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Deutschland & Welt

Deutlich weniger Hochzeiten wegen Corona

Die Pandemie hat auch die Pläne vieler Paare durcheinander gebracht, beweist die Statistik. Aber den historischen Tiefstand erreichte der Rückgang nicht.

In den ersten sechs Monaten 2020 ging die Zahl von Eheschließungen deutlich zurück.
In den ersten sechs Monaten 2020 ging die Zahl von Eheschließungen deutlich zurück. © Andreas Lander/dpa (Archiv/Symbolbild)

Wiesbaden. Die Corona-Pandemie hat viele Heiratspläne vorerst platzen lassen. Das zeigt sich nun auch in der offiziellen Ehe-Statistik. In den ersten sechs Monaten wurden demnach bundesweit 139.900 Ehen geschlossen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend ganz, andere schränkten ihre Dienste ein.

Die Zahl der neu geschlossenen Ehen sank aber nicht ganz auf einen historischen Tiefstand. Einmal wurden seit der Wiedervereinigung in einem ersten Halbjahr noch weniger Ehen geschlossen: 2007, als viele Paare den Juli und damit das Hochzeitsdatum 7.7.2007 ansteuerten. Damals heirateten im ersten Halbjahr nur 138.800 Paare.

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Im laufenden Jahr gab es mit dem 02.02.2020 und dem 20.02.2020 gleich zwei attraktive Termine, die auch reichlich genutzt wurden - was ein weiteres Absinken der Zahlen verhinderte, wie das Bundesamt berichtete. Im Februar 2020 heirateten 21.500 Paare, fast 7.300 mehr als Vorjahresmonat.

Der Effekt war in den Bundesländern unterschiedlich stark: In Brandenburg (plus 84 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 82 Prozent) und Thüringen (plus 80 Prozent) sagten im Februar deutlich mehr Paare "Ja" zueinander. In Hamburg fand er dagegen so gut wie keine Beachtung, hier blieb die Zahl der Eheschließungen gleich.

Erkenntnisse über die Auswirkung der Pandemie ließen sich erst langfristig gewinnen, erklärten die Statistiker. Denn langsam wieder steigende Zahlen vom Mai und Juni deuteten daraufhin, dass viele Standesamttermine lediglich verschoben und nicht abgesagt wurden. (dpa)

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