merken
PLUS Döbeln

Das sind Mittelsachsens Corona-Hotspots

Erstmals hat der Freistaat Zahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden veröffentlicht. Der Kreis hielt sich damit bisher zurück. Ein Hotspot ist Hartha.

Corona-Schwerpunkte sind in Hartha nicht bekannt, hieß es am Mittwoch von Bürgermeister Ronald Kunze aus dem Rathaus der Stadt.
Corona-Schwerpunkte sind in Hartha nicht bekannt, hieß es am Mittwoch von Bürgermeister Ronald Kunze aus dem Rathaus der Stadt. © Archiv/Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Königsfeld, Hainichen und Hartha - das sind derzeit die Corona-Schwerpunkte mit den meisten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen. Das geht aus einer Liste mit Zahlen hervor, die das sächsische Sozialministerium am Dienstag veröffentlicht hat.

Demnach gab es in Königsfeld zuletzt 12 Neuinfektionen, in Hainichen 57 und in Hartha 46. Entscheidend für die Rangfolge ist der Inzidenzwert für die Region, der sich aus den Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner berechnet. Jener Wert liegt demnach in Königsfeld bei 862,7, in Hainichen bei 666,0 und in Hartha bei 662,0.

Anzeige
Lost im Karrieredschungel
Lost im Karrieredschungel

Abitur, Ausbildung oder Studium in Dresden machen? Die AFBB, die AWV und die FHD laden zum Online-Infotag ein!

Inzidenzwerte um die 500 liegen für die Gemeinde Großweitzschen sowie die Stadt Döbeln vor. Damit liegt Döbeln noch vor Mittweida (19) und Freiberg (40), was die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen angeht.

Ostrau und Leisnig folgen auf den Plätzen 11 und 12, knapp dahinter liegt die Stadt Waldheim (15).

Schlusslicht aus der Region ist die Gemeinde Kriebstein. Hier gab es in den vergangenen zwei Tagen nach aktuellem Stand offenbar nur zwei Neuinfektionen. Relativ ruhig ist die Lage zudem in der Stadt Roßwein sowie in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig.

Keine Garantie für Vollständigkeit

Das Ministerium mahnt jedoch zu einem vorsichtigen Umgang mit den vorgelegten Zahlen. Es gäbe keine Garantie dafür, dass die Angaben vollständig und tagesaktuell seien. Grund ist das Meldeverfahren und die Erfassung der Eingaben.

Die Gesundheitsämter melden automatisch die Zahl der Neuinfektionen an die Landesuntersuchungsanstalt. Hier werden jedoch keine Zahlen pro Gemeinde übermittelt. "Daher werden für die Darstellung der gemeindegenauen Infektionszahlen und die Berechnung der Wocheninzidenz die den Gesundheitsämtern zum Zeitpunkt der Meldung vorliegenden neuen Infektionsfälle zusätzlich (per Hand) erfasst", heißt es von Seiten des Ministeriums.

Durch dieses Verfahren entstünden zwangsläufig Differenzen zwischen den zusammengezählten täglichen gemeindegenauen Neuinfektionsfällen und denen durch die Landesuntersuchungsanstalt für den jeweiligen Landkreis als amtliche Zahl ausgewiesenen. Zudem weist das Ministerium darauf hin, dass "die Inzidenzwerte infolge der geringen Anzahl von Einwohnern in einer Gemeinde keine realistischen und miteinander vergleichbaren Werte darstellen".

In der Übersicht fehlen darüber hinaus die Fallzahlen für Dresden, Leipzig und Chemnitz. Grund ist, dass für die kreisfreien Städte jeweils nur gesamte Fallzahlen vorliegen, eine Differenzierung nach Stadtteilen fehle.

Landkreis Mittelsachsen hielt sich bisher bedeckt

Von Seiten des Landratsamtes Mittelsachsen waren bisher keine konkreten Fallzahlen für die 53 Städte und Gemeinden des Kreises zu erfahren. Landrat Matthias Damm (CDU) begründete dies immer wieder mit der ärztlichen Schweigepflicht und dem Schutz der Betroffenen.

"Wir haben immer noch Kommunen, in denen es so gut wie keine Fälle gibt", sagte Damm zur Sitzung des Kreistages im Dezember. Treten in solchen Regionen Neuinfektionen auf, seien Rückschlüsse auf die Betroffenen möglich. Solche Fälle habe es bereits gegeben. Dabei sei es unter anderem zu Beschimpfungen im sozialen Netzwerk Facebook gekommen.

So ist die Lage derzeit in Hartha

Doch was lässt sich nun über die Lage in Hartha sagen? Die Recherche dazu gestaltet sich schwierig. Denn zu dem Sachverhalt äußern wollen sich die wenigsten. Das Bild, das Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) zeichnet, ist in jedem Fall kein dramatisches.

