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Deutschland & Welt

Brandanschlag wegen Corona-Frust

In Delmenhorst hat ein Mann Molotow-Cocktails auf das Rathaus geworfen. Sein Motiv: Ärger über mehrere Corona-Bußgeldbescheide.

Verkohlte Möbelstücke liegen auf einem Gehweg vor dem Rathaus in Delmenhorst.
Verkohlte Möbelstücke liegen auf einem Gehweg vor dem Rathaus in Delmenhorst. © dpa/ Hauke-Christian Dittrich

Delmenhorst. Aus Ärger über die Corona-Regeln hat ein 30-Jähriger Molotow-Cocktails in das Rathaus von Delmenhorst in Niedersachsen geworfen. Der mutmaßliche Täter habe die Tat gestanden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Hinweise auf andere Motive gebe es nicht.

Neben den Brandexperten der Polizei ermittele auch der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ordnete Untersuchungshaft für den Verdächtigen an.

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"Ich bin fassungslos", sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) in einer Mitteilung. "Der Täter hat nicht nur das Gebäude beschädigt, sondern auch Menschen in Gefahr gebracht. Im selben Flügel des Rathauses wohnt der Hausmeister mit seiner Familie."

Zeugen halten den Täter fest

Niemand wurde bei dem Anschlag verletzt. Den Angaben nach hatte der Mann am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr mehrere als Molotow-Cocktails präparierte Flaschen durch eingeschlagene Fenster ins Rathaus geworfen. Zeugen hielten den Mann auf, bis die Polizei ihn festnahm. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden. Beschädigt wurde ein Raum der Touristeninformation Delmenhorst.

Feuerwehrleute sind am Rathaus in Delmenhorst im Einsatz
Feuerwehrleute sind am Rathaus in Delmenhorst im Einsatz © Nord-West-Media TV/dpa

Der 30-Jährige sei ersten Ermittlungen zufolge strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, teilte die Polizei mit. Die Stadt Delmenhorst führe jedoch mehrere Bußgeldverfahren gegen ihn, da er gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben soll.

Die Stadt äußerte sich aus Datenschutzgründen nicht zu den Verfahren. "Niemand von uns ist glücklich über die Pandemie", sagte Corona-Krisenstabsleiter Rudolf Mattern. "Selbstverständlich kann jede Bürgerin und jeder Bürger Maßnahmen zur Abwehr gegen das Virus hinterfragen und kritisieren - im Rahmen der Gesetze. Gewalt geht gar nicht."

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Am Tag nach dem Brandanschlag lagen noch verkohlte Büromöbel neben dem Rathaus, ein Fenster zeigte deutliche Brandspuren. Delmenhorst hat etwa 77.000 Einwohner und liegt zwischen Bremen und Oldenburg. Die Stadt hatte im Oktober 2020 Schlagzeilen gemacht, weil es sprunghaft einen Anstieg der Corona-Infektionen gab. (dpa)

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