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Deutschland & Welt

Mit Corona-Impfung: Bald Einreise für Nicht-EU-Bürger

Scharfe Kontrolle der Bedingungen an deutschen Grenzen, Lissabon wegen Delta-Variante abgeriegelt, seit Pandemiebeginn 10.000 Tote in Sachsen - der Newsblog.

Einreisende aus Nicht-EU-Ländern dürfen unter bestimmten Bedingungen bald wieder nach Deutschland einreisen.
Einreisende aus Nicht-EU-Ländern dürfen unter bestimmten Bedingungen bald wieder nach Deutschland einreisen. © Alejandro Martínez Vélez/EUROPA PRESS/dpa (Symbolb

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

22.00 Uhr: Österreich: Bonus von 500 Euro für Krankenhaus- und Pflegepersonal

Das Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Österreich erhält für seinen Einsatz in der Corona-Pandemie einen einmaligen Bonus von 500 Euro. Das hat der Nationalrat am Donnerstag beschlossen. Dank eines in der Debatte eingebrachten Abänderungsantrags wurden auch Reinigungskräfte mit einbezogen, nicht aber Haustechniker. Vorgesehen ist, dass im Durchschnitt 500 Euro netto gezahlt werden. Den Bundesländern und den Einrichtungen wird aber auch die Möglichkeit eingeräumt, nach Schwere des Einsatzes zu unterscheiden. Für Tätigkeiten auf Covid- oder Intensivstationen kann also mehr bezahlt werden.

Der Bonus sei ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für alle, die im Bereich der Kliniken, Reha-Einrichtungen, von Heimen und mobilen Dienste arbeiteten, erklärte der Fraktionschef der konservativen Regierungspartei ÖVP, August Wöginger. Insgesamt koste die Anerkennung rund 100 Millionen Euro. Völlig anders bewertete die oppositionelle SPÖ den Schritt. Rettungskräfte oder etwa Menschen in der Praxis-Assistenz seien nicht berücksichtigt, kritisierte sie.

City-Apotheken Dresden
365 Tage für Patienten da
365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

21.42 Uhr: UN: Deutsches Bremsen bei Impf-Patenten behindert Pandemie-Bekämpfung

Nach Einschätzung der UN-Entwicklungsorganisation UNDP bremsen Deutschland und andere Länder die Bekämpfung der Corona-Pandemie, indem sie eine Freigabe von Patenten für Impfstoffe blockieren. "Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen", sagte UNDP-Chef Achim Steiner. Es gebe bei Vorstößen wie jenem zur Patent-Freigabe zwar immer Bedenken, doch "Risiko ist kein Grund, jetzt nicht zu handeln". Die Freigabe von Patenten müsse als eine von mehreren Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um der eklatanten Ungleichheit beim Verteilen der Vakzine zu begegnen.

Deutschland hatte sich zuletzt beim G7-Gipfel in Cornwall zusammen mit Großbritannien erneut gegen die Patent-Freigabe gestemmt, die eine lizenzfreie Impfstoffproduktion in Entwicklungsländern ermöglichen könnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Mai gesagt, dass dies keine Lösung sei, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen - es bedürfe der Kreativität und der Innovationskraft von Unternehmen, der Schutz von Patenten sei eine Voraussetzung dafür. US-Präsident Joe Biden hatte den Vorschlag einer Freigabe ins Spiel gebracht. Aus Deutschland und Großbritannien kommen mit Biontech und Astrazeneca zwei erfolgreiche Hersteller von Corona-Vakzinen.

Beschäftigte aus Krankenhäusern, Pflege- und anderen Gesundheitseinrichtungen protestieren vor dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, eine Frau trägt ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarische Gesundheit! Patentfr
Beschäftigte aus Krankenhäusern, Pflege- und anderen Gesundheitseinrichtungen protestieren vor dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, eine Frau trägt ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarische Gesundheit! Patentfr © Martin Schutt/dpa-Zentralbild

21.24 Uhr: EU-Behörden: Geimpfte von Test- und Quarantänepflichten ausnehmen

Reisende mit vollständigem Impfschutz gegen Covid-19 oder überstandener Corona-Infektion sollten nach Angaben führender EU-Behörden von Test- und Quarantänepflichten ausgenommen werden. Eine Ausnahme von dieser Empfehlung gelte für Menschen aus Gebieten mit besonders hohem Corona-Risiko oder grassierenden Coronavirus-Varianten, teilten die EU-Luftsicherheitsbehörde EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Donnerstag in ihren aktualisierten Flugreiserichtlinien mit. Für Reisen aus diesen Gebieten könne die Anforderung eines negativen Corona-Tests in Erwägung gezogen werden. Mit den Richtlinien liefern die in Köln und Stockholm ansässigen Behörden risikobasierte Empfehlungen für den Flugverkehr in der EU. In der neuen Version wird auch darauf hingewiesen, dass weiterhin auf medizinische Masken, Hygienemaßnahmen und Abstandhalten gesetzt werden sollte.

Die Empfehlungen sind für die zuständigen Behörden und Fluggesellschaften nicht bindend, sollen aber als Wegweiser dienen. "Wir haben einen bedeutenden Meilenstein in der Pandemie erreicht: eine echte Veränderung beim Ansatz, dass Reisende wieder fliegen können, ohne sich allzu sehr Sorgen zu machen, dass die Regeln kurzfristig geändert werden könnten", erklärte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky. Auf diesen Moment habe die Luftfahrtbranche ebenso lange gewartet, wie es die Fluggäste getan hätten. ECDC-Direktorin Andrea Ammon warnte jedoch: "Wenn die Maßnahmen zu früh auch für Nicht-Geimpfte gelockert werden, dann könnten wir wieder einen schnellen Anstieg der Fälle sehen." Man müsse weiter vorsichtig bleiben, bis ein ausreichender Anteil der Bevölkerung ihren Corona-Impfstoff erhalten habe.

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21.05 Uhr: Grimme Online Award für einfallsreichen Lehrer im Lockdown

Eine besonders kreative Antwort auf die Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie ist am Donnerstagabend in Köln mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Björn Lengwenus, Leiter einer Schule in Hamburg-Dulsberg, ging während der Schulschließungen sechs Wochen lang mit der allabendlichen Youtube-Show "Dulsberg Late Night" auf Sendung. Aus der leeren Aula der Schule schaltete er Schüler zu, führte auch schon mal ein Tänzchen auf, schlüpfte in ein Osterhasen-Kostüm und stärkte so den Zusammenhalt im Lockdown. Lengwenus hatte für seine Initiative bereits die Goldene Kamera erhalten. Jetzt bekam er auch noch den Grimme Online Award in der Kategorie "Kultur und Unterhaltung".

Entertainer-Qualitäten würden Lehrerinnen und Lehrern auf jeden Fall zugutekommen, sagte Lengwenus bei der Preisverleihung, zugeschaltet aus Hamburg. "Die Schüler haben so wundervolle Beiträge geliefert", schwärmte er, "eigentlich haben die mich durch die Show getragen." Er habe das Gefühl, dass die Corona-Zeit die Schule sehr gestärkt habe. "Es ist ganz wichtig, dass wir einen anderen Blick auf Schulen bekommen. Denn Schulen müssen einfach gute Orte sein."

20.49 Uhr: Lissabon wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt. Von Freitagnachmittag (1600 MESZ) bis Montagmorgen (0600 MESZ) dürfen die 2,8 Millionen Bewohner der portugiesischen Hauptstadt den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen. Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle (1233). In der "Area Metropolitana" Lissabons wohnen aber lediglich rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Bürger Portugals.

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, sagte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. "Es ist nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift", betonte sie.

Lissabon: Die Zuschauer einer Comedy-Veranstaltung im Rahmen eines Pilotprojekts tragen Anfang Mai Mund-Nasen-Bedeckungen. Inzwischen hat sich die Lage in Portugals Hauptstadt dramatisch verschlechtert.
Lissabon: Die Zuschauer einer Comedy-Veranstaltung im Rahmen eines Pilotprojekts tragen Anfang Mai Mund-Nasen-Bedeckungen. Inzwischen hat sich die Lage in Portugals Hauptstadt dramatisch verschlechtert. © Petro Fiuza/XinHua/dpa

20.30 Uhr: Löwe stirbt mit oder an Corona in indischem Zoo

Ein Löwe ist in einem indischen Zoo gestorben, nachdem er zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Bereits Anfang Monat war in dem gleichen Zoo in der Stadt Chennai eine Löwin nach einen positiven Test gestorben, und weitere Löwen waren infiziert worden. Der gestorbene Löwe Pathbanathan habe zunächst etwas gehustet, später habe er aufgehört zu fressen, sagte der Zoo-Vizechef der Zeitung "The New Indian Express". Sein Zustand habe sich trotz aller Anstrengungen der Tierärzte schnell verschlechtert. Am Dienstag habe das zwölf Jahre alte Tier Mühe beim Atmen gehabt, am Mittwoch sei es dann gestorben. Nach dem Tod der Löwin Anfang Juni hatte der Arignar Anna Zoological Park mitgeteilt, Tierpfleger seien gegen Corona geimpft und trügen Schutzanzüge.

Seit Beginn der Pandemie gab es immer wieder Meldungen über Sars-CoV-2-Infektionen bei Wild- und Haustieren. In Russland ließ die Aufsichtsbehörde kürzlich einen Corona-Impfstoff für Tiere zu, der unter anderem an Hunden, Katzen und Nerzen getestet wurde. In vielen Ländern gab es laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Corona-Infektionen bei Nerzen, die sich als hochempfänglich für Sars-CoV-2 erwiesen hätten. Dänemark hatte vorsorglich alle Nerze auf Farmen - mehrere Millionen Tiere - töten lassen, um die Ausbreitung mutierter Erreger zu verhindern.

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20.12 Uhr: Wie verbreitet ist die Delta-Variante in Dresden?

Tatsächlich sind bereits 19 Fälle mit der Delta-Variante bekannt. Neben den vier Fällen in der Hildebrandstraße, den vier Kindern sowie dem Verwandten, bei dem sich die Kinder ansteckten, kommen also weitere zehn Infektionen mit der Mutante, die zuerst in Indien festgestellt wurde und als deutlich ansteckender gilt als die aktuell vorherrschende britische Mutante (Alpha-Variante), dazu.

Die Kinder besuchen unterschiedliche Einrichtungen - zwei Schulen und eine Kita. Insgesamt stehen 65 enge Kontaktpersonen aus den drei Einrichtungen sowie die Infizierten selbst unter Quarantäne. An den beiden Schulen und der Kitas sind weitere Tests veranlasst worden - an den Schulen gab es kein weiteres positives Ergebnis. Das Robert-Koch-Institut weist Dresden als Gebiet mit besonders vielen neuen Delta-Fällen aus. Mehr zur Corona-Situation in Dresden erfahren Sie hier im Blog.

Auf der Suche nach weiteren Delta-Varianten wurden die Schüler zweier Schulen in Dresden getestet.
Auf der Suche nach weiteren Delta-Varianten wurden die Schüler zweier Schulen in Dresden getestet. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann (Symbolbild)

19.51 Uhr: Trotz Pandemie Zunahme bei Gewebespenden

Trotz erschwerter Bedingungen aufgrund der Corona-Pandemie hat die Anzahl von Gewebespenden im Jahr 2020 zugenommen. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) am Donnerstag mit. Den Angaben zufolge sind Gewebespenden von 2.764 im Jahr 2019 auf 2.816 im Jahr 2020 gestiegen. Bei den Gewebetransplantaten verzeichnete die DGFG eine Zunahme von 5.585 auf 6.364. Er empfinde Demut, dass so viele Menschen trotz der globalen Ausnahmesituation einer Gewebespende zugestimmt hätten, betonte Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG.

Dass das hohe Niveau der Gewebespende gehalten werden konnte, sei nicht zu erwarten gewesen, betonte Börgel. Mit Einsetzen des ersten Lockdowns Ende März sei die Spende und Vermittlung von Gewebe durch abgesagte Operationen, fehlende Kapazitäten in den Kliniken sowie den vorsorglichen Ausschluss von Corona-Verstorbenen zunächst um fast 25 Prozent zurückgegangen, sagte Börgel. Insgesamt habe die Einverständnisrate für eine Gewebespende jedoch bei nahezu 41 Prozent gelegen. Die hohe Zustimmungsquote führt die DGFG auf eine pandemiebedingt erhöhte Sensibilität der Menschen für Gesundheitsthemen zurück.

19.28 Uhr: Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen bald nach Deutschland einreisen

Für Menschen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union soll die Einreise nach Deutschland ab dem 25. Juni grundsätzlich wieder möglich sein, wenn sie vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Das soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zwar unabhängig davon sein, ob sie als Geschäftsreisende, Touristen, Studenten oder für einen Besuch kommen wollen. Aktuell dürfen Bürger aus sogenannten Drittstaaten nur in eng umrissenen Ausnahmefällen einreisen.

Um Fälschung und Betrug zu vermeiden, legt die neue Regelung genau fest, wie der Impfnachweis aussehen muss. Neben der Bundespolizei sollen auch Fluggesellschaften diesen Nachweis prüfen. Außerdem werden nicht alle weltweit verfügbaren Impfstoffe anerkannt. Ausschlaggebend sind jene Substanzen, die das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite aufzählt, derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Janssen.

19.09 Uhr: Städte fordern mehr Hilfe für große kommunale Krankenhäuser

Die Städte fordern angesichts verschärfter Finanznöte in der Corona-Krise stärkere Unterstützung für große kommunale Kliniken. "Krankenhausdefizite in ungeahnter Höhe und wegbrechende Steuereinnahmen durch Corona sind ein brisantes Gemisch", sagte der Präsident des Deutschen Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), am Donnerstag. "Bund und Länder müssen die erforderlichen Mittel bereitstellen, damit kommunal getragene Großkrankenhäuser wieder auf gesunden Füßen stehen können."

Der Städtetag warnte davor, Kommunen finanziell zu überfordern. Sonst wachse die Gefahr, dass manche keine Möglichkeit mehr sähen, große Kliniken mit erheblichem Defizit zu erhalten. "Viele Krankenhäuser sind inzwischen selbst Patient. Sie sind chronisch unterfinanziert", sagte Jung. Dies zeige sich in der Pandemie jetzt noch stärker.

18.58 Uhr: Köpping über Pandemie-Bekämpfung: Hätten früher reagieren müssen

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) lässt das Corona-Krisenmanagement in ihrem Haus auf Fehler prüfen. Die Todeszahlen in Sachsen seien erschreckend hoch, sagte Köpping. Darum wolle sie den Gründen für die Entwicklung nachgehen. In Sachsen sind laut Robert Koch-Institut etwa 10.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Deutschlandweit wird die Zahl der Todesfälle auf etwa 90 100 beziffert. Ein Zwischenergebnis sei schon jetzt klar, sagte Köpping. Welches das ist und was alles überprüft wird, lesen Sie im Artikel "Wir hätten die Grenzen eher schließen müssen"

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen.
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

18.44 Uhr: Weitere russische Regionen führen Impfpflicht in Unternehmen ein

Nach Moskau haben weitere Regionen in Russland auf die gestiegenen Corona-Zahlen mit einer verpflichtenden Impfquote in Unternehmen reagiert. Auch auf der Halbinsel Sachalin im äußersten Osten Russlands sind zahlreiche Arbeitgeber angehalten, bis September mindestens 60 Prozent ihrer Angestellten impfen zu lassen, wie die regionale Leiterin der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor, Olga Funtusowa, am Donnerstag erklärte. Von der Regelung betroffen seien unter anderen Beschäftigte im Bildungs- und Gesundheitswesen, in Schönheitssalons, Fitnessstudios sowie im öffentlichen Nahverkehr, sagte Funtusowa der Agentur Interfax zufolge.

Am Mittwoch hatte Moskaus oberste Amtsärztin eine vergleichbare Impfquote für eine Reihe von Unternehmen angeordnet. Dem Beispiel der Hauptstadt folgten auch das Moskauer Umland sowie die sibirische Region Kemerowo. Kritiker bemängeln, dass für eine solche Impfanweisung durch Arbeitgeber die gesetzliche Grundlage fehle. Weil diesen aber Strafen drohen, wenn ihre Unternehmen die Quote nicht erfüllen, sei vorprogrammiert, dass sie ihre Angestellten "mit legalen und illegalen Maßnahmen" zum Impfen bewegen würden, sagte etwa eine Rechtsanwältin dem kremlkritischen Portal Meduza.

18.21 Uhr: USA investieren 3,2 Milliarden in Entwicklung antiviraler Medikamente

Die USA wollen 3,2 Milliarden US-Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) in die Entdeckung und Entwicklung antiviraler Medikamente zur Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 investieren. Der US-Immunologe Anthony Fauci stellte die Pläne am Donnerstag bei einem Briefing der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses in Washington vor. "Impfstoffe bleiben eindeutig das Kernstück unseres Arsenals gegen Covid-19", betonte er. Antivirale Mittel könnten jedoch eine wichtige Ergänzung zu Impfstoffen sein.

Antivirale Medikamente stellten außerdem eine weitere "Verteidigungslinie" gegen besorgniserregende Varianten und künftige Bedrohungen durch Viren mit "pandemischem Potenzial" dar. Finanziert werden soll das Programm mit Mitteln aus dem "amerikanischen Rettungsplan", einem billionenschweren Maßnahmenbündel, das der Kongress im März verabschiedet hatte.

18.05 Uhr: Zufriedenheit mit Gesundheitssystem leicht gestiegen

Das Corona-Jahr hat das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitssystem wachsen lassen - allerdings nur leicht. Waren laut Stada Health Report im vergangenen Jahr noch 80 Prozent der Deutschen mit dem Gesundheitssystem in ihrem Land zufrieden, so sind es nach einem Jahr Pandemie inzwischen 82 Prozent. Im europäischen Durchschnitt sank die Zufriedenheit mit dem jeweiligen Gesundheitssystem hingegen von 74 auf 71 Prozent. Für die repräsentative Online-Studie im Auftrag des Bad Vilbeler Pharmaunternehmens, die am Donnerstag vorgestellt wurde, wurden im März und April 2021 je rund 2.000 Menschen in 15 europäischen Ländern befragt.

Das Vertrauen in Schulmedizin ist demnach ebenfalls minimal gestiegen. 74 Prozent der Bundesbürger vertrauten ihr, im Vorjahr waren es zwei Prozent weniger gewesen. Auch hier zeichnet sich in Deutschland ein anderer Trend ab als in Europa - in den Nachbarländern ist das Vertrauen von 70 auf 68 Prozent leicht gesunken. In Deutschland wie in Europa setzen Männer mit 81 Prozent stärker auf klassische Schulmedizin als Frauen, die ihr nur zu 68 Prozent vertrauen. Ärzte genießen in Gesundheitsfragen mit 73 Prozent das größte Vertrauen. Apotheker kommen mit 63 Prozent vor Wissenschaftlern, denen in Deutschland nur 55 Prozent vertrauen.

Zwei Mitarbeiterinnen der Intensivstation betreuen im Oberlausitzklinikum in Bautzen einen Corona-Patienten.
Zwei Mitarbeiterinnen der Intensivstation betreuen im Oberlausitzklinikum in Bautzen einen Corona-Patienten. © SZ/Uwe Soeder (Symbolfoto)

17.46 Uhr: Deutsches Amateurtheater: Freilichtbühnen besonders hart getroffen

Die Corona-Krise hat die Freilichtbühnen der Amateurtheater laut dem Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) besonders hart getroffen. "Für die ist es extrem wichtig, dass sie dieses Jahr noch Vorstellungen spielen können", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des BDAT, Stephan Schnell, am Donnerstag vor der digitalen Eröffnung des internationalen Festivals Theaterwelten im thüringischen Rudolstadt. Dank der bereitgestellten Fördermittel des Bundes für die Subventionierung ausfallender Vorstellungen werde der Sommer für die Bühnen der Breiten- und Laienkultur weniger existenzbedrohend, aber immer noch defizitär sein. Einige Bühnen seien mit der ausfallenden Freilichtsaison gar in ihrer Existenz bedroht.

