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Striezelmarkt: Nur die Fichte steht schon

In diesem Jahr kommt der Baum aus der Dresdner Heide. Welcher Schönheitsfehler behoben werden musste und wann die Lichterkette folgt.

Der 120 Jahre alte und 37 Meter hohe Baum aus der Dresdner Heide wird am Montag mit einer Lichterkette aus 16.000 Lampen bestückt.
Der 120 Jahre alte und 37 Meter hohe Baum aus der Dresdner Heide wird am Montag mit einer Lichterkette aus 16.000 Lampen bestückt. © Sebastian Willnow/dpa

Dresden. Sie kündigt jedes Jahr den Dresdner Striezelmarkt an - die große Fichte, die auch 2020 wieder ihren Platz auf dem Altmarkt bekommen hat. Unter den Augen neugieriger Passanten rollte der Schwertransport am Samstagvormittag mit dem gut 4,5 Tonnen schweren Baum in die Dresdner Innenstadt. Dann wurde der Stamm zurechtgesägt, damit er in die Bodenhülse passt. Kurz nach 12 Uhr wurde 20 Meter hohe Striezelmark-Fichte aufgerichtet.

Ob der Striezelmarkt in diesem Jahr tatsächlich stattfinden wird, ist derzeit allerdings noch völlig offen. Den geplanten Start am 23. November wird es definitiv nicht geben - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich angesichts des Infektionsgeschehens unter anderem darauf verständigt, derartige Veranstaltungen im November nicht zuzulassen. Was bleibt, ist die Hoffnung auf den Dezember. Und die hat auch Dresdens Wirtschaftschef Robert Franke, der am Samstag das Aufstellen der Fichte auf dem Altmarkt verfolgt. 

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"Wenn es die Möglichkeit gibt, den Striezelmarkt im Dezember zu machen, dann machen wir das." Schon allein deshalb, weil insbesondere der Gastronomie und der Hotelbranche im November ein "Regenmonat" bevorstehe, so Franke. Gaststätten müssen ab Montag schließen, Touristen dürfen nicht mehr in Hotels und Pensionen übernachten. Trotz aller Einschränkungen, strengen Hygieneregelungen und einem reduzierten Umfang geht Franke davon aus, dass der Striezelmarkt im Dezember Besucher anziehen würde. "Die Bedeutung des Weihnachtsfestes ist in unserer Region enorm groß." Das ließen sich die Menschen nicht nehmen. 

Dennoch soll nun zunächst geklärt werden, welche Händler im Dezember bei einer abgespeckten Striezelmarkt-Variante überhaupt noch dabei wären. Schon vor der Absage für den November hätten einige signalisiert, dass sich das Geschäft in diesem Jahr für sie nicht lohne. Franke bleibt dennoch optimistisch, dass die Weihnachtsstadt Dresden in irgendeiner Form möglich sein wird.

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Darauf soll nun auch die XXL-Fichte einstimmen, die - wie bereits der Baum im vergangenen Jahr - aus einem Wald des Sachsenforstes kommt. Zuvor hatte die Stadt jedes Jahr private Grundstückeigentümer aufgefordert, sich mit einem ihrer Bäume zu bewerben. "Die Suche nach einem geeigneten Exemplar wurde immer schwieriger, weil die Bäume den Anforderungen oft nicht entsprachen", erklärt Robert Franke. Neben der erforderlichen Größe ist bei der Auswahl auch die Zugänglichkeit zum Baum ein Kriterium. Während die Fichte 2019 aus Bärenfels nach Dresden transportiert werden musste, war der Weg in diesem Jahr aus der Dresdner Heide etwas kürzer.

Kurz nach zwölf Uhr konnte die Fichte in der Bodenhülse verankert werden. Zuvor musste der Stamm zurechtgesägt werden.
Kurz nach zwölf Uhr konnte die Fichte in der Bodenhülse verankert werden. Zuvor musste der Stamm zurechtgesägt werden. ©  Christian Juppe

In der Nähe der Heidemühle an der Priesnitz waren Mitarbeiter aus dem Amt für Wirtschaftsförderung mit der 120 Jahre alten und 37 Meter hohen Fichte fündig geworden. "Ein wirklich prächtiger Baum, der bisher vom Borkenkäfer verschont blieb", erklärt Heiko Müller vom Sachsenforst des Forstbezirks Dresden. Einen Schönheitsfehler gab es dann allerdings doch: Die Fichte hatte einen sogenannten "Hexenbesen", eine buschige Verwachsung in der Krone. Das Team von Baumpfleger Andreas Deppner kümmerte sich darum: "Wir haben ihm noch mal die Haare schöngemacht, bevor es in die Dresdner Innenstadt ging."

Ab Montag soll eine drei Kilometer langen Lichterkette mit 16.200 LED-Lichtern für vorweihnachtliche Stimmung sorgen. Außerdem werden rund um den Baum Lichtmasten aufgestellt und der 70 mal 70 Zentimeter große Stern auf der Baumspitze angebracht. Eine Krippe, eine Pyramide und dien Schwippbogen sollen das Ensemble ergänzen. Wie jedes Jahr wird das Licht am 1. Advent, also am 29. November, eingeschaltet. Ob wenige Tage danach Besucher über den Striezelmarkt bummeln, bleibt abzuwarten.

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