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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Schärfere Corona-Regeln in sächsischen Landkreisen, Hotels öffnen an Weihnachten, Dresden auf dem Weg zum Super-Hotspot. Der Überblick.

Verwandte, die ihre Familien in Sachsen besuchen, können während der Weihnachtsfeiertage in Hotels übernachten.
Verwandte, die ihre Familien in Sachsen besuchen, können während der Weihnachtsfeiertage in Hotels übernachten. © Daniel Förster

Dresden. Sachsen hat derzeit bundesweit die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner (Inzidenz) - am Montag lag sie bei 275. Von den zehn am stärksten betroffenen Landkreisen in Deutschland liegen fünf in Sachsen. Und die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist über das Wochenende erneut deutlich angestiegen.

Nach Angaben des Sozialministeriums wurden seit Freitag 4.816 Menschen positiv auf das Virus getestet. 961 Menschen sind während der Pandemie an oder mit einer solchen Infektion gestorben, das sind 115 mehr als noch am vergangenen Freitag. Inzwischen gelten geschätzt 35.390 Menschen als genesen.

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2.157 Menschen befinden sich wegen einer Corona-Infektion derzeit in einem Krankenhaus, 398 davon auf einer Intensivstation. Dem DIVI-Intensivbettenregister zufolge sind 1.266 der 1.614 freien Krankenhausbetten in Sachsen derzeit belegt. 348 Betten sind in den Gesundheitseinrichtungen noch frei. Bei etwa 23 Prozent aller derzeit behandelten Patienten konnte eine Corona-Infektion nachgewiesen werden. Besonders stark ist der Landkreis Bautzen betroffen, in dem nur noch 13 der 67 Krankenhausbetten zur Verfügung stehen. Knapp die Hälfte der 54 Patienten sind mit Corona infiziert.

Dresden auf dem Weg zum Super-Hotspot

Der Zeiger der Corona-Ampel in Dresden hat am Montag zum zweiten Mal den 200er-Wert überschritten. Fast zwangsläufig ist nun von Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbotszonen und weiteren Maßnahmen die Rede, um den sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen einzudämmen. Steht er fünf Mal hintereinander über dieser Marke, greifen strengere Schutzregeln. Doch ab wann muss Dresden handeln? Was das bedeutet.

Wird Dresden zum Corona-Hotspot, wird die Stadt noch leerer, als sie jetzt schon ist.
Wird Dresden zum Corona-Hotspot, wird die Stadt noch leerer, als sie jetzt schon ist. ©  Archiv/dpa/Robert Michael

Kreis Bautzen verschärft die Corona-Regeln drastisch

Ab Dienstag, 1. Dezember, gilt eine neue Allgemeinverfügung für den Landkreis. Damit reagiert die Kreisverwaltung auf die hohe Zahl der Neuinfektionen. Bereits am Freitag hatte der Freistaat diesen Schritt für alle Corona-Hotspots in Sachsen angekündigt. Als Grenze gelten 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Landkreise und kreisfreie Städte, diesen Wert an mehr als fünf Tagen in Folge überschreiten, müssen handeln. Im Landkreis Bautzen liegt die Sieben-Tage bereits seit einem Monat über dem Grenzwert.

Alkoholverbot, Ausgangsbeschränkungen, Auflagen beim Einkaufen: So reagiert das Landratsamt Bautzen auf die steigende Zahl der Infektionen.

Ähnlich sieht es im Nachbarkreis aus: "Im Landkreis Görlitz nimmt die Coronavirus-Pandemie eine Entwicklung, die dringendes Handeln erfordert", erklärt Landrat Bernd Lange (CDU) am Montag. "Wir müssen die Weiterverbreitung des Virus stoppen, um die medizinische Versorgung aufrecht erhalten zu können. Bitte halten Sie sich zwingend an die verschärften Regeln und Beschränkungen." Auch sein Landratsamt hat eine neue, schärfere Allgemeinverfügung erlassen.

Auch die Landkreise Meißen sowie die Verwaltung des Kreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben ähnliche verschärfte Allgemeinverfügungen erlassen.

Weihnachten: Übernachtung im Hotel möglich

Wer zu Weihnachten seine Familie besuchen will und bei ihr jedoch nicht unterkommt, kann zu den Feiertagen im Hotel übernachten. Das teilt das sächsische Sozialministerium auf Anfrage von Sächsische.de mit und bestätigt damit einen Medienbericht.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen begrüßt diese Entscheidung, bittet Gäste jedoch das Angebot „maßvoll“ anzunehmen, denn der Schutz vor dem Coronavirus stehe weiterhin an erster Stelle.

Dresdner Hotels haben hingegen langsam aufgeholt. Bis zum Beginn des zweiten Lockdown erholte sich der Tourismus in Dresden spürbar. Möglich machten es vor allem deutsche Urlauber.

EU: Moderna will Zulassung für Impfstoff beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen heute mit.

Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden. Mit dem Zulassungsantrag bei der Ema rückt eine Corona-Impfung auch in Deutschland näher.

Spahn: Ausgabe von FFP2-Masken kann sich hinziehen

Die versprochene Ausgabe von FFP2-Masken an Risikogruppen kann sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "weit bis in den Dezember hineinziehen". Das sagte er nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag in Berlin. Spahn wies darauf hin, dass 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger zu den besonders gefährdeten Personen gehörten, die jeweils 15 FFP2-Masken erhalten sollen.

Das seien insgesamt etwa 400 Millionen Masken. Bei deren Ausgabe müsse zudem sichergestellt werden, dass alle Betroffenen die Unterstützung auch bekämen, sagte der Minister. Bund und Länder hatten vor zwei Wochen vereinbart, dass Risikogruppen die Schutzmasken ab Anfang Dezember gegen eine geringe Eigenbeteiligung zur Verfügung gestellt bekommen.

27 Millionen Bürgerinnen und Bürger sollen eine FFP2 Atemschutzmaske. erhalten. Doch bis diese verfügbar sind, kann noch einige Zeit vergehen.
27 Millionen Bürgerinnen und Bürger sollen eine FFP2 Atemschutzmaske. erhalten. Doch bis diese verfügbar sind, kann noch einige Zeit vergehen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Milliarden für Corona-Hilfen: Sachsen verteidigt sich

Der Freistaat Sachsen sieht keinen Grund für eine höhere Beteiligung an den Kosten für Corona-Hilfsmaßnahmen und stellt sich damit gegen eine entsprechende Forderung des Bundes.

Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) widerspricht in dem Punkt vehement dem Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus: „Hier wird fälschlicherweise der Eindruck erweckt, die Länder hätten sich bisher nicht beteiligt. Das Gegenteil ist der Fall", sagte Vorjohann gegenüber Sächsische.de.

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Vor wenigen Tagen noch überwogen die warnenden Stimmen in der tschechischen Regierung davor, das öffentliche Leben noch vor dem Ende der zweiten Corona-Welle wieder hochzufahren. Dann hieß es, die Chancen dafür vor Weihnachten stünden 50:50.Und dennoch fasste die Regierung am Sonntag Beschlüsse, die beispielsweise die Zeitung Mladá fronta dnes zu der Titelzeile ermunterte: „Ende der großen Verbote“. Was genau die Regierung in Prag beschlossen hat.

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