studie der Techniker Krankenkasse (TK) fühlten sich im März 42 Prozent stark oder sehr stark durch Corona belastet. Im Mai 2020 waren es lediglich 35 Prozent. Beklagt werden vor allem fehlende persönliche Treffen (89 Prozent), Angst vor der Erkrankung von Angehörigen und Freunden (60 Prozent) sowie Stress am Arbeitsplatz (49 Prozent).

"Bei den Erwerbstätigen sind es vor allem Eltern im Homeoffice, die durch die Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung vor einer besonders großen Herausforderung standen", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Dirk Baas. So fühlte sich mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Erwerbstätigen im Homeoffice mit mindestens einem Kind stark oder sehr stark belastet. Im Mai 2020 waren es lediglich 45 Prozent. Im Homeoffice ohne Kinder hatte sich die Belastung mit jeweils 31 Prozent dagegen nicht verändert.

Die Langzeitstudie hatte das psychologische Institut der TU Chemnitz gemeinsam mit der TK erstellt. "Die Batterien sind leer", bilanzierte Studienleiter Bertolt Meyer die Ergebnisse. Erschwerend zum beruflichen und sozialen Corona-Stress komme hinzu, dass es den Menschen durch den Lockdown lange Zeit nicht möglich gewesen sei, die eigenen Ressourcen durch private Treffen, Sport, Kultur oder Reisen wieder aufzufüllen. Meyer: "Dieses Ungleichgewicht führt auf Dauer in die Erschöpfung und in schweren Fällen sogar in den Burnout."

Ostdeutsche sind offenbar besonders stark belastet. Mit 57 Prozent fühlten sich Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in diesem Frühjahr weitaus stärker durch die Pandemie belastet als der Bevölkerungsschnitt. Am wenigsten litten die Menschen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit 32 Prozent, gefolgt von Berlin/Brandenburg (33 Prozent) und Bayern (37 Prozent).

14.25 Uhr: Slowakei will 160.000 Dosen Sputnik V verkaufen oder verschenken

Wegen geringer Nachfrage aus der Bevölkerung will die Slowakei 160.000 Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V verkaufen oder verschenken. Der Impfstoff werde voraussichtlich an Länder des Westbalkans abgegeben, hieß es in einem entsprechenden Regierungsbeschluss am Mittwoch.

Der EU-Mitgliedstaat Slowakei setzt den Vektorimpfstoff trotz fehlender Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ein. Der frühere Regierungschef und jetzige Finanzminister Igor Matovic hatte 200.000 Dosen des Präparats aus Russland gekauft, deren Haltbarkeit im Sommer ausläuft.

Doch das Interesse der Slowaken an dem russischen Impfstoff war von Anfang an gering. Den Angaben zufolge haben bislang 14.214 Bürger eine Sputnik-Impfung beantragt, 8.004 von ihnen haben sie bereits bekommen. Insgesamt haben gut zwei Millionen der 5,5 Millionen Landesbewohner mindestens eine Corona-Impfung erhalten, vollständig geimpft sind 25 Prozent.

13.54 Uhr: Scholz: Milliarden-Investitionen sollen Land aus der Krise helfen

Mit neuen Schulden will Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Krise befördern. Es gebe Grund zum Optimismus, der Aufschwung sei da, erklärte Scholz am Mittwoch in Berlin. "Wir investieren besonders in den sozialen Zusammenhalt, in ein starkes öffentliches Gemeinwesen, und in eine starke, zukunftsfähige und klimafreundliche Wirtschaft." Das Bundeskabinett hatte zuvor den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 beschlossen.

Erneut ist der Etat geprägt von den Folgen der Corona-Krise. Der Bund will laut Entwurf im kommenden Jahr mehr neue Schulden machen als bisher geplant. Konkret ist eine Nettokreditaufnahme von 99,7 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Kabinettsvorlage hervorgeht. In den im März vorgelegten Eckwerten hatte das Finanzministerium noch mit einer Nettokreditaufnahme von 81,5 Milliarden Euro für 2022 gerechnet. Geplant sind nun aber höhere Ausgaben etwa für den Klimaschutz und die Gesundheit.

Bereits 2020 und 2021 hatte der Bund neue Schulden in Milliardenhöhe aufgenommen. Die Haushaltspläne stehen gewissermaßen unter Vorbehalt, denn der im Herbst neu gewählte neue Bundestag muss den Etat verabschiedet. Es könnte daher noch zu deutlichen Änderungen kommen.

13.32 Uhr: Ifo erwartet schnelle und kräftige Erholung der Ost-Wirtschaft

Mit zunehmendem Wegfall der Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie wird die ostdeutsche Wirtschaft nach Einschätzung des Ifo-Instituts in diesem Jahr um 2,4 Prozent wachsen. "Wir gehen von einer schnellen und kräftigen Erholung aus", sagte Konjunkturexperte Joachim Ragnitz am Mittwoch in Dresden. 2022 werde sich das Wachstum dann wieder normalisiert haben. Die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland wird laut Ragnitz im nächsten Jahr um 3,6 Prozent über Vorjahresniveau liegen. Für Deutschland insgesamt wird ein Plus von 3,3 in diesem sowie 4,3 Prozent im nächsten Jahr erwartet. Für das laufende Jahr prognostiziert das Ifo zudem eine Zunahme der Erwerbstätigenzahl in Ostdeutschland um knapp 12 000 Menschen (0,1 Prozent) und für 2022 um 98 000 (1,2 Prozent).

Die Prognose für 2021 liegt unter der vom Dezember 2020 mit einem damals vorhergesagten Konjunkturplus von 3,6 Prozent. Anders als erwartet habe es eine dritte Welle und einen massiven Lockdown gegeben, sagte Ragnitz. Das habe auch die Entwicklung im Frühjahr 2021 gedämpft, vor allem bei Dienstleistern. Das Ifo-Institut geht im zweiten Halbjahr aber von einem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung aus. Vor allem in der Industrie sowie im Handel gehe es nach oben aufgrund des Konsumstaus. Allerdings spürten stationäre Einzelhändler die Auswirkungen des Online-Shoppings.

13.11 Uhr: EU-Kommissar: Rechnen mit guten Nachrichten für Reisen in die USA

Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Margaritis Schinas ist optimistisch, dass touristische Reisen in die USA bald vereinfacht werden. "Wir sind hoffnungsvoll, dass es bald gute Nachrichten von dieser Front geben wird", sagte er am Mittwoch in Brüssel. In Gesprächen habe man den transatlantischen Verbündeten Argumente geliefert. So sei Europa etwa der meistgeimpfte Kontinent weltweit und es gebe EU-weit gültige Zertifikate, die nachwiesen, dass Reisende keine Gefahr für andere darstellten.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Touristen aus den USA wieder einfacher nach Europa einreisen können sollen. EU-Handelskommissar Thierry Breton beklagte, dass man derzeit nicht sehe, dass die USA Europa gleich behandelten. So arbeite er seit Monaten daran, dass in der EU genügend Impfstoff produziert werden könne, aber es gebe von US-Seite beispielsweise immer noch Exportbeschränkungen für Komponenten der Impfstoffe, die die Produktion in der EU bremsen. Man erwarte, dass so schnell wie möglich gleiche Bedingungen geschaffen werden.

Eine Boeing 747 startet vom Flughafen Frankfurt aus in den Abendhimmel. Ein EU-Kommissar ist optimistisch, dass wir bald auch wieder in die USA reisen können.
Eine Boeing 747 startet vom Flughafen Frankfurt aus in den Abendhimmel. Ein EU-Kommissar ist optimistisch, dass wir bald auch wieder in die USA reisen können. © Boris Roessler/dpa (Symbolbild)

12.53 Uhr: Inzidenz in Dresden steigt

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag vier weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.626 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Weitere Todesopfer sind nicht zu beklagen - seit Pandemiebeginn gibt es 1.102 in Zusammenhang mit der Viruserkrankung Verstorbene. Auch weitere Krankenhauseinweisungen gab es nicht. Als genesen gelten mittlerweile 29.412 Dresdner - drei mehr als am Dienstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben der Lokalbehörden seit dem Vortag von 6,6 auf 7,1. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 6,5, tags zuvor waren es noch 6,1. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.35 Uhr: Lehrerverbände: Schulen auf nächste Corona-Welle vorbereiten

Lehrerorganisationen haben an die Politik appelliert, die Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen auszubauen, um mit Präsenzunterricht in das nächste Schuljahr zu starten. "An erster Stelle steht dabei für uns, dass jetzt in den Ferien alles getan werden muss, um im Herbst auch auf eine vierte Welle an Schulen vorbereitet zu sein," sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Eine neuerliche Phase des Distanz- und Wechselunterrichts wäre "für alle Betroffenen ein herber Rückschlag". Wichtigstes Ziel müsse es sein, "möglichst viele Unterrichtsräume mit Raumluftfilteranlagen auszurüsten", forderte Meidinger. Es sei besser, jetzt in solche Geräte zu investieren "und auch zu Schuljahresbeginn für einige Zeit noch mit Maskenpflicht zu arbeiten, als Schülerinnen und Schüler wieder in den Wechselbetrieb zu schicken".

Auch die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte, sie wünsche sich im kommenden Schuljahr "Präsenzunterricht für alle". Nach den Ferien würden deshalb "Hygienekonzepte sowie eine effektive Teststrategie und Masken in geschlossenen Räumen wie Klassenzimmern eine wichtige Rolle spielen, um eine Ausbreitung der Delta-Variante zu verhindern", sagte Finnern den Funke-Zeitungen. "Politik und Verwaltung müssen die Sommermonate nutzen und handeln: Sie müssen die Schulen endlich krisenfest machen", forderte die GEW-Chefin. Dazu gehöre unter anderem, die Klassenräume mit Luftfiltern auszustatten.

12.13 Uhr: Corona-Arbeitsschutz: Homeoffice-Pflicht wird nicht verlängert

Angesichts sinkender Infektionszahlen werden die Corona-Vorschriften am Arbeitsplatz etwas gelockert. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin Anpassungen in der Corona-Arbeitsschutzverordnung. Sie treten am 1. Juli in Kraft und gelten bis zum 10. September. Die Betriebe müssen weiterhin Tests anbieten und Hygienepläne erstellen, aber die Kontakte nicht mehr so stark reduzieren wie bisher. Zur Kontaktvermeidung sollen Beschäftigte auch weiterhin im Homeoffice arbeiten, doch die strikte Vorgabe von Homeoffice läuft zum 30. Juni aus. Seit Januar müssen Arbeitgeber überall dort wo es möglich ist, Homeoffice anbieten. Im April wurden die Regelungen nachgeschärft und Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet, das Angebot auch anzunehmen.

Der Vorlage zufolge bleiben Arbeitgeber laut Bundesarbeitsministerium weiterhin verpflichtet, zweimal pro Woche Corona-Tests anzubieten. Auch Abstands- und Hygieneregeln gelten weiter, und es sollen nicht zu viele Beschäftigte gleichzeitig im Betrieb sein. Die Einteilung in feste Gruppen und die Zehn-Quadratmeter-Regel entfallen aber. Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Testangebote müssten bestehen bleiben, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach der Kabinettssitzung. Die Betriebe hätten auf diese Weise offengehalten werden können. Nun müsse eine vierte Welle unbedingt vermieden werden, zumal sich die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus' rasch ausbreite.

11.56 Uhr: Fast jeder Dritte in Deutschland vollständig geimpft

Fast jeder dritte Mensch in Deutschland ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor (Stand: 10.37 Uhr). Demnach wurden am Dienstag 1.003.690 Impfdosen verabreicht. Rund 43 Millionen Menschen (51,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 26,9 Millionen (32,4 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 58,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Zehn weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45,8 Prozent. Das Saarland zählt mit 39 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 30 Prozent am Ende der Rangliste. Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen.

11.36 Uhr: Ministerin Köpping verteidigt Corona-Maßnahmen sächsischer Regierung

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat die Corona-Politik des Freistaates verteidigt. Die Maßnahmen würden von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im Landtag. Sie verwies dafür auf die jüngste Studie von des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) der TU Dresden. Sachsen sei nicht das Land der Querdenker und Impfskeptiker. "Es gibt sie, aber nicht überdurchschnittlich." Der Studie zufolge zeigten sich 42 Prozent der Befragten mit dem Pandemie-Management der Landesregierung unzufrieden. Köpping verwies zudem auf den ehemaligen Corona-Hotspot Vogtland. Dort sei es gelungen, durch eine umfassende Test- und Impfstrategie die Infektionszahlen zu senken.

Die jüngste Entwicklung bezeichnete Köpping als "sehr erfreulich". Am Mittwoch lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat bei 4,1 und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 7,2. Es gebe keinen Landkreis und keine Stadt mehr mit einer Inzidenz über 10, so Köpping. Auch die Lage in den Krankenhäusern sei entspannt. Derzeit gibt es 185 Covid-19-Patienten auf Normalstationen, 69 auf den Intensivstationen. Dennoch müsse man vorsichtig sein, gerade mit Blick auf die als besonders ansteckend geltende Deltavariante, mahnte Köpping. Diese mache deutschlandweit mittlerweile 20 Prozent der Neuansteckungen aus. In dieser Woche habe es in Sachsen 41 Verdachtsfälle sowie 23 bestätige Fälle dieser zuerst in Indien nachgewiesenen Virusvariante gegeben.

Kritik an der Regierung kam von der AfD-Fraktion. Der Fraktionsvorsitzende Jörg Urban warf der Regierung Fehler und Planlosigkeit vor und forderte eine Aufhebung der Corona-Maßnahmen. Diese griffen empfindlich in die Grundrechte ein. Ab 1. Juli gelten bei einer Inzidenz unter 10 zahlreiche Lockerungen in Sachsen, die Maskenpflicht etwa im Einzelhandel oder im Nahverkehr bleibt aber bestehen.

11.18 Uhr: Delta-Variante an Wirtschaftsgymnasium in Geithain nachgewiesen

Die Delta-Variante des Coronavirus gilt als gefährlich und hochansteckend. Jetzt ist sie in Geithain nachgewiesen worden. Die Stadt grenzt an Rochlitz und damit an Mittelsachsen. „Bisher gab es im Landkreis noch keinen laborbestätigten Delta-Fall“, erklärte André Kaiser, Sprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage des Döbelner Anzeigers. Aus Mittelsachsen besuchen jedoch Schüler das Wirtschaftsgymnasium in Geithain, in dem Delta-Fälle aufgetreten sind. Was das bedeutet und wie die Corona-Lage in der Region ist, erfahren Sie hier.

Im Internationalen Wirtschaftsgymnasium Geithain, das auch Schüler aus Mittelsachsen besuchen, wurde die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen.
Im Internationalen Wirtschaftsgymnasium Geithain, das auch Schüler aus Mittelsachsen besuchen, wurde die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. © Dietmar Thomas

11.00 Uhr: Ein Fall: Neuseeland verhängt Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt

Neuseelands Hauptstadt Wellington hat nach dem positiven Corona-Test eines Reisenden aus Australien Einschränkungen verhängt. Es handele sich nicht um einen Lockdown, sondern um Vorsichtsmaßnahmen, sagte der zuständige Minister Chris Hipkins am Mittwoch. Die Kontaktbeschränkungen sollten vom Abend an und zunächst bis Sonntag gelten. Demnach werden Zusammenkünfte bei Einhaltung strenger Abstandsregeln auf 100 Teilnehmer beschränkt. Schulen und Geschäfte bleiben geöffnet. Im Rest des Landes gelten bis auf eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Beschränkungen.

Neuseeland gilt wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen als Musterland in der Krise. In dem Inselstaat mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden bisher knapp 2600 Fälle verzeichnet, 26 Menschen starben nach einer Infektion. Schon lange herrscht wieder eine weitgehende Normalität.

10.43 Uhr: Unternehmensstimmung in Eurozone steigt auf 15-Jahreshoch

Die Erholung von der Corona-Krise stimmt die Unternehmen im Euroraum immer zuversichtlicher. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg im Juni auf den höchsten Stand seit 15 Jahren, wie die Marktforscher am Mittwoch in London mitteilten. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich der Indikator um 2,1 Punkte auf 59,2 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Juni 2006. Der konjunkturelle Aufschwung gewinne an Breite und weite sich von der Industrie auf die Dienstleister aus, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

10.15 Uhr: Sachsen-Inzidenz sinkt immer weiter

Die Corona-Lage in Sachsen hat sich weiter entspannt: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet heute eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 4,1, am Dienstag waren es noch 4,7. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 8,3, am 23. Mai - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 81,7. Deutschlandweit fiel die Inzidenz binnen eines Tages von 8,0 auf 7,2 - Sachsen liegt damit aktuell unter dem Bundes-Durchschnitt. Der Freistaat weist niedrigere Zahlen auf als elf andere Bundesländer. Die Tabelle wird derzeit von Baden-Württemberg (10,4) und dem Saarland (10,2) angeführt, der niedrigste Wert wird weiterhin aus Mecklenburg-Vorpommern (2,1) gemeldet.

Die höchsten Inzidenzen der 13 sächsischen Regionen haben laut RKI der Erzgebirgskreis mit 8,1 und die Stadt Dresden (6,5), das Tabellenende markiert derzeit die Stadt Chemnitz mit 2,0. Die RKI-Zahlen weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

9.50 Uhr: Ifo-Institut Dresden stellt Konjunkturprognose für den Osten vor

Das Ifo-Institut in Dresden stellt heute Mittag seine Konjunkturprognose für Ostdeutschland vor. Dafür gibt der stellvertretende Geschäftsführer Joachim Ragnitz einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Mit den zunehmenden Corona-Lockerungen war zuletzt auch die Stimmung bei den ostdeutschen Firmen wieder gestiegen - vor allem bei den Dienstleistern und in der Industrie.

Für ganz Deutschland gehen die Ökonomen in ihrer kürzlich veröffentlichten Prognose von einem Wachstum von 3,3 Prozent in diesem Jahr aus. Damit fällt das Wachstum schwächer aus als noch im März erwartet. Der Einschätzung des Ifo-Institutes zufolge bremsen vor allem Lieferengpässe - etwa bei Halbleitern oder Baumaterialien - den Aufschwung in Deutschland.

9.07 Uhr: DRK schaltet erneut Tausende Impftermine in Sachsen frei

Das in Sachsen für die Impfzentren zuständige Deutsche Rote Kreuz hat am Mittwochmorgen weitere Termine für Impfungen gegen das Coronavirus im Impfportal hinterlegt. Laut der Plattform Countee waren auch eine Stunde nach der Freischaltung noch Tausende Termine buchbar – auch in sonst schnell ausgebuchten Zentren wie dem Im Dresdner Messegelände. Allein dort gab es gegen 9 Uhr noch mehr als 1.500 freie Termine.

Allerdings scheint der große Run auf die Impfzentren in Sachsen vorbei zu sein, die Kampagne verliert derzeit an Schwung. Mehr dazu im Artikel Nachfrage nach Impfterminen in Sachsen schwindet

8.43 Uhr: Delta-Mutante breitet sich in Dresden aus

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich auch in Dresden weiter aus. Bei 13 Bewohnern eines Wohnhauses auf der Altenzeller Straße konnte die Mutante bereits in den vergangenen Tagen nachgewiesen werden. Ein Massentest in dieser Woche hat nun weitere Fälle ans Licht gebracht. Was über den Ausbruch in der Südvorstadt bekannt ist, lesen Sie im Artikel Wo haben sich Dresdner mit Delta-Variante infiziert?

8.05 Uhr: Fast die Hälfte der Internetnutzer erhält Corona-Falschinformationen

Fast die Hälfte der erwachsenen Internet-Nutzerinnen und - Nutzer in Deutschland wird regelmäßig mit falschen oder irreführenden Informationen zu Covid-19 konfrontiert. Das ist eines der Ergebnisse der deutschen Teilstudie des "Reuters Institute Digital News Report 2021", die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach gaben 46 Prozent der Befragten an, im Internet innerhalb einer Woche Fehlinformationen rund um das Thema Corona gesehen zu haben. Die größten Sorgen vor falschen Informationen bestanden der Studie zufolge gegenüber Facebook (28 Prozent) und Messenger-Apps (14 Prozent) sowie gegenüber Aktivistinnen und Aktivisten als Absender (31 Prozent).

Unabhängig vom Thema äußerten 37 Prozent der Studienteilnehmer in Deutschland Bedenken, eventuelle Falschmeldungen im Internet nicht von Fakten unterscheiden zu können. 23 Prozent gaben an, keine derartige Bedenken zu haben, 41 Prozent waren dahingehend unentschieden. Das Vertrauen in die Nachrichtenmedien ist während der Corona-Krise gestiegen: 53 Prozent der erwachsenen Onliner in Deutschland erklärten, den Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen - acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Mit 17 Prozentpunkten auf 49 Prozent am stärksten gewachsen ist das Vertrauen in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen.

Insgesamt basiert die Studie auf 92.372 Befragten aus 46 Ländern auf sechs Kontinenten. Die deutsche Teilstudie wurde vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg erstellt. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 14. Januar und dem 5. Februar 2021.

7.20 Uhr: Bertelsmann Stiftung schlägt Reform der Minijobs vor

Nach dem Wegfall von zahlreichen Minijobs in der Corona-Krise fordert die Bertelsmann Stiftung eine Reform des Systems. Unter dem Titel "Raus aus der Minijobfalle" sprechen sich die Experten der Stiftung mit Sitz in Gütersloh für die Abschaffung in der bisherigen Form und für Sozialversicherungsabgaben ab dem ersten verdienten Euro aus. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie haben knapp 900.000 Minijobber in der Corona-Krise ihren Job verloren. Die Gefahr arbeitslos zu werden, sei für sie rund zwölf Mal höher als für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld haben sie nicht.

Nach dem Reformvorschlag sollen die Sozialversicherungsabgaben linear von 0 bei keinem Verdienst auf 20,2 Prozent bei einem Bruttoeinkommen von 1.800 Euro steigen. Nach Berechnungen der Stiftung könnte die Zahl der Teilzeitstellen auf dem Arbeitsmarkt so bis zum Jahr 2030 um rund 160.000 wachsen. Die Reform würde besonders Arbeitnehmern mit einem niedrigen Einkommen helfen, für die sich bislang die Arbeit über einen Minijob hinaus nicht auszahlt. Der Grund: Bis 450 Euro werden keine Abgaben und Steuern fällig. Ab dieser Grenze aber steigen die Abgaben sprunghaft auf rund 10 Prozent an. Bei dem neuen Modell würden sich die Abgaben beim Übergang auf 451 Euro von jetzt 45 auf 22,55 Euro halbieren. Bei 1.000 Euro Verdienst würden statt 187 nur noch 122,22 Euro Sozialabgaben fällig.

Knapp 900.000 Minijobber haben in der Corona-Krise ihren Job verloren.
Knapp 900.000 Minijobber haben in der Corona-Krise ihren Job verloren. © Symbolfoto: Stefan Sauer

6.27 Uhr: Corona-Gefahr rückte laut Umfrage für Menschen immer näher

Die Gefahr einer Corona-Infektion ist für immer mehr Menschen in Deutschland im Verlauf der Pandemie nähergerückt. So haben im vergangenen März bereits sieben von zehn Menschen mindestens einen Menschen aus dem engeren Umfeld gekannt, der sich mit dem Virus infiziert hatte. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr. Im Mai 2020 waren es erst 23 Prozent. Die Umfrageergebnisse werden an diesem Mittwoch mit dem Gesundheitsreport 2021 der TK präsentiert.

Bereits bisherige Umfrageergebnisse hatten gezeigt, dass die Corona-Krise viele Bürger in diesem Frühling direkter betroffen hat als ein Jahr zuvor. Dass sie die Situation psychisch belastet habe, sagten im Mai 49 Prozent der Befragten über sich, wie eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller ergab. Bei einer Befragung von Juni 2020 hatten dies 44 Prozent bejaht. Eine Corona-Infektion in der eigenen Familie hatte demnach nun fast jeder Fünfte (19 Prozent), nachdem es vor einem Jahr 7 Prozent waren.

5.50 Uhr: Ungarn hebt Corona-Grenzsperre weitgehend auf

Ungarn hat die im September 2020 wegen der Corona-Pandemie verhängte Grenzsperre weitgehend aufgehoben. Menschen können aus jedem Nachbarland außer der Ukraine ohne Auflagen und Einschränkungen auf dem Landweg nach Ungarn einreisen, heißt es in einer Verordnung, die am späten Dienstagabend im Ungarischen Amtsblatt erschien. Sie trat unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in Kraft. Die Grenzsperre galt vor allem für Touristen, da es zahlreiche Ausnahmen für Geschäftsreisende, Pendler, Diplomaten und Sportler gab. Weiterhin gilt, dass touristische Einreisen mit dem Flugzeug nicht möglich sind.

Unabhängig von der nun gewährten freien Einreise gilt weiter, dass gewerbliche Übernachtungen für Touristen nicht möglich sind. Davon ausgenommen sind Menschen, die in einem der 17 Länder gegen Covid-19 geimpft wurden, mit denen Ungarn Abkommen über die wechselseitige Anerkennung der jeweiligen Impfzertifikate abgeschlossen hat. Darunter ist jedoch kein westliches Land, auch Deutschland nicht. Mit der Aufhebung der Grenzsperre sollen nun auch die im vergangenen September eingeführten Grenzkontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums entfallen. Dies betrifft die Grenzen zu Österreich, Slowenien und der Slowakei.

5.08 Uhr: RKI registriert 1.016 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1016 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 7,2 an (Vortag: 8,0; Vorwoche: 13,2). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 51 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 137 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.723.798 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2, 3.611.500 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Patienten, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Corona-Infektion gestorben sind, wird nun mit 90.523 angegeben. Den 7-Tage-R-Wert gab das RKI am Dienstagabend wie bereits am Montag mit 0,68 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken.

Mittwoch, 4.58 Uhr: Bericht über Corona-Lage im Sächsischen Landtag

Die Juni-Plenarsitzung des Sächsischen Landtages beginnt heute Vormittag mit einem Bericht der Regierung zur Corona-Pandemie und einer Aussprache aller Fraktionen. Im Plenum stehen anschließend aktuelle Debatten auf der Agenda - unter anderem zur Verteilung von Strukturwandel-Geldern. Zudem befasst sich der Landtag mit verschiedenen Anträgen der Fraktionen.

Am Donnerstag geht es dann unter anderem um einen Antrag der Koalitionsfraktionen, der sich mit der Förderung von Sport in Schulen und Kitas befasst. Dabei solle es vor allem um den Schwimmunterricht gehen, der in der Corona-Krise zu kurz gekommen sei, kündigte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Sören Voigt, an.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

21.57 Uhr: USA verfehlen Impfziel zum 4. Juli

Die USA werden das von Präsident Joe Biden gesetzte Impfziel zum 4. Juli nach Einschätzung seiner Corona-Experten trotz zahlreicher Anreize verfehlen. Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, sagte am Dienstag, nach dem Unabhängigkeitstag werde es "noch ein paar Wochen" dauern, bis 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten hätten.

In der Altersgruppe ab 30 Jahren sei dieses Ziel bereits erreicht. Am 4. Juli werde das für die Gruppe im Alter ab 27 Jahren gelten. Niedriger sei die Impfbereitschaft bei Menschen zwischen 18 und 26 Jahren. Biden selbst betonte auf Twitter dennoch: "Unser Impfprogramm ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte." Er rief besonders junge Amerikaner dazu auf, sich schnell impfen zu lassen. Die Zahl der Impfungen pro Tag ist seit dem Höhepunkt im April deutlich gesunken.

Bidens Corona-Berater Anthony Fauci sagte, 16 der 50 Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington hätten das 70-Prozent-Ziel überschritten. In vier Bundesstaaten jedoch habe weniger als die Hälfte der Erwachsenen bislang mindestens eine Spritze bekommen.

21.34 Uhr: Einzelhandel fordert Digitalisierungshilfe aus Corona-Fonds

Der deutsche Einzelhandel pocht auf Geld für Digitalisierung aus dem europäischen Corona-Aufbaufonds. "Die Bundesregierung muss in den Blick nehmen, dass die vorgesehene Digitalisierung der Wirtschaft und Infrastruktur nicht nur auf die Industrie beschränkt bleiben kann, sondern auch den gesamten Dienstleistungssektor erfassen muss", sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Antje Gerstein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gerstein forderte einen "Digitalisierungsfonds" mit einem Volumen von 100 Millionen Euro für die in der Coronakrise in Not geratenen Handelsunternehmen.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag die deutschen Pläne zur Nutzung der EU-Hilfen gebilligt. Wenn auch der Rat der EU-Staaten in den nächsten vier Wochen zustimmt, kann die Auszahlung beginnen. Insgesamt erwartet Deutschland 25,6 Milliarden Euro an Zuschüssen aus dem Corona-Aufbaufonds RRF. Das Geld aus dem europäischen Corona-Aufbaufonds soll unter anderem in Förderprämien für Elektroautos oder die Gebäudesanierung fließen, in die Digitalisierung von Gesundheitsämtern oder die Schaffung von 90.000 neuen Kita-Plätzen.

