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Deutschland & Welt

Corona: Schulen sollen nach den Ferien offen bleiben

Regulärer Unterricht hat für Regierung "hohe Priorität", Einkaufsstraßen wieder gut gefüllt, Sachsen: 10 neue Infektionen und 5 weitere Tote - der Newsblog.

Die Bundesregierung will alles versuchen, damit Schulen nach den Sommerferien mit normalem Unterricht weitermachen können, also auch kein Wechselunterricht notwendig ist..
Die Bundesregierung will alles versuchen, damit Schulen nach den Sommerferien mit normalem Unterricht weitermachen können, also auch kein Wechselunterricht notwendig ist.. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild (Symbolfoto)

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

21.51 Uhr: Von der Leyen überbringt Deutschland Bescheid zu Corona-Aufbauhilfen

Knapp ein Jahr nach dem EU-Beschluss für ein großes Corona-Hilfsprogramm überbringt Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bewilligungsbescheid für den deutschen Aufbauplan. Von der Leyen ist seit vergangener Woche in der EU unterwegs, um Gespräche über die nationalen Pläne der Regierungen zu führen. Diese Pläne schlüsseln auf, wie das Geld aus dem mit 750 Milliarden Euro gefüllten Programm ausgegeben werden. Angepasst an die Inflation beträgt die Summe rund 800 Milliarden Euro. Am Montag war von der Leyen unter anderem in Österreich zu Gast.

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Mit dem Geld soll die europäische Wirtschaft nach der Pandemie wieder auf die Beine kommen und zugleich modernisiert werden. Die Mittel gibt es teils als Zuschuss, teils als Kredit. Alle Staaten mussten der EU-Kommission detaillierte Aufbaupläne vorlegen. Das Bundeskabinett hat diesen Plan Ende April verabschiedet. Danach erwartet Deutschland Zuschüsse in Höhe von netto fast 26 Milliarden Euro aus dem Topf. Von diesem Geld sollen 90 Prozent in Klimaprojekte und digitale Transformation fließen, etwa in Wasserstoff-Forschung, klimafreundliche Mobilität und ein stärker digital orientiertes Bildungssystem.

21.28 Uhr: Drastischer Corona-Anstieg in Cornwall nicht wegen G7-Gipfels

Die britische Regierung sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen dem G7-Gipfel in Cornwall in der vorvergangenen Woche und einem starken Anstieg von Corona-Fällen in der englischen Grafschaft. Das sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag im Gespräch mit Journalisten in London. Die Zahl der Neuinfektionen sei im Einklang mit denen in anderen Teilen des Landes. „G7-Teilnehmer wurden vor ihrer Ankunft getestet und fortlaufend während des gesamten Gipfels. Wir wissen nichts von Ansteckungen der örtlichen Bevölkerung (durch Gipfelteilnehmer)“, so der Sprecher.

Medien hatten zuvor von einem erheblichen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz - also der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - in den Konferenzorten St Ives und Falmouth berichtet. So soll der Wert in Falmouth in den sieben Tagen bis zum 13. Juni auf 600 gestiegen sein. Das entspricht einem Anstieg um 2.000 Prozent. Landesweit lag der Wert im gleichen Zeitraum bei rund 77.

Das Treffen der Staats und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren.
Das Treffen der Staats und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren. © Patrick Semansky/AP Pool/dpa (Archiv)

21.02 Uhr: WHO: Corona-Impfstoffprouktion in Afrika in Sicht

Die Pläne zur Herstellung von Corona-Impfstoffen in Afrika nehmen Gestalt an. In Südafrika werde mit Hilfe eines Konsortiums das erste Zentrum zur Herstellung von sogenannten mRNA-Impfstoffen entstehen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf mit. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sprach von einem „phänomenalen Schritt“. Es gehe darum, Afrika von Impfstoffen unabhängiger zu machen, die aus dem Ausland geliefert würden.

In Südafrika sollen auch Fachkräfte geschult werden, die für die Herstellung der Impfstoffe nötig seien. „Diese Initiative ist die erste von vielen, die wir unterstützen werden“, erklärte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, der Südafrika kürzlich besucht hatte. „Dies ist eine großartige Botschaft besonders für Afrika, das den geringsten Zugang zu Impfstoffen hat“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Im günstigsten Fall sei damit zu rechnen, dass erste Corona-Impfstoffe in Südafrika in neun bis zwölf Monaten produziert werden könnten, meinte WHO-Expertin Soumya Swaminathan. Die Modalitäten müssten aber noch geklärt werden. Südafrika und Indien gehören zu den Ländern, besonders stark darauf dringen, dass der Patentschutz für solche Impfstoffe fällt.

20.39 Uhr: Betriebsärzte haben schon Zehntausende Post-Beschäftigte geimpft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt die Deutsche Post DHL mit ihren Impfungen über Betriebsärzte nach eigenen Angaben gut voran. Bis zu diesem Freitag werden voraussichtlich rund 40.000 der 230.000 Beschäftigten im Inland eine Dose verabreicht bekommen haben, wie der Bonner Konzern am Montag mitteilte. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sortierzentren und in der Zustellung kamen bei den vor zwei Wochen gestarteten Impfungen schon dran - also auch Paketboten, die an der Haustür klingeln und Kundenkontakt haben.

Die Firma rechnet damit, die betriebliche Impfkampagne bis Anfang September abgeschlossen zu haben, dann wird es also die letzten Zweitimpfungen geben. Das freiwillige Impfangebot stoße auf großes Interesse und das Feedback der Beschäftigten sei sehr positiv, zeigte sich Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie zufrieden. Auch andere deutsche Firmen haben vor zwei Wochen damit begonnen, die Belegschaft über Betriebsärzte impfen zu lassen.

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20.18 Uhr: Sachsens Regierung berät über neue Corona-Regeln

Das Kabinett kommt an diesem Dienstag in Dresden zusammen, um unter anderem über die neuen Corona-Regeln ab dem 1. Juli zu beraten. Die derzeitige Landesverordnung läuft am 30. Juni aus - ebenso die Bundesnotbremse, die das Verhalten im Fall steigender Inzidenzen geregelt hat. Die neue Schutzverordnung sieht erstmals eine Inzidenz unter 10 als Basis weitreichender Lockerungen vor, die Maskenpflicht soll aber wohl beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn bestehen bleiben.

Die Grüne-Fraktion hatte sich angesichts der wegfallenden Testpflicht in vielen öffentlichen Bereichen besorgt gezeigt. Es müsse gelingen, die Teststationen flächendeckend auch im Sommer offen zu halten, hieß es mit Blick auf neue Virusvarianten. Derzeit gibt es einige Fälle der als besonders ansteckend geltenden Delta-Variante in Dresden.

20.03 Uhr: Zwei englische Nationalspieler vorsorglich isoliert

Die englischen Nationalspieler Ben Chilwell und Mason Mount sind vorsorglich vom Rest der Mannschaft isoliert worden. Beide hatten bei der Europameisterschaft im Rahmen des 0:0 am vergangenen Freitag gegen Schottland Kontakt mit dem schottischen Spieler Billy Gilmour, der am Montag positiv auf Corona getestet wurde. Dies teilte der englische Verband FA am Montagabend mit. Damit dürften Chilwell und Mount auch für das abschließende Vorrundenspiel der Three Lions am Dienstagabend (21.00 Uhr/ARD und Magenta TV) gegen Tschechien ausfallen.

Gilmour, Chilwell und Mount spielen alle bei Champions-League-Sieger FC Chelsea und könnten aus diesem Grund vor und nach dem Spiel engeren Kontakt miteinander gehabt haben. Wie die FA weiter mitteilte, sind die Corona-Tests aller 26 Spieler des Kaders am Montagnachmittag negativ gewesen. Dennoch wurden Chilwell und Mount vorsorglich isoliert. Alles Weitere werde nach Rücksprache mit der Gesundheitsbehörde PHE entschieden.

19.38 Uhr: Wegen Corona fehlen Rettungsschwimmer

Die DRK Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rufen angesichts der Häufung von Unglücksfällen an den Stränden und Flüssen vor allem Eltern auf, mehr auf ihre Kinder zu achten. Er betrachte mit Sorge, dass bei den vielen Unglücksfällen in Deutschland viele Kinder und Jugendliche betroffen seien, sagte der Chef der DRK-Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Powasserat, am Montag. Es komme immer wieder vor, dass Kinder ohne Aufsicht im Wasser seien.

Der DLRG-Landessprecher Thorsten Erdmann fügte hinzu, dass ein so heißes Wochenende wie das vergangene die Rettungsmitarbeiter an die Grenzen bringe. Es sei extrem schwierig, über Stunden hinweg die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. Er ging davon aus, dass wegen der andauernden Pandemie die Strände auch 2021 stark besucht werden.

Wegen der Corona-Pandemie konnten zwei Jahre lang keine neuen Rettungsschwimmer ausgebildet werden, wie Erdmann sagte. "Das macht sich jetzt auf den Türmen bemerkbar. Wir suchen händeringend Einsatzkräfte."

19.22 Uhr: Merkel: Fortschritte in Corona-Pandemie noch immer fragil

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu Vorsicht trotz stark gesunkener Infektionszahlen aufgerufen. Es gebe zwar eine sehr grundlegende Verbesserung der Situation, sagte sie am Montag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. "Aber wir wissen auch, wie fragil dieser Fortschritt noch ist." Die Impfquote steige zwar, aber man nähere sich noch nicht einer Herdenimmunität. Und: "Wir sind anfällig für neue Varianten." In Großbritannien und Portugal könne man sehen, wie schnell die Inzidenzen wieder hochgehen könnten.

Draghi betonte, dass die deutsch-italienischen Beziehungen durch die Corona-Krise noch enger geworden seien. Er bedankte sich ausdrücklich für die Hilfe Deutschlands in der ersten Welle der Pandemie mit der Aufnahme italienischer Patienten in deutschen Krankenhäusern.

19.00 Uhr: KMK-Präsidentin gegen frühe Festlegung auf Einschränkung an Schulen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), hat vor frühzeitigen Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts in den Schulen nach den Sommerferien gewarnt. "Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden", sagte Ernst dem Berliner "Tagesspiegel". Hintergrund sind Forderungen nach neuen Corona-Schutzmaßnahmen wegen der Delta-Variante.

Weil die Fallzahlen der ansteckenderen und gefährlicheren Variante des Coronavirus größer werden und Kinder weiter überwiegend ungeimpft gegen die Erkrankung an Covid-19 sind, fordern Politiker und Virologen eine gute Vorbereitung des Schulanfangs nach den Sommerferien, wie der "Tagesspiegel" weiter berichtet. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet demnach damit, dass Maskenpflicht oder Wechselunterricht im Herbst wieder notwendig werden könnten.

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18.44 Uhr: Sorge im britischen Oberhaus über "UEFA-Variante" des Coronavirus

Abgeordnete des britischen Oberhauses haben sich am Montag besorgt über mögliche Ausnahmeregelungen für ausländische Besucher der Fußball-EM-Spiele in London geäußert. Die Zeitung "Telegraph" hatte berichtet, dass für das Endspiel, das am 11. Juli im Wembley-Stadion stattfindet, etwa 2.500 Medienschaffende und VIP-Gäste von der zehntägigen Corona-Quarantäne ausgenommen sein könnten. Oberhaus-Mitglied Baroness Kishwer Falkner kritisierte, man riskiere mit solchen Ausnahmen einen Anstieg der Corona-Fälle und damit neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die britische Regierung habe schon zugelassen, dass sich die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien ausgebreitet habe, monierte Falkner. "Das Volk sorgt sich zurecht, dass ihr Recht auf Leben und Lebensgrundlagen schon wieder auf dem Spiel steht, weil wir möglicherweise eine - sollen wir es so nennen - UEFA-Variante importieren, wenn diese Ausnahmen durchkommen."

Die zuständige Staatssekretärin Baroness Diana Barran sagte im House Of Lords, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Barran betonte außerdem, dass VIP-Gäste oder Journalisten nicht von den Corona-Bestimmungen ausgenommen wären, sondern strengen Regeln sowie strikter Testpflicht unterlägen und die Quarantäne nur unterbrechen dürften, um offiziellen Anlässen beizuwohnen. Hintergrund der Diskussion sind angebliche Überlegungen der UEFA über eine Verlegung des Endspiels und möglicherweise der Halbfinalspiele von London nach Budapest, wo es derzeit keine coronabedingten Einschränkungen gibt.

Im Londoner Wembley Stadion, wo das EM-Vorrundenspiel England gegen Schottland stattfand, sollen beim Endspiel 60.000 Fans und 2.500 internationale Medienvertreter und VIP-Gäste sitzen.
Im Londoner Wembley Stadion, wo das EM-Vorrundenspiel England gegen Schottland stattfand, sollen beim Endspiel 60.000 Fans und 2.500 internationale Medienvertreter und VIP-Gäste sitzen. © Mike Egerton/PA Wire/dpa

18.31 Uhr: 10.000 Teilnehmer: Nächster Anlauf für Hamburg-Triathlon

Der Hamburger World Triathlon wird in diesem Jahr am 18. und 19. September ausgetragen. Das teilten die Organisatoren am Montag mit. Ursprünglich sollte das Rennen am 10. und 11. Juli stattfinden, musste wegen der Corona-Beschränkungen aber verschoben werden. Mit rund 10.000 Teilnehmern an zwei Tagen gehört der Triathlon zu den größten Veranstaltungen seiner Art.

18.05 Uhr: Merkel zu Corona: Richtiges Maß an Freiheit und Vorsicht finden

Kanzlerin Angela Merkel hat trotz der einstelligen Werte bei den Corona-Inzidenzen vor Übermut gewarnt. Man sei bei einer erfreulichen Inzidenz unter zehn, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer gemeinsamen Klausur der Spitzen von CDU und CSU zum Wahlprogramm der Union in Berlin. Dies sei aber immer noch drei Mal so hoch wie vor zwölf Monaten. Man müsse "das richtige Maß an Freiheit und Vorsicht finden", wurde sie zitiert. Es dürfe nicht vergessen werden: "Maske tragen ist immer noch das Einfachste." Die Pandemie werde erst zu Ende sein, wenn die ganze Welt geimpft sei. "Wir müssen an den Rest der Welt auch denken", sagte Merkel demnach.

Trotz sinkender Corona-Zahlen in Deutschland gibt es verstärkt Sorgen wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Erstmals seit zehn Monaten hatten die Gesundheitsämter zuletzt weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

17.41 Uhr: Indien impft 7,5 Millionen Menschen an einem Tag

Am Montag hat Indien mehr als 7,5 Millionen Menschen gegen Corona geimpft - mehr als je zuvor an einem Tag. Das zeigen Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums. In Indien leben insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Bislang lief die Impfkampagne in Indien allerdings deutlich langsamer als zunächst geplant. Weniger als fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist Impfstoffknappheit - unter anderem da die Regierung zunächst nicht versucht hat, genügend Impfstoff für die große Bevölkerung zu kaufen.

Ein anderer Grund für die bislang langsamere Impfkampagne ist eine besonders in gewissen ländlichen Regionen verbreitete Impfskepsis. Um diese zu bekämpfen, haben sich einige örtliche Behörden Belohnungen für Impfwillige ausgedacht - etwa Benzin, Saatgut, Dreiräder, Tomaten oder Reis, wie örtliche Medien berichteten. In einem Teil von Uttar Pradesh wurden Läden angewiesen, Alkohol nur an Geimpfte zu verkaufen, wie die Zeitung "Mint" schrieb. Und in einem Distrikt im Bundesstaat Madhya Pradesh prüften Polizisten kürzlich auf der Straße, wer geimpft ist und wer nicht, wie "The Indian Express" berichtete. Geimpfte erhielten demnach eine Plakette mit der Aufschrift: "Ich bin ein echter Patriot, weil ich geimpft worden bin." Ungeimpfte erhielten ein Blatt mit einem Totenkopf drauf.

Hyderabad: Zahlreiche Menschen werden registriert und gegen das Coronavirus geimpft. Jeder Erwachsene in Indien hat nun Anspruch auf eine Impfung, die von der Regierung bezahlt wird.
Hyderabad: Zahlreiche Menschen werden registriert und gegen das Coronavirus geimpft. Jeder Erwachsene in Indien hat nun Anspruch auf eine Impfung, die von der Regierung bezahlt wird. © Mahesh Kumar A/AP/dpa

17.22 Uhr: 50 Menschen feiern illegale Techno-Party unter Autobahnbrücke

Etwa 50 Menschen haben unter einer Autobahnbrücke ohne Maske und Abstand eine Techno-Party gefeiert. Die meisten Gäste der Feier in der Nähe von Erftstadt in Nordrhein-Westfalen seien beim Eintreffen der Polizisten am frühen Sonntagmorgen geflüchtet, teilte die Polizei am Montag mit. Sechs Teilnehmer seien allerdings von den Beamten kontrolliert worden, darunter auch der Veranstalter der illegalen Feier. Die Polizisten fanden vor Ort laut Mitteilung einen Stromgenerator. Als sie zu ihrem Streifenwagen zurückkehrten, stellten die Beamten "mutwillige Beschädigungen" an ihrem Fahrzeug fest. Die Anwesenden müssen laut Polizei mit Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung und gegen das Betäubungsmittelgesetz rechnen.

17.12 Uhr: Geöffnete Schulen für Bundesregierung "ganz hohe Priorität"

Die Bundesregierung hat die angestrebte Rückkehr zu einem vollen Schulbetrieb nach den Sommerferien unterstrichen, verweist aber auch auf noch mögliche Corona-Risiken. "Geöffnete Schulen haben eine ganz hohe Priorität", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Nach allem, was Kinder in der Pandemie durchmachen mussten, sei es sehr zu wünschen, dass nach den Ferien wie vorgesehen überall wieder Präsenzunterricht möglich sei. Auch angesichts der ansteckenderen Delta-Virusvariante habe man es aber "nicht mit einer komplett vorauszusehenden Entwicklung zu tun", sagte Seibert.

Das Geschehen sei den Sommer über genau zu beobachten. "Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es lokal zu größeren Infektionsausbrüchen kommt, auf die dann auch zu reagieren wäre." Der Blick nach Großbritannien und Portugal zeige, wie auch bei sehr positiver Entwicklung durch die Delta-Variante wieder Infektionen in großer Zahl entstehen könnten. Die Bundesregierung verwies zudem auf ein Mitte Juni gestartetes Förderprogramm für den Einbau von Luftfilteranlagen für Kitas und Schulen, in denen Kinder bis 12 Jahre betreut werden. Der Bund übernimmt bis zu 80 Prozent der Kosten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag beim "Tag der Industrie", es sei eines der Hauptziele, das normale Schulleben so lange wie möglich zu bewahren. Wechselunterricht werde nicht angestrebt. Es sei auch möglich, nach den Sommerferien ohne diesen zu starten. In der weiteren Entwicklung könne man Wechselunterricht dann auch mit den richtigen Instrumenten vermeiden, machte Spahn in einer auf Englisch geführten Diskussion deutlich. Er nannte nun angebotene Impfungen für Kinder ab 12 Jahre nach individueller Entscheidung, regelmäßige Tests und je nach regionalen Infektionszahlen Masken als eine Option für Präsenzunterricht. Spahn betonte zugleich auch mit Blick auf Virusvarianten: "Wir müssen auf alles vorbereitet sein."

