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Diese Jobs sind jede Milliarde wert

Bei allem Streit um die Corona-Wirtschaftshilfe setzen sich Politiker ernsthaft für Unternehmer ein. Ein Kommentar.

Von Georg Moeritz
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Musiklehrer dürfen in Sachsen jetzt wieder Einzelunterricht geben. Auch andere finden eine Lobby.
Musiklehrer dürfen in Sachsen jetzt wieder Einzelunterricht geben. Auch andere finden eine Lobby. © dpa

Musiklehrer dürfen in Sachsen jetzt wieder Einzelunterricht geben. Hotels bekommen 75 Prozent des Umsatzes vom November vorigen Jahres vom Staat, und für Silvesterböller und Salzgrotten machen sich die Industrie- und Handelskammern stark. Soll keiner mehr behaupten, er habe keine Lobby. Politiker in Bund, Ländern und Gemeinden setzen sich ernsthaft für die Wirtschaft ein.

Das liegt nicht nur daran, dass am 26. September nächsten Jahres Bundestagswahl ist. Es liegt daran, dass die meisten Politiker wirklich den Ernst der Corona-Wirtschaftskrise verstehen.

Bei der Teil-Schließung der Wirtschaft gibt es auch Ungerechtigkeiten. Nicht jedes Restaurant kann viel außer Haus verkaufen, und der Töpfer kann seinen entgangenen Umsatz vom Weihnachtsmarkt nicht nachholen. Doch wo sich Lücken in Hilfsprogrammen zeigten, folgten rasch Nachbesserungen. Solo-Selbstständige bekommen nun ebenfalls einen Teil ihrer Ausfälle ersetzt, auch wenn sie keine Betriebskosten vorrechnen können oder ausgerechnet im Vergleichs-November 2019 eine Pause hatten.

Der Staat will nicht nur die Corona-Pandemie bremsen, sondern auch neue Massenarbeitslosigkeit verhindern. Das ist viele Milliarden Unterstützung wert – für Menschen, die jetzt Lasten tragen und damit allen helfen. Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen sind unglaublich teuer, aber noch teurer wären Arbeitslosengeld und Hartz IV für Millionen Menschen, die neue Jobs suchen müssten.