Im BDAT sind rund 2.500 Bühnen mit 200.000 Aktiven organisiert. Aufgrund der Diversität der Gruppen sei auch das Lagebild sehr unterschiedlich, so Schnell. Während einige Gruppen schon wieder probten und mit den Lockerungen einen Mitgliederzuwachs verzeichneten, bangten andere darum, überhaupt wieder ihre Ensembles zusammenzubekommen. Positive Signale seien hingegen von vielen Kinder- und Jugendbühnen gekommen.

17.20 Uhr: Urlaub in Corona-Zeiten: Briten blicken neidisch auf Deutsche

Angesichts der noch immer unklaren Regeln für Reisen im Sommer wächst in Großbritannien der Ärger über die Regierung - und der Neid auf deutsche Urlauber. Der Flughafenbetreiber Manchester Airport Group (MAG) und die irische Airline Ryanair reichten deswegen Klage ein, wie MAG am Donnerstag mitteilte. Ziel sei, die Regierung in London zu mehr Transparenz bei der Kategorisierung von Reiseländern zu zwingen, hieß es. In Großbritannien gib es ein Ampelsystem für Reiseländer, doch die beliebtesten Urlaubsziele der Briten wie Spanien, Italien und Griechenland sind - neben Deutschland und allen anderen EU-Ländern - noch immer auf gelb, was mit aufwendigen Test- und Quarantänevorschriften bei der Rückkehr verbunden ist. Dabei haben einige dieser Länder inzwischen niedrigere Corona-Fallzahlen als das Vereinigte Königreich. Eine Neubewertung soll spätestens am 28. Juni erfolgen.

Die Gründe für die Einstufung seien nicht nachvollziehbar, kritisierte MAG-Chef Charlie Cornish der Mitteilung zufolge. "Wir können einfach nicht verstehen, wie die Regierung Entscheidungen trifft, die grundlegend sind für unsere Fähigkeiten, zu planen und unsere Kunden in die Lage zu versetzen, Reisen zu buchen." Die BBC berichtete am Donnerstag über die Reiselust der Deutschen, mit denen man sich nun nicht mehr nur im Wettstreit um die beste Badeliege sieht. Die Sorge wächst, dass für Briten am Ende nur teure oder schlechtere Hotelzimmer übrig bleiben. "Deutsche Kunden landen in Jumbo Jets, die nach Mallorca geschickt werden und die Hotels füllen sich", warnte der BBC zufolge der Chef des ausschließlich aus Großbritannien operierenden Urlaubsfliegers Jet 2, Steve Heapy.

16.57 Uhr: Maskenpflicht für Hamburgs Schüler auch nach Sommerferien

Die Schülerinnen und Schüler in Hamburg müssen zumindest zum Start des kommenden Schuljahrs in den Klassenzimmern weiter Maske tragen. Zudem sollen sie auch nach den in der kommenden Woche beginnenden Sommerferien zwei Mal pro Woche getestet werden, kündigte die Schulbehörde am Donnerstag an. Auch die Lüftungs- und Hygieneregeln bleiben demnach vorerst in Kraft. "Immer neue Virusvarianten und die Probleme bei der Beschaffung des Impfstoffes bleiben ein Risiko. Deshalb gilt: Lieber testen und lüften als Schulen schließen", erklärte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Es solle nach den Ferien ab dem 5. August an allen Schulen der Hansestadt vollen Präsenzunterricht unter Beibehaltung der geltenden Corona-Sicherheitsmaßnahmen geben. "Wir wollen optimistisch, aber vorsichtig in das neue Schuljahr gehen", sagte Rabe. In mehreren Bundesländern wie dem Saarland oder Rheinland-Pfalz haben die Landesregierungen hingegen beschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Maske im Unterricht mehr tragen müssen.

Schüler in Hamburg müssen die Masken länger aufbehalten.
Schüler in Hamburg müssen die Masken länger aufbehalten. © Matthias Balk/dpa (Symbolbild)

16.36 Uhr: Butterwegge: Pandemie begünstigt Reiche und hängt Arme weiter ab

Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich aus Sicht des Sozialwissenschaftlers Christoph Butterwegge während der Corona-Pandemie weiter geöffnet. "Die Ungleichheit ist gewachsen. Die ganz Reichen sind noch reicher geworden", sagte der Kölner Armutsforscher am Donnerstag während einer öffentlichen Diskussion zum Thema "Das Soziale neu denken". Butterwege erklärte, dass das Vermögen von Dieter Schwarz, Inhaber der Discounterketten Lidl und Kaufland, während der Pandemie um eine hohe Milliardensumme angewachsen sei. Dagegen seien viele Gering- und Normalverdiener durch das Kurzarbeitergeld unter die Armutsgefährdungsgrenze gerutscht. "Wir brauchen eine Umverteilung von oben nach unten", sagte Butterwegge.

Die Jobcenter sollten Sanktionen gegenüber Leistungsempfängern auch über die Pandemie hinaus aussetzen, indem sie etwa auf die Vermögensprüfung weiter verzichten und die Angemessenheit der aktuellen Wohnung weiter voraussetzen. Außerdem forderte der Sozialwissenschaftler eine solidarische Bürgerversicherung, in die alle einzahlen. Butterwegge wies darauf hin, dass etwa Beamte, Abgeordnete oder auch Freiberufler derzeit nicht in den Sozialstaat einzahlen. Auch Kapitaleinkünfte, Mieten und Zinsen sollten mit Sozialabgaben belegt werden.

16.14 Uhr: Justizminister erwägen besseren Schutz von Medienschaffenden

Die Länder-Justizminister erwägen, den strafrechtlichen Schutz von Medienschaffenden vor Angriffen und Behinderungen in ihrem Beruf zu verbessern. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) werde darum gebeten, dies zu prüfen und gegebenenfalls einen Vorschlag zu unterbreiten, heißt es in einem mehrheitlich gefassten Beschluss der Justizminister-Konferenz. Als Hintergrund der Debatte werden Beeinträchtigungen der Arbeit von Medienschaffenden insbesondere in Zusammenhang mit Protesten gegen Corona-Maßnahmen genannt.

Mit Sorge werde zur Kenntnis genommen, "dass die zunehmend aggressive Ablehnung einer Minderheit gegenüber einer inhaltlich pluralistischen, an Fakten orientierten Medienberichterstattung in einer wachsenden Zahl körperlicher und verbaler Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten mündet", heißt es. Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) machte deutlich, dass es insbesondere um den Schutz der Berichterstattung gehe. Sie sprach dabei von der Etablierung eines Straftatbestandes. Vorfälle bei Querdenker-Demos und in anderen Bereichen sollten in den Blick genommen werden.

15.58 Uhr: Weiter telefonische Krankschreibung bei Erkältung

Bei leichten Atemwegserkrankungen können sich Versicherte auch weiterhin telefonisch krankschreiben lassen. Der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss hat die während der Corona-Pandemie getroffene Sonderregelung zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit am Donnerstag bis 30. September verlängert, wie das Gremium von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken in Berlin mitteilte. Grund ist ein nach wie vor "relevantes COVID-19-Infektionsgeschehen". Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung seien daher weiter notwendig.

Mit der Sonderregelung können Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Für weitere sieben Kalendertage können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eine Folgebescheinigung der Arbeitsunfähigkeit telefonisch ausstellen.

15.39 Uhr: Seit Pandemiebeginn mehr als 10.000 Corona-Tote in Sachsen

Das Infektionsgeschehen im Freistaat bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau. Sachsens Gesundheitsministerium hat am Donnerstag 34 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es noch 101 gewesen, vor einem Monat 228. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.590. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 7 weitere Todesfälle registriert, insgesamt sind damit 10.001 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

15.14 Uhr: "Kaisermania" geht in diesem Sommer in Dresden über die Bühne

Schlagersänger Roland Kaiser kommt 2021 nach Dresden und gibt vier Konzerte. Das gab der Veranstalter Semmel Concerts Entertainment am Donnerstag bekannt. Die neuen Termine sind nach Aussagen von Dieter Semmelmann der 8., 9., 13. und 14. August. Zu den Konzerten seien jeweils 11.000 Fans zugelassen. "Wir gehen davon aus, dass die Zuschauerbeschränkungen bis dahin komplett aufgehoben sind", sagte Semmelmann.

Alle Tickets, die für die "Kaisermania" 2020 gekauft worden waren, sollen auch für 2021 gültig sein. Die Konzerte am Elbufer waren im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen und mussten verschoben werden. Wann welche Tickets von 2020 gelten, erfahren Sie hier

Im Sommer 2019 gab es am Dresdner Elbufer die bisher letzte Kaisermania. 2020 musste sie wegen Corona abgesagt werden.
Im Sommer 2019 gab es am Dresdner Elbufer die bisher letzte Kaisermania. 2020 musste sie wegen Corona abgesagt werden. © Ronald Bonß

15.02 Uhr: Briten wollen Teilnehmern von Klimakonferenz Impfungen bereitstellen

Um eine persönliche Weltklimakonferenz im November in Glasgow zu ermöglichen, will Großbritannien als Gastgeber Teilnehmern im Zweifelsfall Corona-Impfungen ermöglichen. "Das Vereinigte Königreich wird Impfungen für Delegationen zur Verfügung stellen, die andernfalls nicht in der Lage sein würden, dabei zu sein", kündigte der designierte Präsident der Konferenz COP26, Alok Sharma, am Donnerstag bei einer virtuellen Pressekonferenz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen in Bonn an. Wie genau dieser Prozess ablaufen und wo die Menschen geimpft werden sollten, soll in Kürze bekanntgegeben werden. Die britische Regierung will als Gastgeberin die Konferenz im November unbedingt als Präsenzveranstaltung durchführen.

"Es ist wichtig, wirklich alle Länder zusammen am gleichen Tisch zu haben", erklärte Sharma. Die Vorberatungen in den vergangenen Wochen hatten digital stattgefunden, was durch die verschiedenen Zeitzonen extreme Herausforderungen darstellte. Die Weltklimakonferenz COP26 soll im November im schottischen Glasgow stattfinden. Das Treffen gilt als wichtiger Meilenstein, um Vereinbarungen über die konkrete weitere Umsetzung des Abkommens von Paris zu treffen.

Die unsichere Corona-Lage und die ungleiche Verteilung von Impfstoffen in der Welt hatten Zweifel aufkommen lassen, ob die im vergangenen Jahr wegen der Pandemie verschobene Konferenz tatsächlich in diesem Jahr physisch stattfinden kann. Klimaaktivistin Greta Thunberg hatte eine Verschiebung der COP26 vorgeschlagen und erklärt, sie wolle nur dabei sein, wenn jeder unter gleichen Bedingungen an der Konferenz teilnehmen könne.

14.34 Uhr: Fast jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

Die Corona-Impfungen nähern sich der Schwelle, dass jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen hat. Inzwischen erhielten 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag eine erste Dosis. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen, was 28,8 Prozent der Bevölkerung entspricht.

Bei den Erstimpfungen haben den Angaben zufolge inzwischen 7 der 16 Bundesländer die Schwelle von 50 Prozent der Bevölkerung erreicht oder liegen darüber: An der Spitze liegt Bremen mit 55,6 Prozent gefolgt von Schleswig-Holstein (53,1), dem Saarland (53,0), Nordrhein-Westfalen (52,1), Mecklenburg-Vorpommern (50,9), Niedersachsen (50,6) und Berlin (50,0). Sachsen rangiert bei den Erstimpfungen mit 44,3 Prozent am Ende der Liste, bei den vollständig Geimpften mit 29 Prozent dagegen im oberen Drittel unter den Bundesländern.

14.15 Uhr: Zwei positive Corona-Befunde bei Slowaken vor Schweden-Spiel

Spitzenreiter Slowakei ist vor dem zweiten EM-Spiel in der Gruppe E von zwei Corona-Fällen betroffen. Trainer Stefan Tarkovic bestätigte am Donnerstag bei der Pressekonferenz in St. Petersburg zu der Partie am Freitag (15.00 Uhr/MagentaTV) gegen Schweden, dass bei Abwehrspieler Denis Vavro von Lazio Rom ein positiver Befund vorliege. "Ich habe mit ihm gesprochen, er zeigt keine Symptome", sagte Tarkovic.

Vavro habe sich wie die zweite Person, die aus dem Betreuerstab stammt und nicht namentlich genannt wurde, umgehend in Selbstisolation begeben. Sie würden eng mit den russischen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten und hätten sofort das Protokoll der Europäischen Fußball-Union angewendet, damit sich das Virus nicht weiter im Team verbreiten könne, versicherte der slowakische Coach. Er hatte beim 2:1-Auftaktsieg gegen Polen auf einen Einsatz des 25 Jahre alten Vavro verzichtet.

13.53 Uhr: Experte: Vakzin von Curevac konnte nicht hoch genug dosiert werden

Die niedrige Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Curevac ergibt sich laut dem Virenexperten Peter Kremsner daraus, dass das Vakzin nicht hoch genug dosiert werden konnte. Das wiederum habe daran gelegen, dass die einzelnen Bestandteile nicht chemisch modifiziert worden seien, sagte der Leiter der Impfstoff-Studie des Tübinger Biotech-Unternehmens dem SWR am Donnerstag. Eigentlich sei dies immer als Vorteil gepriesen worden, wahrscheinlich sei das jetzt der Hauptnachteil: "Das heißt, wir konnten nicht hoch genug dosieren wie das die anderen gemacht haben."

Die anderen Impfstoffhersteller hätten 30 und 100 Mikrogramm verabreicht. "Mit der Curevac-Impfung konnten wir nur 12 Mikrogramm geben. Dann wurde es zu unverträglich, wenn man weiter höher dosiert hat." Das Unternehmen hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass sein Vakzin nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" zeigt. Damit habe es die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, der erste Proband, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. Der Wirkstoff kommt von der Tübinger Firma Curevac
Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, der erste Proband, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. Der Wirkstoff kommt von der Tübinger Firma Curevac © Christoph Schmidt/dpa (Archiv)

13.31 Uhr: Bundesregierung sagt Tag der offenen Tür ab

Die Bundesregierung sagt ihren Tag der offenen Tür auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ab. Das teilte die Regierung am Donnerstag in Berlin mit. Trotz stark rückläufiger Infektionszahlen in Deutschland und der Impfung von immer mehr Menschen werde die Pandemie auch im August nicht überwunden sein, hieß es. Der seit 1999 veranstaltete Tag der offenen Tür lebe aber "vom Austausch vieler Menschen" und von der "nahen Begegnung".

Eine Veranstaltung mit etwa 100.000 Besucherinnen und Besuchern komme daher für diesen Sommer zu früh. Digitale oder Misch-Formate würden dem Charakter eines Tages der offenen Tür wiederum nicht gerecht. Bereits im vergangenen Jahr war die Großveranstaltung in der Hauptstadt wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt worden.

13.20 Uhr: Corona-Regeln für Unternehmen auch im Sommer

Für Unternehmen in Deutschland sollen trotz sinkender Ansteckungszahlen auch über den Sommer einige Corona-Regeln weiter gelten: Die Betriebe müssten weiterhin mindestens zweimal in der Woche ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten und nach wie vor auch bestimmte Hygieneregeln einhalten, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eine entsprechende Neufassung der Ende Juni auslaufenden Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Vorgaben für Flächen, Abstände und Masken am Arbeitsplatz macht, soll nach Heils Angaben am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Man könne die Arbeitsschutzregeln mit Blick auf Corona ein Stück lockern, weil die Inzidenzen dies hergäben. "Aber ich sage trotzdem: Vorsicht an der Bahnsteigkante." Durch Tests am Arbeitsplatz behalte man das Infektionsgeschehen im Blick und im Griff. Die in der Bundes-Notbremse verankerte Homeoffice-Pflicht läuft dagegen am 30. Juni gemeinsam mit der Notbremse aus. Hier ist keine Verlängerung geplant.

12.53 Uhr: Curevac-Rückschlag hat wohl keine Auswirkungen auf Impfkampagne

Der Rückschlag der Tübinger Biopharmafirma Curevac bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bringt die Impfkampagne in Deutschland laut Bundesregierung nicht durcheinander. "Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Die Nachrichten über vorläufige Studienergebnisse könne das Ministerium nicht kommentieren.

Curevac hatte mitgeteilt, dass sein Impfstoffkandidat in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung erzielt habe. Damit habe er vorgegebene Kriterien nicht erfüllt. Ursprünglich hatte das Tübinger Unternehmen den Impfstoff schon im Juni zulassen wollen.

12.19 Uhr: Keine Neuinfektion in Dresden

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag keine weiteren Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind damit weiter 30.585 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Allerdings verstarben zwei weitere Patienten - seit Pandemiebeginn sind jetzt 1.102 in Zusammenhang mit der Viruserkrankung zu beklagen. Zudem musste ein Mensch ins Krankenhaus eingewiesen werden. Als genesen gelten mittlerweile 29.359 Dresdner - 15 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, fiel nach Angaben der Lokalbehörden seit dem Vortag von 7,2 auf 6,8. Für Grenzwerte nach der Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 6,6, tags zuvor waren es 6,8. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.04 Uhr: Mehr Beratungen und Beschwerden bei Datenschutzbeauftragtem

Im Zuge der schnellen Digitalisierung infolge der Corona-Pandemie und Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat der Beratungsbedarf in diesem Bereich 2020 deutlich zugenommen. Die Zahl stieg um fast 70 Prozent auf 1.019 gegenüber dem Vorjahr mit 608, wie der Sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig bei der Übergabe seines Tätigkeitsberichts an den Landtag am Donnerstag in Dresden sagte.

Der immer häufigere Austausch personenbezogener Daten gehe oftmals mit datenschutzrechtlichen Fragen einher. Vor allem öffentliche Stellen wandten sich mit ihren Anliegen an ihn - die Zahl der Beratungen hat sich mit 834 gegenüber 2019 mehr als verdoppelt - aber auch zahlreiche Unternehmen und Bürger.

Das 180-seitige Dokument weist auch einen deutlichen Anstieg bei gemeldeten Datenschutzverletzungen aus. Zudem gingen hunderte Beschwerden zu datenschutzrelevanten Sachverhalten sowie Anfragen ein, etwa zur Kontaktnachverfolgung durch Gesundheitsämter, Datenschutz im Homeoffice oder der Weitergabe von Listen positiv Getesteter und in Quarantäne befindlicher Personen an die Polizei.

11.44 Uhr: 1,3 Milionen Impfungen am Mittwoch

Am Mittwoch wurden in Deutschland 1,3 Millionen Impfdosen gegen Corona verabreicht. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch auf Twitter mit. Dies sei die dritthöchste Zahl seit dem Start der Kampagne. Über 41 Millionen Menschen in Deutschland sind damit mindestens einmal geimpft, knapp 24 Millionen sind vollständig geschützt.

Unterdessen gibt es offenbar auch eine Lösung für den digitalen Nachweis von geimpften Genesenen. Von Covid-19 Genesene können ihren Status ab Ende Juni in Corona-Warn-App (CWA) und CovPass-App hinterlegen. Dann sollen auch sie mit Impfung ihren Schutzstatus digital nachweisen können, erklärte das Bundesgesundheitsministerium der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Funktionen würden mit der nächsten Entwicklungsstufe beider Apps nachgelegt. Auch das Austellungssystem für die Zertifikate bei Apotheken, Impfzentren und Arztpraxen soll dann diesen Fall abbilden können.

Aktuell können Betroffene noch nicht auf regulärem Weg an einen digitalen Nachweis kommen. Grund dafür sind nach Angaben des BMG zunächst einmal technische Fragen. Zudem werde innerhalb Europas mit Genesenen beim Impfen nicht einheitlich verfahren. Während sie in Deutschland momentan für nur eine Impfung vorgesehen seien, erhielten sie in manchen anderen europäischen Ländern zwei Impfdosen. Stand 17. Juni sind in Deutschland laut Robert Koch-Institut rund 3,7 Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt oder haben eine Infektion überstanden.

11.27 Uhr: Post rechnet wieder mit mehr Postkarten

Nachdem die Corona-Krise die Zahl der verschickten Postkarten hat einbrechen lassen, rechnet die Deutsche Post in diesem Jahr wieder mit einem stärkeren Aufkommen. Da viele Menschen den im vergangenen Jahr abgesagten Urlaub nachholen wollen, würden in diesem Sommer wohl deutlich mehr Karten geschrieben, teilte die Deutsche Post am Donnerstag in Bonn mit.

Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Post nach eigenen Angaben 120 Millionen Postkarten befördert, das waren 27 Millionen weniger als 2019. Eine Prognose des Kartenvolumens für dieses Jahr macht die Deutsche Post nicht. Im Digitalzeitalter verlieren Briefe und Karten seit langem an Bedeutung. Das Briefgeschäft bleibt aber weiterhin wichtig für den ehemaligen Monopolisten, auch weil es dank einer staatlich gelenkten Preisvorgabe lukrativ ist. Das Porto für eine Postkarte liegt derzeit für den Inlandsversand bei 60 Cent und bei 95 Cent für das Ausland.

10.45 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in England steigt wieder stark

Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus steigt die Zahl der Neuinfektionen in England wieder stark an. Einer Datenanalyse im Auftrag der Regierung zufolge lag das Wachstum zwischen dem 3. Mai und dem 7. Juni bei 50 Prozent. Der Zeitraum stimme mit der Verbreitung von Delta überein, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit. Treiber seien junge und meist ungeimpfte Menschen.

Daten von 110.000 Schnelltests zwischen 20. Mai und 7. Juni hätten ergeben, dass die Zahl der Fälle sich alle elf Tage verdoppelt, hieß es weiter. Schwerpunkt ist Nordwestengland. Experten setzen allerdings darauf, dass wegen der Impfkampagne die Ausbreitung des Virus wieder verlangsamt wird. Mittlerweile haben mehr als 30 Millionen Erwachsene - gut die Hälfte - die für den vollen Schutz notwendigen zwei Dosen erhalten. Schon in wenigen Tagen dürfen alle über 18-Jährigen sich für eine Impfung anmelden.

10.20 Uhr: AfD scheitert in Karlsruhe mit Eilantrag gegen EU-Wiederaufbaufonds

Rund zwei Monate nach seiner grundsätzlichen Eilentscheidung zum Corona-Aufbaufonds der EU hat das Bundesverfassungsgericht auch einen Eilantrag der AfD-Bundestagsfraktion abgewiesen. Die Abgeordneten wollten dem Bundespräsidenten verbieten lassen, das deutsche Ratifizierungsgesetz zu unterzeichnen. Das ist aber schon am 23. April passiert. Der Antrag hat sich also faktisch schon erledigt, war aber noch anhängig. Er sei wegen fehlenden Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig, teilte das Gericht in Karlsruhe am Donnerstag mit. (Az. 2 BvE 4/21) Über den rund 800 Milliarden Euro schweren Fonds nehmen die EU-Staaten erstmals in großem Umfang gemeinsam Schulden auf, um die Wirtschaft nach der Pandemie wieder in Schwung zu bringen. Das Geld gibt es teils als Zuschuss, teils als Kredit. Die ersten Bescheide für die Milliardenhilfen hatten am Mittwoch Portugal und Spanien erhalten. Der Start der Auszahlungen wird für Juli erwartet.

Der Fonds ist Teil des Finanzierungssystems der EU bis 2027. Mitte April hatten die Verfassungsrichterinnen und -richter für die deutsche Beteiligung grünes Licht gegeben. In einem noch ausstehenden Hauptverfahren wollen sie den Fonds aber eingehend prüfen. Die AfD hatte den Gerichtsangaben zufolge argumentiert, Bundesregierung und Bundestag seien ihrer Pflicht nicht gerecht geworden, "die Souveränität Deutschlands und die haushaltspolitische Gesamtverantwortung des Bundestages zu wahren". Sowohl die Fraktion der AfD als auch der Bundestag seien in ihren jeweiligen Rechten, Pflichten und Verantwortlichkeiten verletzt worden.

Außer der Organklage der AfD-Fraktion gegen Bundesregierung und Bundestag sind derzeit noch drei Verfassungsbeschwerden anhängig. Eine davon kommt von einem größeren Kläger-Bündnis um den früheren AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke. Sie war Anlass für die erste Eilentscheidung aus Karlsruhe. Außerdem klagen noch sieben CDU-Bundestagsabgeordnete und eine Privatperson.

9.57 Uhr: Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich. Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5.000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

9.35 Uhr: Österreich lockert weiter

In Österreich fallen zum 1. Juli weitere Corona-Beschränkungen. So wird die wegen der Corona-Krise eingeführte Sperrstunde aufgehoben. Damit sei auch die Nachtgastronomie bei zunächst etwas reduzierter Kapazität wieder möglich, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag in Wien. "Es kann getanzt, geheiratet, gefeiert werden". Die Infektionslage sei deutlich besser als allgemein erwartet, so der Regierungschef mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz von 15.

"Wir können weitere große Schritte in Richtung Normalität machen", sagte Kurz. In der Gastronomie entfalle die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nun auch für die Mitarbeiter, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Kunst, Kultur und Sport seien - wie bereits vor einiger Zeit angekündigt - ab 1. Juli wieder in ihrer ganzen Breite zu erleben, sagte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne). Alle Veranstaltungen seien dann ohne Obergrenzen für das Publikum möglich. Dann würden auch wieder Events mit Stehplätzen erlaubt. Statt einer FFP2-Masken-Pflicht werde im Handel, in Bussen und Bahnen sowie in den Museen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausreichen. Am 22. Juli sollen weitere Erleichterungen in Kraft treten.

9.14 Uhr: Ifo-Institut: Nur ein Bruchteil der Corona-Hilfen abgerufen

Unternehmen in Deutschland haben bisher viel weniger Corona-Hilfen abgerufen als von der Bundesregierung geplant. "Nur ein Bruchteil der veranschlagten Hilfsmittel wurde an die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen ausgezahlt", sagte Selina Schulze-Spüntrup, Forscherin am Ifo-Institut am Donnerstag. "Das hat auch damit zu tun, dass die Anspruchsvoraussetzungen zum Teil recht streng gefasst wurden, um Missbrauch auszuschließen."

Der Bund hatte den Angaben nach in Zuschussprogrammen 150 Milliarden Euro bereitgestellt. Davon seien bislang 24 Prozent abgerufen worden. Für die Soforthilfen des Bundes wurden 50 Milliarden Euro veranschlagt, laut Ifo wurde weniger als ein Drittel davon in Anspruch genommen.

Auch bei den anschließenden Überbrückungshilfen lagen die ausgezahlten Gelder deutlich unter den veranschlagten Summen: Bei der Überbrückungshilfe I waren es den Wirtschaftsforschern zufolge 6 Prozent, bei der Überbrückungshilfe II rund 10 Prozent, bei der Überbrückungshilfe III gut 28 Prozent. Von den Novemberhilfen wurden 56 Prozent der verfügbaren Mittel ausgezahlt, von den Dezemberhilfen 33 Prozent. Die staatliche KfW-Bank habe aus ihrem Sonderprogramm bisher 46 Milliarden Euro zugesagt.

8.51 Uhr: Erstes Kreuzfahrtschiff in Mallorca seit 15 Monaten

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist wieder ein Kreuzfahrtschiff in Palma auf Mallorca vor Anker gegangen. Die "Mein Schiff 2" der deutschen Reederei Tui Cruises kam am frühen Donnerstagmorgen in Mallorca an. Für die meisten der hauptsächlich deutschen Passagiere war die beliebte Urlauberinsel Endpunkt ihrer Kreuzfahrt. Die Fahrt führte über Málaga nach Palma.

Bis Ende August sollen mehr als 20 Kreuzfahrtschiffe den Hafen von Palma ansteuern. Wie Flugreisende müssen auch Kreuzfahrtpassagiere bei der Ankunft in Palma einen negativen Corona-Test, ein Impfzertifikat oder den Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung vorlegen. Die Corona-Lage auf Mallorca ist trotz weitgehender Lockerungen der Auflagen ruhig. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 19.

Am Dienstag lag die "Mein Schiff 2" noch im Hafen von Malaga vor Anker. Heute hat das Kreuzfahrtschiff Palma erreicht.
Am Dienstag lag die "Mein Schiff 2" noch im Hafen von Malaga vor Anker. Heute hat das Kreuzfahrtschiff Palma erreicht. © Álex Zea/Europa Press/dpa

8.23 Uhr: Automarkt in der EU erholt sich weiter von Corona-Einbruch

Ein Jahr nach dem Corona-Einbruch erholt sich der Automarkt in der EU weiter deutlich. Die Zahl der Neuzulassungen bei Personenkraftwagen ist im Mai im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte gestiegen, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Insgesamt wurden damit fast 900.000 Autos registriert. Damit liegt die Zahl aber immer noch deutlich unter dem Vorkrisen-Niveau: Im Mai 2019 wurden in der EU mehr als 1,2 Millionen Autos zugelassen.

Besonders deutlich war der Anstieg im Mai in Spanien, gefolgt von Frankreich, Italien und Deutschland. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf war die Zahl der Neuzulassungen zu Beginn des Jahres noch rückläufig, ab März ging es dann steil bergauf. Insgesamt wurden auf den Straßen der EU damit in den ersten fünf Monaten des Jahres knapp ein Drittel mehr neue Autos zugelassen als noch vor einem Jahr.

Bei den Herstellern legten die Neuzulassungen von Volkswagen im Mai besonders rasant um knapp 73 Prozent auf gut 251.000 zu.

7.48 Uhr: Patientenschützer für weitere Bundesfinanzierung der Impfzentren

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert auch mit Blick auf mögliche Corona-Folgeimpfungen eine weitere Finanzierung der regionalen Impfzentren durch den Bund. Voraussichtlich ab Herbst stünden Auffrischungsimpfungen für die 900.000 Pflegeheimbewohner an, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die aufsuchenden Impfungen in den 12.000 Pflegeeinrichtungen könnten aber nur mit den mobilen Teams der Impfzentren realisiert werden. "Das gilt auch für Impfaktionen in Corona-Hotspots. Zudem hat nicht jeder einen Hausarzt, um einen Impftermin zu vereinbaren."

Deshalb sei es richtig, jetzt ein Konzept für den Fortgang der Impfkampagne zu erarbeiten, sagte Brysch. "Dabei muss klar sein, dass es ohne finanzielle Schützenhilfe des Bundes für die bewährte zentrale Impfstruktur über Weihnachten hinaus nicht gehen wird. Bleibt der Zuschuss aus, ist es wahrscheinlich, dass die Bundesländer die Impfzentren dichtmachen. Für die Immunisierung in den Arztpraxen fallen beim Land schließlich keine Kosten an."

7.10 Uhr: Laschet: Corona-Politik kein Rezept für die Zukunft

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will die deutsche Corona-Politik nicht als Vorbild für künftiges Regierungshandeln nehmen. "Die "Methode Corona", bei der der Staat bis in den letzten Lebensbereich hinein alles regelt, ist kein Rezept für die Zukunft", sagte der CDU-Chef der "Augsburger Allgemeinen". "Und es ist auch kein Rezept für die Zukunft, dass der Staat mit immer noch mehr Milliarden jedes Problem zuschüttet." Es müsse nun darum gehen, die Defizite der Pandemie aufzuarbeiten, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. "Wir müssen überall da besser werden, wo wir sehen, dass etwas nicht funktioniert hat."

Laschet sprach sich dafür aus, die Maskenpflicht zu überprüfen. "Wenn wir in den Landkreisen Zahlen nahe null haben, stellt sich in der Tat die Frage, ob wir die Maske noch brauchen." Die Maske sei kein Selbstzweck. "Wir sollten stufenweise beginnen: Erst draußen die Maskenpflicht zurückfahren, bei weiterem Erfolg auch drinnen."

6.44 Uhr: Panne in Kühlkette - 600 Spontanimpfungen in Friesland

Wegen einer Panne in der Kühlkette sind in Niedersachsen im Landkreis Friesland kurzfristig 600 Impfdosen zusätzlich verabreicht worden. Der Kreis hatte am Mittwochnachmittag Friesländerinnen und Friesländer ohne Impftermin aufgerufen, sich schnellstmöglich bis zum frühen Abend auf den Weg ins Impfzentrum nach Schortens zu machen. „Es gab einen großen Andrang“, sagte eine Kreissprecherin. Rund 1.000 Menschen kamen nach dem Aufruf. Da nicht für alle ausreichend Impfdosen verfügbar waren, habe vielen wieder abgesagt werden müssen, sagte die Sprecherin. Diese hätten aber verständnisvoll reagiert.

Beim Eintreffen der Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer am Impfzentrum sei festgestellt worden, dass die Kühltemperatur nicht durchgehend eingehalten worden sei, sagte die Sprecherin. Warum es dazu kam, war zunächst unklar. Nach Rücksprache mit dem Landesgesundheitsamt musste der Stoff daher komplett und sofort verabreicht werden. Von den insgesamt 1.200 Dosen war die Hälfte ohnehin für Impfungen am Mittwoch verplant. Wegen der zusätzlichen Impfungen am Mittwoch sollen an den folgenden Tagen keine bereits vergebenen Impftermine ausfallen.

6.21 Uhr: Mehr als die Hälfte der Bürger will mehr Kompetenzen für den Bund

Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist für eine Änderung der föderalen Kompetenzverteilung zugunsten des Bundes. 51 Prozent sind dafür, die bestehende Gewaltenteilung entsprechend zu ändern. 41 Prozent meinen, die bestehende Gewaltenteilung hätte sich bewährt. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Beamtenbunds dbb, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. dbb-Chef Ulrich Silberberg sagt, die Daten zeigten, "dass es höchste Zeit ist, grundsätzlich über die politischen Entscheidungsprozesse und die Kompetenzverteilung in Deutschland zu diskutieren". Die Corona-Pandemie habe Reformbedarf gezeigt.

5.55 Uhr: Mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage in dritter Corona-Welle

Zahlreiche Eltern haben sich in der dritten Corona-Welle wegen geschlossener Kitas und Schulen krankschreiben lassen. Aktuelle Zahlen der größten deutschen Krankenkassen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, zeigen, dass zwischen Januar und Mai dieses Jahres mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage von Eltern genommen wurden, weil die Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt in Betrieb waren.

Mehr als 600.000 Mal wurde pandemiebedingtes Kinderkrankengeld in dieser Zeit beantragt, wie der AOK-Bundesverband, die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer und die DAK-Gesundheit auf dpa-Anfrage mitteilten. Den Daten der Kassen zufolge nutzten Eltern das Angebot besonders stark im Februar. Die Zahlen sanken dann in den Folgemonaten mit zunehmender Öffnung des Schul- und Kitabetriebs immer weiter. Laut Barmer nahmen Eltern im Schnitt zwei bis drei Kinderkrankentage im Monat.

Wegen der Corona-Maßnahmen hatte die Politik die Zahl der Kinderkrankentage im laufenden Jahr verdreifacht und erlaubt, dass diese nicht nur bei Krankheit eines Kindes genommen werden können, sondern auch bei Schul- und Kitaschließungen oder Notbetrieb. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

5.38 Uhr: Impfstoff-Kandidat Curevac verfehlt statistische Ziele

Der Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV von Curevac hat bei einer zweiten Zwischenanalyse die statistischen Ziele verfehlt. Das teilte das Tübinger Unternehmen in der Nacht auf Donnerstag in einer Pflichtmitteilung mit. "In einer bislang beispiellosen Umgebung mit mindestens 13 Varianten innerhalb der untersuchten Teilmenge der Studienteilnehmer in dieser Zwischenanalyse erzielte CVnCoV eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades und erreichte damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien." Die in den USA gehandelte CureVac-Aktie brach im nachbörslichen Handel um zunächst fast 40 Prozent ein.

Erste Analysen hätten gezeigt, dass die Wirksamkeit von der untersuchten Altersgruppe und den Virusstämmen abhänge, hieß es weiter. Das Data Safety Monitoring Board (DSMB) habe ein gutes Sicherheitsprofil bestätigt, die Studie werde bis zur endgültigen Analyse fortgesetzt. Der Impfstoffkandidat der ersten Generation befindet sich im letzten Stadium der klinischen Entwicklung. Eine erste Zwischenanalyse hatte keine Sicherheitsbedenken festgestellt. CureVac arbeitet mit Bayer zusammen.

5.17 Uhr: RKI registriert 1.330 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 11,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). In Sachsen liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit 7,1 sogar noch deutlich darunter. Sachsenweit ist die Inzidenz mit 2,2 im Vogtlandlandkreis am niedrigsten. Auch die Städte Leipzig (5,7), Chemnitz (6,5) und Dresden (6,6) liegen im einstelligen Bereich. Am höchsten ist die Inzidenz im Erzgebirgskreis - sie liegt dort bei 15,5.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.718.955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.594.700 an.

Donnerstag, 5 Uhr: Rechnungshof kritisiert Beschaffung von Corona-Schutzmasken

Der Bundesrechnungshof hat die zentrale Beschaffung damals knapper Corona-Schutzmasken in der Frühphase der Pandemie durch das Bundesgesundheitsministerium kritisiert. Anzuerkennen sei, unter welch hohem Einsatz es im Frühjahr 2020 half, eine Notlage bei der Versorgung im Gesundheitswesen abzuwenden, heißt es in einem Prüfbericht an den Bundestag. Gerügt wird darin aber das "Fehlen einer systematischen Mengensteuerung". Die aus einer "massiven Überbeschaffung resultierenden Lagerbestände" und die aufgewendeten Haushaltsmittel und Personalkapazitäten seien "nicht wirtschaftlich für eine wirksame Pandemiebekämpfung eingesetzt" worden.

Die kontrahierte Gesamtmenge aus allen Beschaffungswegen übersteige
mit 5,8 Milliarden Schutzmasken selbst einen vom Ministerium "auf der Grundlage sachfremder Annahmen" berechneten Jahresbedarf von 4,7 Milliarden Masken noch um 23 Prozent, heißt es in dem Bericht. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, auch der "Spiegel" berichtete darüber. Die zu den Beschaffungsausgaben von 6,3 Milliarden Euro hinzukommenden Kosten von bislang 320 Millionen Euro etwa für Transport, Lagerung, Qualitätsprüfungen und externe Beratung könnten durch Rechtsstreitigkeiten und Entsorgungskosten weiter ansteigen.

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

21.53 Uhr: Zahl der Verkehrstoten in der EU auf Rekordtief

Die Zahl der Verkehrstoten in der EU ist einer Erhebung zufolge im Corona-Jahr 2020 so stark gefallen wie seit zehn Jahren nicht. Rund 18.800 Menschen starben im vergangenen Jahr auf Europas Straßen und damit rund 3.900 weniger als noch 2019, wie das European Transport Safety Council (ETSC) am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Die Nichtregierungsorganisation führt den Rückgang hauptsächlich auf das geringere Verkehrsaufkommen in der Corona-Pandemie zurück. In den Jahren zuvor waren die Zahlen nur leicht zurückgegangen und zwischenzeitlich auch wieder angestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2010 habe sich die Zahl der Verkehrstoten um 37 Prozent verringert, teilte das ETSC mit.

Die EU hatte sich für den Zeitraum ursprünglich eine Halbierung der Todeszahlen im Straßenverkehr zum Ziel gesetzt. Der Organisation zufolge erreichte lediglich Griechenland (minus 54 Prozent) diese Zielmarke. In Deutschland starben demnach 2020 rund 25 Prozent weniger Menschen auf den Straßen als zehn Jahre zuvor. Damit habe sich der Abwärtstrend in der Bundesrepublik langsamer als im EU-Schnitt entwickelt. Mit rund 33 Verkehrstoten pro Millionen Einwohner sei die Todesrate auf Deutschlands Straßen jedoch generell niedriger als im EU-Mittel.

