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„Die Corona-Zeit verlangt viel Improvisation“

Personaltrainer Eric Wehner hilft Menschen im Rödertal, fit zu bleiben. Dazu geht er derzeit viel an die frische Luft.

Personaltrainer Eric Wehner in seinem Büro in Dresden: Zurzeit ist er mit seinen Kunden vor allem draußen unterwegs.
Personaltrainer Eric Wehner in seinem Büro in Dresden: Zurzeit ist er mit seinen Kunden vor allem draußen unterwegs. © Sven Ellger

Radeberg. Auf die Frage, ob er in diesen Zeiten der Corona-Pandemie zum Nichtstun verdammt sei, kommt als Antwort ein energisches „Nein“. Eric Wehner ist in diesen Tagen des Lockdowns mehr denn je gefragt. Sein Einsatzgebiete sind das Rödertal und der Großraum Dresden.

Seit Beginn des Teil-Lockdown im November sind Sportstätten, Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder dicht. Für viele im Home-Office arbeitenden Menschen stellt sich damit die Frage, wie sie in der Pandemiezeit fit bleiben sollen. In einer Zeit, in der man nach Möglichkeit zu Hause bleiben und soziale Kontakte auf ein absolutes Minimum reduzieren soll. Online-Workouts sind derzeit in, doch manch einer braucht den direkten Kontakt zum Trainer, jemand, der mithilft, den inneren Schweinehund in dieser die Trägheit fördernden Zeit zu überwinden.

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Arbeit dürfte es für Wehner in diesen Tagen mehr als genug geben. Denn nach Einschätzung des Dresdner Fitnesscoaches sitzen alle viel zu viel. Es gibt konditionell und muskulär eine Menge zu tun, weiß der 29-jährige Dresdner, der seit vier Jahren als Personaltrainer arbeitet. Wehner hofft, dass der von Montag an geltende harte Lockdown ihm weiter die Möglichkeit gibt, seinen Job auszuüben. Beim ersten im Frühjahr habe er zahlreiche Telefonate mit Behörden führen müssen, um herauszubekommen, ob und wie er als Personalcoach arbeiten könne.

Nach einer Schätzung des Bundesverbandes Personal Training gibt es in Deutschland zwischen 8000 und 10000 Personaltrainer. Manche sind für 65 Euro eine Stunde im Gym und leiten dort das Training, kontrollieren, raten und feuern an. Andere Trainer sind zertifiziert, nehmen dem Berufsverband zufolge für eine Trainingseinheit 100 bis 120 Euro. Bei Eric Wehner kostet eine Einheit 75 Euro.

Zu Vor-Corona-Zeiten arbeitete er als Trainer in einem Fitnessstudio, gab dort auch Kurse. Seit dem Lockdown bleibt dem Dresdner nur der Personaltrainer-Job. Doch nicht allen seiner Kollegen in der Branche geht es in dieser Zeit gut. Coronabedingt rechnet man mit großen finanziellen Einbußen.

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Zu Wehners Kundenkreis gehören Ärzte, Lehrer, Selbstständige, die meisten im Alter zwischen 30 und 65 Jahren. Der Dresdner, studierter Fitnessökonom, bietet Einzeltraining im Freien an. Im Rödertal, in der Dresdner Heide, auf der Wiese oder im Wald. Klar, mit angemessenem Sicherheitsabstand. Sicher sei das Outdoor-Training im Winter gewöhnungsbedürftig, findet Wehner. Aber wenn man aufgewärmt sei, vergesse man die Kälte schnell. Es sei halt eine Zeit, die viel Improvisation verlange, von ihm, von der Kundschaft. Gebucht wird er häufiger von Frauen denn von Männern. Was auch daran liegt, dass Frauen ein ausgeprägteres Körper- und Gesundheitsbewusstsein haben, Männer sich immer noch schwer tun, sich in ihrer Freizeit sportiv triezen zu lassen. Aber auch das, dessen ist sich Eric Wehner sicher, werde sich langfristig ändern.

Die Pandemie hat seiner Meinung nach den Beruf des Personaltrainers ein klein wenig mehr in den Blickpunkt gerückt. Jedenfalls bei den Menschen, die in diesen Tagen stundenlang vor ihrem Computer hocken und dabei das Gefühl haben, dass sie ihre Gesundheit, ihre Fitness auf gar keinen Fall aus den Augen lassen sollten. Zu Beginn des nächsten Jahres, das steht für Wehner schon jetzt fest, dürften Personaltrainer wie er dann besonders oft im Einsatz sein. Ist doch der Januar der Monat der guten Vorsätze, in dem man sich ohnedies zahlreiche Leute vornehmen, mehr Sport zu machen. Erst recht wohl in diesen Zeiten.

Wehner ist jedenfalls bereit, hat Laufschuhe, Hanteln, Theraband, Hüpfball und Isomatte immer dabei. Was manche mitunter ausblenden, ist, das so ein Personaltrainer auch nur ein Mensch ist. Wenn auch einer, der topfit daherkommt. Aber bei drei bis vier Übungseinheiten am Tag, bei denen er nicht nur Anleitungen gibt, sondern auch aktiv mitmacht, wie etwa beim Joggen, geht „das natürlich auch schon mal an die Substanz“. Mental wie körperlich. Aber auch dafür hat er ja diesen Job gewählt.

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