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Die Mallorca-Debatte ist ein Popanz

Auf Mallorca-Touris schimpfende Politiker zeigen, dass sie um Probleme ihrer Corona-Maßnahmen wissen. Jetzt müssen sie Lösungen liefern. Ein Kommentar.

© Clara Margais/dpa [SZ]

Es müssen sich nur alle einige Wochen zusammenreißen und dann wird es besser. Mit diesem Aufruf hat vor einem Jahr der Kampf gegen die Pandemie begonnen. Einiges ist tatsächlich gut geworden. Es gibt Impfstoff. Die Pflegeheimbewohner, die Gruppe mit dem höchsten Risiko, durch das Virus zu sterben, sind geimpft. Ebenso die Krankenhausmitarbeiter. Die neue Infektionswelle wird anders als im Winter nicht zu dramatischen Ausfällen beim Pflegepersonal führen.

Trotzdem dürften die meisten Menschen davon ausgegangen sein, dass im März 2021 Schul- und Geschäftsschließungen kein Thema mehr sein werden. Impfstoff, tägliche Tests und digitale Kontaktverfolgung wären, so glaubten viele zu Recht, für ein Hochtechnologieland logische Konzepte. Es gibt zwar gute Ansätze, aber für die dritte Welle kommen sie leider zu spät.

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Bund und Länder wissen, dass die Bürger mehr erwarten durften. Das Geschimpfe der Politiker auf Mallorca-Touristen zeigt, dass sie selbst um die Widersprüche ihrer Corona-Maßnahmen wissen. Diese Debatte ist ein Popanz, mehr nicht. Hinzu kommt, dass die Akzeptanz der Lockdown-Politik sinkt. Die Kinderschuh-Aktion vor sächsischen Rathäusern ist auf Resonanz gestoßen. Kommunalpolitiker fordern eine Abkehr von der Konzentration auf Inzidenzwerte und größere Freiräume für lokale Lösungen. Der soundsovielte Appell, sich bitteschön ein letztes Mal zusammenzureißen, ist eben keine Lösung mehr.

>>> E-Mail an Karin Schlottmann

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