21.17 Uhr: Delta-Variante für jeden fünften Corona-Fall in Hessen verantwortlich

Trotz der derzeit entspannten Corona-Lage in Deutschland ist die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auf dem Vormarsch. "Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert", sagte Landesgesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Daran sehe man, "dass das sehr schnell geht".

Die Variante sei noch infektiöser als die Alpha-Variante, sagte Klose. "Aber wir haben keine Hinweise darauf, bisher jedenfalls, dass diese Variante noch mehr schwere Erkrankungen auslöst." Er gehe davon aus, "dass Delta sich relativ schnell durchsetzen wird und die vorherrschende Variante sein wird". Gesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt erklärt, es sei nicht die Frage, ob, sondern wann Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominieren werde.

20.53 Uhr: Deutsche können wieder ohne Auflagen nach Tschechien

Tschechien hat Deutschland von seiner Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Damit ist die Einreise aus der Bundesrepublik ins Nachbarland wieder ohne Auflagen möglich, wie das Außenministerium in Prag am Dienstag mitteilte. Umgekehrt stuft Deutschland Tschechien bereits seit dem 6. Juni nicht mehr als Risikogebiet ein.

Die Corona-Lage hat sich in dem einstigen europäischen Corona-Hotspot seit einiger Zeit sehr gebessert. Im Durchschnitt stecken sich in Tschechien innerhalb von sieben Tagen aktuell noch acht Menschen je 100.000 Einwohner nachweislich an - wie in Deutschland auch.

Tschechiens Tourismusbranche hat massiv unter der Corona-Krise und den monatelangen Einreisebeschränkungen gelitten. Die Zahl der ausländischen Übernachtungsgäste ging 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp 75 Prozent auf rund 2,8 Millionen zurück.

20.26 Uhr: Drosten: Delta muss sich hier nicht entwickeln wie in Großbritannien

Nach dem Wiederanstieg der Corona-Inzidenz in Großbritannien durch die Delta-Variante sieht der Virologe Christian Drosten für Deutschland auch die Möglichkeit eines anderen Verlaufs. Es könne sein, dass die Lage vorerst relativ konstant bleibe, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

Er verwies zum Beispiel darauf, dass es nach Deutschland wohl keine so hohe Zahl an unabhängigen Eintragungen der Variante - etwa direkt aus Indien - gegeben habe. In Großbritannien gebe es zudem eine etwas andere Struktur in der Bevölkerung mit asiatischstämmigen Communitys, in denen das Virus anfangs hochgekocht sei. "Deswegen kann es auch sein, dass sich das bei uns nicht so einstellt."

In Deutschland lag der Anteil von Delta an den Neuinfektionen nach Daten des Robert Koch-Instituts zuletzt bei gut 6 Prozent (Woche vom 31. Mai bis 6. Juni) - eine Zunahme im Vergleich zu den Wochen davor, der Trend bei der absoluten Zahl der Nachweise ist jedoch rückläufig. In Großbritannien ist Delta bereits die dominierende Variante. Neue RKI-Zahlen werden für Mittwochabend erwartet.

20.02 Uhr: EU kauft weitere 150 Millionen Impfdosen von Moderna

Die EU-Kommission kauft weitere 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Moderna. Eine entsprechende Option aus einem Vertrag vom Februar wurde jetzt gezogen, wie ein Kommissionssprecher am Dienstag mitteilte. Die Lieferung soll im dritten Quartal beginnen und sich bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

Die Kommission hat zwei Verträge mit Moderna: einen über 160 Millionen Dosen vom vergangenen Jahr und einen zweiten vom Februar. Mit dem zweiten Kontrakt waren 150 Millionen Impfdosen fest bestellt und weitere 150 Millionen Dosen als Option vereinbart worden. Um diesen Teil der Vereinbarung geht es jetzt.

Die EU könne damit an Virusvarianten angepassten Impfstoff sowie Impfstoffe für Kinder und für Auffrischungen kaufen, sagte der Sprecher. Der Vertrag garantiere zeitnahe Lieferung und die Möglichkeit, diese an den Bedarf der EU-Staaten und an die Pandemielage anzupassen. Die Mitgliedsstaaten könnten den Impfstoff auch weiterverkaufen oder spenden, um zur Versorgung anderer Staaten weltweit beizutragen.

19.47 Uhr: Schottland verschiebt Corona-Lockerungen

Schottland hat den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Maßnahmen verschoben. Das teilte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, am Dienstag im Parlament in Edinburgh mit. Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen wieder, auch in anderen Landesteilen. Grund dafür ist die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, die auf der Insel inzwischen dominant ist.

19.32 Uhr: Moskau weitet Beschränkungen wegen dramatischer Corona-Lage aus

Angesichts einer dramatischen Corona-Lage verschärft die russische Hauptstadt Moskau ihre Beschränkungen. Vom kommenden Montag an dürfen nur noch Menschen nach einer vollständigen Impfung, mit einem negativen PCR-Test oder nach überstandener Covid-Erkrankung Restaurants und Bars besuchen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstag in seinem Blog. Kontrolliert werden soll das demnach über einen QR-Code. Zuvor hatte Sobjanin dies als "Experiment" für einzelne gastronomische Einrichtungen angekündigt.

Zudem begrenzt Europas größte Metropole mit schätzungsweise zwölf Millionen Menschen mit sofortiger Wirkung Veranstaltungen auf maximal 500 Menschen. Zuvor waren noch 1.000 erlaubt gewesen. "Fan-Zonen und Tanzflächen müssen schließen", so Sobjanin. Am Dienstag meldeten die Behörden 6.555 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Zudem seien 86 Menschen mit dem Virus gestorben, so viele wie noch nie binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020.

19.03 Uhr: Merkel: Corona-Entwicklung erfreulich - Pandemie aber nicht vorbei

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die niedrigen Corona-Infektionszahlen in Deutschland als sehr erfreulich bezeichnet, angesichts der weltweiten Entwicklung zugleich aber zur Vorsicht gemahnt. "Manche Mühe hat sich gut ausgezahlt", sagte Merkel am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in der letzten Sitzung der Unionsfraktion vor der parlamentarischen Sommerpause in Berlin. Zugleich warnte sie: Die "Pandemie ist noch nicht vorbei".

In vielen Ländern der Welt gebe es noch keinen Impfstoff, sagte Merkel demnach. Die Impfstoffproduktion müsse beschleunigt werden. Erneut sprach sie sich gegen Forderungen aus, die Patente auf bestimmte Impfstoffe auszusetzen. Solche Patentrechte sollten nicht außer Kraft gesetzt werden. Vielmehr müsse man Vorsorge treffen, dass Firmen auch in Zukunft Impfstoffe entwickeln könnten.

18.44 Uhr: Wien plant Impfparty für Jugendliche

Die Stadt Wien will junge Menschen mit Musik und Feierstimmung zur Corona-Impfung locken. In der österreichischen Hauptstadt sollen eine oder mehrere Impfparties veranstaltet werden, gab ein Sprecher am Dienstag bekannt. Außerdem bietet Wien Familien-Impftermine an, bei denen Kinder und Eltern gemeinsam einen Schutz gegen Covid-19 erhalten. Am Dienstag konnten sich erstmals Wiener Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren für Impfungen anmelden. Die Nachfrage war groß: 10.000 Dosen wurden innerhalb von zwei Stunden reserviert.

Junge Erwachsene zwischen 18 und 30 können ab Mittwoch buchen. Die geplante Party oder Veranstaltungsreihe ist für Anfang Juli geplant. Details zu den Events waren jedoch noch offen. In Wien haben bislang rund 27 Prozent der Bevölkerung die notwendigen Impfdosen für eine Vollimmunisierung erhalten.

In Wien sollen junge Menschen mit einer Party zum Impfen bewegt werden.
In Wien sollen junge Menschen mit einer Party zum Impfen bewegt werden. © Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

18.30 Uhr: Phase-III-Studie mit türkischem Impfstoff in Ankara begonnen

Die Türkei hat mit Impfungen im Zuge einer Phase-III-Studie für ein im Land entwickeltes Corona-Vakzin begonnen. Der Name des Präparats sei „Turkovac“, teilte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag mit. Ein erster Freiwilliger ließ sich damit im Stadtkrankenhaus von Ankara impfen, wie Fernsehsender zeigten - Erdogan war per Video zugeschaltet. Angaben zur Wirksamkeit nach schon vorliegenden Studiendaten wurden nicht gemacht.

In der entscheidenden Phase III wird mit sehr vielen Teilnehmern geprüft, wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.Die Türkei impft zurzeit mit dem Präparat von Biontech/Pfizer und mit einem des chinesischen Herstellers Sinovac. Erdogan sagte, innerhalb weniger Wochen werde allen im Land, die älter als 18 Jahre sind, ein Impfangebot gemacht. Ab Mittwoch können sich nach Angaben des Gesundheitsministers bereits Menschen ab 25 Jahren impfen lassen.

Die Türkei hat das Tempo der Impfkampagne zuletzt stark erhöht. In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern haben nach offiziellen Angaben rund 34 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

17.53 Uhr: Österreichs Bundeskanzler nach Treffen mit Drosten "optimistisch"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich nach einem Treffen mit dem Virologen Christian Drosten optimistisch zur aktuellen Corona-Situation geäußert. "Ich bin eigentlich fast ein bisschen erleichtert, weil ich habe das Gefühl, ich habe sehr viele positive Nachrichten mitnehmen dürfen", sagte Kurz am Dienstag im Anschluss an das Gespräch in der Berliner Charité. Insbesondere über die Delta-Variante werde laut Kurz in Deutschland und Österreich viel diskutiert. "Ich glaube nicht, so ist mein Eindruck nach dem Gespräch, dass die Delta-Variante verschwinden wird. Sie wird bleiben", sagte Kurz. "Wir können heilfroh sein, dass die Impfung gegen alle Varianten schützt, die es gerade gibt."