„Wir sind als Stadt lange Zeit verschont geblieben, hatten nur extrem wenige Fälle“, sagte Kunze am Mittwoch. Nun sei eine Phase erreicht worden, in welcher auch die Region Hartha stärker betroffen sei. Ungewöhnlich sei dies im Zuge der Pandemie nicht. Das hätten ihm auch die vor Ort ansässigen Ärzte bestätigt. Seines Wissens nach gebe es mehrere Fälle, bei denen die Krankheit einen milden Verlauf nehme. „Aber es gibt auch einzige schwere Fälle“, so Kunze weiter.

Hotspots in der Region seien Kunze nicht bekannt. Beeinträchtigungen in der Notbetreuung in den Kitas und dem Hort der Kommune gebe es seines Wissens nach derzeit ebenfalls nicht.

Zudem seien die Anwohner der Stadt und der umliegenden Orte weiterhin bestrebt, die bestehenden Corona-Regeln einzuhalten, äußerte sich Kunze. Das habe sich auch an Silvester gezeigt. „Hier hat es keine Beschwerden bei der Stadt gegeben“, sagte Kunze.

Für diese Woche hat die Verwaltung allerdings den Wochenmarkt, der normalerweise am Donnerstag durchgeführt wird, abgesagt. Eine Folge der Corona-Lage? Nicht direkt, sagt Kunze. „Es kommen derzeit pandemiebedingt ohnehin weniger Kunden und Anfang des Jahres ist die Kundschaft ohnehin gering“, begründet das Stadtoberhaupt die Absage.

Einzelfälle in Harthaer Seniorenresidenz

Die behandelnden Mediziner in der Stadt halten sich mit Aussagen bezüglich der Corona-Lage in Hartha zurück. Auskünfte darüber, ob derzeit vermehrt Patienten mit Covid-19 in den Praxen behandelt werden, gibt es nicht. Die Mediziner verweisen hierfür an das Gesundheitsamt.

Lediglich Petra Schreiter von Pflege mit Herz, Betreiberin eines ambulanten Pflegedienstes sowie einer Seniorenresidenz in der Stadt, sagt, dass es auch unter ihren zu Betreuenden sowie Bewohnern Corona-Fälle gebe. In der stationären Einrichtung gelte es nun, die aufgetretenen Einzelfälle abzuschirmen. Dies sei jedoch aufgrund der Einzelzimmer gut möglich. „Auch die Doppelzimmer sind jeweils nur mit einer Person belegt“, sagte Schreiter.

Keine Auskunft zur aktuellen Lage gab es von der Seniorenresidenz Schönerstädt. Nach Informationen von Sächsische.de ist jedoch bekannt, dass es auch in der Einrichtung betroffene Bewohner gibt.

„Mit den Zahlen wird nichts über das Alter der Betroffenen bekannt“, sagte Ronald Kunze. Hartha sei jedoch eine Stadt, in der viele ältere Bürger lebten. Zudem gebe es durch die Pflegeeinrichtungen sowie die Pflegedienste viele Personen, die in diesen Bereichen arbeiten. Auch dies könnte nach Einschätzung von Kunze ein Grund für die derzeit vergleichsweise vielen Neuinfektionen in Hartha sein.

Starker Anstieg in der Region Döbeln

Am Mittwoch werden aus dem Landkreis 167 neue Nachweise des Coronavirus gemeldet. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen den dritten Tag infolge gestiegen. Am Montag lag sie bei 70, am Dienstag bei 115. Insgesamt gibt es bislang 11.202 positive Testergebnisse auf Covid-19.

Stark betroffen ist aktuell auch die Region Döbeln. Für den Bereich wurden 65 neue Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl an Infektionen ist damit auf 1.934 gestiegen. Noch höher fallen die Zahlen im Bereich Mittweida aus (+68/4.244). Am geringsten ist der Anstieg im Bereich Freiberg mit 34 neuen Nachweisen (5.024).

Weiterführende Artikel

Corona: Sachsens Grüne fordern Lockerungen

Corona: Sachsens Grüne fordern Lockerungen

384 neue Corona-Infektionen und 74 Tote in Sachsen, Moderna-Impfstoff schützt vor Mutanten, Spahn will Impfstoff-Exporte regulieren - unser Newsblog.

Die Corona-Lage in der Region Döbeln

Die Corona-Lage in der Region Döbeln

Der Landkreis meldet am Montag 24 neue Nachweise. Die Inzidenz sinkt weiter. Einschulungsuntersuchungen sind wieder möglich.

Wieder mehr Corona-Fälle in Mittelsachsen

Wieder mehr Corona-Fälle in Mittelsachsen

Der Landkreis meldet am Mittwoch 167 neue Nachweise des Virus. Im Vergleich mit den anderen Altkreisen ist auch Döbeln dieses Mal stark betroffen.

Kretschmer denkt nicht an Abriegelung von Hotspots

Kretschmer denkt nicht an Abriegelung von Hotspots

Trotz steigender Infektionszahlen sollen in Sachsen keine Orte mit besonders vielen Fällen abgeschottet werden, sagt der Ministerpräsident.

180 betroffene Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, 27 davon wurden beatmet. Die Zahl der betroffenen Patienten in der Leisniger Helios-Klinik lag am Mittwoch bei 41, davon befanden sich neun Corona-Erkrankte auf der Intensivstation.

Die Rangliste für die Region Döbeln

Rangfolge / Gemeinde / Neuzugänge in den vergangenen sieben Tagen / Einwohnerzahl / Inzidenz

Quelle: Sozialministerium Sachsen, Stand: 5. Januar, 12.30 Uhr

1. Hartha, Stadt (46 / 6.949 / 662,0)

2. Großweitzschen (14 / 2.741 / 510,8)

3. Döbeln, Stadt (120 / 23.583 / 508,8)

4. Ostrau (17 / 3.547 / 479,3)

5. Leisnig, Stadt (37 / 8.243 / 448,9)

6. Waldheim, Stadt (37 / 8.951 / 413,4)

7. Geringswalde, Stadt (16 / 4.183 / 382,5)

8. Striegistal (17 / 4.601 / 369,5)

9. Zschaitz-Ottewig (4 / 1.298 / 308,2)

10. Roßwein, Stadt (22 / 7.502 / 293,3)

11. Kriebstein (2 / 2.083 / 96,0)

Die Rangliste für Mittelsachsen

Rangfolge / Gemeinde / Neuzugänge in den vergangenen sieben Tagen / Einwohnerzahl / Inzidenz

Quelle: Sozialministerium Sachsen, Stand: 5. Januar, 12.30 Uhr

1. Königsfeld (12 / 1.391 / 862,7)

2. Hainichen, Stadt (57 / 8.558 / 666,0)

3. Hartha, Stadt (46 / 6.949 / 662,0)

4. Claußnitz (19 / 3.027 / 627,7)

5. Lunzenau, Stadt (25 / 4.147 / 602,8)

6. Leubsdorf (19 / 3.298 / 576,1)

7. Erlau (17 / 3.178 / 534,9)

8. Mühlau (11 / 2.117 /519,6)

9. Großweitzschen (14 / 2.741 / 510,8)

10. Döbeln, Stadt (120 / 23.583 / 508,8)

11. Ostrau (17 / 3.547 / 479,3)

12. Leisnig, Stadt (37 / 8.243 / 448,9)

13. Augustusburg, Stadt (20 / 4.512 / 443,3)

14. Rossau (15 / 3.502 / 428,3)

15. Waldheim, Stadt (37 / 8.951 / 413,4)

16. Wechselburg (7 / 1.778 / 393,7)

17. Eppendorf (16 / 4.075 / 392,6)

18. Geringswalde, Stadt (16 / 4.183 / 382,5)

19. Mittweida, Stadt, Hochschulstadt (54 / 14.475 / 373,1)

20. Striegistal (17 /4.601 /369,5)

21. Neuhausen/Erzgeb. (9 / 2.592 / 347,2)

22. Lichtenau (24 / 7.076 / 339,2)

23. Taura (8 /2.370 /337,6)

24. Frankenberg/Sa., Stadt (47 /13.940 / 337,2)

25. Flöha, Stadt (36 / 10.696 / 336,6)

26. Brand-Erbisdorf, Stadt (31 / 9.337 / 332,0)

27. Niederwiesa (16 / 4.862 / 329,1)

28. Dorfchemnitz (5 / 1.539 / 324,9)

29. Weißenborn/Erzgeb. (8 / 8 2.468 /324,1)

30. Rochlitz, Stadt (18 / 5.710 / 315,2)

31. Penig, Stadt (27 / 8.715 / 309,8)

32. Zschaitz-Ottewig (4 / 1.298 / 308,2)

33. Königshain-Wiederau (8 / 2.613 / 306,2)

34. Seelitz (5 / 1.663 / 300,7)

35. Roßwein, Stadt (22 / 7.502 / 293,3)

36. Zettlitz (2 / 685 / 292,0)

37. Reinsberg (8 / 2.834 / 282,3)

38. Bobritzsch-Hilbersdorf (15 / 5.714 / 262,5)

39. Altmittweida (5 / 1.914 / 261,2)

40. Freiberg, Stadt, Universitätsstadt (96 / 40.657 / 236,1)

41. Burgstädt, Stadt (25 / 10.643 / 234,9)

42. Lichtenberg/Erzgeb. (6 / 2.692 / 222,9)

43. Hartmannsdorf (Landkreis Mittelsachsen) (10 / 4.493 / 222,6)

44. Frauenstein, Stadt (6 / 2.772 / 216,5)

45. Oederan, Stadt (17 / 7.934 /214,3)

46. Großschirma, Stadt (10 / 5.596 / 178,7)

47. Mulda/Sa. (3 / 2.464 / 121,8)

48. Großhartmannsdorf (3 / 2.474 / 121,3)

49. Rechenberg-Bienenmühle (2 / 1.835 / 109,0)

50. Halsbrücke (5 / 5.057 / 98,9)

51. Kriebstein (2 / 2.083 / 96,0)

52. Oberschöna (2 / 3.265 / 61,3)

53. Sayda, Stadt (0 / 1.750 / 0,0)

1 / 2

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln