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Das lange Warten auf die Corona-Laptops

Die Ausstattung der Schulen in der Region Döbeln mit den Geräten ist unterschiedlich – und die Entscheidung, wer sie bekommt, nicht immer einfach.

Die meisten Schüler der weiterführenden Schulen lernen nach wie vor im Homeschooling. Doch noch immer stehen nicht überall Laptops, die mit Geld aus dem Digitalpakt angeschafft werden können, zur Verfügung.
Die meisten Schüler der weiterführenden Schulen lernen nach wie vor im Homeschooling. Doch noch immer stehen nicht überall Laptops, die mit Geld aus dem Digitalpakt angeschafft werden können, zur Verfügung. © dpa

Region Döbeln. Die Schule hat wieder begonnen. Die Abschlussklassen und die Grundschüler dürfen sie auch besuchen. Für alle anderen ist weiter Homeschooling angesagt. Wo haben sich die Bedingungen durch den Digitalpakt verbessert, und wo klemmt es im zweiten Lockdown immer noch? Sächsische.de hat sich umgehört.

Einige Döbelner Schulen sind noch in Wartestellung. Im September vergangenen Jahres hatte die Stadt Döbeln die Firma SDC Sachsen Digital Consulting Dresden mit der Bereitstellung der Corona-Laptops beauftragt.

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Doch dem Unternehmen war die Lieferung bis Ende April 2021 nicht möglich. Deshalb hob Döbelns Bürgermeister Sven Liebhauser (CDU) den bereits erteilten Auftrag per Eilentscheidung wieder auf und informierte die Stadträte darüber in der Dezembersitzung 2020.

Verteilung in Döbeln erfolgt schrittweise

Die Döbelner Firma K&W Informatik GmbH, die ursprünglich ebenfalls ein Angebot abgegeben hatte, sicherte eine Lieferung durch Lagerware bis Ende April 2021 zu und besserte das ursprüngliche Angebot nach. Deshalb erhielt nun K&W den Auftrag zur Bereitstellung von Digitaltechnik für die Schulen. Das sind 165 Laptops. Sie sind inzwischen geliefert worden.

„Derzeit werden die Geräte mit der entsprechenden Software bespielt und für eine Ausgabe vorbereitet. Die Verteilung der Laptops erfolgt schrittweise, sobald die technischen und organisatorischen Voraussetzungen bestehen“, erklärt Döbelns Pressesprecher Thomas Mettcher auf Nachfrage. Die Förderschule, die Oberschule und das Gymnasium erhalten jeweils 30, die Grundschulen jeweils 15 Geräte.

Geräte kommen mit den Schülern

Zu den Ersten, die einen Laptop an ihrer Schule ausleihen können, gehören die Gymnasiasten. Wer sie bekommt, wurde nach einer Umfrage bei den Klassenleitern entschieden. „Das betrifft vor allem Familien mit besonderen Konstellationen, zum Beispiel, wenn es viele Geschwisterkinder gibt“, sagt Schulleiter Michael Höhme.

Knapp die Hälfte der Laptops konnten Ende vergangener Woche an Schüler, die Bedarf angemeldet hatten, verteilt werden. Außerdem bleiben einige Geräte im Gymnasium in Reserve, „um schnell und unbürokratisch helfen zu können, wenn zum Beispiel der Computer eines Schülers defekt und nicht sofort ein neuer verfügbar ist.“

An der Schlossbergschule sollen vor allem die Abschlussklassen mit den Laptops ausgestattet werden, die im Laufe der kommenden Woche zur Verfügung stehen sollen. Dann ist aber auch für die beiden neunten Klassen das Homeschooling vorbei, und sie dürfen seit Dezember zum ersten Mal wieder die Schule besuchen.

„Die Laptops sind sowohl mit als auch ohne Internet nutzbar“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Dirk Polster. Denn nicht in allen Haushalten der Schüler gibt es einen Internetanschluss und damit auch keine Zusatzgeräte, wie Drucker. Die Schüler könnten ihre Aufgaben mit dem Laptop trotzdem Zuhause erledigen und die Ergebnisse auf einem USB-Stick mit in die Schule bringen, so Polster.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

In der Oberschule am Holländer heißt es noch abwarten. „Wir haben 30 Laptops beantragt, aber sie sind noch nicht eingerichtet“, sagt Schulleiterin Katrin Wagner. Wie die Geräte dann verteilt werden, müsse auch noch entschieden werden.

Im Döbelner Berufsschulzentrum wurde der Bedarf ebenfalls erfasst und die Anzahl, die Schulleiterin Katrin Neumann nicht beziffert, beim Landratsamt Mittelsachsen als Schulträger beantragt.

„Aber wir haben die Geräte noch nicht erhalten“, so Katrin Neumann. Deren Verwendung sei in manchen Gegenden ohnehin schwierig, weil das Internet nicht oder nur mäßig funktioniere.

Außerhalb Döbelns läuft es besser

Besser als in Döbeln sieht es an den Schulen der anderen Städte des Altkreises aus. Die Mädchen und Jungen der Ostrauer Grundschule arbeiten bereits seit November mit den Laptops. Zu diesem Zeitpunkt haben die Eltern mit der Gemeinde einen Leihvertrag geschlossen.

Zuvor hatte eine Firma die Geräte so eingerichtet, dass die Kinder mit der Lernplattform LernSax arbeiten können. „Die Anzahl der Laptops ist ausreichend. Sie wurden vorwiegend an bedürftige Familien ausgeliehen“, so Schulleiterin Angela Jurczyk.

Seit Beginn des Lockdowns haben die Schüler der Peter-Apian-Oberschule in Leisnig die Möglichkeit, sich einen Laptop auszuleihen. „Vier Geräte haben wir bisher an bedürftige Schüler der fünften bis achten Klasse rausgegeben“, erklärt Lehrer Robert Müller. Insgesamt stehen in der Schule 32 Laptops zur Verfügung.

Bei der Entscheidung, wer ein Gerät erhält, spiele die „digitale Infrastruktur“ des Betreffenden eine Rolle. „Nur mit dem Tablet oder dem Smartphone zu arbeiten, ist nicht optimal“, so Müller.

Roßwein hat noch Reserven

Genauso sieht das der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein. Allerdings hat bisher nur ein Schüler einen Laptop ausgeliehen. „27 haben wir noch zur Verfügung“, so Thomas Winter.

Die Geräte seien gut vorbereitet worden, einschließlich der Schutzsoftware. Seit zwei Wochen werden Eltern und Schüler auf der Schul-Homepage auf die mögliche Ausleihe aufmerksam gemacht. Diese kann nach einer telefonischen Anmeldung erfolgen.

Insgesamt 40 Laptops hat die Oberschule Waldheim bewilligt bekommen und auch ausgegeben, sagt Schulleiter Jan Genscher und fügt hinzu: „Wir hätten noch mehr gebrauchen können.“ Denn jeder Schüler benötige ein eigenes Gerät, um im Homeschooling ordentlich mit LernSax arbeiten zu können.

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