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Deutschland & Welt

Corona: 1.804 Neuinfektionen in Sachsen

Demo in Chemnitz verboten, Außenminister widerspricht Kretschmer, Liefers distanziert sich von Querdenkern - unser Newsblog.

Am Freitag meldete das sächsische Gesundheitsministerium mehr als 1.800 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden.
Am Freitag meldete das sächsische Gesundheitsministerium mehr als 1.800 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden. © dpa-Zentralbild

Coronavirus in Sachsen, Deutschland und der Welt - das Wichtigste in Kürze:

18.39 Uhr: Slowakei erlaubt ab Montag wieder Gastronomie im Freien

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Herrnhuter Schatz geht in die digitale Welt
Herrnhuter Schatz geht in die digitale Welt

In der kleinen Stadt in der Oberlausitz gibt es ein Archiv, das weltweit seinesgleichen sucht und nun mithilfe der TU Dresden/TUD zugänglich wird.

Angesichts rasch sinkender Corona-Neuinfektionen haben die slowakischen Gesundheitsbehörden weitere Lockerungsschritte angekündigt. Seit Montag durften schon die meisten Einzelhandelsgeschäfte nach vier Monaten Lockdown wieder öffnen, ab diesem Montag folgen zaghafte Erleichterungen für Fitnessstudios und Teile der Gastronomie, wie am Freitag mitgeteilt wurde.

Allerdings haben die Betriebe so strenge Bedingungen zu erfüllen, dass sich für viele von ihnen die Öffnung wohl noch nicht sofort lohnen wird. Gastronomiebetriebe müssen weiterhin ihre Innenräume geschlossen halten und dürfen nur Terrassen und Gastgärten im Freien öffnen. Zusätzlich sind strenge Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln einzuhalten. Bisher war ihnen nur der Verkauf von Speisen und Getränken zum Mitnehmen erlaubt.

17.50 Uhr: Gericht bestätigt Demo-Verbot von Corona-Kritikern in Chemnitz

Das Verwaltungsgericht Chemnitz hat das Verbot der für Samstag geplanten Kundgebung von Gegnern der Corona-Maßnahmen in der Stadt bestätigt. Auch Versammlungen unter freiem Himmel komme ein relevantes Infektionspotenzial zu, hieß es am Freitag zur Begründung. Dabei bezog sich das Gericht nicht nur auf die Demonstration selbst, sondern auch auf mögliches Gedränge am Einlass sowie die An- und Abreise der Teilnehmer. Außerdem wurde auf das hohe Infektionsgeschehen in der Stadt und dem Umland sowie eine fast volle Belegung der Betten auf Intensivstationen verwiesen.

Die Gruppe "Chemnitz steht auf" hatte eine Kundgebung mit bis zu 5000 Teilnehmern am Karl-Marx-Monument angemeldet. Das hatte die Stadt mit Blick auf die geltenden Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie untersagt. Dagegen ging die Initiative juristisch vor, konnte sich im Eilverfahren nun aber nicht durchsetzen. Sie kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

17.36 Uhr: Maas sieht Beschaffung von russischem Impfstoff skeptisch

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich skeptisch zu einer Beschaffung von russischem Corona-Impfstoff im großen Stil geäußert. Im Moment scheine "die mediale Aufmerksamkeit für die 30 Millionen Impfdosen aus Russland - wenn sie denn kommen - ein bisschen hoch" zu sein, sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Besuch der serbischen Hauptstadt Belgrad. Außerdem müsse der russische Impfstoff Sputnik V zunächst einmal in der EU zugelassen werden.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic reagierte Maas auf einen Vorstoß des sächsischen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Dieser hatte am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko gesagt, dass Deutschland 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben wolle, vorausgesetzt, dass ihm die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung erteile.

Heiko Maas, Außenminister von Deutschland, nach seinem Treffen mit Serbiens Präsident Vucic.
Heiko Maas, Außenminister von Deutschland, nach seinem Treffen mit Serbiens Präsident Vucic. © Darko Vojinovic/AP/dpa

16.59 Uhr: Was wird aus Sachsens Impfzentren?

Vorerst sind Sachsens Impfzentren stark ausgelastet - doch derzeit sind sie nur bis 30. Juni in Betrieb. Das Kabinett will am Dienstag über die künftige Struktur der Impfkampagne in Sachsen entscheiden. Eigentlich war geplant die Einrichtungen im Juli zurückzufahren - um dann nur noch Dresden, Leipzig und Chemnitz zu betreiben. Menschen aus den sächsischen Regionen müssten dann weite Wege in Kauf nehmen - oder sich beim Hausarzt impfen lassen, den jedoch auch nicht jeder hat.

Mehr zum Thema: Was wird aus Sachsens Impfzentren.

16.36 Uhr: So viele Mount-Everest-Besteiger wie noch nie

Trotz Corona-Pandemie gibt es auf dem Mount Everest so viele Besucher wie noch nie. Laut Angaben des nepalesischen Tourismusministeriums vom Freitag haben bislang 394 ausländische Abenteurerinnen und Abenteurer eine Genehmigung zur Besteigung erhalten. Das sind noch mehr als die 381 im Frühjahr 2019, als es oben in der Todeszone, wo der menschliche Körper abbaut und sich nicht erholen kann, einen Stau gegeben hatte. Elf Menschen waren damals gestorben. Neben den Ausländerinnen und Ausländern halten sich im Basislager noch Hunderte einheimische Bergführer und Träger auf.

Trotzdem spüre man dort keine Angst vor Corona, sagte Bergführer Kami Rita Sherpa. Die Besucherzahl dürfte noch steigen, sagte die Chefin des Tourismusministeriums Mira Acharya. Von Behördenseite heißt es, dass auf dem Everest Abstandsregeln durchgesetzt würden und das Maskentragen Pflicht sei. Doch Corona ist inzwischen auf dem höchsten Berg der Welt angekommen. Einige Bergsteiger seien positiv getestet worden und würden zurzeit in Krankenhäusern in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu behandelt, sagte eine Mitarbeiterin des CIWEC Hospital, Prativa Pandey. Einer von ihnen war Erlend Ness aus Norwegen.

16.02 Uhr: Zehntausende Impftermine vergeben

In Sachsen sind innerhalb von 24 Stunden Zehntausende Impftermine vergeben worden. Am Mittwochabend wurden rund 70.000 Termine für Erstimpfungen geöffnet - bis Donnerstagnacht waren sie vergriffen, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag mitteilte. Die Nachfrage sei enorm gewesen, so ein DRK-Sprecher. Das habe auch mit der neu aufgemachten Prioritätengruppe 3 zu tun. Demnach können sich nun unter anderem Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz impfen lassen.

Laut DRK gingen innerhalb von 24 Stunden allein über die Hotline mehr als 200 000 Anrufe ein, über das Buchungsportal wurden rund 54 000 Personen neu registriert. Insgesamt verbuchte das Portal zwischen Mittwochabend und Donnerstagnacht mehr als 922 000 Besuche. Das zeige, dass sich weiterhin viele Menschen in Sachsen impfen lassen wollen, hieß es. Bis Mitte Mai stehen damit in den Impfzentren fast 300 000 Termine für Erst- und Zweiimpfungen auf dem Plan. Bis dahin können laut DRK nur vereinzelt neue Erstimpftermine angeboten werden.

15.43 Uhr: Indien ist jetzt Corona-Hochinzidenzgebiet

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Indien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Das gilt auch für das nordafrikanische Tunesien, den Inselstaat Kap Verde vor der afrikanischen Küste und die arabischen Golfstaaten Katar und Oman, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurden mehrere Karibikstaaten, darunter die auch bei deutschen Touristen beliebte Dominikanische Republik, für die damit die Quarantänepflicht bei Einreise nach Deutschland entfällt.

Mit der Einstufung Indiens als Hochinzidenzgebiet ist keine Verschärfung der Einreisebestimmungen verbunden. Die hätte es nur gegeben, wenn das Land mit den zweitmeisten Einwohnern weltweit zum Virusvariantengebiet erklärt worden wäre - was einige Beobachter erwartet hatten. Denn in Indien hat sich eine besonders gefährliche Virusvariente verbreitet.

15.09 Uhr: Sachsens Polizei kündigt Kontrollen an

Die Polizei in Sachsen unterstützt bei den Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Regeln weiterhin die Ordnungsämter im Land. Es sei wichtig, flexibel auf die jeweilige Situation zu reagieren, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag. So könne etwa die Polizei eingreifen, wenn es Hinweise aus der Bevölkerung gebe oder die Ordnungsämter verstärkt Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln registrierten.

Ab Samstag greift im Freistaat die Bundes-Notbremse mit verschärften Corona-Regeln wie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Die Polizeieinsätze sind laut Innenministerium immer abhängig von der jeweiligen Lage. "Insoweit werden auch entsprechende Kontrollen an den Orten und zu den Zeiten durchgeführt, an denen verstärkter Publikumsverkehr zu erwarten ist", hieß es.

15.01 Uhr: Kulturstaatsministerin vermisst Empathie bei #allesdichtmachen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Internetaktion #allesdichtmachen teils bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler kritisiert. "Wir alle, jeder einzelne von uns, viele Berufszweige, ganze Branchen, bringen enorme Opfer in dieser Pandemie", sagte die CDU-Politikerin am Freitag in Berlin. Sie habe großes Verständnis dafür, dass viele Betroffene dabei auf ihre jeweils spezifischen Einschränkungen aufmerksam machten. "Das ist auch nötig, damit die Politik in einem wahnsinnig schwierigen Abwägungsprozess nichts übersieht."

Das Virus sei ein Angriff auf ein Lebensmodell, "es trifft die Kulturwelt in ihrem Lebensnerv", sagte Grütters. Sie verstehe die Nöte der Kreativen. "Bei allem Respekt vor der Freiheit der Kunst" wandte sie zugleich ein: "Ich hätte mir von den an der Aktion #allesdichtmachen beteiligten Schauspielerinnen und Schauspielern deutlich mehr Empathie für die Menschen gewünscht, die vom Coronavirus betroffen sind oder im Gesundheitssystem harte Arbeit leisten." Es gehe in dieser Naturkatastrophe um die Rettung von Menschenleben, "das dürfen wir nie vergessen".

14.32 Uhr: 1.800 Neuinfektionen in Sachsen

Das Sächsische Gesundheitsministerium meldete am Freitag 1.804 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden. Das sind etwas mehr als vor 7 Tagen, als es im gleichen Zeitraum 1.746 Neuinfektionen waren. Dementsprechend steigt die 7-Tage-Inzidenz stieg leicht auf 209,3. Im gleichen Zeitraum wurde zudem 53 Todesfälle gezählt. Zudem sind derzeit 1.160 Betten auf Normalstationen belegt, was 69,9 Prozent entspricht. Das ist erneut weniger als am Vortag, als noch 1.174 Normalbetten (71,1 Prozent) belegt waren. Die Zahl von 1.300 belegten Normalbetten gilt laut sächsischer Landesregierung als Alarmstufe.

Werbung für das Stäbchen: Der Comedian Atze Schröder ließ sich am Freitag in Hamburg für die Kameras testen.
Werbung für das Stäbchen: Der Comedian Atze Schröder ließ sich am Freitag in Hamburg für die Kameras testen. © Georg Wendt/dpa

14.20 Uhr: Papst besucht Bedürftige zur Corona-Impfung

Papst Franziskus hat zu seinem Namenstag bedürftige Menschen besucht, die für ihre zweite Corona-Impfung im Vatikan waren. Das teilte der Heilige Stuhl am Freitag mit. Das Oberhaupt der katholischen Kirche traf die Menschen demnach in der Audienzhalle, wo viele warteten, um Komplikationen nach der Impfung auszuschließen. Der Vatikan wollte am Freitag nach eigenen Angaben rund 600 von insgesamt 1400 Menschen gegen Covid-19 mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer immunisieren. In der Karwoche vor Ostern hatten viele ihre erste Spritze erhalten. Der 84 Jahre alte Franziskus war Mitte Januar geimpft worden.

13.50 Uhr: Impfstoffbeschaffung: Fast die Hälfte der Europäer hat Vertrauen in EU

Das Vertrauen der Europäer in die Europäische Union ist trotz Problemen bei der Impfstoffbeschaffung so hoch wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage mit rund 27.000 Teilnehmern hervor. Demnach vertrauen 49 Prozent der befragten Bürger der EU - ein Zuwachs um 6 Prozentpunkte im Vergleich zum Sommer 2020 und der höchste Wert seit Frühjahr 2008. Insgesamt sagte in 20 der 27 EU-Staaten die Mehrheit der Befragten, dass sie der EU vertraue.

Die höchsten Werte wurden laut Umfrage in Portugal (78 Prozent) und in Irland (74 Prozent) verzeichnet - in Deutschland lag der Wert deutlich niedriger bei 48 Prozent und somit leicht unter dem EU-Durchschnitt. Am meisten Sorgen bereiten den EU-Bürgern die gesundheitliche und wirtschaftliche Lage sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Fast die Hälfte der Befragten ist unzufrieden mit den von der EU getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Allerdings vertrauen laut Umfrage etwa 60 Prozent darauf, dass die EU die richtigen Entscheidung trifft, um die Krise zu bewältigen.

13.31 Uhr: OVG kippt Ausgangssperren in Mecklenburg-Vorpommern - aber nur kurz

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald hat die in der Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommerns verankerte Ausgangssperren für Regionen mit hohen Corona-Inzidenzen gekippt. Es bewertete sie als unverhältnismäßigen und schwerwiegenden Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit, wie es in einer Mitteilung vom Freitag hieß. Ab Samstag treten allerdings schon Ausgangssperren gemäß dem jüngst geänderten Bundesinfektionsschutzgesetz in Kraft.

Nach dem Urteil sind die in mehreren Regionen des Landes geltenden Ausgangssperren nur für kurze Zeit außer Kraft. Das in dieser Woche beschlossene Bundesinfektionsschutzgesetz tritt ab Samstag 0 Uhr in Kraft. Es sieht solche Beschränkungen für Regionen vor, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz - Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - zuletzt an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 überschritten hat.

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13.13 Uhr: Japan verhängt erneut Corona-Notstand über Olympia-Stadt Tokio

Japan hat wegen steigender Corona-Infektionen zum dritten Mal den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio erklärt. Ministerpräsident Yoshihide Suga gab die Entscheidung wie erwartet am Freitag bekannt, drei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen. Außer Tokio ordnete Suga den von Sonntag bis zum 11. Mai geltenden Notstand auch für Osaka sowie Kyoto und die Präfektur Hyogo an. In diesen Zeitraum fällt die sogenannte "Goldene Woche", eine Aneinanderreihung nationaler Feiertage, in der normalerweise Millionen Japaner auf Reisen gehen.

"Wir müssen gezielt Maßnahmen ergreifen, während viele Menschen während der Goldenen Woche in der Pause sind, um das Virus unter Kontrolle zu bringen", sagte Suga. Dazu gehört die Aufforderung an Restaurants, bereits um 20 Uhr zu schließen. Jene Einrichtungen wie Bars, die Alkohol ausschenken oder Karaoke-Unterhaltung anbieten, sollen vorübergehend ganz schließen. Auch größere Kaufhäuser und Shopping-Zentren sollen in der Zeit zu bleiben.

Ein harter Lockdown ist der Notstand zwar nicht. Besucher von Großveranstaltungen sollen jedoch ausgeschlossen werden. Bahn- und Busbetreiber sollen zudem gebeten werden, ihre Dienste am Abend früher einzustellen und den Betrieb und Wochenenden und Feiertagen einzuschränken. Von dem erneuten Notstand ist rund ein Viertel der 126 Millionen Einwohner und ein Drittel der Wirtschaft betroffen.

Menschen stehen vor den Olympischen Ringen im Shinjuku-Bezirk in Tokio. In der Olympiastadt wurde teilweise ein Corona-Notstand verhängt.
Menschen stehen vor den Olympischen Ringen im Shinjuku-Bezirk in Tokio. In der Olympiastadt wurde teilweise ein Corona-Notstand verhängt. © ---/kyodo/dpa

13 Uhr: Erste sächsische Abiturienten schreiben Prüfungen

In Sachsen haben die Abiturprüfungen unter Corona-Bedingungen begonnen. Die ersten Schülerinnen und Schüler schrieben am Freitag ihre Klausuren im Fach Religion - unter anderem am Dresdner St. Benno Gymnasium. Dort standen für 15 Prüflinge katholische Religion auf der Tagesordnung. Um Abstand zu halten, wurde in der Mensa geschrieben. "Das hat gut funktioniert", so Schulleiter Stefan Schäfer. Wenn die Abi-Prüfungen in Deutsch und Mathe anstehen, weicht die Schule auf die Turnhalle aus. "Wir haben Luftreiniger, es passen mehr als 100 Menschen hinein. Das sollte kein Problem sein", sagte Schäfer.

Insgesamt legen in diesem Jahr 10.667 Abiturienten die Prüfungen ab. Um Nachteile in der Corona-Krise auszugleichen, bekommen sie unter anderem in den schriftlichen Prüfungen jeweils eine halbe Stunde mehr Zeit, zudem können sie auf einen Zweittermin ausweichen.

12.46 Uhr: Innenministerium: Nachtreisen falls nötig besser umbuchen

Die ab 0 Uhr in der Nacht zum Samstag greifende Corona-Notbremse erschwert in weiten Teilen Deutschlands auch das Reisen. Die Regelung betreffe nicht nur den Aufenthalt an einem Ort, sondern auch Reisen von A nach B, erklärte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. "Das heißt also, wer in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr aus Anlass einer touristischen Reise reisen möchte, sollte besser umbuchen oder umplanen." Eine dienstliche Flugreise sei wegen der vorgesehenen Ausnahmen hingegen möglich.

Für Landkreise, die am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten haben, gelten ab Samstag Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Bis Mitternacht darf man sich noch allein an der frischen Luft bewegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Coronavirus-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner es binnen einer Woche gab. Die Regelung enthält eine Reihe von Ausnahmen. So ist der Aufenthalt auch während der Nachtstunden normalerweise zur Berufsausübung erlaubt, um das Sorge- und Umgangsrecht wahrzunehmen oder in medizinischen Notfällen bei Mensch und Tier.

Nächtliche reisen werden vielerorts schwieriger.
Nächtliche reisen werden vielerorts schwieriger. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

12.31 Uhr: Spahn und RKI: Indische Variante im Blick - aber noch vieles unklar

Die indische Corona-Variante ist nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Deutschland fachlich und politisch im Blick. Bei "entsprechender Erkenntnislage" seien Maßnahmen wie die Einstufung Indiens und möglicherweise anderer Länder als Virusvariantengebiet nicht ausgeschlossen, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Er verwies auch auf die engen Bande zwischen Indien und Großbritannien. Als Virusvariantengebiet sind derzeit unter anderem Südafrika und Brasilien ausgewiesen, wo jeweils als besorgniserregend eingestufte Varianten des Coronavirus kursieren.

RKI-Vizechef Lars Schaade sagte, es sei denkbar, "dass uns die Variante vor neue Herausforderungen stellt". Aber die Belege seien noch nicht da. "Wir müssen da hinschauen, Warnungen müssen ernst genommen werden." Es gehe auch darum, die weitere Einschleppung der Variante nach Deutschland zu vermeiden. Die Zahl der bisherigen Nachweise liegt bei 21, wie das RKI bereits in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht geschrieben hatte. "Wir sehen im Moment noch keine Tendenz zur großen Verbreitung innerhalb von Deutschland. Aber wir haben das im Blick", betonte Schaade.

Die Mutante werde als "Doppelvariante" bezeichnet, weil es zwei besondere Mutationen im sogenannten Spike-Protein gebe, führte Schaade aus. Es werde vermutet, dass eine dieser Mutationen die Antikörper-Antwort etwas unterlaufe und die andere Mutation den zweiten Arm der Immunantwort. Das sei eine Theorie vor dem Hintergrund von Beobachtungen bei anderen Varianten mit solchen Mutationen. Das sei aber nicht belegt, es gebe dazu keine gesicherten Daten.

12.17 Uhr: Maas bei Beschaffung russischer Impfdosen zurückhaltend

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich zurückhaltend zu der geplanten Beschaffung vieler Millionen Impfdosen aus Russland geäußert. Im Moment scheine "die mediale Aufmerksamkeit für die 30 Millionen Impfdosen aus Russland - wenn sie denn kommen - ein bisschen hoch" zu sein, sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Besuch der serbischen Hauptstadt Belgrad. Die Zahl der Dosen stehe "nicht ganz in der Relation (...) zu dem, was wir bereits in Deutschland produzieren".

Maas wies darauf hin, dass im Biontech-Werk in Marburg künftig 60 Millionen Impfdosen im Monat produziert werden sollten. Außerdem müsse der russische Impfstoff Sputnik V zunächst einmal in der EU zugelassen werden. Der Minister wies auch auf Lieferschwierigkeiten bei früheren Impfstoff-Beschaffungen hin. "Wir wissen ja, dass unabhängig vom Hersteller die Belieferung von Impfdosen nicht immer dem entsprochen hat, was vorher angekündigt worden ist", sagte er.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko gesagt, dass Deutschland 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben wolle. Voraussetzung sei aber die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde. Mehr dazu im Artikel Kretschmer in Russland: Reise der Gegensätze

12.02 Uhr: Kreise: München behält Spiele als Mit-Gastgeber der Fußball-EM

Die Stadt München bleibt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Co-Gastgeber der Fußball-EM. Die Europäische Fußball-Union UEFA bestätigte die bayerische Landeshauptstadt als Ausrichter der drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie eines Viertelfinales, wie die dpa während einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Freitag erfuhr.

Zuvor hatte die Landesregierung Bayerns nach Angaben des Deutschen Fußball-Bunds ihr Einverständnis mit dem Leitszenario erklärt, in dem eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern in München für «realistisch» gehalten wird. Geplant in der Allianz Arena sind die deutschen Heimspiele gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale. Mehr dazu erfahren Sie hier.

In der Allianz-Arena in München sollen EM-Spiele ausgetragen werden.
In der Allianz-Arena in München sollen EM-Spiele ausgetragen werden. © Sven Hoppe/dpa

11.45 Uhr: Leipzigs Polizei: Senioren in Corona-Pandemie häufiger Ziel von Betrügern

Die Corona-Pandemie wird nach Einschätzung von Sicherheitsexperten verstärkt von Betrügern ausgenutzt, um Senioren um Ersparnisse zu bringen. Neben dem klassischen Enkeltrick, komme es immer wieder zu Schockanrufen, bei denen eine Notlage von Angehörigen vorgetäuscht wird, aber auch Gewinnspielversprechen und Trickdiebstählen durch falsche Handwerker oder Polizisten, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz von Stadt und Polizei in Leipzig. Die Täter gingen sachsenweit mit immer größerer krimineller Energie und Professionalität vor, betonte Polizeipräsident René Demmler. Zwar seien die Kriminellen nur in etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle erfolgreich. Der Schaden gehe dennoch in Sachsen "in einen hohen sechsstelligen Bereich", erklärte Demmler. "Jeder Fall, wo unsere Senioren ihre Ersparnisse verlieren, ist einer zu viel."

Allein im Bereich der Leipziger Polizeidirektion sei dieses Jahr schon über rund 110 solcher Betrugsfälle berichtet worden. Auch für Sachsen insgesamt sei in den vergangenen Jahren ein Anstieg zu beobachten gewesen auf mehr als 1.000 Fälle im Jahr 2020. Die Leipziger Seniorenbeauftragte Kerstin Motzer betonte, dass ältere Menschen, die allein leben, besonders von der Corona-Krise betroffen sind. "Sie freuen sich, wenn jemand anruft." Oft seien sie daher sehr aufgeschlossen und mitteilsam, was die Betrüger ausnutzten. Die Experten mahnten, niemals Geld oder Wertsachen Fremden zu geben oder Unbekannte in die Wohnung zu lassen.

11.23 Uhr: Makatsch nach #allesdichtmachen: Will Leid der Opfer nicht schmälern

Nach ihrem Video-Beitrag bei der Internetaktion #allesdichtmachen hat sich Schauspielerin Heike Makatsch (49) zu Wort gemeldet und sich von "rechtem Gedankengut" distanziert. "Ich habe durch Kunst und Satire den Weg gewählt, die Veränderung unserer Gesellschaft aufzuzeigen und Raum zu schaffen, für einen kritischen Diskurs", schrieb sie auf Instagram mit Blick auf ihr Video, in dem sie ironisch die Corona-Politik kommentiert hatte. "Wenn ich damit rechten Demagogen in die Hände gespielt habe, so bereue ich das zutiefst." Auch habe sie niemals das Leid der Corona-Erkrankten und ihrer Angehörigen schmälern oder sie mit ihrem Beitrag verletzen wollen. Dazu postete sie den Hashtag #womöglichgescheitert. (siehe auch Eintrag 7.45 Uhr)

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Makatsch hatte in einem Video mehrfach das Klingeln an ihrer Tür ignoriert und erklärt: "Vielleicht stapeln sich da draußen die Pakete und die Pizzas, aber damit müssen wir klarkommen." Sicherheitshalber werde sie die Tür nicht aufmachen. Das Video ist auf der Webseite der Kampagne mittlerweile nicht mehr sehen.

11 Uhr: Schulen und Kitas bleiben nur in vier Regionen Sachsens offen

In weiten Teilen des Freistaats müssen von Montag an Schulen und Kindertageseinrichtungen schließen. Lediglich in vier der 13 Kreisen und kreisfreien Städten bleiben die Einrichtungen geöffnet. Das liege an den sonst zu hohen Sieben-Tagen-Inzidenzen, teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Nach aktuellen RKI-Zahlen liegt Neuansteckung von 100.000 Einwohnern in einer Woche lediglich in den Städten Dresden und Leipzig sowie in den Landkreisen Leipziger Land und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge unterhalb von 165.

Nach der Änderung des Infektionsschutzgesetzes und dessen Inkrafttreten ab Sonnabend müssen Schulen und Kitas schließen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 165 liegt. Ausnahmen gibt es für die Schülerinnen und Schüler an den Förderschulen und in den Abschlussklassen. Sie können ihre Schulen weiterhin besuchen.

10.39 Uhr: Bundestag verabschiedet Nachtragshaushalt mit neuen Schulden

Der Bundestag hat am Freitag den Nachtragshaushalt mit neuen Schulden von 60,4 Milliarden Euro beschlossen. Damit kann Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in diesem Jahr die Rekordkreditsumme von 240,2 Milliarden Euro aufnehmen. Der Nachtragsetat sieht vor allem mehr Geld für Unternehmenshilfen und für die Gesundheitspolitik vor, etwa für den Kauf von Impfstoffen, außerdem Hilfen für Familien. Zugleich sollen mit ihm niedrigere Steuereinnahmen ausgeglichen werden. Für den Nachtragsetat stimmten CDU/CSU und SPD. FDP, Linke und AfD stimmten dagegen, die Grünen enthielten sich. Scholz sagte in der Debatte, der Nachtragsetat enthalte eine "massive finanzielle Unterstützung für die ganze Gesellschaft". Es gehe darum, die Corona-Pandemie zu überwinden.

10.22 Uhr: Kanzleramtschef Braun: Auch ohne Impfpriorisierung noch Wartezeiten

Kanzleramtschef Helge Braun warnt vor überzogenen Erwartungen bei einer möglichen Aufhebung der Priorisierung der Corona-Impfungen gewarnt. Auch dann werde es noch Wartezeiten für Impfwillige geben, sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Braun betonte, die Priorisierung könne man aller Voraussicht nach Anfang Juni aussetzen. "Das heißt nicht, dass dann schon Anfang Juni für alle genug Impfstoff vorhanden sein wird", betonte der Kanzleramtschef. Es bleibe aber dabei, dass man bis zum Sommer jedem ein Impfangebot machen könne.

Braun skizzierte den möglichen Zeitplan wie folgt: "Wenn die Hersteller so liefern, wie sie es uns versprochen haben, dann werden wir im Laufe des Mai so viel Impfstoff bekommen, dass wir allen, die eine Priorisierung haben, ein Impfangebot machen können." Dann könne man im Juni beginnen, über die Betriebsärzte und über die Hausärzte auch die breite Bevölkerung zu impfen.

Braun appellierte an die Menschen, sich impfen zu lassen. Der Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie hänge nicht nur von der Menge des Impfstoffs ab, sondern auch von der Impfbereitschaft. Die Skepsis sei trotz aller Mahnungen nicht verschwunden. Die Erfahrung mit den Grippeimpfungen zeige, dass noch nicht einmal 50 Prozent der Deutschen dieses Angebot annehmen würden. "Mit so einer Impfquote könnte man die Corona-Pandemie nicht besiegen", mahnte der CDU-Politiker.

10.03 Uhr: Nach Modellprojekt-Ende: Tübinger OB wirft Politik Ideenlosigkeit vor

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat der Politik Ideenlosigkeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie vorgeworfen. "Uns fällt außer Verboten und Lockdowns nichts ein", sagte der Grünen-Politiker am Freitag im RTL/ntv- "Frühstart". "Wir hätten mit Digitalisierung, mit Impfungen, mit Testungen, mit dem Schutz der Risikogruppen sehr viel besser durch die Krise kommen können.

"Mit seinem Modellprojekt hat das baden-württembergische Tübingen in den vergangenen sechs Wochen für Aufsehen gesorgt. Einwohner konnten mit tagesaktuellen Corona-Tests in Theater, Geschäfte oder Museen gehen. In der Stadt selbst lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt unter 100, im Landkreis war sie deutlich höher. "Wir haben jetzt sechs Wochen offen und unsere Zahlen sind besser als in der Notbremse. Eigentlich müsste man doch fragen: Warum machen es nicht alle wie wir?", sagte Palmer. Das Projekt endet nun wegen der beschlossenen, aber scharf kritisierten Corona-Notbremse und der hohen Ansteckungszahlen im ganzen Landkreis. "Viele Leute in der Stadt sind jetzt auch enttäuscht", so Palmer.

9.44 Uhr: DFB-Pokalfinale in Berlin ohne Zuschauer

Das DFB-Pokalfinale in Berlin wird als Geisterspiel ausgetragen. Aufgrund der derzeit gültigen Corona-Verordnungen sei ein Antrag auf Zulassung von Zuschauern für das Endspiel am 13. Mai im Berliner Olympiastadion nicht rechtzeitig möglich, teilte der Deutsche Fußball-Bund am Freitag mit. Daher gelten für das Pokalfinale wie in der Fußball-Bundesliga die Bedingungen des Sonderspielbetriebs ohne Zuschauer.

Die Halbfinals des laufenden Wettbewerbs sind für die kommende Woche angesetzt. Werder Bremen trifft am 30. April auf RB Leipzig. Einen Tag später empfängt Borussia Dortmund den Zweitligisten Holstein Kiel. Titelverteidiger FC Bayern war vorzeitig ausgeschieden. Im Vorjahr hatten die Münchner vor der tristen Kulisse von nur 691 Menschen Bayer Leverkusen mit 4:2 bezwungen.

9.30 Uhr: Corona pusht Alternativen zu Tierversuchen

Corona hat die Entwicklung alternativer Methoden zu Tierversuchen befeuert: Forscher arbeiten an künstlichen Organmodellen, Computersimulationen und bildgebenden Verfahren, um im Kampf gegen das Virus voranzukommen. So lassen sich Versuche mit Lungen- oder Darmgewebe auf speziellen Chips vornehmen, wie der Neurobiologe Roman Stilling von "Tierversuche verstehen", einer Informationsinitiative der Wissenschaft, erläutert.

"Mit diesen Instrumenten wurden und werden schon wichtige Erkenntnisse gewonnen – doch sie können das Immunsystem eines Gesamtorganismus derzeit noch nicht vollständig ersetzen", sagt Stilling anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstiers am 24. April. Mehr dazu erfahren Sie hier.

9.09 Uhr: In Sachsen steigt die 7-Tage-Inzidenz weiter an

Nachdem der Bundestag das geänderte Infektionsschutzgesetz verabschiedet hat, ist der Inzidenzwert noch wichtiger für Lockerungen oder Verschärfungen geworden. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche mit dem Coronavirus ist in Sachsen weiter gestiegen. Die Inzidenz lag am Freitagmorgen bei 209,3. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor (Stand: 08.50 Uhr). Am Donnerstag war sie nach mehreren Tagen mit fallenden Werten wieder auf 201,8 gestiegen. Am Montag lag der Wert noch bei 236,5.

Mit einem Wert über 200 ist Sachsen bundesweit weiterhin das am zweitstärksten betroffene Bundesland. Nur in Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher, die auf 223,2 gesunken ist. In Deutschland gibt es nur ein Bundesland unter dem wichtigen Grenzwert von 100: Schleswig-Holstein wird mit 73,5 in der RKI-Statistik geführt. Bundesweit ist die Inzidenz von 161 auf jetzt 164 gestiegen.

Am stärksten von Corona betroffen sind in Sachsen zwei Landkreise mit einem Wert über 300: der Erzgebirgskreis mit einer Inzidenz von 346,6 (Platz zwei bundesweit hinter Saale-Orla-Kreis)) und der Landkreis Zwickau mit aktuell 316,5. Die Landkreise Mittelsachsen (289,1), Vogtland (249,6), Görlitz (220,8) und Bautzen (211,5) sowie die Stadt Chemnitz (201,8) liegen oberhalb der Schwelle von 200. Mit aktuell 121,9 weist die Stadt Leipzig aktuell den niedrigsten Wert im Freistaat auf, gefolgt von der Landeshauptstadt Dresden mit einer auf 129,5 gestiegenen Inzidenz.

Der Bundestag hatte am Mittwoch eine Notbremse auf den Weg gebracht, die auch die Öffnung von Kultureinrichtungen regelt. Entscheidend ist dabei, wie viele Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder einer Stadt binnen sieben Tagen gemeldet werden. Überschreitet der Wert an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100, sollen schärfere Maßnahmen gelten. Schulen und Kitas müssen schließen, wenn die Inzidenz drei Tage lang den Wert von 165 überschreitet. Mehr dazu im Artikel Corona-Notbremse: Was sich ab Samstag ändert

8.47 Uhr: Minigolf-Urteil könnte Signalwirkung haben - Anlagen machen sich fit

Das Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts zur Öffnung von Minigolf-Anlagen könnte Signalwirkung haben. "Niedersachsen ist das einzige Land, das so ein Urteil hat. Wir werden es nutzen, den Deutschen Olympischen Sportbund in Kenntnis zu setzen und um Unterstützung zu bitten, bundesweit zu öffnen", sagte Achim Braungart Zink, Sprecher des Deutschen Minigolfsport Verbands. Auch die Landesverbände sollten Kontakt zu den Landessportbünden aufnehmen. Die Corona-Landesverordnungen würden von den Ordnungsämtern bundesweit unterschiedlich ausgelegt, sagte Zink. In einigen Kommunen gilt Minigolf als Freizeitanlage, in anderen als Sportbetrieb.

Das OVG in Lüneburg hatte vergangene Woche die coronabedingte Schließung von Anlagen gekippt und als besondere Sportanlagen eingeordnet. Minigolf werde ausschließlich im Freien gespielt, argumentierte die Klägerin aus Bad Zwischenahn. Die Spieler könnten den Mindestabstand von 1,50 Metern untereinander ohne weiteres einhalten. Der Senat folgte dieser Argumentation. "Viele machen jetzt ihre Anlagen fit", sagte Isabell Raschke-Dejoks, Pressesprecherin des Minigolfsport-Verbands Bremen/Niedersachsen. "Wir sind auf jeden Fall erleichtert, auch wenn die Saison der Punktspiele und Turniere abgesagt ist. Es gibt nur noch Freizeitturniere", ergänzte sie. Viele Betreiber seien derzeit in Gesprächen mit den Gesundheitsämtern und Kommunen, um zu klären, ob sie öffnen können.

8.24 Uhr: Hoffnungsvoll: Deutsches Theater baut Außenbühnen auf

Das Deutsche Theater in Berlin hofft darauf, in diesem Sommer doch wieder draußen spielen zu können. Sowohl auf dem Theatervorplatz als auch im Innenhof entstehen derzeit neue Außenspielstätten, wie die Sprecherin des Theaters der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auf beiden Open-Air-Bühnen sollen fünf Produktionen gezeigt werden, darunter drei Premieren.

Die Berliner Theater sind wegen der Pandemie seit rund einem halben Jahr geschlossen, eine Öffnung rückt auch mit den neuen Bundesregeln nicht näher. "Wir fahren weiterhin auf Sicht, handeln bedacht", erklärte Intendant Ulrich Khuon. Sie hätten die Hygienemaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstärkt.

Der Bundestag hatte am Mittwoch eine Notbremse auf den Weg gebracht, die auch die Öffnung von Kultureinrichtungen regelt. Entscheidend ist dabei, wie viele Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder einer Stadt binnen sieben Tagen gemeldet werden.

Eine Bühne und eine Tribüne werden auf dem Hinterhof des Deutschen Theaters aufgebaut. Die Verantwortlichen des Theaters hoffen immer noch auf eine Open-air-Saison dieses Jahr.
Eine Bühne und eine Tribüne werden auf dem Hinterhof des Deutschen Theaters aufgebaut. Die Verantwortlichen des Theaters hoffen immer noch auf eine Open-air-Saison dieses Jahr. © Jörg Carstensen/dpa

8.03 Uhr: Indien: Brand in Intensivstation - viele Corona-Patienten sterben

Bei einem Brand in einer Intensivstation in Indien sind mindestens 13 Corona-Patienten gestorben. Die Opferzahl dürfte sich noch erhöhen, sagte ein Feuerwehrmitarbeiter gegenüber Reportern. Das Feuer brach in der Nacht auf Freitag in einem vierstöckigen Krankenhaus in der Stadt Virar aus, wie der Krankenhauschef sagte. Was den Brand verursachte, war zunächst unklar. Der Regierungschef des betroffenen Bundesstaates Maharashtra forderte Aufklärung.

In Indien kommt es häufig zu gefährlichen Bränden, auch Feuer in Krankenhäusern gab es mehrfach. Die Sicherheit von Gebäuden ist oft schlecht und Notausgänge sind oft nicht vorhanden. Ursache für die Brände ist meist eine schlechte oder veraltete Ausstattung. In Indien steigen die Corona-Zahlen seit Wochen immer schneller. Am Donnerstag und Freitag wurden in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land jeweils Welttagesrekorde bei den Neuinfektionen gemeldet - jeweils mehr als 300.000. In absoluten Zahlen hat Indien mehr als 16 Millionen Infektionen erfasst.

7.45 Uhr: #allesdichtmachen: Liefers distanziert sich von Querdenkern

Mit ihrer Kritik an der Corona-Politik unter dem Hashtag #allesdichtmachen haben Dutzende prominente Schauspieler Zustimmung, aber auch viel Kritik erfahren. Als einer der Beteiligten distanzierte sich "Tatort"-Star Jan-Josef Liefers nun klar von Verschwörungstheorien und der Querdenker-Bewegung. "Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück", schrieb der 56-Jährige auf Tiwtter. "Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe, als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt."

Rund 50 prominente Film- und Fernsehschauspieler hatten mit der großangelegten Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen für Aufsehen gesorgt. Künstler wie Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Ulrike Folkerts, Richy Müller und viele weitere verbreiteten am Donnerstag bei Instagram und auf der Videoplattform Youtube gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Coronapolitik der Bundesregierung. Andere prominente Schauspielkollegen reagierten entsetzt. Mehr zur Aktion lesen Sie im Artikel Schauspieler verspotten die Corona-Maßnahmen

7.27 Uhr: Corona-Lage in Tschechien besser als in Sachsen

Die Corona-Zahlen in Tschechien sinken ungebremst. Weniger als 3.000 Neuinfektionen meldeten die Hygieneämter am Donnerstagmorgen. Das war der niedrigste Wert an einem Wochentag seit Ende September. Den dritten Tag in Folge lag die Wocheninzidenz unter 200. Nachdem das Land Ende März den Status eines Virusvariantengebiets hinter sich ließ und Hochinzidenzgebiet wurde, steht es nun vor der Herabstufung durch das Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet. Dabei ist es noch nicht so lange her, dass im Nachbarland einzelne Landkreise eine Inzidenz von 1.000 und mehr meldeten und das Gesundheitssystem vor dem Kollaps stand. Wie lässt sich dieser Umschwung erklären? Das erfahren sie hier.

Zwei Polizisten der Bundespolizei bei der Kontrolle von Reisenden an der A17 nahe Breitenau an der tschechischen Grenze. Der kleine Grenzverkehr ist noch immer nicht erlaubt.
Zwei Polizisten der Bundespolizei bei der Kontrolle von Reisenden an der A17 nahe Breitenau an der tschechischen Grenze. Der kleine Grenzverkehr ist noch immer nicht erlaubt. © Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild (Archiv)

7.05 Uhr: Warum die Ausgangssperre in Sachsen unwirksam war

Wo darf ich noch spazieren gehen? Vor gut einem Jahr war dies eine der am häufigsten diskutierten Fragen, wenn es um die Corona-Schutzverordnung ging. Was bis dahin für viele unvorstellbar schien, war wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus plötzlich Realität geworden: Eine 24-Stunden-Ausgangssperre verbot es den Bürgern, die eigene Wohnung ohne triftigen Grund zu verlassen.

15 Ausnahmen sollten die Regelung, die einen schweren Eingriff in die Grundrechte der Bürger darstellte, alltagstauglich erscheinen lassen. Die Idee ist vorerst gescheitert. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat am Mittwoch die „Vorläufige Ausgangsbeschränkung“ der Corona-Schutzverordnung vom 31. März 2020 für unwirksam erklärt. Schon kurz nach Veröffentlichung der Verordnung sorgte sie für Diskussionsstoff. Warum die Ausgangssperre rechtlich unwirksam war und was das heute bedeutet, lesen Sie hier.

6.43 Uhr: AfD macht Wahlkampf mit Kritik an Corona-Regeln

Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hofft, dass seine Partei mit Fundamentalkritik an den Corona-Maßnahmen bei der Bundestagswahl im September punkten kann. "Die Freiheitseinschränkungen wegen Corona und die Notstandsgesetze, die der Bundestag am 21. April verabschiedet hat, sind sicherlich Themen, auf die wir uns konzentrieren", sagte der Fraktionsvize der Deutschen Presse-Agentur. Daneben werde die AfD soziale Themen ansprechen - etwa Steuererleichterungen für Geringverdiener und Alleinerziehende sowie kostenlose Schülertickets.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD 12,6 Prozent der Zweitstimmen erhalten. In aktuellen Umfragen liegt sie derzeit bei elf bis zwölf Prozent. "Wir werden das Ergebnis vom letzten Mal ganz sicher wiederholen und möchten weiter wachsen", zeigte sich Chrupalla zuversichtlich.

6.27 Uhr: Amtsärzte-Verbandschefin: Verhalten nach Schnelltest teils kritisch

Das Verhalten mancher Menschen nach einem Corona-Schnelltest birgt nach Erfahrung einer Expertin Risiken. "Wir wenden jetzt massenhaft diese Schnelltests an, aber die Menschen sind nicht über die Konsequenzen und das richtige Verhalten aufgeklärt. Da verbreitet sich das Virus und wir sehen gar nicht mehr, wie", sagte die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert. Sie sehe eine Gefährdung. "Mit dem Thema Testungen müssen wir uns noch mal sehr kritisch auseinandersetzen."

Teichert berichtete von falschen Schlüssen, die Menschen nach positiven wie negativen Testergebnissen zögen. "Ich habe mehrfach erlebt, dass Menschen positive Ergebnisse bekommen und dann extrem verunsichert sind. Statt sich zu isolieren, besorgen sie sich erst einmal weitere Tests, weil sie dem ersten Ergebnis misstrauen." Dabei könnten sie das Virus weiter verbreiten. Die empfohlenen Handlungsanweisungen müssten bekannter werden: Es sei teils nicht bekannt, "dass jeder, der positiv getestet ist, erst einmal als potenziell infektiös gilt - bis zum Beweis des Gegenteils".

Ebenso habe sie erlebt, dass Kontaktpersonen von Infizierten einen Schnelltest machten und nach einem negativen Ergebnis glaubten, nichts weiter unternehmen zu müssen, schilderte die Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. "Da laufen uns viele Infizierte unter dem Radar weg", sagte Teichert. Im Fall eines negativen Tests müsse man grundsätzlich bedenken, dass das Ergebnis "nur für einige Stunden gültig ist".

Viele Menschen wissen mit dem Schnelltestergebnis nicht umzugehen.
Viele Menschen wissen mit dem Schnelltestergebnis nicht umzugehen. © Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

6.09 Uhr: Zooverband: "Größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg"

Deutsche Zoos haben nach Verbandsangaben seit Beginn der Pandemie Millionenverluste gemacht. "Wenn man jetzt weiß, dass die täglichen Kosten für Zoos sehr hoch sind, kann man sicherlich nachvollziehen, dass dies die größte Krise für die deutschen Zoos seit dem Zweiten Weltkrieg ist", sagte Sebastian Scholze, Pressesprecher des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Pfleger und Veterinäre kümmerten sich um die Tiere, auch wenn keine Besucher kommen. "Ein Zoo lässt sich nicht so einfach herunterfahren wie vielleicht ein Autowerk", erklärte Scholze.

Mehrere Zoos gaben dem RND gegenüber an, dass unter anderem bei Bau- und Modernisierungsvorhaben gespart werde. Die Versorgung der Tiere leide nicht. Der Verband der Zoologischen Gärten pocht auf finanzielle Unterstützung bei längeren pandemiebedingten Zooschließungen: "Nach den vielen Monaten der Schließung vor allem zuletzt im Winter und für den Fall, dass also Zoos wieder über längere Zeit geschlossen werden müssen, halten wir mit Nachdruck an unserer Forderung nach einem nationalen, finanziellen Hilfsprogramm zugunsten der Zoos fest", forderte Präsident Jörg Junhold einer Mitteilung zufolge.

5.51 Uhr: Schauspieler sorgen mit Hashtag #allesdichtmachen für Aufsehen

Zahlreiche prominente Film- und Fernsehschauspieler sorgen mit einer großangelegten Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen für Aufsehen. Künstler wie Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Richie Müller, Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und viele weitere verbreiteten am Donnerstag bei Instagram und auf der Videoplattform Youtube gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Coronapolitik der Bundesregierung. Wie die Aktion koordiniert wurde, war zunächst nicht bekannt. In den sozialen Medien stieß die Aktion auf begeisterte Zustimmung bis vehemente Ablehnung. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Schauspieler verspotten die Corona-Maßnahmen

5.35 Uhr: Initiative zum Kampf gegen Covid-19 braucht mehr Geld

Die globale Initiative zur Bewältigung der Corona-Pandemie hat ein Jahr nach ihrer Gründung viel erreicht, aber es fehlt ihr Geld. Mitte April standen noch 22 Milliarden Dollar (gut 18 Mrd Euro) aus, um die geplanten Aktivitäten in diesem Jahr zu finanzieren, wie die Koordinatoren der Initiative ACT-Accelerator zum Jahrestag der Gründung berichten.

In den vergangenen zwölf Monaten sei dennoch viel erreicht worden: Das Programm habe unter anderem 15 klinische Studien zu möglichen Medikamenten gefördert, 65 Millionen bezahlbare Antigen-Tests für ärmere Länder beschafft, in zwölf Impfstoffkandidaten investiert und sich bei Herstellern mehr als zwei Milliarden Impfdosen für die Teilnehmer des Programms gesichert.

Die Fachzeitschrift "The Lancet" kritisiert, dass die Finanzierung einem traditionellen Entwicklungshilfemodell gleiche, das vom Wohlwollen reicher Geber abhänge. Eine Alternative sei etwa eine zweiprozentige Vermögenssteuer zur Finanzierung der globalen öffentlichen Gesundheit.

5.18 Uhr: RKI registriert 27.543 Corona-Neuinfektionen und 265 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 27.543 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 265 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 25.831 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 247 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 164,0. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 161,1 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.245.253 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.865.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.158.

Freitag, 5 Uhr: Ärztekammerpräsident fordert Auflösung von Reserven bei Impfdosen

Die Bundesärztekammer fordert mehr Schnelligkeit beim Impfen gegen das Coronavirus. "Es ist nicht hinnehmbar, dass in Deutschland mehr als fünf Millionen Impfdosen ungenutzt gelagert werden, während sich täglich Tausende Menschen neu mit Corona infizieren", sagte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Ziel müsse es sein, schnellstmöglich viele Menschen gegen das Virus zu immunisieren. "Dafür müssen die in den Impfzentren zurückgehaltenen Reserven für die Zweitimpfung so weit wie möglich aufgelöst werden. Das ist aufgrund der erwartbaren Liefermengen im zweiten Quartal vertretbar."

Alle weiteren ungenutzten Impfdosen sollten so schnell wie möglich an die Arztpraxen weitergegeben werden, forderte Reinhardt. Dort blieben in der Regel keine Impfstoffe liegen, auch weil die Impfverordnung den Ärzten Spielraum bei der Umsetzung der Impfreihenfolge einräume. Dass mehrere Bundesländer bei der Impfung des Vakzins von Astrazeneca auf eine Priorisierung verzichten, wertete Reinhardt als Vertrauensbeweis für die niedergelassenen Ärzte. "Ich hoffe sehr, dass wir bundesweit gänzlich auf Priorisierungen verzichten können, wenn, wie angekündigt, ab Ende Mai ausreichend Impfstoffe für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen", sagte der Ärztepräsident.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, dass wohl im Juni die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus aufgehoben werden könnte. In Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurde der Impfstoff von Astrazeneca in dieser Woche für alle Altersgruppen freigegeben.

Corona-Pandemie: Das geschah am Donnerstag

21.55 Uhr: Rossmann steigert Umsatz im Corona-Jahr 2020

Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette Rossmann ist auch im Corona-Jahr 2020 weiter gewachsen. Insgesamt steigerte das Familienunternehmen seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 10,35 Milliarden Euro, wie es am Donnerstag mitteilte. Der Ertrag habe sich "ebenfalls positiv entwickelt", hieß es. Genaue Zahlen zum Ergebnis nannte Rossmann aber nicht.

Gut liefen die Geschäfte vor allem in Deutschland, wo die Drogeriemärkte als systemrelevant eingeschätzt wurden und deshalb auch im Lockdown geöffnet blieben. Hier wuchsen die Umsätze um rund 4,7 Prozent auf 7,33 Milliarden Euro. Bereinigt um die Effekte der Mehrwertsteuersenkung lag das Wachstum sogar bei mehr als 6 Prozent. Dabei verlagerten sich allerdings die Umsätze spürbar. Gute Geschäfte machten in der Pandemie vor allem Filialen in Fachmarktzentren außerhalb der Städte, während Filialen in Fußgängerzonen und an Bahnhöfen unter Besucherschwund litten.

Nicht ganz so gut lief es im Ausland. Ein härterer Lockdown in Osteuropa schwächte hier das Wachstum deutlich ab. Insgesamt stiegen die Umsätze in Polen, Ungarn, Tschechien, der Türkei, Albanien, Kosovo und Spanien um 2 Prozent auf 3,06 Milliarden Euro.

Auch im laufenden Jahr will Rossmann auf Wachstumskurs bleiben. Dazu beitragen soll die Eröffnung von 195 neuen Drogeriemärkten im In- und Ausland, davon 75 in Deutschland. Rossmann betreibt in acht europäischen Ländern insgesamt 4.244 Märkte und beschäftigt 56.300 Mitarbeiter. Der Rossmann-Marktanteil bei Drogeriewaren im deutschen Lebensmitteleinzelhandel liegt nach Unternehmensangaben aktuell bei 15,7 Prozent.

21.24 Uhr: Tirol verlängert Ausreisetests

Wegen steigender Infektionszahlen verlängert das österreichische Bundesland Tirol die Pflicht zu Corona-Ausreisetests ein weiteres Mal bis zum 5. Mai. Der Schritt sei auch wegen einer in Tirol aufgetretenen Coronavirus-Mutante beschlossen worden, die mit der britischen Virus-Variante verwandt sei, teilte die Landesregierung in Innsbruck am Donnerstag mit. Seit Ende März darf man Tirol nur mit einem negativen Testergebnis verlassen. Die Regel hätte am Samstag auslaufen sollen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tirol stand zuletzt bei 213 Infektionen pro 100.000 Einwohnern. Das ist nach Wien der zweithöchste Wert unter den Bundesländern des Alpenlandes. Der Österreich-Schnitt lag am Donnerstag bei 182.

Am Freitag beraten die Bundesregierung und Ländervertreter über geplante Öffnungsschritte, die im Mai Erleichterungen für Gastronomie, Handel, Sport und Kultur bringen könnten. Trotz der Lage in seinem Bundesland forderte Tirols Landeschef Günther Platter von der konservativen ÖVP einen "eindeutigen, klaren Zeitplan" für die Lockerungen, die am Freitag beschlossen werden sollen.

20.40 Uhr: Impfgegner beschimpfen Comedian aus Döbeln

Es war eine gezielte Provokation. Dass es dann aber so dicke kommt, damit hatte Comedian Thomas Böttcher aus Döbeln nicht gerechnet. Er hatte sich mit seiner Frau gegen Corona impfen lassen und davon ein Foto bei Facebook veröffentlicht. Das rief Impfgegner und Verschwörungstheoretiker auf den Plan, nachzulesen hier: Impfgegner gegen Thomas Böttcher

Thomas und Nancy Böttcher haben sich impfen lassen und davon ein Foto bei Facebook veröffentlicht.
Thomas und Nancy Böttcher haben sich impfen lassen und davon ein Foto bei Facebook veröffentlicht. © DA

19.55 Uhr: Gastronomen auf Mallorca dürfen spätabends öffnen

Auf Mallorca werden die Corona-Einschränkungen im Zuge der guten Infektionslage bereits am Samstag weiter gelockert. Unter anderem wird dann auf der spanischen Urlaubsinsel und den anderen Balearen der Beginn der nächtlichen Ausgehsperre um eine Stunde nach hinten auf 23.00 Uhr verlegt, wie die Regionalregierung am Donnerstag in Palma mitteilte. Besonders wichtig auch für Touristen: Gastronomen dürfen ihre Terrassen künftig nach einer ersten Sperrstunde um 17 Uhr auch am späteren Abend von 20.00 bis 22.30 Uhr bei voller Auslastung öffnen - das gilt vorerst allerdings nur zwischen Montag und Donnerstag. Die Innenräume müssen unterdessen weiterhin geschlossen bleiben.

Neben anderen Lockerungen dürfen sich ab Samstag wieder Personen aus mehr als zwei Haushalten im Freien treffen - allerdings höchstens sechs beziehungsweise nur vier, wenn sie an einem Restaurant- oder Cafétisch sitzen. Die Geschäfte müssen außerdem erst eine Stunde später um 21.00 Uhr schließen. Die Lockerungen gelten fast alle mit zum Teil leicht unterschiedlichen Auflagen für alle Inseln und bis zum 9. Mai. Dann wird die Pandemie-Lage wieder geprüft.

Regierungssprecher Iago Negueruela sagte bei der Bekanntgabe der Lockerungen, man habe die Osterferien mit dem Besuch von Zehntausenden Touristen vor allem aus Deutschland gut überstanden. Man müsse aber weiter Vorsicht walten lassen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid gab es zuletzt auf den Balearen 25,78 Corona-Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Diese Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Spanien derzeit nur in Valencia niedriger (19,40).

18.53 Uhr: Fast 30 Polizisten bei Berliner Corona-Demo verletzt

Bei der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen am Mittwoch in Berlin hat die Polizei rund 230 Menschen festgenommen. Aus der Menge seien Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen worden, 29 Einsatzkräfte seien verletzt worden, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Ein Polizist habe seinen Dienst beenden müssen. Insgesamt war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit 2.200 Beamten im Einsatz. Rund 10.000 Teilnehmer hatten sich am Mittwochmorgen auf der Straße des 17. Juni versammelt. Nur wenige Meter entfernt wurde im Bundestag über das Infektionsgesetz zur Verschärfung der Maßnahmen debattiert.

Weil ein Großteil der Protestierenden sich weigerte, Abstände einzuhalten und Masken zu tragen, ordnete die Polizei am Mittag die Auflösung der Kundgebung an. Viele Menschen widersetzten sich, so dass die Polizei eingriff und die Menschen von der Straße des 17. Juni in den Tiergarten abdrängte. Dabei kam es zu Angriffen auf die Polizei, heftigen Rangeleien und Flaschenwürfen. Polizisten versprühten Pfefferspray. Einzelne Teilnehmer wurden weggetragen. Anschließende Ansammlungen im angrenzenden Tiergarten habe die Polizei nach und nach aufgelöst.

Demonstranten in Berlin protestierten gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Später kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Demonstranten in Berlin protestierten gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Später kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. © dpa/Fabian Sommer

18.29 Uhr: Deutsche Flughäfen kommen nicht aus der Corona-Flaute

Die Flughäfen in Deutschland sind auch im März nicht aus der Corona-Flaute herausgekommen. In dem Monat nutzten nur 1,97 Millionen Passagiere einen Airport, wie der Flughafenverband ADV berichtete. Das waren 89,7 Prozent weniger als im März des Vorkrisenjahres 2019 und auch immer noch 72,5 Prozent weniger als im März 2020, in dessen Verlauf es erstmals zu größeren Verkehrseinschränkungen in Folge der Corona-Pandemie gekommen war.

An den äußerst schwachen Quartalszahlen (minus 90,0 Prozent Passagiere zum Vergleichszeitraum 2019) änderten auch die kurzfristig ins Programm genommenen Mallorca-Flüge vieler Airlines zu Ostern nur sehr wenig. Insgesamt bleibe das Angebot in den Punkt-zu-Punkt-Verkehren sehr verhalten, berichtete der Verband in seiner Statistik.

Die Zahl der Flugbewegungen ging im Quartal an sämtlichen beobachteten Flughäfen schwächer zurück als die Passagierzahl, und zwar um 65,8 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn 2019. Das lag an schwächer ausgelasteten Passagier-Jets und zusätzlichen Frachtflügen. Die Menge der ein- und ausgeladenen Fracht einschließlich der Luftpost lag im ersten Quartal mit 1,27 Millionen Tonnen 7,6 Prozent über dem Vorkrisenniveau.

18.01 Uhr: Kassenärzte fordern Absicherung bei Astrazeneca-Impfungen

Angesichts der Freigabe von Astrazeneca-Impfungen an unter 60-Jährige in mehreren Bundesländern fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mehr Rechtssicherheit für Ärzte für den Fall von Nebenwirkungen. "Nun brauchen die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen die Sicherheit, dass sie kein Haftungsrisiko eingehen, wenn sie Astrazeneca an unter 60-jährige Patienten verimpfen", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mehr Sicherheit böte nach seinen Worten etwa eine Änderung des Impfschutzgesetzes. Seit Ende März wird der Impfstoff in der Regel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt, nachdem vor allem bei jüngeren Geimpften in seltenen Fällen Blutgerinnsel in Hirnvenen aufgetreten waren.