21.24 Uhr: Ungarn öffnet nach Pandemie am 24. Juni die Schengen-Binnengrenzen

Das EU-Land Ungarn hebt am 24. Juni die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums wieder auf. Dies erklärte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Mittwoch in der Botschaft seines Landes in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Voraussetzung dafür sei, dass es in Hinblick auf die Pandemie bis dahin "keine unerwartete Wendung" gibt, fügte er hinzu. Szijjarto sprach am Mittwoch in Bratislava mit Vertretern der Parteien der ethnischen Ungarn, die sich demnächst vereinigen wollen. Zur Aufhebung der Grenzkontrollen, die sich auf die Nachbarländer Österreich, Slowakei und Slowenien bezieht, sagte er: "Wenn es gelingt, die Entscheidung umzusetzen, wird man endlich wieder jeden Grenzübergang zwischen den beiden Ländern (Ungarn und Slowakei) frequentieren können."

Im Zuge der Pandemiebekämpfung hatte Ungarn zahlreiche kleine Grenzübergänge völlig geschlossen. Ungarn hatte am 1. September des Vorjahres eine sogenannte Grenzsperre eingeführt. Ausländer dürfen seitdem nicht ins Land, jedoch gibt es viele Ausnahmen, so etwa für Geschäftsreisende und Pendler. Touristische Reisen sind allerdings noch nicht möglich. Insofern ist nicht klar, was die Aufhebung der Kontrollen an den Schengen-Binnengrenzen für potenzielle Urlauber bedeutet. Seit mehreren Wochen erlaubt Ungarn, dass Menschen ins Land kommen, die in einem der Länder gegen Corona geimpft wurden, mit denen es eine Vereinbarung zur wechselseitigen Anerkennung der jeweiligen Impfnachweise getroffen hat.

Derzeit ist das Übernachten in Ungarns Hotels und Pensionen an die Vorlage eines derartigen Impfnachweises gebunden. Unter den Ländern, deren Impfnachweise anerkannt werden, sind die Slowakei und Slowenien, nicht aber Deutschland und Österreich.

20.58 Uhr: Zweifach geimpft - und trotzdem Corona

Der Kamenzer Alex Theile kommt gerade von der Corona-Nachuntersuchung und kann aufatmen: Der Test ist negativ - ein positives Zeichen. Das Testergebnis hat er auf dem Mobiltelefon gespeichert. Bis zum Sonnabend muss der Jurist und Stadtrat noch in Quarantäne bleiben. Und er ist um einige Erfahrungen reicher. Die möchte er auch gern an andere Menschen weitergeben.

Ziemlich genau drei Wochen nach der zweiten Immunisierung mit Astrazeneca kam für Alex Theile die Hiobsbotschaft: Corona positiv. Die ersten Symptome hatten der Kamenzer schon zwei Tage vor dem Test. Wo und wie er sich angesteckt hat und warum er dennoch jedem zur Impfung rät, erfahren sie hier im Artikel.

Seit zwei Wochen in Quarantäne: Den Kamenzer Alex Theile hat das Virus trotz zweifacher Impfung erwischt. Das Foto entstand aus sicherer Entfernung über den Gartenzaun.
Seit zwei Wochen in Quarantäne: Den Kamenzer Alex Theile hat das Virus trotz zweifacher Impfung erwischt. Das Foto entstand aus sicherer Entfernung über den Gartenzaun. © René Plaul

20.35 Uhr: Virusvariante Delta nimmt in Deutschland deutlich zu

Die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle in Deutschland.

20.16 Uhr: Theater Plauen-Zwickau plant Neustart nach Corona-Zeit

Nach der längeren Corona-Pause plant das Theater Plauen-Zwickau ab der nächsten Spielzeit die Rückkehr zum regulären Betrieb. Unter dem Motto "Wiedersehen" soll ab Mitte September die Eröffnung des frisch sanierten Zwickauer Gewandhauses das erste Highlight werden, sagte Generalintendant Roland May bei einer Vorstellung des Programms am Mittwoch. Geplant ist dort die Premiere der Oper "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart. "Einige der jetzigen Stücke haben wir bereits vor einem Jahr bis zur Endprobe fertiggestellt, aber bisher noch nie zeigen können", sagte May. Im Plauener Haus sollen die Oper "Tamerlano" von Georg Friedrich Händel und das musikalische Märchen aus Armenien "Nachtigall Tausendtriller" Besucher in der nächsten Spielzeit anlocken. Außerdem sind acht Sinfoniekonzerte am Theater Plauen-Zwickau geplant.

Einen besonderen Beitrag möchten die beiden fusionierten Theaterhäuser in Plauen und Zwickau zur Erinnerung an die Verbrechen der NSU-Terroristen vor zehn Jahren leisten. Das Schauspiel "Aus dem Nichts" werde in diesem Rahmen in Zwickau im Oktober gezeigt, erklärte Oberspielleiterin Maxi Ratzkowski. Hintergrund ist das bundesweite Theaterprojekt "Kein Schlussstrich", bei dem 14 deutsche Städte im Herbst auf die Morde von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt aufmerksam machen wollen, die 2011 dann selbst tot aufgefunden wurden. Zwickau und Plauen würden sich mit mehreren Veranstaltungen rund um den Themenkomplex des NSU beteiligen, kündigte Ratzkowski an.

19.44 Uhr: Verkehrsminister: Maskenpflicht im ÖPNV beibehalten

Die Verkehrsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, trotz der stark gesunkenen Corona-Inzidenzwerte die Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beizubehalten. In einer Videokonferenz sprach sich die Ministerrunde am Mittwoch für eine bundeseinheitliche Regelung aus. "Das verbindliche Tragen einer medizinischen Maske ist ein wesentlicher Grund dafür, den ÖPNV bei Beachtung der Corona-Regeln nutzen zu können", sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, die Bremer Senatorin Maike Schaefer (Grüne).

Die Länder seien übereinstimmend der Auffassung gewesen, dass für das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste und deren Vertrauen in den ÖPNV sowie zum Schutz vor Infektionen weiterhin die Notwendigkeit zum Tragen medizinischer Masken bestehe.

Auch Passagiere der Berliner S-Bahn sollen die Masken weiterhin tragen.
Auch Passagiere der Berliner S-Bahn sollen die Masken weiterhin tragen. © Bernd von Jutrczenka/dpa (Archiv)

18.53 Uhr: Jazztage Dresden sollen positives Lebensgefühl in die Stadt bringen

Dresden swingt, groovt und feiert 2021 wieder live. Mit mehr Veranstaltungen, neuen Formaten und den besten Solokünstlern und Ensembles der Szene wollen die Jazztage Dresden (20. Oktober bis 21. November) unter dem Motto "Jazzt erst recht!" dieses positive Lebensgefühl in die Stadt holen. Sie seien sehr glücklich, dass die Jazztage dank der Corona-Hilfen durch Bund, Land und Stadt wirtschaftlich abgesichert seien, sagte Intendant Kilian Forster am Mittwoch. So könnten Veranstaltungen im Ausnahmefall auch mit kleinerem Publikum oder eintrittsfrei stattfinden. In Zusammenarbeit mit Partnern und Förderern werde das Festival mit einem neuen Konzept nach kulturellem Stillstand erweitert - um eine "Summertime" open air bereits ab diesem Samstag.

Die Veranstalter kündigten dafür unter anderem die 30-jährige amerikanische Jazzsängerin Jazzmeia Horn "als Verkörperung der Renaissance des Jazz in der jungen Generation von heute" an. Sie steht für das neue Nachwuchs-Format "Jazz'n'future". Zu Gast sind auch die schwedischen Musiker von Dirty Loops, "die optisch eher an Tokio Hotel erinnern", und ganz junge Talente wie Markus Manz, ToyToy, Isfar Sarabski oder die Dresdnerin Karoline Weidt. Im Herbst dann werden den Angaben nach "Topstars" aus aller Welt sowie "lokale Acts von besonderer Qualität" erwartet.

18.29 Uhr: Höchster Wert an Neuinfektionen in Großbritannien seit Februar

Die Delta-Variante des Coronavirus treibt die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien weiter deutlich in die Höhe. Am Mittwoch meldeten die Behörden 9.055 neue Fälle - das waren etwa 1.380 mehr als am Vortag und der höchste Tageswert seit Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die noch Anfang Mai unter 20 lag, stieg mittlerweile wieder auf deutlich mehr als 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wie schnell sich das Virus derzeit ausbreitet, zeigt die Gesamtzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage: 55.216 Fälle zwischen dem 10. und 16. Juni bedeuten ein Plus von fast einem Drittel im Vergleich zur Vorwoche. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer in etwa gleicher Höhe aus. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm im Wochenvergleich sogar um 40 Prozent zu. Bisher wurden 57,8 Prozent der Erwachsenen die für den vollen Schutz notwendigen zwei Impfdosen verabreicht.

18.18 Uhr: Spahn befürwortet Masken im Unterricht vorerst bis zu Sommerferien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn befürwortet es, wenn im Schulunterricht vorerst noch eine Corona-Maskenpflicht beibehalten wird. Er habe "großes Verständnis" für die Bundesländer, die zumindest bis in die Sommerferien hinein dieses Maß an Sicherheit geben wollten, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in München nach Beratungen mit seinen Länderkollegen. Über das Vorgehen nach den Sommerferien würden die Kultusminister im Lichte der Entwicklung und der Impfungen beraten.

In Schulen seien naturgemäß viele Menschen in einem geschlossenen Raum, auch wenn man Fenster öffnen könne. Masken seien nervig, aber im Vergleich zu allem anderen eine einfach und erträglich umzusetzende Maßnahme, sagte Spahn. Wenn alle in einem Raum sie trügen, gebe dies viel Schutz und Sicherheit. Der Minister verwies auch darauf, dass es Impfungen für Kinder unter 12 Jahre nicht gebe. Ab 12 Jahre seien sie gerade erst möglich geworden und außerdem eine Abwägungsfrage.

18.02 Uhr: Corona geleugnet und Personal belästigt: Klinik-Verbot für Briten

Sie stellten die Corona-Pandemie in Live-Videos aus Kliniken als Falschmeldung dar und belästigten das Personal - nun dürfen vier Männer in England nur noch aus medizinischen Gründen ein Krankenhaus betreten. Die Polizei der westenglischen Stadt Worcester belegte die Männer im Alter von 27 bis 34 Jahren mit einem entsprechenden Verbot, sie müssen zudem Geldstrafen wegen Verstoßes gegen Corona-Regeln zahlen. Das Quartett hatte Krankenhauspersonal belästigt, als es in Livestreams aus mehreren Kliniken behaupteten, die Corona-Risiken würden völlig übertrieben dargestellt. Die Männer trugen dabei weder Masken noch hielten sie Abstand, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte."

Dieser Fall unterstreicht, dass wir nicht zögern werden, Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten, wenn sich dies negativ auf die Gesundheit des Personals, der Patienten und der Allgemeinheit auswirkt - auch wenn alle Anspruch auf Meinungsfreiheit haben", betonte die Polizei. Die Männer hatten die Videos zu Jahresbeginn in mehreren Städten gedreht, kurz vor dem Höhepunkt der Pandemie in Großbritannien.

17.38 Uhr: Gesundheitsminister für weitere Corona-Absicherung durch Tests

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern setzen trotz sinkender Corona-Zahlen auf eine weitere Absicherung über breit angelegte Tests - auch mit Blick auf die Sommerurlaubszeit. Vorgaben für Reiserückkehrer aus dem Ausland sollen dafür bis mindestens Mitte September verlängert werden, wie Bundesminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in München nach Beratungen mit seinen Länderkollegen sagte. (Pressemitteilung)

Nach Angaben des bayerischen Ressorts als Vorsitzland soll an der generellen Testpflicht für Flugreisende vor dem Abflug festgehalten werden. Die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit hohen Infektionszahlen sowie aus Gebieten mit neuen Virusvarianten sollen bestehen bleiben. Im Straßen- und Bahnverkehr an den Grenzen soll es verstärkt Kontrollen geben. Die Länder wollen zudem flächendeckende Schnelltests zwei Mal pro Woche in Schulen und Kitas aufrechterhalten.

Bund und Länder wollen über den Sommer ein Konzept erarbeiten, um kostenlose Bürgertests gegebenenfalls auch im Herbst und Winter fortzusetzen. Firmen sollen verpflichtet werden, in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern weiterhin zunächst bis Ende September regelmäßig ein Testangebot zu machen. Besonders in den Blick genommen werden sollen langfristige Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche. Ersten Studien zufolge fühlten sich viele psychisch belastet, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). "Kinder dürfen nicht durch Lockdown und Schutzmaßnahmen zu Corona-Verlierern werden."

Die Ministerkonferenz bittet daher den Bundestag, eine Kommission dazu einzurichten. Ziel ist demnach unter anderem ein Bericht zu Spät- und Langzeitfolgen der Corona-Schutzmaßnahmen sowie von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern. Die Minister sprachen sich zudem dafür aus, in den nächsten Wochen ein Konzept zur Zukunft der Impfzentren zu erarbeiten. Deren Finanzierung durch den Bund ist vorerst bis 30. September gesichert.

17.15 Uhr: Digitaler Corona-Impfnachweis in sechs sächsischen Impfzentren

Vollständig Geimpfte erhalten in sechs sächsischen Impfzentren ab sofort Zertifikate für einen digitalen Impfnachweis. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, ist der Nachweis in Belgern, Zwickau, Riesa, Borna, Kamenz und Pirna zu haben. Die anderen der insgesamt 13 Impfzentren sollen in dieser Woche folgen. Dafür wird in den Einrichtungen zusätzliches Personal eingesetzt. Das Angebot richtet sich aber nur an diejenigen mit einer tagesaktuellen Impfung. Digitale Nachtragungen seien nicht möglich, hieß es. Dafür müssen sich bereits Geimpfte an Apotheken wenden.

"Der digitale Impfnachweis ist eine zusätzliche und freiwillige Möglichkeit, um Impfungen zu dokumentieren", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Geimpfte könnten damit etwa den Zeitpunkt der Corona-Schutzimpfung sowie den jeweiligen Impfstoff auf ihrem Smartphone speichern. Bereits seit diesem Montag können sich Geimpfte deutschlandweit in Apotheken einen digitalen Impfnachweis ausstellen lassen. Bald soll dies nach Ministeriumsangaben auch bei Ärzten möglich sein.

Für den Nachweis übermitteln Apotheken oder Impfzentren die notwendigen Daten an das Robert Koch-Institut. Mit einem Barcode lässt sich dann der Impfstatus scannen. Der sogenannte QR-Code kann aber auch auf Papier vorgezeigt werden. Auch der gelbe Impfausweis ist weiterhin gültig.

Ein Smartphone zeigt den QR Code eines digitalen Impfausweises, während auf dem Tisch Impfbuch liegt.
Ein Smartphone zeigt den QR Code eines digitalen Impfausweises, während auf dem Tisch Impfbuch liegt. © Oliver Dietze/dpa

16.56 Uhr: Krankenhäuser steigern im Pandemiejahr 2020 ihre Erlöse

Die Krankenhäuser haben nach Angaben der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) im Pandemiejahr 2020 rund 13 Prozent weniger Fälle behandelt als im Vorjahr. Dennoch haben sie ihre Erlöse um 15 Prozent gesteigert, wie der GKV-Spitzenverband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Jahresdurchschnitt waren nach den Angaben zwei Prozent aller Krankenhausfälle Corona-Patienten. "Mit Beginn der Pandemie haben die Krankenhäuser umsichtig reagiert und schnell und unbürokratisch gehandelt", lobte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband die Arbeit in den Kliniken. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung habe in der Krise die flächendeckende Versorgung der Menschen sichergestellt.

Allerdings hätten sich auch sehr deutlich Schwächen gezeigt. Stoff-Ahnis sieht daher "akuten Reformbedarf in der Krankenhausversorgung". Notwendig sei "vor allem eine ausreichende Personaldecke". Pflegekräfte müssten durch Pflegepersonaluntergrenzen vor Überlastung geschützt werden, so Stoff-Ahnis. Mit einem Anstieg der Einnahmen aus der Krankenversicherung und weiterem Geld aus dem Bundeshaushalt von insgesamt 80,3 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 92,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sei die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser in der Pandemie gesichert worden. Andererseits seien mit Geld strukturelle Schwächen zugedeckt worden. "Dieses goldene Jahr der Krankenhausfinanzierung darf nicht über den gewaltigen Reformbedarf hinwegtäuschen", appellierte Stoff-Ahnis an die Gesundheitspolitik.

16.40 Uhr: Impfzentren sollen in Bereitschaft bleiben

In Deutschland sollen über den Sommer hinaus Impfzentren in Bereitschaft gehalten werden. Bund und Länder vereinbarten, dass die Länder ein entsprechendes Konzept entwickeln, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach turnusmäßigen Beratungen mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen in München mitteilte.

Gewährleistet werden soll demnach ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten sie auch schnell wieder hochgefahren werden. Der Bund sei weiter bereit, die Zentren mit zu finanzieren. Die Finanzierung der regionalen Impfzentren der Länder durch den Bund ist bisher nur bis Ende September vereinbart. Zum Start der Sommerreisesaison rief Spahn zu Vorsicht im Urlaub auf. "Reisen ja - aber bitte weiterhin mit Vorsicht und Umsicht", sagte er. Die Gesundheitsminister hätten sich darauf verständigt, dass die Reiseregeln bis mindestens Mitte September weiter gelten sollten - "mindestens bis zum Ende der Reisezeit", betonte Spahn.

Er rief Reisende dazu auf, die Regelungen lückenlos zu beachten. Spahn nannte die Regeln noch einmal: Wer aus Risikogebieten zurückkehrt, muss 10 Tage in Quarantäne - außer man weist aktiv eine Negativtestung nach. Wer aus Hochinzidenzgebieten nach Deutschland einreist, muss 10 Tage in Quarantäne - frühestens nach 5 Tagen ist eine Freitestung möglich. Bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet gilt 14 Tage Quarantäne ohne Möglichkeit der Freitestung. Spahn sagte, die Regierung wolle die Virusvarianten so lange es geht aus dem Land halten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), nimmt an der abschließenden Pressekonferenz nach der Gesundheitsministerkonferenz in München teil.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), nimmt an der abschließenden Pressekonferenz nach der Gesundheitsministerkonferenz in München teil. © Peter Kneffel/dpa

16.19 Uhr: 10.000 Euro Strafe für Dortmunds Handballerinnen

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund müssen für ihr verweigertes Antreten im Champions-League-Playoff gegen den französischen Vertreter Metz Handball eine Strafe von 10.000 Euro bezahlen. Das teilte die Europäische Handball-Föderation (EHF) am Mittwoch mit. Die Dortmunderinnen waren im März nicht angetreten, da die Austragung der Spiele nach Ansicht von Borussia-Vorstand Andreas Heiermann aufgrund der damaligen Corona-Lage "unverantwortlich" gewesen sei. Der deutsche Meister kann innerhalb der nächsten sieben Tage Berufung einlegen.

16.02 Uhr: Reise-Aufholjagd für den Sommer

Sinkende Corona-Zahlen, steigende Impfquoten und das Ende der Reisewarnung für viele Länder kurbeln die Nachfrage bei Tui kräftig an. "Die Aufholjagd für den Sommerurlaub ist gerade in vollem Gange und die Konsumlaune für Reisen scheint täglich zuzunehmen", berichtete Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak am Mittwoch in Hannover. "Wir verzeichnen starke Buchungswochen, die seit Mai sogar das Niveau der Vergleichswochen von 2019 toppen. Die beliebtesten Urlaubsziele liegen sogar prozentual zweistellig im Plus", sagte der Manager kurz vor Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern. Was der Branchenprimus jetzt vorhat, erfahren Sie hier.