16.50 Uhr: Johnson beharrt auf Ende von Corona-Einschränkungen Mitte Juli

Trotz steigender Fallzahlen gibt sich der britische Premierminister Boris Johnson zuversichtlich, dass die Corona-Maßnahmen in England Mitte Juli komplett aufgehoben werden können. Johnson hatte den sogenannten "Freedom Day" ("Tag der Freiheit") kürzlich um vier Wochen auf den 19. Juli verschoben. Eigentlich hätten an diesem Montag alle Einschränkungen im größten britischen Landesteil beendet werden sollen. Für den neuen Termin sehe es aber gut aus, sagte Johnson am Montag.

Grund für die Neubewertung waren die durch die Delta-Variante deutlich gestiegene Zahl an Neuinfektionen. Die zunächst in Indien nachgewiesene Mutante ist nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender als alle anderen. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Wer vollständig geimpft ist, ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt. In Großbritannien haben inzwischen mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen eine erste Dosis erhalten. Rund 60 Prozent wurden bereits zweimal gespritzt. Darauf basiert auch Johnsons Zuversicht.

16.35 Uhr: Massentest in Dresden: 13 Nachweise der Delta-Variante

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sind in einem Dresdner Wohnhaus Massentests angelaufen. Insgesamt müssen sich 137 Menschen einem spezifischen PCR-Test unterziehen, wie die Stadt am Montag mitteilte. Die ersten Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen. Bisher sind laut Stadt 13 positive Nachweise in zwei Wohnhäusern bekannt, in allen Fällen sei die Delta-Variante sehr wahrscheinlich. Die Index- und Kontaktpersonen befänden sich bereits in Quarantäne, eine Sequenzierung der Proben sei beauftragt. Bisher sind dem Gesundheitsamt insgesamt 23 Infektionen mit der Delta-Variante in Dresden bekannt. Mehr zur Corona-Situation in Dresden erfahren Sie hier im Blog.

16.11 Uhr: Tarifeinigung bei Großbrauereien - "Corona-Prämie" und 2,4 Prozent

Die Beschäftigten der Brauereien Krombacher und Veltins erhalten mehr Geld. Darauf haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Unternehmen geeinigt. Wie die NGG am Montag in Düsseldorf mitteilte, sieht die Tarifeinigung eine Corona-Prämie in Höhe von 750 Euro je Beschäftigtem vor. Vom kommenden Jahr an steigen die Löhne dann um 2,4 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Abschluss gilt laut NGG für die insgesamt gut 1750 Beschäftigten der beiden Unternehmen. Die NGG äußerte sich zufrieden mit dem Abschluss.

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gebe es für die Beschäftigten ein spürbares Lohn-Plus. "Die Einigung zeigt, wie sehr es auf die Sozialpartnerschaft gerade in der Krise ankommt", erklärte der NGG-Landesvorsitzende NRW, Mohamed Boudih, laut einer Mitteilung. Ein Sprecher der Veltins-Brauerei sagte, man sei glücklich mit dem Abschluss. In der Corona-Prämie drücke sie Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern aus.

15.44 Uhr: Weltweit erste Biontech-Geimpfte wirbt dafür, sich impfen zu lassen

Vor gut einem halben Jahr ist die Britin Margaret Keenan als weltweit erster Mensch mit dem zugelassenen Vakzin von Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus geimpft worden - nun hat die 91-Jährige andere Menschen ermutigt, ihrem Beispiel zu folgen. "Egal, was ihr bisher darüber gedacht habt, lasst Euch impfen", sagte die Britin am Montag der BBC. "Es ist nichts dabei. Habt keine Angst vor einer Nadel", sagte sie. "Es schützt Euer Leben und das Leben Anderer."

Bilder von Keenans Erstimpfung am 8. Dezember 2020 in Coventry waren um die Welt gegangen, am 29. Dezember hatte sie die für den vollständigen Schutz notwendige zweite Dosis erhalten. Die "Maggie" genannte Seniorin sagte nun, sie habe damals als Vorbild vorangehen wollen. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Erwachsenen im Vereinigten Königreich vollständig geimpft, mehr als 80 Prozent haben eine erste Spritze bekommen. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt aber wieder deutlich gestiegen.

Am 08.12.2020 bekommt die damals 90-jährige Margaret Keenan (l) im Universitätskrankenhaus Coventry als weltweit erste den Pfizer/BioNtech-Impfstoff gegen das Coronavirus.
Am 08.12.2020 bekommt die damals 90-jährige Margaret Keenan (l) im Universitätskrankenhaus Coventry als weltweit erste den Pfizer/BioNtech-Impfstoff gegen das Coronavirus. © Jacob King/PA Wire/dpa

15.22 Uhr: Spahn für stärkere Vernetzung und Planung des Klinik-Angebots

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich als Lehre aus der Corona-Pandemie für eine stärkere Vernetzung und Planung des Krankenhaus-Angebots in Deutschland ausgesprochen. "Nicht jeder muss alles machen - weder in der Stadt, noch in der Fläche", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Vor Ort müsse eine Grundversorgung verfügbar sein und auch besser finanziert werden. Zugleich seien Kapazitäten für komplexere, planbare Eingriffe für bessere Qualität zusammenzuführen. Dies müsse nicht immer in Städten sein, es gebe auch viele gute Angebote in ländlichen Regionen.

Spahn sagte, er wolle aus Sicht der Patientensicherheit nicht, dass bestimmte komplexe Operationen in manchem Krankenhaus nur acht Mal im Jahr stattfinden. "Da geht es nicht um Geld, da geht es um Qualität." Manche Patienten würden dann auch bereit sein, einmal 20 Kilometer weiter zu fahren, wenn dies die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhe. Generell gebe es bei den Krankenhäusern in Deutschland an zu wenigen Stellen eine bedarfsgerechte Versorgung, sagte Spahn. "Wir haben Überversorgung vor allem im Ballungsraum, und wir haben auch manche Unterversorgung." Es stimme, dass man auch Polizei und Feuerwehr als Teil der Daseinsvorsorge nicht nach Einsätzen bezahle. "Aber ich habe noch selten eine Feuerwehrwache direkt neben der anderen gesehen."

15.08 Uhr: Kliniken weisen Schummelvorwurf um Betten für Covid-Patienten zurück

Deutschlands Krankenhäuser haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten aus finanziellen Gründen bei Angaben zu Betten für Covid-19-Behandlungen geschummelt. Der Bundesrechnungshof habe keine Belege für entsprechende Vorwürfe vorgelegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag bei einer Veranstaltung seiner Organisation. Seit Tagen wird darüber spekuliert, die Kliniken hätten mit Manipulationen Pauschalzahlungen für frei gehaltene Betten bekommen wollen.

Gaß sagte, die Kliniken hätten die Infrastruktur zur Behandlung zahlreicher möglicher Covid-19-Patientinnen und -Patienten geschaffen. Diese möglichen Intensivbetten seien nicht komplett gebraucht worden. Aber wenn es nötig gewesen wäre, hätten die Behandlungskapazitäten hochgefahren werden können. Insgesamt forderte Gaß einen Kurswechsel in der Krankenhauspolitik mit einer auskömmlicheren Finanzierung.

Zwei Mitarbeiterinnen der Intensivstation betreuen im Oberlausitzklinikum in Bautzen einen Corona-Patienten.
Zwei Mitarbeiterinnen der Intensivstation betreuen im Oberlausitzklinikum in Bautzen einen Corona-Patienten. © SZ/Uwe Soeder (Symbolfoto)

14.53 Uhr: Bund will 2022 mehr Schulden machen als bisher geplant

Der Bund will im kommenden Jahr mehr neue Schulden machen als bisher geplant. Konkret ist eine Nettokreditaufnahme von 99,7 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Kabinettsvorlage zum Bundeshaushalt 2022 und der Finanzplanung bis 2025 hervorgeht. In den im März vorgelegten Eckwerten hatte das Finanzministerium noch mit einer Nettokreditaufnahme von 81,5 Milliarden Euro für 2022 gerechnet. Geplant sind nun aber höhere Ausgaben etwa für den Klimaschutz und die Gesundheit. Die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse soll auch im kommenden Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Krise ausgesetzt werden. Ab 2023 will der Bund laut Vorlage nicht mehr von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen.

14.34 Uhr: Zehn neue Infektionen und fünf weitere Tote in Sachsen

Im Freistaat bleibt die Zahl der Neuinfektionen niedrig. Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Montag zehn Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, vor einer Woche waren es noch 27 gewesen, vor einem Monat 418. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.683. In den vergangenen 24 Stunden wurde zudem fünf weitere Todesfälle registriert, insgesamt sind damit 10.020 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Als genesen gelten geschätzt 274.810 Menschen im Freistaat.

14.15 Uhr: Nach den Corona-Lockerungen: Einkaufsstraßen füllen sich wieder

Die Lockerungen der coronabedingten Verkaufsbeschränkungen sorgen für mehr Leben in den Innenstädten. Das geht aus Zahlen des auf die Messung von Besucherfrequenzen in Einkaufsstraßen spezialisierten Unternehmens Hystreet hervor. In den zehn größten deutschen Städten liegt die Zahl der Einkaufsbummler demnach inzwischen wieder bei durchschnittlich 72 Prozent des Vorkrisenniveaus. Hystreet vergleicht dabei Zahlen der vergangenen vier Samstage mit denen von Mai/Juni 2019. Im Februar 2021, als ein weitreichender Lockdown galt, habe die Zahl der Passanten nur bei 17 Prozent des Februars 2019 gelegen, teilte Hystreet am Montag mit.

Die Rückkehr der Passanten fiel dabei nicht überall gleich hoch aus. In Düsseldorf (Schadowstraße) wurden den Angaben zufolge 92 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht, in Hamburg (Spitalerstraße) waren es im Schnitt der vergangenen vier Samstage 80 Prozent. Geringer seien die Zahlen in München (Neuhauser Straße) mit 57 Prozent und Berlin (Kurfürstendamm) mit 55 Prozent ausgefallen. "Der während der Hochphase der Pandemie vielfach zu hörende Abgesang auf die Lebendigkeit der Innenstädte und den stationären Einzelhandel war offensichtlich sehr voreilig", kommentierte Hystreet-Geschäftsführer Nico Schröder die Zahlen.

13.52 Uhr: Juristen fordern differenziertes Vorgehen bei Maskenpflicht

Bei der Umsetzung der Maskenpflicht haben Juristen ein differenziertes Vorgehen gefordert. Vor allem in Schulen stelle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einen "deutlich gravierenderen Eingriff" dar und belaste die Schüler "unverhältnismäßig", sagte der Leipziger Staatsrechtler Christoph Degenhart dem "Handelsblatt". In Schulen müssten "andere Mittel gesucht werden, was bei einem überschaubaren Personenkreis wie einem Klassenverband auch möglich sein dürfte." Dennoch hält Degenhart den Mund-Nasen-Schutz weiter für ein legitimes Mittel zur Eindämmung der Pandemie.

Im Gegensatz zu Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren oder Quarantänepflichten stelle die Maskenpflicht eine "nicht sehr eingriffsintensive Maßnahme dar", sagte der Jurist. Als "wirksames Mittel der Prävention" sei die Maskenpflicht für geschlossene Räume und größere Menschenansammlungen "verfassungsrechtlich weiterhin gerechtfertigt".

Zu einer ähnlichen Ansicht kommt auch der Berliner Verfassungsjurist Christian Pestalozza von der Freien Universität. Die Maske sei an heißen Tagen oder bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten zwar lästig, aber dennoch "neben Impfung, Abstand und Hygiene ein unverzichtbares Mittel der Pandemiebekämpfung". Ein Staat, der die Maskenpflicht bei einer so geringen Impfquote und angesichts der Mutationen einschränke oder aufhebe, verletze "seine verfassungsrechtliche Pflicht, unsere Gesundheit, notfalls auch gegen unseren Willen, zu schützen", sagte Pestalozza dem "Handelsblatt".

13.21 Uhr: Tschechien öffnet Grenzen für Urlauber aus allen EU-Staaten

Tschechien hat seine Grenzen für Urlauber aus allen EU-Staaten geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Montag auch für Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz, Liechtenstein und Norwegen. Das teilte das Innenministerium in Prag mit. Für Touristen aus Deutschland, Österreich und fünf weiteren EU-Staaten gab es bereits seit zwei Wochen eine Sonderregelung. Tschechien hatte wegen der Corona-Pandemie monatelang alle Einreisen von Ausländern ohne triftigen Grund untersagt. Die Tourismusbranche klagte über enorme Verluste.

Voraussetzung ist in der Regel, dass die Reisenden negativ getestet, geimpft oder genesen sind und im Vorfeld eine Online-Anmeldung ausgefüllt haben. Die Einzelheiten sind auf den Internetseiten des Innenministeriums zu finden. Im Grenzverkehr mit den Nachbarstaaten, zum Beispiel zum Einkaufen binnen 24 Stunden, gelten keine Auflagen. Die Corona-Lage in Tschechien hat sich sehr gebessert. Nach aktuellen Zahlen gab es neun Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

13.07 Uhr: Minister droht Fußball-Clubs bei Scheitern von EM-Zuschauer-Modell

Eine zu lasche Umsetzung der Maskendisziplin in der Münchner EM-Arena könnte nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Auswirkungen auf die künftige Zulassung von Fans in der Bundesliga haben. Das deutete der CSU-Politiker in einem Interview des BR an und erinnerte daran, dass die vier Spiele der Europameisterschaft in München mit je 14.500 Zuschauern ein Modellversuch seien. "Wenn der Modellversuch schief läuft, dann sehe ich ehrlich gesagt schwarz, dass der Profifußball in Zukunft vor vielen Zuschauern spielen kann", sagte der Minister in dem Beitrag.

Eigentlich hoffen und fordern Proficlubs wie der FC Bayern, so schnell wie möglich wieder in vollen Stadien spielen zu können. Das etwa unterstrichen zuletzt wieder die Vereinschefs der Münchner und von Borussia Dortmund sowie Liga-Boss Christian Seifert. Sowohl beim Auftaktspiel der deutschen Mannschaft in der Arena gegen Frankreich (0:1) als auch im zweiten Spiel am Samstag gegen Portugal (4:2) hatten viele Zuschauer auf den Plätzen ihre Masken abgenommen. Das war auf TV-Bildern zu sehen. Eigentlich sind die Besucher angehalten, auch auf ihren Sitzen den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Staatsregierung warnt trotz niedriger Inzidenzzahlen davor, im Kampf gegen Corona leichtsinnig zu werden und sorgt sich vor allem um die Folgen durch die deutlich ansteckendere Delta-Variante.

12.52 Uhr: Positiver Corona-Test bei Schottlands Shootingstar Gilmour

Schottlands EM-Shootingstar Billy Gilmour fällt nach einem positiven Corona-Test für das entscheidende Gruppenspiel gegen Kroatien aus. Wie der schottische Verband am Montag mitteilte, muss sich der Profi vom FC Chelsea für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Damit fiele der 20-Jährige auch für ein mögliches Achtelfinalspiel der Bravehearts aus. Dazu muss aber als erste Voraussetzung ein Sieg am Dienstag (21.00 Uhr) in Glasgow gegen Kroatien her.

Gilmour war beim 0:0 gegen England zum Star des Spiels gekürt worden. Danach hatte es viele Lobeshymnen für den Champions-League-Sieger gegeben, der auch ein großer Hoffnungsträger für das Duell mit Vizeweltmeister Kroatien war. "Er hat eine große Zukunft vor sich. Er kann so viele Länderspiele gewinnen, wie er will", hatte Kapitän Andy Robertson vom FC Liverpool den jungen Mitspieler gelobt.

Der schottische Fußball-EM-Star Billy Gilmour (r) wird von Englands Mason Mount unsanft gestoppt.
Der schottische Fußball-EM-Star Billy Gilmour (r) wird von Englands Mason Mount unsanft gestoppt. © Mike Egerton/PA Wire/dpa

12.39 Uhr: Tausende neue Corona-Fälle in Moskau

Die russische Hauptstadt Moskau verzeichnet weiterhin Tausende Corona-Neuinfektionen. Am Montag meldeten die Behörden 7580 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Das liegt unter dem Rekordwert vom vergangenen Samstag mit 9120 Neuinfektionen. Die Lage habe sich trotzdem nicht verbessert, sagte Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa der Agentur Interfax zufolge. Derzeit werden den Behörden zufolge mehr als 600 Menschen in Krankenhäusern künstlich beatmet.

Seit mehr als einer Woche gelten in Europas größter Metropole mit schätzungsweise zwölf Millionen Einwohnern einige Einschränkungen. So sind größere Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten. Die Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft, die auf Anordnung der Stadt geschlossen wurde, werde abgebaut, schrieb die Zeitung "Kommersant".

Nach früheren Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin sind fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Die Stadt verpflichtet nun eine Reihe an Unternehmen, eine Impfquote von 60 Prozent unter ihren Angestellten durchzusetzen. Am Wochenende bildeten sich in der Hauptstadt an einigen Impfstellen lange Warteschlangen.

12.24 Uhr: Nur zwei Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag zwei weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.608 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Weitere Todesopfer sind nicht zu beklagen, seit Pandemiebeginn gibt es 1.102 Todesfälle in Zusammenhang mit der Viruserkrankung. Auch weitere Krankenhauseinweisungen gab es nicht. Als genesen gelten mittlerweile 29.400 Dresdner - sieben mehr als am Sonntag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg nach Angaben der Lokalbehörden seit dem Vortag von 6,5 auf 6,6. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 6,3, tags zuvor waren es noch 6,5. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.07 Uhr: Merkel: Deutschland ist in einem Epochenwechsel

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Deutschland angesichts der Folgen der Corona-Pandemie vor tiefgreifenden Umbrüchen. Es sei wichtig, dass CDU und CSU in ihrem gemeinsamen Programm für die Bundestagswahl im ersten Kapitel von einem Epochenwechsel sprächen, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer gemeinsamen Klausur der Spitzen von CDU und CSU zum Wahlprogramm der Union in Berlin. "Wir sind in einem Epochenwechsel." Dieser werde getrieben durch Innovation und Digitalisierung. Knapp 100 Tage vor der Bundestagswahl wollen die Spitzen von CDU und CSU ihr gemeinsames Programm am Montag beschließen.

Merkel sagte nach den Teilnehmerangaben, seit dem Jahr 2007 sei eine Herausforderung nach der anderen für das Land gekommen. Mit der Pandemie würden die Karten auf der Welt noch einmal neu gemischt. Die offenen Demokratien hätten sich beim Umgang mit Corona schwerer getan als die autokratischen Systeme. "Wir haben mehr aufzuholen", wurde Merkel zitiert. Bei den USA sehe man, "mit welcher Wucht sie es nun anpacken - auch wirtschaftlich". Das chinesische Bruttoinlandsprodukt habe sich mehr als versechsfacht. China sei sehr erfolgreich trotz eines autokratischen Systems. Europa sei an vielen Stellen nicht führend: Nicht bei den Quantencomputern, den Computerchips oder der Batterieforschung. Dies müsse man angehen.

11.48 Uhr: Impfskepsis beim Gesundheitspersonal nimmt deutlich ab

Die Covid-19-Impfquote bei Pflegekräften, Ärzten und medizinischem Fachpersonal steigt laut einer Umfrage. Die Skepsis gegenüber einer Impfung gegen das Coronavirus nehme deutlich ab, teilte die Medwing GmbH, ein auf den Gesundheitssektor spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen, am Montag in Berlin mit.