Um die Situation in Deutschland besser einschätzen zu können, lohne sich laut Drosten vor allem ein Blick nach England. Zwar wolle er einen erneuten Anstieg der Fallzahlen in Deutschland weder voraussagen noch ausschließen, sagte Drosten. Aber: "Wenn es so sein sollte, dass im Juli die Fallzahlen wieder steigen, werden wahrscheinlich die Schulferien dann wieder eine Entspannung bringen". Im Gegensatz zu Österreich und Deutschland hätten die Menschen in England von diesem Effekt nicht profitieren können.

17.14 Uhr: Terroristen nutzen Corona-Krise aus

Terroristen versuchen einem Europol-Bericht zufolge die Corona-Krise für ihre Zwecke auszunutzen. „Terroristen nutzen jede Gelegenheit, um demokratische Strukturen auszuhöhlen, Angst zu verbreiten und die Gesellschaft zu polarisieren“, heißt es in dem Jahresbericht zu Terrorismus in der EU, den Europol am Dienstag in Den Haag vorlegte.

Die Covid-19-Pandemie habe die politische Polarisierung verschärft, geht aus dem Bericht hervor. Die Intoleranz gegenüber politischen Gegnern habe zugenommen und mehr Personen würden verbal oder körperlich gewalttätig. Terroristen nutzten dies aus, um ihre gewalttätigen Ideologien zu verbreiten.„Das Risiko der Radikalisierung online hat zugenommen“, sagte Ylva Johansson, EU-Kommissarin für Inneres. Dies treffe vor allem auf rechtsextremen Terrorismus zu. Rechtsextremisten würden sich etwa Protesten gegen staatliche Corona-Maßnahmen anschließen. Sie würden auch zunehmend über Online-Foren oder Gaming-Portale jüngere und gut ausgebildete Anhänger gewinnen.

Die größte Bedrohung in der EU geht dem Bericht nach von islamistischem Terrorismus aus. Islamisten waren 2020 für zehn Anschläge mit zwölf Toten verantwortlich. Dahinter steckten meist Einzeltäter, die von ausländischen Terrorgruppen wie dem IS beeinflusst waren.2020 waren in der EU 57 Terroranschläge registriert worden, dazu zählt Europol auch geplante und vereitelte Attacken. 21 Menschen wurden dabei getötet und 449 Verdächtige festgenommen.

16.53 Uhr: 365 Millionen Grundschulkindern fehlte Schulmahlzeit

Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie haben UN-Experten zufolge für geschätzt 365 Millionen Grundschulkinder den Verlust von Schulmahlzeiten zur Folge gehabt. Die Verbindung zwischen Bildung und Gesundheit sei während der Corona-Pandemie besonders sichtbar geworden, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) am Dienstag mit.

Schulen sollten demnach einen größeren Beitrag für die öffentliche Gesundheit leisten. WHO und UNESCO stellten Standards und Maßnahmen vor, um dieses Ziel zu erreichen. Schulmahlzeiten etwa förderten nicht nur den Schulbesuch, sondern reduzierten auch gesundheitliche Probleme wie Blutarmut. Kinder und Jugendliche gehen den Experten zufolge auch deutlich öfter und länger zur Schule, wenn dort auf Hygiene, Malariaprävention, sexuelle Aufklärung und gesunde Augen geachtet wird.

16.31 Uhr: Biontech bereitet schnelle Reaktion auf neue Virus-Varianten vor

Biontech geht von einer Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs auch gegen die zuletzt aufgetretenen Virus-Varianten aus. "Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist", sagte Vorstandschef Ugur Sahin am Dienstag auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens. Biontech arbeite an flexiblen Verfahren in den Bereichen Technologie, Produktion und Zulassung. Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis zur Auffrischung bestehender Impfungen oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysiere Biontech ständig die Wirksamkeit des Impfstoffs auch gegen neu auftretende Varianten, erklärte Sahin. Seit einigen Monaten verfolge das Unternehmen einen "Prototyp-Ansatz", der dies erleichtern solle.

Das Wissen über neue Varianten des Sars-Cov2-Virus nehme stetig zu, sagte Sahin weiter. Es sei zu beobachten, dass die Immunität von Geimpften mit der Zeit nachlasse und neue Varianten entstünden. "Ich gehe davon aus, dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von einem hohen Wert sein könnte", erklärte der Biontech-Chef. "Allerdings wissen wir noch nicht, wann und wie oft eine Auffrischimpfung erforderlich sein wird."

16.08 Uhr: Umfrage: Corona-Belastungen jetzt stärker als im ersten Pandemie-Jahr

Die Corona-Krise hat viele Bürger laut einer Umfrage in diesem Frühling mehr bedrückt und direkter betroffen als ein Jahr zuvor. Dass sie die Situation psychisch belastet habe, sagten im Mai 49 Prozent der Befragten über sich, wie die Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller ergab. Bei einer Befragung von Juni 2020 hatten dies 44 Prozent bejaht. Eine Corona-Infektion in der eigenen Familie hatte demnach nun fast jeder Fünfte (19 Prozent), nachdem es vor einem Jahr 7 Prozent waren. Dass sie wirtschaftliche Einbußen hatten, sagten jetzt 28 Prozent nach zuvor 31 Prozent.

Fast zwei Drittel (65 Prozent) machen sich der Umfrage zufolge Sorgen, auch in Zukunft weitere Pandemien samt Einschränkungen und Lockdowns zu erleben - 29 Prozent haben diese Befürchtung nach eigenen Angaben nicht, 6 Prozent wissen es nicht. Dass sie mehr Rücksicht auf andere Menschen und deren Gesundheit nehmen, bejahten demnach drei Viertel der Befragten (76 Prozent), dass sie nun bewusster mit der eigenen Gesundheit umgehen knapp zwei Drittel (64 Prozent).

Nach einem so schwierigen Jahr für das Gesundheitswesen sei dies immerhin eine erfreuliche Nachricht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller, Hubertus Cranz. Durch umsichtiges Verhalten könnten alle einen Beitrag leisten, gesünder zu leben und sich und die Mitmenschen vor Erkrankungen zu schützen. Bei der Frage, welche Aktivitäten wieder an erster Stelle stünden, wenn es einen Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) gegen das Virus gibt, wurden vor allem Besuche bei Freunden und Verwandten genannt: "Unmittelbar sobald möglich" würden dies 34 Prozent tun, "im Lauf der dann folgenden Wochen" ebenfalls 34 Prozent. Von mehr als 50 Prozent in diesen beiden Kategorien genannt wurden auch Feste bei Freunden und Verwandten sowie Restaurantbesuche. Sport in geschlossenen Räumen wie Fitnessstudios oder Schwimmhallen nannten 28 Prozent.

15.55 Uhr: LKA warnt vor neuer Corona-Schockanruf-Variante

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein warnt vor einer neuen Betrugsmasche mit vorgetäuschten Corona-Erkrankungen am Telefon. In einer aktuellen Anrufwelle in Schleswig-Holstein geben sich die Täter als Ärzte oder Krankenhausmitarbeiter aus, wie das LKA am Dienstag mitteilte. Die Anrufer gaukelten den Angerufenen eindringlich und dramatisch vor, dass ein naher Angehöriger schwer, zum Beispiel an Covid-19, erkrankt sei und nur ein teures Medikament ihn retten könne, das noch gar nicht zugelassen und deshalb nur für sehr viel Geld zu beschaffen sei. Dabei werden den Angaben zufolge bis zu 40.000 Euro gefordert.

Die Polizei rät, misstrauisch bei Anrufen zu sein, bei denen es um Leben und Tod oder bedeutende Sachwerte und damit verbundener Geldforderungen am Telefon geht. Das Gespräch sollte umgehend beendet und Angehörige sowie Polizei informiert werden. Am vergangenen Wochenende erhielt die Polizei Kenntnis von einer Vielzahl solcher Schockanrufe bei vorwiegend Seniorinnen und Senioren.

15.24 Uhr: Corona-Pandemie verstärkt Abkehr von Bargeld

Bargeld verliert für viele weiter an Bedeutung. Zwar ist es laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Beratungsunternehmens BearingPoint für 66 Prozent der Verbraucher nach wie vor das am meisten genutzte Zahlungsmittel. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert allerdings noch bei 75 Prozent.

Kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten werden hingegen beliebter: Nutzten 2020 noch 33 Prozent der Befragten entsprechende Debitkarten, liegt dieser Wert nun bei 44 Prozent. Mit 59 Prozent landet der Zahlungsdienstleister Paypal auf Platz zwei der beliebtesten Zahlungsmittel.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage von YouGov, an der zwischen dem 2. und dem 6. Juni insgesamt 2.085 Personen teilgenommen haben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

15.01 Uhr: Bis zu 40 Prozent Terminabsagen in Impfzentren in Meck-Pomm

Der Impfmotor stottert in Mecklenburg-Vorpommern, obwohl jetzt genügend Dosen vorhanden sind: In den Impfzentren des Landes fallen terminierte Impfungen vermehrt aus, weil keiner kommt, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag bekannt gab. Die Terminabsagen schwankten tageweise zwischen 15 und 40 Prozent. „Das mag mit der Urlaubszeit zusammenhängen oder damit, dass auch Termine bei niedergelassenen Ärzten wahrgenommen werden“, so Glawe. Dies sei eine Momentaufnahme, die sich hoffentlich nicht verstetige.

Impfstoff sei jetzt vorhanden, Termine über das Online-Tool oder über die Hotline buchbar, hieß es. Schon 16-Jährige bekommen derzeit zeitnah einen Termin, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. In Mecklenburg-Vorpommern wurden den Angaben zufolge bislang über 1,35 Millionen Impfungen gespritzt. Als vollständig geimpft gelten demnach 33,8 Prozent der Bevölkerung.

14.39 Uhr: Merkel zweimal geimpft - erst Astrazeneca, jetzt Moderna

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch ihre zweite Corona-Schutzimpfung erhalten. Merkel sei vor einigen Tagen geimpft worden, teilte ein Regierungssprecher am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Nachdem Merkel bei der ersten Impfung am 16. April den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hatte, sei sie nun mit dem Vakzin von Moderna geimpft worden.

Die 66 Jahre alte Merkel hatte nach ihrer ersten Impfung per Twitter erklärt: „Ich danke allen, die sich in der Impfkampagne engagieren - und allen, die sich impfen lassen. Das Impfen ist der Schlüssel, um die Pandemie zu überwinden.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © Bernd von Jutrczenka/dpa

14.05 Uhr: Köpping-Appell: Termine zur Zweitimpfung wahrnehmen

Beim Thema Impfen hat Gesundheitsministerin Petra Köpping appelliert, auch die Termine zur Zweitimpfung wahrzunehmen. Diese seien für einen vollständigen Schutz essentiell. „Das ist eine Voraussetzung dafür, dass wir gut durch den Sommer kommen“, sagte Köpping.

Die Quote bei Erstimpfungen in Sachsen liege derzeit bei 45 Prozent, vollständig geimpft sind 31 Prozent. In vielen Regionen sei allerdings die Bereitschaft, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen, sehr gering – unter anderem im Erzgebirge. „Alle zugelassenen Impfstoffe sind sehr, sehr gut“, sagte Köpping.

13.45 Uhr: Sachsen lockert Corona-Regeln bei Inzidenz unter 10

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat die neuen Corona-Regeln vorgestellt, die ab dem 1. Juli gelten sollen. Die derzeitige Landesverordnung läuft am 30. Juni aus – ebenso die Bundesnotbremse, die das Verhalten im Fall steigender Inzidenzen geregelt hat. Die neue Schutzverordnung sieht erstmals eine Inzidenz unter 10 als Basis weitreichender Lockerungen vor.

In Sachsen gehen die Corona-Neuinfektionszahlen derzeitig stetig zurück. Sie lagen zuletzt im einstelligen Bereich. Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldete am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 4,7. Alle Landkreise liegen unter dem Inzidenzwert von 10.

Bei einer stabilen Inzidenz unter 10 gilt:

  • Kontaktbeschränkungen und Personenbegrenzungen fallen vollständig weg.
  • Die Maskenpflicht bleibt beim Einkaufen, im öffentlichen Nahverkehr sowie bei körpernahen Dienstleistungen und in Gesundheitseinrichtungen bestehen. Im Freien ist keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr nötig.
  • Veranstalter und Betreiber von Freizeiteinrichtungen, Zoos oder Fitnessstudios müssen weiterhin Hygienekonzepte erstellen und diese einhalten. Im Veranstaltungsbereich müssen sie auch vom Gesundheitsamt genehmigt werden.
  • Bei Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern gelten weiterhin Einschränkungen: Es ist ein genehmigtes Hygienekonzept nötig, außerdem sind die Kontakterfassung sowie ein tagesaktueller Test vorgeschrieben.
  • Bei Clubs und Diskotheken dürfen öffnen, es besteht im Innenbereich weiterhin eine Testpflicht, ebenso in Bordellen. Die Maskenpflicht fällt hier weg.

In der neuen Verordnung, die ab dem 1. Juli gilt, ist außerdem geregelt, was passiert, wenn die Inzidenzwerte wieder steigen. Die jeweiligen Stufen werden überschritten, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen über dem Grenzwert von 10, 35, 50, 100 und 150 liegt. Verschärfungen gelten immer ab dem übernächsten Tag.

Hier können Sie die Pressekonferenz im Livestream verfolgen:

13.33 Uhr: Sachsen lockert Testpflicht an Schulen ab 1. Juli

Schüler und Lehrer in Sachsen müssen sich künftig bei niedrigen Infektionszahlen nur noch einmal pro Woche testen. Die Regelung gelte ab dem 1. Juli mit der neuen Landesverordnung, teilte das Kultusministerium am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts mit. Voraussetzung ist eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn. Am Dienstag war dieser Wert in allen Städten und Landkreisen im Freistaat unterschritten. Oberhalb dieser Marke sind wie bisher zwei Tests pro Woche an Schulen sowie für das Kita-Personal vorgesehen.

Zudem sollen künftig Schulen und Kitas nicht mehr so schnell schließen - auch wenn die Zahl der Corona-Infektionen wieder nach oben gehen sollte. Steigt die Wocheninzidenz auf über 100, gehen Grund- und Förderschulen sowie Kitas in den eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen und Klassen. An weiterführenden Schulen wird dann im Wechselmodell unterrichtet.

Mit dem Auslaufen der Bundesnotbremse Ende Juni dürfen die Einrichtungen dann unabhängig von den Infektionszahlen öffnen. Regionale Schul- und Kita-Schließungen seien nicht mehr vorgesehen, so das Kultusministerium. Bis zu 100 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bleiben Kitas und Schulen im Normalbetrieb.

13.15 Uhr: Corona-Ursprung: US-Immunologe Fauci glaubt nicht an Laborunfall

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci geht nicht davon aus, dass das Coronavirus aus einem chinesischen Labor entwichen ist. In einer Podcast-Episode der "New York Times", die am Montag (Ortszeit) erschien, sagte der Immunologe: "Ich bin der Ansicht - so wie die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler, die sich mit Virologie und Evolutionsbiologie auskennen, - dass die wahrscheinlichste Erklärung eine natürliche Übertragung vom Tier auf den Menschen ist".

Er selbst sei zwar kein Evolutionsvirologe, sagte Fauci, "doch die, die es sind, sehen sich das Virus an und sagen, es ist absolut kompatibel mit etwas, das sich aufgrund der Nähe zu Fledermausviren entwickelt hat". Auch der Vergleich mit anderen Viren wie Sars-CoV-1 oder Mers spreche für eine natürliche Übertragung auf den Menschen.

Der 80-Jährige, der US-Präsident Joe Biden berät, unterstützt trotzdem Pläne für neue Ermittlungen der amerikanischen Geheimdienste. Als Wissenschaftler bleibe er so lange offen für neue Erkenntnisse, bis eine Theorie endgültig bewiesen sei. "Wenn uns eine Untersuchung dabei hilft, bin ich natürlich dafür", sagte Fauci.

Seit langem kursieren unbelegte Mutmaßungen, das Coronavirus könne womöglich aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sein, wo es erstmals aufgetreten war. China hat derartige Vorwürfe bislang vehement zurückgewiesen. Auch Wissenschaftler einer im März vorgelegten Studie der Weltgesundheitsorganisation bezeichneten die Theorie als "extrem unwahrscheinlich".

12.49 Uhr: Erstmals seit April mehr als 100 neue Corona-Fälle in Israel

Nach zuletzt wenigen Corona-Neuinfektionen in Israel sind erstmals seit rund zwei Monaten mehr als 100 neue Fälle an einem Tag nachgewiesen worden. 125 Personen seien am Vortag positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chesi Levy, hatte dem israelischen Fernsehen zuvor gesagt, dass rund 70 Prozent der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Virus in Zusammenhang stehen. Die Hälfte der Neuinfizierten seien Kinder, ein Drittel der Betroffenen sei geimpft gewesen. Die Delta-Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und gilt als besonders ansteckend.

Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel haben rund 5,5 Millionen Menschen bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, mehr als 5,1 Millionen Menschen auch die zweite Dosis. Die Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich und sorgte international für Aufsehen. Nachdem die Zahlen zuletzt stagniert waren, steigt nun mit den Infektionszahlen auch langsam wieder die Zahl der Impfungen an. Noch Mitte Juni waren in Israel pro Tag Neuinfektionen lediglich im einstelligen Bereich registriert worden.

12.28 Uhr: Dresden meldet 14 Neuinfektionen

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 14 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.622 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Die Zahl der Verstorbenen seit Pandemiebeginn änderte sich nicht - es bleibt bei 1.102 Opfern in Zusammenhang mit der Viruserkrankung. Auch neue Krankenhauseinweisungen gab es nicht. Als genesen gelten mittlerweile 29.409 Dresdner - neun mehr als am Montag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, lag nach Angaben der Lokalbehörden wie bereits am Montag bei 6,6. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 6,1, tags zuvor waren es noch 6,3. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

11.54 Uhr: Keine Entschädigung für Gaststätten-Schließung im Lockdown

Ein Gaststättenbetreiber aus Hessen ist mit der Klage gegen seine Betriebsschließungsversicherung gescheitert, die den finanziellen Ausfall aus dem ersten Corona-Lockdown nicht tragen will. Der Betrieb im Main-Kinzig-Kreis war im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 einen knappen Monat geschlossen geblieben, wofür die Betreiberin anschließend Entschädigung verlangte. Das Oberlandesgericht Frankfurt gab aber in der Berufung der Versicherung recht, die in den Zusatzbedingungen der Police auf einen Krankheiten-Katalog im Infektionsschutzgesetz verwiesen hatte.

Dort war Covid-19 zum fraglichen Zeitraum nicht enthalten, sondern wurde erst später vom Gesetzgeber hinzugefügt, erläuterte das OLG am Dienstag den Beschluss. Der Versicherungsschutz habe ausschließlich sieben namentlich genannte Krankheiten und Erreger umfasst, stellten die Richter in der nicht mehr anfechtbaren Entscheidung fest.

11.25 Uhr: Sachsen mit bundesweit niedrigster Quote an Firmenpleiten

In Sachsen sind im ersten Halbjahr 2021 vergleichsweise wenig Firmen in die Pleite gerutscht. Nach einer Hochrechnung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform weist der Freistaat mit 33 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen den niedrigsten Wert bundesweit aus - noch vor Bayern (40) und Brandenburg (41). Der Schnitt über alle Bundesländer liegt bei 54, wie Creditreform am Dienstag mitteilte. Für die regionalen Unterschiede wurden verschiedene Branchenstrukturen und Altersgefüge der Unternehmen mitverantwortlich gemacht.

Insgesamt ist die Zahl der Firmeninsolvenzen bundesweit den Angaben nach von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf geschätzt 8.800 Fälle gesunken. "Bei der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen wirken weiterhin die staatlichen Corona-Hilfsmaßnahmen nach - insbesondere die Aufhebung der Insolvenzantragspflicht, die bis Ende April galt", kommentierte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, die Zahlen. Die Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht mache sich bislang in der Statistik aber noch nicht bemerkbar.

11.09 Uhr: Immer noch mehr als 3.000 Passagierjets in Europa am Boden

An Europas Flughäfen stehen wegen der Corona-Krise immer noch rund 3.400 Passagierjets dauerhaft am Boden. Nach einer am Dienstag vorgestellten Auswertung der Luftverkehrsorganisation Eurocontrol ist das mehr als doppelt so viel wie im Vorkrisen-Sommer 2019 als ein Tiefstwert von 1470 nicht genutzten Jets registriert wurde. Auf dem Höhepunkt des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 waren im Wochenschnitt sogar fast 7200 Flugzeuge inaktiv.

Da es im Sommer regelmäßig eine höhere Nachfrage nach Flügen gibt, sind saisonale Schwankungen laut Eurocontrol üblich. Auch Wartungen und planmäßige Außerbetriebnahmen werden in den Zahlen erfasst. Im Corona-Sommer 2020 waren noch 3.575 Jets inaktiv, so dass nun eine gewisse Erholung sichtbar wird, die aber noch längst nicht das Vorkrisen-Niveau wiederherstellt. Seit Mai wurden rund 800 Flugzeuge wieder in Betrieb genommen.

Stillgelegte Lufthansa-Jets stehen im April 2020 auf der zu einem Flugzeug-Parkplatz umfunktionierten Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens.
Stillgelegte Lufthansa-Jets stehen im April 2020 auf der zu einem Flugzeug-Parkplatz umfunktionierten Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens. © Archivbild: dpa/Boris Roessler

10.35 Uhr: Tausende freie Impftermine in Sachsen

In Sachsens Impfzentren sind in den kommenden 14 Tagen Tausende Termine für die Impfung gegen das Coronavirus frei. Das legen zumindest Daten der Zählplattform Countee nahe, die mit dem für die Zentren zuständigen Deutsche Roten Kreuz Sachsen zusammenarbeitet.

Am Dienstagvormittag wurden allein für die Stadt Leipzig mehr als 1.800 Termine angezeigt, in Dresden waren es um 10.30 Uhr etwa 650 - die meisten am ersten Juli-Wochenende. Auch in den Impfzentren Pirna und Riesa stand eine vierstellige Anzahl an Terminen zur Verfügung, in den meisten anderen Einrichtungen waren es dreistellige Zahlen. Gebucht werden müssen die Termine unter sachsen.impfterminvergabe.de

10.06 Uhr: In Italien rückt das Ende der Maskenpflicht im Freien näher

In Italien soll ab kommendem Montag die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien entfallen. "Ab dem 28. Juni lassen wir die Pflicht, in der weißen Zone draußen Masken zu tragen, hinter uns", so Gesundheitsminister Roberto Speranza auf Facebook. Dies geschehe jedoch stets unter Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen, die der wissenschaftliche Rat aus Gesundheitsexperten festlege. Aktuell zählen alle italienischen Regionen außer das kleine Aostatal im Nordwesten des Landes zur Weißen Zone mit den lockersten Corona-Regeln. Es wird damit gerechnet, dass ab kommendem Montag auch diese Region dazu gehört.

In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen damit weiter Masken tragen. Der Zeitung "La Repubblica" zufolge gilt in Restaurants auch die bisherige Regelung weiter, dass der Schutz nur abgenommen werden darf, wenn man an seinem Platz sitzt. Draußen wie drinnen bleiben die Abstandsregeln in Kraft. In Italien sinken die Corona-Fallzahlen beständig weiter. Gestern meldeten die Gesundheitsbehörden knapp 500 Corona-Neuinfektionen und 21 Tote mit dem Virus.

9.29 Uhr: Mehrere Testzentren in Dresden schließen wieder

In Dresdner Restaurants wird es nicht mehr gebraucht, in Geschäften ebenso wenig: Ein negatives Corona-Testergebnis ist inzwischen zum Beispiel noch dort nötig, wo sehr viele Menschen zusammenkommen und Abstandhalten nicht möglich ist. Deshalb schließen in Dresden nun weitere Testzentren. Dennoch bleibt das Angebot üppig - es ist auch noch einmal ein Schwung neuer Testzentren an den Start gegangen. Mehr zu den Testzentren in Dresden

9.01 Uhr: Arbeitsminister Heil warnt vor Corona-Jahrgang in der Ausbildung

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht den deutschen Ausbildungsmarkt nach rund einem Jahr der Corona-Pandemie vor einer kritischen Phase. "Die Zahl der Ausbildungsplätze wie der Bewerber ist bereits im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Bewährungsprobe kommt in diesem Sommer", sagte Heil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ausbildungsmessen und Betriebspraktika seien wegen Corona weggefallen.

"Wir kämpfen derzeit gegen die Uhr, dass am 1. September das Ausbildungsjahr beginnt", sagte Heil. Klar sei, dass es keinen von Corona geprägten Ausbildungsjahrgang geben dürfe. Viele Unternehmen zögerten derzeit, weil sie glaubten, sich Auszubildende aufgrund der wirtschaftlichen Schädigung nicht leisten zu können. Heil rief Betriebe auf, die staatliche Unterstützungsangebote wie die Ausbildungsprämie stärker zu nutzen.

Laut Heil wurde die Prämie seit vergangenen Sommer für knapp 40.000 Ausbildungsplätze bewilligt. Im März wurde die Prämie zudem verdoppelt. Pandemiebetroffene Betriebe, die ihre Ausbildungsquote halten, bekommen somit seit Anfang Juni 4.000 Euro pro Lehrstelle. Bei neuen Azubi-Stellen sind es 6.000 Euro. Das Programm hat laut Bundesarbeitsministerium ein Gesamtvolumen von 410 Millionen Euro für das laufende Jahr. Bis Mitte Juni wurden davon rund 88 Millionen Euro und somit knapp ein Fünftel ausbezahlt.

8.19 Uhr: Sachsen-Inzidenz sinkt unter die Marke von 5

Die Corona-Lage in Sachsen hat sich weiter entspannt: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet nun eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 4,7, tags zuvor waren es noch 5,2. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 11, am 22. Mai - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 85,6. Deutschlandweit beträgt der Inzidenzwert nun 8,0 - der einstige "Spitzenreiter" Sachsen liegt damit unter dem Bundes-Durchschnitt und derzeit gleichauf mit dem einstigen "Corona-Primus" Schleswig-Holstein. Die am stärksten betroffenen Bundesländer sind aktuell Baden-Württemberg und das Saarland mit Inzidenzen von jeweils 11,9, der niedrigste Wert wird aus Mecklenburg-Vorpommern (2,1) gemeldet.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat laut RKI nach wie vor der Erzgebirgskreis mit 9,6, gefolgt von der Landeshauptstadt Dresden mit 6,1. Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte melden Werte unterhalb der 5er-Marke, den niedrigsten davon weist die Stadt Chemnitz mit 2,0 aus. Die RKI-Zahlen weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

7.46 Uhr Unerreichbare Herdenimmunität bei Corona?

Mit dem Einsetzen von Herdenimmunität endet die Pandemie - so oder so ähnlich dürften die Hoffnungen in den Köpfen vieler Menschen aussehen. Zunehmend machen Experten aber deutlich: Ganz so einfach ist es nicht. Manche bezweifeln, dass Herdenimmunität beim Coronavirus überhaupt erreichbar ist. Fragen und Antworten dazu im Artikel Kann es Herdenimmunitat geben?

7.03 Uhr: Bäcker-Umsätze in Deutschland gehen erstmals seit Jahren zurück

Die Deutschen sind in der Corona-Krise wieder häufiger zum Bäcker nebenan gegangen. Weniger Geschäft gab es hingegen in Filialen an Bahnhöfen und in Cafés. Das Bäckerhandwerk insgesamt hat deshalb im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit acht Jahren an Umsatz eingebüßt. Die Erlöse sanken von 15,22 Milliarden Euro im Vorjahr auf 14,45 Milliarden Euro, wie der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Gründe sieht der Verband in der Corona-Krise. "Während der Verkauf von Brot- und Backwaren vornehmlich in wohnortnahen Gebieten florierte, haben vor allem die Betriebe mit geschlossenen Café-Bereichen und mit Filialen an üblicherweise frequenzstarken Orten wie Bahnhöfen und Flughäfen erhebliche Einbußen erlitten", erklärte Präsident Michael Wippler. Auch der durchschnittliche Umsatz pro Betrieb sei leicht gesunken. "Allerdings kommt das Bäckerhandwerk im Vergleich zu anderen Branchen dank der Wirtschaftshilfen der Bundesregierung und seiner Systemrelevanz insgesamt mit einem blauen Auge davon", so Wippler.

Die Corona-Krise hat wohnortnahen Bäckereien nicht geschadet, wohl aber Filialen an üblicherweise gut frequentierten Orten.
Die Corona-Krise hat wohnortnahen Bäckereien nicht geschadet, wohl aber Filialen an üblicherweise gut frequentierten Orten. © Archivbild: Christian Juppe

6.26 Uhr: Ärztekammer warnt wegen Delta-Variante vor riskanten Reisezielen

Die Bundesärztekammer rät von Reisen in Urlaubsgebiete ab, wo die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus grassiert. "Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagte Präsident Klaus Reinhardt der Funke-Mediengruppe. Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei. "Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort."

Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern schnell. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten. Reinhardt schloss sich den Prognosen der meisten Experten an, dass die Delta-Variante sich mittelfristig auch hierzulande gegen die Alpha-Mutante durchsetzen wird. Man könne auch davon ausgehen, dass die Infektionszahlen zum Ende des Sommers saisonbedingt wieder ansteigen werden. Ob es zu einer vierten Pandemie-Welle in Deutschland komme, hänge wesentlich vom Fortschritt der Impfkampagne ab. Es sei zudem zu erwarten, dass es auch bei einem Wiederanstieg der Infektionszahlen weniger schwere Krankheitsverläufe geben werde, weil insbesondere vulnerable Gruppen wie alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen durch Impfungen besser geschützt seien.

5.25 Uhr: RKI registriert 455 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 652 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 8,0 an (Vortag: 8,6; Vorwoche: 15,5; Vormonat: 66,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 77 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.782 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.608.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.472 angegeben. Am Montagabend gab das RKI den 7-Tage-R-Wert mit 0,68 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken.

Dienstag, 5.05 Uhr: Sachsens Regierung berät über neue Corona-Regeln

Das Kabinett kommt heute in Dresden zusammen, um unter anderem über die neuen Corona-Regeln ab dem 1. Juli zu beraten. Die derzeitige Landesverordnung läuft am 30. Juni aus - ebenso die Bundesnotbremse, die das Verhalten im Fall steigender Inzidenzen geregelt hat. Die neue Schutzverordnung sieht erstmals eine Inzidenz unter 10 als Basis weitreichender Lockerungen vor, die Maskenpflicht soll aber wohl beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn bestehen bleiben.

Die Grüne-Fraktion hatte sich angesichts der wegfallenden Testpflicht in vielen öffentlichen Bereichen besorgt gezeigt. Es müsse gelingen, die Teststationen flächendeckend auch im Sommer offen zu halten, hieß es mit Blick auf neue Virusvarianten. Derzeit gibt es einige Fälle der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante in Dresden. Einen Überblick über die geplanten Lockerungen gibt der Artikel Mit diesen Corona-Regeln geht Sachsen in den Sommer

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag

21.51 Uhr: Von der Leyen überbringt Deutschland Bescheid zu Corona-Aufbauhilfen

Knapp ein Jahr nach dem EU-Beschluss für ein großes Corona-Hilfsprogramm überbringt Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bewilligungsbescheid für den deutschen Aufbauplan. Von der Leyen ist seit vergangener Woche in der EU unterwegs, um Gespräche über die nationalen Pläne der Regierungen zu führen. Diese Pläne schlüsseln auf, wie das Geld aus dem mit 750 Milliarden Euro gefüllten Programm ausgegeben werden. Angepasst an die Inflation beträgt die Summe rund 800 Milliarden Euro. Am Montag war von der Leyen unter anderem in Österreich zu Gast.

Mit dem Geld soll die europäische Wirtschaft nach der Pandemie wieder auf die Beine kommen und zugleich modernisiert werden. Die Mittel gibt es teils als Zuschuss, teils als Kredit. Alle Staaten mussten der EU-Kommission detaillierte Aufbaupläne vorlegen. Das Bundeskabinett hat diesen Plan Ende April verabschiedet. Danach erwartet Deutschland Zuschüsse in Höhe von netto fast 26 Milliarden Euro aus dem Topf. Von diesem Geld sollen 90 Prozent in Klimaprojekte und digitale Transformation fließen, etwa in Wasserstoff-Forschung, klimafreundliche Mobilität und ein stärker digital orientiertes Bildungssystem.

21.28 Uhr: Drastischer Corona-Anstieg in Cornwall nicht wegen G7-Gipfels

Die britische Regierung sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen dem G7-Gipfel in Cornwall in der vorvergangenen Woche und einem starken Anstieg von Corona-Fällen in der englischen Grafschaft. Das sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag im Gespräch mit Journalisten in London. Die Zahl der Neuinfektionen sei im Einklang mit denen in anderen Teilen des Landes. „G7-Teilnehmer wurden vor ihrer Ankunft getestet und fortlaufend während des gesamten Gipfels. Wir wissen nichts von Ansteckungen der örtlichen Bevölkerung (durch Gipfelteilnehmer)“, so der Sprecher.

Medien hatten zuvor von einem erheblichen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz - also der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - in den Konferenzorten St Ives und Falmouth berichtet. So soll der Wert in Falmouth in den sieben Tagen bis zum 13. Juni auf 600 gestiegen sein. Das entspricht einem Anstieg um 2.000 Prozent. Landesweit lag der Wert im gleichen Zeitraum bei rund 77.

Das Treffen der Staats und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren.
Das Treffen der Staats und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren. © Patrick Semansky/AP Pool/dpa (Archiv)

21.02 Uhr: WHO: Corona-Impfstoffprouktion in Afrika in Sicht

Die Pläne zur Herstellung von Corona-Impfstoffen in Afrika nehmen Gestalt an. In Südafrika werde mit Hilfe eines Konsortiums das erste Zentrum zur Herstellung von sogenannten mRNA-Impfstoffen entstehen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf mit. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sprach von einem „phänomenalen Schritt“. Es gehe darum, Afrika von Impfstoffen unabhängiger zu machen, die aus dem Ausland geliefert würden.

In Südafrika sollen auch Fachkräfte geschult werden, die für die Herstellung der Impfstoffe nötig seien. „Diese Initiative ist die erste von vielen, die wir unterstützen werden“, erklärte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, der Südafrika kürzlich besucht hatte. „Dies ist eine großartige Botschaft besonders für Afrika, das den geringsten Zugang zu Impfstoffen hat“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Im günstigsten Fall sei damit zu rechnen, dass erste Corona-Impfstoffe in Südafrika in neun bis zwölf Monaten produziert werden könnten, meinte WHO-Expertin Soumya Swaminathan. Die Modalitäten müssten aber noch geklärt werden. Südafrika und Indien gehören zu den Ländern, besonders stark darauf dringen, dass der Patentschutz für solche Impfstoffe fällt.

20.39 Uhr: Betriebsärzte haben schon Zehntausende Post-Beschäftigte geimpft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt die Deutsche Post DHL mit ihren Impfungen über Betriebsärzte nach eigenen Angaben gut voran. Bis zu diesem Freitag werden voraussichtlich rund 40.000 der 230.000 Beschäftigten im Inland eine Dose verabreicht bekommen haben, wie der Bonner Konzern am Montag mitteilte. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sortierzentren und in der Zustellung kamen bei den vor zwei Wochen gestarteten Impfungen schon dran - also auch Paketboten, die an der Haustür klingeln und Kundenkontakt haben.

Die Firma rechnet damit, die betriebliche Impfkampagne bis Anfang September abgeschlossen zu haben, dann wird es also die letzten Zweitimpfungen geben. Das freiwillige Impfangebot stoße auf großes Interesse und das Feedback der Beschäftigten sei sehr positiv, zeigte sich Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie zufrieden. Auch andere deutsche Firmen haben vor zwei Wochen damit begonnen, die Belegschaft über Betriebsärzte impfen zu lassen.

20.03 Uhr: Zwei englische Nationalspieler vorsorglich isoliert

Die englischen Nationalspieler Ben Chilwell und Mason Mount sind vorsorglich vom Rest der Mannschaft isoliert worden. Beide hatten bei der Europameisterschaft im Rahmen des 0:0 am vergangenen Freitag gegen Schottland Kontakt mit dem schottischen Spieler Billy Gilmour, der am Montag positiv auf Corona getestet wurde. Dies teilte der englische Verband FA am Montagabend mit. Damit dürften Chilwell und Mount auch für das abschließende Vorrundenspiel der Three Lions am Dienstagabend (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) gegen Tschechien ausfallen.

Gilmour, Chilwell und Mount spielen alle bei Champions-League-Sieger FC Chelsea und könnten aus diesem Grund vor und nach dem Spiel engeren Kontakt miteinander gehabt haben. Wie die FA weiter mitteilte, sind die Corona-Tests aller 26 Spieler des Kaders am Montagnachmittag negativ gewesen. Dennoch wurden Chilwell und Mount vorsorglich isoliert. Alles Weitere werde nach Rücksprache mit der Gesundheitsbehörde PHE entschieden.

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19.38 Uhr: Wegen Corona fehlen Rettungsschwimmer

Die DRK Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rufen angesichts der Häufung von Unglücksfällen an den Stränden und Flüssen vor allem Eltern auf, mehr auf ihre Kinder zu achten. Er betrachte mit Sorge, dass bei den vielen Unglücksfällen in Deutschland viele Kinder und Jugendliche betroffen seien, sagte der Chef der DRK-Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Powasserat, am Montag. Es komme immer wieder vor, dass Kinder ohne Aufsicht im Wasser seien.

Der DLRG-Landessprecher Thorsten Erdmann fügte hinzu, dass ein so heißes Wochenende wie das vergangene die Rettungsmitarbeiter an die Grenzen bringe. Es sei extrem schwierig, über Stunden hinweg die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Er ging davon aus, dass wegen der andauernden Pandemie die Strände auch 2021 stark besucht werden.

Wegen der Corona-Pandemie konnten zwei Jahre lang keine neuen Rettungsschwimmer ausgebildet werden, wie Erdmann sagte. "Das macht sich jetzt auf den Türmen bemerkbar. Wir suchen händeringend Einsatzkräfte."

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