Die Nachfrage nach Reisen steigt stark an.
Die Nachfrage nach Reisen steigt stark an. © Clara Margais/dpa/dpa (Symbolfoto)

15.44 Uhr: Corona-Hilfen für freie Musikschulen und Tanzlehrer in Sachsen

Freie Musikschulen sowie private Musik- und Tanzlehrer können ab sofort Corona-Hilfen beantragen. Bis Ende Juli könnten Anträge über die Sächsische Aufbaubank (SAB) gestellt werden, teilte das Kulturministerium am Mittwoch mit. Rund zwei Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. "Durch die Pandemie musste in den geförderten Musikschulen in Sachsen und bei zahlreichen freien und privaten Honorar-Lehrkräften sehr viel Unterricht ausfallen", sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Dadurch seien sowohl für die Einrichtungen als auch für die Lehrkräfte hohe Einnahmeausfälle entstanden.

Mit der Förderung sollten finanzielle Engpässe überbrückt und die Existenz von Anbietern musisch-kultureller Bildung gesichert werden, hieß es. Bereits 2020 hatte das Ministerium coronabedingte Ausfälle zum Teil ausgeglichen. Mehr als 400 000 Euro wurden an 36 Musikschulen sowie rund 830 000 Euro an gut 1000 freie Anbieter von außerschulischem Musikunterricht gezahlt.

15.29 Uhr: Homeoffice-Pflicht läuft mit Bundesnotbremse Ende Juni aus

Arbeitgeber müssen ab Juli aller Voraussicht nach kein Homeoffice mehr anbieten. Die entsprechende Pflicht läuft zum Monatsende aus, und Absichten sie zu verlängern gibt es nach Angaben aus der Bundesregierung nicht. "Die gesetzliche Homeoffice-Pflicht ist Teil des Infektionsschutzgesetzes, besser bekannt als Notbremse, und wird Ende Juni auslaufen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) der "Wirtschaftswoche". Dass eine Verlängerung der sogenannten Bundesnotbremse, die konkrete bundesweite Corona-Regeln vorschreibt, nicht geplant ist, hatte die Regierung schon Ende Mai angekündigt. Arbeitgeber mussten der Vorgabe zufolge Homeoffice anbieten, "wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen".

Nach Angaben des Arbeitsministeriums wird im Moment über Regeln am Arbeitsplatz nach der Homeoffice-Pflicht beraten. Das Homeoffice habe einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz geleistet, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Ihren Angaben zufolge will das Ministerium nun die Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Flächen-, Abstands- und Maskenvorgaben für den Arbeitsplatz macht und ebenfalls Ende des Monats auslaufen würde, anpassen und verlängern.

Eine Homeoffice-Pflicht ist auch in dieser Verordnung nach einem Bericht des Nachrichtenportals "The Pioneer" nicht vorgesehen. Es gehe nur um "grundlegende Vorgaben" am Arbeitsplatz wie die Kontaktreduzierung, die Testangebotspflicht und die Verpflichtung zu Hygienekonzepten. Die neue Verordnung solle am kommenden Mittwoch im Kabinett beschlossen werden und dann von Juli bis Ende September gelten.

15.07 Uhr: Ganz wenig Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Mittwoch lediglich 25 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es noch 152 gewesen, vor einem Monat 397. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.556. In den vergangenen 24 Stunden wurden zudem 7 weitere Todesfälle registriert, insgesamt sind damit 9.994 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

14.42 Uhr: Frankreich beendet Ausgangssperre und Maskenpflicht im Freien

Frankreich lockert in dieser Woche weitere Corona-Maßnahmen. Das Tragen von Masken im Freien ist ab Donnerstag nur noch bei Menschenansammlungen verpflichtend, wie Premierminister Jean Castex am Mittwoch verkündete. Die nächtliche Ausgangssperre ab 23.00 Uhr entfällt demnach ab Sonntag. Eigentlich sollte die Regelung noch bis Ende des Monats gelten. Castex sagte, die Situation habe sich schneller als erwartet verbessert. In keinem Département auf dem Festland gebe es eine besorgniserregende Entwicklung. Auch in den Überseegebieten verbessere sich die Lage. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche bei etwa 40.

Mit den sinkenden Corona-Zahlen war in den vergangenen Wochen immer wieder ein Ende der Maskenpflicht im Freien diskutiert worden, einige Gebiete preschten vor. Castex betonte nun, dass eine Pflicht weiterhin gelte, wenn es eng werde oder viele Menschen aufeinander träfen - etwa in Warteschlangen oder im Stadion. Das Ende der Ausgangssperre kommt in Frankreich pünktlich zur Fête de la Musique am 21. Juni. Weitere vorgesehene Hygienemaßnahmen blieben aber bestehen, kündigte Castex an.

14.26 Uhr: Johnson & Johnson liefert nach EU-Angaben weniger als geplant

Der US-Hersteller Johnson & Johnson kann nach Angaben der EU-Kommission sein Lieferziel für Corona-Impfstoff bis Ende Juni nicht einhalten. Die den EU-Staaten zugesagte Menge von 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal werde nicht erreicht, sagte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Wie viel geliefert werde, könne er noch nicht sagen. Der Sprecher bekräftigte aber das Ziel, bis Ende Juli insgesamt genug Corona-Impfstoff verschiedener Hersteller zu haben, damit 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft werden können.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist wichtig für die europäische Impfkampagne, weil anders als bei anderen Vakzinen eine Dosis für den vollen Impfschutz ausreicht. Sehr seltene Thrombosefälle bei Geimpften hatten kritische Fragen aufgeworfen, doch hat der Impfstoff weiter die uneingeschränkte Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur EMA.

Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson stehen in der Apotheke zur Verteilung bereit.
Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson stehen in der Apotheke zur Verteilung bereit. © David Zalubowski/AP/dpa (Archiv)

14.10 Uhr: Moskau führt Corona-Pflichtimpfungen in Unternehmen ein

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verpflichtet Russlands Hauptstadt Moskau eine Reihe von Unternehmen, mindestens 60 Prozent ihrer Mitarbeiter impfen zu lassen. Unter anderem im Handel, in der Gastronomie sowie im Bildungs-, Kultur- und Sportbereich soll diese Impfquote bis Mitte August erfüllt sein, wie aus einer Anordnung der obersten Amtsärztin Moskaus, Jelena Andrejewa, hervorgeht. Die neue Regelung gilt auch für staatliche und kommunale Einrichtungen.

Auch rund ein halbes Jahr nach dem Start der Massenimpfungen zögern viele Menschen weiterhin, sich mit einem der russischen Präparate immunisieren zu lassen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin zufolge sind bislang erst 1,8 Millionen Menschen in seiner Stadt gegen Corona geimpft - das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung in der Metropole mit zwölf Millionen Einwohnern. Russlandweite Pflichtimpfungen seien nicht geplant, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Moskau zuletzt massiv angestiegen. Am Mittwoch registrierten die Behörden mehr als 5700 neue Fälle binnen 24 Stunden. Bürgermeister Sobjanin nannte die Entwicklung "dramatisch". Als Reaktion hatte er bereits arbeitsfreie Tage bis zum kommenden Sonntag angeordnet. Im selben Zeitraum bleiben auch öffentliche Spielplätze geschlossen sowie zwischen 23 Uhr und 6 Uhr auch Restaurants und Clubs.

13.55 Uhr: EU-Agentur: Randgruppen auch beim Impfen zumeist benachteiligt

Benachteiligte Gesellschaftsgruppen sind laut einem EU-Menschenrechtsbericht auch in vielen nationalen Covid-Impfplänen zu kurz gekommen. Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) in Wien kritisierte am Mittwoch, dass der Fokus auf ältere Menschen, medizinisches Personal und Schlüsselkräfte manchmal den Blick auf andere Risikogruppen verstellt habe. Laut einem Bericht der FRA, der die Situation Ende April widerspiegelt, waren nur in einem Drittel der EU-Länder Gefangene für Impfungen bevorzugt vorgesehen, obwohl sie wegen ihrer gedrängten Unterbringung einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

In vielen Ländern war zudem keine Priorisierung für Obdachlose, Geflüchtete, Migranten und Angehörige der Roma vorgesehen. Auch diese Gruppen seien wegen ihrer Lebens- und Gesundheitssituation oft einer größeren Gefahr durch Covid-19 ausgesetzt, betonten die EU-Menschenrechtler. Nur in Deutschland, Österreich und Rumänien wurden sowohl Obdachlose als auch Gefangene sowie Menschen in Einrichtungen für Geflüchtete als priorisierte Gruppen definiert. Aber auch für Deutschland nannte die FRA Kritikpunkte: Die EU-Agentur zitierte Forderungen verschiedener Organisationen nach einem besseren Impf-Zugang für Migranten ohne Papiere, Gefangene und Sehbehinderte.

13.32 Uhr: Weiterer Anstieg der Paketmenge erwartet

Nach dem Bestellboom in der Corona-Krise rechnen Paketdienste mit noch mehr Sendungen. In diesem Jahr werden die Unternehmen voraussichtlich rund 320 Millionen Pakete zusätzlich zustellen, wie der Bundesverband Paket und Expresslogistik am Dienstag in Berlin mitteilte. Im vergangenen Jahr war die Sendungsmenge um rund 400 Millionen auf 4,05 Milliarden gewachsen. Der größte Teil davon sind Pakete an Privathaushalte. Zunehmend würden auch Alltagsgüter für den täglichen Bedarf geliefert, sagte Verbandspräsident Marten Bosselmann. Die Branche brauche in den nächsten Jahren tausende neue Beschäftigte.

Mehr als vier Milliarden Pakete sind im vergangenen Jahr verschickt worden, Tendenz steigend.
Mehr als vier Milliarden Pakete sind im vergangenen Jahr verschickt worden, Tendenz steigend. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolfoto)

13.07 Uhr: Studie: Lager der Corona-Kritiker in Sachsen stark ausgeprägt

Eine Studie des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) der Technischen Universität Dresden bestätigt die starke Verbreitung von Impf-Skepsis, Verschwörungsdenken und Regierungskritik im Zuge der Corona-Pandemie in Sachsen. Es gebe aber Unterschiede zwischen Regionen, sozialen Gruppen, politischer Orientierung, sagte MIDEM-Direktor Hans Vorländer bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch in Dresden.

"Das Bild, dass Sachsen ein Kernland der Querdenker sei und eine in Teilen renitente Bevölkerung habe, die einzelne Maßnahmen strikt ablehnt, ist so gezeichnet zurückzuweisen." Die Befunde unterschieden sich nicht grundlegend von denen für Gesamtdeutschland. "Das Lager der Corona-Kritiker ist stark ausgeprägt", stellte Vorländer fest. Viele der Befragten lehnten die staatlichen Schutzmaßnahmen ab, zeigten Verständnis für Corona-Proteste und ein erheblicher Teil der Bevölkerung sei coronabezogenem Verschwörungsdenken sehr nah. Mehr zum Thema Corona-Kritiker lesen Sie hier.

12.49 Uhr: Aktivisten von Fridays for Future wollen wieder regelmäßig streiken

Die Aktivisten von Fridays for Future wollen in den kommenden Wochen vor der Bundestagswahl wieder jeden Freitag auf die Straße gehen, um für mehr Klimaschutz zu streiken. Das teilte die Organisation am Mittwoch mit. An diesem Freitag soll es mit Protesten an 25 Orten in Deutschland losgehen. In mehreren Städten, darunter Berlin, Köln und Hamburg, sind Protestaktionen geplant. Nach Angaben von Fridays for Future werden sich auch die Gewerkschaft Verdi, Sportvereine und Kirchen an den Streiks beteiligen, um eine sozialgerechte Klimawende zu fordern. Die Streiks sollen, wie die Organisatoren betonen, trotz der gesunkenen Corona-Infektionszahlen auch weiterhin unter Wahrung von Hygienevorschriften abgehalten werden.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke forderte am Mittwoch einen angemessenen finanziellen Ausgleich für Klimaschutzmaßnahmen, die die Kosten für Verbraucher hochtreiben könnten. "Klimapolitik darf uns sozial nicht spalten. Deshalb brauchen wir ehrgeizige Klimaziele und ein sozial gerechtes Klimageld", erklärte Werneke.

Die Bewegung Fridays for Future kämpft seit ihrer Gründung im Sommer 2018 gegen die Auswirkungen des Klimawandels und für die weltweite Einhaltung der Klimaziele. In diesem Jahr und mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September wollen die Aktivisten die Klima-und Umweltbelange wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

12.03 Uhr: Junge Menschen sind in der Pandemie müde, aber zuversichtlich

Trotz aller Belastungen in der Pandemie und der verbreiteten Corona-Müdigkeit blicken fast zwei Drittel der jungen Menschen in Europa optimistisch in die Zukunft. Die aktuelle Gefühlslage beschrieb allerdings jeder zweite Befragte eher als negativ - nämlich mit "müde", "unsicher", "genervt" oder "gestresst", wie die am Mittwoch vorgestellte Jugendstudie der Tui-Stiftung ergab. 52 Prozent sagten, ihre Lebenssituation habe sich verschlechtert, in Deutschland waren es 46 Prozent. Fast vier von zehn Menschen zwischen 16 und 26 verloren demnach in den vergangenen Monaten den Job oder verdienten weniger - in Deutschland waren es 29 Prozent, in Griechenland 58 Prozent.

Am belastendsten empfanden 72 Prozent der jungen Menschen das fehlende öffentliche und soziale Leben - wegen Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Geschäften, Cafès und Sportvereinen. Wie im Vorjahr hielten sich die jungen Erwachsenen nach eigenen Angaben aber überwiegend an die Corona-Regeln. Nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Befragten gab an, Maßnahmen und Empfehlungen zu ignorieren.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov im April 2021 mehr als 6.200 junge Menschen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen. Allein in Deutschland waren es 1.004.

11.45 Uhr: Spahn will Apotheken-Vergütung für digitalen Impfnachweis senken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Vergütung der Apotheken fürs Erstellen digitaler Corona-Impfnachweise zum 1. Juli senken. Je Zertifikat sollen es statt jetzt 18 Euro noch sechs Euro pro Zertifikat sein, teilte der CDU-Politiker am Mittwoch bei Beratungen mit seinen Länderkollegen mit, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die höhere Vergütung zu Beginn sollte demnach dazu dienen, Anlaufkosten etwa für Schulungen, IT-Ausstattung und Registrierungen zu finanzieren und an möglichst vielen Stellen ein Angebot für die Bürger zu schaffen. Die Zahlen der ersten zwei Tage in den Apotheken zeigten, dass dies gelungen sei.

Insgesamt seien über alle Ausgabestellen inzwischen mehr als zehn Millionen digitale Impfnachweise erstellt worden, berichtete den Spahn den Angaben zufolge weiter. Ausgegeben werden soll der digitale Nachweis direkt nach der zweiten Impfung in Impfzentren und Praxen. Nachträglich ist es seit Montag auch in vielen Apotheken möglich. Mehr als 10.000 Apotheken hätten mitgemacht, sagte Spahn. Darüber sei er positiv überrascht. Der EU-weit vereinbarte digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung zum weiter gültigen gelben Impfheft aus Papier.

11.19 Uhr: Weniger Biontech-Impfstoff im Juli

Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich reduzieren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagte. Eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen war für das dritte Quartal bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, allerdings nur ein leichter Rückgang.

Das Bundesministerium prognostiziert nun für die erste volle Juliwoche (KW 27) 3,2 Millionen Biontech-Dosen - nach 5,7 Millionen für die letzte Juniwoche. Einem Bericht des Magazins "Business Insider" zufolge soll die Impfstoffmenge in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen reduziert werden. Im Internet nennt das Bundesministerium für die zweite bis vierte Juliwoche diese Zahl auch offiziell, allerdings in Klammern gesetzt.

11.06 Uhr: Variante Lambda: WHO beobachtet Ausbreitung in Lateinamerika

Eine bisher vor allem in Lateinamerika auftretende Corona-Variante steht nun unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Version mit dem Namen Lambda möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, berichtete die Genfer UN-Behörde in der Nacht auf Mittwoch. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch noch nicht vor.

Die Variante wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. In dem Land wurden seit April 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel.

Corona-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung, die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten. Dazu gehört Lambda. Eine Stufe höher stehen die besorgniserregenden Varianten. Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, wegen der die geplante Corona-Öffnung in Großbritannien verschoben wird.

10.42 Uhr: Ifo kürzt Konjunkturprognose wegen Lieferengpässen

Die globalen Lieferengpässe werden nach der Konjunkturprognose des Ifo-Instituts die wirtschaftliche Erholung in Deutschland nach der Corona-Pandemie bremsen. Die Münchner Ökonomen erwarten für dieses Jahr noch ein Wachstum von 3,3 Prozent, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Das wären 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im März erwartet. Kurzfristig dämpfend wirken nach Einschätzung des Konjunkturforschers Timo Wollmershäuser vor allem die Engpässe bei der Lieferung von Vorprodukten - damit gemeint ist unter anderem der Chipmangel in der Autoindustrie.

Dafür könnte es dann im kommenden Jahr wesentlich kräftiger aufwärts gehen als ursprünglich gedacht. Für 2022 erhöhte das Ifo-Institut seine Wachstumsprognose um 1,1 Punkte auf 4,3 Prozent. Dessen ungeachtet gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Corona-Krise der deutschen Wirtschaft von 2020 bis 2022 Einbußen von 382 Milliarden Euro bescheren wird. Grundlage ist die Annahme, dass die Wirtschaft ohne Krise im jährlichen Schnitt um 1,2 Prozent hätte wachsen können. 2020 war das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um knapp fünf Prozent geschrumpft.

Wollmershäuser und seine Kollegen gehen davon aus, dass sich die Lage auch auf dem Arbeitsmarkt zunehmend entspannt. Ende Mai waren geschätzt noch 2,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Für das kommende Jahr rechnen die Ökonomen mit nur noch 100 000 Kurzarbeitern, ebenso wenigen wie vor Beginn der Krise. Die Arbeitslosigkeit könnte demnach von 2,7 Millionen Ende 2020 auf 2,4 Millionen im kommenden Jahr zurückgehen.

10.28 Uhr: EU will strenge Beschränkungen für Einreise aus den USA aufheben

Reisende aus den Vereinigten Staaten sollen künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen können. Das bestätigte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Mittwoch nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. Zudem sollen die Einreisebestimmungen für Menschen aus Albanien, dem Libanon, Mazedonien, Serbien, Macau, Hongkong und Taiwan gelockert werden. Hintergrund ist eine bessere Corona-Lage.

Der noch ausstehende formelle Beschluss soll voraussichtlich Ende der Woche angenommen werden. Mit der Entscheidung wird die Liste jener Staaten, aus denen die Einreise einfacher möglich ist rund doppelt so lang. Bislang standen dort Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Israel, Japan und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet. Mehr dazu lesen Sie im Artikel EU will Einreise-Regeln lockern

10.05 Uhr: Offenbar Impfpflicht für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen

Für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen soll es Berichten zufolge bald eine Corona-Impfpflicht geben. Das Personal solle einen Zeitraum von 16 Wochen bekommen, um sich impfen zu lassen oder ansonsten die eigene Anstellung verlieren, wie unter anderem der "Guardian" und die "Times" unter Berufung auf Regierungsquellen am Mittwoch berichteten. Möglicherweise könnte die Impfpflicht später auch auf medizinisches Personal im englischen Gesundheitsdienst ausgeweitet werden. Gesundheit ist in Großbritannien Ländersache.

Dem "Times"-Bericht zufolge sollen rund zehn Prozent der medizinischen Beschäftigten und sogar 16 Prozent des Personals in Pflegeheimen noch nicht gegen Corona geimpft sein, obwohl die Gruppen gleich zu Beginn der mittlerweile weit fortgeschrittenen Impfkampagne immunisiert wurden.