In der Befragung gaben den Angaben zufolge 53,24 Prozent des medizinischen und pflegerischen Fachpersonals an, bereits vollständig geimpft zu sein. In der März-Umfrage betrug die Quote noch 37,68 Prozent. In der Gesamtbevölkerung liegt die aktuelle Impfquote laut RKI bei 31,1 Prozent (Stand: 20. Juni). Im Vergleich zur März-Umfrage haben die Bedenken gegenüber einer Impfung gegen das Coronavirus deutlich abgenommen. Gab im März 2021 noch knapp ein Drittel (28,97 Prozent) des medizinischen und pflegerischen Personals an, sich aufgrund mangelnder Erfahrung mit den Vakzinen nicht impfen lassen zu wollen, sei dieser Wert nun auf 19,65 Prozent gesunken. Die überwiegende Mehrheit (67,49 Prozent) der geimpften Befragten gab an, mit Biontech geimpft worden zu sein. 18 Prozent wurde das Vakzin Astrazeneca verabreicht. Neun Prozent erhielten Moderna als Impfstoff. Sonstige Vakzine kamen nur vereinzelt zum Einsatz (5,6 Prozent).

In der aktuellen Umfrage gaben 18,52 Prozent derjenigen, die bewusst auf eine Impfung verzichten, an, dass dies mit persönlichen negativen Folgen im Berufsalltag für sie einherging. Anfeindungen sowie Unverständnis seitens der Kolleginnen und Kollegen und eine erschwerte Jobsuche seien als direkte negative Folgen genannt worden.

11.30 Uhr: Stream von Sonnenaufgang in Stonehenge wegen Eindringlingen gestoppt

Wegen Corona-Sicherheitsbedenken hat die Denkmalschutzorganisation English Heritage einen Livestream zur Sonnenwende-Feier in Stonehenge unterbrochen. Etwa 100 Menschen seien am frühen Montagmorgen an der weltbekannten Steinformation erschienen, meldete die Nachrichtenagentur PA. Wegen ihnen wurde die Übertragung auf Facebook und Youtube gestoppt. Stattdessen zeigte English Heritage den Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern des Streams vorübergehend vorbereitetes Material.

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Organisation Interessierte zuvor gebeten, auf einen Besuch der 25 Tonnen schweren, jahrtausendealten Steine zu verzichten. "Es ist enttäuschend, dass dies geschehen ist, aber in dieser Situation müssen wir zuerst an die Sicherheit unserer Mitarbeiter denken", sagte Organisator Ed Shires. Es war bereits das zweite Jahr in Folge, dass die Sonnenwende-Feier an dem Denkmal nur online stattfand.

Üblicherweise versammeln sich Zehntausende am Morgen des längsten Tag des Jahres. Dann geht die Sonne hinter dem Heelstone auf, dem alten Eingang zum Steinkreis, und Sonnenstrahlen fallen ins Zentrum des Monuments. Wozu die Steinkolosse der Jungsteinzeit ursprünglich gedacht waren, ist noch immer nicht eindeutig geklärt. Stonehenge könnte beispielsweise als Heilstätte oder Observatorium gedient haben, vermuten Wissenschaftler.

Menschen springen über einen Zaun und bahnen sich ihren Weg an Sicherheitspersonal vorbei in Richtung Stonehenge.
Menschen springen über einen Zaun und bahnen sich ihren Weg an Sicherheitspersonal vorbei in Richtung Stonehenge. © Ben Birchall/PA Wire/dpa

11.14 Uhr: Fast 51 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Mehr als 31 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 290.534 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,8 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,8 Millionen (31,1 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45,3 Prozent. Das Saarland zählt mit 37,2 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern, Sachsen rangiert mit 31 Prozent auf dem sechsten Platz. Brandenburg ist hier mit 28,6 Prozent am Ende der Rangliste.

10.51 Uhr: Wissenschaftler warnen vor Corona-Folgen für Minderjährige

Zur Bewältigung der Pandemie-Folgen bei Kindern und Jugendlichen hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine Reihe von Empfehlungen abgegeben. Manche Minderjährige würden "kurz,- mittel- und wahrscheinlich auch langfristig von Belastungen und erlittenen Defiziten begleitet werden", erklärte die Akademie in Halle in ihrer achten Ad-Hoc-Stellungnahme zur Pandemie.

Es sei eine zentrale gesellschaftliche und politische Aufgabe, Bildungs- und Unterstützungsangebote so zu gestalten, dass die Defizite ausgeglichen werden, erklärte die Akademie. Zugleich müssten bereits zuvor vorhandene Ungleichheiten angegangen werden. Konkret empfahlen die Wissenschaftler etwa, den Präsenzbetrieb an Schulen und Kitas unter Berücksichtigung von Schutzmaßnahmen aufrechtzuerhalten und die digitale Infrastruktur schneller auszubauen. An Grundschulen sollte der Stundenplan angepasst werden, um Rückstände in den Kernfächern Deutsch und Mathematik aufzuholen. Schwächere Schülerinnen und Schüler bräuchten zudem zusätzliche Förderung.

Weiter empfahlen die Wissenschaftler den "Ausbau einer bewegungsfördernden Infrastruktur für Kinder und Jugendliche, idealerweise tägliche Bewegungsangebote in Kitas und Schulen". Zudem sollten Pädagogen in Kitas und Schulen fortgebildet werden, um sie für auftretende psychische Probleme zu sensibilisieren, hieß es weiter.

10.32 Uhr: Bis zu 10.000 japanische Zuschauer bei Olympia

Trotz der andauernden Corona-Pandemie wollen Japans Olympia-Organisatoren bis zu 10.000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen der Sommerspiele in Tokio zulassen. Maximal darf aber nur die Hälfte der Plätze in den Arenen besetzt werden, wie die japanischen Gastgeber am Montag nach Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee entschieden. Der Beschluss steht aber unter Vorbehalt. Sollte sich die Corona-Infektionslage bis zum 12. Juli verschlechtern und erneut ein Notstand ausgerufen werden müssen, könnten Zuschauer doch noch komplett ausgesperrt werden.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte schon vor der Verkündung der Entscheidung versichert: "Das IOC wird Ihren Beschluss voll unterstützen." Der 67-Jährige bekräftigte erneut, die Tokio-Spiele würden "sicher und geschützt" ausgetragen, und verwies auf eine Impfquote von mehr als 80 Prozent bei den Beteiligten. Ausländischen Besuchern bleibt die Einreise zu den Sommerspielen verwehrt, wie die Organisatoren bereits im März entschieden hatten.

10.23 Uhr: Amtsärzte fordern Vorbereitung auf mögliche vierte Corona-Welle

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes appelliert an die Politik, sich für eine mögliche vierte Corona-Welle gut vorzubereiten. "Es ist sehr wichtig, dass die Gesundheitsämter jetzt zügig zusätzliches Fachpersonal erhalten", sagte die Bundesvorsitzende Ute Teichert der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". "Das stockt leider, insbesondere weil es sehr schwer ist, Ärztinnen und Ärzte für die Arbeit im öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen." Außerdem müssten digitale Möglichkeiten für die Gesundheitsämter zur Kontaktnachverfolgung weiter ausgebaut werden.

"Wichtig ist zudem, weiterhin Testkapazitäten bereitzuhalten, damit wir schnell reagieren und Infektionsspots identifizieren können, wenn die Infektionszahlen wieder steigen", betonte Teichert. "Dann sollte die Politik auch nicht zögern, rasch wieder flächendeckend wirksame Maßnahmen anzuordnen, zum Beispiel Kontaktbeschränkungen, Masken im öffentlichen Raum und dergleichen."

9.57 Uhr: Israel erlaubt Einreise von geimpften Individualtouristen

Israel will ab 1. Juli die Einreise von geimpften Individualtouristen erlauben. Diese bräuchten dann keine Genehmigung im Vorfeld mehr, teilte Innenministerin Ajelet Schaked mit. Welche Impfungen dabei akzeptiert würden, werde noch mitgeteilt. In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Zuvor war Ausländern die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen Menschen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Montag teilten die Behörden mit, binnen 24 Stunden seien 48 neue Fälle registriert worden. Nach einem neuen Corona-Ausbruch an israelischen Schulen wurde allerdings am Sonntag in zwei Ortschaften wieder Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst vor sechs Tagen angesichts niedriger Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden.

9.26 Uhr: Corona-Massentest in Dresden startet

Nachdem das Dresdner Gesundheitsamt am Wochenende die Testung aller Bewohner in einem Wohnhaus auf der Altenzeller Straße angeordnet hat, werden ab heute etwa 150 Personen verpflichtend auf Corona getestet. Der Grund: Drei Familien und deren Kinder wurden dort zuvor positiv getestet. Die Delta-Variante ist bei vier von zehn Betroffenen bestätigt worden. Alles zu der Massentestung in Dresden

Bei drei Familien, die alle in diesem Wohnblock an der Altenzeller Straße leben, wurden Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus festgestellt. Nun werden alle Hausbewohner getestet.
Bei drei Familien, die alle in diesem Wohnblock an der Altenzeller Straße leben, wurden Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus festgestellt. Nun werden alle Hausbewohner getestet. © Tino Plunert

9.00 Uhr: Intensivmediziner: Weniger Patienten in möglicher vierten Welle

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen. "Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben", sagte er der "Rheinischen Post".

Bisher seien die Intensiv-Neuaufnahmen weitestgehend parallel zu den Inzidenzen verlaufen. Wenn die vulnerablen Gruppen sehr gut geimpft seien, könne es im Sommer erstmals zu einem abweichenden Verhalten kommen. Die Inzidenzen würden dann stärker steigen als die Intensiv-Aufnahmen, weil die potenziellen Patienten durch Impfung besser geschützt seien..

8.15 Uhr: Ist der Landkreis Görlitz ein Impfgegner-Land?

B96-Proteste, Ring-Spaziergänge, Auto-Korsos - gefühlt ist der Kreis Görlitz schon lange das Epizentrum der Proteste gegen Corona-Maßnahmen. Und jetzt ist das quasi amtlich. Eine aktuelle Studie zu Corona-Maßnahmen in Sachsen zeigt: In Sachsen im Allgemeinen und im Landkreis Görlitz im Besonderen herrscht eine viel höhere Skepsis gegenüber Corona-Maßnahmen als im restlichen Bundesgebiet.

Ein MDR-Bericht mit einer Aussage des sächsischen DRK-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Unger legt nun zudem nahe, dass es hier auch überdurchschnittlich viele Impfverweigerer gibt. Mehr dazu im Artikel Ist der Kreis Görlitz Impfgegner-Land?

7.47 Uhr: Frido Pflüger an Corona-Infektion gestorben

Elf Jahre lang hat der Jesuitenpfarrer Frido Pflüger in Dresden gelebt, ab 1992 das katholische St. Benno-Gymnasium mit aufgebaut und die Schule bis 2003 geleitet. Jetzt wurde überraschend bekannt, dass der 74-Jährige in der Nacht zu Sonntag in Uganda an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben ist. Das teilte der Jesuitenorden in München mit. Mehr zum Tod Pflügers

7.12 Uhr: Sachsen-Inzidenz weiter unter dem Bundesschnitt

Die Corona-Lage in Sachsen bleibt weiter vergleichsweise entspannt: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet wie bereits an den beiden Tagen zuvor eine Sieben-Tage-Inzidenz für den Freistaat von 5,2. Die Zahl gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich an den letzten sieben Kalendertagen infiziert haben. Vor einer Woche betrug die Wocheninzidenz im Freistaat noch 11,8, am 21. Mai - also vor einem Monat - lag die Zahl bei 86,6. Deutschlandweit beträgt der Inzidenzwert nun 8,6 - der einstige "Spitzenreiter" Sachsen liegt damit aktuell unter dem Bundes-Durchschnitt und weist niedrigere Zahlen als zehn andere Bundesländer auf. Die Tabelle wird derzeit von Baden-Württemberg mit 12,5 angeführt, auch Hamburg (11,9), das Saarland (11,9) und Bayern (10,3) melden zweistellige Werte. Am unteren Ende der Inzidenz-Tabelle liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 2,2.

Die höchste Inzidenz der 13 Regionen in Sachsen hat laut RKI nach wie vor der Erzgebirgskreis mit 9,9 - somit liegen mittlerweile alle Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat unter der 10er-Schwelle. Für den Kreis Meißen wird derzeit ein Wert von nur 2,5 ausgewiesen. Die RKI-Zahlen weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen meist von denen der Ministerien der Länder und denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab. Zudem sind die Zahlen zu Wochenbeginn aufgrund von weniger Krankmeldungen und Testungen an den Wochenende oft niedriger als an anderen Werktagen.

6.20 Uhr: Katar will nur gegen Corona Geimpfte zur Fußball-WM 2022 zulassen

Katar will nur gegen das Coronavirus geimpfte Zuschauer zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 zulassen. "Bis zur WM werden die meisten Länder der Welt ihre Bürger geimpft haben", wurde Premierminister Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al Thani von staatlichen Medien am Sonntag zitiert. "Aufgrund der Möglichkeit, dass einige Länder nicht in der Lage sein werden, all ihre Bürger zu impfen, wird Katar den Fans, die keinen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben, den Zutritt zu den Stadien verweigern."

Die erste Fußball-WM im Nahen Osten soll am 21. November 2022 beginnen. "Wir verhandeln derzeit mit einem Unternehmen über die Bereitstellung von einer Million Impfstoffdosen gegen das Coronavirus für die Immunisierung derjenigen, die zur Fußball-WM nach Katar kommen", sagte Scheich Khalid. "Unser primäres Ziel bei der Impfung der Ungeimpften ist es, die öffentliche Gesundheit der Bürger und Einwohner zu schützen." Der Fußball-Weltverband FIFA und die katarischen WM-Organisatoren gaben bisher keine Kommentare zu den Aussagen des Premierministers ab.

5.31 Uhr: Erstmals seit August weniger als 500 Neuinfektionen

Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor einer Woche hatte der Wert bei 549 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.327 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.605.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.395 angegeben.

Montag, 5.10 Uhr: Studie: Distanzunterricht so effektiv wie die Sommerferien

Eine Studie stellt dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein schlechtes Zeugnis aus. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - das Ergebnis ist ernüchternd: "Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien", erklärte Prof. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Studie: Distanzunterricht unergiebig

Corona-Pandemie: Das geschah am Sonntag

17.48 Uhr: Das Delta-Gespenst geht um: Kommt Corona mit Wucht zurück?

Gerade fühlt sich das Leben in Deutschland schon fast wieder normal an, da stört das Corona-Gespenst Delta die sommerliche Euphorie. Die ansteckendere Variante gewinnt auch hierzulande an Bedeutung, eine mögliche vierte Welle wird dadurch wahrscheinlicher. Ob sie tatsächlich kommt und wie schlimm sie wird, ist allerdings kaum vorherzusagen. "Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. "Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte, die zuerst in Indien bekannt gewordene Variante werde in drei bis vier Wochen in Deutschland dominierend sein. Und Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte "t-online": "Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft."

Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) für die erste Juniwoche hat sich der Anteil der Delta-Variante (B.1.617.2) in Deutschland innerhalb von nur einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. Das RKI geht davon aus, dass Infektionen mit der Delta-Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen könnten. Gleichzeitig entspannt sich die Corona-Lage weiter. Die Zahl der Coronapatienten auf Intensivstation fiel am Wochenende erstmals seit Oktober unter 1.000, das RKI gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag mit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3; Vormonat: 68,0). Die Sorge ist, dass die Zahlen wieder steigen könnten, wenn die ansteckendere Delta-Variante dominierend wird. Worauf sich diese Vermut stützt und wer besonders betroffen wäre, erfahren Sie hier im Artikel.

17.26 Uhr: Mehrheit in Japan fürchtet Corona-Ausbreitung durch Olympia

Eine große Mehrheit der Japaner befürchtet einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen, sollten die Olympischen Spiele in Tokio wie geplant stattfinden. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo äußerten diese Sorge 86 Prozent der Befragten. Einen Monat vor der Eröffnung des Spektakels sprachen sich zudem rund 40 Prozent dafür aus, dass die Spiele ohne Zuschauer stattfinden sollten. Eine Entscheidung über die Zulassung heimischer Zuschauer wollen Japans Verantwortliche und das Internationale Olympische Komitee an diesem Montag treffen. Fans aus dem Ausland dürfen nicht einreisen.

In der Kyodo-Umfrage gaben 30 Prozent an, dass die wegen der Pandemie um ein Jahr verschobenen Spiele abgesagt werden sollten. Unterdessen gab die Regierung bekannt, dass ein Mitglied des Olympia-Teams aus Uganda bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Narita nahe Tokio positiv auf das Virus getestet und an der Einreise gehindert worden sei. Die übrigen acht Delegationsmitglieder reisten per Bus zu ihrer Gastgeber-Stadt Izumisano in der westlichen Präfektur Osaka. Das Team aus Uganada, das an den Box-, Gewichtheber- und Schwimmwettbewerben teilnimmt, ist die zweite Gruppe aus dem Ausland nach dem Softball-Frauenteam aus Australien, das zu den Spielen anreiste.

16.58 Uhr: Regierung sieht Bedarf an FFP2-Masken für Kinder - Kritik von Grünen

Die Bundesregierung sieht nach eigener Aussage den Bedarf an FFP2-Masken für Kinder. Das geht aus der Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium habe deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll.

Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner kritisiert, dass das erst jetzt passiert. "Es ist ein Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, daher erschüttert es, dass es keine ausreichende Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet gibt", sagte sie. Die FFP2-Maskenpflicht in Schulen sei zwar aufgehoben worden, viele Kinder trügen aber in Bus und Bahn die auf Erwachsene ausgerichteten Masken.

"Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung angesichts der schon so lange anhaltenden pandemischen Lage nicht früher tätig geworden ist." Beim gezielten Schutz der Kinder habe die Bundesregierung versagt. Die Bundesregierung verwies in ihrer Antwort auf eine Europäische Norm, nach der bei der Überprüfung einer Maske zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen ausgewählt werden. Es sei daher nicht ausgeschlossen, "dass Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Hier ist dann insbesondere auf einen richtigen Sitz der Maske für Kinder und Jugendliche bei der Auswahl zu achten."

Ein Kind mit viel zu großer FFP2 Maske im Bus.
Ein Kind mit viel zu großer FFP2 Maske im Bus. © Dietmar Thomas

16.25 Uhr: Scholz gegen Steuersenkungen für Unternehmen nach Corona-Krise

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich strikt gegen Steuersenkungen für Unternehmen ausgesprochen. Beim Zukunftscamp der SPD warf der Bundesfinanzminister der Unionsführung am Sonntag einen "absurden Einfall" vor zu sagen, "diese Leute brauchen jetzt erst noch einmal eine Steuersenkung - die ganz viel verdienen, die große Gewinne machen - weil das sei wichtig für die Zukunft". Er sprach von einem Fehler und sagte weiter: "Wir haben merkwürdige Konservative weit hinter der Zeit und als ob sie die Krise nicht verstanden haben."

