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Die Ideen für die Schulen bei der Lockdown-Verlängerung

Präsenzunterricht für alle, nur für die Kleinen oder gar nicht: Es wird Streit geben. Auch wegen der Virus-Mutation wird um die richtige Strategie gerungen.

Präsenzunterricht, Wechselunterricht, Heimunterricht? Der Streit geht wieder los.
Präsenzunterricht, Wechselunterricht, Heimunterricht? Der Streit geht wieder los. © Stefan Sauer/dpa

Von Albert Funk und Susanne Vieth-Entus

Am Dienstag ist es wieder soweit: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder schalten sich zusammen, um eine Verlängerung des Lockdowns wegen der Coronakrise zu beschließen. Der ist vorläufig bis zum 10. Januar befristet. Absehbar ist, dass die meisten Maßnahmen verlängert werden, wie es der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), schon angedeutet hat. Doch wird es um einen Punkt Streit geben: den Vorschul- und Schulbereich.

Umstritten ist, ob der Lockdown auch hier weiter gelten soll, ob geöffnet wird – oder ob es zu Teillösungen kommt. Doch kommt eine neue Unsicherheit hinzu: Wie wirkt sich die zuerst in Großbritannien aufgetretene Virusmutation aus, die offenbar auch bei Kindern und Jugendlichen zu heftigeren Krankheitsverläufen führt? Der britische Gesundheitsexperte Jeremy Farrar hält es aufgrund der zu hohen Infektionszahlen für „unmöglich, die Schulen in Deutschland rasch wieder zu öffnen“, wie er dem „Spiegel“ sagte – auch vor dem Hintergrund der Erfahrung, dass das mutierte Virus im Großraum London binnen kurzer Zeit zur vorherrschenden Variante geworden ist.

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Verbände wollen baldige Präsenz

Die Kultusminister beraten sich schon am Montag. Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte Heimunterricht bis 17. Januar ins Gespräch gebracht. Andere wollen eine frühe Rückkehr zum Präsenzunterricht. Unterstützung dafür kommt von Verbandsseite. Der Deutsche Lehrerverband und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin forderten, über „zusätzliche Gesundheitsschutzmaßnahmen“ zu erreichen, dass „unsere Schulen so bald wie möglich für eine Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb bestmöglich vorbereitet sind“.

Eine Verlängerung der Ferien bis Ende Januar lehnen sie ab. Unter Bildungsaspekten wie „psychosozialen Gesichtspunkten“ sei die Rückkehr zum Präsenzunterricht „das Beste für Kinder und Jugendliche“.

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Vom SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kam eine Kompromissidee. Er hält es für möglich, zunächst „in der zweiten Januarhälfte“ Kitas und Grundschulen zu öffnen, in den weiterführenden Klassen aber vorerst auf Digital- oder Wechselunterricht zu setzen, wie er der „Rheinischen Post“ sagte. Mit Blick auf die Infektionszahlen rät Lauterbach von einer Komplettöffnung ab.

Vom Ziel-Inzidenzwert, der bei 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen liegt, ist man im bundesweiten Schnitt (derzeit etwa 150) wie auch in den allermeisten Stadt- und Landkreisen (bis über 800) weit entfernt.

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