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Kritik am Aus für Bierkutsche in Radeberg

CDU-Stadtrat Matthias Hänsel beklagt in einem Statement das Ende der Tradition. Er bekommt hochrangige Unterstützung. Ist die Bierkutsche noch zu retten?

Gastwirte in Radeberg werden nicht mehr per Pferdekutsche beliefert. Für diese Entscheidung gab es jetzt Kritik.
Gastwirte in Radeberg werden nicht mehr per Pferdekutsche beliefert. Für diese Entscheidung gab es jetzt Kritik. © Archiv: Steffen Unger

Radeberg. Der stellvertretende Oberbürgermeister Detlev Dauphin (Freie Wähler) hat deutliche Kritik am Aus für die Bierkutsche geübt. „Ich finde es nicht in Ordnung, dass diese Tradition eingestellt wird. Wir als Stadtrat haben dafür gestimmt, dass Radeberg den Beinamen Bierstadt bekommt. Damit übernehmen wir Verpflichtungen, aber auch die Brauerei hat Verpflichtungen, gerade was Traditionen angeht“, sagte Dauphin. Er leitete in Vertretung des erkrankten OB Gerhard Lemm (SPD) die jüngste Stadtratssitzung. „Wir hätten über die Entscheidung der Brauerei hier im Stadtrat diskutieren müssen. Ich bin sicher, es hätte eine Lösung gegeben.“

Zuvor verlas CDU-Stadtrat Matthias Hänsel ein Statement zur letzten Fahrt der Bierkutsche in Radeberg. Darin beklagte er das Aus der großen Tradition. Ihm fehlt der Protest aus der Bürgerschaft. „Es könnte nun tatsächlich das Ende dieser Tradition sein, aber vielleicht gibt es ja noch einen Aufschrei, einen Protest oder bisher ungenutzte Kommunikationswege, die uns diese Tradition zurückbringen“, sagte er. Anfang Juni hatte die Radeberger Exportbierbrauerei angekündigt, die Auslieferung mit der Pferdekutsche einzustellen. Seit 1.Juli 2021 werden Fässer an die Gastronomen per Lkw geliefert.

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Brauerei führt mehrere Gründe für das Aus an

Nach Angaben von Brauereichef Axel Frech haben mehrere Gründe zu der Entscheidung geführt. Einmal ist seit Jahren die Zahl von Gaststätten in Radeberg rückläufig. Außerdem werde die kurzfristige Lieferung der Fässer immer wichtiger. „Die Notwendigkeit zur schnellen und punktgenauen Vor-Ort-Lieferung ist gewachsen“, sagt Frech. Hinzu kommt, dass die Zufahrten zu den Kneipen immer weniger für Kutschen geeignet sind, die Anlieferung also immer komplizierter wird. „Wenn man es aus rein ökonomischer Sicht betrachtet, hätte man vielleicht schon vor Jahren auf eine Lkw-Belieferung umsteigen müssen“, sagte Frech.

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