merken
PLUS Politik

Die ungewöhnlichsten Corona-Tipps der Politik

Die Gesundheitsvorsorge im Pandemie-Winter ist eine Herausforderung. Deutsche Spitzenpolitiker haben so einige Ratschläge parat. Aber ob die helfen?

Gurgeln gegen das Virus. Der Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn klingt verrückt, hat aber einen wissenschaftlichen Hintergrund.
Gurgeln gegen das Virus. Der Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn klingt verrückt, hat aber einen wissenschaftlichen Hintergrund. © Roland Schlager/APA/dpa (Symbolbild)

Von Christopher Stolz

Ratschläge, um gut und gesund durch die kalte Winterzeit zu kommen, hat es immer schon gegeben. Dick einpacken, Tee trinken, Ingwer essen – die Liste ließe sich wohl scheinbar unendlich fortführen. Diesen Winter kommt eine weitere entscheidende Komponente hinzu: Die Corona-Pandemie stellt die Gesundheit vor eine noch größere Probe. Entsprechend neue Ratschläge gibt es auch.

Hier eine Liste der, zum ersten Mal gehört, irrsten wie ungewöhnlichsten Ratschläge – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde
Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

Merkel pro Kniebeugen und Händeklatschen

Den Anfang macht die Bundeskanzlerin. In einem Interview mit dem türkischsprachigen Radiosender Radyo Metropol FM riet Angela Merkel (CDU) den Schülern zu sportlichen Übungen. So sollten sie sich in durch Lüften ausgekühlten Klassenzimmern warm halten. Doch wie genau? „Man muss sich vielleicht wirklich noch etwas Wärmeres zum Anziehen mitbringen“, riet die Kanzlerin. Und sonst?

„Vielleicht macht man auch mal 'ne kleine Kniebeuge oder so oder klatscht in die Hände, damit man ein bisschen warm wird.“ Dies müsse aber „jeder für sich entscheiden – nicht dass es heißt, die Bundeskanzlerin verlangt das“, fügte Merkel hinzu. Lüften sei in der Corona-Zeit für die Klassenzimmer aber auf alle Fälle „das Allerbeste“.

Berlins Regierender Bürgermeister rät zu Pulloverkauf

Das mit dem Warmanziehen hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) anscheinend nicht mitgehört. Denn geht es nach ihm, soll auf einen Einkauf nach Weihnachten verzichtet werden. „Es gibt auch keinen Grund, sich dann wirklich noch am 28. Dezember einen Pullover zu kaufen, das kann man auch vorher machen“, so Müller.

Der Hintergrund seiner Rede ist allerdings ein ernster: Aufgrund der steigenden Infektionszahlen soll es einen harten Lockdown geben und der Einzelhandel nach Weihnachten schließen. „Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass es danach Einschränkungen gibt“, sagte Müller am Dienstag. Noch in dieser Woche könnten die Verschärfungen der Corona-Regeln beschlossen werden.

Spahn empfiehlt das Gurgeln

Ob Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dann seinen ungewöhnlichen Vorschlag vom Mittwoch wiederholt? Spahn geht davon aus, dass die Gefahr einer Corona-Ansteckung im Privatbereich womöglich durch Gurgeln verringert werden kann. „Wissenschaftlich belegt ist das noch nicht. Aber die Idee dahinter ist, dass Gurgeln mit Mundspülungen aus in Alkohol gelösten ätherischen Ölen oder sogar Kochsalz die Viruslast im Mund-und-Rachen-Raum senken soll“, sagte Spahn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Weiterführende Artikel

Sachsen will Quarantäne-Verweigerer einsperren

Sachsen will Quarantäne-Verweigerer einsperren

Sachsen nimmt Einrichtung für Quarantäne-Brecher in Betrieb, weltweit mehr als 2 Millionen Corona-Tote, Pfizer liefert weniger Impfstoff - unser Newsblog.

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Sachsen

Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Sachsen

Sachsen hat seine Lockdown-Regeln noch einmal angepasst. Ausgangssperre, Weihnachten, Feuerwerk: Was in den nächsten Wochen gilt.

Etwas Selbstisolation ist besser als nichts

Etwas Selbstisolation ist besser als nichts

Jeder möchte zu Weihnachten gerne seine Liebsten besuchen. Doch zugleich soll niemand einem Risiko ausgesetzt werden - geht das? Ein Experte gibt Tipps.

Er selbst gurgele ohnehin regelmäßig, sagte er. „Schaden tut es sicher nicht“, sagte Spahn. Anfang Dezember hatte bereits die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) eine Empfehlung für Gurgeln und den Einsatz von Nasenspülung ausgesprochen. Und: In einigen Zahnarztpraxen ist es auch schon Usus – für solche hatte das Robert Koch-Institut (RKI) die Empfehlung ausgesprochen, die Patienten vor der Behandlung rund 30 Sekunden gurgeln zu lassen. (mit dpa)

Mehr zum Thema Politik