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"Die Mehrheit der Covid-19-Patienten ist ungeimpft"

Im Städtischen Klinikum in Dresden steigen die Belegungszahlen an. Planbare OPs werden eingeschränkt. Die meisten Patienten sind ungeimpft.

Von Julia Vollmer
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Auf der Covid-19-Station versorgt ein Pfleger einen Patienten.
Auf der Covid-19-Station versorgt ein Pfleger einen Patienten. © Waltraud Grubitzsch/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Die Dresdner Kliniken kämpfen wegen Corona mit steigenden Patientenzahlen. Die Betten füllen sich mit großer Geschwindigkeit.

So auch im Städtischen Klinikum, dort werden aktuell 76 Covid-Patienten behandelt. "Mit nur geringer Verzögerung zu den steigenden Wocheninzidenzen sind auch die Patientenzahlen in unserem Klinikum gestiegen. Die ausgewiesenen Bereiche für Covid-19-Patienten haben sich zügig gefüllt", so Sprecherin Viviane Piffczk.

In dieser Woche seien die Belegungszahlen auf einem hohen Stand recht stabil. "Wir halten derzeit vier Normalstationen und zwei Intensivbereiche ausschließlich für Corona-Patienten vor. Wir versorgen neben dem Universitätsklinikum Dresden die meisten Corona-Patienten in der Region", sagt sie.

Diese Entwicklung wirkt sich auf die Krankenhausorganisation aus. Da Covid-19-Patienten einen höheren Personaleinsatz erfordern, müsse mehr Personal in diesen Bereichen zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig reduziert die umfangreiche intensivmedizinische Versorgung von Corona-Patienten die regulären Kapazitäten von planbaren Eingriffen, die eine Intensivbehandlung nach sich ziehen. "Das elektive, planbare OP-Geschehen schränken wir daher teilweise ein". Dennoch bleiben wir dabei sehr kritisch angesichts der steigenden Inzidenzen und passen die Kapazitäten entsprechend an.

"Die Mehrheit der von uns aufgenommenen Covid-19-Patienten ist ungeimpft“, erklärt Prof. Dr. Sebastian Schellong, Chefarzt der 2. Medizinischen Klinik, zu der die Covid-Intensivstation am Standort Friedrichstadt gehört. "Wer trotz Impfung einer Krankenhausbehandlung bedarf, hat eine meist zusätzliche Vorerkrankungen oder Risikofaktoren. Die Verläufe sind dementsprechend auch schwerer“. Daher, so Schellong, führt an Impfung bzw. Booster-Impfung kein Weg vorbei, sowohl zum Eigenschutz wie zum Schutz aller anderen.

"Für unsere Beschäftigten beginnen wir in der nächsten Woche mit den Booster-Impfungen. Die Grundimmunisierung unseres Personals liegt nun meist mehr als neun Monate zurück", sagt Sprecherin Viviane Piffczyk. Daher komme es auch immer wieder zu Impfdurchbrüchen. Ganz vordringlich erhalten nun zunächst die Mitarbeiter der Covid-Stationen die Booster-Impfung, danach die Mitarbeitenden der Risikobereiche. Bis Jahresende sollen schließlich alle mit der dritten Impfdosis versorgt sein.