merken
PLUS Radeberg

So setzen Geschäfte im Rödertal die verschärften Regeln um

Händler im Rödertal stellen sich auf „Corona-Weihnachten“ ein. Einige Dinge überraschen sie schon jetzt.

Keine Urlaubsreisen, keine Restaurantbesuche: Bei Kunden sitzt der Euro in diesem Jahr etwas lockerer, vermuten Händler.
Keine Urlaubsreisen, keine Restaurantbesuche: Bei Kunden sitzt der Euro in diesem Jahr etwas lockerer, vermuten Händler. © Archiv/Peter Steffen/dpa

Radeberg. Weihnachtszeit, das heißt volle Taschen und Gedränge in den Läden. In diesem Jahr herrschen jedoch strenge Corona-Regeln. In kleinere Geschäfte darf pro zehn Quadratmeter ein Kunde rein, in größere pro 20 Quadratmeter ein Kunde. In den Läden kann es also kaum richtig voll werden. Geschäftsinhaber stellen sich auf die Situation ein und bemerkten schon jetzt teils erstaunliche Veränderungen bei den Käufern.

In der Filiale der Drogeriemarkt-Kette DM im Silberberg Center in Radeberg setzen die Verkäuferinnen auf die bewährte Praxis „Ein Kunde, ein Wagen“. „So behalten wir gut den Überblick“, sagt Gebietsleiterin Heike Hentschke. Zu langen Schlangen komme des des wegen am Eingang nicht. „Wir fallen noch unter die Regelung zehn Quadratmeter pro Kunde, wir können also etwas mehr Menschen in das Geschäft lassen.“ Sie bemerkt aber auch, dass in diesem Jahr verstärkt über das Internet bestellt wird. „Das passiert über den ganz normalen Onlineshop. Vermehrt aber auch über den Bestellservice. Über unsere App kann jeder auswählen, was er möchte, bezahlt das gleich und kann es nach drei Stunden bei uns hier im Silberberg Center oder in einer anderen Filiale abholen. So ist jeder schnell wieder raus und muss nicht mal an der Kasse anstehen.“

UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand

Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Das Motto "Jeder Kunde einen Wagen" gilt auch im benachbarten Edeka-Markt. „Das ist geübte Praxis, das funktioniert. Der überwiegende Teil der Kunden hält sich auch daran“, sagt Inhaber John Scheller. Lange Schlangen hätten sich noch nicht gebildet. „Wenn einmal vier Leute am Eingangsbereich stehen, dann geht das ja auch schnell. Es kommt also kaum zu Wartezeiten.“ Er rechnet damit, dass besonders an den Tagen vor Weihnachten und Silvester, also am 22. und 23. sowie am 30. und 31. Dezember, der Andrang sehr groß sein wird. „An diesen vier Tagen werden Security- Mitarbeiter im Einsatz sei, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten“, sagt John Scheller. Er freut sich, dass am 24. und 31. Dezember maximal bis 14 Uhr geöffnet werden darf. „So haben unsere Mitarbeiter noch etwas Zeit, sich auf den Weihnachtsabend beziehungsweise auf Silvester vorzubereiten.“

In der Mall, also im Fußgängerbereich des Silberberg Centers, gibt es keine Kontrollen der Besucherzahl. „Wir sind von der Regelung ausgenommen. Dennoch haben wir eine Art Einbahnstraßensystem für Fußgänger eingerichtet. Extra Sicherheitspersonal werden wir nicht bereithalten. Für die Besucherzahl in den Geschäften sind ausschließlich die Ladeninhaber verantwortlich“, sagt Matthias Schrade, Vorstand der Defama AG, der Eigentümerin des Centers. Ein verändertes Verhalten beim Einkauf bemerkt Bäckermeister Marlon Gnauck in Ottendorf-Okrilla. „Ich habe den Eindruck, die Menschen gönnen sich in diesem Jahr mehr, sie kaufen sich öfter ein gutes Stück Kuchen oder Torte. Über mangelnde Nachfrage können wir nicht klagen. Wir suchen deshalb eine weitere Verkäuferin.“

Gut zu tun hat er auch mit seinem Onlineverkauf. „Der hat ganz klar zugenommen. Einmal bestellen Kunden für ihre Verwandten und Bekannten, die sie in diesem Jahr nicht besuchen können. Dann ordern Firmen unsere Stollen für ihre Mitarbeiter, vielleicht als kleiner Ersatz für die ausgefallene Weihnachtsfeier.“ Ansonsten gilt bei Bäcker Gnauck die Regel: Nur eine Person darf in den Laden. „Das kommt zu Stoßzeiten schon mal zu einer Schlange vor dem Geschäft. Die Kunden haben sich darauf eingestellt, Probleme gab es bisher keine.“

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Dass es eine außergewöhnliche Weihnachtszeit wird, bemerkt auch Alexander Weder, stellvertretender Marktleiter des Elektronik-Fachmarktes Euronics XXL in Radeberg. Es kommen derzeit sehr viele Kunden zu ihm in den Markt. „Sie schauen sich um, lassen sich beraten und und kaufen auch ein. Es sind aber mehr als in den anderen Jahren. Ich vermute, dass für viele das Einkaufserlebnis zählt. Sie wollen mal raus aus den eigenen vier Wänden. Restaurant, Kino oder Cafe sind geschlossen. Etwas am Computer zu bestellen ist dann offenbar zu langweilig. Sie wollen etwas sehen, da kommen sie auch gerne zu uns.“

Noch etwas anderes, was es in den Jahren zuvor nie gegeben hat, ist in diesen Tagen eingetreten. „Es ist kaum noch Ware da. Die Firmen kommen mit dem Liefern nicht hinterher. Für einige Waschmaschinen-Modelle haben wir Liefertermine erst im Februar. Ähnlich sieht es bei anderen Elektronik-Geräten aus.“ Er vermutet, dass den Firmen Bauteile oder Computerchips fehlen, um ihre Geräte auszuliefern. „Die wurden vielleicht in China hergestellt und kommen jetzt nicht rechtzeitig an.“ Er rät Kunden, die sich zu Weihnachten beispielsweise einen Fernseher unter den Baum legen wollen, auf andere Modelle auszuweichen, wenn der Wunsch-Fernseher nicht mehr zu haben ist. „Das wird nicht besser.“

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg