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Das ist die aktuelle Corona-Lage in Sachsen

Verwirrung um Aussage von Zittauer Arzt, geltende Regeln zu Weihnachten und LernSax weiter mit Problemen. Ein Überblick zur Corona-Lage.

Seit heute gibt es einen bundesweiten Lockdown. Seit Montag gilt er bereits im Freistaat. Die medizinische Situation in den Kreisen hat sich bisher nicht gebessert.
Seit heute gibt es einen bundesweiten Lockdown. Seit Montag gilt er bereits im Freistaat. Die medizinische Situation in den Kreisen hat sich bisher nicht gebessert. © dpa/Jens Büttner

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich am Donnerstagnachmittag im Bundestag für die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie bedankt. "Es war eine beeindruckende Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg", so der Landeschef. Es sei den "Volksvertretern" unter anderem zu verdanken, dass Unternehmen und Selbstständige unterstützt werden können, die Kultur "nicht vor die Hunde geht" und die Impfstoff-Zulassung unmittelbar bevorstehe.

Im Unterschied zu anderen Ländern wie beispielsweise Polen sei es in Deutschland möglich zusammen zu sitzen und Entscheidungen zu treffen. "In dieser Debatte hat man wieder gemerkt, wer intelligent ist und wer es gut mit unserem Land meint und wer nicht", sagt Kretschmer. "Und diesen Erfolg müssen wir uns von niemanden, aber wirklich niemanden, auch nicht von Dumm-Rednern oder Quer-Rednern zerreden lassen."

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Der CDU-Politiker bedankte sich ebenfalls für das zahlreiche Engagement in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern sowie beim Aufbau der Impfzentren. Ihm zufolge sei derzeit das wichtigste Ziel, die Gesundheitsversorgung stabil zu halten. "Es ist uns nicht leicht gefallen, aber [der erneute Lockdown] ist mit Blick auf die Krankenhäuser notwendig."

Triage in Zittau? Wirbel um Aussage des Klinik-Chefs

Entscheiden Ärzte am Zittauer Klinikum inzwischen, welcher Corona-Patient behandelt wird und welcher nicht, weil nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen? Das legen Aussagen des Ärztlichen Direktors des Klinikums Oberlausitzer Bergland (KOB), Mathias Mengel, nahe, die er am Dienstagabend in einer Videoschalte vor rund 100 Zuhörern getätigt hat.

Seither berichten Medien bundesweit, in Zittau müsste ein Klinikum erstmals die Triage anwenden, also entscheiden, wer von den Covid-19-Erkrankten die besten Chancen hat und deshalb lebensrettende Behandlungen erhalten soll.

Nach Angaben des Zittauer Oberbürgermeisters Thomas Zenker (Zkm), der in dem Videoforum am Dienstag dabei war, sei die Brisanz der Aussagen Mengels in der Runde durchaus zu spüren gewesen. "Dr. Mengel hat berichtet, dass man inzwischen schon entscheiden musste, wer Sauerstoff erhält und wer nicht", sagt Zenker. Mit rund zehn Intensivplätzen in Zittau seien die Grenzen ohnehin bei den derzeitigen Erkrankungszahlen rasch erreicht.

Das Krankenhaus Zittau gehört zur Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH. Es geriet am Mittwoch bundesweit in die Schlagzeilen.
Das Krankenhaus Zittau gehört zur Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH. Es geriet am Mittwoch bundesweit in die Schlagzeilen. © Archiv/Matthias Weber

Welche Corona-Regeln zu Weihnachten gelten

Die Menschen in Sachsen feiern Weihnachten und den Jahreswechsel dieses Jahr, während das öffentliche Leben heruntergefahren ist. Wie, das ist in der aktuellen Corona-Verordnung festgeschrieben, die am 15. Dezember noch einmal verändert wurde. Mit wem kann ich Weihnachten feiern? Kann ich Verwandte besuchen? Finden Gottesdienste statt? Die Sächsische.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sind die Sachsen zu viel unterwegs?

