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Die Angst vor dem Corona-Winter

Am Montag ziehen Bund und Länder die erste Lockdown-Bilanz: Baldige Lockerungen sind nicht wahrscheinlich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn denkt nicht, dass es in diesem Winter Veranstaltungen mit mehr als zehn bis 15 Personen geben wird.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn denkt nicht, dass es in diesem Winter Veranstaltungen mit mehr als zehn bis 15 Personen geben wird. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Dresden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass es auch nach November harte Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie geben wird. „Wir müssen es miteinander schaffen, durch diesen Winter zu kommen mit Zahlen auf einem niedrigeren Niveau“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag. Veranstaltungen mit mehr als zehn bis 15 Personen sehe er in diesem Winter nicht mehr. Wenn die Infektionszahlen zurückgehen sollten, „heißt das nicht, ab Dezember oder Januar kann es wieder richtig überall losgehen mit Hochzeitsfeiern oder Weihnachtsfeiern als wäre nichts gewesen“.

Die Corona-Lage in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts nach wie vor sehr ernst. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch in ganz Deutschland zu, sagte RKI-Chef Lothar Wieler. Am Donnerstag meldeten die Gesundheitsämter bundesweit fast 22.000 neue Infektionen. Vorsichtig optimistisch stimme ihn aber, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei. Es sei abzuwarten, ob sich dies fortsetzt. Wieler rief zum Einhalten der Maßnahmen auf: Abstandhalten, Hygiene und Lüften werden die Menschen noch lange begleiten. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen.“.

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Am Montag wollen die Ministerpräsidenten der Länder in Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Zwischenbilanz zum teilweisen Lockdown im November ziehen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich angesichts der gegenwärtigen Corona-Infektionszahlen gegen Lockerung ausgesprochen. „Die Zahlen, die wir jetzt haben, reichen bei weitem nicht aus“, sagte er. Erst wenn die Zahl der Neuinfektionen nach unten gehe, könne man die Gastronomie wieder öffnen und Weihnachtsmärkte veranstalten.

NRW will Weihnachtsferien eher beginnen

Sachsens Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 1.159 neue laborbestätigte Corona-Fälle in 24 Stunden. Inzwischen sind 462 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben, 18 mehr als am Vortag.

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In den Beratungen am Montag soll es auch um den Schulbetrieb gehen. Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, dass die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie zwei Tage früher beginnen als geplant. Auch in Baden-Württemberg können die Schüler früher in die Weihnachtsferien starten, wenn die Schulen dafür bewegliche Ferientage nutzen. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) ist skeptisch. Würden die Ferien schon am 21. Dezember beginnen, könne das Familien vor Betreuungsprobleme stellen. Eine Verlängerung der Ferien um mehrere Wochen lehnte Piwarz ab. „Das Thema stellt sich derzeit nicht für uns.“ (dpa, SZ/sca) 

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