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Deutschland jetzt mit höherer Corona-Todesrate als die USA

Deutschland gehört nun zu den am schlimmsten betroffenen Ländern weltweit, wenn es um Corona-Tote geht. Einige Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Die Intensivstationen sind voll, es sterben immer mehr Menschen – in Deutschland mittlerweile vergleichsweise mehr als in den USA.
Die Intensivstationen sind voll, es sterben immer mehr Menschen – in Deutschland mittlerweile vergleichsweise mehr als in den USA. © Symbolfoto/Kay Nietfeld/dpa

Von Christopher Stolz

In Deutschland sterben mittlerweile vergleichsweise mehr Menschen an oder in Verbindung mit Corona als in den USA. Und das, obwohl sich in den Vereinigten Staaten in Relation weit mehr Menschen mit dem Virus infizieren. Das geht aus Zahlen der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervor, die den Sieben-Tage-Durchschnitt darstellen.

Pro eine Million Einwohner steckten sich in den USA am Montag mehr als 750 Menschen an, in Deutschland waren es nur etwas weniger als ein Drittel davon. Deutschland liegt sogar im Vergleich der Länder Europäischen Union unter dem Durchschnitt – der liegt bei mehr als 300.

Bei den Todeszahlen liegt Deutschland hingegen mit knapp mehr als 10 pro eine Million Einwohner über der Zahl aus den USA, wo etwas weniger als 10 Menschen pro Tag an oder in Verbindung mit Corona sterben. Erst in der vergangenen Woche hatte Deutschland die USA überholt. Jetzt sind es so viele wie noch nie. Hier liegt Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt von rund 7,5.

Auch die Todesrate pro bestätigtem Corona-Fall liegt in Deutschland mittlerweile höher als in den USA. Am Montag endeten hierzulande 2,2 Prozent der Infektionen tödlich, in den USA waren es 1,7 Prozent.

Bei den Todeszahlen pro eine Million Einwohner steht Deutschland mittlerweile unter den am schlimmsten betroffenen Ländern. Noch schlimmer betroffen sind lediglich acht EU-Länder, die Schweiz und Panama. Die meisten Todesfälle pro eine Million Einwohner verzeichnete zuletzt die Slowakei mit 16,3.

Die hohe Todesrate könnte auch mit der Altersverteilung zusammenhängen. Die Tendenz ist klar: Die an oder in Verbindung mit Corona verstorbenen Menschen in Deutschland sind älter als in den USA. 96 Prozent der Verstorbenen in Deutschland sind dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge älter als 60 Jahre, allein knapp 70 Prozent älter als 80.

USA, Orange: Eine Krankenschwester kümmert sich um einen COVID-19-Patienten im St. Joseph Hospital.
USA, Orange: Eine Krankenschwester kümmert sich um einen COVID-19-Patienten im St. Joseph Hospital. © Jae C. Hong/AP/dpa

In den USA sind vier von fünf Corona-Toten älter als 65, allerdings lediglich 60 Prozent älter als 75. Das geht aus Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor.

US-Präsident Donald Trump wurde in den vergangenen Wochen und Monaten teils heftig für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. Er verglich sie mitunter mit einer gewöhnlichen Grippe. Nach seiner Wahlniederlage im November gab es weitere Kritik, da er sich mit juristischen Schritten dagegen befasste und nicht mit der sich zuspitzenden Corona-Lage in den USA.

Die Ballung an Ländern in Europa, wo im Vergleich mehr Menschen an oder in Verbindung mit Corona sterben, könnte damit zusammenhängen, dass dort die deutlich aggressivere Corona-Mutante grassiert.

USA testen viel mehr

Dass die USA deutlich mehr bestätigte Infektionen, aber im Vergleich weniger Todesfälle zu verzeichnen hat, ist auch damit zu erklären, dass in den USA deutlich mehr getestet wird. In den vergangenen Tagen waren es durchschnittlich vier Tests pro 1.000 Einwohner, in Deutschland waren es knapp mehr als ein Test pro 1.000 Einwohner.

Der Anteil der positiven Tests an der Gesamtzahl gibt daher ein besseres Bild über das Infektionsgeschehen – und deckt sich mit den Todeszahlen. Denn die sogenannte Positivrate liegt in Deutschland ebenso knapp über der in den USA wie die Zahl der Menschen, die an oder in Verbindung mit Corona gestorben sind: In Deutschland lag sie zuletzt bei 16,1 Prozent, in den USA bei 15 Prozent. So hoch war die Positivrate in Deutschland noch nie, in den USA lag sie schon mal bei weit über 20 Prozent.

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