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Das sagen die Kunden zum Lockdown

Die Meinungen in der Region Döbeln sind geteilt. Aber die meisten Menschen haben Verständnis für die extremen Entscheidungen.

Vor dem zweiten Lockdown erledigen viele Menschen noch schnell Einkäufe im Einzelhandel.
Vor dem zweiten Lockdown erledigen viele Menschen noch schnell Einkäufe im Einzelhandel. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Plötzlich sind die Innenstädte wieder belebt. An manchem Laden bildet sich sogar eine kleine Schlange. Grund ist die Aussicht, nur noch drei Tage vor Weihnachten in den Geschäften einkaufen zu können.

„Ich hatte ohnehin vor, die Weihnachtsgeschenke in der Stadt zu kaufen. Das ziehe ich jetzt vor“, sagt eine 58 Jahre alte Döbelnerin. Sie findet es traurig, was den Händlern angetan werde. „So werden die Städte totgemacht.“

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Auch ein Mochauer meint, dass den Händlern durch die Schließung ab dem 14. Dezember viel Geld verloren gehe, obwohl der 30-Jährige selbst lieber im Internet bestellt. Für ihn hätte der erste Lockdown im Frühjahr, zum Beispiel mit der Schließung von Betrieben, noch strenger sein müssen, um diesen zweiten zu vermeiden.

Noch einmal einkaufen will ein 31 Jahre alter Döbelner, um sich einen Vorrat anzuschaffen, obwohl Anbieter von Lebensmitteln geöffnet bleiben. Er hätte sich den Lockdown etwas moderater gewünscht.

Corona-Maßnahmen in Sachsen lange überfällig

Unfair sei es, alle Einzelhändler gleich zu behandeln. Es sollte nach den Bedingungen geschaut werden, unter denen in den Läden verkauft wird, so eine Kriebsteinerin. Aber auch die Händler müssten darauf achten, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig im Laden befinden. Das habe sie gerade erlebt, sagt die 68-Jährige.

Für die privaten Geschäftsinhaber sei der Lockdown schlimm. „Sie leben vom Handel. Wir bekommen unser Gehalt“, erklärt ein Ehepaar aus Gleisberg. Aber, wenn sich die Menschen nicht an die Vorgaben hielten, müsse eben anders durchgegriffen werden. Sie selbst verfielen jetzt nicht in Hektik. Das Einkaufen für den täglichen Bedarf sei ja möglich.

Als längst überfällig empfindet ein 70 Jahre alter Döbelner den Lockdown. „Die Zahlen sprechen schon lange dafür“, sagt er. In seiner Familie seien alle gemeinsamen Feiern abgesagt, jeder verbringe Weihnachten für sich. Er gehöre zur Risikogruppe und habe vor einem halben Jahr eine Chemotherapie überstanden. Deshalb empfinde er den Lockdown positiv, in der Hoffnung, dass sich die Situation dadurch tatsächlich entspannt. So sieht es auch eine Ostrauerin. „Krank werden will niemand, aber viele schimpfen auf die Maßnahmen“, sagt die 59-Jährige.

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