Scholz wies darauf hin, dass in der Krise 400 Milliarden Euro Schulden aufgenommen und Unternehmen mit hohen Milliardenbeträgen unterstützt worden seien und die Bundesregierung bereits in der Größenordnung von über 100 Milliarden Steuererleichterungen möglich gemacht habe. "Und wir brauchen natürlich auch eine globale Mindestbesteuerung für Unternehmen", sagte Scholz zudem. "Das ist eine Voraussetzung dafür, dass unser Wirtschaftsmodell überhaupt funktioniert." Er sei sehr froh, dass es unter den klassischen Industrienationen inzwischen eine Verständigung darüber gebe.

15.58 Uhr: Gegen "Kulturalschaden" - Berliner Bootsdemo für Partys und Clubs

Auf Booten und mit lauter Musik haben Mitglieder der Berliner Party- und Clubszene am Sonntag für mehr Freiheit beim Feiern demonstriert. "Vermeidet Kulturalschaden" und "Kultur, Du Opfer", stand auf Transparenten. Mit mehreren Booten zogen sie über den Landwehrkanal. An den Ufern tanzten Schaulustige mit. Für den Abend war eine "Abschlusstanzkundgebung" am Treptower Park geplant. Die Veranstalter kritisieren, dass Sport im Freien in Gruppen und ohne Abstand möglich sei, Tanzen werde aber auch künftig strenger reglementiert. Seit Freitag kann in den Berliner Clubs draußen wieder getanzt werden. Die Besucher müssen negative Tests vorweisen und zum Teil Masken tragen.

Auf dem Landwehrkanal wird zahlreichen Schlauchbooten die Teilnahme an einer Demonstration mit Booten aus Protest gegen das Tanzverbot im Freien verwehrt. Clubs und Diskotheken dürfen weiterhin ihr reguläres Angebot nicht aufnehmen.
Auf dem Landwehrkanal wird zahlreichen Schlauchbooten die Teilnahme an einer Demonstration mit Booten aus Protest gegen das Tanzverbot im Freien verwehrt. Clubs und Diskotheken dürfen weiterhin ihr reguläres Angebot nicht aufnehmen. © Jörg Carstensen/dpa

15.23 Uhr: Einreisebeschränkungen könnten auch ohne Pandemie-Notlage gelten

Bundesweite Einreisebeschränkungen etwa für Gebiete mit Corona-Mutationen sollen nach dem Willen der Regierungsfraktionen auch nach einem möglichen Ende der "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" vom Bund verfügt werden können. Über eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll der Bundestag noch in der kommenden Woche abstimmen, wie SPD- und Unionsfraktion am Sonntag bestätigten. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet. Man komme in Deutschland gut bei der Pandemie-Bekämpfung voran, sagte der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), der dpa. In anderen Teilen der Welt herrsche jedoch eine hohe Infektionsgefahr mit gefährlichen Mutationen. "Unsere Erfolge bei der Pandemiebekämpfung dürfen nicht durch aus diesen Gebieten zurückkehrende Menschen zunichte gemacht werden." Einreisebeschränkungen und Testpflichten müssten daher auch unabhängig von einer "epidemische Lage von nationaler Tragweite" möglich sein. "Dafür schaffen wir nun die rechtlichen Voraussetzungen.

"Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, sagte der "Welt am Sonntag": "Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weiter gelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht." Die "epidemische Lage" wurde zuletzt vom Bundestag bis maximal September verlängert. Liefe sie aus, fehlte die rechtliche Grundlage für Einreisebeschränkungen. Nach "WamS"-Angaben könnten die Einreisebeschränkungen mit den nun vorgeschlagenen Änderungen bis zu zwölf Monate weiter gelten. "Eine Missbrauchsgefahr sehe ich in diesem Fall nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handelt", sagte Fechner.

14.56 Uhr: Delta-Variante macht in Lissabon mehr als 60 Prozent aller Fälle aus

In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten die Zeitung "Público" und andere Medien am Sonntag unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa. Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden.

Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die "Area Metropolitana" nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz spazieren in der Innenstadt von Lissabon.
Menschen mit Mund-Nasen-Schutz spazieren in der Innenstadt von Lissabon. © Pedro Fiuza/XinHua/dpa

14.18 Uhr: Kaum noch neue Infektionen in Sachsen

Die Zahl der neu Infizierten im Freistaat geht weiter zurück. Sachsens Gesundheitsministerium hat am Sonntag neun Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es noch 15 gewesen, vor einem Monat 649. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.673. In den vergangenen 24 Stunden wurde zudem ein weiterer Todesfall registriert, insgesamt sind damit 10.014 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Als genesen gelten geschätzt 274.740 Menschen im Freistaat.

13.50 Uhr: Fachkräftemangel etwa wieder auf Vorkrisenniveau

Rund 15 Monate nach Beginn der Corona-Krise hat der Mangel an hochqualifizierten Fachkräften einem Bericht zufolge wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Der Wert der nicht besetzbaren Stellen liege im Mai dieses Jahres 101,3 Prozent über dem Wert aus dem Februar 2020, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft. Auch der Mangel an gelernten Fachkräften betrage wieder 90 Prozent des Vorkrisenwertes. Im Mai 2021 fehlten demnach insgesamt 268.786 Fachkräfte, im Februar 2020 waren es 347.484. Zwischenzeitlich sank der Wert im Juni 2020 auf 180.706. Während der Pandemie seien die Zahl der offenen Stellen und damit der Bedarf an Fachkräften stark zurückgegangen, sagte Studienautor Alexander Burstedde der Zeitung.

Die neuen Zahlen zeigten aber, dass der Fachkräftemangel schon bald schlimmer sein könnte als vor der Krise. In zehn Berufen habe sich die Fachkräftelücke im Vergleich zum Februar 2020 mehr als verdoppelt, etwa bei den Hochqualifizierten in der Logistik, Techniker im Umweltschutz und der Telekommunikation sowie Leitungspersonal in der Altenpflege. Verschärft werde das Problem auch durch die angespannte Lage an Ausbildungsmarkt, hieß es weiter. Nach einem Rückgang von acht Prozent im vergangenen Ausbildungsjahr seien bis Mai 2021 noch einmal neun Prozent weniger Bewerber zu verzeichnen.

13.21 Uhr: Umweltverbände mit Folgen des Lockdowns nicht zufrieden

Trotz einer starken Verkehrsreduzierung während der Corona-Pandemie sind Umweltverbände einem Bericht zufolge nicht zufrieden mit den Folgen des Lockdowns. Wirkliche Lockdown-Effekte zugunsten der Tierwelt, wie ein extrem verringertes Verkehrsaufkommen oder die Abwesenheit von Menschen in den Parks, habe es nur in den ersten paar Wochen der Pandemie gegeben, erklärte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) laut dem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Vom WWF hieß es, die Pandemie sei vor allem weltweit gesehen "kein Verbündeter des Naturschutzes" gewesen. Die Deutsche Umwelthilfe fürchtet nach eigenen Angaben sogar eine Verschlechterung. Der Nabu erklärte, weil die Menschen mehr in die heimischen Wälder gingen, seien sogar Schäden zu beobachten. Das Wildcampen nehme zu, es seien Brutgelege von Seevögeln zerstört, Abfälle liegengelassen und Feuer in trockenen Wäldern gemacht worden. Der WWF beklagte, die Entwaldung in Afrika, Asien und Südamerika habe in der Pandemie zugenommen. In Afrika und Asien hätten Wildhüter ihre Jobs verloren, weil Touristen fehlten. Daher hätten Wilderer ungestört ihr Unwesen treiben können.

Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte, viele Menschen hätten sich in der Corona-Zeit abgewöhnt, Bahn oder Bus zu fahren, und seien aufs Auto umgestiegen. Die verringerte Mehrwertsteuer Ende 2020 bezeichnete er als "Konjunkturprogramm zum Abverkauf von Pkw mit Verbrennungsmotor".

12.41 Uhr: Ifo-Institut sieht in Delta-Virusvariante Gefahr für Wirtschaft

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat vor einem Rückschlag bei der Konjunkturerholung gewarnt, falls die Corona-Infektionszahlen wegen der neuen Delta-Variante wieder steigen. "Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Nachrichtenportal t-online in einem Sonntag veröffentlichten Interview.

Zwar wäre nicht alles verloren, wenn durch die Variante die Inzidenzen wieder anstiegen, fügte Fuest hinzu. Die Erholung würde sich aber verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits stark unter der Pandemie gelitten hätten, wären erneut betroffen, also die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor." Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt.

Allgemein hält Fuest die Krise noch nicht für abgehakt. Ohne die Pandemie wäre die Wirtschaft in den vergangenen eineinhalb Jahren gewachsen, sagte er. "Stattdessen haben wir in dieser Zeit einen enormen Schuldenberg angehäuft. Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren."

12.06 Uhr: Bedford-Strohm: Vermögende besonders an Pandemiekosten beteiligen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert eine gerechte Verteilung der Corona-Kosten und einen besonderen Beitrag von Vermögenden und Profiteuren der Pandemie. "Auf welchem Wege diejenigen, die besonders profitiert haben und mit Wohlstand besonders gesegnet sind, auch in besonderer Weise an den Kosten der Pandemie beteiligt werden, muss im politischen Diskurs geklärt werden. Dass sie in besonderer Weise verpflichtet sind, dazu beizutragen, ist aber klar", schreibt Bedford-Strohm in einem Gastbeitrag für den "Mannheimer Morgen".

"Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglichte, verdankt sich nicht zuletzt den aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen", schreibt der Ratsvorsitzende. Es sei zwar richtig gewesen, dass der Staat die Wirtschaft so massiv gestützt habe. Damit seien viele Arbeitsplätze gerettet worden. "Aber jetzt müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden", verlangte Bedford-Strohm. Dieser notwendige Diskurs sei keine Neiddebatte, "sondern vielmehr ein entscheidender Beitrag zum sozialen Zusammenhalt".

11.39 Uhr: 20.000 Zuschauer bei Olympia-Eröffnung geplant

Die Organisatoren der Sommerspiele in Tokio wollen einem Medienbericht zufolge rund 20.000 Zuschauer zur Eröffnungsfeier zulassen. Neben Olympia-Offiziellen sollen bei der Zeremonie am 23. Juli auch Ticket-Inhaber aus Japan zum Zuge kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf informierte Kreise. Eine Entscheidung über die Zulassung japanischer Besucher bei den Wettkämpfen wird für Montag erwartet. Dann beraten die Organisatoren der Spiele mit dem Internationalen Olympischen Komitee, Japans Regierung und der Gastgeber-Stadt Tokio.

Ministerpräsident Yoshihide Suga hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt, bis zu 10.000 Fans in die Arenen zu lassen, sofern nicht mehr als 50 Prozent der Plätze belegt werden. Der wichtigste Corona-Regierungsberater, der Mediziner Shigeru Omi, riet indes davon ab. Ausländischen Besuchern ist die Einreise zu Olympia verboten. Die geplanten Public Viewings bei Olympia in Tokio sind indes wegen der Corona-Pandemie gestrichen worden. Stattdessen sollen einige der sechs dafür vorgesehenen Schauplätze in Japans Hauptstadt als Impfzentren genutzt werden, wie Tokios Gouverneurin Yuriko Koike am Samstag verkündete. Grund für die Entscheidung sind die anhaltenden Sorgen vor einer Verbreitung des Virus und seiner Mutationen während der Sommerspiele.

Dunkle Wolken hängen am Himmel über dem neuen Nationalstadion in Tokio, an dem wenige Wochen vor der Eröffnung der Olympischen und Paralympischen Spiele die Bauarbeiten noch im Gange sind.
Dunkle Wolken hängen am Himmel über dem neuen Nationalstadion in Tokio, an dem wenige Wochen vor der Eröffnung der Olympischen und Paralympischen Spiele die Bauarbeiten noch im Gange sind. © Stanislav Kogiku/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

11.05 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen bleibt bei knapp über 5

Die Corona-Inzidenz bewegt sich in Sachsen in allen 13 Regionen weiter im einstelligen Bereich. Für den gesamten Freistaat bezifferte das Robert Koch-Institut (RKI) die Inzidenz am Sonntag wie schon am Samstag mit 5,2. Genauso hoch war die Inzidenz auch am Sonnabend, nach 6,1 am Freitag. Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen es je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gegeben hat. Bundesweit lag er am Sonntag bei 8,8.

Von den zehn Landkreisen und drei kreisfreien Städten wies der Landkreis Meißen mit 2,5 den niedrigsten Wert aus. Den höchsten hatte das Erzgebirge mit 9,3. Auch die beiden Großstädte Leipzig und Dresden bewegten sich mit 6,6 und 6,5 über dem sächsischen Durchschnitt.

10.41 Uhr: RKI registriert 842 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 8,8

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 842 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.489 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 16 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.721.981 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.385 angegeben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.603.000 an.

10.25 Uhr: Expertentagung: Ende des Schreckens bei Corona in Sicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben sich zuversichtlich über ein weiteres Abklingen der Corona-Pandemie geäußert. Voraussichtlich werde es nur noch eine kleine Corona-Welle geben, bei der sich die aggressivere Delta-Variante durchsetzen werde, sagten beide bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing. Spahn sagte, er gehe davon aus, dass auch diese Mutation durch niedrige Inzidenz-Werte eingedämmt werden könne. Denn bei einer geringen Größenordnung könnten die Infektionsketten durchbrochen werden. Für die Schulen mahnte der Gesundheitsminister weiterhin zur Vorsicht. Denn diese könnten Drehscheiben für die Viren hinein in andere Haushalte sein, sagte er bei der Tagung des Politischen Clubs der Akademie.

Auch nach den Sommerferien sollten die deshalb Schülerinnen und Schüler noch Masken im Unterricht tragen. Eine Konsequenz aus der Corona-Krise müssten ein Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen und eine bessere Bevorratung mit nötigen medizinischen Hilfsmitteln sein, sagte Spahn. Lauterbach erklärte bei dem Expertenaustausch zum Thema "Nach Corona? Eine Zwischenbilanz in den Zeiten der Pandemie", der große Schrecken werde in diesem Sommer enden, und ein normales Leben werde wieder möglich sein. Allerdings müssten jetzt dringend Kinder und Jugendliche geimpft werden. Wie die beiden Gesundheitsexperten unsere nahe Zukunft sehen, erfahren Sie hier.

9.52 Uhr: Über eine halbe Million Corona-Tote in Brasilien

Als zweites Land der Welt hat Brasilien mehr als eine halbe Million Corona-Tote zu beklagen. In dem größten Land Lateinamerikas wurden bislang 500.800 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 registriert, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Samstag mitteilte. Bislang gibt es nur in den Vereinigten Staaten mit knapp 602.000 Opfern mehr Corona-Todesfälle. In Brasilien haben sich bisher über 17,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen derzeit rund 80.000 neue Fälle hinzu. Bislang haben knapp 30 Prozent der Brasilianer eine erste Impfdosis erhalten, etwa elf Prozent sind vollständig geimpft.

Die Regierung des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro verharmloste die Pandemie von Anfang an und stemmte sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen. Zuletzt zog Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss das Krisenmanagement des Staatschefs in der Pandemie. Am Samstag kam es in zahlreichen Städten Brasiliens zu Demonstrationen gegen Bolsonaros Corona-Politik.

Sao Paulo: Mitarbeiter des Friedhofs Vila Formosa, dem größten in Lateinamerika, tragen einen Sarg, um eine an Covid-19 verstorbene Person zu beerdigen.
Sao Paulo: Mitarbeiter des Friedhofs Vila Formosa, dem größten in Lateinamerika, tragen einen Sarg, um eine an Covid-19 verstorbene Person zu beerdigen. © Lincon Zarbietti/dpa

9.12 Uhr: Erster Corona-Fall unter ausländischen Olympioniken in Japan

Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio gibt es den ersten Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Wie die japanische Regierung am Sonntag bekanntgab, wurde ein Mitglied des Olympia-Teams aus Uganda bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Narita nahe Tokio positiv auf das Virus getestet und an der Einreise gehindert. Die übrigen acht Delegationsmitglieder reisten per Bus zu ihrer Gastgeberstadt Izumisano in der westlichen Präfektur Osaka. Das Team aus Uganada, das an den Box-, Gewichtheber- und Schwimmwettbewerben teilnimmt, ist die zweite Gruppe aus dem Ausland nach dem Softball-Frauenteam aus Australien, das zu Spielen anreiste.

Der namentliche nicht genannte Athlet aus Uganda sei so wie seine Teamkollegen geimpft und habe wie vorgeschrieben einen negativen Testbescheid innerhalb von 72 Stunden vor der Abreise nach Japan vorgelegt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Der Bürgermeister von Izumisano, Hiroyasu Chiyomatsu, erklärte, man werde die übrigen acht angereisten Teammitglieder bitten, vorerst nicht zu trainieren und sich täglich auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Abreise der Mannschaft aus Uganda hatte sich um drei Tage verzögert, da die Infektionszahlen in dem afrikanischen Land gestiegen waren.

8.47 Uhr: Verband: Viele Apotheken wollen Testangebot zurückfahren

Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbandes Abda in Berlin. Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor. "Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich." Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden.

Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern. Nach Abda-Schätzung bieten etwa 20 bis 25 Prozent der Apotheken sogenannte Bürgertests an - also Schnelltests, die für die Verbraucher kostenlos sind und vom Bund bezahlt werden. Ursprünglich bekamen die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Antigentest, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro. In der Corona-Pandemie waren Tests im Frühjahr ein Schlüssel dafür, dass Menschen mit einem negativen Ergebnis Restaurants oder Läden besuchen konnten. Allerdings sind die Infektionszahlen inzwischen so niedrig, dass Lockerungen greifen und der Gastronomiebesuch oder Einkauf auch ohne Testergebnis erlaubt ist. Hinzu kommt, dass vollständig Geimpfte von Testvorgaben ausgenommen sind.

Wie stark die Nachfrage sinkt, verdeutlichen Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums. Am Donnerstag (17. Juni) kam es in dem Bundesland zu 306.000 Antigen-Schnelltests über die Teststellen. Von denen waren 216 positiv - ein Anteil von 0,07 Prozent. Eine Woche zuvor waren es noch 498.000 Tests an einem Tag (positiv: 0,08 Prozent), einen Monat zuvor 594.000 (positiv: 0,23 Prozent). Die Zahl der Teststellen lag in NRW zuletzt stabil bei 9.236 - zukünftig wird sie wohl sinken.

8.20 Uhr: Fußballfest in München - Maskenpflicht im Stadion wieder ignoriert

Den 4:2-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über Portugal im EM-Vorrundenspiel haben Tausende Fans im Stadion und in München feucht-fröhlich gefeiert. Getrübt wurde der Sieg aus Sicht des bayerischen Gesundheitsministers durch die Ignoranz Tausender Fans im Stadion - denn sie hatten nicht wie vorgeschrieben eine FFP2-Maske im Gesicht auf. Klaus Holetschek (CSU) kritisierte dies als fahrlässig, nachdem die Spitzenpolitik die fehlende Masken-Motivation Tausender Fans kritisiert hatte. Zwar versprach der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Ausrichter der vier EM-Spiele in München, die Zuschauer besser zum Tragen der Masken zu bewegen - vergeblich.

Holetschek setzte deswegen den DFB unter Druck und forderte den Verband auf, plausibel darzulegen, wie er beim nächsten Spiel am Mittwoch die Masken-Regeln durchzusetzen will. Kurz nach Abpfiff zogen Fans singend und gröhlend aus den Biergärten in die Münchner Innenstadt, vereinzelt hupten Autos. Große Autokorsos mit zahlreichen Teilnehmern, wie sie München von vergangenen Fußballturnieren kennt, blieben aber aus. Auch aus anderen Gegenden Bayerns berichteten Polizeipräsidien von einem vergleichsweise ruhigen Fußballabend.

In den Münchner Biergärten hielten sich nicht alle Menschen im Freudentaumel an die Abstandsregeln. Stattdessen lagen sich nach den Toren der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Fans in den Armen und waren dicht an dicht gedrängt, wie Reporter berichteten. Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in München nach wie vor bestimmte Regeln. So muss etwa in der Außengastronomie zwischen den erlaubten Gruppentreffen weiterhin Abstand gehalten werden.

Fans jubeln ohne den coronabedingten Abstand im Biergarten Hirschau über das Tor zum 1:4.
Fans jubeln ohne den coronabedingten Abstand im Biergarten Hirschau über das Tor zum 1:4. © Sven Hoppe/dpa

Sonntag, 8.03 Uhr: Reha-Anträge wegen Covid-19 bei Rentenversicherung nehmen zu

Bei Versicherten der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland steigt der Bedarf an medizinischer Rehabilitation in Reha-Kliniken nach Covid-19-Erkrankungen. In diesem Jahr wurden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von Januar bis Ende Mai 493 bereits stationäre Rehabilitationsaufenthalte für Erwachsene wegen der Hauptdiagnose Coronavirus-Infektion bewilligt, wie eine Sprecherin des Rentenversicherers mitteilte. Im gesamten Jahr 2020 waren es noch 59, wobei hier erst seit Ende April Reha-Anträge wegen Covid-19 erfasst wurden. Insgesamt ging die Zahl der bewilligten Aufenthalte in Reha-Kliniken im ersten Jahr der Pandemie in den drei Bundesländern im Durchschnitt um 9,2 Prozent oder 4.463 Reha-Maßnahmen im Vergleich zu 2019 zurück. Zurückzuführen sei dies auf eine allgemeine Unsicherheit bei den Versicherten durch die Corona-Pandemie, was sich in einem Rückgang bei Anträgen niedergeschlagen habe.

Bewilligt wurden insgesamt knapp 44.000 Reha-Aufenthalte, wobei auf Versicherte in Thüringen rund 13 600, in Sachsen-Anhalt rund 12.200 und in Sachsen rund 17.700 entfielen. Im Schnitt seien 70 Prozent der von Versicherten eingereichten Reha-Anträge bewilligt worden. Am häufigsten führen nach Beobachtungen der DRV Mitteldeutschland Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems zu Reha-Aufenthalten. Ein Drittel der bewilligten Leistungen entfiel 2020 auf diese Erkrankungen, zu denen unter anderem Wirbelsäulen- oder Gelenkprobleme gehören. Etwa ein Fünftel der Reha-Patienten waren Krebskranke. Psychische Erkrankungen machten gut elf Prozent der Reha-Aufenthalte aus.

Corona-Pandemie: Das geschah am Samstag

18.20 Uhr: Rund 100 Teilnehmer bei "Querdenken"-Demo in Dresden

An einer Demonstration des Dresdner Ablegers der "Querdenken"-Bewegung haben sich am Samstag laut Polizei rund 100 Menschen beteiligt. "Querdenken 351" hatte die Versammlung als "Großdemo" angekündigt. Nach einer Kundgebung auf dem Altmarkt in der Landeshauptstadt wollten die Teilnehmer ungefähr fünf Kilometer durch Dresden ziehen. Die Demonstration richtete sich gegen die Corona-Politik. Ein Polizeisprecher sagte, dass es zunächst bis auf einen Verstoß gegen die Corona-Schutz-Verordnung keine Auffälligkeiten gegeben habe.

17.42 Uhr: DIW-Präsident für Lockerung von Ladenöffnungszeiten

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich angesichts der Probleme vieler Einzelhändler für eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten ausgesprochen. "Eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist dringend geboten, damit der stationäre Einzelhandel sich im Wettbewerb gegen den Onlinehandel behaupten und Arbeitsplätze sichern kann", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher dem "Handelsblatt" (Samstag). Die Verschiebung hin zum Onlinehandel in der Pandemie werde sich nicht komplett umkehren.

Fratzscher sieht dem Bericht zufolge die Politik in der Pflicht, für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. Das könne nicht bedeuten, dass Menschen 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche online einkaufen könnten, aber der stationäre Einzelhandel ein "enges Korsett" habe und auch sonntags geschlossen sein müsse. "Anstelle von Sanktionen oder Abgaben für den Onlinehandel sollte die Politik den stationären Einzelhandel attraktiver machen", wurde der Ökonom zitiert.

Der Handelsverband HDE hatte in dieser Woche erneut Hilfe gefordert, um Umsatzeinbußen zu begegnen. "Kurzfristig sollte es gerade mit dem Blick auf einen kraftvollen Neustart nach der Pandemie allen Einzelhändlern offenstehen, zumindest die restlichen Sonntage in diesem Jahr ihre Türen für alle Kunden zu öffnen", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der "Frankfurter Allgemeinen".

Der Einzelhandel hatte im Corona-Jahr 2020 seinen Umsatz zwar so stark steigern können wie lange nicht, es boomte aber vor allem der Onlinehandel. So erzielte der US-Konzern Amazon in Deutschland knapp 29,6 Milliarden Dollar (25 Mrd Euro) Umsatz und damit mehr als 30 Prozent mehr als 2019. Auch Lebensmittelhändler sowie Möbel- und Heimwerkermärkte machten gute Geschäfte. Der Textilhandel stürzte dagegen tief in die Krise.

16.55 Uhr: Streeck erfreut über Lauterbach-Lob

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich erfreut darüber geäußert, dass ihm der SPD-Politiker Karl Lauterbach in einem strittigen Punkt in der Corona-Diskussion recht gegeben hat. "Ich sehe Herrn Lauterbachs Aussage mit Hochachtung und Respekt", sagte Streeck am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen in der Pandemie alle das gleiche erreichen, aber haben in Teilaspekten unterschiedliche Einschätzungen. Um so mehr zeigt dies, dass es in einer Pandemie wichtig ist, verschiedene Stimmen, Sichtweisen und Disziplinen in einer Debatte zusammenzuführen."

Gesundheitsexperte Lauterbach hatte Streeck mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus recht gegeben. "Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht", sagte er der "Bild".

Streeck hatte dem Portal web.de im Januar gesagt: "Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben - gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten." Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.

Lauterbach und Streeck hatten im Verlauf der Pandemie mehrfach deutliche Differenzen gehabt. Streeck hatte oft für eine etwas weniger strenge Linie bei den Corona-Maßnahmen plädiert.

Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn
Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn © Federico Gambarini/dpa

16.16 Uhr: 964 Corona-Patienten auf Intensivstation

Erstmals seit acht Monaten ist die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstation unter 1.000 gefallen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Samstag 960 Erwachsene in Behandlung. Ähnlich niedrig war die Zahl zuletzt in der zweiten Oktoberhälfte. Am Höhepunkt der dritten Welle Ende April waren es laut DIVI mehr als 5.000 Patienten. Die Zahl aller Corona-Intensivpatienten, also einschließlich Kinder, gab die DIVI in ihrem Tagesbericht am Samstag mit 964 an.

Wiviele Menschen intensivmedizinische Versorgung brauchen, hängt auch von der Zahl der Neuinfektionen ab. Die ist seit Ende April drastisch zurückgegangen. So sank die vom Robert Koch-Institut gemeldete 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - von knapp 170 auf unter 10 am Samstag.

Auf den Rückgang bei den Intensivpatienten dürfte aber auch die zunehmende Impfquote Auswirkung haben. Die Impfstoffe verhindern sehr wirksam schwere Verläufe von Covid-19. Insbesondere anfällige Bevölkerungsgruppen wie Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen sind schon zu großen Teilen geschützt.

14.44 Uhr: Lissabonner nehmen Corona-Abriegelung gelassen hin

Die Menschen in Lissabon nehmen die zweieinhalbtägige Corona-Abriegelung der portugiesischen Hauptstadt diszipliniert und gelassen hin. Nur sehr wenige versuchten, ohne triftigen Grund den Großraum der Metropole am Tejo zu verlassen, wie die Zeitung "Público" am Samstag unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die für Samstag geplante Gaypride-Parade wurde am Freitag kurzfristig abgesagt. Ob die Abriegelung an den kommenden Wochenenden wiederholt wird, soll je nach Lage kurzfristig entschieden werden.

Die Absperrung war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Lissabon angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die "Area Metropolitana" nur aus triftigem Grund - wie etwa den Weg zur Arbeit oder zum Arztbesuch - verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen.

Touristen, die in Lissabon landen, um in einem anderen Landesteil Urlaub zu machen, oder auch Besucher, die nach Hause zurückfliegen, sind nicht betroffen.

Ministerpräsident António Costa wies Kritik zurück, die Maßnahme sei angesichts einer noch relativ entspannten Lage übertrieben oder womöglich sogar unrechtmäßig. "Wenn man keine Maßnahmen ergreift, nimmt die Pandemie wieder zu."

Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante machen die Behörden für eine Zunahme der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen verantwortlich. Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden hatte Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar verzeichnet. Das waren etwa 75 Prozent aller in Portugal erfassten Fälle an diesem Tag. In der "Area Metropolitana" Lissabons wohnen rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Corona-Notstand war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die 14-Tage-Inzidenz stieg zuletzt jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC in wenigen Wochen von 55 auf 87. Für Deutschland liegt der Wert mit Stand 17. Juni bei 41.

Zwei Frauen mit Mund-Nasen-Schutz spazieren in der Innenstadt von Lissabon.
Zwei Frauen mit Mund-Nasen-Schutz spazieren in der Innenstadt von Lissabon. © Pedro Fiuza/XinHua/dpa

12.55 Uhr: Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Samstag hervor (Stand: 9.45 Uhr). Demnach wurden am Freitag 904.231 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,3 Millionen (30,4 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45 Prozent. Das Saarland zählt mit 36,5 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Hessen ist hier mit 28,2 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Seit Montag vergangener Woche können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

11.50 Uhr: Erneut Rekordwert an Corona-Neuinfektionen in Moskau

Russlands Hauptstadt hat erneut einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden in Europas größter Metropole registrierten am Samstag 9.120 Fälle - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchststand war am Tag zuvor mit rund 9.000 Infektionen erreicht worden. Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind mittlerweile fast 90 Prozent der Covid-Erkrankungen auf die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus zurückzuführen.

Moskau kämpft - wie ganz Russland - weiter mit einer großen Impfskepsis in der Bevölkerung. Auch rund ein halbes Jahr nach Beginn der Massenimpfungen haben sich in der Hauptstadt jüngsten Angaben zufolge erst rund 15 Prozent der zwölf Millionen Einwohner mit einem der russischen Präparate immunisieren lassen. In ganz Russland waren laut Angaben vom Freitag circa elf Prozent vollständig geimpft.

Moskau hat angesichts der dramatischen Situation die Corona-Einschränkungen wieder verschärft. Großveranstaltungen etwa wurden auf 1.000 Menschen beschränkt und die Fanmeile zur Fußball-Europameisterschaft geschlossen. Zudem wurde eine Reihe an Unternehmen verpflichtet, eine Impfquote von 60 Prozent unter ihren Angestellten durchzusetzen.

11.00 Uhr: Bedford-Strohm: Vermögende besonders an Pandemiekosten beteiligen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert eine gerechte Verteilung der Corona-Kosten und einen besonderen Beitrag von Vermögenden und Profiteuren der Pandemie. "Auf welchem Wege diejenigen, die besonders profitiert haben und mit Wohlstand besonders gesegnet sind, auch in besonderer Weise an den Kosten der Pandemie beteiligt werden, muss im politischen Diskurs geklärt werden. Dass sie in besonderer Weise verpflichtet sind, dazu beizutragen, ist aber klar", schreibt Bedford-Strohm in einem Gastbeitrag für den "Mannheimer Morgen" (Samstag).

"Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglichte, verdankt sich nicht zuletzt den aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen", schreibt der Ratsvorsitzende. Es sei zwar richtig gewesen, dass der Staat die Wirtschaft so massiv gestützt habe. Damit seien viele Arbeitsplätze gerettet worden. "Aber jetzt müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden", verlangte Bedford-Strohm. Dieser notwendige Diskurs sei keine Neiddebatte, "sondern vielmehr ein entscheidender Beitrag zum sozialen Zusammenhalt".

10.15 Uhr: Corona-Inzidenz in allen sächsischen Regionen einstellig

Die Corona-Inzidenz ist inzwischen in allen 13 sächsischen Regionen einstellig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert für den gesamten Freistaat am Samstag mit 5,2 ein. Das war ein erneuter Rückgang im Vergleich zum Freitag (6,1). Auch bundesweit sank die Inzidenz mit 9,3 erstmals seit September wieder in den einstelligen Bereich.

Von den zehn Landkreisen und drei kreisfreien Städten hat das Vogtland mit 2,2 die niedrigste Inzidenz. Den höchsten Wert von 9,9 weist das Erzgebirge aus. Er gibt an, wie viele Ansteckungen mit dem Virus es je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gegeben hat.

Laut RKI wurden sechs neue Todesfälle gemeldet. Damit sind seit Beginn der Pandemie 10.017 Corona-Patienten in Sachsen gestorben.

9.10 Uhr: Polizei räumt Party von 4.000 Menschen in Hamburger Stadtpark

Rund 4.000 Menschen haben in der Nacht zu Samstag im Hamburger Stadtpark gefeiert - dabei wurde gegen die Corona-Regeln verstoßen. Mehrfach versuchte die Polizei, große Gruppen von Menschen aufzulösen, wie ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen sagte. Da dies jedoch nicht gelang, entschied sich die Polizei, das Gelände zu räumen. Dabei kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen auf die Polizisten.

Zwei von ihnen wurden leicht verletzt und kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Sie wurden kurze Zeit später wieder entlassen. Es sei unklar, ob auch Besucher verletzt worden seien. "Ab 1.15 Uhr waren dann nur noch wenige Personen vor Ort, es wurde ruhiger", sagte der Polizeisprecher. Festnahmen habe es keine gegeben.

Hamburg: Polizeieinsatz auf der Hamburger Stadtpark-Wiese.
Hamburg: Polizeieinsatz auf der Hamburger Stadtpark-Wiese. © dpa

8.42 Uhr: Witzigmann: Corona brachte Menschen zurück an den Herd

Sternekoch Eckart Witzigmann hat in der Corona-Krise einen verstärkten Trend zum Kochen daheim beobachtet. "Für mich ist das auch der Beweis, dass die Leute abseits von Fertiggerichten und Tiefkühlkost anständig essen wollen und wenn das im Restaurant nicht möglich ist, legt man eben selbst Hand an", sagte Witzigmann der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben doch lange genug gepredigt, die Leute sollen an den Herd und selbst kochen."

Trotz ungebrochenen Interesses für Kochsendungen, Kochbücher und Kochkurse griffen aber bei weitem nicht alle selbst zum Kochlöffel. "Nicht jeder, der sich im TV Fußball oder Biathlon ansieht, praktiziert diesen Sport selbst und so ist es auch beim Kochen." Kochen habe sich auf allen Ebenen zu einem gesellschaftlichen Bedürfnis entwickelt - und im TV-Programm werde das besonders deutlich.

"Deutschland kocht über, denke ich mir so manches Mal. Ob die verbrauchte Sendezeit pädagogisch am Herd der Allgemeinheit einen Fortschritt bringt, ziehe ich in Zweifel." Die Zuwachsraten bei gewissen Tiefkühlprodukten wiesen in eine andere Richtung. "Mich beschleicht der Eindruck, es wird aufmerksam zugesehen, man vernimmt alle guten Ratschläge über Produkt und Nachhaltigkeit und dann holt man eine Pizza aus der Tiefkühltruhe und legt sie in die Mikrowelle", sagte Witzigmann. "Die Klientel, die sich mit Regionalität, Nachhaltigkeit, mit den Produkten generell beschäftigt und selbst am Herd steht, ist leider immer noch die Minderheit."

Witzigmann wird am 4. Juli 80 Jahre alt. Am 24. Juni erscheint sein zweibändiges Werk "Was bleibt", eine Lebens- und Werkschau mit Erfahrungen und vielen Rezepten, von Witzigmann selbst und neu interpretiert durch seine Schüler.

Starkoch Eckart Witzigmann
Starkoch Eckart Witzigmann © Andreas Gebert/dpa

8.10 Uhr: RKI registriert 1.108 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.108 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstag hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.911 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 129 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.369 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 9,3 an und fällt damit erstmal seit dem 13. September 2020 wieder in den einstelligen Bereich (Vortag: 10,3; Vorwoche: 18,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.721.139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.601.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,70 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 70 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona-Pandemie: Das passierte am Freitag

21.59 Uhr: Virologe Streeck: Pandemie ist nicht zu Ende - Politik zu reaktiv

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hält das schrittweise Vorgehen bei Lockerungen von Corona-Auflagen für angemessen. "Ich sehe es als richtig an, dass man in Babyschritten vorwärts geht und schaut, was verantwortbar ist und wie sich die Zahlen entwickeln", sagte Streeck der "Fuldaer Zeitung" (Samstag). Man sei nicht am Ende der Pandemie. Der Virologe beklagte, die Politik sei immer noch zu reaktiv und nicht aktiv genug. "Wir versäumen es, aus der Pandemie maximal zu lernen und uns auf Herbst und Winter vorzubereiten. Es herrscht allgemein der Eindruck, das Virus verschwindet und dass wir die Pandemie überwunden haben, wenn die nächsten Monate ruhig laufen", sagte Streeck.

Man müsse sich aber für alle Eventualitäten, die im Herbst eintreten könnten, vorbereiten. Es gebe zu viele ungeklärte Unbekannte, etwa die Delta-Virusvariante, über die man noch zu wenig wisse. Die Debatte über diese Variante gehört für Streeck in die Virologie und Epidemiologie, nicht aber in die öffentliche Diskussion. "Was wir wissen: Unsere Maßnahmen und zum Glück auch die Impfstoffe wirken genauso gut gegen die Varianten. Alle Schreckensmeldungen und Warnungen erzeugen beim Bürger nur unnötige Angst", mahnte Streeck.

Hendrik Streeck, Virologe an der Uniklinik Bonn, arbeitet in einem Labor.
Hendrik Streeck, Virologe an der Uniklinik Bonn, arbeitet in einem Labor. © Oliver Berg/dpa (Archiv)

21.44 Uhr: Niederlande heben meiste Corona-Maßnahmen auf - "Ende der Krise nahe"

Die Niederlande werden fast alle Corona-Maßnahmen aufheben. Ab dem 26. Juni gelte als zentrale Regel nur noch die Abstandsregel von 1,5 Meter, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag. Veranstaltungen, bei denen kein Abstand eingehalten werden könne, seien möglich, wenn Besucher einen Test- oder Impfbeweis vorweisen. Das gelte auch für Sportwettkämpfe, Festivals, Gaststätten oder Theater. Auch die Maskenpflicht werde fast vollständig aufgehoben. "Das Ende der Krise ist in Sicht", sagte Rutte, mahnte aber weiter zur Vorsicht angesichts neuer Virusvarianten. Gerade die Delta-Variante greife auch in den Niederlanden um sich.

