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Die Bürger sind selbst verantwortlich

Wer in Corona-Zeiten verreisen will, sollte sich seiner eigenen Verantwortung bewusst sein - ein Kommentar.

Von Andrea Schawe
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Auch bei ungemütlichem Herbstwetter ist die Ostseeküste ein beliebtes Urlaubsziel. Nun drohen aber wieder Einschränkungen.
Auch bei ungemütlichem Herbstwetter ist die Ostseeküste ein beliebtes Urlaubsziel. Nun drohen aber wieder Einschränkungen. © Bernd Wüstneck/dpa/SZ

Kleinstaaterei, Flickenteppich, Uneinheitlichkeit – diese Worte beschreiben nichts anderes als: Föderalismus. In Deutschland kann regional auf das Infektionsgeschehen reagiert werden. Bisher ist das eine erfolgreiche Strategie.

Fakt ist: Das Infektionsgeschehen innerhalb Deutschlands unterscheidet sich gewaltig. In Berlin, Hamm, Frankfurt am Main sind die Fallzahlen sehr hoch, vor allem weil sich das Coronavirus durch Partys und große Familienfeiern ausbreiten kann. Hier muss alles Erforderliche getan werden, um das Virus zu stoppen. In Sachsen aber wären eine Sperrstunde oder ein Alkoholverbot wegen der noch immer relativ geringen Fallzahlen derzeit nicht durchsetzbar.

Verständlich, dass Länder mit niedrigem Infektionsgeschehen versuchen, sich vor einer Ausbreitung des Virus durch Touristen zu schützen. Das Beherbergungsverbot gilt deswegen in vielen Bundesländern seit Beginn der Sommerferien. Die Hoffnung, dass sich bis zu den Herbstferien alles in Wohlgefallen auflöst, wird enttäuscht. Die Pandemie ist nicht vorbei, das ist die Realität. Wer in diesen Zeiten verreisen will, sollte sich vor Reiseantritt über die Bestimmungen im Zielgebiet und bei der Rückkehr informieren. Das gilt bei Reisen nach Griechenland, Mallorca oder in die Türkei genauso wie bei Aufenthalten auf Sylt und Usedom, in Flensburg, Koblenz oder Berlin. Die Politik verweist ja immer wieder auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger – zu Recht.