Die Labour-Partei und Gewerkschaften lehnen die Pläne ab - sowohl aus ethischen und rechtlichen Gründen als auch aus der Sorge, dass eine Impfpflicht den Personalmangeln in den systemrelevanten Berufsgruppen verschärfen könnte.

9.42 Uhr: Gräfin Sophie: Pandemie verlängert Trauerprozess um Prinz Philip

Die Corona-Pandemie wirkt sich nach Ansicht von Gräfin Sophie auch auf die Trauer der britischen Königsfamilie um den im April gestorbenen Prinz Philip aus. "Immer wenn man normale Dinge macht, die man sonst mit ihnen gemacht hätte, realisiert man plötzlich, dass sie nicht mehr da sind, und man hat einen "Oh mein Gott"-Moment", sagte die Gräfin von Wessex (56) in einem am Mittwoch veröffentlichten BBC-Interview mit Blick auf jene Menschen, die gestorben sind. Der Herzog von Edinburgh, wie Prinz Philip mit offiziellem Titel hieß, war im April im Alter von 99 Jahren gestorben.

Da die Corona-Situation noch immer viele Dinge erschwere, werde sich dieser Prozess wohl noch lange hinziehen. Die Ehefrau des jüngsten Sohns der Queen, Prinz Edward, bedauerte außerdem, dass die Familie wegen der Pandemie nicht so viel Zeit mit Queen Elizabeth II. verbringen könne, wie sie es gerne würde. Nach längerer Zeit mit sehr niedrigen Infektionszahlen ließ die Delta-Variante in den vergangenen Wochen die Corona-Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen.

"Jedes Mal, wenn eine neue Variante aufkommt, halten wir die Luft an und hoffen, dass die Impfstoffe gut genug sind, um gegen sie zu wirken", sagt Sophie, Gräfin von Wessex.
"Jedes Mal, wenn eine neue Variante aufkommt, halten wir die Luft an und hoffen, dass die Impfstoffe gut genug sind, um gegen sie zu wirken", sagt Sophie, Gräfin von Wessex. © Andrew Matthews/PA Wire/dpa (Archiv)

9.11 Uhr: Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. "Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden", sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung "rbb Spezial". Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. "Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt."

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. "Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit."

8.38 Uhr: Minister Holetschek will Impfzentren bis Ende des Jahres behalten

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), will Impfzentren bis zum Ende des Jahres behalten. "Das System hat sich so bewährt", sagte der bayerische Ressortchef am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Man solle "nicht zu schnell irgendwelche Entschlüsse fassen, die wir dann wieder bereuen". Bisher ist eine Schließung Ende September angepeilt.

Möglicherweise könne die Arbeitsweise der Impfzentren angepasst werden, sagte Holetschek. Er nannte als Beispiel mobile Teams. Aus seiner Sicht sollte der Bund die Impfzentren weiter mitfinanzieren. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Mittwoch über die Zukunft der regionalen Impfzentren und die Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen.

7.59 Uhr: China geht gegen Rohstoffpreisanstieg vor

Die chinesische Regierung stemmt sich gegen eine drohende stärkere Inflation im Sog des Rohstoffpreisbooms. Die Regierung werde bald staatliche Kupfer-, Zink und Aluminium-Bestände an Metallproduzenten verkaufen, wie die dafür zuständige Behörde am Mittwoch in Peking mitteilte. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, sollen staatliche chinesische Unternehmen zudem auf Anordnung der Regierung ihre Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffmärkten verringern.

Hintergrund der Rohstoffpreisrally ist die anziehende Weltkonjunktur mit den beiden Schwergewichten USA und China an der Spitze. Der großen Nachfrage steht ein teilweise immer noch knappes Angebot gegenüber. Denn gerade zu Beginn der Corona-Pandemie hatten viele Bergbaukonzerne ihre Produktion zurückgefahren und auch Investitionen in Förderkapazitäten gescheut. Bis das aufgeholt ist, dauert es in der Regel eine Weile.

7.21 Uhr: Landkreise - Weiterbetrieb der Impfzentren denkbar

Der Deutsche Landkreistag kann sich einen Weiterbetrieb der Corona-Impfzentren vorstellen. „Derzeit haben die Impfzentren die wichtige Aufgabe einer breiten Impfung der Bevölkerung. Daher sollte man sie nicht schließen, bevor wir ein ordentliches Impfniveau erreicht haben“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Bislang können wir noch nicht genau absehen, ob wir die Zentren nicht möglicherweise doch über den 30.9.2021 hinaus brauchen.“

Im März hatte die Gesundheitsministerkonferenz beschlossen, dass der Bund den Betrieb der Impfzentren mindestens bis zum 30. September finanziert. Eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) hatte in der vergangenen Woche ergeben, dass derzeit viele Bundesländer eine Schließung von Impfzentren vorbereiten.

6.46 Uhr: Mehr Gewalt gegen Bahnbeschäftigte im Corona-Jahr 2020

Die Gewalt gegen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter hat im Corona-Jahr 2020 zugenommen. So gab es im vergangenen Jahr 2070 Gewaltdelikte gegen Zugbegleiter und andere Bahn-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter - 421 mehr als im Vorjahr. Das geht aus der Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Mehr dazu lesen Sie hier.

6.19 Uhr: Schon 52 Corona-Fälle bei der Copa América

Zwei Tage nach dem Auftakt der Copa América gibt es bei dem südamerikanischen Kontinentalturnier bereits Dutzende Corona-Fälle. 52 Fußballspieler und Mitarbeiter seien positiv getestet worden, berichtete die Sportzeitung „Lance“ am Dienstag unter Berufung auf das brasilianische Gesundheitsministerium. Allein in der venezolanischen Delegation hatten sich zuletzt rund ein Dutzend Spieler und Mitarbeiter infiziert.

Die Copa América hatte am Sonntag begonnen. Das südamerikanische Kontinentalturnier war erst von wenigen Wochen nach Brasilien verlegt worden, nachdem Argentinien wegen der zweiten Corona-Welle als Ausrichter abgesprungen war. Der südamerikanische Fußballverband Conmebol geriet daraufhin in die Kritik, denn auch Brasilien ist noch immer ein Corona-Brennpunkt: Über 17,5 Millionen Menschen haben sich dort nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 490.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorben.

5.47 Uhr: EU-Zustimmung der Deutschen geht teilweise zurück

Das Ansehen der Europäischen Union hat bei Deutschen nach einer Umfrage in letzter Zeit etwas gelitten. Generell sei die Zustimmung aber weiterhin hoch. Mittlerweile sagen 34,6 Prozent der Bürger - und damit doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren - die Bundesrepublik könne ihre politischen Ziele besser ohne die EU erreichen. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung der Heinrich Böll Stiftung und des Progressiven Zentrums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Autoren führen die wachsende Enttäuschung auch auf die schleppende Beschaffung von Corona- Impfstoffen in der EU zurück.

Generell sei die Zustimmung zur EU jedoch weiter hoch. So sehen nach dieser Umfrage mehr als zwei Drittel der Bundesbürger eher Vor- als Nachteile einer EU-Mitgliedschaft. Rein wirtschaftlich gesehen überwiegen für mehr als die Hälfte der Menschen eher Nutzen als Kosten. Jedoch hält den Daten zufolge eine Mehrheit den finanziellen Beitrag Deutschlands zum EU-Haushalt für zu hoch.

Gefragt nach den wichtigsten Prioritäten in der kommenden Europapolitik stand für die meisten Umfrageteilnehmer eine gemeinsame Asylpolitik an erster Stelle. Auch die Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit, soziale Mindeststandards und Klimapolitik fanden viele Befragte wichtig. Als weniger relevant sei die Einführung einer Gesundheitsunion oder einer europäischen Armee betrachtet worden.

5.28 Uhr: RKI registriert 1.455 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,2

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Sachsen liegt mit 8,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt. Auch die meisten Städte und Kreise liegen mittlerweile unter einer Inzidenz von zehn. Lediglich das Erzgebirge (17,9) und Mittelsachsen (14,8) liegen darüber, für den Kreis Bautzen wird die Ansteckungsquote mit 10 angegeben. Am niedrigsten ist der Wert im Vogtland mit 2,2.

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Mittwoch, 5 Uhr: Corona in "chronischer Phase" - Globale Überwachung auch bei Tieren

Das Coronavirus Sars-CoV-2 wird bleiben, selbst wenn einmal der Großteil der Weltbevölkerung geimpft sein sollte - davon geht inzwischen die Mehrheit der Experten aus. Darum wird es wichtig sein, den Erreger dauerhaft zu überwachen - um Impfstoffe anpassen zu können und Ausbreitungswellen früh zu bemerken. Da es sich um ein globales Problem handle, sei eine internationale Struktur nötig, sagte Isabella Eckerle, Leiterin der Forschungsgruppe Emerging Viruses an der Universität Genf.

"Besonders jene Regionen, in denen der Zugang zu Impfstoffen limitiert ist und die noch lange auf eine Durchimpfung der Bevölkerung warten müssen und in denen gleichzeitig weitgehend unkontrollierte Viruszirkulation stattfindet, stellen Risikogebiete für neue Varianten dar", so Eckerle. In die Überwachung müssten auch Nutz- und Wildtierpopulationen eingeschlossen werden.

Ein Vorbild könne das Influenza-Überwachungssystem für die jährlichen Grippewellen sein, sagte Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel. "Hier besteht seit Jahren ein globales Netzwerk, das Influenzaviren sammelt und Inzidenzen misst." Alle sechs Monate gebe es eine Empfehlung für die Zusammensetzung des Grippe-Impfstoffs.

Corona-Pandemie: Das geschah am Dienstag

22.05 Uhr: Südafrika verschärft Restriktionen nach Anziehen der Corona-Zahlen

Als Reaktion auf ein deutliches Anziehen der Corona-Infektionszahlen verschärft Südafrika erneut seine Restriktionen. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte am Dienstagabend in einer TV-Rede an die Nation eine Heraufstufung auf die Alarmstufe drei an. Sie sieht Beschränkungen bei Versammlungen, beim Alkoholverkauf sowie nächtliche Ausgangsbeschränkungen vor. "Wir müssen schnell und entschlossen handeln", warnte Ramaphosa. Am schwersten betroffen sei die Region um das Wirtschaftszentrum des Landes in Johannesburg und Pretoria, die rund zwei Drittel aller landesweiten täglichen Neuinfektionen registriert. Dort befindet sich laut Ramaphosa die Gesundheitsinfrastruktur an der Kapazitätsgrenze.

Auf der Südhalbkugel hat der Winter begonnen. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer dritten Infektionswelle bisher 1,75 Millionen Fälle dokumentiert. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt. Deswegen haben viele Länder Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt. Bisher sind knapp zwei Millionen Menschen in dem Kap-Staat geimpft. Aktuell würden rund 150.000 Menschen über 60 Jahren pro Tag geimpft - eine Zahl, die bald auf 200.000 steigen sollen.

21.28 Uhr: Mallorca verschiebt Sperrstunde auf zwei Uhr morgens

Die Party-Insel Mallorca nähert sich im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage immer mehr der Normalität. Die Sperrstunde für Gastronomiebetriebe und Nachtlokale wird ab Samstagabend auf der spanischen Insel und den anderen Balearen Ibiza, Menorca und Formentera von bisher Mitternacht auf zwei Uhr morgens verlegt. Die neuen Regeln wolle man am Freitag offiziell beschließen, sagte der Sprecher der Regionalregierung, Iago Negueruela, am Dienstagabend vor Journalisten in Palma.

Zudem werden ab Samstag andere Einschränkungen gelockert: In den Außenbereichen von Restaurants, Bars und Cafés dürfen statt wie bisher zehn künftig zwölf Personen an einem Tisch Platz nehmen. Für die Innenbereiche gilt weiterhin die Regelung, dass maximal 50 Prozent der Plätze besetzt werden und maximal sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen. Wirte dürfen ihre Gäste aber wieder auch am Tresen bedienen. Dort sind allerdings neben anderen Auflagen vorerst nur Gruppen von höchstens zwei Personen gestattet.

Diskotheken bleiben auf den Balearen noch mindestens bis Mitte Juli geschlossen. Es gibt weitere Auflagen, wie etwa die Maskenpflicht auch im Freien, die vorerst noch sowohl auf Mallorca, der liebsten Insel der Deutschen, wie auch nahezu überall in Spanien herrscht.

21.08 Uhr: Sorge vor Ausbreitung der Delta-Variante in Frankreich

In Frankreich wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Derzeit werde bei zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests, die auf Varianten untersucht werden, die zunächst in Indien entdeckte Variante festgestellt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag in Paris. Das klinge zwar nach wenig, sei aber vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen. Die Delta-Variante hat die Corona-Zahlen in Großbritannien wieder ansteigen lassen. Die geplante Aufhebung aller Restriktionen wurde deshalb am Montag um vier Wochen verschoben.

In Frankreich hat sich die Corona-Lage zuletzt deutlich entspannt. Zuletzt wurden landesweit etwa 43 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gezählt. Bis Montagabend erhielten knapp 46 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Spritze. Seit diesem Dienstag können sich auch Jugendliche ab 12 Jahren impfen lassen. Dafür brauchen sie die Zustimmung der Eltern.

20.29 Uhr: Bislang kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen vor EM-Spiel

Die Münchner Polizei hat vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Frankreich am Dienstagabend zunächst kaum Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen festgestellt. "Es ist bislang ein gesitteter Abend ohne größere Vergehen", sagte ein Polizeisprecher kurz vor Beginn der Partie. Insgesamt waren 14.500 Menschen in der Arena zugelassen. Hinzu kamen wohl Tausende, die in Biergärten mitfieberten. Um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern, galt jedoch: Feiern nur mit strengen Abstands- und Hygieneregeln.

Ein Fan-Auflauf beim vorhergehenden Spiel in Budapest zwischen Titelverteidiger Portugal und Co-Gastgeber Ungarn hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie für Kritik gesorgt. In der fast voll besetzten Puskas Arena herrschte anschließend eine Stimmung wie in Zeiten vor dem Virus. Die 55.662 Zuschauer im Stadion, das eigentlich mit 61.000 bei der Endrunde voll ausgelastet ist, empfand der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß jedoch als "ein schlechtes Signal. Man kann nur hoffen, dass nix passiert", sagte er bei MagentaTV.

Deutsche Fans feiern vor dem Spiel auf der Tribüne der Allianz-Arena in MÜnchen.
Deutsche Fans feiern vor dem Spiel auf der Tribüne der Allianz-Arena in MÜnchen. © dpa/Federico Gambarini

20.01 Uhr: Intensivmediziner: Corona-Pandemie geht in "chronische Phase" über

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, fordert ein Ende des "pandemischen Denkens" in Bezug auf das Coronavirus. Man werde in den kommenden Wochen und Monaten aus der pandemischen Phase herauskommen, künftig werde Covid eine Erkrankung des Klinikalltags werden und den Schrecken einer in Wellen verlaufenden Pandemie verlieren, sagte Karagiannidis bei einer digitalen Pressekonferenz des Verbands am Dienstag.

"Wir werden in den kommenden Tagen die magische Grenze von 1.000 Patienten unterschreiten." Nun sei die Zeit gekommen, "in eine chronische Phase" überzugehen, sagte Karagiannidis. Corona werde den Klinikalltag in den nächsten Jahren "wie die jährliche Grippewelle" begleiten. Bis zum Herbst sei dann nicht nur mit Corona-Infektionen zu rechnen, sondern auch mit vielen anderen Krankheiten sowie verschobenen Operationen. "Dann wird es einen Konkurrenzkampf um die Betten geben", sagte Karagiannidis. In den vergangenen Monaten habe man sich auf die Versorgung von Corona-Patienten konzentriert, bei anderen Krankheiten sei dies "nicht in dem Maße" geschehen.

19.14 Uhr: 70 Prozent in New York geimpft - Rückkehr zur Normalität

Nachdem mehr als 70 Prozent der Erwachsenen im US-Bundesstaat New York mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen haben, hat Gouverneur Andrew Cuomo alle noch verbliebenen Einschränkungen aufgehoben. "Heute ist ein bedeutsamer Tag", sagte Cuomo am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Wir können jetzt in das Leben zurückkehren, was wir kennen." Zuvor hatte es unter anderem noch Beschränkungen für Großveranstaltungen und ähnliches gegeben, die meisten Einschränkungen des Alltags waren allerdings schon in den vergangenen Wochen aufgehoben worden.

Mit 70 Prozent Erstimpfungen bei Erwachsenen hat der Bundesstaat auch das von US-Präsident Joe Biden landesweit bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli vorgegebene Ziel erreicht. Zur Feier solle es in der Nacht zum Mittwoch an zahlreichen Orten im Bundesstaat Feuerwerk geben, außerdem sollten berühmte Gebäude in Gold und Blau leuchten, sagte Cuomo. Nicht alle Bundesstaaten sind schon so weit, landesweit haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 65 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten.

19.01 Uhr: Corona-Hilfen: EU-Kommission nimmt die ersten 20 Milliarden Euro auf

Für die europäischen Corona-Hilfen hat die EU-Kommission die ersten 20 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Dafür wurden zehnjährige Anleihen platziert, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend mitteilte. "Ich freue mich, dass dies sehr großes Interesse geweckt hat. Die Anleihe war sieben Mal überzeichnet." Die Konditionen seien mit weniger als 0,1 Prozent Zinsen sehr günstig. Insgesamt würden dieses Jahr 100 Milliarden Euro aufgenommen. Die EU hatte im vergangenen Jahr ein Wiederaufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro beschlossen - 800 Milliarden in an die Inflation angepassten Preisen, wie von der Leyen erklärte.

Das Geld soll helfen, die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie zu bewältigen. Finanziert wird dies über Schulden, die bis 2058 gemeinsam getilgt werden sollen. Die 27 EU-Staaten hatten diese Beschlüsse in den vergangenen Wochen offiziell ratifiziert, was Voraussetzung für den Start der Schuldenaufnahme war. Das erste Geld soll ab Juli an die EU-Staaten fließen, teils als Zuschuss und teils als Kredit. Dafür mussten die Regierungen detaillierte Ausgabenpläne bei der Kommission einreichen. Diese will die ersten Pläne am Mittwoch billigen. Von der Leyen will die ersten Bescheide dann persönlich in Portugal und Spanien abliefern. Weitere Reisen führen sie diese Woche nach Griechenland, Dänemark und Luxemburg, wie von der Leyen erklärte.

Deutschland hatte seinen Plan pünktlich zum Termin am 30. April eingereicht, ist aber beim ersten Schwung der Zusagen noch nicht dabei. Man könne aber erwarten, dass die Prüfung zeitnah abgeschlossen werde, sagte Haushaltskommissar Johannes Hahn.

18.44 Uhr: Umfrage: Beschäftigte wollen vermehrt Homeoffice nutzen

Die Mehrheit der Beschäftigten möchte einer neuen Umfrage zufolge auch nach der Corona-Pandemie von zu Hause aus arbeiten. 55 Prozent der berufstätigen Internetnutzerinnen und -nutzer wollen künftig mindestens ab und zu ihren Job von daheim aus erledigen, wie die jüngste repräsentative Befragung des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BADW) laut Mitteilung vom Dienstag ergab. Im Mai befand sich jeder zweite Beschäftigte mindestens gelegentlich im Homeoffice. Damit sei die Nutzung weiter gestiegen.

Für Arbeitgeber könnten Homeoffice-Angebote den Angaben zufolge im Wettbewerb um knappe Fachkräfte zum Wettbewerbsfaktor werden. 72 Prozent aller Berufstätigen, deren Tätigkeit Homeoffice prinzipiell zulässt, sahen Homeoffice bei der künftigen Wahl einer Arbeitsstelle als wichtig an. Auch die Sicht der Arbeitgeber auf das Homeoffice hat sich der Umfrage zufolge verbessert: 80 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Arbeitgeber Homeoffice infolge der Corona-Pandemie positiver sieht als zuvor.