Wegen der stark zurückgehenden Zahl von Infektionen und den Fortschritten bei der Impfkampagne werden die Einschränkungen nach den Worten des Premiers schneller als geplant aufgehoben. Masken müssen nur noch getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann wie zum Beispiel in Bussen und Bahnen. Bisher galt die Maskenpflicht auch nur in öffentlichen Räumen. Gaststätten, Museen und Theater dürfen mehr Besucher zulassen als bisher und unbeschränkt geöffnet sein. Auch Discos und Nachtclubs öffnen wieder. Ab dem 26. Juni dürfen Fußballspiele auch wieder auf Bildschirmen in Gaststätten gezeigt werden.

21.28 Uhr: Sauerstoff knapp: Dritte Corona-Welle droht Uganda zu überrollen

Das ostafrikanische Land Uganda droht von der dritten Corona-Welle überrollt zu werden. Die Zahl der Neuinfektionen war nach Angaben der Africa CDC, der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), mit 11.704 Neuinfektionem am Freitag im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor. Man habe die Nachbarländer um Sauerstoff gebeten, sagte die Gesundheitsministerin Dr Monica Musenero, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Donnerstagabend. "Die Fälle steigen stetig. Wir versuchen, woher auch immer, Sauerstoffzylinder zu beziehen", sagte Munero.

Man benötige mindestens 15.000 Sauerstoffzylinder, sagte sie. Auch die Armee sei angewiesen, Sauerstoff zu produzieren, bestätigte eine Militärsprecherin der dpa. In Uganda, wie auch in 13 weiteren afrikanischen Ländern, breitet sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus weiter aus. Insgesamt wurden bisher laut CDC rund 5,1 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert. Den Angaben zufolge sind rund 136.000 Menschen bisher an den Folgen gestorben. Die Dunkelziffer auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen dürfte allerdings höher liegen.

21.11 Uhr: Spahn dringt auf EU-Lösung für Impfstoff-Anerkennung bei Reisen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf eine zügige Verständigung für den Umgang mit nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. "Leider haben wir dazu noch keine EU-einheitliche Vorgehensweise", sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Dies sei ein Problem für einen Raum des freien Reisens. "Wenn wir es nicht schaffen, es jetzt zeitnah auf EU-Ebene zu lösen, werden wir für Deutschland eigene Definitionen vornehmen müssen, welche Impfstoffe wir als gleichwertig anerkennen." Dabei gehe es neben dem Schutz vor Covid-19 um die Frage, wie sehr damit auch Infektionen reduziert würden. Zu klären sei außerdem auch, inwiefern alle Mitgliedsstaaten davon ausgingen, dass man eine vollständige zweite Impfung haben soll und nicht nur eine erste.

Zudem gehe es darum, wann Nachimpfungen nötig seien, damit ein Impfpass gültig bleibe, erläuterte Spahn. Für Menschen aus Staaten außerhalb der EU soll bei der Einreise nach Deutschland ab dem 25. Juni laut Bundesinnenministerium gelten, dass nicht alle weltweit verfügbaren Impfstoffe anerkannt werden. Spahn hob erneut die zügige EU-weite Verständigung auf digitale Impfnachweise hervor. In Deutschland seien inzwischen 18,3 Millionen Zertifikate erstellt worden. Er betonte, das beim Ausstellen und auch beim Vorzeigen auf dem Smartphone jeweils die Identität kontrolliert werden müsse. Das gelte digital wie auch in der analogen Welt mit den weiterhin gültigen gelben Impfheften auf Papier. Wenn es hierbei Zweifel gebe, müsse dem nachgegangen werden.

20.49 Uhr: Wegen Corona-Delta-Variante: Merkel mahnt zur Vorsicht bei Fußball-EM

Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts der aggressiven Delta-Variante des Corona-Virus zu großer Vorsicht bei der Fußball-EM gemahnt. "Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14.000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist", sagte Kanzlerin Angela Merkel am Freitag vor einem gemeinsamen Abendessen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. Nach dem Abflauen der Corona-Pandemie war Macron der erste ausländische Gast der Kanzlerin in Berlin in diesem Jahr. Mehr Aussagen der beiden zu Corona und EM lesen Sie im Artikel Merkel warnt vor Corona-Delta-Variante

20.28 Uhr: Bayern-Minister zu Hoffnung auf volle Stadien: "Nicht verantwortbar"

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek dämpft die Hoffnungen im deutschen Fußball auf eine baldige Rückkehr aller Fans in die Stadien. Trotz rückläufiger Corona-Infektionszahlen mahnt der CSU-Politiker vor allem wegen der hochansteckenden Delta-Variante zu Zurückhaltung. "Wir beobachten und begleiten gerade die Spiele der Fußball-EM mit einer begrenzten Zuschauerzahl. Das ist sozusagen ein erster Modellversuch. Spekulationen über Modellversuche mit vollbesetzten Stadien im Sommer halte ich aber im Moment für verfrüht und nicht verantwortbar", sagte Holetschek am Freitag.

Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), hatte am Donnerstag in der "Bild"-Zeitung gesagt, er sehe "derzeit wenig Gründe, um in der zweiten Jahreshälfte nicht schrittweise zum Normalbetrieb von Großveranstaltungen jeglicher Art zurückzukehren". Er pochte auf "Grundrechte von Menschen und Unternehmen". In dem gemeinsamen Interview mit Noch-Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gesagt, dass er sich einen Modellversuch mit einem ausverkauften Stadion im Supercup am 17. August seines BVB gegen Meister München vorstellen könne. Rummenigge wünscht "dem FC Bayern und dem Fußball insgesamt, dass wir alle in unseren Stadien schon sehr bald ohne Risiko mit voller Kapelle, also mit 100 Prozent Zuschauerauslastung, spielen dürfen", wie er sagte.

So gefüllte Stadien wie das in Budapest während der EM-Begegnung Ungarn - Portugal wird es in Deutschland in naher Zukunft vermutlich nicht geben.
So gefüllte Stadien wie das in Budapest während der EM-Begegnung Ungarn - Portugal wird es in Deutschland in naher Zukunft vermutlich nicht geben. © Laszlo Balogh/AP Pool/dpa

20.00 Uhr: Drosten: "Delta-Variante müssen wir wirklich ernst nehmen"

Nach Einschätzung des Charité-Virologen Christian Drosten muss Deutschland die Delta-Variante in der Pandemie ab sofort ernst nehmen. "Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante", sagte Drosten am Freitagabend auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. "Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen." Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb von nur einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt. In den Wochen zuvor stagnierte diese Mutante bundesweit eher um die zwei Prozent. "Vom Gefühl her kann ich sagen, uns rufen immer mehr Leute an, die Ausbrüche beschreiben, immer mehr Labore", sagte Drosten. Gerade in Süd-Dänemark und Schleswig-Holstein gebe es gerade ein Ausbruchsgeschehen.

"Das erinnert mich an den Beginn der B.1.1.7-Epidemie in Deutschland, wo es genauso war", sagte Drosten. Die ansteckendere Variante B.1.1.7., die 2020 in Großbritannien bekannt wurde, hatte Deutschland im Winter in die dritte Pandemiewelle getrieben. Eindämmungsmaßnahmen kamen zu spät oder waren zu inkonsequent. Die Situation jetzt in Deutschland sei mit der in England im Mai durchaus ein wenig vergleichbar, analysierte Drosten. In Großbritannien hatte die ansteckende Delta-Variante innerhalb weniger Wochen trotz fortgeschrittener Impfquoten die Vorherrschaft übernommen. Die Inzidenzen stiegen wieder von 20 auf 70. Lockerungen wurden deshalb gestoppt. Angesteckt hätten sich dabei vor allem junge Erwachsene - zum Beispiel beim Feiern oder auch in der Gastronomie, sagte Drosten. Die Infektionen hätten sich in England vorwiegend in den Impflücken abgespielt.

"Wenn wir jetzt so rechnen würden, wie sich das in England entwickelt hat, also mit einer ungefähren Verdoppelung pro Woche, dann hätten wir dieses spekulative Szenario: Dann lägen wir in dieser Woche schon bei 20 Prozent", sagte Drosten. Anfang Juli wäre die Delta-Variante dann auch in Deutschland im Bereich der Dominanz. "Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen", sagte der Wissenschaftler.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité. © Christophe Gateau/dpa (Archiv)

19.41 Uhr: Corona-Impfungen erschlichen: Kanadisches Paar muss Strafe zahlen

Ein kanadisches Paar, das sich in einer abgelegenen Indigenen-Siedlung im Norden des Landes Corona-Impfungen erschlichen hat, muss umgerechnet etwa 1.500 Euro Strafe zahlen. Die beiden hätten sich vor Gericht via Videoschalte schuldig bekannt und entschuldigt, berichteten kanadische Medien. "Glücklicherweise ist in diesem Fall physisch nichts passiert, niemand hat Covid bekommen", sagte Richter Michael Cozens. Das Paar hatte angegeben, bei einer lokalen Übernachtungseinrichtung zu arbeiten und sich so die Impfungen erschlichen.

Zudem hatte es sich nicht an die Quarantäne-Regeln der Region Yukon gehalten. Der frühere Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin hatten sich im Januar ein kleines Flugzeug gemietet und sich damit in den Ort Beaver Creek in der nordwestkanadischen Region Yukon bringen lassen. Die rund 100 Menschen in Beaver Creek gehörten zu denjenigen, die bei den Impfungen in Kanada Priorität bekommen hatten, unter anderem weil ihre Siedlung fernab jeglicher gut ausgerüsteter medizinischer Versorgung liegt.

19.18 Uhr: Spanien erleichtert Einreise von Deutschen aus 14 Bundesländern

Die meisten Touristen aus Deutschland müssen ab Montag keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen, um in Spanien auf dem Luft- oder Seeweg einzureisen - selbst wenn sie ungeimpft sind. Bis auf Baden-Württemberg und das Saarland wurden nämlich alle deutschen Bundesländer wegen der niedrigen Infektionszahlen von der spanischen Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag mitteilte. Bewohner der 14 Bundesländer dürfen ab Montag ohne Einschränkung einreisen.

Sie müssen aber weiterhin ein Onlineformular ausfüllen und erhalten einen QR-Code, der bei der Einreise vorzuweisen ist. Reisende mit Wohnsitz in Baden-Württemberg und im Saarland müssen derweil bei der Einreise weiterhin einen negativen PCR- oder Antigentest vorlegen oder den Nachweis erbringen, dass sie mindestens seit 14 Tagen vollständig geimpft sind oder dass die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung nicht länger als 180 Tage zurückliegt. Kinder unter zwölf Jahren sind davon ausgenommen. Die Neuregelung gilt vorerst für eine Woche, bis Mitternacht des 27. Juni.

Die Liste der Risikogebiete wird von Spanien einmal wöchentlich aktualisiert. Ohne Einschränkungen dürfen bereits seit Ende Mai in Spanien Urlauber aus zehn Ländern mit besonders guter Corona-Lage einreisen: Großbritannien, Israel, Japan, Australien, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Thailand, China und Ruanda. Die spanische Regierung hofft, dass die Zahl der ausländischen Besucher bis Jahresende 60 bis 70 Prozent des Volumens von der Zeit vor der Pandemie erreichen wird. "Der Tourismus wird die Erholung unserer Wirtschaft vorantreiben", versicherte Ministerpräsident Pedro Sánchez. Mit einem Anteil von rund zwölf Prozent am Volkseinkommen war die Reisebranche vor Corona einer der wichtigsten Sektoren der spanischen Wirtschaft.

18.56 Uhr: Italien ist bei Corona weiter auf Lockerungskurs

Wegen sinkender Corona-Zahlen lockert Italien die Beschränkungen zum Gesundheitsschutz weiter. Ab Montag gehören alle Regionen in dem Mittelmeerland außer dem kleinen Aostatal im Norden zur Weißen Zone mit den lockersten Regeln. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom mit. Mit Wochenbeginn werde die Risikoeinstufung für sieben Regionen entsprechend abgeschwächt: Darunter sind so beliebte Reisegebiete wie Südtirol, die Toskana und Sizilien. Es gelten dann nur noch wenige Einschränkungen. Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske im öffentlichen Raum, auch draußen, und die Abstandsregeln bleiben aber erhalten.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte am Freitag knapp 1.150 Neuinfektionen in 24 Stunden sowie 35 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist in Italien laut Experten auf etwa 16,7 gesunken.

18.40 Uhr: Panne in bayerischen Testzentren: Personendaten online einsehbar

Name, Wohnort, Handynummer: Solche sensiblen Daten von Menschen, die sich in zwei bayerischen Testzentren für einen PCR-Test angemeldet hatten, waren zeitweise im Internet einsehbar. Man bedaure den Vorfall sehr, teilte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern als Betreiber am Freitag mit. "Der ASB hat die Datenlücke umgehend geschlossen und das Schutzniveau erhöht." Zuvor hatte t-online über die Datenpanne berichtet. Betroffen sind zwei Testzentren in Franken. "Diese Daten gehören nicht für Unbefugte abrufbar gemacht. Das ist ganz klar", sagte Andreas Sachs, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht.

Er schränkte aber ein, nach vorläufiger Einschätzung sehe man das Datenleck nicht als "schweren Sicherheitsvorfall". Unklar ist, ob Unbefugte tatsächlich auf die Daten zugegriffen haben. Es werde umfassend geprüft, zum jetzigen Zeitpunkt sei davon nicht auszugehen, teilte der ASB mit. Über eine Suchmaschine war das Dokument t-online zufolge nicht zu finden. Vielmehr brauchte man den entsprechenden Link. Gesundheitsdaten wie Testergebnisse waren nicht hinterlegt. Laut ASB sind 1.600 Menschen betroffen.

Bei Tests in Bayern sind Personendaten im Netz einsehbar gewesen.
Bei Tests in Bayern sind Personendaten im Netz einsehbar gewesen. © dpa/Matthias Bein (Symbolbild)

18.14 Uhr: Altmaier wirbt für Belebung der Innenstädte

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat für eine aktive Belebung der Innenstädte nach dem Corona-Lockdown geworben. "Wir müssen bereit sein, in den nächsten Monaten schnell zu handeln", sagte er am Freitag bei einer Tagung der kommunalpolitischen Vereinigung der Unionsparteien. "Denn wenn eine Innenstadt ihre Geschäfte erstmal verloren hat, dann schwindet die Lebensqualität und irgendwann ziehen die Menschen sich zurück." In der kommenden Woche werde ein von ihm ins Leben gerufener runder Tisch erste Vorschläge dafür vorlegen. Dann müssten Kommunen, Gewerbetreibende und die Politik in Berlin an einem Strang ziehen. Es gehe darum, Leerstände zu verhindern und dafür zu sorgen, dass Geschäfte sich digital so aufstellten, dass sie ein verlängertes Ladenlokal im Internet aufbauten.

"Wir können den Wandel in unseren Innenstädten nicht aufhalten, aber in erheblichen Teilen mitgestalten", sagte Altmaier. Die Herausforderungen durch veränderte Konsum- und Lebensgewohnheiten hätten sich durch die Corona-Krise zuletzt noch einmal verstärkt. Geschlossene Geschäfte und nahezu menschenleeren Innenstädte hätten sich als Bilder der Pandemie in die Köpfe eingebrannt.

17.46 Uhr: Tourismusbeauftragter hofft auf starken Sommer

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß (CDU) blickt optimistisch auf die kommenden Wochen: "Ich freue mich auf eine hoffentlich gute Sommersaison nach einem ganz, ganz schwierigen Jahr für die Tourismusbranche, und ich glaube, dass wir im Sommer wirklich wieder reisen können - sowohl Geschäftsreisen natürlich, aber auch wieder das Reisen in den Urlaub", sagte Bareiß im Interview mit dem TV-Sender phoenix.

Die Tourismusbranche sei gut vorbereitet, gerade was die Sicherheit in den Unterkünften angehe. Die steigende Impfquote und der stetige Rückgang der Inzidenzzahlen gäben zusätzlich Sicherheit, meint der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister. "Ich glaube daher, dass wir uns im Sommer wieder mehr gönnen können", so Bareiß. Die Menschen hätten zudem gelernt, mit dem Virus umzugehen. Abstandhalten, Masketragen und Handdesinfektion seien daher auch im Sommer noch wichtig.

17.21 Uhr: Köpping schlägt Alarm - Fast 7.000 Impftermine in Sachsen nicht wahrgenommen

Angesichts Tausender nicht wahrgenommener Impftermine hat Sachsen Gesundheitsministerin Petra Köpping an die Impfbereitschaft der Sachsen appelliert. "Das hochsommerliche Wetter und die gesunkenen Infektionszahlen dürfen uns nicht täuschen oder gar zu Leichtsinn verleiten", erklärte die SPD-Politikerin am Freitag. Hintergrund ist eine Stichprobe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom 8. bis zum 15. Juni in den sächsischen Impfzentren. In dieser Zeit wurden von mehr als 60.000 geplanten Zweitimpfungen nur gut 53.000 durchgeführt. Fast 7.000 Termine fielen demnach aus. Woran das liegt und welche Folgen das für die Impfkampagne in Sachsen hat, erfahren sie im Artikel Tausende Sachsen lassen Zweitimpfung ausfallen

17.04 Uhr: Urteil: Astrazeneca muss weitere 50 Millionen Dosen an EU liefern

Ein belgisches Gericht hat Astrazeneca verurteilt, bis Ende September 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die Europäische Union zu liefern. Dazu müsse ein fester Lieferplan eingehalten werden, teilte das Brüsseler Gericht erster Instanz am Freitag mit. Anderenfalls drohen Zwangsgelder. Die EU-Kommission hatte Astrazeneca verklagt, weil der Hersteller viel weniger Corona-Impfstoff geliefert hat als vertraglich zugesagt. Bestellt waren 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bis Ende Juni. Doch gingen im ersten Quartal nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 EU-Staaten.

Die Kommission verlangte per Eilverfahren Ende Mai zunächst rasche Lieferung der ausstehenden 90 Millionen Dosen aus dem ersten Quartal. Das Gericht gestand der EU nun zumindest die rasche Lieferung von 50 Millionen Dosen zu. Nach der Mitteilung des Gerichts fiel das Urteil im Eilverfahren so aus: Astrazeneca muss bis 26. Juli, 9.00 Uhr, 15 Millionen Dosen liefern oder anderenfalls 10 Euro pro fehlender Dosis zahlen. Bis 23. August sind der Mitteilung des Gerichts zufolge weitere 20 Millionen Dosen fällig, mit derselben Strafandrohung, bis 27. September dann noch einmal 15 Millionen Dosen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erklärte: "Diese Entscheidung bestärkt die Position der Kommission: Astrazeneca hat nicht die im Vertrag eingegangenen Verpflichtungen erfüllt." Astrazeneca stellte das Urteil jedoch anders da und sah seine eigene Position gestärkt. "Astrazeneca begrüßte heute das Urteil des Gerichts erster Instanz in Brüssel", heißt es in einer Pressemitteilung. "Der Richter hat die Lieferung von 80,2 Millionen Dosen bis 27. September 2021 angeordnet. Bis heute hat die Firma mehr als 70 Millionen Dosen an die Europäische Union geliefert und wird bis Ende Juni 2021 erheblich über die 80,2 Millionen Dosen kommen."

16.43 Uhr: Lissabon ist wegen Delta-Variante tagelang abgeriegelt

Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus ist Lissabon für zweieinhalb Tage abgeriegelt. Seit 16 Uhr und bis zum Montagmorgen 6 Uhr dürfen die gut 2,8 Millionen Bewohner der Hauptstadt Portugals den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Touristen, die in Lissabon landen, um in einem anderen Landesteil Urlaub zu machen, oder auch Besucher, die nach Hause zurückfliegen, sind nicht betroffen. Man darf aber am Wochenende Lissabon als Tourist nicht besuchen, wenn man irgendwo anders untergebracht ist.

Ministerpräsident António Costa wies Kritik zurück, die Maßnahme sei angesichts einer noch relativ entspannten Lage übertrieben. Die Abriegelung sei angemessen, sagte er bei einem Besuch in Brügge. "Wenn man keine Maßnahmen ergreift, nimmt die Pandemie wieder zu." Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante machen die Behörden für eine Zunahme der Infektionsfälle in den vergangenen Tagen verantwortlich. Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden hatte Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar verzeichnet. Das waren etwa 75 Prozent aller in Portugal erfassten Fälle (1.233). In der "Area Metropolitana" Lissabons wohnen aber lediglich rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

Eine Gruppe junger Menschen mit Mund-Nasen-Schtuz steht an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Altstadt von Lissabon. Weit weg von dort könne sie jetzt nicht: Reisen in und aus dem Großraum Lissabon sind für das Wochenende verboten werden.
Eine Gruppe junger Menschen mit Mund-Nasen-Schtuz steht an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Altstadt von Lissabon. Weit weg von dort könne sie jetzt nicht: Reisen in und aus dem Großraum Lissabon sind für das Wochenende verboten werden. © Armando Franca/AP/dpa

16.31 Uhr: Schlechte Erfahrungen: "Querdenken"-Proteste bleiben verboten

Eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Politik an diesem Samstag in Kassel bleibt verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) bestätigte am Freitag entsprechende Entscheidungen des Verwaltungsgerichts sowie der Stadt. Ein Eilantrag des Anmelders der Veranstaltung "Mittsommer in Kassel ? Bewahren ? Versöhnen ? Schöpfen" wurde abgelehnt. Der Gerichtshof begründete seine Entscheidung vor allem mit den Erfahrungen vorheriger "Querdenker"-Versammlungen, insbesondere am 20. März in Kassel.

Damals waren bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mehr als 20.000 Teilnehmer unterwegs, von denen sich viele nicht an gerichtliche Auflagen wie die Maskenpflicht hielten. Teils kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Nach Ansicht des VGH hat die Stadt "die überzeugende Prognose gestellt, dass aufgrund dieser Erfahrungen bei der angemeldeten Versammlung wiederum mit Verstößen gegen Auflagen und Verbote zu rechnen" sei. Bei einer großen Anzahl von Teilnehmern könne ihnen nicht effektiv mit polizeilichen Mitteln begegnet werden, so dass Gefahr für Leib und Leben der Allgemeinheit und eine Überlastung des Gesundheitssystems durch die Ausbreitung des Coronavirus bestehe.

16.16 Uhr: Macron kehrt zum Wangenkuss zurück - aber mit Maske

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat bei einer Feier zwei Weltkriegsveteranen auf die Wangen geküsst. Anlass war die öffentliche Auszeichnung mit der Ehrenlegion. Der 43-Jährige trug dabei einen Mund-Nasen-Schutz, wie auf einem Video des Élyséepalastes am Freitag zu sehen war. Macron kehrte mit "la bise" ("Kuss") zu einer in Frankreich üblichen herzlichen Begrüßung zurück, vor der wegen der Corona-Pandemie allerdings lange gewarnt wurde.

Die Regierung lockerte wegen einer verbesserten Pandemie-Lage die Regeln, am Wochenende wird die nächtliche Ausgangssperre fallen. Macron erinnerte mit der Feier in der Gedenkstätte Mont-Valérien bei Paris an dem legendären Aufruf von General Charles de Gaulle während des Zweiten Weltkrieges. Der spätere Staatschef hatte am 18. Juni 1940 von London aus seine Landsleute aufgerufen, den Kampf gegen Nazi-Deutschland fortzusetzen.

Noch beim Nato-Gipfel am 14. Juni in Brüssel begrüßte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Andrzej Duda, Präsident von Polen, coronakonform mit Armberührung.
Noch beim Nato-Gipfel am 14. Juni in Brüssel begrüßte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Andrzej Duda, Präsident von Polen, coronakonform mit Armberührung. © Francois Mori/Pool AP/dpa

16.04 Uhr: Spahn will Verdacht bei Intensivbetten-Register klären

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will dem Verdacht nachgehen, ob deutsche Kliniken in der Pandemie die Zahl freier Intensivbetten zum Kassieren von Freihaltepauschalen heruntergerechnet haben könnten. Das müsse aufgeklärt werden, sagte Spahn am Freitag vor der Bundespressekonferenz. "Aber es muss auch jenseits von Vermutungen gearbeitet werden. Und da ist auch viel Vermutung im Raum." Seit rund einer Woche gibt es Spekulationen darüber, ob Kliniken durch bewusst falsche Angaben bei Intensivbetten versucht haben könnten, Ausgleichszahlungen durch die Regierung zu erhalten. Grundlage für die Vermutungen ist das in der Pandemie eingeführte Intensivbetten- Register (Divi-Register).

Es ist eine gemeinsame Datenbank der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und des RKI. Die Vorwürfe kamen nach Medienangaben vom Bundesrechnungshof unter Bezugnahme auf ein Schreiben aus dem Robert Koch-Institut vom Januar. Recherchiert hatten dazu WDR, NDR und die "Süddeutsche Zeitung". RKI-Präsident Lothar Wieler hielt den Verdacht am Freitag für unbegründet. Die Daten seien für sein Institut auch durch andere Quellen nachzuvollziehen. Diese spiegelten die Angaben im Divi-Register wider, sagte er. "Das heißt also, die Daten sind völlig nachvollziehbar. Und die Situation in Krankenhäusern ist in keiner Weise verzerrt - nach unseren Informationen."

"Ich kann grundsätzlich nicht ausschließen, dass es auch falsche Meldungen gegeben hat. Jenseits von Vermutungen", sagte Spahn. Bisher gebe es aber offenbar wenige stichhaltige Nachweise dafür. In dem RKI-Brief heiße es auch, dass es aus den eigenen Daten und Analysen nicht zu erkennen sei. "Es sagt ja keiner, dass das alles perfekt gelaufen ist", ergänzte Spahn. Er kenne aber niemanden, der die tatsächliche Belastung der Kliniken in der Pandemie in Frage stelle. Am Ende sei die Frage: "Auf wen können wir uns denn eigentlich noch verlassen? Und ich hab erst einmal ein Grundvertrauen in Ärztinnen und Ärzte."

15.52 Uhr: Müller: Abfüllung von Impfstoffen in Afrika erstmalig ab April 2022

Der westafrikanische Senegal soll ab April 2022 mit dem Abfüllen von Corona-Impfstoffen beginnen können - als erstes Land in Afrika. Das sagte Entwicklungsminister Gerd Müller am Freitag zum Abschluss seiner Westafrikareise in der Hauptstadt Dakar. Am Vortag hatte Müller dem Institut Pasteur im Senegal 20 Millionen Euro zur Abfüllung und Produktion von Corona-Impfstoffen zugesagt. "Afrika braucht eine eigene Impfstoffproduktion, um die Bedrohung zu bekämpfen", so Müller.

Das weltweit hoch angesehene Institut Pasteur, das bereits Corona-Tests und Impfstoffe gegen Gelbfieber herstellt, ist eines der wichtigsten Labore auf dem Kontinent. Afrika befindet sich nach Angaben der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC, mit 5,1 Millionen gemeldeten Fällen und 136.000 Toten mit dem Virus in der dritten Welle der Pandemie. Bislang ist laut der Weltgesundheitsorganisation erst ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft worden.

15.38 Uhr: DRK Sachsen schaltet neue Impftermine frei

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Sachsen wird gegen 18 Uhr am Freitagabend erneut Hunderte zusätzliche Impftermine freischalten. Das kündigte das DRK am Nachmittag an. Als Betreiber der 13 Impfzentren in Sachsen ist die Organisation auch für die Terminvergabe zuständig. Wie viele Termine für Erstimpfungen mit welchem Impfstoff in welchen Zentren dann freigeschaltet werden, wird erst kurz vorher bekannt gegeben. Die Termine können auf dem Sächsischen Terminvergabe-Impfportal gebucht werden. Zugleich wies das DRK darauf hin, dass nach wie vor nicht genug Impfstoff für alle Impfwilligen zur Verfügung steht.

15.12 Uhr: DFB intensiviert Bemühungen um Maskenpflicht bei zweitem EM-Spiel

Die EM-Organisatoren in München intensivieren ihre Bemühungen, die Zuschauer auf den Rängen zum Tragen von Masken zu bewegen. Vor dem zweiten Münchner Spiel der Fußball-Europameisterschaft am Samstag (18 Uhr) zwischen Deutschland und Portugal sind deshalb noch mehr Maßnahmen geplant als beim Auftaktspiel gegen Frankreich - genaue Details wurden am Freitag zunächst noch nicht kommuniziert.

"Bei allem Verständnis für den Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität appellieren wir weiterhin dringend an alle Stadionbesucher, sich an die Vorgaben zu halten und den Anweisungen Folge zu leisten", teilte ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes als Ausrichter der Spiele in der Münchner Arena auf Anfrage mit.

Fans der deutschen Mannschaft feiern vor Anpfiff des ersten EM-Spiels der Deutschen vor dem Stadion. Beim zweiten Spiel sollen drinnen die Maßnahmen wie Masken verstärkt werden.
Fans der deutschen Mannschaft feiern vor Anpfiff des ersten EM-Spiels der Deutschen vor dem Stadion. Beim zweiten Spiel sollen drinnen die Maßnahmen wie Masken verstärkt werden. © Matthias Balk/dpa

14.58 Uhr: Bundesländer fordern Fortsetzung von Corona-Hilfen für Firmen

Bei den Corona-Hilfen für Firmen, die besonders hart von der Pandemie getroffen sind, deutet sich eine Verlängerung an. Die Wirtschaftsminister der Bundesländer forderten am Freitag, die bisher bis Ende September geplanten Finanzmittel bis zum Jahresende fortzusetzen. Die bisherige "Überbrückungshilfe III" zahlt der Bund. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) machte nach einem Treffen mit seinen Länder-Ressortkollegen klar, dass er einer Verlängerung nicht abgeneigt ist. Man werde sich die Situation anschauen und die Hilfe gegebenenfalls nach der Sommerpause verlängern.

Bisher habe man insgesamt 105 Milliarden Euro an Unternehmen als Corona-Hilfen überwiesen, sagte Altmaier. Dabei handele es sich grob zur Hälfte um Kredite und zur Hälfte um Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Hinzu kommt noch Geld von den Ländern. Die staatliche Unterstützung hat sich nach Altmaiers Darstellung ausgezahlt. Als die noch bis Ende Juni laufende Überbrückungshilfe um drei Monate als "Überbrückungshilfe III plus" verlängert wurde, sei er ohnehin für eine Fortsetzung bis Jahresende gewesen.

14.43 Uhr: Würzburger Impfzentrum wegen Hitze geschlossen

Ein Würzburger Impfzentrum ist am Freitagnachmittag wegen Hitze vorübergehend geschlossen worden. Die Menschen hätten unter Raumtemperaturen von mehr als 40 Grad gelitten, hieß es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Die übrigen rund 700 für Freitag geplanten Impf-Termine sollten auf Sonntag verlegt werden, teilte die Stadt mit. Zudem sollten Termine vom Samstagnachmittag vorsorglich auf den frühen Vormittag verlegt werden.

14.28 Uhr: 45 Neuinfektionen in Sachsen

Die Zahl der neu Infizierten im Freistaat bleibt sehr niedrig. Sachsens Gesundheitsministerium hat am Freitag 45 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es noch 75 gewesen, vor einem Monat 740. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.635. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 12 weitere Todesfälle registriert, insgesamt sind damit 10.013 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Als genesen gelten geschätzt 274.550 Menschen im Freistaat.

14.11 Uhr: Griechenland und fast ganz Frankreich nicht mehr auf Risikoliste

Für Reiserückkehrer aus Frankreich, Griechenland, der Schweiz und weiteren Ländern und Regionen werden ab Sonntag die Bestimmungen gelockert. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen werden sie von der Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Die Bundesregierung nimmt demnach auch Belgien, Norwegen und einzelne Regionen in Dänemark, den Niederlanden und Spanien von der Liste. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

Die Regeln für Flugreisende bleiben allerdings bestehen: Jeder, der mit dem Flugzeug einreist, egal ob aus einem Risikogebiet oder nicht, muss vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Die Bundesregierung bewertet regelmäßig die Corona-Lage im Ausland und unterscheidet dabei zwischen "Virusvariantengebieten", in denen sich neue Coronavirus-Varianten ausbreiten, "Hochinzidenzgebieten" mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 und "Risikogebieten" mit einer Inzidenz über 50.

Die Einstufung ist für die Rückreise aus diesen Ländern wichtig, weil sich danach die Vorgaben für Tests, Registrierung und Quarantäne richten. Für die Einreise in das jeweilige Land gelten die dortigen Vorgaben, die auf der Internetseite des Auswärtigen Amts zu finden sind.

14.00 Uhr: Umfrage: Viele Deutsche wollen anders reisen - Suche nach Sicherheit

Auch bei anhaltenden Corona-Risiken wollen viele Deutsche laut einer Umfrage zum Start der Sommersaison nicht auf das Reisen verzichten - oft ändern sich aber Art und Ziele des Urlaubs. Ungefähr drei von fünf Teilnehmern einer Untersuchung der Universität Passau gaben im Mai an, dass eine selbstständige Organisation etwa mit Anreise im eigenen Pkw oder Buchung individueller Ferienwohnungen für sie nun eine hohe Bedeutung habe. "Auch Camping erfreut sich dank Corona zunehmender Beliebtheit", heißt es in der Auswertung.

Jedoch wächst bei zahlreichen Verbrauchern gleichzeitig das Bedürfnis nach Beratung bei der Reiseplanung. Ebenso ist die Absicherung wichtig. So würde fast die Hälfte der Befragten, die über einen Ferientrip noch in diesem Jahr nachdenken, die Dienste eines Reisebüros nutzen - mehr als doppelt so viele wie vor der Pandemie. Als ein wesentlicher Grund gilt das aufwendige Sammeln von sicheren Informationen über die unterschiedlichen Einreise- und Schutzregeln sowie die medizinische Versorgung an ausländischen Zielen. "Ebenso drängend sind finanzielle Fragen wie etwa zu Stornobedingungen oder zu Versicherungsleistungen im Krankheitsfall", erklärten die Forscher.

Ganz Abstand nehmen von einer Reise wollten viele der Befragten indes nur, wenn Gastronomie, Sehenswürdigkeiten oder die weitere Infrastruktur geschlossen sind. "Die große Mehrheit der Deutschen kann sich vorstellen, dieses Jahr noch zu verreisen, wenn auch nicht in Risikogebiete", so das Fazit. Parallel dazu halte der Trend zu vergleichsweise mehr Inlandsurlaub an: Jeder Zweite, der in Deutschland bleiben will, erklärte, sein Verhalten im Lichte der Viruskrise entsprechend geändert zu haben.

13.41 Uhr: Dubai-"Oktoberfest" wird ein Fall für deutsche Justiz

Das geplante "Oktoberfest" in Dubai wird zum Fall für die Justiz. Am Freitag kommender Woche (25. Juni) verhandelt das Landgericht München I über eine einstweilige Verfügung der bayerischen Landeshauptstadt gegen die Veranstalter des Dubai-"Oktoberfests", wie eine Sprecherin bestätigte. Zuvor hatte die "Mediengruppe Münchner Merkur tz" darüber berichtet. Unter dem Motto "Oktoberfest goes Dubai" werde der unzutreffende Eindruck erweckt, das Oktoberfest ziehe in diesem Jahr nach der erneuten corona-bedingten Absage in München nach Dubai um, hatte das Wirtschaftsreferat schon Mitte Mai mitgeteilt.

Die Stadt verlangt von den Organisatoren eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereiterklären, nicht mehr mit dem Oktoberfest München für ihr Event zu werben. "Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe", sagte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU).

Solche Bilder waren in Corona-Zeiten nicht in München zu sehen: : Zahlreiche Menschen gehen bei Sonnenschein über das Oktoberfest-Gelände.
Solche Bilder waren in Corona-Zeiten nicht in München zu sehen: : Zahlreiche Menschen gehen bei Sonnenschein über das Oktoberfest-Gelände. © picture alliance / dpa (Archiv)

13.19 Uhr: Spanien will Maskenpflicht im Freien am 26. Juni aufheben

In Spanien soll die Maskenpflicht im Freien am 26. Juni aufgehoben werden. Der entsprechende Beschluss solle am kommenden Donnerstag auf einer außerordentlichen Kabinettssitzung gebilligt werden, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez jetzt an. "Das wird das letzte Wochenende sein, an dem man in Spanien im Freien Maske wird tragen müssen", sagte der sozialistische Politiker.

Die strenge Maskenpflicht herrscht in Spanien seit Mai 2020. Nur in bestimmten Situation, etwa am Strand, beim Baden, beim Sport, im Restaurant oder im Café, darf man den Mund- und Nasenschutz abnehmen. Zuletzt waren aber die Stimmen nach einer Lockerung im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage immer lauter geworden.

Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten fast kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden landesweit 43 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Urlaubsregionen wie den Balearen mit Mallorca, der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen, sowie in Valencia derzeit sogar unter 20.

12.53 Uhr: Sachsenring-Fans sollen daheim bleiben

Promoter ADAC appelliert an die Motorradfans, dem Sachsenring an diesem Rennwochenende fern zu bleiben und gar nicht erst nach Hohenstein-Ernstthal zu kommen. Denn Corona-bedingt findet der Motorrad-Grand-Prix in diesem Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Der Sachsenring ist ebenso wie die Zufahrtsstraßen abgesperrt", teilte ein ADAC-Sprecher dazu am Freitag mit. "Wir bitten die Fans, die Rennen im TV zu verfolgen und sich nicht in der Umgebung der Rennstrecke zu versammeln."

Mitte Mai hatte der ADAC mitgeteilt, dass die Rennen in diesem Jahr ohne Zuschauer stattfinden müssen. Noch nie zuvor hatte es auf dem Sachsenring ein MotoGP-Geisterrennen gegeben. Beim Grand Prix vor zwei Wochen im spanischen Barcelona genehmigten die Behörden rund 20.000 Fans den Zutritt. Entsprechend gering ist bei einigen Protagonisten das Verständnis für das Zuschauerverbot in Deutschland.

