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Delta-Angst: Welche Rechte haben Urlauber?

Mit der Ausbreitung von Virus-Varianten stehen Reisende vor neuen Fragen. Diese Rechte haben sie.

Strenge Kontrolle der Impfung am Flughafen Berlin bei Einreise.
Strenge Kontrolle der Impfung am Flughafen Berlin bei Einreise. © dpa

Schneller als erwartet verbreitet sich derzeit die Delta-Variante des Coronavirus in Europa. Und mit ihr die Sorge vor neuen Corona-Einschränkungen. Wer in diesem Jahr eine Auslandsreise gebucht hat, kann sich wegen des weiterhin dynamischen Infektionsgeschehens nicht sicher sein, welche Reisevorschriften am Ende gelten werden. Was tun?

Trotz Sorge vor der Delta-Variante ist vorerst keine Verschärfung der Einreiseverordnung geplant. Reisewillige können darauf hoffen, dass sich bis zum Antritt ihres Urlaubs an den zuletzt deutlich gelockerten Reisebestimmungen nichts ändert.

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Viele Länder sind keine Risikogebiete mehr. Und die pauschale Reisewarnung für Risikogebiete ist zum 1. Juli entfallen. Reisen auch in diese Länder sind wieder ohne größere Hürden möglich: Für die Heimkehr wird ein negativer Corona-Test, ein Impfnachweis oder ein Genesungsbeleg benötigt, um eine Quarantäne zu vermeiden. Wer mit dem Flugzeug heimkehrt, braucht diesen Nachweis schon beim Abflug.

Wichtig für Familien: Die Nachweis- und Quarantäneregelungen gelten für alle Einreisenden, die das sechste Lebensjahr vollendet haben.

Nicht immer Recht auf kostenlose Stornierung

Der schlimmste Fall ist die plötzliche Einstufung als Virusvariantengebiet. Das Beispiel Portugal hatte gezeigt, was Urlaubern dann droht: Erst während der Reise haben sie erfahren, dass sie zu Hause 14 Tage in Quarantäne müssen. Mit ungeplanten Folgen: Sie dürfen dann Haus oder Wohnung nicht verlassen. Das kann im Arbeits- und Privatleben viele Probleme bereiten. Auch wenn Arbeitgeber eine Art Entschädigung für den Lohn in dieser Zeit zahlen.

Auch für Hochinzidenzgebiete gilt: Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss nach der Rückkehr nach Deutschland erst einmal zehn Tage in Quarantäne. Und die kann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden. Mit Blick auf die kommenden Monate besteht also die Unwägbarkeit, ob aus einem Risikogebiet ein Hochrisikogebiet wird und dann doch wieder Quarantäne ansteht. Jedenfalls für Reisende ohne vollen Impfschutz.

Zudem können in einzelnen Ländern neue Virusvarianten auftreten. Dann droht die Einstufung als Virusvariantengebiet mit all ihren Folgen. Wird ein Reiseziel vor der Abreise zum Virusvariantengebiet oder Hochrisikogebiet erklärt, haben Pauschalreisende nicht automatisch das Recht auf kostenlose Stornierung. Ob diese Einstufungen nach mehr als einem Jahr Pandemie noch als ein „außergewöhnlicher Umstand“ zu werten sind, ist nicht höchstrichterlich entschieden. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Veranstalter zumindest im Falle eines Virusvariantengebietes die Reise von sich aus absagt und das angezahlte Geld erstattet.

Bundespolizisten kontrollieren am Flughafen in Frankfurt Passagiere eines Fluges aus Portugal. Das Land gilt als Virusvariantengebiet.
Bundespolizisten kontrollieren am Flughafen in Frankfurt Passagiere eines Fluges aus Portugal. Das Land gilt als Virusvariantengebiet. © dpa/Boris Roessler

In die Vertragsbedingungen schauen

„Stuft das RKI ein Land als Virusvariantengebiet ein, beginnen die Reiseveranstalter damit, die Gäste vor Ort zu kontaktieren und bieten ihnen eine vorzeitige Abreise an“, sagt Kerstin Heinen, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). Die Kosten dafür tragen die Veranstalter. „Danach werden die Gäste kontaktiert, die in nächster Zeit gebucht haben.“ Diesen werde eine kostenfreie Umbuchung auf einen anderen Zeitpunkt oder ein anderes Urlaubsziel angeboten – oder gebührenfreie Stornierung.

Die Einstufung als Virusvariantengebiet gilt zunächst für 14 Tage. „Wie lange Reisen ins entsprechende Ziel abgesagt werden, liegt im Ermessen des Reiseveranstalters“, sagt Heinen.

Wer seine Pauschalreise auch dann verschieben will, wenn das Zielland kein Virusvarianten- oder Hochrisikogebiet ist, muss in die Vertragsbedingungen schauen, was das kostet. Mit einem Flextarif ist die Verschiebung oft bis 14 Tage vor Abreise kostenlos möglich. Individualreisende haben dank kulanter Umbuchungsregeln der Fluggesellschaften die Möglichkeit, ihren Flug ohne Zusatzgebühren umzubuchen. Dies ist bei vielen Airlines wie Lufthansa und Eurowings kurzfristig bis zum Check-in des ursprünglichen Fluges möglich. Eine Erstattung gibt es aber nur, wenn die Airline den Flug selbst streicht. Findet der Flug statt, gibt es kein Geld zurück.

Pauschalreisende im Vorteil

Wer aus Furcht vor der Delta-Variante doch nicht mehr verreisen möchte, muss bei risikoarmen Ländern und einfachen Risikogebieten mit Stornierungsgebühren rechnen. Pauschalurlauber sollten hier die Stornostaffeln der Veranstalter kennen: Sie zeigen auf, bis zu welchem Zeitpunkt vor Reiseantritt, welcher Betrag fällig wird.

Im Vorteil sind wieder Pauschalreisende, die von Anfang an einen etwas teureren Flextarif gebucht haben: Sofern die Frist von häufig 14 Tagen vor Reisebeginn noch nicht angebrochen ist, lässt sich die Reise auch ohne Stornogebühren absagen.

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Individualreisende müssen prüfen, ob sie bei der Buchung eine kurzfristige Stornierungsoption gewählt haben. Zum Beispiel: „Kostenfreie Stornierung bis einen Tag vor Abreise“. Ist das nicht der Fall, fallen in der Regel Stornokosten an. „Bei individuell gebuchten Unterkünften im Ausland kann ich aus der Einstufung zum Virusvariantengebiet meines Reiselandes durch die Bundesregierung kein Recht zur kostenfreien Stornierung ableiten“, sagt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. Auch nicht, wenn eine Reisewarnung für das Land gilt. Entscheidend sei, ob nach dem national geltenden Recht ein Recht auf Stornierung aufgrund der Corona-Situation besteht und was in den AGB steht. (dpa)

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