17.35 Uhr: Schul- und Kitaschließungen vielerorts in Sachsen

Nach der Entscheidung über die bundesweit einheitliche Corona-Notbremse müssen sich Eltern und Kinder vielerorts in Sachsen ab Montag auf geschlossene Kitas und Schulen einstellen. Das teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit.

Mit dem erweiterten Infektionsschutzgesetz wird ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Wechselunterricht Pflicht - das gilt für alle Schularten. Steigt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auf 165, muss der Präsenzunterricht ab dem übernächsten Tag ausgesetzt werden. Unter dieser kritischen Marke dürfen Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb geöffnet bleiben. Mehr zu den Schließungen von Schulen und Kitas

17.01 Uhr: Corona verhindert Synagogen-Eröffnung in Görlitz

Zum zweiten Mal muss die Eröffnung des Kulturforums "Görlitzer Synagoge" coronabedingt verschoben werden. Das hat jetzt die Stadt Beteiligten mitgeteilt. Geplant war die Eröffnung nun am 28. Mai, nachdem ein erster Termin im Dezember auch schon wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Die frühere Görlitzer Synagoge war in den vergangenen Jahren schrittweise saniert worden. Als städtisches Kulturforum soll sie künftig ein Ort des demokratischen Austauschs sein, von Konzerten und Veranstaltungen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

16.31 Uhr: Ethikrat: Ende von Impfpriorisierung bei genügend Impfstoff richtig

Der Deutsche Ethikrat hat das von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Ende der Impfpriorisierung im Juni befürwortet - sofern dann genügend Impfdosen vorhanden sind. Die Priorisierung sei ohnehin nur für die anfängliche Knappheit gedacht gewesen. "Je weniger knapp der Impfstoff, desto weniger Priorisierung ist nötig und gerechtfertigt" sagte die Vorsitzende Alena Buyx am Donnerstag der "Rheinischen Post". "Wenn die Menschen in den priorisierten Gruppen ein Impfangebot erhalten haben, dann ist es aus ethischer Perspektive sogar geboten, dass die Priorisierung ausläuft und der Zugang zur Impfung erweitert wird." Eher sollte es vermieden werden, Impfstoff zu entsorgen, weil er nicht genügend Abnehmer gefunden hat.

16.15 Uhr: So lief der Start bei Impfprio 3 in Sachsen

Viel Geduld haben am Mittwochabend Tausende Sachsen aufbringen müssen, um einen der begehrten Impftermine zu buchen. Denn zum Start der Freigabe für Prioritätengruppe 3 hingen viele Impfwillige lange in der Warteschleife. Die Gründe: 75.000 neue Termine und zwei System-Updates auf einmal, dazu das große Interesse. Wie das ablief und wie viele Termine gebucht wurden

Blick in den Wartebereich des Impfzentrums Dresden. Für Mai wurden Tausende Termine freigeschaltet.
Blick in den Wartebereich des Impfzentrums Dresden. Für Mai wurden Tausende Termine freigeschaltet. © Christian Juppe

15.47 Uhr: Ungarn lockert Corona-Maßnahmen weiter

Nach Fortschritten bei den Impfungen lockert Ungarn die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter. Ab Samstag können Gaststätten ihre Außenbereiche öffnen, erklärte Kanzleramtsminister Gergely Gulyas. Die Öffnung sei möglich, weil voraussichtlich am Freitag die 3,5-Millionen-Marke bei den Erstimpfungen überschritten werde, fügte er hinzu. Das Land hat knapp zehn Millionen Einwohner. Die nächtliche Ausgangssperre beginnt ab Samstag statt um 22 Uhr erst um 23 Uhr. Sie dauert weiterhin bis morgens 5 Uhr. Seit letztem Montag sind Kindergärten sowie Schulen von der ersten bis zur achten Schulstufe wieder in Betrieb. Körpernahe Dienstleister wie Friseure und Kosmetiker sowie nicht essenziell notwendige Geschäfte stehen ihren Kunden bereits seit zwei Wochen wieder zur Verfügung.

Das EU-Land hat die Lockerung des seit letztem November andauernden Lockdowns vom Infektionsgeschehen entkoppelt. Es bindet sie allein an die Zahl der erstmals verabreichten Impfungen. Dabei macht es gute Fortschritte, weil es neben den westlichen Impfstoffen massiv auch Vakzine aus Russland und China einsetzt. Das Infektionsgeschehen ist rückläufig, aber von einem hohen Niveau ausgehend. Die Inzidenz, also Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, beträgt derzeit 245. Eine Woche zuvor lag sie noch bei 394.

15.20 Uhr: Dynamo Dresden nimmt Training wieder auf

Fußball-Drittligist Dynamo Dresden kann nach mehrtägiger Quarantäne und Individualtraining am Freitag wieder das Mannschaftstraining aufnehmen. Das Gesundheitsamt Dresden hat dafür Grünes Licht gegeben, da zwei Corona-Testreihen bei allen Spielern sowie dem Trainer- und Betreuerstab negativ ausfielen. Darüber informierte der Verein in einer Pressemitteilung. Am Donnerstag trainierte das Team von Markus Kauczinski zunächst noch in Kleingruppen. Mehr dazu im Artikel Dynamo darf vorm Spiel einmal trainieren

15.05 Uhr: Pirnas OB positiv auf Corona getestet

Der Pirnaer Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Rathauschef befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne, wegen weiterer positiver Corona-Befunde auch mehrerer anderer Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Mehr zu den Corona-Fällen in Pirna

14.47 Uhr: Mehr als 1.500 Neuinfektionen in Sachsen

In Sachsen wurden nach Angaben des Sozialministeriums vom Donnerstagnachmittag binnen eines Tages 1.563 Neuinfektionen sowie 23 weitere Todesfälle registriert. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche waren es 1.935 Neuinfektionen, am 22. März - einem Montag - 484. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun insgesamt 251.821 nachgewiesene Corona-Fälle in Sachsen sowie 8.848 Menschen, die an oder mit einer Covid-19-Erkrankung starben. Rund 223.350 Menschen gelten schätzungsweise als wieder genesen.

Am stärksten von Corona betroffen ist in Sachsen der Landkreis Zwickau mit 310,8, gefolgt vom Erzgebirgskreis mit einer aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 309,3 und Mittelsachsen (289,1). Mit 122,9 weist die Stadt Leipzig den niedrigsten Wert im Freistaat auf, gefolgt von der Landeshauptstadt Dresden mit einer Inzidenz von 126,3.

14.26 Uhr: Kretschmer spricht mit Putin über Impfstoff, Ukraine und Nawalny

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat während seiner Moskau-Reise mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. In dem Gespräch sei es unter anderem um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gegangen, teilte der Kreml am Donnerstag mit. Putin habe die Bereitschaft der russischen Seite bekräftigt, mit deutschen Partnern bei Impfstofflieferungen und -herstellung zusammenzuarbeiten, hieß es. Es seien auch der Ukraine-Konflikt und die Situation des im Straflager inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny zur Sprache gekommen.

Kretschmer hatte zuvor nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko gesagt, dass Deutschland 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben wolle. Voraussetzung sei aber die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde.

14.18 Uhr: EU nutzt Option auf weitere 100 Millionen Astrazeneca-Dosen nicht

Die Europäische Union wird die Option nicht nutzen, weitere 100 Millionen Dosen Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu kaufen. Die Frist dafür sei abgelaufen, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel. Hauptanliegen der Kommission sei, die bereits fest bestellten 300 Millionen Impfdosen von dem Hersteller zu bekommen.

Astrazeneca ist dabei sehr im Rückstand. Statt der für das erste Quartal zugesagten 120 Millionen Impfdosen waren nur 30 Millionen geliefert worden; für das zweite Quartal stellt die Firma der EU nur 70 Millionen der vereinbarten 180 Millionen Dosen in Aussicht. Die EU-Kommission erwägt wegen der Lieferrückstände eine Klage gegen das Unternehmen. Die Bestellung von 300 Millionen Dosen und die Option auf weitere 100 Millionen waren Bestandteil des EU-Rahmenvertrags mit Astrazeneca vom August 2020.

14.05 Uhr: Landessportbund: Notbremse ist Bankrotterklärung für Breitensport

Das nun auch durch den Bundesrat gebilligte neue Bundes-Infektions-Schutzgesetz ist eine Bankrotterklärung für den Breitensport. Das erklärte der Landessportbund Sachsen (LSB) am Donnerstag. Die neue Corona-Regelung beinhaltet deutschlandweit einheitliche Beschränkungen, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 liegt. "Das ist ein harter Schlag für den organisierten Sport und besonders für sächsische Vereine ein großer Rückschritt", kritisierte der Verband.

Die sächsische Corona-Schutz-Verordnung erlaubte bisher kontaktlosen Gruppensport im Freien und auf Außensportstätten mit maximal 20 Teilnehmenden im Alter von bis zu 18 Jahren. Nun soll bei einer Überschreitung des kritischen Inzidenzwertes nur noch kontaktloser Individualsport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt bleiben.

13.54 Uhr: Wieder mehr als 5.000 Covid-19-Fälle auf Intensivstationen bundesweit

Die Zahl der Schwerkranken mit Covid-19 auf deutschen Intensivstationen ist wieder über die Marke von 5.000 gestiegen. In Kliniken bundesweit werden nun 5.049 solche Fälle behandelt, 62 mehr als am Vortag, wie aus dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag mit Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht. So groß war die Auslastung demnach zuletzt Mitte Januar. Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, sprach in einem Statement bei Twitter von einer weiter angespannten Lage. Er begrüßte den Beschluss des Bundestages zur Corona-Notbremse vom Mittwoch und sagte, er hoffe auf keine weitere Verzögerung durch den Bundesrat.

Der Wiederanstieg der Patientenzahl auf Intensivstationen hatte etwa Mitte März eingesetzt. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings noch rund 2.720 Covid-19-Fälle in Behandlung - annähernd so viele wie zum Höhepunkt der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 mit gleichzeitig rund 2.900 Erkrankten. Laut Medizinern ist die Zahl der Covid-19-Patienten über 80 durch die Impfungen inzwischen gesunken. Sie berichten von zunehmend jüngeren Patienten. Daten zu mutmaßlichen Veränderungen des Altersschnitts und einem Einfluss auf die Sterblichkeit lagen dem Divi-Experten Christian Karagiannidis zuletzt noch nicht vor. Dies müsse dringend erhoben werden, "wir arbeiten ganz intensiv daran", erklärte er.

13.40 Uhr: Chemnitzer Demo von Corona-Kritikern mit 5.000 Teilnehmern untersagt

Die Stadt Chemnitz hat eine für Samstag geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen untersagt. Die Gruppe "Chemnitz steht auf" hatte eine Kundgebung mit bis zu 5.000 Teilnehmern am Karl-Marx-Monument angemeldet. Das verstößt gegen die geltenden Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie, wie ein Sprecher am Donnerstag erläuterte. Er verwies auf das weiterhin hohe Infektionsgeschehen in der Stadt. Was laut Sachsens Corona-Schutz-Verordnung an Versammlungen unter freiem Himmel derzeit erlaubt ist und was das für Chemnitz bedeutet, erfahren Sie hier.

Die 5.000 Gegner der Corona-Maßnahmen dürfen nicht in Chemnitz am Marx-Monument demonstrieren.
Die 5.000 Gegner der Corona-Maßnahmen dürfen nicht in Chemnitz am Marx-Monument demonstrieren. © Peter Endig/dpa-Zentralbild (Archiv)

13.24 Uhr: Bundesrat billigt "Corona-Notbremse"

Der Bundesrat hat die "Corona-Notbremse" passieren lassen. Die Länderkammer billigte am Donnerstag bei einer Sondersitzung in Berlin die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der mehr Befugnisse für den Bund für Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verbunden sind. Eine ausdrückliche Zustimmung des Bundesrats war nicht erforderlich. Die Länderkammer hätte das Gesetz nur mit einer Mehrheit von Nein-Stimmen aufhalten können.

Die "Notbremse" soll dafür sorgen, dass in jedem Landkreis bundesweit die gleichen Regeln gelten, wenn dort die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche den Wert von 100 übersteigt. Dazu zählen unter anderem Schließungen von Geschäften und Freizeiteinrichtungen sowie eine nächtliche Ausgangssperre. Schulen müssen dem Gesetz zufolge ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 den Präsenzbetrieb einstellen. Die Regelungen gelten, wenn die Inzidenz den kritischen Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen übersteigt. Der Bundestag hatte das Gesetz am Mittwoch beschlossen. Mehr zur Abstimmung über die Notbremse lesen Sie hier.

13.13 Uhr: Spahn: Impf-Reihenfolge wird bis Juni aufgehoben

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland könnte aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wohl im Juni keine offiziell festgelegte Reihenfolge mehr nötig sein. Wenn es früher sein sollte, wäre er froh, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundesrat. Er gehe Stand heute aber davon aus, dass die Priorisierung im Juni aufgehoben werden könne. Nach den laufenden Impfungen alter und chronisch kranker Menschen in den ersten zwei Prioritätsgruppen solle im Mai die dritte und letzte Prioritätsgruppe geöffnet werden. Dazu gehören über 60-Jährige und auch bestimmte Berufsgruppen. Spahn betonte, dass das Impftempo nun im zweiten Quartal mit mehr Impfstofflieferungen und der Einbeziehung von Praxen zunehme. Derzeit habe mehr als jeder Fünfte in der Bevölkerung eine erste Impfung, bis Ende April werde es jeder Vierte sein und im Mai jeder Dritte. Im Juni sollten neben Hausärzten auch Betriebsärzte regelhaft einbezogen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bisher allen Bürgerinnen und Bürger ein Impfangebot bis Endes des Sommers, also bis zum 21.September, machen zu können. Aktuell sind in Deutschland 21,6 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Weiteres Top-Thema des Gipfels werden die Rechte für geimpfte und genesene Bürger sein. Nach Auffassung der Bundesregierung gibt es aber noch große Unklarheiten, da die Übertragungswahrscheinlichkeit des Corona-Virus bei Geimpften und Genesenen unterschiedlich sei.

Nach Angaben des Robert Koch Instituts im Impfquotenmonitoring sind bisher 21,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft. Am Mittwoch wurden 689.042 Impfdosen verabreicht. Damit sind nun 5.724.561 Personen (6,9 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben 17.932.380 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten. In Sachsen haben 21,1 Prozent die erste und 7,5 Prozent der Bevölkerung beide Impfungen erhalten.

13.01 Uhr: Brüssel erwägt Klage gegen Astrazeneca wegen Lieferrückstands

Die EU-Kommission erwägt eine Klage gegen den Hersteller Astrazeneca, weil er zugesagte Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union einseitig drastisch gekürzt hat. Dies bestätigten Kommissionskreise am Donnerstag. Alle Optionen würden vorbereitet, hieß es. Die EU-Staaten müssten einer Klage zustimmen. Zuvor hatte das Portal "Politico" berichtet, die Kommission habe den EU-Staaten die Vorbereitung einer solchen Klage angekündigt. Diplomaten bestätigten, dass dies in einer Sitzung der EU-Botschafter am Mittwoch Thema war.

Die Mitgliedsstaaten wollten bis Ende der Woche prüfen, ob geklagt werden soll. Der britisch-schwedische Hersteller hatte den EU-Staaten zugesagt, im ersten Quartal 120 Millionen Impfdosen zu liefern. Tatsächlich waren es aber nur 30 Millionen. Die Kommission hatte wegen der Lieferrückstände bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Eine Klage wäre der nächste Schritt. Inzwischen wird der Impfstoff von Astrazeneca in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet, weil er in Verbindung mit sehr seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen gebracht wird. Er ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA aber weiter uneingeschränkt freigegeben.

Die EU will gegen den Hersteller Astrazeneca klagen, weil zugesagte Lieferungen nicht kamen.
Die EU will gegen den Hersteller Astrazeneca klagen, weil zugesagte Lieferungen nicht kamen. © Nicolas Armer/dpa (Symbolbild)

12.49 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Dresden wächst

Die Gesundheitsbehörden der Landeshauptstadt haben heute Mittag 137 weitere Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind nun insgesamt 27.501 Menschen in Dresden positiv getestet worden. Fünf weitere Menschen verstarben an oder mit der Viruserkrankung - seit Pandemiebeginn sind 1.027 Opfer zu beklagen. Binnen eines Tages wurden weitere vier Patienten ins Krankenhaus einwiesen. Als genesen gelten mittlerweile 24.673 Dresdner - 142 mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, stieg seit dem Vortag von 143,1 auf 147,6. Für mögliche Neubewertungen der Corona-Bestimmungen sind allerdings Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bindend: Dort liegt der Wert für Dresden heute bei 126,3, tags zuvor waren es 118,5. Die RKI-Werte weichen allerdings aufgrund von Meldeverzögerungen oft von denen der örtlichen Gesundheitsbehörden ab.

12.35 Uhr: Bundes-Notbremse: Sachsen verzichtet auf Vermittlungsausschuss

Sachsen stellt sich im Bundesrat nicht gegen die Bundes-Notbremse und verzichtet auf die Einberufung des Vermittlungsausschusses mit dem Bundestag. Das geht aus der Protokollerklärung des Freistaates hervor. Allerdings äußert die Staatsregierung auch Bedenken. Das Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor der Coronapandemie hätte neben den Inzidenzen auch die Auslastung der Krankenhäuser berücksichtigen müssen. In der sächsischen Schutzverordnung ist das der Fall.

Sachsen äußert auch Kritik an Schulschließungen ab einer 7-Tage-Inzidenz von 165. Bei verstärkter Testung von Schülern und Lehrern könne der Betrieb länger aufrechterhalten werden, hieß es in der Erklärung. Die Staatsregierung nennt dabei mindestens drei wöchentliche Tests. Derzeit sind es in Sachsen zwei. Die Staatsregierung bemängelt zudem eine „undifferenzierte Betrachtung“ verschiedener Schultypen: „Der Freistaat Sachsen geht davon aus, dass insbesondere Labortätigkeiten, Praktika, praktische und künstlerische Ausbildungsabschnitte sowie Prüfungen an den Hochschulen in Auslegung des Gesetzes auch bei einer Überschreitung des Schwellenwertes von 165 weiterhin in Präsenz möglich sind.“ Nötig seien dazu strenge Hygienevorschriften. Mehr dazu erfahren Sie hier.

12.24 Uhr: Portugal stellt als erstes EU-Land Antrag auf Corona-Hilfen

Portugal hat als erstes der 27 EU-Länder seinen nationalen Plan zur Verwendung der europäischen Corona-Hilfen fertiggestellt und bei der EU-Kommission eingereicht. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag mit. Da nun die Impfungen gegen das Coronavirus in Europa vorankämen, sei es umso wichtiger, auch die Wirtschaftshilfen zu starten. Das im Sommer 2020 verabredete Paket Next Generation EU im Umfang von 750 Milliarden Euro soll den 27 EU-Staaten helfen, nach der Pandemie wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Einen Teil des Geldes gibt es als Zuschüsse, einen Teil als Darlehen. Dafür wollen die EU-Staaten gemeinsam Schulden aufnehmen.

Das meiste Geld wird über den Aufbaufonds RRF verteilt, nämlich 312,5 Milliarden Euro als Zuschüsse und bis zu 360 Milliarden Euro als Darlehen (jeweils in Preisen von 2018). In den nationalen Aufbauplänen müssen die EU-Staaten genau darlegen, wofür sie ihren Anteil ausgeben wollen. Die Pläne sollen bis 30. April vorliegen. Portugal kann in laufenden Preisen Zuschüsse von 13,9 Milliarden Euro erwarten. Der portugiesische Plan umfasse die drei wichtigen Säulen wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit sowie grüner und digitaler Wandel, teilte die Kommission mit. Er schließe Projekte wie Sozialwohnungen, Energieeffizienz in Gebäuden und digitalen Unterricht ein.

Menschen gehen im wiedereröffneten Einkaufszentrum Colombo in Lissabon einkaufen. Im Zuge der seit Wochen sinkenden Infektionszahlen hat der frühere Corona-Hotspot Portugal die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiter gelockert.
Menschen gehen im wiedereröffneten Einkaufszentrum Colombo in Lissabon einkaufen. Im Zuge der seit Wochen sinkenden Infektionszahlen hat der frühere Corona-Hotspot Portugal die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiter gelockert. © Pedro Fiuza/XinHua/dpa

12.11 Uhr: DFL verschärft Corona-Regeln für Saisonendspurt

Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga hat wie erwartet die Corona-Regeln für den Saisonendspurt in der Bundesliga und 2. Bundesliga verschärft. Ab dem 12. Mai müssen sich alle 36 Profivereine in ein Quarantäne-Trainingslager begeben. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die jüngsten Corona-Fälle bei Hertha BSC und bis zum Abschluss der Spielzeit am 22./23. Mai verpflichtend. Die Berliner befinden sich derzeit bis zum 29. April in häuslicher Quarantäne und müssen danach noch drei Nachholspiele bestreiten.

Bereits ab dem 3. Mai darf sich der jeweils in das regelmäßige PCR-Testungsprogramm eingeschlossene Personenkreis aller Vereine um Lizenzmannschaft, Trainerteam sowie Mannschaftsbetreuer ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion aufhalten. Dies solle der Kontaktreduzierung sowie einer weiteren Minimierung des Infektionsrisikos dienen, teilte die DFL am Donnerstag mit.

11.59 Uhr: Erste Klage gegen Notbremse in Karlsruhe eingereicht

Noch bevor die Politik das neue Infektionsschutzgesetz überhaupt beschlossen hat, ist schon der erste Eilantrag dagegen beim Bundesverfassungsgericht eingegangen. Welche Erfolgsaussichten das haben kann, vermochte ein Sprecher in Karlsruhe am Donnerstag aber nicht zu sagen. Der Bundestag hat der Novellierung samt einer Bundes-Notbremse für Corona-Hotspots schon zugestimmt, der Bundesrat wollte am Donnerstag entscheiden. Danach muss Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz unterzeichnen, zuletzt muss es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.

Rechtsanwalt Claus Pinkerneil mit Kanzleien in Berlin und München teilte mit, Verfassungsbeschwerde eingelegt zu haben. Ihm gehe es vor allem darum, dass das Gesetz die Maßnahmen weitestgehend (verwaltungs)gerichtlicher Kontrolle entziehe, dass der Inzidenzwert als alleiniger Maßstab ungeeignet sei und dass insbesondere Ausgangsbeschränkungen unverhältnismäßig seien. Pinkerneil sagte, dass er die Verfassungsbeschwerde absichtlich schon vor der Entscheidung des Bundesrats eingelegt habe. Das Verfassungsgericht könnte die Unterzeichnung durch Steinmeier stoppen wie etwa Ende März beim EU-Wiederaufbaufonds geschehen. Er bereite aber schon weitere Verfassungsbeschwerden unter anderem für Gastronomen vor für den Fall, dass das Gesetz in Kraft tritt.

11.38 Uhr: Kretschmer: Deutschland will 30 Millionen Dosen Sputnik V erwerben

Deutschland will nach Angaben des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erwerben. Voraussetzung sei aber die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde, sagte er am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko in Moskau. Es wäre ein großer Erfolg, wenn das im Mai gelingt. Dann könnten im Juni, Juli und August jeweils 10 Millionen Dosen dieses Impfstoffes gekauft werden. Für Sachsen sollen dabei jeweils 500.000 Dosen vorgesehen sein.

Kretschmer geht davon aus, dass der russische Impfstoff in Sachsen eine große Zustimmung genießen wird. Kretschmer selbst will sich in der kommenden Woche mit dem Vakzin von Astrazenca impfen lassen. Er wolle ganz bewusst zeigen, dass dieser Impfstoff sicher ist, sagte er. Kretschmer befindet sich aktuell im Rahmen der Eröffnung einer Ausstellung auch zu politischen Gesprächen in Moskau.

11.17 Uhr: Anträge auf Studienkredite im Corona-Jahr 2020 mehr als verdoppelt

Im Corona-Jahr 2020 haben Studenten mehr als doppelt so viele Studienkredite bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt als im Jahr davor. Demnach wurden rund 48.600 Anträge gestellt, 2019 waren es rund 20.000. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Das Handelsblatt hatte zuerst darüber berichtet. Nach Regierungsangaben standen insgesamt im vergangenen Jahr rund 66 Millionen Euro für die Kredite zur Verfügung.

Seit Mai 2020 müssen für KfW-Studienkredite keine Zinsen mehr gezahlt werden. Das gilt noch bis Ende des Jahres und ist als Hilfsmaßnahme in der Corona-Krise gedacht. Grundsätzlich werden über den KfW-Studienkredit maximal 650 Euro im Monat für bis zu 14 Semester ausgezahlt - also maximal 54.600 Euro. Wer im Studium coronabedingt in eine finanzielle Notlage gerät, kann außerdem bei den Studentenwerken eine Nothilfe von bis zu 500 Euro im Monat beantragen, die nicht zurückgezahlt werden muss.

11 Uhr: Evonik produziert mehr Lipide für Impfstoff von Biontech als erwartet

Der Spezialchemiekonzern Evonik ist mit dem Ausbau der Lipid-Produktion für den Corona-Impfstoff von Biontech schneller vorangekommen als geplant. Die Anlagen am Standort Hanau seien aufgebaut, und erste Lipide würden ausgeliefert, teilte der Essener Konzern am Donnerstag mit. Ursprünglich war die Herstellung größerer Mengen erst für das zweite Halbjahr avisiert worden. Bei den Arbeiten am Standort in Dossenheim kommt der Konzern laut einer Sprecherin gut voran, hier soll die Produktion weiterhin im zweiten Halbjahr starten.

Evonik stellt zwei verschiedene Lipide her, die zusammen mit anderen dieser fettartigen Moleküle den Botenstoff des mRNA-Vakzins mit dem Markennamen Comirnaty in eine Nanohülle einschließen. Erst das ermöglicht es, den Wirkstoff von Biontech und seinem US-Partner Pfizer an der richtigen Stelle im Körper freizusetzen. Nur so kann die Impfung ihre Wirkung entfalten.

10.44 Uhr: Indiens Corona-Krise verschärft sich dramatisch

Am Donnerstag wurden 314.835 Neuansteckungen binnen eines Tages gemeldet - soviel wie weltweit noch nie an einem Tag in einem einzelnen Land registriert wurden. Zudem gab es 2.104 neue Corona-Todesfälle, mehr als Indien je zuvor an einem Tag zu beklagen hatte, wie der "Indian Express" berichtete. Gleichzeitig erschwert ein Mangel an medizinischem Sauerstoff die Versorgung vieler Corona-Patienten in den Kliniken. Am Mittwoch hatte das Oberlandesgericht in Neu-Delhi die Zentralregierung aufgefordert, den Betrieb von Ölraffinerien und anderen Industriezweigen, die Sauerstoff in der Produktion verwenden, zu stoppen, und den knappen Sauerstoff statt dessen an die Krankenhäuser zu liefern. "Bettelt, borgt oder stehlt! Dies ist ein nationaler Notstand", riefen die Richter die Regierung auf.

Zuvor waren in einer Klinik im Bundesstaat Maharashtra 24 Corona-Kranke verstorben, nachdem der Sauerstofftank des Krankenhauses ein Leck entwickelt hatte. Angesichts der rapide steigender Corona-Infektionszahlen befinden sich die Hauptstadt Neu-Delhi und andere Teile des Landes seit Anfang der Woche in einen harten Lockdown. Der ebenfalls schwer betroffene Bundesstaat Maharashtra setzte am Donnerstag weitere Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung in Kraft.

Sorge bereitet zudem das Auftreten einer neuen Virusmutation: Die B.1.617 Variante ist in Maharashtra bereits für über 60 Prozent der neuen Corona-Erkrankungen verantwortlich. Die erstmals Anfang des Jahres in Indien aufgetauchte Variante hat eine doppelte Mutation im Spike-Protein und gilt als weit ansteckender als der Virus-Wildtyp. Es wird spekuliert, dass diese Variante für die neue Corona-Welle mitverantwortlich ist. Krankenhäuser berichten, dass inzwischen auch die Anzahl der behandelten Kinder zunimmt.

Scheiterhaufen brennen über Leichnamen von Patienten, die in New Delhi: an der COVID-19-Krankheit gestorben sind. Dafür wurde das Gelände in ein Krematorium umgewandelt.
Scheiterhaufen brennen über Leichnamen von Patienten, die in New Delhi: an der COVID-19-Krankheit gestorben sind. Dafür wurde das Gelände in ein Krematorium umgewandelt. © Uncredited/AP/dpa

10.20 Uhr: Kretschmer lässt sich mit Astrazeneca impfen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich nach eigenen Angaben kommende Woche gegen Corona impfen lassen. Der 45-Jährige, der Anfang Mai Geburtstag feiert, will sich Astrazeneca verabreichen lassen, sagte er in Moskau am Rande seines Besuches dort. Seinen Impfwunsch verkündete der Politiker, nachdem er mit dem russischen Gesundheitsministerium über er die Lieferung von 30 Millionen Dosen des Impfstoffs Sputnik V an Deutschland gesprochen hatte. Wo und wann genau er sich impfen lassen will, ließ er offen. Der wegen seltener Nebenwirkungen in die Kritik geratene schwedisch-britische Impfstoff ist in Sachsen jetzt ohne Prioritätsbeschränkung für jeden freigegeben, der sich impfen lassen möchte.

Kretschmer will bis Samstag mit seiner Delegation in Moskau unterwegs sein - trotz der weiterhin anhalten Corona-Krise und der schwierigen außenpolitischen Lage im Verhältnis zu Russland. Es sei nicht selbstverständlich, dass Sachsen in Russland solche Gespräche auf sehr hoher Ebene führen könne. Man habe sich über die letzten Jahre sehr intensiv um das Deutsch-Russische-Verhältnis gekümmert, sagte er bei seiner Ankunft in Russland. Infos zum Moskaubesuch Kretschmers finden Sie hier.

9.56 Uhr: Monats-Tiefststand bei Verkehrsunfällen im Februar

Wegen der Corona-Pandemie sind im Februar viel weniger Menschen im Straßenverkehr gestorben: Die Zahl der Verkehrstoten sank auf einen Monats-Tiefststand, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. Im Februar 2021 kamen in Deutschland 128 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben. Das waren 63 Verkehrstote weniger als im Februar 2020. "Damit starben im Februar 2021 so wenige Menschen im Straßenverkehr wie noch nie in einem Monat seit der deutschen Vereinigung", berichteten die Statistiker.

Die Zahl der Verletzten sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 30 Prozent auf rund 16.400. Deren Zahl hatte im Januar 2021 mit rund 14.900 ihren tiefsten Stand seit der deutschen Vereinigung erreicht. Die Zahlen der Verkehrstoten und Verletzten bleiben damit während der Corona-Pandemie in Deutschland auf einem niedrigen Niveau.

In Deutschland starben so wenig Verkehrsteilnehmer wie in einem Februar seit 1990 nicht.
In Deutschland starben so wenig Verkehrsteilnehmer wie in einem Februar seit 1990 nicht. © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa (Arch

9.37 Uhr: "Massenhaft" Drohbriefe an Günther Jauch

TV-Moderator Günther Jauch hat im Fernsehen aus Hass- und Drohbriefen vorgelesen, die er wegen seines Engagements für die Impfung gegen das Coronavirus bekommen hat. Der 64-Jährige, der sich derzeit selbst wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne befindet, las am Mittwochabend per Videoschalte bei "stern TV" aus einzelnen Briefen vor, die er nach eigenen Worten "massenhaft" erhalten habe. Einige Verfasser drohten Jauch darin massiv und beschimpften ihn. Einzelheiten erfahren Sie im Artikel Jauch wird wegen Impfkampagne bedroht

9.18 Uhr: 1.800 Petitionen zur Corona-Krise im Jahr 2020

Der Petitionsausschuss des Bundestages hat 2020 zur Corona-Pandemie rund 1.800 Beschwerden und Bitten erhalten. Dabei sei es oft um Existenzangst, Kritik am Lockdown und die Impfpolitik gegangen, berichtet das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND/Donnerstag) unter Berufung auf den Ausschuss. Die Gesamtzahl aller Eingaben im vorigen Jahr werde derzeit noch ermittelt. 2019 waren insgesamt rund 13.500 Petitionen eingereicht worden.

Mehr als 50.000 Unterschriften innerhalb von vier Wochen und damit das Quorum für eine Beratung in öffentlicher Sitzung des Petitionsausschusses erreichten im vergangenen Jahr drei Petitionen. Für die Petition "Zeitlich begrenzte Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens aufgrund der Corona-Pandemie" wurden rund 176.000 Unterschriften gesammelt. Rund 58.500 Bürgerinnen und Bürger unterstützten die Petition "Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige" und rund 53.500 die Petition zur "Einberufung einer Expertenkommission mit Befürwortern und Kritikern des bundesweiten Coronavirus-Lockdowns".

8.55 Uhr: Wocheninzidenz in Sachsen steigt wieder

Nach drei Tagen mit deutlich fallender 7-Tage-Inzidenz steigt sie in Sachsen jetzt wieder leicht an. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche mit dem Coronavirus lag am Donnerstagmorgen bei 201,8. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor (Stand: 08.50 Uhr). Am Mittwoch lag der Wert bei 200,8, am Dienstag bei 220,9 und am Montag bei 236,5.

Sachsen zählt bundesweit weiterhin zu den am stärksten betroffenen Bundesländern. Nur in Thüringen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch höher (232,2). In Deutschland gibt es aktuell nur ein Bundesland unter dem Grenzwert von 100: Schleswig-Holstein wird mit 70,9 in der RKI-Statistik geführt. Bundesweit ist die Inzidenz nach 160,1 am Mittwoch jetzt ebenfalls leicht auf 161,1 gestiegen.

Am stärksten von Corona betroffen ist in Sachsen der Landkreis Zwickau mit 310,8, gefolgt vom Erzgebirgskreis mit einer aktuellen Inzidenz von 309,3 und Mittelsachsen (289,1). Über einer 7-Tage-Inzidenz von 200 liegt auch die Stadt Chemnitz (201,8). Mit aktuell 122,9 weist die Stadt Leipzig aktuell den niedrigsten Wert im Freistaat auf, gefolgt von der Landeshauptstadt Dresden mit einer Inzidenz von 126,3.

8.32 Uhr: Grotesker Protest gegen Corona-Maßnahmen in Bautzen

Am Mittwochabend haben sich in Bautzen etwa 100 Menschen, so viele sind es nach Angaben der Polizei, versammelt, um gegen die Corona-Regeln zu protestieren. Zu ungewohnter Zeit. Denn seit einigen Wochen treffen sich die Teilnehmenden sonst immer montagabends auf dem Bautzener Kornmarkt. An diesem Montag hatten sich dort rund 200 Menschen zusammengefunden. Diesmal findet der Protest vor dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen statt.

Viele der Teilnehmer haben keine Maske auf, die Polizei kontrolliert sie. Insgesamt 26 Personen fordert die Polizei auf, ein Attest zu zeigen – alle weisen eins vor. „Anderer Ort, anderer Tag, selber Teilnehmerkreis“, resümiert ein Polizist gegenüber Sächsische.de. Das passt zu dem Bild, das sich bietet: Die Leute kennen sich. Viele begrüßen sich fröhlich; umarmen einander – entgegen der Corona-Regeln. Ohne Maske.

Gäbe es Corona nicht, könnte das Prozedere auf den ersten Blick fast einladend und freundlich wirken. Die Leute singen, sie dichten, sie lachen. Kinder laufen umher. Doch dann wird es grotesk. So hat die Gruppe entschieden, symbolisch die Grundrechte zu Grabe zu tragen – und kleine Särge gebastelt. Pro Sarg nennen sie ein Grundrecht. So trägt eine Teilnehmerin der Versammlung das Versammlungsrecht zu Grabe. Was sich bei dem Protest noch so abgespielt hat, lesen Sie im Artikel Erneut Corona-Protest in Bautzen

Rund 100 Leute trafen sich am Mittwoch in Bautzen zum Corona-Protest auf der Ortenburg. Sie trugen symbolisch die Grundrechte zu Grabe, auch das, das ihnen das Treffen ermöglicht.
Rund 100 Leute trafen sich am Mittwoch in Bautzen zum Corona-Protest auf der Ortenburg. Sie trugen symbolisch die Grundrechte zu Grabe, auch das, das ihnen das Treffen ermöglicht. © Steffen Unger

8.09 Uhr: Montgomery verteidigt Bundes-Notbremse

Der Vorsitzende des Weltärztebundes hat die Bundes-Notbremse in der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt. "Aus internationaler Sicht waren vor allem die Staaten in der Abwehr der Pandemie erfolgreich, die konsequent und einheitlich großflächige Maßnahmen der Kontakteinschränkungen durchgesetzt und durchgehalten haben", sagte Frank Ulrich Montgomery der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Daran können wir uns ein Beispiel nehmen und dies tut das Infektionsschutzgesetz." Zu den Vorwürfen, dass die im Gesetz genannten Grenzwerte willkürlich seien, sagte Montgomery: "Natürlich kann man jeden Grenzwert streitig diskutieren, kann jede Maßnahme hinterfragen und manche Regelungen sind auch eher Ergebnis eines politischen Kuhhandels als wissenschaftlicher Beratung." Aber es sei richtig und gut, jetzt einheitlich, konsequent und kraftvoll handeln zu wollen.

Der Bundesrat will am Donnerstag über das erweiterte Infektionsschutzgesetz entscheiden - die Bundes-Notbremse. Durch das Gesetz sollen für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt einheitliche Regeln gelten, sobald an drei Tagen die Zahl neuer Corona-Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche über 100 steigt. Der Bundestag beschloss das Gesetz am Mittwoch.

7.47 Uhr: Wieder kein Altstadtfest in Görlitz

Es war fast zu erwarten angesichts der Corona-Lage. Und doch trifft diese Nachricht viele ganz besonders: Auch in diesem Jahr wird es das Görlitzer Altstadtfest nicht geben. Die Absage reiht sich ein in eine ganze Reihe von Absagen in dieser Woche. Das Rothenburger Sommerfest fällt aus, das Horkaer Pfingstreiten, auch die 950-Jahr-Feier von Görlitz soll nur abgespeckt stattfinden. Wie der Der Görlitzer Kulturservice, der das Altstadtfest organisiert, jetzt reagiert und was die Görlitzer sagen, lesen sie hier.

Beliebt und von vielen schmerzlich vermisst: Das fantastische Altstadtfest-Flair in Görlitz.
Beliebt und von vielen schmerzlich vermisst: Das fantastische Altstadtfest-Flair in Görlitz. © Nikolai Schmidt

7.25 Uhr: Grippewelle ausgeblieben - Novum mindestens seit 1992

Mit bisher nur 519 im Labor bestätigten Fällen geht die wohl schwächste Grippe-Saison seit Jahrzehnten in Deutschland dem Ende entgegen. Nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut (RKI) seien die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle nicht erfüllt worden, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage mit. Das heiße: "Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben." Dies sei ein Novum seit Beginn der Grippeüberwachung durch die 1992 gegründete Arbeitsgemeinschaft. Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel seien von der Welle verschont geblieben.

In ihrem Bericht schreibt die AGI, im Vorjahr um diese Zeit seien mehr als 184.000 labordiagnostisch bestätigte Infektionen gemeldet gewesen. Gemeldet wurden laut dem Bericht bisher für diese Saison insgesamt 13 laborbestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit der Grippe. In den Saisons zuvor waren es meist je einige Hundert, in der schweren Welle 2017/18 knapp 1.700. Nach RKI-Schätzungen liegen die tatsächlichen Zahlen aber deutlich höher: Für 2017/18 zum Beispiel wurde angenommen, dass 25.000 Menschen starben.

Als Begründung für das Ausbleiben der Infektionswelle gelten Corona-Maßnahmen mit Mindestabständen, Hygiene, Masken, Empfehlungen zum Lüften von Räumen, Homeoffice-Regelungen und zeitweisen Schulschließungen, wie das RKI bestätigte. Da diese Maßnahmen laut RKI "mehr oder weniger in allen Ländern weltweit gegen die Corona-Pandemie genutzt wurden", hätten Grippeviren weltweit und auch schon im Sommer 2020 auf der Südhalbkugel kaum noch messbar zirkuliert. Mehr zur ausgebliebenen Grippewelle erfahren Sie hier.

7.04 Uhr: Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper müssen Meck-Pomm verlassen

Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern müssen Mecklenburg-Vorpommern spätestens am Freitag verlassen - wegen des seit Beginn dieser Woche geltenden Corona-Shutdowns im Land. In der Nacht zu Samstag endet die Übergangsfrist, die ihnen eingeräumt wurde. Vorerst bis zum 11. Mai darf dann nur nach MV einreisen, wer seinen Hauptwohnsitz in dem Bundesland hat oder seine Kernfamilie besucht. Wer sich daran nicht hält, dem drohen Bußgelder. Wie viele Menschen der "Rausschmiss" tatsächlich betrifft, weiß niemand.

Etwa 38.000 Zweitwohnsitze von Menschen, deren Hauptwohnsitz außerhalb des Bundeslandes ist, seien registriert, sagte ein Regierungssprecher. "Die betrifft es auf jeden Fall." Dazu kämen aber noch nicht angemeldete Wohnsitze oder Dauercamper. Eine abschließende Zahl gibt es deshalb nicht. Kritiker bemängeln, dass jemand, der sich in seinem Ferienhäuschen an der Ostsee aufhält, nicht per se auch ein Infektionstreiber sei. Das stimme grundsätzlich, sagte der Regierungssprecher. Aber alle Corona-Schutzmaßnahmen zielten darauf, Kontakte zu reduzieren. Mobilität trage eben zum Infektionsgeschehen bei. Daher sollen Reisen so weit wie möglich reduziert werden.

6.41 Uhr: US-Umfrage: Impfbereitschaft hängt von Religion ab

In den USA bestehen laut einer Studie bei der Impfbereitschaft Unterschiede zwischen den Religionsgemeinschaften. Jüdische Bürger und weiße Katholiken erklärten am ehesten, sie würden sich gegen Covid-19 impfen lassen oder seien bereits geimpft, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Meinungsforschungsinstituts "Public Religion Research Institute" (PRRI). Bei der Erhebung vom März zeigten sich weiße Evangelikale am meisten zögerlich.

58 Prozent von 5.625 befragten US-Amerikanern sagten, sie wollten sich schnellstmöglich impfen lassen oder sie seien bereits geimpft. 19 Prozent wollten warten, um zu sehen, wie der Impfstoff bei anderen Menschen wirkt. Neun Prozent wollten nur im Fall einer Impfpflicht auf der Arbeit oder für andere Aktivitäten mitmachen. 14 Prozent gaben an, sie würden sich definitiv nicht impfen lassen. Menschen mit höherer Bildung und der Demokratischen Partei nahestehende Befragte sind laut Studie impfbereiter als Republikaner und als Bürger mit geringerer Bildung.

85 Prozent der jüdischen Befragten gaben an, sie seien geimpft oder würden sich so bald wie möglich impfen lassen. Bei weißen Katholiken waren es 68 Prozent, bei weißen sogenannten Mainline Protestanten 63 Prozent, bei Menschen ohne religiöse Bindung 60 Prozent, bei schwarzen Protestanten 49 Prozent, bei weißen Evangelikalen 45 Prozent und bei Latino-Protestanten 43 Prozent. Den größten Anteil der Impfverweigerer gab es bei den weißen Evangelikalen mit 26 Prozent.

6.24 Uhr: Ärztegewerkschaft: Corona-Notbremse richtig, aber zu spät

Die vom Bundestag beschlossene Corona-Notbremse greift aus Sicht der Ärztegewerkschaft Marburger Bund zu kurz im Kampf gegen die dritte Pandemiewelle. "Die Maßnahmen sind richtig, kommen aber deutlich zu spät und gehen in einzelnen Punkten nicht weit genug. Die Infektionsdynamik hätte schon früher gebrochen werden können", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Die Politik habe viel Zeit verstreichen lassen, obwohl es aus der Intensivmedizin deutliche Hilferufe gegeben habe. Jetzt sei das Personal in vielen Krankenhäusern wieder extrem belastet, und Kliniken kämen an Kapazitätsgrenzen - nicht nur bei Covid-19-Patienten.

Johna äußerte die Hoffnung, "dass die Menschen noch einmal diese Kraftanstrengung mitmachen und mithelfen, die dritte Welle zu brechen". Schon jetzt seien Verlegungen von Patienten in weit entfernte Krankenhäuser an der Tagesordnung. "Eine solche Krisenmedizin kann niemand wollen", sagte sie.

6.07 Uhr: Bundesrat kommt für "Corona-Notbremse" zu Sondersitzung zusammen

Der Bundesrat kommt heute (Donnerstag) zu einer Sondersitzung zusammen, um über die "Corona-Notbremse" zu beraten. Der Bundestag hat das Gesetz am Mittwoch beschlossen. Damit es schnell in Kraft treten kann, muss es auch von der Länderkammer gebilligt werden. Die nächste reguläre Bundesrats-Sitzung ist erst am 7. Mai. Künftig sollen bundesweit die gleichen Regeln gelten, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz auf mehr als 100 steigt, also auf mehr als 100 Ansteckungen mit dem Coronavirus auf 100.000 Einwohner in einer Woche. Zu den Beschränkungen gehört auch eine umstrittene nächtliche Ausgangssperre.

5.43 Uhr: Capri wirbt um Kanzlerin Merkel und andere deutsche Urlaubsgäste

Der Bürgermeister der italienischen Gemeinde Capri würde Kanzlerin Angela Merkel diesen Sommer gerne am Golf von Neapel auf seiner Insel begrüßen. "Wir wären glücklich, wenn sie käme", sagte Marino Lembo der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Merkel gilt als ein Fan der süditalienischen Region, in der Zeit vor der Pandemie gehörten die nicht weit entfernte Insel Ischia und die Südtiroler Berge zu den Reisezielen der Bundeskanzlerin. Lembo (65) drückte seine Hoffnung aus, dass Touristen aus Deutschland bald nach Capri zurückkehren: "Wir würden uns aus vollem Herzen freuen, wenn endlich wieder Urlauber aus Deutschland zu uns kämen."

"Derzeit ist alles leer. Keiner ist da, nicht mal italienische Urlauber", sagte der Lokalpolitiker. Das Eiland mit 14.000 Einwohnern in zwei Orten, Capri und Anacapri, lebt stark vom Tourismus. Insgesamt trug die Branche in dem Mittelmeerland vor der Corona-Pandemie rund 13 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Capri und andere italienische Inseln machten unlängst Schlagzeilen mit Vorschlägen, ihre Bevölkerung so rasch wie möglich durchzuimpfen und im touristischen Wettbewerb mit dem Label "coronafrei" zu werben.

Der Hafen Marina Grande am Hauptort Capri auf der italienischen Promi-Insel Capri.
Der Hafen Marina Grande am Hauptort Capri auf der italienischen Promi-Insel Capri. © Andreas Heimann/dpa (Archiv)

5.28 Uhr: RKI registriert 29.518 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.518 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. In der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen könnten Nachmeldungen aus Nordrhein-Westfalen vom Vortag enthalten sein. Eine größere Zahl von Meldungen der NRW-Gesundheitsämter waren zuvor aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht vollständig übermittelt worden.

Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 259 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 293 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 161,1. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 160,1 angegeben. Bisher kann laut RKI anhand der Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Tage noch nicht abgeschätzt werden, ob sich der ansteigende Trend der vergangenen Woche fortsetzt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.217.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.845.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 80.893.

5.14 Uhr: Biden erreicht zentrales 100-Tage-Ziel bei Corona-Impfungen

US-Präsident Joe Biden steht kurz davor, sein zentrales 100-Tage-Ziel von 200 Millionen verabreichten Corona-Impfungen im Land zu erreichen. Mit den Impfzahlen, die am Donnerstag veröffentlicht würden, werde die Schwelle von 200 Millionen gespritzten Impfdosen innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt überschritten, sagte Biden am Mittwoch in Washington. Er sei stolz auf seine Regierungsmannschaft, aber auch auf die Bevölkerung, die das möglich gemacht hätten. „Dies ist eine amerikanische Leistung, ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“

Am Mittwochnachmittag lag die Zahl der in Bidens Amtszeit verabreichten Corona-Impfungen laut Weißem Haus noch bei rund 199 Millionen. Der Demokrat war am 20. Januar ins Weiße Haus eingezogen. Ende April ist er 100 Tage im Amt. Biden hatte zum Amtsantritt ursprünglich das Ziel ausgegeben, innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt 100 Millionen Impfdosen zu verabreichen. Dies wurde schon nach knapp 60 Tagen erreicht. Biden verdoppelte das Ziel daraufhin. Dem Kampf gegen die Corona-Pandemie hat er Priorität eingeräumt.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC hat bereits mehr als die Hälfte der Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfspritze bekommen, unter den Älteren ab 65 Jahren sind es bereits mehr als 80 Prozent. Der Fokus richte sich nun darauf, größere Teile der arbeitenden Bevölkerung zu impfen, sagte der Regierungsvertreter.

Donnerstag, 5 Uhr: Ärztepräsident fordert bessere Corona-Daten

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert eine bessere Datengrundlage für den Kampf gegen das Coronavirus. "Wir brauchen endlich repräsentative Bevölkerungstests auf das Coronavirus, wie es sie zum Beispiel in Großbritannien schon lange gibt", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nur so ließen sich die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf eine valide wissenschaftliche Grundlage stellen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über das Ansteckungsrisiko in den Schulen etwa seien nach wie vor nicht eindeutig. "Wenn die Inzidenz unter Jugendlichen steigen sollte und sie nach den Schulschließungen oder in den Ferien wieder sinkt, kann das natürlich auch mit den massenhaften Schnelltestungen zusammenhängen, die seit einigen Wochen Voraussetzung für den Präsenzbetrieb sind", so Reinhardt. "Wir wissen es einfach nicht genau."

Corona-Pandemie: Das geschah am Mittwoch

22.05 Uhr: Italien will "Grünen Pass" einführen

Italiens Regierung hat einen Fahrplan für eine schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen ab 26. April bis zum Sommer vorgelegt. Außerdem soll in Kürze ein Corona-Pass für das Reisen innerhalb des Landes eingeführt werden. Mit diesem sogenannten Grünen Pass, den zum Beispiel Geimpfte bekommen können, darf man dann auch in Regionen mit hohem Corona-Risiko fahren. Das teilte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi in Rom am Mittwochabend nach einer Kabinettssitzung mit.

Mit dem neuen Corona-Dekret führt Rom nach wochenlanger Pause wieder Weiße und Gelbe Zonen für Regionen mit niedrigen oder moderaten Corona-Werten ein. In den Gelben Zonen dürfen Restaurants und Bars ab 26. April wieder mittags und abends im Außenbereich Gäste an Tischen bedienen. Die Innenräume bleiben zu. Theater, Kinos und Konzerthallen dürfen dort mit begrenzter Besucherzahl loslegen.

Am 15. Mai dürfen Schwimmbäder in Gelben Zonen öffnen. Ab 1. Juni gibt es dort für größere Sportevents das Okay - begrenzt auf draußen bis zu 1.000 Zuschauer. Ebenfalls Anfang Juni können in diesen Gebieten die Sportstudios starten. Ab 1. Juli sind Kongresse wieder möglich, erste Unterhaltungsparks dürfen öffnen.

Das nächtliche Ausgangsverbot soll dagegen weiter zwischen 22.00 und 5.00 Uhr gelten. Gegen dieses Instrument hatte es bis zuletzt viel Widerstand etwa von Gastronomen gegeben.

20.55 Uhr: Bremen und Niedersachsen blockieren Bundes-Notbremse nicht

Bremen und Niedersachsen werden im Bundesrat die geplante Bundes-Notbremse mit strengeren Corona-Beschränkungen nicht blockieren. "Wir werden nicht den Vermittlungsausschuss anrufen", sagte Senatssprecher Christian Dohle am Mittwochabend. Am Donnerstag werde es bei der Abstimmung im Bundesrat darum gehen, ob der Vermittlungsausschuss angerufen werden soll und ob es einen Einspruch gibt.

In beiden Fällen werde sich Bremen enthalten, kündigte Dohle an. Allerdings hätte sich die Bundesregierung aus Bremer Sicht noch einen größeren Schritt bei den Corona-Tests zutrauen müssen. Das kleinste Bundesland plädiert dem Sprecher zufolge für "eine echte Testpflicht in Unternehmen."

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Mittwoch im Landtag angekündigt, die Bundes-Notbremse nicht zu blockieren. Niedersachsen habe sich von Anfang an konsequent an die Anfang März zwischen Bund und Ländern vereinbarte Notbremse gehalten, sagte Weil in Hannover. In Niedersachsen bedürfe es keiner Bundesregelung zu deren Umsetzung, in anderen Ländern offenbar schon.

20.00 Uhr: 75.000 neue Impftermine in Sachsen

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen hat am heutigen Mittwochabend 75.000 neue Covid-19-Impftermine im zentralen Impfportal des Freistaats freigeschaltet. Zwischenzeitliche technische Probleme konnten inzwischen behoben werden. Aufgrund der vielen Anfragen kann es zu Wartezeiten kommen.

19.20 Uhr: RKI: Besorgniserregende Corona-Varianten bei knapp 95 Prozent

Der Anteil von Coronavirus-Varianten, die als besorgniserregend eingestuft sind, ist in untersuchten Proben aus Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) auf knapp 95 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung geht ausschließlich auf die ansteckendere, Ende 2020 in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 zurück, wie RKI-Wissenschaftler in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreiben. Es sei wegen dieses hohen Anteils insgesamt nicht damit zu rechnen, dass sich der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz abschwäche.

Bei einer Erhebung eines Laborverbundes sei ein Anteil der Mutante B.1.1.7 von etwa 93 Prozent erfasst worden, hieß es. Die Angabe bezieht sich auf mehr als 54.000 Proben aus dem Zeitraum vom 12. bis 18. April. Eine schnelle Veränderung der Dominanz dieser Variante sei "nach aktuellen Kenntnissen nicht zu erwarten", bilanziert das RKI.

Weitere als besorgniserregend eingestufte Varianten bleiben dem Bericht zufolge hierzulande selten: Es sei "keine starke Ausbreitung" der in Südafrika entdeckten Variante B.1.351 zu beobachten, hieß es. "Die Variante P.1 wurde bisher nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen." P.1 grassiert in Brasilien und ähnelt der südafrikanischen Variante. Bei B.1.351 weisen laut RKI mehrere Studien darauf hin, dass Genesene und Geimpfte weniger gut vor einer Infektion geschützt sind.

"Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten", betont das RKI auf seiner Webseite.

Das RKI berichtet zudem von der indischen Variante B.1.617, die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung steht und bisher nicht als besorgniserregend eingestuft ist. "Diese Variante wurde zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra gefunden und verbreitet sich dort stark", erläutern die Autoren. Sie zirkuliere auch in anderen indischen Bundesstaaten und sei in Großbritannien und Deutschland vereinzelt gefunden worden. Für Deutschland werden 21 Nachweise genannt. Es wird hierzulande nur ein Bruchteil der Proben auf Varianten getestet.

19.00 Uhr: Astrazeneca für alle – doch Impfstoff in Sachsen fehlt

Noch am Dienstag verkündete Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), dass ab sofort jeder Impfwillige Anspruch auf eine Impfung mit Astrazeneca hat – unabhängig von Alter und Priorisierung. Doch praktisch dürfte damit schon bald wieder Schluss sein – aus Mangel an Impfstoff. Mehr zum Astrazeneca-Problem in Sachsen

18.52 Uhr: Ausgangssperre in Sachsen war unwirksam

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Corona-Schutzverordnung des Landes vom April 2020 für unwirksam erklärt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit. Da mit der darin geregelten Ausgangsbeschränkung erhebliche Grundrechtseingriffe verbunden waren, habe das Gericht den Fall nachträglich in einem Normenkontrollverfahren entschieden. Die Verordnung untersagte unter anderem „das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund“. Die Landesregierung nannte 15 Ausnahmen. Sport und Bewegung im Freien vorrangig im Umfeld des Wohnbereichs gehörten dazu.

Wegen der damaligen Lage und der Eilbedürftigkeit habe das Gericht angenommen, dass die Regelung hinreichend bestimmt gewesen sei. Im Nachhinein kamen die Richter zu einer anderen Entscheidung. Es sei damals nicht klar geworden, welches Verhalten noch erlaubt sei und welches nicht. Die Revision beim Bundesverwaltungsgericht wurde zugelassen.

18.14 Uhr: Airlineverband sieht Sommerurlaubsgeschäft in Gefahr

Der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) fürchtet um das lukrative Sommergeschäft: Das schleppende Impftempo lasse nicht erwarten, dass Reisebeschränkungen rechtzeitig aufgehoben werden, sagte Chefökonom Brian Pearce am Mittwoch in Genf. "Das wichtige Fluggeschäft im Sommer ist in Gefahr", sagte er. Deshalb dürften die Fluggesellschaften in diesem Jahr noch höhere Verluste machen als der Verband noch im Dezember annahm. Er korrigierte die Verlustprognose für dieses Jahr von knapp 39 Milliarden US-Dollar auf 47 bis 48 Milliarden Dollar (rund 40 Mrd Euro) Minus. Vor vier Monaten hoffte die IATA noch, dass der Flugbetrieb in diesem Jahr 51 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht. Jetzt geht sie noch von 43 Prozent aus.

Dabei geht es um die geflogenen Personenkilometer - alle Flüge aller Passagiere zusammen. Hauptproblem seien die Reiseeinschränkungen in vielen Ländern. Es gebe aber auch einen Lichtblick: Passagiere stünden in den Startlöchern. "Wir haben gute Gründe, optimistisch zu sein", sagte IATA-Chef Willie Walsh. "Wir haben klare Hinweise, dass es starken Nachholbedarf gibt, sobald die Reisebeschränkungen gelockert oder aufgehoben werden."

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17.55 Uhr: Wieso Kretschmers Russlandreise mitten in der Pandemie heikel ist

Am Mittwoch ist in Berlin ein Flugzeug mit dem Reiseziel Moskau abgehoben. An Bord: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) und weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Reise war lange geplant, sollte ursprünglich im Dezember stattfinden, und wurde schließlich damals wegen der Coronalage auf das Frühjahr verschoben. Nun ist die Situation nicht wirklich entspannter - und das hat nicht nur mit der Pandemie zu tun. Dennoch startete die Reise. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de, ordnet SZ-Politikchefin Annette Binninger die mit dem Russlandbesuch verbundenen Umstände ein.

Das Gespräch hören Sie direkt über den hier eingebetteten Player. Hintergründe zum Thema und weitere Abspielmöglichkeiten finden Sie in diesem Artikel: Deshalb ist diese Russlandreise so heikel.

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