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Corona: AfD-Lob für Zittauer Kritiker

Die für ihre Ablehnung der staatlichen Maßnahmen bekannte Gruppe hat sich an die Spitze der evangelischen Kirche gewandt und fordert klare Worte.

Mitglieder der Gruppe, die den offenen Brief schrieben, haben auch gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in Zittau protestiert.
Mitglieder der Gruppe, die den offenen Brief schrieben, haben auch gegen die Corona-Schutzmaßnahmen in Zittau protestiert. © xcitepress (Archiv)

Für einen offenen Brief an den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine Gruppe von Kritikern der staatlichen Corona-Maßnahmen aus Zittau und Umgebung Unterstützung der sächsischen AfD-Landtagsfraktion bekommen. „Ich habe den Brief aufmerksam gelesen und möchte den Unterzeichnern Dank und Anerkennung für ihre mutigen Worte aussprechen", so Jörg Kühne, kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. "Es ist wichtig, dass Christenmenschen unseres Landes für ihre Rechte einstehen und das Wort erheben, wenn etwas schiefläuft – und derzeit läuft vieles schief! In Zeiten der Corona-Krise werden mündige Bürger zunehmend als Verschwörungstheoretiker oder Aluhutträger bezeichnet, wenn sie Kritik an der Regierungspraxis üben. Mahnende Stimmen, die sich gegen die Einschränkung von Grundrechten wenden, gelten plötzlich als Rechtsradikale – und dennoch bleiben die Kirchen stumm."

In dem Brief äußern sich 37 Unterzeichner als Christen "besorgt über die politischen Zustände in unserem Land, die unter dem Deckmantel der Corona-Pandemie um sich greifen." Sie kritisieren, dass die Verantwortlichen ihre Macht missbrauchen, den Staat ruinieren und Persönlichkeitsrechte der Menschen brechen. Zudem werfen sie der Regierung vor, sich einseitig beraten zu lassen, andere wissenschaftliche Stimmen nicht hören zu wollen und diese zu diffamieren. "Stattdessen hält die Staatsführung unbeirrt an den harten, unverhältnismäßigen Maßnahmen fest und das nicht auf gesetzlicher Grundlage, sondern auf der Basis von Sondervollmachten", heißt es in dem Brief. "Andersdenkende sehen sich der Verunglimpfung mit primitiven Prädikaten wie Aluhüte, Antisemiten, Rechtsradikale und so weiter ausgesetzt."

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Der Lockdown würde Existenzen zerstören und Menschen in die Perspektivlosigkeit stürzen. Den öffentlich-rechtlichen Medien werfen sie "Selbstenthauptung" und Hofberichterstattung vor. Dafür scheuen sie auch nicht davor zurück, zu warnen, dass die heutige BRD wieder zu einem Nazi-Deutschland werden könnte: "Noch leben wir nicht in einer Zeit, in der ein aufrechter Christ sich für seine Überzeugung dem Schicksal eines Dietrich Bonhoeffer oder eines Kaplan Gerhard Hirschfelder ergeben muss. Aber wissen wir, wohin das noch führt?"

Aus diesen und anderen Gründen "erwarten wir, dass die Kirche ihre Stimme gegen die Politik der Angstverbreitung durch den Staat und durch die Medien erhebt." Und: "Heute unterwirft sich die Kirche widerstandslos staatlichen Anordnungen, die beispielsweise zur Schließung der Gotteshäuser zum Osterfest im Jahr 2020 geführt haben. Wir sind der Meinung, dass jedem Christen mit dem nötigen Gottvertrauen der freie Zutritt zu einem Gotteshaus gewährleistet sein muss, zumal am wichtigsten Feiertag des Jahres. Nun steht Weihnachten vor der Tür. Wie soll es weitergehen? Zeigen Sie Gesicht!" Genau wie 1989, schreiben die Verfasser, zu denen ehemalige Bürgerbewegte gehören.

Zu den Unterzeichnern gehören der ehemalige Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, Peter Dierich, Großschönaus Hauptamtsleiter und Naturparkbeauftragter Peter Pachl, mehrere Ärzte, der Löbauer Seniorchef von Stempel-Keßner, Reinhart Keßner, und Steffen Golembiewski, der schon während der ersten Welle Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Zittau organisiert hat.

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