18.31 Uhr: Kleine Lockerung in Frankreich bei EM-Spiel gegen Deutschland

Kleine Corona-Lockerungen in Frankreich für die EM-Fans: Wer in Frankreich das Spiel des Fußball-Weltmeisters gegen die deutsche Nationalmannschaft ab 21.00 Uhr in einer Kneipe verfolgen möchte, muss nicht pünktlich um 23.00 Uhr zu Hause sein. Dann beginnt im ganzen Land eigentlich die abendliche Ausgangssperre. Es gebe eine Toleranz für die Menschen, die nach dem Spiel nach Hause gehen, kündigte Sportministerin Roxana Maracineanu an. "Man muss die Regel respektieren, in einem Café mit Sitzplätzen zu sein, um das Spiel zu verfolgen und dann nach dem Spiel nach Hause zu gehen", sagte sie dem Sender Franceinfo.

Wer um 23:15 Uhr in den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe seiner Wohnung kontrolliert werde, werde keine Schwierigkeiten bekommen, sagte Laëtitia Vallar, Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur dem Sender BFMTV. Anders sehe das aus, wenn man in großen Gruppen unterwegs sei und dabei Alkohol trinke. "Wir werden eingreifen, wenn sich Leute versammeln, die die Abstandsregeln nicht respektieren, die Maske nicht tragen."

18.12 Uhr: Neue Corona-Fälle auf Grönland - Flüge aus Nuuk eingestellt

Nach neuen Infektionen im relativ coronafreien Grönland sind alle Flüge aus der Hauptstadt Nuuk eingestellt worden. Schiffe dürfen den Hafen nicht mehr verlassen. Zuvor waren auf der weltweit größten Insel mindestens sechs neue Corona-Fälle entdeckt worden, wie der Rundfunksender KNR und die Zeitung "Sermitsiaq" (Dienstag) berichteten. Bis zu 200 Menschen, die mit den Infizierten Kontakt hatten, sollen nun getestet werden. Grönland zählt zum dänischen Königreich, ist aber weitgehend autonom. Monatelang hatten es die Menschen dort geschafft, das Virus bis auf wenige Fälle fernzuhalten. Im Mai gab es dann in Nuuk einige Fälle, weshalb für vier Tage strikte Beschränkungen erlassen wurden. Wie lange Flugzeuge nun aufs Neue am Boden bleiben müssen, ist noch unklar.

Nach Regierungsangaben wurden seit Beginn der Pandemie auf Grönland 49 Infektionen nachgewiesen. Niemand starb daran. Von den etwa 56.000 Einwohnern haben mehr als 21.000 die erste Impfung erhalten. 9.400 bekamen bereits eine zweite Spritze.

17.40 Uhr: Brandenburg hebt Kontaktbeschränkungen auf und öffnet Clubs

Brandenburgs Landesregierung hat angesichts sinkender Infektionszahlen weitreichende Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. So würden sämtliche Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit aufgehoben und Tanz-Clubs könnten mit beschränkter Personenzahl und strengen Hygiene-Auflagen wieder öffnen, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Zudem soll die Maskenpflicht im Freien komplett entfallen. Auch in Grundschulen und Horten müssen Kinder keine Masken mehr tragen. Weiter gelten soll die Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen wie in Geschäften und im Nahverkehr.

Eine Testpflicht entfällt weitgehend, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche in einer Region fünf Tage lang unter 20 liege, erklärte der Regierungschef. Landesweit betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag 6,2. "Derzeit gilt diese Erleichterung in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg", sagte Woidke.

17.18 Uhr: Drei Dresdner Kinder an Delta-Variante infiziert

Die Corona-Delta-Variante hat die Dresdner Schulen und Kitas erreicht. Nachdem am Dienstag bereits ein Fall an der 113. Grundschule bekannt geworden war, bestätigte das Gesundheitsamt am Nachmittag, dass es weitere Infektionen an anderen Einrichtungen gibt.

Angaben des Gesundheitsamtes zufolge haben sich insgesamt drei Kinder aus einer Familie mit dem Coronavirus infiziert. Sie sind bereits in der vergangenen Woche positiv getestet worden. "Dass es sich um die Delta-Variante handelt, hat bei den drei Fällen eine spezifische PCR-Testung bestätigt", so die Stadt am Dienstagnachmittag. Diese drei Fälle haben weitreichende Folgen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

An der 113. Grundschule in Dresden gab es einen Coronafall mit der Delta-Variante. Eine weitere Schule und eine Kita sind betroffen.
An der 113. Grundschule in Dresden gab es einen Coronafall mit der Delta-Variante. Eine weitere Schule und eine Kita sind betroffen. © Christian Essler

16.57 Uhr: Auch Schottland wird weitere Corona-Lockerungen verschieben

Wie in England müssen sich auch die Menschen in Schottland wohl noch länger gedulden, bis weitere Corona-Maßnahmen gelockert werden. Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte am Dienstag in Edinburgh, es sei sehr unwahrscheinlich, dass am 28. Juni weiter gelockert werden könne. Ursprünglich sollte an diesem Datum das gesamte Land wieder weitgehend zur Normalität zurückkehren. Eine endgültige Entscheidung soll kommende Woche getroffen werden. Man müsse sich genügend Zeit verschaffen, um noch deutlich mehr Menschen vollständig zu impfen, sagte Sturgeon.

Wegen der rapiden Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten, sehr ansteckenden Delta-Variante liegen die Corona-Fallzahlen in Schottland derzeit wieder fünfmal so hoch wie noch Anfang Mai. Premierminister Boris Johnson hatte am Montag für England eine Verlängerung der noch geltenden Corona-Maßnahmen bis voraussichtlich zum 19. Juli angekündigt. Anders als England setzt Schottland je nach Infektionslage auf regionale Unterschiede bei den Corona-Maßnahmen. So gelten etwa auf den abgelegenen Inseln bereits deutlich weniger strikte Regeln als etwa in den Städten, wo die Fälle zuletzt wieder deutlich zunahmen.

16.35 Uhr: Verfassungsschutz: Verschwörungstheorien erfahren mehr Zuspruch

Der Verfassungsschutz beobachtet ein wachsendes Interesse an Verschwörungstheorien auch in Brandenburg. Ein "Tiefer Staat", der sämtliche Macht in seinen Händen hält oder ein "Netzwerk von Eliten", das wehrlose Kinder foltert - diese und ähnliche Verschwörungstheorien stießen auch in Sachsens Nachbarland zunehmend auf Resonanz, stellt nach Angaben des Innenministeriums der Verfassungsschutzbericht 2020 fest. Der Ausbruch der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Konsequenzen für das Leben der Menschen hätten diese Entwicklung mutmaßlich begünstigt, schätzt das Innenressort ein. Notwendig geworden sei die Analyse unter anderem auch deshalb, weil sich entsprechende Verschwörungserzählungen immer stärker und schneller über das Internet verbreiteten.

Im Mittelpunkt der Analyse der Sicherheitsbehörden standen demnach Fragen wie: Welche extremistischen Verschwörungstheorien wurden 2020 besonders verbreitet? Auf welchen Online-Kanälen wurden diese Inhalte beworben? Und wo waren derartige Verschwörungstheorien außerhalb des Internets sichtbar?

16.12 Uhr: MV: Testpflicht für Touristen nach Einreise wird aufgehoben

Die Corona-Testpflicht für Touristen nach der Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern wird aufgehoben. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin mit. Zuvor mussten sich Touristen jeden dritten Tag testen lassen, sofern sie nicht zweimal geimpft worden oder von einer Corona-Infektion genesen waren.

Die bestehende Testpflicht bei der Einreise bleibt hingegen zunächst bestehen. Wer in den Nordosten einreist, muss weiterhin einen maximal 24 Stunden alten Test vorweisen, sofern er nicht zweimal geimpft worden ist oder von einer Corona-Infektion genesen ist. Für manche Dienstleistungen wie die Gastronomie im Innenbereich soll die Testpflicht ebenfalls zunächst bestehen bleiben. Wer in einem Hotel übernachtet, soll dort jedoch alle Gastronomieangebote auch ohne Test in Anspruch nehmen können.

15.54 Uhr: Kleineres Wacken-Festival Mitte September mit Blind Guardian und Doro

Nach der erneuten Absage des Heavy-Metal-Festival ist im schleswig-holsteinischen Wacken vom 16. bis 18. September unter dem Titel "Bullhead City" eine kleinere Ausgabe geplant. Dazu werden unter anderem Blind Guardian und Doro erwartet. "Wir wollen mit Bullhead City einen Lichtblick in einem weiteren Jahr voller Absagen setzen", sagte Festival-Mitbegründer Holger Hübner am Dienstag. Die Kapazität des dreitägigen Festivals soll später mit den Behörden festgelegt werden. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über das Festival berichtet.

Bereits 2020 war das Heavy-Metal-Festival mit seinen rund 75.000 Fans wegen der Corona-Pandemie abgesagt und durch eine Online-Veranstaltung ersetzt worden.

15.33 Uhr: 59 Neuinfektionen in Sachsen

Sachsens Gesundheitsministerium hat am Dienstag 59 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es noch 123. Damit steigt die absolute Zahl der Infektionen im Freistaat seit Beginn der Pandemie auf 285.531. In den vergangenen 24 Stunden wurden 11 weitere Todesfälle registriert, insgesamt sind damit 9.987 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

15.25 Uhr: Olympioniken drohen Ausschluss wegen Corona-Regeln

Verstöße gegen die strengen Corona-Regeln können für die ausländischen Teilnehmer der Olympischen Spiele in Tokio schmerzhafte Folgen bis hin zur Ausweisung aus Japan haben. Möglich sind zudem Geldbußen, die Disqualifikation der Athleten von Wettbewerben und in schweren Fällen sogar ein Ausschluss von kommenden Spielen, wie die Organisatoren am Dienstag mitteilten. Festgehalten ist das Corona-Regelwerk für die Beteiligten der Sommerspiele im sogenannten "Playbook", das in seiner nun finalen Version auf 70 Seiten angewachsen ist.

Eine eigene Disziplinarkommission wird mögliche Vergehen prüfen und die Sanktionen verhängen. Man habe eine Palette möglicher Maßnahmen, sagte Olympiadirektor Christophe Dubi vom Internationalen Olympischen Komitee. Er betonte aber: "Die Leute kommen ja nicht hierher, um die Regeln zu brechen." Die Bestimmungen zum Schutz gegen das Coronavirus treten am 1. Juli in Kraft, so die Organisatoren. Die Handbücher für andere Teilnehmer wie die Medien

14.38 Uhr: Umfrage: Corona-Krise setzt mehr Verbraucher finanziell unter Druck

Die Folgen der Corona-Pandemie bringen viele Verbraucher finanziell in Bedrängnis. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ergab, beklagen 39 Prozent coronabedingte Einkommenseinbußen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung hatten der repräsentativen Erhebung zufolge 16,4 Millionen Haushalte weniger Geld zur Verfügung als zuvor. Das waren 1,7 Millionen Haushalte mehr als in der Herbst-Befragung (35 Prozent). Kurzarbeiter, Minijobber und Solo-Selbstständige sind besonders betroffen. 29 Prozent der Befragten gehen davon aus, in den kommenden zwölf Monaten gewisse Kosten nicht mehr tragen zu können, ob Stromrechnung oder Miete.

Nach Einschätzung von Creditreform führt die in vielen Haushalten angespannte Situation dazu, dass spätestens 2023 die privaten Überschuldungen deutlich ansteigen werden. Die gut 1000 Teilnehmer wurden Ende April befragt. Weil viele Haushalte in der Krise weniger Geld zur Verfügung haben und Zahlungsprobleme befürchten, wollen 57 Prozent die Ausgaben für Konsum und Lebenshaltung verringern. Vor allem bei Ausgaben für Freizeit und Urlaub wollen sie den Rotstift ansetzen. Auch für Bekleidung und Textilien für die eigene Wohnung wollen sie weniger Geld ausgeben als zuvor.

14.10 Uhr: Sachsen erhöht Mittel für Familienerholung

Sachsen will 200.000 Euro mehr als in den vergangenen Jahren für Familienerholung bereitstellen. Das kündigte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag an. Vor allem finanziell schwächere Familien sollen unterstützt werden, um gemeinsam Urlaub machen zu können, insbesondere nach der fordernden Corona-Zeit. Insgesamt stellt der Freistaat 650.000 Euro dafür bereit, vor allem ärmere Familien und Alleinerziehende sollen von den Angeboten profitieren. Die sind im Katalog "Urlaub mit Familie" der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung zu finden und umfassen Ferienwohnungen und Pensionen, aber auch Bauernhöfe.

13.56 Uhr: Probleme beim digitalen Impfpass

Corona-Impfungen werden bisher im gelben Impfpass vermerkt. Seit Montag gibt es eine digitale Version für vollständig Geimpfte. Bei der Ausstellung der digitalen Impfausweise in den Impfzentren gibt es laut DRK-Präsident Rüdiger Unger nach wie vor Probleme. "Heute Vormittag konnten die digitalen Ausweise für eine Stunde ausgestellt werden", so Unger. Dann seien die Server überlastet gewesen. Auch die Apotheken, die für die nachträgliche Ausstellung von Corona-Impfausweisen zuständig sind, hatten am Montag über Startschwierigkeiten geklagt.

So sieht ein digitales Impfzertifikat aus - leider funktioniert die Technik in Sachsen nur zögerlich.
So sieht ein digitales Impfzertifikat aus - leider funktioniert die Technik in Sachsen nur zögerlich. © dpa-Zentralbild-Pool

13.15 Uhr: Das sind die Eckpunkte der neuen Corona-Schutzverordnung

In zwei Wochen bekommt Sachsen eine neue Corona-Schutzverordnung, dann will Sachsen bei einer 7-Tage-Inzidenz von 10 eine Untergrenze einfügen. Dann sollen die Corona-Einschränkungen im Freistaat weitgehend aufgehoben werden, auch eine Aufhebung der Maskenpflicht im Freien wird diskutiert. Im ÖPNV soll weiterhin Maske getragen werden. Das sind Eckpunkte der neuen Verordnung, die ab dem 1. Juli gelten soll, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag. Darüber hinaus will das Kabinett die neue Verordnung über vier Wochen laufen lassen. Bisher wurden die neuen Corona-Schutzverordnung im Zwei-Wochen-Rhythmus beschlossen.

Einen umfassenderen Ausblick auf die neue Corona-Schutzverordnung finden Sie hier: Sachsen will bei der Maskenpflicht bleiben

13.12 Uhr: Sachsens Impfzentren bis Ende September offen

Sachsen hält seine 13 Impfzentren bis Ende September in Betrieb. Darauf verständigte sich das Kabinett am Dienstag. Auch die 30 mobilen Teams sollen weiter arbeiten, kündigte Gesundheitsministerin Köpping an. Dies bedeutet: Erstimpfungen in allen Impfzentren im Freistaat können bis Ende August im bisherigen Umfang durchgeführt werden. Im September sollen dann die noch offenen Zweitimpfungen in den Impfzentren durchgeführt werden. Ziel sei, die Arztpraxen nicht zu überlasten. Die Verlängerung der Laufzeit kostet laut Köpping 52 Millionen Euro, die Hälfte übernimmt der Bund. Bisher wurden 238 Millionen Euro für die Impfzentren beschlossen. Sächsische.de hatte bereits im Vorfeld berichtet. Die Hintergründe der Entscheidung können Sie hier nachlesen: Sachsen plant mit Impfzentren bis September.

13.00 Uhr: Sachsens Regierung informiert über die Corona-Lage

Am Dienstag stellte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) gemeinsam mit dem sächsischen Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes Dr. Rüdiger Unger das Impfkonzept der kommenden Monate vor. Köpping sagte, sie freue sich sehr, dass die Inzidenz inzwischen bei 11 und damit unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Derzeit seien 226 Betten auf Normalstationen mit Covid-Patienten belegt, 98 Betten auf den Intensivstationen. In der Corona-Schutzverordnung gilt die Grenze von 1.300 Normalbetten als Wert für schärfere Maßnahmen. Davon sei Sachsen derzeit weit entfernt.

Im Fall der zu wenigen an Sachsen gelieferten Impfdosen gebe es auch Erfolge zu vermelden, so Köpping. Sachsen hatte mehrere zehntausend Dosen Biontech- und Astrazeneca-Impfstoff zu wenig bekommen. Diese seien nun zum Teil bereits nachgeliefert worden, so Köpping. Die zusätzlichen Dosen seien sofort an Impfzentren und Arztpraxen weitergeleitet worden. Gerade rechtzeitig: Durch die Lieferung haben einige Zweitimpfungen abgesichert werden können, so die Ministerin.

Die Pressekonferenz können Sie hier live verfolgen.

12.29 Uhr: Berlin lockert die Maskenpflicht

Berlin hebt die Maskenpflicht nicht auf, aber es gibt zumindest Lockerungen. Auf den Bürgersteigen von Einkaufsstraßen und auf sehr belebten Plätzen, für die das bisher vorgeschrieben war, müssen keine Masken mehr getragen werden - bis auf Stellen, an denen kein Mindestabstand möglich ist. Auch im Zoo und im Tierpark fällt im Freien die Maskenpflicht weg. Das hat der Berliner Senat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag beschlossen. Die geltende Infektionsschutzverordnung soll entsprechend geändert werden.

Dagegen gibt es keine Änderung bei der Maskenpflicht für Busse und Bahnen. Im ÖPNV müssen weiterhin FFP2-Masken getragen werden. Details zur Maskenpflicht will der Senat nach seiner Sitzung bei einer Pressekonferenz mitteilen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Montag für Lockerungen bei der Maskenpflicht im Freien plädiert, gleichzeitig aber davor gewarnt, dabei unbedacht vorzugehen.

12.18 Uhr: Digitaler Impfpass: QR-Codes nicht verbreiten

Beim digitalen Impfpass gilt, was auch beim gelben Heftchen gilt: Nicht einfach überall herumzeigen - und nicht über Social Media teilen oder Screenshots verschicken. Der Grund: Der QR-Code lässt sich ohne großen Aufwand in die Corona-Warn-App oder CovPass-App auf andere Telefone importieren. Dritte könnten so in den Besitz von gültigen Impfzertifikaten kommen.

"Die Zertifikate sind kopierbar", sagt Holger Bleich vom "c't"-Fachmagazin. Zwar würden Kopien und Fälschungen beim Abgleich mit der Check-App und einem Lichtbildausweis auffallen. Wie wichtig das an einzelnen Stellen mit der Kontrolle genommen werde, sei aber die Frage. Deswegen lautet sein Rat: Das Zertifikat eher für offizielle Anlässe wie Reisen oder im Grenzverkehr nutzen.

11.58 Uhr: Delta-Variante an Dresdner Grundschule

Wie das sächsische Sächsischen Kultusministeriums, bestätigt, gibt es an der 113. Grundschule in Dresden einen bestätigten Fall der Delta-Variante des Coronavirus. "Letzte Woche wurde der Fall bestätigt", so Reelfs. Warum weder Stadt noch Land das aktiv mitteilten, blieb unklar. Laut Reelfs sind an der auch Canaletto-Schule genannten Grundschule 24 Kinder und neun Lehrer in Quarantäne. Alles zum Fall lesen Sie hier: Delta-Variante an Dresdner Grundschule.

11.54 Uhr: Erträge aus Rundfunkbeitrag im Coronajahr stabil

Die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag in Deutschland sind im Corona-Jahr 2020 stabil geblieben. Sie stiegen um 0,5 Prozent auf insgesamt 8,11 Milliarden Euro, wie der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio am Dienstag in Köln mitteilte. 2019 waren es 8,07 Milliarden Euro gewesen. Seit 2017 (7,97 Milliarden) steigen die Erträge leicht. Der Rundfunkbeitrag wird pro Haushalt erhoben, auch Firmen zahlen. Es gibt zugleich Ausnahmeregelungen. Die Beitragshöhe pro Haushalt liegt bei monatlich 17,50 Euro. Der Beitrag ist die Haupteinnahmequelle für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Die Bundesländer legen die Höhe per Staatsvertrag fest.