12.15 Uhr: Elf Neuinfektionen in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag elf weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 30.596 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Weitere Verstorbene gibt es nicht - seit Pandemiebeginn sind 1.102 Opfer in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Ein Menschen musste ins Krankenhaus eingewiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 29.367 Dresdner - acht mehr als am Donnerstag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben der Lokalbehörden seit dem Vortag von 6,8 auf 5,7. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 4,5, tags zuvor waren es noch 6,6. Alle Zahlen aus Dresden

11.34 Uhr: Corona-Inzidenz in Sachsen sinkt immer weiter

Die Corona-Inzidenz in Sachsen geht auf niedrigem Niveau noch weiter zurück. Das Robert Koch-Institut bezifferte die Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag auf 6,1. Am Vortag hatte der Wert bei 7,1 gelegen. Er gibt an, wie viele Ansteckungen es je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gegeben hat. Bundesweit lag die Inzidenz bei 10,3.

Die höchste Inzidenz im Freistaat hat nach wie vor der Erzgebirgskreis mit 13,4. Alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte melden einstellige Werte. Das Sozialministerium Sachsens hatte am Donnerstag sieben neue Todesfälle gemeldet. Damit hat die Zahl der gestorbenen Corona-Patienten im Freistaat die Schwelle von 10.000 um ein Todesopfer überschritten. Neue Zahlen werden am Nachmittag veröffentlicht.

11.08 Uhr: RKI warnt vor Verspielen von Erfolgen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vor dem Verspielen von Erfolgen in der Pandemiebekämpfung gewarnt. Durch die ansteckendere Delta-Variante, die bisher auf niedrigem Niveau (rund sechs Prozent) in Deutschland kursiere, könne sich das Virus wieder verbreiten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Es sei nicht die Frage, ob Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann, ergänzte er. Vor allem durch Impfen, Masketragen in Innenräumen und Abstandhalten könnten wiedergewonnene Freiheiten aber erhalten bleiben. Bei mangelnder Vorsicht könne das Virus jedoch vor allem Ungeimpfte und erst einmal Geimpfte treffen. "Das dürfen wir einfach nicht riskieren", sagte Wieler.

Das Beispiel Großbritannien zeige bereits, wie fragil Erfolge in der Pandemiebekämpfung sein könnten. Dort war die 7-Tage-Inzidenz innerhalb weniger Wochen wieder von 20 auf 70 gestiegen. Geplante weitere Lockerungen wurden deshalb verschoben. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Deutschland in sieben Tagen sinkt zur Zeit bundesweit - auf aktuell 10,3. Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung sei aber noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt, betonte Wieler. Mehr dazu im Artikel RKI-Chef warnt vor Delta-Variante

10.44 Uhr: Schwierige Corona-Lage: Moskau verlängert Beschränkungen

Angesichts neuer Corona-Höchstwerte verhängt die russische Hauptstadt Moskau wieder eine Reihe von Beschränkungen. Veranstaltungen sollen auf maximal 1.000 Menschen begrenzt werden, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Freitag in seinem Blog. "Theater und Kinos bleiben geöffnet." Geschlossen werde dagegen die Fanzone zur Fußball-Europameisterschaft, erklärte der Bürgermeister. Spielplätze in sollen Parks weitere zehn Tage geschlossen bleiben, hieß es. "Danach schauen wir uns die Lage wieder an."

In Europas größter Metropole mit rund zwölf Millionen Einwohnern sind den Behörden zufolge am Freitag 9.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden. Der bisherige Tageshöchstwert war Ende Dezember mit etwa 8.200 neuen Fällen erreicht worden. In Russland breitet sich laut den Behörden vor allem die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus aus. Nach Angaben von Gesundheitsminister Michail Muraschko stieg die Zahl neuer Patienten in Krankenhäusern innerhalb einer Woche um 30 Prozent.

10.18 Uhr: Jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

Bei den Corona-Impfungen hat nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn inzwischen jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen. Stand heute erhielten 41,5 Millionen Menschen oder 50,1 Prozent der Gesamtbevölkerung eine erste Dosis, wie der CDU-Politiker am Freitag in Berlin mitteilte. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 29,6 Prozent der Bevölkerung.

Spahn hat trotz der entspannteren Corona-Lage zudem für weiter nötige Vorsicht auch in der anstehenden Hauptreisezeit geworben. "Das kann ein guter Sommer werden", sagte der CDU-Politiker. Es gebe Anlass zur Zuversicht, aber vor allem wenn alle dabei vorsichtig blieben. Spahn verwies auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus, die sich auch in Deutschland ausbreite. Dies geschehe auf niedrigem Niveau, aber eben schnell. In Großbritannien zeige sich, dass bei einer starken Ausbreitung auch vorgesehene Öffnungsschritte wieder in Frage gestellt werden könnten. Dies gelte es zu vermeiden.

Masken könnten nun bei gutem Wetter vor allem draußen wegbleiben, sagte der Minister. In Innenräumen und etwa auch in öffentlichen Verkehrsmitteln sei das Masketragen aber weiterhin wichtig, um sich und andere zu schützen. Spahn rief Urlauber dazu auf, das inzwischen flächendeckend verfügbare Netz von Schnellteststellen zu nutzen, um Infektionsketten bei Reiserückkehrern zu durchbrechen.

10 Uhr: Ehemaliger Corona-Infizierter scheitert am Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde eines ehemaligen Corona-Infizierten abgelehnt, dessen Ansteckung gemäß der bundesweiten Ausnahmen für Genesene und Geimpfte zu lange zurückliegt. Die Verfassungsbeschwerde sei unzulässig, entschieden die Karlsruher Richter laut Mitteilung vom Freitag (Az.: 1 BvR 1260/21 vom 7. Juni). Der Mann hatte sich Ende März 2020 mit Sars-CoV-2 infiziert und kann auch heute noch nachweisen, genügend Antikörper im Blut zu haben, wie das Gericht erläuterte. Als genesen gelten nach der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung aber nur Menschen, deren Infektion weniger als sechs Monate zurückliegt.

Der Mann habe sich auch dadurch benachteiligt gesehen, dass er nicht durch nur eine Impfung den Status Geimpfter bekomme, weil auch dies voraussetze, dass die Infektion maximal ein halbes Jahr her sei. Für Geimpfte und Genesene nach diesen Definitionen sieht die Verordnung Ausnahmen von den allgemeinen Corona-Regeln etwa bei Kontakten vor. Allerdings waren die Beschränkungen am Wohnort des Mannes zum Zeitpunkt der Beschwerde schon gelockert. Zudem enthalte das Landesrecht von Berlin eine großzügigere Regelung als das Bundesrecht, erläuterten die Verfassungsrichter.

Sollte der Mann auch gegen die landesrechtlichen Regeln vorgehen wollen, müsste er sich zunächst an Berliner Gerichte wenden. Die Frage, ob die unterschiedlichen Rechtslagen sich entgegenstehen, müsste den Angaben zufolge an Verwaltungsgerichten geklärt werden.

9.40 Uhr: Auch Wales verschiebt Corona-Lockerungen wegen Delta-Variante

Nach England hat auch die britische Provinz Wales geplante Corona-Lockerungen wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante um vier Wochen verschoben. "Wir haben alle Daten überprüft und werden die Änderungen der Regeln um vier Wochen verschieben", twitterte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am späten Donnerstagabend. Sein Land habe noch immer die höchste Impfquote und die niedrigsten Corona-Zahlen im Vereinigten Königreich, aber es seien nun in allen Teilen Wales Fälle der Delta-Variante nachgewiesen worden. Mitte Juli sollen die Corona-Beschränkungen erneut überprüft werden.

Wie auch in anderen Teilen Großbritanniens ist das Leben in Wales jedoch in vielen Bereichen ohnehin schon wieder fast zur Normalität zurückgekehrt - Pubs, Restaurants und Geschäfte haben geöffnet, auch Hochzeiten und kleinere Kulturveranstaltungen können unter Auflagen stattfinden.

9.07 Uhr: Lauterbach räumt ein: "Hendrik Streeck hatte voll recht"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus dem Virologen Hendrick Streeck recht gegeben. "Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht", sagte er der "Bild".

Streeck hatte dem Portal web.de im Januar gesagt: "Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben – gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten." Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.

Lauterbach und der Bonner Virologe hatten im Verlauf der Pandemie mehrfach deutliche Differenzen. Streeck hatte oft für eine etwas weniger strenge Linie bei den Corona-Maßnahmen plädiert.

Professor Hendrik Streeck ist Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn
Professor Hendrik Streeck ist Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn © Federico Gambarini/dpa (Archiv)

8.33 Uhr: Corona-Einschränkungen bremsen Erholung im Gastgewerbe

Dämpfer für Deutschlands Gastwirte und Hoteliers: Nach der zaghaften Erholung in den Vormonaten sanken die Umsätze im April wieder. Das Gastgewerbe verbuchte preisbereinigt 6,3 Prozent weniger Erlöse als im März des laufenden Jahres. In nominaler Betrachtung gab es nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ein Minus von 6,5 Prozent. "Ursächlich für den Rückgang dürften die Bundesnotbremse und das Beherbergungsverbot zu touristischen Zwecken, auch über Ostern, sein", erklärten die Wiesbadener Statistiker am Freitag. Bund und Länder hatten im April bundeseinheitliche Regeln bei hohen Corona-Infektionszahlen in Kraft gesetzt. Diese Bundesnotbremse im Infektionsschutzgesetz ist längstens bis zum 30. Juni befristet.

Hotels und Pensionen verzeichneten nach Angaben des Bundesamtes binnen Monatsfrist einen Umsatzeinbruch um 10,8 Prozent. Auch die Gastronomie sei im April "durch die weitreichenden Corona-Schutzmaßnahmen ausgebremst" worden: Der reale Umsatz fiel im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 5,5 Prozent.

Im Vergleich zum April 2020, dem ersten voll von der Pandemie in Deutschland betroffenen Monat, lagen die Umsätze im Gastgewerbe real um 24,2 Prozent und nominal um 27,9 Prozent höher. Die Branche ist jedoch weiterhin weit entfernt vom Vorkrisenniveau: Die Umsätze im April blieben real um 68,9 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

7.57 Uhr: 2020 erneut mehr Menschen auf der Flucht

Weltweit sind ungeachtet der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr so viele Menschen auf der Flucht gewesen wie nie zuvor. 82,4 Millionen wurden durch Konflikte, Verfolgung und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Freitag in Genf berichtete. Das waren doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Auch der Klimawandel treibe immer mehr Menschen in die Flucht, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr überleben können.

Weil viele Länder in der Pandemie ihre Grenzen schlossen, fanden so wenige Flüchtlinge wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr eine neue Heimat. Nur 34.400 Menschen konnten in 21 Ländern umgesiedelt werden - etwa ein Drittel so viele wie im Jahr davor. Eigentlich brauchten 1,4 Millionen Menschen solche Plätze, so das UNHCR.

Deutlich mehr als die Hälfte der Menschen war im eigenen Land vertrieben. Von denen, die ins Ausland flohen, wurden 86 Prozent von Entwicklungsländern aufgenommen. Deutschland stand gemessen an der Zahl der Aufgenommenen nach der Türkei, Kolumbien, Pakistan und Uganda weltweit auf Platz fünf.

7.28 Uhr: Lauterbach: Rückfall bei Curevac keine Gefahr für Impfversprechen

Der Rückschlag beim Markteinstieg eines Corona-Impfstoffs des Unternehmens Curevac wird nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach das Impfversprechen der Regierung, bis Ende des Sommers allen Erwachsenen ein Impfangebot zu machen, nicht gefährden. "Wir werden die Herdenimmunität Mitte September erreichen", sagte Lauterbach am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies auf die stabilen Lieferungen anderer Hersteller und die niedrigen Reproduktionswerte für das Virus im Sommer. Mitte, spätestens Ende September dürften alle Erwachsenen, die dies wollen, vollständig geimpft sein. Das seien schätzungsweise 80 Prozent. Die Kinder fehlten allerdings.

Lauterbach verwies darauf, dass das Curevac-Serum das "noble" Anliegen gehabt habe, ein preiswerter und sehr wirksamer Impfstoff zu sein. Er wäre damit gerade für ärmere Länder prädestiniert gewesen. "Das ist in der Tat eine Tragödie", bewertete der SPD-Politiker die negativen Nachrichten in Bezug auf den Curevac-Impfstoff.

6.53 Uhr: Weltärztechef besorgt über Delta-Virusvariante

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, befürchtet eine rasche Ausbreitung der als besonders infektiös geltenden Delta-Variante des Coronavirus und sieht Handlungsbedarf bei der Politik. Es sei zu erwarten, dass sich die Delta-Variante in Deutschland noch schneller ausbreite als die bisherigen Varianten, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben", sagte Montgomery.

Solange noch nicht genügend Menschen geimpft seien, müssten vor allem die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden, mahnte der Ärztevertreter. "Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten deswegen unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden." Die Länder sollten prüfen, ob die angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. "Sie sollten außerdem die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten. So, wie es die britische Regierung jetzt getan hat", betonte der Mediziner.

Der Anteil der in Indien entdeckten Coronavirus-Variante Delta hat sich zuletzt in Deutschland deutlich erhöht, wenn auch auf niedrigem Niveau. Ihr Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen lag laut jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts bei 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni). In der Woche waren es noch 3,7 Prozent.

6.25 Uhr: Braun rät von Reise zum EM-Finale ab

Kanzleramtschef Helge Braun rät den deutschen Fußball-Fans von einer Reise zu den entscheidenden EM-Spielen ab. „Meine große Sorge ist die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien - und London ist ein Austragungsort. Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen“, sagte der CDU-Politiker in einem Interview dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND). In der englischen Hauptstadt finden die beiden Halbfinals und das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft statt.

6.09 Uhr: 20 Millionen Euro für Corona-Impfstoffproduktion in Afrika

Zum Abschluss seiner Westafrikareise hat Entwicklungsminister Gerd Müller dem Institut Pasteur im Senegal 20 Millionen Euro zur Produktion von Corona-Impfstoffen zugesagt. Das Geld solle bis April 2022 zur Verfügung gestellt werden, sagte der Minister am Donnerstag in der Hauptstadt Dakar. Der Betrag sei als "Initialzündung" für eine Impfstoffproduktion "für Afrika in Afrika" gemeint. Man hoffe, dass andere europäische Länder dem Beispiel folgen würden, hieß es.

Die Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), der Africa CDC, erwartet, dass Afrika Impfstoffe schon Ende des Jahres selbst produzieren könnte, mit dem Institut Pasteur als einem der wichtigsten Labore auf dem Kontinent. Afrika befindet sich nach Angaben der Africa CDC mit 5,1 Millionen gemeldeten Fällen und 136.000 Toten mit dem Virus in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Bislang ist laut der Weltgesundheitsorganisation erst ein Prozent der afrikanischen Bevölkerung von rund 1,3 Milliarden Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft worden.

5.40 Uhr: Curevac-Vorsitzender sieht Impfstoff zu Unrecht in der Kritik

Die vorläufig geringe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Curevac steht nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden Franz-Werner Haas zu Unrecht in der Kritik. Kein anderes Vakzin sei an so vielen Virusvarianten getestet worden, sagte Haas im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Es ist faktisch eigentlich nicht korrekt, die Zahl der vorläufigen Wirksamkeit unseres Corona-Impfstoffs und die Zahlen zur Wirksamkeit anderer Impfstoffe nebeneinander zu stellen“, sagte Haas. In der Studie zum Corona-Impfstoffkandidaten CVnCov seien 29 Virusvarianten enthalten. Das ursprüngliche Virus, der Wildtyp, spiele kaum mehr eine Rolle. „Die Zahlen zur Wirksamkeit der anderen Impfstoffe sähen vermutlich anders aus, wenn man deren Studien zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt hätte.“

5.25 Uhr: RKI registriert 1.076 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 10,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2.440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 270 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6). Sachsen liegt mit 6,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt.

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.720.031 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.598.100 an.

Freitag, 5 Uhr: Kanzleramtschef Braun empört über Betrügereien bei Corona-Hilfen

Kanzleramtschef Helge Braun hat sich empört über die Betrugsfälle bei Corona-Hilfen geäußert. "Mich macht das fassungslos und traurig", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das begann ja schon am Anfang der Pandemie mit den extrem unbürokratischen und schnell geleisteten Soforthilfen für die Wirtschaft und in Not geratene Firmen. Schon da haben wir sehr schnell erlebt, dass mancherorts bis zu 20 Prozent der Summen zu Unrecht ausgezahlt wurden."

Die Konsequenz sei: "Deutschland muss wieder bürokratisch werden. Wir brauchen klare Nachweise, eine ordentliche Bemessungsgrundlage und ein vernünftiges Verwaltungsverfahren, und wir müssen jeden Einzelfall prüfen", sagte Braun. Das mache es allerdings jenen schwer, die die schnelle Hilfe bräuchten. Und es werde für den Staat wieder aufwendig. "Aber das ist die Lehre aus dieser Pandemie: Es gibt wohl bei uns leider keinen gesellschaftlichen Konsens, dass man eine solche Notlage nicht ausnutzt. Es gibt immer wieder Leute, die es tun", sagte Braun. Der richtige Weg sei dann, schnell zu helfen - aber mit einer zügig nachgezogenen Kontrolle.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

22.00 Uhr: Österreich: Bonus von 500 Euro für Krankenhaus- und Pflegepersonal

Das Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Österreich erhält für seinen Einsatz in der Corona-Pandemie einen einmaligen Bonus von 500 Euro. Das hat der Nationalrat am Donnerstag beschlossen. Dank eines in der Debatte eingebrachten Abänderungsantrags wurden auch Reinigungskräfte mit einbezogen, nicht aber Haustechniker. Vorgesehen ist, dass im Durchschnitt 500 Euro netto gezahlt werden. Den Bundesländern und den Einrichtungen wird aber auch die Möglichkeit eingeräumt, nach Schwere des Einsatzes zu unterscheiden. Für Tätigkeiten auf Covid- oder Intensivstationen kann also mehr bezahlt werden.

Der Bonus sei ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für alle, die im Bereich der Kliniken, Reha-Einrichtungen, von Heimen und mobilen Dienste arbeiteten, erklärte der Fraktionschef der konservativen Regierungspartei ÖVP, August Wöginger. Insgesamt koste die Anerkennung rund 100 Millionen Euro. Völlig anders bewertete die oppositionelle SPÖ den Schritt. Rettungskräfte oder etwa Menschen in der Praxis-Assistenz seien nicht berücksichtigt, kritisierte sie.

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21.42 Uhr: UN: Deutsches Bremsen bei Impf-Patenten behindert Pandemie-Bekämpfung

Nach Einschätzung der UN-Entwicklungsorganisation UNDP bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Corona-Pandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren. "Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen", sagte UNDP-Chef Achim Steiner. Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patent-Freigabe zwar immer Bedenken, doch "Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln". Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzine zu begegnen.

Deutschland hatte sich zuletzt beim G7-Gipfel in Cornwall zusammen mit Großbritannien erneut gegen die Patent-Freigabe gestemmt, die eine lizenzfreie Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ermöglichen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Mai gesagt, dass dies keine Lösung sei, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen - es bedürfe der Kreativität und der Innovationskraft von Unternehmen, der Schutz von Patenten sei eine Voraussetzung dafür. US-Präsident Joe Biden hatte den Vorschlag einer Freigabe ins Spiel gebracht. Aus Deutschland und Großbritannien kommen mit Biontech und Astrazeneca zwei erfolgreiche Hersteller von Corona-Vakzinen.

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