Diese Debatte ist anders. Nicht nur die Rituale des politischen Schlagabtauschs prägen die Aussprache zu Corona am Mittwoch in Sachsens Landtag. Auch die Angst vor der weiteren Überlastung des Gesundheitswesens schwingt mit – wie die Überlegung zur Verschärfung der Schutzmaßnahmen. Corona ist weit mehr als eine Herausforderung für die Politik.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will angesichts rasant steigender Fallzahlen, dass das Parlament dieses Signal aussendet: „Sächsinnen und Sachsen, haltet euch an die Regeln.“ Im Oktober warnte er noch vor Hysterie, später sprach er davon, dass „alle“ das Virus unterschätzt hätten.

Lockerungen soll es nicht erst in Monaten geben. Aber: Kretschmer verweist auf eine aktuelle Erhebung der Robert-Koch-Instituts und der Berliner Humboldt-Universität. Demnach ist die Binnenmobilität in Sachsen und Thüringen deutschlandweit am höchsten, für Kretschmer ein „ernüchternder oder sehr bedrohlicher Befund“. Für die Pandemiebekämpfung sei das „pures Gift“.

"Querdenken" klagt gegen Demo-Verbot in Dresden

Die zum Teil als gefährlich eingestuften Corona-Kritiker von "Querdenken" geben sich auch nach dem Verbot ihrer Versammlung in Dresden nicht zufrieden. Sie halten das Verbot für nichts rechtens, sagte der Anmelder für "Querdenken 351" Marcus Fuchs gegenüber der SZ.

Die Verantwortlichen des Dresdner Ablegers der Bewegung wollen erneut Richter bemühen, um eine weitere Entscheidung zu erstreiten. Einfach nachholen und erneut eine Versammlung anmelden wolle man zunächst nicht, so Fuchs. "Bevor wir so eine große Versammlung wiederholen, wollen wir eine Hauptsacheentscheidung."

Demonstration für Freiheit, Demokratie und Grundrechte in Zeiten der Corona-Krise: Querdenken 351 Dresden Anfang Dezember auf dem Theaterplatz.
Demonstration für Freiheit, Demokratie und Grundrechte in Zeiten der Corona-Krise: Querdenken 351 Dresden Anfang Dezember auf dem Theaterplatz. © Archiv/Rene Meinig

LernSax auch am Mittwoch mit Problemen

Auch am Mittwochmorgen war die sächsische Lernplattform LernSax für Schülerinnen und Schüler zeitweise schwer aufrufbar. Nach Angaben des Kultusministeriums habe das System "zeitweise geruckelt", die Störungen seien aber nicht mit den Ausfällen von Montag und Dienstag vergleichbar gewesen.

Der Ausfall von LernSax am Montag und Dienstag sei indirekt durch einen Cyberangriff verursacht worden. "Konkret kam es am Montag zu einem sogenannten DDoS-Angriff auf eine große überregional agierende Lernplattform", teilte das Kultusministerium am Dienstag mit.

Martin Bringe, der Geschäftsführer der Bringe Informationstechnik GmbH in Karlsruhe, betont, in außergewöhnlichen Zeiten könne nicht immer alles gewöhnlich funktionieren. LernSax sei für die gleichzeitige Nutzung von mindestens 40.000 Usern eingerichtet worden. Jetzt greife jedoch die zehnfache Nutzerzahl auf die Plattform zu, "das ist für uns ein unerwarteter Ansturm".

Nossener bauen Impfstoff-Transporter

Spätestens ab Januar sollen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern die Impfungen gegen Covid-19 beginnen. Für den korrekten Transport der Impfstoffe spielen Produkte von Schaumaplast aus dem sächsischen Nossen eine wichtige Rolle.

In Deutschland läuft der Aufbau von Impfzentren mittlerweile auf Hochtouren. Mit Zulassung der Impfstoffe müssen Millionen Serum-Dosen bei konstanten minus 70 Grad Celsius von den Pharmazie-Betrieben in die Zentren geliefert werden. Dafür braucht es die richtigen Verpackungslösungen. Schaumaplast, Hersteller technischer Formteile und Verpackungen aus Styropor und anderen Partikelschäumen, bietet diese Lösungen für einen zuverlässigen temperaturgeführten Transport an.

Mit Sächsische.de durch den Lockdown

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