Beim Bundesverfassungsgericht liegen derzeit Klagen der öffentlich-rechtlichen Sender, weil die Beitragshöhe anders als von den meisten Ländern gewollt durch eine Blockade Sachsen-Anhalts nicht zum 1. Januar auf 18,36 Euro stieg. Spürbare Auswirkungen durch die Corona-Krise auf die Erträge erwartet der Beitragsservice als Verwaltungsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Sender je nach Ausmaß und Dauer der Pandemie in diesem Jahr. Bei der Zahl der Bürger, die vom Rundfunkbeitrag wegen ihrer finanziellen Lage befreit sind, gab es zumindest 2020 keine Effekte. Die Zahl lag zum Jahresende bei knapp 2,6 Millionen Bürgern und damit um rund 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rund zwei Drittel der Befreiten beziehen den Angaben zufolge Hartz IV.

11.30 Uhr: Bund zahlt jetzt für Luftfilteranlagen an Schulen und Kitas

Schulen und Kitas können nun beim Bund Fördermittel für den Einbau von festen Luftfilteranlagen beantragen. Seit Freitag können entsprechende Anträge gestellt werden, wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mitteilte. Die Förderung ist allerdings begrenzt auf Räume und Einrichtungen für Kinder bis 12 Jahren, da für diese Altersgruppe bisher kein Impfstoff gegen Corona zugelassen ist.

Anträge können direkt online beim Bafa gestellt werden, entweder durch die Träger der Einrichtungen oder durch Schulen, Kitas und Horte selbst. Es gibt maximal 500.000 Euro. Nicht gefördert werden mobile Luftfilter, Umbauten an Fenstern oder sogenannte Klappenlüftungen. Außerdem gibt es nur dann Geld, wenn nicht bereits Fördergelder von anderen Stellen, wie dem Land oder der EU fließen. Das Programm ist bis Ende des Jahres befristet.

Mit dem ursprünglichen Luftfilterprogramm des Bundes in Höhe von rund 500 Millionen Euro, das im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, wird bereits der Einbau von Anlagen in öffentlichen Gebäuden, Theatern, Museen und auch Schulaulen gefördert. Dies wurde nun um Kitas und Schulen ergänzt. Zudem gibt es vom Bund jetzt auch Zuschüsse für die Um- und Aufrüstung bestehender Luftfilteranlagen unter anderem in Einrichtungen der Rehabilitation und der Kinder- und Jugendhilfe.

So sehen Luftfilter aus, die bereits in mehreren Schulen installiert sind.
So sehen Luftfilter aus, die bereits in mehreren Schulen installiert sind. © Hauke-Christian Dittrich

11.19 Uhr: Sachsens Regierungschef warnt vor Sorglosigkeit im Umgang mit Corona

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat davor gewarnt, Corona-Schutzmaßnahmen übereilt aufzuheben. Die Pandemie sei noch nicht zu Ende, es gebe noch Inzidenzen, sagte er dem Sender MDR Aktuell am Dienstag. "Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren erlebt, wir können diesem Virus nicht unseren Willen aufzwängen. Und immer dann, wenn wir zu sorglos waren, ist es ins Gegenteil umgeschlagen." Er sprach sich im MDR dafür aus, im Sommer Tourismus, Freizeit und Kultur möglich zu machen. "Aber mit Mindestabstand und ich denke auch mit Mund-Nasen-Schutz, das gehört als Mindestschutzvorkehrung dazu." Sinkende Infektionszahlen fachen derzeit bundesweit die Debatte um die Maskenpflicht an.

Kretschmer kündigte zudem an, dass Sachsen bis mindestens Ende August die Impfzentren weiter betreiben will. Erst wenn es eine stabile Zahl an Lieferungen in die Arztpraxen gebe, könne man über das Rückfahren der Zentren reden, hieß es. Am Vormittag kommt das Kabinett in Dresden zusammen, um über die Corona-Regeln für den Sommer und die Zukunft der Impfzentren zu beraten.

10.41 Uhr: Schalke-Trainingsauftakt mit Zuschauern

Der Trainingsauftakt des Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 kann mit Zuschauern stattfinden. Bei der ersten Übungseinheit des Absteigers am Donnerstag dürfen bis zu 500 Fans kommen, wie der Revierclub am Dienstag berichtete. Interessierte können sich ab Mittwoch (9.04 Uhr) via E-Mail ([email protected]) um kostenlose Tickets für das Training bewerben. Sollte es mehr Anfragen als Tickets geben, werde gelost, hieß es. Zudem gebe es Hygiene- und Verhaltensregeln.

9.41 Uhr: London: Neue Verschiebung von Corona-Öffnung nur im Ausnahmefall

Die britische Regierung will das Ende aller Corona-Maßnahmen nur im Ausnahmefall erneut verschieben. "Es müsste eine beispiellose und bemerkenswerte Veränderung in der Entwicklung der Krankheit geben", sagte Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Sender Sky News. Am Vorabend hatte Premierminister Boris Johnson angekündigt, die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Restriktionen wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante um vier Wochen bis zum 19. Juli zu verschieben.

"Es ist bedauerlich, dass wir diese Pause einlegen müssen", sagte Gove. "Aber wir wollen sicherstellen, dass wir nichts zurücknehmen müssen, wenn wir diesen Schritt gehen." Es wäre für Unternehmen und Gesellschaft fatal, wenn Freiheiten erneut gestrichen werden müssten. Die Regierung will die kommenden Wochen nutzen, um noch mehr Tempo beim Impfprogramm zu machen. So sollen alle über 40-Jährigen spätestens in der Woche ab 19. Juli ihre für den vollen Schutz nötige zweite Dosis erhalten, alle über 18-Jährigen ihre erste. Seit Dienstag können sich 23- und 24-Jährige für eine Impfung anmelden.

9.09 Uhr: Mehrheit für Aufhebung der Maskenpflicht in Schulräumen

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Aufhebung der Maskenpflicht in Unterrichtsräumen an Schulen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 59 Prozent dafür aus. 31 Prozent lehnen dies ab. 10 Prozent machten keine Angaben. Frauen befürworten eine Aufhebung mit 62 Prozent etwas stärker als Männer mit 56 Prozent.

Der Deutsche Lehrerverband hatte sich gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an den Schulen ausgesprochen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin, er rate insbesondere während des Unterrichts zu "größtmöglicher Vorsicht". "Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden." Maskenpflicht und auch regelmäßige Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben.

8.34 Uhr: Infektiologe: Keine Maskenpflicht draußen und für kleinere Kinder

Die Maskenpflicht kann nach Ansicht des Bonner Infektiologen Peter Walger im Freien überall entfallen. Dagegen müsse es für Innenräume eine differenzierte Diskussion geben, etwa die Abhängigkeit von der Personenzahl, sagte der Experte von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Maske sei eine der effektivsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen.

Mit Blick auf die Schulen hält Walger eine sofortige Beendigung der Maskenpflicht bei allen Kindern unter zehn Jahren für machbar. Bei älteren Kindern müsse man differenzierter schauen. Daten belegten, dass die Dominanz der Übertragung des Coronavirus auf Kinder eindeutig von Erwachsenen ausgehe. "Die Schule ist insgesamt ein relativ sicherer Ort für Kinder, sicherer als das private Milieu. Und dem sollten wir endlich Rechnung tragen", sagte der Infektiologe.

Generell müsse man aber wachsam bleiben, mahnte Walger. Den Sommer sollte man nutzen, die Erfahrungen der dritten Infektionswelle zu analysieren. Der Experte verwies auf die sich in Großbritannien ausbreitende Delta-Variante des Virus. Dort sei der Fehler gemacht worden, möglichst früh vielen Menschen eine Erstimpfung zu geben und die Zweitimpfung weit rauszuschieben. Das habe eine Lücke im Impfschutz verursacht. Diesen Fehler habe man im Deutschland aber nicht gemacht.

7.50 Uhr: Japan verdoppelt Impfdosen für Olympia-Mitarbeiter

Japan hat sich weitere 20.000 Impfdosen für Mitarbeiter bei den Olympischen Spielen in Tokio gesichert. Wie Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa am Dienstag bekanntgab, hat die Regierung eine entsprechende Vereinbarung mit dem US-Konzern Pfizer getroffen. Damit erhält Japan für Olympia-Mitarbeiter nun insgesamt 40.000 Impfdosen, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) zuvor mit Pfizer bereits eine Vereinbarung über die Bereitstellung von 20.000 Dosen getroffen hatte. So sollen nun auch Freiwillige, die im Olympischen Dorf eingesetzt werden, Mitarbeiter des Organisationskomitees sowie einheimische Journalisten das Angebot einer Corona-Impfung erhalten.

Das Impfprogramm für Mitarbeiter werde am Donnerstag im Ajinomoto Training Center in Tokio beginnen, wo Mitglieder der japanischen Olympia-Delegation seit 1. Juni ihre Impfungen erhalten. Laut IOC werden 80 Prozent der Athleten im Olympischen Dorf mit Beginn der Spiele am 23. Juli geimpft sein. Ungeachtet breiter Ablehnung in der Bevölkerung setzen Japans Olympia-Macher ihre Vorbereitungen für die Spiele unbeirrt fort. Sie waren wegen Corona um ein Jahr verschoben worden. Am Dienstag trafen bereits der IOC-Vizepräsident John Coates und seine Delegation in Tokio ein, um die letzten Vorbereitungen für die Spiele zu koordinieren. IOC-Präsident Thomas Bach wird im Juli erwartet.

IOC-Vize Coates hatte im vergangenen Monat erklärt, die Spiele in Tokio könnten auch unter Notstandsbedingungen durchgeführt werden und löste damit eine Kontroverse in Japan aus. Derzeit dauert der Notstand in Tokio noch bis Sonntag an. Doch erwägt die Regierung, während der Spiele eine Art Quasi-Notstand über Tokio zu verhängen. Ein rigider Lockdown ist der Notstand in Japan aber nicht: So sollen Restaurants keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen, ebenso Kaufhäuser und Kinos. Größere Veranstaltungen in Kultur und Sport sind erlaubt, aber mit höchstens 5000 Zuschauern.

7.12 Uhr: Zwei Impfstoff-Dosen verhindern schwere Verläufe bei Delta-Variante

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante des Coronavirus schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten der am Montag vorgestellten Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Die Wirksamkeit des Impfstoffs für die Delta-Variante sei demnach vergleichbar mit jener für den Alpha-Virusstamm, teilte PHE mit. "Diese enorm wichtigen Ergebnisse bestätigen, dass die Impfstoffe bei der Delta-Variante einen signifikanten Schutz vor Krankenhausaufenthalten bieten", erklärte Mary Ramsay, Leiterin der Abteilung Immunisierung am PHE. Für die Studie wurden in England 14.019 Infektionsfälle mit der Delta-Variante zwischen dem 12. April und dem 4. Juni untersucht.

Früheren Untersuchungen zufolge ist eine einzelne Impfstoffdosis bei der erstmals in Indien aufgetretenen Variante 17 Prozent weniger wirksam als bei der Alpha-Variante. Den neuesten Erkenntnissen zufolge ist der Unterschied nach zwei Dosen jedoch gering.

6.34 Uhr: Mäßiges Infektionsgeschehen im Sommer erwartet

Für die kommenden Monate ist eine entspanntere Corona-Lage zu erwarten. "Für den aktuellen Sommer rechnen wir nach den aktuellen Daten ähnlich wie im letzten Jahr mit einem mäßigen Infektionsgeschehen", erklärte Jan Fuhrmann vom Forschungszentrum Jülich, der mögliche Pandemieverläufe berechnet. "Einerseits sind die mittlerweile vorherrschenden Virusvarianten ansteckender als im vergangenen Sommer, andererseits ist ein zunehmender Anteil potenziell infizierbarer Personen durch Impfung geschützt."

Der rasche Rückgang der Inzidenzwerte der vergangenen Wochen werde sich aber notgedrungen verlangsamen, selbst wenn es noch eine Weile bei exponentiell fallenden Zahlen bleibt. Ein exponentieller Abfall beginne rasant und werde immer langsamer. Zudem gingen mit sinkender Inzidenz Öffnungsschritte einher, die wiederum zusätzliche Kontakte und damit mögliche Übertragungswege zur Folge hätten. "Da mit einer vollständigen Ausrottung des Virus in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist, wird aber auch der exponentielle Trend selbst im günstigsten Fall früher oder später abbrechen, und die Inzidenz wird um ein niedriges Niveau schwanken", so Fuhrmann.

Fuhrmann betonte, dass auch bei niedrigen Inzidenzwerten einzelne Ausbrüche auf lokaler Ebene durchaus deutliche Ausschläge bewirken können. Und das Beispiel Großbritannien zeige, "dass eine Kombination aus weitreichenden Öffnungsschritten und erneuten Mutationen trotz bereits hoher Durchimpfung und saisonal bedingtem Abflauen des Infektionsgeschehens zu erneut steigenden Fallzahlen führen kann".

5.50 Uhr: 166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt

In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt worden. Die Summe nannte das Deutsche Studentenwerk (DSW) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Durchschnitt hätten die Betroffenen knapp 450 Euro im Monat bekommen. Die sogenannte Überbrückungshilfe kann seit einem Jahr (16. Juni 2020) online beantragt werden.

Insgesamt seien bei den 57 Studenten- und Studierendenwerken, die sich um die Bearbeitung kümmern, 548.000 Anträge eingegangen. 370.000 Mal sei Überbrückungshilfe gewährt worden. Da die Leistung für jeden Monat neu beantragt werden muss, lässt sich aus den Zahlen aber nicht schließen, wieviele Studentinnen und Studenten sie in Anspruch genommen haben.

Die Unterstützung ist für Betroffene gedacht, die während ihres Studiums zum Beispiel durch einen wegbrechenden Nebenjob in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Überwiesen werden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat, wenn per Kontoauszug nachgewiesen werden kann, dass eine pandemiebedingte Notlage besteht. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

5.27 Uhr: RKI registriert 652 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 15,5

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 652 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1.204 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 15,5 an (Vortag: 16,6; Vorwoche: 22,9). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 140 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.716.170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.586.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.937 angegeben.

Dienstag, 5 Uhr: Kassenärzte fordern mehr Impfstoff

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert von Bund und Ländern Schritte für steigendes Tempo beim Impfen und für eine Rückkehr zu mehr Freiheiten. Er erwarte entsprechende "klare Signale" von der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch, sagte Gassen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es müssen mehr Impfstoffe in die Praxen", sagte Gassen. "Solange Impfstoffe leider immer noch knapp sind, appelliere ich an die Patientinnen und Patienten, Geduld zu haben." Jeder werde geimpft werden, der geimpft werden möchte - aber nicht sofort und gleich alle auf einmal.

"Trotzdem ist schon jetzt klar: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte machen aus dem Impffortschritt erst einen Impfturbo". sagte Gassen. In diesem Zusammenhang sei auch zu klären, wie lange es Sinn mache, die teuren Impfzentren noch aufrecht zu erhalten. "Die nächsten Wochen sollten wir zwar noch an allen Fronten impfen, aber es ist klar, dass wir die Impfzentren dauerhaft nicht brauchen werden."

Gassen machte sich für eine sofortige Abkehr von der Maskenpflicht im Freien stark. Die Gesundheitsminister müssten einen Weg aufweisen, "wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Freiheiten so schnell wie möglich vollumfänglich wiedererhalten werden", sagte der KBV-Chef.

Corona-Pandemie: Das geschah am Montag:

22.00 Uhr: Großbritannien erlaubt trotz Variante 40.000 Zuschauer bei EM-Finale

Trotz der rapiden Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante erlaubt Großbritannien bei mehreren großen Sport-Events in den kommenden Wochen Zehntausende Zuschauer. So dürfen beim Finale der Fußball-EM am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion rund 40.000 Zuschauer dabei sein, wie Kultur- und Sportminister Oliver Dowden am Montag der Nachrichtenagentur PA zufolge mitteilte.

Auch die finalen Wimbledon-Matches am 10. und 11. Juli dürfen vor einem mit 15.000 Zuschauern voll besetzten Centre Court stattfinden. Vorherige Spiele der Turniere werden den Berichten zufolge noch bei halber Zuschauerkapazität stattfinden. Die Großevents sind Teil einer Testreihe der britischen Regierung, mit denen diese Erkenntnisse über die Sicherheit von Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie sammeln will. Für viele andere Bereiche wurden in England die Corona-Maßnahmen wegen der Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante um mehrere Wochen bis voraussichtlich 19. Juli verlängert.

21.52 Uhr: Verfassungsschutz stellt Jahresbericht vor - Gewalt nimmt zu

Bundesinnenminister Horst Seehofer stellt an diesem Dienstag in Berlin den Verfassungsschutzbericht für 2020 vor. In dem stark durch die Corona-Pandemie geprägten Jahr gab es zwar weniger direkte Kontakte zwischen Menschen. Extremisten hat das aber insgesamt eher sogar noch mehr Auftrieb gegeben. Das hat schon die Statistik des Bundeskriminalamtes zur politisch motivierten Kriminalität gezeigt, die Anfang Mai vorgestellt worden war. Danach stieg die Zahl der politisch motivierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 8,54 Prozent an. Über die Hälfte dieser Taten ging auf das Konto von Rechten. Auch die Zahl der Gewaltdelikte nahm zu.

Vor allem Rechtsextremisten und Angehörige des sogenannten Reichsbürger-Spektrums hätten in der Corona-Krise eine Chance gesehen, Proteste gegen staatliche Maßnahmen zu instrumentalisieren, um Anschluss an die gesellschaftliche Mitte zu finden, hatte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) vergangene Woche bei der Veröffentlichung des Verfassungsschutzberichtes für sein Bundesland ausgeführt. Reichsbürger sind Menschen, die die Bundesrepublik und ihre demokratischen Strukturen nicht anerkennen.

Den Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz stellt Seehofer gemeinsam mit Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang vor. Es ist Seehofers erster öffentlicher Auftritt seit seiner Genesung von Covid-19. An der Kabinettssitzung vergangene Woche hatte der CSU-Politiker teilgenommen.

21.34 Uhr: Corona-Lockerungen in Island - Maske nur noch bei Sitzveranstaltungen

Die Menschen auf der Nordatlantik-Insel Island können sich auf weitere gelockerte Corona-Maßnahmen und eine weniger strikte Maskenpflicht einstellen. Ab Dienstag sind nach Angaben der Regierung in Reykjavik wieder Zusammenkünfte mit bis zu 300 Menschen erlaubt, Restaurants und Kneipen dürfen bis Mitternacht offen bleiben. Einen Mund-Nasen-Schutz müssen die Isländerinnen und Isländer dann nur noch bei Veranstaltungen tragen, bei denen sie sitzen, also zum Beispiel im Theater, bei Gottesdiensten und Sportveranstaltungen. Die Abstandsregel wird von zwei auf einen Meter verringert.

Island hat in den vergangenen zehn Tagen kaum noch Corona-Fälle verzeichnet, und die wenigen Neuinfektionen traten ausschließlich bei Menschen auf, die bereits in Quarantäne waren. Mehr als 200.000 Menschen haben auf der Insel mit ihren 360.000 Einwohnern mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, mehr als 100.000 auch schon ihre zweite.

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21.12 Uhr: Symptome bei Delta-Variante laut Forschern anders

Die zunächst in Indien entdeckten Corona-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome als frühere Corona-Typen verursachen. In einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC am Montag berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus.

Tim Spector vom King's College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: "Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut - und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor." Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Corona-Symptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen. Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector - und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen.

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