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Das sagen Sachsens Eltern zur Schulöffnung

Seit Montag sind in Sachsen die Schulen wieder geöffnet. Wir haben Eltern gefragt, wie sie das finden. Die Reaktionen fallen zwiespältig aus.

In Sachsen gibt es wieder Präsenzunterricht an den Schulen. Die Meinung der Eltern dazu ist zwiespältig.
In Sachsen gibt es wieder Präsenzunterricht an den Schulen. Die Meinung der Eltern dazu ist zwiespältig. © dpa/Jonas Güttler

Sachsens Schulen dürfen wieder Präsenzunterricht machen. Seit Montag sind in vielen Regionen nun auch die weiterführenden Schulen geöffnet. Die Reaktion der Eltern darauf fällt zwiespältig aus. Neben großer Freude gibt es auch Skepsis und vor allem Sorge um die Gesundheit der Kinder. Mit welchem Gefühl haben sie den Nachwuchs in die Schule geschickt? Das haben uns Eltern auf Facebook geschrieben.

© Grafik: Claudia Schade

Viele schicken ihre Kinder mit Bauchschmerzen in den Unterricht. „Es wäre besser, bei den aktuell steigenden Zahlen die Schulen zu schließen. Es ist unverantwortlich, was hier gerade geschieht“, schreibt Susy Altenburg. Sie schickt zwar ihre Tochter wieder in die 6. Klasse eines Gymnasiums, macht sich aber große Sorgen. Beate Gebauer geht es ähnlich. Sie habe „ein absolut ungutes Gefühl“ und findet bei dem aktuellen Stand die Öffnung der Schulen „unverantwortlich“.

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Und Nicole Felsch weist darauf hin, dass nun Schulen geöffnet werden, „während wir bei solchen Zahlen im Dezember geschlossen haben, paradox!“

Eine andere Mutter berichtet davon, wie sie gerade auf dem Weg ist, um ihren Sohn aus der Schule abzuholen, der plötzlich Fieber bekommen hat. „Darum hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich Angst hatte, dass genau sowas passiert“, schreibt sie und drückt damit die Sorge vieler Eltern aus, womöglich nicht die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ihr ist klar, dass nicht Covid-19 die Ursache für die Erkrankung sein muss. Aber die Angst, dass es doch Corona sein könnte, ist mit Wiederaufnahme des Unterrichts deutlich stärker.

Auch eine unterschiedliche Behandlung der Schüler stößt manchen Eltern auf. Siggi Sandra Schrinner wünscht sich „einen einheitlichen, gerechten Umgang mit Schülern, die sich nicht testen lassen wollen. Hier macht jede Schule, was sie will. Das ist nicht gerechtfertigt “, bemängelt sie.

© Grafik: Claudia Schade

Andere freuen sich, dass ihre Kinder nach drei Monaten Homescooling endlich wieder unter Freunde und in den Unterricht kommen.

Kathrin Mothes ist zuversichtlich. „Meine Kinder gehen seit Januar/ Februar wieder zur Schule“, schreibt sie. „Beide sind gesund und halten sich gerne an die bestehenden Regeln.“

Anne Sonntag freut sich ebenfalls über die Öffnung und ergänzt: „Einfach die Schulen schließen und weiter Homeschooling ist keine Lösung.“

© Grafik: Claudia Schade

Jaqueline Sommer macht sich aus einem anderen Grund Sorgen: „Heute erst wieder erlebt, was vor der Schule abgeht“, schreibt sie. „Es wurden keine Masken getragen, kein Abstand eingehalten, man drückt sich untereinander, ein anderer niest in der Runde. Was soll man da noch sagen trotz Belehrungen.“

Und manche Schulen haben erst gar nicht geöffnet. Tina Gärtner schreibt auf unsere Frage, welches Gefühl sie dabei hat, ihr Kind zu schicken: „Leider gar kein Gefühl. Mein Kind ist in der 7.Klasse und offensichtlich ist diese Klassenstufe nicht wichtig genug... er sitzt noch immer daheim... Nächste Woche soll es wohl losgehen... da würde ich fast eine Wette eingehen, dass dem nicht so sein wird...“

© Grafik: Claudia Schade

Die Schulen planen den Wechselunterricht nicht einheitlich. Einige wechseln die Klassen jeden Tag, sodass die Schüler jeden zweiten Tag in den Präsenzunterricht gehen. Andere Schulen machen dies wochenweise. Das führt dazu, dass manche Kinder erst nächste Woche das erste Mal ein Schulgebäude betreten würden. Manche Eltern sorgt, dass das nicht passieren könnte.

Andere wiederum freut genau das, in der Hoffnung, dass sie ihr Kind dann doch nicht schicken müssten.

© Grafik: Claudia Schade

Einige berichten auch, dass sie ihr Kind noch zu Hause lassen. Das ist möglich, da zurzeit die Schulpräsenzpflicht ausgesetzt ist. Die Kinder müssen dann die Aufgaben im Homeschooling erledigen.

Kritik wird darüber geäußert, dass die Schulen wegen der steigenden Inzidenz womöglich bald schon wieder schließen müssen. Christian Saßenscheidt schreibt: „Natürlich (müssen die Schulen wieder geschlossen werden), die hätten gar nicht erst aufgemacht werden dürfen. DAS ist die entscheidende Frage.“ Auch die Frage nach der Wirksamkeit eines wöchentlichen Tests bei den Schülern wird aufgeworfen.

© Grafik: Claudia Schade

Derweil gibt es in Politik und Medizin die Forderung nach erneuter Verschärfung der Corona-Regeln. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte erneut, dass er mit den Lockerungen nicht einverstanden ist. Er fordert auf Twitter „eine Rückkehr zu sehr stringenter Corona-Politik“ und betont erneut, dass die Lockerungen seiner Meinung nach zu früh waren.

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